01.03.2016
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Wachstum, Nachhaltigkeit und Allmende (Teil 1) | Grundlagen (Ernst Peter Fischer)

Wie können wir die Allmende auflösen, die Tragödie des Allgemeinguts in einer globalisierten Welt? Wird uns der immerwährende Zwiespalt von lokalem Egoismus und globaler Verantwortung zum Verhängnis? Ernst Peter Fischer vergleicht die Denkmodelle Wachstum und Nachhaltigkeit in einem vernetzten globalen Dorf. Sind wir lernfähig im verantwortungsvollen Umgang mit Gemeingut?

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Weitere Informationen

  • Schwierigkeitsgrad: - Leicht
  • Dauer (min.): 26
  • Format/Stil: Gastbeitrag
  • Grundlagen: Natur/ Nachhaltigkeit

Personen in dieser Konversation

  • Sehr geehrter Herr Fischer,

    Zunächst einmal vielen Dank für ihre wertvollen Vorträge.
    Vom Anliegen her haben wir Konsens.
    Ich möchte aber etwas Kritik einbringen bezüglich ihres Plädoyers zum Altruismus.
    Altruismus und Egoismus ergeben zusammen, das wissen wir heute aus der Soziobiologie, eine ESS. (Evolutionär stabile Strategie)
    Diese gibt es schon im Tierreich, und ja sie hat es auch in unserer Frühzeit bei den Urhorden gegeben.
    Sie haben selbst mit ihrer Zahl von 150 Individuen darauf hingewiesen. (es gibt auch Angaben von Soziobiologen die von ca 40 oder 80 Individuen ausgehen, sei jetzt erst einmal egal)

    Die Funktionsweise/Selbststabilität einer solchen Formation ergibt sich quasi von selbst, also ohne darüber explizit nachdenken zu müssen, aus dem Kernbewusstsein (Damasio, bei Freud das 'Es'). Es ist quasi diejenige maximale Größe, bei der jeder noch von jedem ein ganzheitliches Bild von dessen Haben und Sein hat. (ich nehme hier gern die Begriffe nach Fromm)
    Wächst eine Formation darüber hinaus, müssen neue Stabiltätskriterien (divide et impera etc.) her, die ich auch versuche zu erklären, aber darum soll es jetzt nicht gehen.

    Worauf ich eigentlich hinaus will ist die Aussage, das eine ESS eben eine opportunistische Lebensform ist, die also auf unbegrenztes Wachstum hinausläuft, so wie Sie das ja ebenfalls evolutionär aus der Natur konstatieren. Das nichtselbstbewusste Leben erzeugt im Lebenskampf immer ein Zuviel, immer soviel als irgend möglich. Die Antwort der Natur darauf ist das Biotop, indem sich ein Gleichgewicht des Fressens und Gefressenwerdens (ich nenne das unconscious stability) eingestellt hat, und welches eben nur dadurch einen Langzeiterfolg in der Dimension der Zeit ermöglicht.

    Altruismus und Egoismus sind die Extrema (in der Realität sind dann alles beliebige Mischformen) im Pool der opportunistischen Verhaltensweisen, das wird vielleicht verständlich wenn man mal Malthus hernimmt, und sich dann fragt, ja was passiert denn wenn wir den hilfebedürftigen Milliarden helfen, wozu uns ja unsere Empathiefähigkeit, das Gewissen etc. immer anhält, tja, es werden immer mehr. :-)
    So kommen wir also m.E.n. nicht weiter, denn auch der Altruist beachtet, genau wie der Egoist, nicht die Auswirkungen seiner Handlungen in der Dimension der Zeit.
    (kognitives Defizit des Kernbewusstseins)

    mvg Philzer

  • Gast - M. Fischer

    Hallo,

    eine Sache die sich mir nicht erschließt ist die das man die Farbe des Mondes nicht definieren kann wenn man darauf steht.
    Zumindest das "aschgraue" Regolith sollte man ja erkennen können. Schließlich fand man ja bei Apollo 17 auch das sogen. "Orange Soil".
    Leider habe ich diesbezüglich keine weiteren Informationen gefunden, auch bei den Apollo-Missionen ist mir in dieser Hinsicht bis jetzt nichts bekannt.
    Können Sie dazu evtl. eine Quelle angeben? Ich würde mich dazu gern mehr informieren.

    Vielen Dank erstmal und weiter So!!