04.10.2017
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Wann werden wir den ersten Menschen beamen? • Faktencheck | Andreas Müller

Die Teleportation von Menschen ist seit den Star-Trek-Serien fester Bestandteil der Science-Fiction. Andreas Müller erläutert die technischen Herausforderungen. Wann werden wir den ersten Menschen beamen? Faktencheck!

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Weitere Informationen

  • Schwierigkeitsgrad: - Leicht
  • Dauer (min.): 18
  • Format/Stil: Live-Vortrag, Andreas Müller solo
  • Naturphilosophie: Naturgesetze
  • Serien: Faktencheck

Personen in dieser Konversation

  • Ich denke, Herr Müller wollte anhand einer einfachen aber einleuchtenden Rechnung einem breiten Publikum die Unmöglichkeit des Beamens, vor Augen halten. Mithilfe dieser "Milchmädchen-Rechnung", die einem ausgebildeten Naturwissenschaftler, vielleicht lächerlich vorkommt, weil sie eben nur ein grober Überschlag ist (wie Herr Müller es selbst andeutet), ist es ihm aber gewiss gelungen, die weniger streng naturwissenschaftlich geprägten Anhänger zum Nachdenken anzuregen (auch mich persönlich). Die "Verwandlung" von Masse in Energie (hier Information, wenn ich richtig verstanden habe) ist wohl theoretisch möglich, findet aber ihre Grenze an größeren Massen bzw. komplexen Strukturen. Das Beamen eines ganzen Menschen (und das passiert halt bei Startrek) fände schon bei der Umrechnung in Information seine Grenze, da es keine ausreichend großen Speichermedien, Lesegeräte und Zusammensetzer gibt. Das hatte ich vorher schon geahnt, aber erst jetzt richtig verstanden. Dafür danke ich Andreas Müller.
    Vielleicht ließe sich aber Beam-Technologie, wenn sie einmal fortgeschritten sei, auf weniger komplexe Strukturen anwenden oder mit anderen Technologien wie Informationstechnik oder Biotechnologie kombinieren, sodass der Wert des Beitrags einfach im freien Phantasieren oder kreativen Denken liegt.
    Jeder weiß, dass ein Mensch nicht durch die Telefonleitung passt und auch nicht durchs W-Lan von PC zu PC, oder? Seine Gedanken aber schon...
    Und: das menschliche Genom ist bereits entschlüsselt und somit unabhängig von seiner organischen Materie, dem Zellkern, transportierbar. Ein Bauplan zum Menschen lässt sich also doch schon in Informationseinheiten wie bits und bytes umrechnen und vielleicht in naher Zukunft auch an ungewöhnlichen Orten auf ungewöhnliche Weise zu einem Organismus synthetisieren...

  • Meinen herzlichsten Dank an "Olir"... Treffender kann man den Video-Beitrag nicht kommentieren.

    AUSRUFEZEICHEN

  • Liebes UWL Team – Protest!

    Man möge es mir nachsehen, aber in Anbetracht des aus meiner Sicht halbwissenschaftlichen Inhaltes dieses Beitrags, würde ich empfehlen diesen aus der Videoreihe zu entfernen. Er hat in dieser Art nichts inhaltlich/fachliches mit den anderen bisherigen wissenschaftlichen Beiträgen gemein.
    Solcher „Firlefanz“ aus der SciFi Ecke mit einigen (leider nur eigen halbherzigen) wissenschaftlichen Überlegungen darzubieten, diffamiert das Ansehen von Andreas Müller. Wer in dem Thema Gravitationswellen so tief und gut fundamentiert drinnen steckt, sollte sich bitte nicht so unüberlegt und schnell auf so eine aus meiner Sicht unseriöse Abhandlung zum Thema Beamen hinreißen lassen.
    OK es ist „nur“ ein Faktencheck – der aber an allen Ecken und Enden so nicht einfach stehen gelassen werden kann. Um zum Thema Beamen wirklich einigermaßen allumfassend einen wissenschaftlichen Faktencheck zu bringen, müssten alle Seiten des Beamens beleuchtet werden. Hierzu hat sich selbst unser „Harry“ im Rahmen von verschiedenen Beiträge (zum Beispiel in sci_xpert, Science vs. Fiction) aber auch andere wissenschaftliche Größen wie Prof. Michio Kaku u.a. positioniert.

    Was ich deshalb an diesem Beitrag so absonderlich finde ist die Quintessenz.
    Mal kurz Revue passieren lassen: Der Mensch besteht aus grob ca. 10 hoch 30 Byte (mal nur so über den Daumen) – das ist so viel, dass man dies zurzeit weder vernünftig speichern, noch verarbeiten noch transportieren/übertragen kann. O-Ton Andreas Müller, wenn man der Menschheit noch 100 Jahre gibt, könnte dies möglich sein. Heißt knall hart zusammengefasst, der Mensch ist in einen Haufen Bytes zerlegbar und wenn es der Menschheit gelingt diese Datenmenge zu verarbeiten/übertragen, dann funktioniert auch Beamen. Dies lapidare Schlussfolgerung (bei ca. 17:40 min.) wirft mich vom Hocker! Einem Menschen quasi auf einen Haufen Bytes zu reduzieren und das Beamen quasi nur (!) als Problem der Datenverarbeitung (und der eventuell notwendigen Energie) dargestellt zu wissen – absolut unwissenschaftlich – vielleicht für ein SciFi Forum ausreichend aber definitiv nicht für UWL.

    Und genau das letzte Wort in UWL – also „Leben“ wäre für einen Faktencheck eigentlich die wichtigere Basis. Sollte „Leben“ wirklich nur ein Datenverarbeitungsproblem - Menge, Geschwindigkeit und notwendige Energie sein? So einfach ist das aus meiner Sicht nicht.
    Wäre denn ein räumliches Objekt was aus Kohlenwasserstoffen, Eisen, Wasser, Spurenelementen usw. zusammengepappt wurde „lebensfähig“? Was passiert mit dem Geist des gebeamten Menschen? Reicht es hier obiges 1:1 wiederaufzubauen und schon ein der Mensch 1:1 fertig?

    Das Beamen reißt nicht nur quantenmechanisch-technische Fragen auf, sondern (und wohl eher vor allem) philosophische.

    Was passiert beim Beamen lebender Materie konkret eines Menschen? Je nach Prozessablaufgestaltung im groben folgendes (ohne Bewertung des technisch machbaren, ohne Biofilter und sonstige Verbesserungen):

    (1) Vollständiges „Quantenmechanisches“ Scannen des Menschen – entweder ad hoc alles oder abschnittsweiße ähnlich wie bei einem Büropapierkopierer.
    (2) Zwischenspeichern (Puffern) der Informationen (direkte Live Übertragung ist zu verwerfen, Gründe folgen)
    (3) Ist der Mensch komplett gescannt, „Auflösen“ des Menschen
    (4) Abtransport der Pufferdaten und Senden an den Zielort.
    (5) Aufbau der Materie/Menschen am Zielort (Rematerialisierung)

    Fragen/Probleme:
    Das Auflösen des Menschen im Punkt (3) kommt einem Töten gleich, da der Mensch ja vermutlich noch bis zu Letzt leben muss.
    Der Mensch muss daher auch für eine kurze Zeit wirklich tot sein, denn er liegt für kurze Zeit nur noch als tote Materie in Form von Bytes vor (Puffer).
    Am Zielort wird der Mensch aus toter Materie wiederaufgebaut. OK hier kann man sich streiten, ob es einfacher ist, die Materie von der Auflösung zum Zielort zu transportieren und dort wieder zusammen zu bauen oder ob man Materie vor Ort verwendet. Fakt bleibt aber eines der Mensch wird am Zielort neu erschaffen aus „Grundbausteinen“. Er wird daher im engeren Sinne neu geboren (muss er ja, weil er aus Daten des Puffers erzeugt wurde). Hieraus ergeben sich die nächsten Probleme: Was dort neu erstellt wurde ist im engeren Sinne ein „Replikat“ und nicht mehr das Original (Blade Runner lässt grüßen). Welche philosophischen Konsequenzen das generell aufwirft will ich gar nicht erst anreißen (nur mal für lau eine Kostprobe: Ist der Beamer dann quasi der „Schöpfer“, weil er Menschen aus toter Materie erschafft?). Philosophisch noch schlimmer wird es, wenn der Mensch am Zielort mit dort vorhandener Materie wiederaufgebaut wird und nicht mit den verschossenen „Original“-Teilchen. Wobei hier generell der Widerspruch entsteht, wenn ich den Mensch nur in Bytes verarbeitet habe, wo die Originalteilchen eigentlich verbleiben?
    An dieser Stelle fällt mir zudem noch ein üblicher IT-Trick ein, Datenmengen zu reduzieren – die Deduplizierung. Mit diesem Trick gelingt es selbst mir auf einen Datenspeicher von physikalisch 5 TB eine logisch Datenmenge von ca. 90 TB (Mischdaten) vorzuhalten.
    Skaliert man dies hoch - nur so zum Spasss: Wenn der Mensch (Masse ca. 70 kg) ca. 7*10 hoch 27 Atome H2O Moleküle enthält (https://elearning.physik.uni-frankfurt.de/data/FB13-PhysikOnline/lm_data/lm_282/auto/kap09/cd236b.htm) dann speichert man in der IT nicht 7*10 hoch 27 Atome H2O Moleküle, sondern das Molekül nur 1 x und verweist darauf, dass es 7*10 hoch 27 Mal vorkommt. Bricht man die jetzt auf die anderen Arten von Atom herunter, so ist die pure Datenmenge in Bytes beileibe nicht mehr so hoch wie in plumpen Darstellung von Andreas Müller.
    Nur leider reicht es nicht einfach alle Atome im Menschen zu inventarisieren. Das ist nicht der Mensch an sich. Denn wenn es so einfach wäre, dann wären alle Menschen gleich um dem ist in der Praxis nicht so. Ohje der gute Heisenberg dreht sich gerade im Grabe um!

    Man könnte jetzt sogar noch weiterspinnen und sagen, wenn der Mensch einmal im Musterpuffer ist, könnte man beliebig viele 1:1 Kopien erstellen. Der Bauplan liegt ja vor. Noch philosophischer gefragt, ist die Byte Kopie eines Menschen dann selbst noch das Leben?
    Muss sie ja, denn woher sollte das Leben der rematerialisierten Person sonst herkommen. Vor „außen“ darf das Leben nicht kommen, denn dann wäre es nicht der 1:1 Mensch, sondern irgendein anderer.
    Warum komplette Zwischenspeicherung? Dies muss sein, da bei einer Rematerialisierung stetig mit der Original verglichen werden muss um Fehler durch Fremdeinwirkung zu korrigieren.
    So ein gebeamtes Teilchen kann ja problemlos durch EM Einflüsse abgelenkt/verändert worden sein und müsste dann erneut versandt werden. Anderenfalls hätte der gebeamte Mensch eventuell irgendwo „Lücken“ oder Fehler.
    Die Rematerialisierung auf einem Planeten selbst ist technisch fast die gleiche (Lach)-Nummer wie das Lichtschwert aus Star Wars. Was passiert, wenn man aus einer Quelle ein Photon absendet/abschießt? Ja es endet genau nach 1 Meter Entfernung - oder dreht es dort eventuell um und fliegt zurück zur Quelle um dort erneut versendet zu werden? Was passiert beim Beamen, wenn ich die angenommenen Eisenatome auf einen fremden Planten hin schieße (beame) um exakt in 1,6 m Höhe als rechtes Ohr zu materialisieren? Aus technischer Sicht komme ich keine Materialisierung in purer Atmosphäre nur mit ein paar los geschossenen Teilchen hin. Woher sollte so ein Eisenatom die Kenntnis/Wissen erhalten, genau am gewünschten Ort anzuhalten und auf die anderen Teilchen zu warten um sich mit diesen zu verbinden? Hier wäre immer eine Empfangseinheit notwendig, die eine Art Matrix aufbaut, in der die Teilchen entweder aufgefangen werden oder der Mensch aus vorhandenen Teilchen zusammengesetzt wird. Die Empfangseinheit wäre ebenfalls erforderlich um die Fehlerkorrektur bei verfälschtem Signal durchzuführen. Denn woher sollte so ein Eisenatom, wenn es denn schon am richtigen Platz angekommen wäre wissen, ob es unterwegs nicht verändert wurde und selbst wenn es dies erkennen könnte, wie sollte es der Versendeeinheit eine Rückmeldung geben?
    Ok ich räume ein, an dieser Stelle könne man die Quantenverschränkung benutzen. Wenn es sich denn herausstellen sollte, dass es sich bei verschränkten Teilchen nicht um zwei verschiedene, sondern immer um das gleiche Teilchen nur an verschiedenen „Beobachtungs“-Orten handelt, dann hätte man dies eventuell sogar mit Bravur geklärt. Trotzdem möge ich den Quanten die Intelligenz abstreiten an einem vereinbarten Treffpunkt auf die anderen verschränkten Teilchen zu warten – sprich ohne Empfangseinheit sehe ich trotzdem keine Chance am Zielort zu rematerialisieren.

    Ganz bewusst habe ich in obigen Gedanken das Thema „Heisenberg Kompensator“ außer Acht gelassen. So ein Eisenatom beamen ist eine feine Sache, doch wenn man nicht mal den Aufenthaltsort respektive des räumlichen Bewegungsvektors von einem der bekanntesten Elementarteilen dem Elektron dingfest machen kann, dann kann ich nicht beamen! Es reicht definitiv nicht aus einfach nur mal 26 Elektronen anzunehmen, denn vermutlich genau diese extreme hohe Feinabstimmung wo jedes Elementarteilchen sich gerade aufhält scheint ein essenzieller Baustein des Lebens zu sein.

    Ob es jemals gelingt aus der Ferne Materie zu einer gezielten Selbstorganisation zu überführen, dies eventuell mit Licht- oder gar Überlichtgeschwindigkeit, eventuell Quanten über diese Entfernungen sich mit Gegenstücken zu verschränken (Tunnel durch die Vakuumquantenfluktuation) ist noch utopischer.

    Sicherlich könnte ich hier noch dutzende ungeklärte Aspekte des Beamens ausführen- vielleicht hätte sich Einstein zum Beamen so geäußert: „Wenn es Menschen gelingt mit Überlichtgeschwindigkeit zu reisen, dann könnte man überlegen ob Beamen funktioniert!“

    Aus meiner persönlichen praktischen Sicht kann man nur folgende Dinge aus dem Beamen ableiten:

    Praktisch ist es gar nicht notwendig einen Menschen auf physikalischer Ebene von Ort zu Ort zu beamen. Viel zu aufwendig, zu gefährlich und moralisch kritisch. Da aus meiner technischen Sicht der Dinge am Zielort immer eine Gegenstelle vorhanden sein muss (siehe oben), erscheint es sinnvoller und in allen Belangen unkritischer auf das Avatarprinzip zu bauen. Ganz gleich ob Gegenstelle oder Bot – es muss erst einmal was zur Gegenseite versandt werden. Ein Bot (aussehen primär egal) der mit (fast) allen menschlichen Sinnen ausgestattet ist und direkt über Gehirnimplantate mit seinem Menschen kommunizieren kann wäre der ideale Part. Der Bot wäre dann „Auge und Ohr“ des Menschen. Der Mensch steuert und erhält direktes Feedback. Klar klingt nicht so toll wie Beamen aber praktisch wohl deutlich einfacher zu realisieren.

    Daher meine eindringliche Bitte, keine Beiträge auf so menschlich degradierendem Niveau veröffentlichen! Der Mensch ist kein Ding was man in Byte ausdrücken kann und damit ist Beamen nicht an erster Stelle irgendein technisches Problem, was vielleicht in 100 Jahren zu lösen ist. Ich halte solche Aussagen mit wissenschaftlichen Anschein nicht nur für absolut unseriös, sondern auch philosophisch untragbar.

    Hinweis: Mein Kommentar war nicht wissenschaftlichen Charakters ;-)