29.04.2017
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Die Entstehung unseres Sonnensystems (3/3) • Live im Hörsaal | Harald Lesch

Hier Teil 3 Vortrag von Harald Lesch: Die Frage nach der Entstehung der Erde und des Sonnensystems hat die Menschheit seit Urzeiten beschäftigt. Im Vortrag wird diese im Licht der Erkenntnisse der modernen Wissenschaften beleuchtet. Dabei wird anschaulich erläutert, woher die Urbausteine des Sonnensystems stammen und wie sich aus einer ausgedehnten Wolke aus Gasen und Sternenstaub die Sonne und ihre Planeten entwickeln konnten. Wertvolle Informationen über die Vorgänge im frühen Sonnensystem und den Beginn der Planetenentstehung stammen aus der Analyse von Meteoriten, deren ursprüngliche Zusammensetzung über mehr als 4,5 Milliarden Jahre weitgehend erhalten geblieben ist. Behandelt wird auch, welche Rollen ein möglicher naher Vorbeiflug eines Nachbarsterns wenige Millionen Jahre nach der Bildung des Sonnensystems und Migrationsbewegungen der großen Planeten bei dessen früher Entwicklung gespielt haben.

Die Vortragsreihe Faszinierendes Weltall wird ausgerichtet vom Förderkreis Planetarium Göttingen, der VHS-Göttingen und der Universität Göttingen: http://www.planetarium-goettingen.de/
Teil 3 des Vortrages folgt am Freitag, 21:00 Uhr.

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Weitere Informationen

  • Schwierigkeitsgrad: - Leicht
  • Dauer (min.): 29
  • Format/Stil: Harald Lesch solo
  • Astronomie: Unser Sonnensystem

Personen in dieser Konversation

  • Ei,ei,ei,ei - wieder die Frage aller Fragen - oder die Mutter aller Fragen!

    Ich möchte sie gar nicht wiederholen. Trotzdem wurmt mich daran etwas. Erst recht, wenn man die irgendwie „seltsame“ Reaktion von unserem Harry so live (ich meine im Video live) erlebt.
    Frag den Harry nach irgendwas, selbst nach dunkler Materie, dunkler Energie, Überlichtgeschwindigkeit, Multiversen usw. usw. – hat er eine schlagkräftige Antwort zur Hand – auch wenn man so richtig wissenschaftlich fundiert noch keine endgültige Antwort geben kann (OK, wir irren uns ja empor – verstanden.) bzw. es derzeit als unmöglich gesehen wird (Thema Überlichtgeschwindigkeit). Unser Harry hat eine feste Meinung und die vertritt er auch – alles gut – alles fein. Interessanterweise fängt er bei der Mutter aller Fragen an zu baumeln. Früher sprach er gern von: Wissenschaft ist gottfrei! OK das sehe ich auch so – ansonsten würde ja Wissenschaft keinen Sinn machen. Wenn Gott es will, dass nichts schneller als Lichtgeschwindigkeit ist, dann Punkt – Ende der Diskussion. Würde man an diese Sache so „göttlich“ heran gehen, bräuchte man eh keine Wissenschaft zu betreiben, denn wenn Gott irgendwas nicht erkennbar für den Menschen machen will, dann kann er dies. Was dazu führt, dass man sich als Wissenschaftler getrost zurücklehnen kann und die Klärung offener Fragen aufgibt, mit der Begründung ist halt so, weil Gott gewollt.
    Damit hat Gott in der Wissenschaft nichts zu suchen, weil eine Gottheit ad hoc wissenschaftlichen Fortschritt und Neuentdeckungen blockieren würde.
    So weit so gut. Trotzdem lässt unser Harry die Beantwortung der Frage offen und kontert mit einer Metonymie. Als evangelischer Christ muss er quasi an Gott glauben. Ein Physiker „glaubt“ ja auch Physik ansonsten würde er sich selbst ad absurdum führen. Im Umkehrschluss müsste es daher einen Gott geben, sonst wäre ja der evangelische Christ ein Gläubiger ohne Gott. Verständlich, dass damit die Frage, wo Gott denn ist, immer und immer wieder aufkommt. Irgendwann früher hatte unser Harry mal erklärt, dass man bisher keinen Gott gefunden hätte, weder im Großen noch im Kleinsten. Mal hat er sich (Astromonen) für als „nicht zuständig“ erklärt. Bleibt trotzdem die Frage offen – was ist nun mit Gott? Oder steckt hinter Gott viel mehr als man öffentlich sagen darf? Vielleicht doch irgendein Geheimbund? Ein Vertrag der Wissenschaft mit der Kirche? (mit dem Kernpunkt: Wir (Kirche) lassen euch Wissenschaftler Wissenschaft machen, nur lasst unseren Gott außen vor, dafür erhaltet ihr (Wissenschaftler) durch uns (Kirche) Reputation und Finanzierung.
    Haltet Ihr euch (Wissenschaftler) nicht daran, werdet ihr (Wissenschaftler) demontiert/diffamiert – die Zeiten mit Ketzerverbrennung - denke ich – hätten wir hinter uns, aber man weiß ja nie.)
    Ich kenne solche ungeschriebenen Gesetze noch aus DDR-Zeiten, wo gläubige Christen nur wegen ihres Glaubens diffamiert wurden. Kann mir daher gut vorstellen, das nichtgläubige Menschen in einer von christlichen Werten geprägten Gesellschaft (konkret Wissenschaft) ebenfalls bei Leugnung christlicher Fundamentalwerte diffamiert werden. Spräche sich Harry öffentlich gegen eine Gottvorstellung aus, dann wäre es wohl sein Abstieg…

    Andererseits gibt es wohl auf Grund der aktuellen Kenntnislage weder einen beweisbaren Pro– noch Kontrabeleg für Gott. Vielleicht ist das die Crux der Sache! Lassen wir die Sache mit Gott einfach ein bisschen am Köcheln, nur nicht anbrennen und nicht überkochen, dann ist alles im Lot.

    Am Rande von mir bemerkt (wir sind ja hier unter uns): Wenn man Gott schon nicht im allerkleinsten des allerkleinsten gefunden hat (Elementarteilchen), dann könnte er/sie (Gott ist ja genderless!) nur hinter unserem beobachtbaren Erkenntnishorizont stecken!
    Machen wir es doch wie die Menschen seit Jahrtausenden: Zuerst waren die Götter unter uns (diese Ansicht hielt nicht lange, auch wenn einige heute noch denken ein Gott zu sein), dann lebten die Götter in den höchsten Bäumen (bis halt der erste höchste Baum umfiel und kein Gott dort gefunden wurde), danach lebten die Götter auf den höchsten Bergen (bis die ersten Erklimmer dort auch keinen Gott fanden), dann hoch in den Wolken (bis dies durch Fernrohre und Beobachtungen nicht feststellbar war), dann irgendwo außerhalb unseres Sonnensystems und jetzt schlussendlich außerhalb unseres Universums. Wenn wir eh nicht den Blick aus unserem Universum heraus realisieren können, ist Gott dort am besten aufgehoben und vermutlich für lange lange Zeit nicht findbar. Somit ist die Frage nach Gott aus meiner Sicht (fast) nie klärbar und beide Seiten Wissenschaft wie Kirche hätten ihren Seelenfrieden.
    Bleibt nur die Frage, welchen Sinn dann eigentlich noch Wissenschaft hat, wenn es Gott gibt?
    Wäre ich Wissenschaftler, würde ich schier wahnsinnig, wenn ich ein Experiment durchführte und ich eigentlich im Hinterkopf weiß, dass es irgendeinen gibt, der heimlich von außerhalb an den Parametern und Messgeräten dreht. Einer der stetig zum Beispiel das Vakuum umrührt und umwälzt und damit für „spukhafte“ Effekte sorgt , der mit den kleinsten Elementarteilchen Ping-Pong spielt oder an den Gravitationswellen zupft wie ein Gitarrenspieler. Welch ein Horror!

    Ich glaube irgendwann muss sich unser Harry mal eine neue richtig gute Antwort zur Mutter aller Fragen einfallen lassen. Ansonsten wird das zu einer Dauer(lach-)nummer!

    Schönes Wochenende an alle!

    Und natürlich schönen 51. ?