01.03.2017
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7 erdähnliche Planeten um TRAPPIST-1 | Neues aus dem Universum | Josef M. Gaßner

Am 22. Februar 2017 publizierten Michael Gillon und Kollegen vier neue Exoplaneten im System TRAPPIST-1. Die Nasa hielt eigens eine Pressekonferenz zu den nunmehr sieben Planetenkandidaten um den roten Zwergstern in knapp 40 Lichtjahren Entfernung. Josef M. Gaßner erläutert die Daten anhand der Originalpublikation (Nature).

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Personen in dieser Konversation

  • Farmsen - Berne, Hamburg, Germany

    Hallo Dr. Gaßner, leider schreibe ich nicht von Trappist-1, aber trotzdem war diese Video außerordentlich interessant.

  • Sander Deichweg 7, 21037 Hamburg, Germany

    Hochgradig interessant dieser Vergleich von Originalpublikation und der Darstellung in den Medien, bitte mehr davon

  • Gast - M

    Hallo Herr Gassner,

    vielen Dank fur diesen sehr informativen Vortrag.
    Die Planeten wurden also mit der bereits bekannten Methode, durch verdunkelung der sterneneinstrahlung, gefunden. Das heisst also, dass das System Trapist1 in einem für uns günstigem Winkel aufgebaut ist, so dass die Planeten auf ihren Bahnen genau zwischen uns und dem Stern vorbeifliegen.
    Was ich noch nicht ganz verstehe, ist: wenn ich das ganze richtig verstanden habe, dann kannte man bereits, dass es sich um ein System mit min. 3 Planeten handelt. Wieso ist man sich nun sicher, dass dort 6-7 Planeten unterwegs sind? Wenn es sich dabei um eine längere beobachtungsperiode handelt, kann man dann davon ausgehen, dass bald auch andere "neue" Planeten in anderen Sternensystemen durch längere Beobachtungen und genauere Datenauswertungen gefunden werden können?

    Bei der Sache mit der künstlerischen Darstellung muss ich mich meinem Vorschreiber, Sir Toby, anschliessen. Es müsste (hoffentlich) jedem klar sein, dass es sich nicht um die genaue Darstellung der Realität handelt. Trotzdem sind die Bilder wunderschön und vielleicht begeistern solche Darstellungen/Vorstellungen mehr Menschen und wecken ihr Interesse sich mit solchen Themen auseinander zu setzen.

    Nochmal vielen herzlichen Dank für den Vortrag und viele Grüße,
    M.

  • Trappist-1f an Erde --- Trappist-1f an Erde --- ;-)

    Sehr geehrter Herr Gaßner,

    herzlichen Dank für Ihren ganz persönlichen Beitrag zum aktuellen "(Exo-)Planeten-Hype" um Trappist-1, dem auch ich offengestanden etwas erlegen bin !
    Als wissenschaftlich interessierter (und vorgebildeter) Mensch habe ich den Vortrag mit großem Interesse verfolgt und kann Ihnen in den meisten Punkten zustimmen.

    Dennoch sind mir zwei Details Ihrer Präsentation aufgefallen, die ich gerne ansprechen bzw. kommentieren möchte:

    1. Die künstlerische Darstellungen ferner Welten (Exoplaneten).

    Selbstverständlich entbehren diese Darstellungen jeder naturwissenschaftlichen Grundlage.
    Meiner Ansicht nach können/dürfen die Motive aber nicht aus dieser Perspektive betrachtet werden.
    Diese Werke sind eher als Ausdruck einer "Suche" oder "Sehnsucht" zu werten.
    Es ist ganz offensichtlich der Versuch, sich ferne Welten und Exoplaneten jenseits nüchterner Zahlen und Formeln vorzustellen.
    Ich würde in diesem Zusammenhang auch eher von "Traumbildern" sprechen.

    Und als solche, üben die dargestellen Szenerien durchaus einen gewissen "Reiz" aus...

    Kleine Randbemerkung:
    Vor knapp 40 Jahren schenkte mir meine Großmutter ein dickes, historisches "Natur-Lexikon".
    Das erste Kapitel zeigte (aufwändig gestaltete) künstlerische Darstellungen der Ur-Erde.
    Welch' ungeheuerliche Welten taten sich da vor meinen Kinderaugen auf !
    Brodelnde Vulkane, Meteoriten-Schauer, Ur-Meere voller exotischer Kreaturen...

    Dies war der Tag an dem ich beschloß, jene "Welten" erforschen zu wollen.

    ... Einen Traum, den ich heute noch lebe !



    2. Ich halte die "Entdeckung" des Trappist-1 Systems durchaus für eine erwähnenswerte und herausragende (technologische) Leistung!

    Dies klang nach Ihren Ausführungen deutlich verhaltener/nüchterner.

    Auch wenn inzwischen rund 3500 Exoplaneten (mehr oder minder) bestätigt wurden.
    Wir reden hier immerhin von einem 40 LJ entfernten Sonnen-/ bzw. Planetensystem.

    Ich habe mir erlaubt, kurz nachzurechnen.
    (Wenn ich mich Ihrem Anschauungs-Objekt der "Orange" bedienen darf ;-)

    Wenn wir uns die Sonne in Form einer 7cm großen Orange denken,
    dann hat Trappist-1 ungefähr die Größe einer Erbse in 19 000 Km Entfernung.
    Dies entspricht ziemlich exakt der direkten Verbindung/Luftlinie London-Christchurch (Neuseeland) !

    Nun "beobachten" wir, wie 7 (6) Staubkörnchen das Licht unserer Erbse für einen kurzen Moment
    dimmen... WoooW !!!

    Wenn ich mir weiterhin vorstelle, daß wir möglicherweise kurz davor stehen, die Atmosphäre dieser "Staubpartikel" zu analysieren... Wohlgemerkt aus 19 000 Km Entfernung...

    Spätestens in diesem Momenten "erfasst" mich die Ehrfurcht vor den Errungenschaften und Möglichkeiten der modernen Naturwissenschaften (in diesem Fall der Physik).

    Wenn es die Menschheit auf anderen Gebieten (auch nur ansatzweise) so weit gebracht hätte...

    ... wie stünde es wohl um unsere gemeinsame Zukunft und unsere Heimat,

    einem kleinen blauen Planeten,
    einer durchschnittlichen Sonne
    am Rande einer gewöhnlichen Spiralgalaxie
    irgendwo in den unendlichen Weiten des Universums ?

    In diesem Sinne... Lasst uns wieder mehr Staunen und Träumen !


    Sir Toby