18.10.2019
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Licht auf Umwegen - 100 Jahre Gravitationslinseneffekt • Live im Hörsaal | Jenny Wagner

Wie verhält sich Licht in der Nähe von großen Massen? Diese scheinbar einfache Frage beschäftigte die klügsten Köpfe über mehrere Jahrhunderte. Durch unermüdlichen Einsatz der Astronomen und modernste Technik gelang es erstmals während der Sonnenfinsternis am 29. Mai 1919, die Lichtablenkung im Gravitationsfeld der Sonne zu messen. Dies verhalf Albert Einstein zu großer Berühmtheit, denn er hatte den Einfluss der Gravitation auf Licht in Übereinstimmung mit diesen Beobachtungen korrekt vorhergesagt. Eine kurz(weilig)e Geschichte der Lichtablenkung, der unternommenen Expeditionsabenteuer, um diesen sogenannten Gravitationslinseneffekt zu beobachten, und der aktuellen Anwendungen des Effekts in der Kosmologie wird dieser Vortrag beleuchten - ganz ohne Umwege!

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Personen in dieser Konversation

  • Vielen Dank an Frau Wagner!

    Vorausschickend möchte ich mich maximal als "interessierten Laien" bezeichnen.
    Der Linseneffekt, also die Lichtablenkung, scheint mir sehr klein zu sein. Im Fall eines schwarzen Loches müssten also die Lichtstrahlen in grosser Entfernung vom Ereignishorizont abgelenkt werden.
    Wie aber werden die Lichtstrahlen abglenkt, die knapp am Ereignishorizont vorbeischrammen? Sollten sie beispielsweise bis 60° abgelenkt werden können, dann ist die "Brennweite" sehr kurz und es eröffnen sich seltsame Möglichkeiten:
    Wir sehen denselben Stern im Trichter von 60°, einmal direkt und einmal abgelenkt. Je nachdem, wieviele schwarze Löcher daran beteiligt sind, könnte derselbe Stern in vielen verschiedenen Richtungen wahrgenommen werden.
    Es ist ähnlich, wie wenn wir uns mit einer Kerze in einen Spiegelsaal begeben. Wir sehen unzählige Bilder derselben Kerze, aus verschiedenen Richtungen, in verschiedenen Distanzen. Statt den Spiegeln würden die schwarzen Löcher das Licht ablenken, und wir können weder die schwazen Löcher sehen (sofern sich nicht dahinter ein Stern befindet, welches einen Linseneffekt erzeugt) noch die Spiegel, sofern sie gut gereinigt sind.
    Könnte das möglich sein? Und wie käme man diesem Phänomen auf die Spur? Man kann ja nicht alle Sterne spektografisch vergleichen....
    Beste Grüsse Heiri