23.10.2015
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Geht's auch ohne Urknall? Lichtermüdung und statisches Universum - Stand 2015

Gibt es alternative Modelle, die in der Lage sind, unsere kosmologischen Beobachtungen erfolgreich zu erklären? Kann man beispielsweise die Rotverschiebung im Hubble-Diagramm als Lichtermüdung deuten? Könnte das Universum ewig und statisch sein - oder mit einem Satz formuliert: "Geht's auch ohne Urknall?"

Im Downloadbereich finden Sie die Originalpublikation zur Widerlegung der Lichtermüdungs-Hypothese.

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Weitere Informationen

  • Schwierigkeitsgrad: - Schwer
  • Dauer (min.): 44
  • Format/Stil: Josef M. Gaßner solo
  • Grundlagen: Allgemeine Relativitätstheorie
  • Kosmologie: Urknall
  • Düsseldorf, Germany

    Hallo Herr Gaßner,
    zunächst einmal mein höchstes Lob für Ihre Darstellungen und Erläuterungen komplexer physikalischer Zusammenhänge. Ich habe bisher nichts vergleichbares gefunden.
    Meine Frage bezieht sich auf das Video "Geht's auch ohne Urknall?...":
    Sie führen neben einigen anderen Indizien als Beleg für ein expandierendes Universum die Zeitdilatation an, die durch die Beobachtung vieler Supernovae 1A in unterschiedlicher Entfernung/Vergangenheit und dem bekannten zeitlichen Verlauf des Zerfalls Nickel-56 zu Kobal-56 zu Eisen-56 (statistisch) nachweisbar ist. Bei entfernten Ereignissen laufen diese aus unserer Perspektive schneller ab, als das direkt bei uns der Fall ist. Ursache wäre eine in dieser Entfernung/Vergangenheit geringere Expansion der Raumzeit.
    Wenn aber die Zeit dort einer geringeren Expansion unterliegt, gilt das doch auch für die 3 Dimensionen des Raums. Damit hätten doch auch alle Elementarteilchen eine geringere Ausdehnung und wären in Aussehen und Verhalten völlig inkompatibel zu unserem Periodensystem und den uns bekannten Phänomenen der Quantentheorie? Offensichtlich scheint aber auch in dieser großen Entfernung/Vergangenheit alles konform zu unseren bekannten Naturgesetzen abzulaufen.

    Herzliche Grüße, Wulf Hüsken

  • Gast - Thomas Wäscher

    Sehr geehrter Hr. Prof. Gaßner,
    zu Ihrem Vortrag:"Geht's auch ohne Urknall? Lichtermüdung und statisches Universum - Stand 2015 " möchte ich 2 Anmerkungen machen:
    1. In Min. 35:50: Sie sagen in Zusammenhang mit der Zeitdilatation (Zeitdehnung) , "...um so scheinbar kürzer verlaufen die SN1a". Tatsächlich aber erscheinen die Zeitverläufe der SN1a (in unseren Teleskopen) genau um den Faktor der Rotverschiebung k = z+1 länger. Im Rahmen der Relativitätstheorie werden alle Frequenzen (also auch im Vergleich zur Lichtfrequenz extrem langsame Vorgänge wie eine SN) um den Faktor 1+z gestreckt (ein Klavierspieler in der Nähe einer SN mit z = 1, der den Kammerton a' anschlägt und diesen mit einem Supersender auf der Trägerwelle z.B. Kurzwelle bei 6 MHz in Richtung Erde schickt, kann diesen bei uns nur bei 6MHz/(1+1) = 3 MHz empfangen und hört ihn im Radio nicht bei 440 Hz, sondern eben nur bei 220 Hz)
    Vielleicht handelt es sich aber nur um eine Verwechslung, denn es ist ja so: Tatsächlich verlaufen vor Ort die SN um den Faktor 1+z kürzer, als wir sie auf der Erde beobachten

    2. Weil man damals für alternative Ursachen der Rotverschiebung keine physikalische plausible Erklärung fand, wurden diese (leicht verächtlich) einfach "Lichtermüdung" genannt. Allerdings ist heute der Begriff vollkommen "out", da eine viel tiefere und physikalisch befriedigendere Alternative durch die ART selbst, nämlich durch das Äquivalenzprinzip, geliefert wird. Alle Effekte in einem 4-dimens. beschleunigtem System (das der Expansion) werden identisch genauso gemessen wie in einem 4-dimens. statischen Gravitationsfeld.
    Schade, dass Sie hierauf nicht eingehen.

  • Gast - Johanne Naber

    Neuenhaus, Germany

    Sehr geehrter Herr Gaßner,

    ich bin gern auf der Webite "Urknall, Weltall und das Leben" und möchte für die Arbeit allen Mitwirkenden herzlich danken. Ich habe mit Interesse und großem Vergnügen Ihre, aber auch die Beiträge von Herrn Lesch und Herrn Fischer gesehen. Dieses Video finde ich ganz besonders gelungen.

    Johanne Naber

  • Ein sehr gelungenes Video zum Thema Urknall.

  • Gast - Stefan Schmid

    Sehr geehrter Herr Gaßner,

    Danke für dieses Video!!!

    Ich schätze ja Herrn Lesch sehr hoch ein, aber wie Sie komplexe Zusammenhänge vermitteln ... Hut ab.

    Sie leben Physik, bitte machen Sie weiter so.

    Mit freundlichen Grüßen

    Stefan Schmid

  • Sehr geehrter Hr. Dr. Gassner! Ich bedanke mich für einen weiteren genialen Beitrag zu einer sehr seriös wirkenden Art, Wissenschaft zu vermitteln! Hut ab und bitte weiter so!

  • Gast - Martin Lemperle

    Frankfurt, Germany

    Die Beiträge von Josef M. Gaßner sind Supernovae am Firmament wissenschaftlich seriöser Information und Unterhaltung. Crisp and shiny.

  • Lieber Herr Gaßner,
    Ich will hier nicht zu persönlich werden aber dieses Video ist das Beste, was ich bisher in dieser Reihe gesehen habe. Gerade das Schlusswort; die Geschichte mit dem Elefanten und der Blumenvase haben bei mir (wieder mal) ein Fenster im Verstehen geöffnet. Danke für Ihre Arbeit, ich hoffe ehrlich, dass Sie genau so viel Spaß dabei haben, diese Videos zu machen, wie ich wenn ich sie mir anschaue.
    Prost, Matze Klingner