01.03.2016
Artikel bewerten
(26 Stimmen)

Wachstum, Nachhaltigkeit und Allmende (Teil 2) | Grundlagen (Ernst Peter Fischer)

Sind unsere Instinkte hilfreich im Umgang mit langsamen und lautlosen Umweltkatastrophen? Sind wir Menschen unbelehrbar im Umgang mit der Natur oder werden wir unsere klassischen Motive überwinden können? Teil 1 des Kommentars von Ernst Peter Fischer finden Sie hier: http://urknall-weltall-leben.de/component/k2/item/232-wachstum-nachhaltigkeit-und-allmende-teil-1-grundlagen-ernst-peter-fischer.

Video ansehen

Weitere Informationen

  • Schwierigkeitsgrad: - Leicht
  • Dauer (min.): 26
  • Format/Stil: Gastbeitrag
  • Grundlagen: Natur/ Nachhaltigkeit

Personen in dieser Konversation

  • Sehr geehrter Herr Fischer,

    Auch hier einige Gedanken von mir.
    1.) Zu ihrem Aufruf die Natur romantisch zu leben. Richtig, das wäre ein guter Weg, dann liebt man sie auch und ist bereit sie zu erhalten.
    Rudolf Bahro, durch den ich mit zur Philosophie gekommen bin ('Die Alternative' eine Kritik des realen Sozialismus), dann vom Westen freigekauft und Mitbegründer der 'Grünen' sagte einmal fast resignativ: Die Beherrschung der Natur ist ihre Abschaffung.

    Also, von einigen wird der von Ihnen vorgeschlagene Weg auch gegangen, aber ich denke das sind Minderheiten.
    Dagegen steht die brachiale Gewalt mit der sich die Urbanisierung durch die Welt frisst.
    Die Bildung von immer mehr Millionenstädten, in China entsteht bspw. gerade ein industrieller Ballungsraum von 300 Mio Menschen, (die Chinesen hatten ja vor vielen Jahrhunderten schon die erste Millionenstadt, und sind dann bald nicht mehr weit von der ersten Milliardenstadt).

    Und was weiss so ein Mensch noch von der Natur? Der all-inclusiv-Urlaub bringt sie ihm auch nicht näher ... Was interessiert sie ihn noch?
    Vielleicht genügt ihm ja die Naturserie im 60"-TV, und ob die dann real gefilmt oder im 3D-Programm gerendert ist, unter dem Formatslogan 'Unsere Erde früher' juckt ihn dann auch nicht mehr ....

    2.) Zu Ihrer Kritik der Rationalität, der Vernunft. Man muss m.E.n. die Vernunft analysieren und dann unterscheiden.
    Popper hat bspw. unterschieden in Vernunft als Handlungsstrang und Vernunft als Prinzip.
    Noch besser gefällt mit der Ansatz von Horkheimer in 'Kritik der instrumentellen Vernunft'.

    Was ist denn nun instrumentelle Vernunft? Meine Definition lautet, die Doppelnatur des Menschen eingerechnet, und Freuds Hinweis dass wir nicht Herr im eigenen Haus sind, (3.narzisstische Kränkung) so:

    Instrumentelle Vernunft ist derjenige Teil der Vernunfterkenntnis, der sich widerspruchsfrei unter die Strebungen des 'Es' subsumieren lässt.

    (Goethe im Faust: er nennts Vernunft und brauchts allein, nur tierischer als jedes Tier zu sein :-) )

    Kritik gebührt also m.E.n. der instrumentellen Vernunft, nicht der Vernunft an sich, denn wir verstehen ja alle die Probleme, nur das 'Es' zwingt uns, oder zumindest die Mehrheit dieser Spezies, all dieses Wissen was eben über die instrumentelle Vernunft hinausgeht zu ignorieren... o.s.ä.


    mvg Philzer