Willkommen, Gast
Benutzername: Passwort: Angemeldet bleiben:
  • Seite:
  • 1

THEMA:

Zwillingsparadoxon 16 02. 2020 12:42 #65301

Ich habe eine ganz einfache Frage zum Thema Zwillingsparadoxon:

Das Problem beim Zwillingsparadoxon liegt darin, dass der Beobachter auf der Erde eine Zeitdilatation im System des wegfliegenden Raumschiff misst, da es sich mit einer realtiven Geschwindigkeit vom Betrachter weg bewegt, das Raumschiff jedoch eine Zeitdilatation im System der Erde misst, da die Erde sich mit einer relativen Geschwindigkeit vom Raumschiff weg bewegt. Es gibt somit eine Symmetrie bei den beobachteten Phänomenen aus den jeweiligen Beobachterperspektiven. Wieso wird dann aber trotzdem ein Unterschied der vergangenen Zeit der beiden Beobachter, auf das sich auch Beide einigen, festgestellt nachdem sich Beide wieder treffen ? Eigentlich müssten beide doch vom jeweils anderen denken, dass der andere jünger ist als man selbst.
Es muss doch also irgendeinen Unterschied bei den beiden Beobachtersystemen geben, damit nicht bei beiden das Gleiche passiert. Es wird ja kein Bezugsystem bevorzugt.

Vielen Dank für Beantwortung der Frage im Vorraus.

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Verwandte Themen

Betreff des ThemasDatum des letzten Beitrages
ZwillingsparadoxonMittwoch, 19 August 2020
Raumzeitdiagramme & ZwillingsparadoxonSonntag, 17 Dezember 2017
Zwillingsparadoxon Film (16)Freitag, 17 April 2020
Zwillingsparadoxon Film (16)Montag, 11 Juni 2018
Frage zum ZwillingsparadoxonSamstag, 02 Februar 2019

Zwillingsparadoxon 16 02. 2020 12:55 #65304

Simon Schneider schrieb: Ich habe eine ganz einfache Frage zum Thema Zwillingsparadoxon:

Ja, das hatten wir schon öfters im Forum.

Der Unterschied der beiden liegt darin, dass der Reisende am Zielort umkehrt, also sein bisheriges IS verläßt (Beschleunigung a ≠ 0 oder t·a=Δv ≠ 0) und in ein andere IS gelangt, wo die Zeitunterschiede ganz anders sind. Dies ergibt sich aus der Uhrendesynchronisation und das kann man mittels der Uhrenresynchronisierung berechnen. Der Witz dabei ist, dass sich diese Uhrenresynchronisierung (bezogen auf die Entfernung) nur für die Sichtweise des beschleunigten Beobachter auswirkt.
Folgende Benutzer bedankten sich: Simon Schneider

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Zwillingsparadoxon 16 02. 2020 13:39 #65306

Aber werden nicht beide Systeme aus der jeweiligen anderen Sicht beschleunigt?

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Zwillingsparadoxon 16 02. 2020 14:15 #65309

Simon Schneider schrieb: Aber werden nicht beide Systeme aus der jeweiligen anderen Sicht beschleunigt?

Gute Frage. Hier genügt aber nicht die kinematische Sicht, sondern dies muss real ermittelt werden. (es spielt aber keine Rolle, ob die Beschleunigung spürbar ist.). Wie man es zuverlässig ermittelt, kommt auf die Situation an. Naja, durch Beobachtung der Uhrendesynchronisation eines fernen Objektes kann man es ablesen.

Ansonsten wird man bei einer Drehung (Wende) sehen, dass das was vorher durch die Frontscheibe zu sehen war nachher im Heckfenster erscheint. Es ist nämlich nicht nötig, zu bremsen, man kann auch mit gleichbleibender Geschwindigkeit wenden. Maßgeblich ist nur die (Änderung der) Komponente der Geschwindigkeit in Richtung des Objektes.
w = Δv¹·r¹/r
τΔ = γ·r·w/c² = γ·Δv¹·r¹/c²

Mit der SRT wird jedoch nicht beschrieben, was aktuell beobachtet wird, sondern das, was in der eigenen Gleichzeitigkeit stattfindet. Die Lichtlaufzeiten bleiben dabei unberücksichtigt.

Schau Dir zB diesen Thread an, dort habe ich auch ein Loedeldiagramm dazu erstellt.
www.uwudl.de/forum/5-allgemeine-relativi...n-film-16.html#35202
Folgende Benutzer bedankten sich: Simon Schneider

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Zwillingsparadoxon 16 02. 2020 14:46 #65312

Simon Schneider schrieb: Aber werden nicht beide Systeme aus der jeweiligen anderen Sicht beschleunigt?

Der Reisende wechselt seine Sicht unterwegs mindestens einmal.

Die Sicht aus dem Bezugssystem in das er bei seiner Rückreise wechselt ist und war von Anfang an eine andere als die in dem er gestartet ist.

Das heist, ein Beobachter der relativ zum "Rückreisebezugssystem" ruht sieht das für den Reisenden vom Start bis zum Wechsel in sein BS bereits viel weniger Zeit vergangen ist als für ihn selber oder auf der Erde. Denn aus seiner Sicht bewegte sich der Reisende sogar schneller als die Erde auf ihn zu.

Der Symmetriebruch liegt im Wechsel des Bezugssystems des Reisenden.

assume good faith
Folgende Benutzer bedankten sich: Simon Schneider

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

assume good faith

Zwillingsparadoxon 16 02. 2020 15:35 #65316

Einen Merksatz dazu, den ich bei solchen Fragen gerne mal poste.
Quelle : www.quantenwelt.de/faq/zwillingsparadoxon.html

Wenn zwei Reisende sich zwei Mal treffen, dann ist zwischen den beiden Treffen für den Reisenden die meiste Zeit vergangen, der die Strecke zwischen den Treffpunkten mit den wenigsten Umwegen und den geringsten Geschwindigkeitsänderungen zurückgelegt hat.



Man kann es auch so ausdrücken:
Der Zwilling, welcher unter größerem Energieaufwand die größten Umwege im Raum (also von seiner natürlichen Geodäten) zwischen den beiden Begegnungen am weitesten abweicht, wird bei der zweiten Begegnung am wenigsten gealtert sein.

Gene brauchen Vielfalt und der Grips auch

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Gene brauchen Vielfalt und der Grips auch

Zwillingsparadoxon 21 02. 2020 09:12 #65555

Simon Schneider schrieb: Es muss doch also irgendeinen Unterschied bei den beiden Beobachtersystemen geben, damit nicht bei beiden das Gleiche passiert. Es wird ja kein Bezugsystem bevorzugt..

Innerhalb der speziellen Relativitätstheorie (SRT) werden beschleunigte Beobachter (also welche, die Richtung und/oder Geschwindigkeit ändern) eigentlich nicht betrachtet.

Damit sind es drei Bezugssysteme:
  1. Der Beobachter, der zuhause bleibt.
  2. Der Beobachter, der die Erde verlässt.
  3. Der Beobachter, der auf der Erde am Ende ankommt.

Im einfachsten Fall begegnen sich der zweite und der dritte und synchronisieren ihre Uhren. Oder die beiden sind identisch, d.h. da wechselt jemand (mit unendlicher Beschleunigung ;) ) das Bezugssystem.

Oder aber der "Reisende" beschleunigt irgendwo - dann kann man die Allgemeine Relativitätstheorie (ART) ins Spiel bringen. Aber auch wen man jetzt bei der Beschreibung "innerhalb der SRT" bleibt, ist klar, dass ein Inertialbeobachter und ein beschleunigter Beobachter nicht gleichwertig sind.

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Zwillingsparadoxon 21 02. 2020 23:44 #65587

helmut-wk schrieb: Innerhalb der speziellen Relativitätstheorie (SRT) werden beschleunigte Beobachter (also welche, die Richtung und/oder Geschwindigkeit ändern) eigentlich nicht betrachtet.


Das ist so nicht richtig. Die SRT kann problemlos auch mit Beschleunigungen umgehen, und das wird auch häufig gemacht. Und das wurde hier im Forum auch schon einige Male detailliert erklärt, von daher an dieser Stelle nur ein kurzes Zitat: „In infinitesimalen Zeitabständen ist immer ein Inertialsystem vorhanden, das augenblicklich dieselbe Geschwindigkeit wie der beschleunigte Körper hat, und in welchem die Lorentz-Transformation gültig ist.“ (wiki)

Ausführlich im Forum (suchen) oder hier (wiki): Beschleunigung (Spezielle Relativitätstheorie)

Unabhängig davon ist die Beschleunigung für das Zwillingsparadoxon natürlich in der Tat irrelevant. Das wurde hier ebenfalls schon häufiger erläutert und diskutiert.

The truth is often what we make of it; you heard what you wanted to hear, believed what you wanted to believe.

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

The truth is often what we make of it; you heard what you wanted to hear, believed what you wanted to believe.
  • Seite:
  • 1
Powered by Kunena Forum