04.04.2018
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Funktionsweise eines Fusionsreaktors • Tokamak vs. Stellarator • Kommentarcheck | Hartmut Zohm

Hartmut Zohm, Leiter des Bereichs Tokamak-Szenario-Entwicklung, beantwortet Fragen zu den Themen: Funktionsweise eines Fusionsreaktors und Tokamak vs. Stellarator aus seinen Vorträgen im ersten Kommentarcheck.

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Weitere Informationen

  • Schwierigkeitsgrad: - Leicht
  • Dauer (min.): 14
  • Format/Stil: Interview
  • Grundlagen: Plasmaphysik/ Kernfusion, Natur/ Nachhaltigkeit
  • Serien: Kommentarcheck

Personen in dieser Konversation

  • Letztlich ist eine Fusionskraftwerk nur ein Wärmekraftwerk mit 30-40% Wirkungsgrad. Man braucht also zum Kühlen einen Fluß oder man jagt viel Wasserdampf in die Luft, was ja vor CO2 das Treibhausgas Nr. 1 ist. Können wir auf der Erde Energie im Übermaß überhaupt aushalten? Nach der Frage "Woher mit der Energie?" kommt zwangsläufig die Frage "Wohin mit der Energie?" Lokale Aufheizungen um Enegiezentren sind doch auch nicht lustig.

  • Hallo UWudL.de-Team,

    Prof. Dr. Hartmut Zohm ist immer eine Empfehlung! Ich hatte schon mehrfach seine besonnene und ruhige Art gelobt.

    Gern würde ich für eine 2. Fragerunde meine Fragen aus dem Kommentar #508 wiederholen:

    (1)
    Was für mich bei aller Hightech hinter dem ganzen Thema Energieerzeugung (konkret Fusion) immer und immer wieder verwundert, ist der Fakt: Warum muss man mit so einem riesigen komplexen Aufwand Wasser warm machen um es dann als Wasserdampf o.ä. Turbinen antreiben zu lassen, die dann Strom erzeugen? Ich fahre doch auch nicht erst mit dem Auto fünf Kilometer in den nächsten Ort um dort meine Schuhe zu holen, fahre dann zurück nach Hause um mit meinen geholten Schuhe 5 Meter zu meinem Garten zu laufen (und dies jedes Mal wenn ich in den Garten gehe). Warum kann man denn nicht die Fusionsenergie oder die Elementarteilchenenergie allgemein nicht irgendwie anders - direkter - am besten direkt als Spannung (bewegte Elektronen) herausholen? Gelingt es nicht durch Kern/Elementarteilchenprozesse eine Art massiven Elektronenüberschuss zu erzeugen, der als Nutzen direkt abgegriffen werden kann? Wäre nicht auch der fotoelektrischen Weg denkbar? Würde mich sehr interessieren, ob es dazu schon denkbare Ansätze gibt.

    (2) Wenn man jetzt "schon" weiß, dass der ITER eigentlich viel zu klein dimensioniert ist und damit lediglich nur ein etwas besseres Testgerät darstellt , warum wird er dann trotzdem so gebaut? (vermutlich sind die Planungsphasen auf internationaler Ebene so extrem langwierig?). Das sieht für mich so ein bisschen nach BER 2.0 aus.

    (3) Zum Stellarator Prinzip interessiert es mich nach wie vor brennend, wie und warum diese so komplexe Bauform "entdeckt" wurde. Ich als totaler Laie sehe hierin keine Anleihe aus einem vergleichbaren natürlichen Prinzip (besser gesagt - ich kenne keines). Kann man in einfachen Worten erklären, weshalb und warum genau ist diese verwundene Bauform quasi optimal. Nachfrage: Gäbe es denkbar noch ein besseres Prinzip, was technisch z.Z. nur noch nicht realisierbar ist?

    Danke an Prof. Dr. Hartmut Zohm!