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Zwillingsparadoxon reloaded – SRT Peter Kroll 20 11. 2020 20:21 #79344

Das hört sich alles sehr plausibel an.

Insbesondere der Hinweis darauf, dass der Symmetriebuch bei Wechsel des Inertialsystems entsteht erscheint zunächst einleuchtend.

Wenn ich jedoch weiter verallgemeinere und von den Zwillingen abstrahiere komme ich zu der Überlegung, dass das gesamte Universum in Bewegung ist.

Die Erde dreht sich um die Sonne, Die Sonne rotiert in der Milchstraße und unsere Galaxis bewegt sich aufgrund größerer graviativer Dimensionen.

Wenn wir jetzt die Relation unseres Planeten zu einem Planeten in der Andromeda Galaxie betrachten, der sich ebenfalls um seinen Stern bewegt und zusammen mit diesem Stern um das Zentrum der Andromeda Galaxis dreht und beide Galaxien bewegen sich aufeinander zu, ist klar, dass hier unterschiedliche Bezugssysteme mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten zu betrachten sind.

Nach wie vor gilt: bewegte Uhren gehen langsamer. Allerdings stellt sich mir die Frage, von welcher Seite die Symmetrie gebrochen wird, da beide Planeten permanent ihre Richtung ändern.

Wie ist diese Relativbewegung zu bewerten?

Gehen beide Uhren gleich schnell oder gibt es Unterschiede?

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Zwillingsparadoxon reloaded – SRT Peter Kroll 20 11. 2020 20:51 #79346

Jürgen schrieb: Nach wie vor gilt: bewegte Uhren gehen langsamer. Allerdings stellt sich mir die Frage, von welcher Seite die Symmetrie gebrochen wird, da beide Planeten permanent ihre Richtung ändern.

Dem liegt noch immer der Gedanke zugrunde man könnte einen absoluten Bezugspunkt definieren.
Dem Relativitätsprinzip nach ergibt die Frage keinen Sinn denn für jede mögliche Antwort lässt sich mindestens ein Koordinatensystem finden das genau dieser Antwort entspricht und beliebig viele die dem widersprechen.

Jürgen schrieb: Gehen beide Uhren gleich schnell oder gibt es Unterschiede?

Beide Uhren gehen gleich schnell.
Uhr A geht schneller als Uhr B.
Uhr B geht schneller als Uhr A.

Jede der drei Antworten ist richtig und Jede falsch. Es gilt das oben gesagte, es hängt vom Koordinatensystem ab welches man zur Beschreibung verwendet.
Jede Uhr zeigt ihre eigene Zeit an... aber das ist trivial.
...
Man könnte sich ja mal drei Raumschiffe vorstellen die mit konstanter Geschwindigkeit entlang der Kanten eines gleichseitigen Dreiecks fliegen.... Was wird wohl der Vergleich der Uhren untereinander zeigen?

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Zwillingsparadoxon reloaded – SRT Peter Kroll 20 11. 2020 21:59 #79347

Merilix schrieb: Dem liegt noch immer der Gedanke zugrunde man könnte einen absoluten Bezugspunkt definieren.
Dem Relativitätsprinzip nach ergibt die Frage keinen Sinn denn für jede mögliche Antwort lässt sich mindestens ein Koordinatensystem finden das genau dieser Antwort entspricht und beliebig viele die dem widersprechen.

Deshalb bin bin ich von den Zwillingen weggegangen zu den Planeten, die keine eigene Entscheidung treffen, sondern seit Anbeginn nur den Geodäten folgen.

Merilix schrieb:

Jürgen schrieb: Gehen beide Uhren gleich schnell oder gibt es Unterschiede?

Beide Uhren gehen gleich schnell.
Uhr A geht schneller als Uhr B.
Uhr B geht schneller als Uhr A.

Jede der drei Antworten ist richtig und Jede falsch. Es gilt das oben gesagte, es hängt vom Koordinatensystem ab welches man zur Beschreibung verwendet.

Es geht aber immer noch um Physik?

Gemeint ist natürlich:
die Uhr auf dem Planeten im Andromeda System betrachtet von der Erde aus und
die Uhr auf der Erde, betrachtet vom Planeten im Andromeda System aus.

Noch eine Frage dazu:
Wäre es möglich, bei entsprechender Auflösung der Teleskope aufgrund der durch die SRT bedingten Zeitdilatation eine geringfügige Abweichung bei der Beobachtung von Umlaufbahnen der Andromeda Galaxie zu den kepplerschen Gesetzen festzustellen? Oder bin ich da auch auf dem falschen Pfad?

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Zwillingsparadoxon reloaded – SRT Peter Kroll 21 11. 2020 00:03 #79349

Jürgen schrieb: Oder bin ich da auch auf dem falschen Pfad?


de.wikipedia.org/wiki/Zeitdilatation#Ver...C3%B6%C3%9Fenordnung

Die Geschwindigkeiten sind viel zu gering .

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Zwillingsparadoxon reloaded – SRT Peter Kroll 21 11. 2020 01:02 #79350

Jürgen schrieb: Es geht aber immer noch um Physik?

Ja, es geht um Physik. Einigkeit herrscht darüber welche Uhrzeiten zwei Uhren Beobachtern anzeigen wenn sich Uhren und Beobachter zur selben Zeit am am selben Ort befinden. Uneinigkeit herrscht darüber wie schnell jede der Uhren tickt; denn das hängt vom Bezugssystem des jeweiligen Beobachters ab.

Jürgen schrieb: Wäre es möglich, bei entsprechender Auflösung der Teleskope aufgrund der durch die SRT bedingten Zeitdilatation eine geringfügige Abweichung bei der Beobachtung von Umlaufbahnen der Andromeda Galaxie zu den kepplerschen Gesetzen festzustellen?

Gute Frage. Atome die strahlen sind ja gewissermaßen tickende Uhren. Nur wie will man relativistische Zeidilatation von Dopplereffekt trennen?

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Zwillingsparadoxon reloaded – SRT Peter Kroll 21 11. 2020 08:15 #79351

heinzendres schrieb:

Jürgen schrieb: Oder bin ich da auch auf dem falschen Pfad?


de.wikipedia.org/wiki/Zeitdilatation#Ver...C3%B6%C3%9Fenordnung

Die Geschwindigkeiten sind viel zu gering .


Meine Frage ging eigentlich dahin, ob es eine theoretische Möglichkeit zur Beobaxhtung solcher Phänomene gibt oder ob der Eeffekt durch einen anderen Effekt der SRT für den Beobachter kompensiert wird. Unabhängig von allen technischen Barrieren.

Merilix schrieb: Gute Frage. Atome die strahlen sind ja gewissermaßen tickende Uhren. Nur wie will man relativistische Zeidilatation von Dopplereffekt trennen?

Indem der Abstand und die Massen beider Objekte bestimmt werden und die Umlaufzeit mit dem Erwartungswert verglichen werden. Technisch vielleicht nicht machbar aber theoretisch denkbar.

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Zwillingsparadoxon reloaded – SRT Peter Kroll 21 11. 2020 08:56 #79352

Merilix schrieb:

Jürgen schrieb: Es geht aber immer noch um Physik?

Ja, es geht um Physik. Einigkeit herrscht darüber welche Uhrzeiten zwei Uhren Beobachtern anzeigen wenn sich Uhren und Beobachter zur selben Zeit am am selben Ort befinden. Uneinigkeit herrscht darüber wie schnell jede der Uhren tickt; denn das hängt vom Bezugssystem des jeweiligen Beobachters ab.

Ich folge mal dem Gedanken von Peter Kroll:

Angenommen es wird in unserer relativen Nähe eine Uhr in unserer Galaxie ausgesetzt, die exakt der Richtung und Geschwindigkeit des besagten Planeten in der Andromeda Galaxie folgt.
Diese Uhr gehört dann somit auch zum Bezugssystem dieses Planeten. Wir könnten also aufgrund der relativen Nähe einen Uhrenvergleich zwischen dem Bezugssystem Andromeda und dem Bezugssystem Milchstraße realisieren.
Eine Synchronisation ist nicht erforderlich.
Wir betrachten lediglich wie sich die Uhren jeweils zwischen zwei Zeitpunkten verändert haben.
Einmal von der Erde aus gesehen und einmal von der Uhr aus gesehen.

Sehen wir einen Unterschied aufgrund der Relativbewegung?
Wenn ja, müssen wir erklären, weshalb die Uhr mit geringerer Zeitdifferenz sich mehr bewegt hat als die andere.

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Zwillingsparadoxon reloaded – SRT Peter Kroll 21 11. 2020 10:19 #79354

Jürgen schrieb: Wie ist diese Relativbewegung zu bewerten?


Der gravitativ bedingte freie Fall entlang einer Geodäte ist mit einer Beschleunigung verbunden und damit ein Symmetriebruch wie jede andere Beschleunigung auch. Wir befinden uns hier im Regime der ART, die SRT gilt nur noch lokal. Die gesmte ART ist eine lokale Theorie. Das sprengt den Rahmen des ZP also ganz erheblich.

The truth is often what we make of it; you heard what you wanted to hear, believed what you wanted to believe.
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Zwillingsparadoxon reloaded – SRT Peter Kroll 21 11. 2020 11:59 #79356

Arrakai schrieb: Der gravitativ bedingte freie Fall entlang einer Geodäte ist mit einer Beschleunigung verbunden und damit ein Symmetriebruch wie jede andere Beschleunigung auch. Wir befinden uns hier im Regime der ART, die SRT gilt nur noch lokal. Die gesmte ART ist eine lokale Theorie. Das sprengt den Rahmen des ZP also ganz erheblich.

Hallo Arrakai,

danke, dass Du das zur Sprache bringst.

Denn ich habe bislang nicht verstanden, was der Symmetriebruch eigentlich in Bezug auf die Zeitdilatation bedeutet.

Heißt das, dass der Satz "bewegte Uhren gehen langsamer" nicht mehr gilt, wenn jemand auf das Gaspedal drückt?

Der Geschwindigkeitsunterschied besteht nach wie vor, auch wenn die Differenz variiert.

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Zwillingsparadoxon reloaded – SRT Peter Kroll 21 11. 2020 14:19 #79362

Jürgen schrieb: Gehen beide Uhren gleich schnell oder gibt es Unterschiede?

Abgesehen von den Antworten meiner Vorredner, insbesondere betreffend die Subjektivität der Zeit: Das könnte man natürlich bei genauer Analyse feststellen, es spielt aber global keine Rolle, da die Geschwindigkeiten ziemlich gering sind und Altersunterschiede ebenso unwichtig sind. Im Urknallmodell wird das Alter eines (mit Ausnahme der Expansion) unbeschleunigten Beobachters skizziert.

Bei der Rotverschiebung kommt es hingegen exakt auf diese Frage an, aber nur bezogen auf die momentane Situation, das exakte "subjektive Alter" des beobachteten Objektes ist egal.

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Zwillingsparadoxon reloaded – SRT Peter Kroll 21 11. 2020 15:02 #79366

ra-raisch schrieb: Abgesehen von den Antworten meiner Vorredner, insbesondere betreffend die Subjektivität der Zeit: Das könnte man natürlich bei genauer Analyse feststellen, es spielt aber global keine Rolle, da die Geschwindigkeiten ziemlich gering sind und Altersunterschiede ebenso unwichtig sind. Im Urknallmodell wird das Alter eines (mit Ausnahme der Expansion) unbeschleunigten Beobachters skizziert.

Bei der Rotverschiebung kommt es hingegen exakt auf diese Frage an, aber nur bezogen auf die momentane Situation, das exakte "subjektive Alter" des beobachteten Objektes ist egal.


Das war mir auch klar.

Allerdings bringt mich das bei dem Versuch die SRT zu verstehen nicht weiter.

Es geht mir nicht um das Alter des Universums.
Es geht mir um den Symmetriebruch.

Der Hinweis, dass der Wechsel des Bezugssystems den Symmetriebruch bewirkt, ist plausibel, solange ein Szenario wie beim Zwillingsparadoxon besteht.

Wenn ich das richtig verstanden habe, gibt es jedoch, bedingt durch Gravitation, keine gleichbleibenden Geschwindigkeiten. Der Wechsel des Bezugssystems und damit der Symmetriebruch ist damit permanent.

Die Frage, die ich damit verbinde, ist:
Was bedeutet das für Raum und Zeit?
Welche Auswirkungen hat die SRT bei real existierender Gravitation?

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Zwillingsparadoxon reloaded – SRT Peter Kroll 21 11. 2020 15:26 #79368

Jürgen schrieb: Der Wechsel des Bezugssystems und damit der Symmetriebruch ist damit permanent.

Das ist richtig,

Jürgen schrieb: Die Frage, die ich damit verbinde, ist:
Was bedeutet das für Raum und Zeit?
Welche Auswirkungen hat die SRT bei real existierender Gravitation?

Das kann man so allgemein nicht beantworten. Jeder Beobachter hat seine Zeit und seinen Raum. Und wie Du sagst, ändert sich dies bei jeder Beschleunigung.

Allerdings saldieren sich viele dieser Vorgänge, beispielsweise bei der Rotation. Die erlebte Zeitdilatation bleibt dann zwar erhalten, aber der Raum ist nach jeder Umdrehung wieder gleich.

Nehmen wir als Beispiel B im ZP, wenn er am Ziel ankommt (aber noch in Bewegung ist). Er empfindet, dass A jünger ist. Sobald B nun abbremst, stimmt er darin überein, dass A der ältere ist. Beschleunigt er nun wieder, um seine Fahrt fortzusetzen, wird er wieder feststellen, dass A doch wieder jünger ist. Kehrt er hingegen um und beschleunigt in entgegengesetzter Richtung, wird er A als noch deutlich älter beurteilen als bei der Landung am Ziel.

Die Beschleunigungen addieren und saldieren sich in ihrer Wirkung gegenseitig, richtungsabhängig und entfernungsabhängig.

Und die Gravitation hat zusätzliche zeitdilatierende Wirkung, ihre Wirkung auf den Raum ist nur von lokaler Bedeutung. SRT (den Shapirofaktor nenne ich σ=²(1-rs/r) ) und ART (Lorentzfaktor γ=1/²(1-β²) ) liefern separate Faktoren.
τ = σ·t/γ

Die Beschleunigungen selbst sind letztlich bedeutungslos, es genügt, das letztendliche IS zu betrachten. (wenn man nicht explizit an Altersunterschieden bzw exakter Altersbestimmung interessiert ist). Das resultierende IS weist immer die gleichen Charakteristiken auf (abgesehen vom exakten Alter), egal mit welcher Historie der Zustand erreicht wurde.
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Zwillingsparadoxon reloaded – SRT Peter Kroll 21 11. 2020 15:50 #79369

ra-raisch schrieb: Allerdings saldieren sich viele dieser Vorgänge, beispielsweise bei der Rotation. Die erlebte Zeitdilatation bleibt dann zwar erhalten, aber der Raum ist nach jeder Umdrehung wieder gleich.
...
Die Beschleunigungen addieren und saldieren sich in ihrer Wirkung gegenseitig, richtungsabhängig und entfernungsabhängig.

Wenn wir auf das von mir gewählte Modell der 2 Planeten zurückkommen:

Ich habe Dich jetzt so verstanden, dass sich durch das Geschwindigkeitsdifferential ein Zeitunterschied ergibt, auch wenn bedingt durch gravitative Einflüsse ein permanenter Symmetriebruch besteht.

Was entscheidet dann, auf welchem Planeten die Zeit schneller vergeht und auf welchem langsamer?

Wir haben Rotationsbewegungen und das aufeinander zu driften der beiden Galaxien.

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Zwillingsparadoxon reloaded – SRT Peter Kroll 21 11. 2020 15:53 #79370

Jürgen schrieb: Wir haben Rotationsbewegungen und das aufeinander zu driften der beiden Galaxien.

Die Relativbewegung beinhaltet auch eine Relativität des Alters. Wir können sagen, wer wie alt ist, wenn wir uns bei unveränderter Bewegung treffen würden.

Die Rotationen bewirken hingegen eine absolute Zeitdilatation, je nach dem, wer schneller rotiert, bleibt jünger.

Jürgen schrieb: Was entscheidet dann, auf welchem Planeten die Zeit schneller vergeht und auf welchem langsamer?

Abgesehen von Rotation und Gravitation ist das keine gute Frage. Die Eigenzeit vergeht immer gleich schnell. Während die Uhr des Beobachters eine Stunde misst, beobachtet er auf der Uhr des anderen weniger Zeit. Das ist aber wechselseitig so. Die beobachtete Zeitdilatation steht auch immer mit der Relativität der Gleichzeitigkeit in Zusammenhang.
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Zwillingsparadoxon reloaded – SRT Peter Kroll 21 11. 2020 17:13 #79373

Jürgen schrieb: Diese Uhr gehört dann somit auch zum Bezugssystem dieses Planeten. Wir könnten also aufgrund der relativen Nähe einen Uhrenvergleich zwischen dem Bezugssystem Andromeda und dem Bezugssystem Milchstraße realisieren.

Soweit sogut.

Jürgen schrieb: Wir betrachten lediglich wie sich die Uhren jeweils zwischen zwei Zeitpunkten verändert haben.
Einmal von der Erde aus gesehen und einmal von der Uhr aus gesehen.

Ahja, da taucht plötzlich eine zweite Uhr auf die sich Wie bewegt? Im Bezugssystem der Erde.
...

Jürgen schrieb: Sehen wir einen Unterschied aufgrund der Relativbewegung?
Wenn ja, müssen wir erklären, weshalb die Uhr mit geringerer Zeitdifferenz sich mehr bewegt hat als die andere.

Ja, wir als Erdlinge sehen das die Andromeda-Uhr langsamer tickt als unsere wenn die Uhr an uns vorbei fliegt und die Erklärung liegt och auf der Hand.

Was wir allerdings nicht erwarten dürfen: Die Andromeda-Uhr zeigt uns nicht die Uhrzeit die in unserer Gleichzeitigkeit eine Uhr auf dem Andromeda-Planeten anzeigen würde. Das wäre nur dann und solange der Falle wie wir ein Stück neben der Uhr herfliegen würden und uns somit ebenfalls im selben Bezugssystem wie der Andromeda-Planet in Ruhe befänden.

Wir hatten schon am Andromeda-Paradoxon gesehen das bereits ein Geschwindigkeitsunterschied von 5 km/h eine Differenz der Gleichzeitigkeit von mehreren Wochen in der Andromeda-Galaxie ausmacht!

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Zwillingsparadoxon reloaded – SRT Peter Kroll 21 11. 2020 19:13 #79377

ok.

Der Groschen ist – endlich – gefallen.

Es gibt in meinem Szenarium einfach keinen Moment, in dem ein sinnvoller Uhrenvergleich möglich ist, da keine Rückkehr vorgesehen ist.

Allerdings würde mich interessieren, wie dazu das Minkowski Diagramm aussieht:

Reise zu einem anderen IS, das sich relativ zu unserem bewegt,
Aufenthalt in diesem IS und
Rückreise

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Zwillingsparadoxon reloaded – SRT Peter Kroll 21 11. 2020 20:09 #79379

Jürgen schrieb: Allerdings würde mich interessieren, wie dazu das Minkowski Diagramm aussieht:

Reise zu einem anderen IS, das sich relativ zu unserem bewegt,
Aufenthalt in diesem IS und
Rückreise

Das ist ziemlich enfach. Statt eines Ziels C, das im IS der Erde A ist, (parallele Linie) muss man nur ein bewegtes Ziel verwenden (abgewinkelte Linie). Die Entfernung vergößert sich also während der Ruhezeit der Rakete auf System C, genauso wie wenn die Rakete B an einem beliebigen Punkt nicht vollständig gegenüber A abbremsen würde.

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Zwillingsparadoxon reloaded – SRT Peter Kroll 21 11. 2020 23:12 #79387

Es gab ja zum ZP schon einige Verwirrung in der Verwendung der Begriffe.
Peter Kroll hat In seinem Reloadet zur weiteren Klärung einen wichtigen Beitrag geliefert. Danke dafür.

Mir ist aufgefallen, dass die Begriffe Bezugssystemwechsel und Inertialsystemwechsel immer noch nicht hinreichend klar zu sein scheinen.

Bei einem Inertialsystemwechsel wechselt man vom ruhenden ins gleichförmig bewegte System.
Bei einem Bezugssystemwechsel kann man in ein beliebig bewegtes System wechseln.

Hier im ZP wechseln wir am Umkehrpunkt das Bezugssystem, indem B seine Richtung ändert und zurückfliegt.
Entscheidend ist hierbei, dass er im eigenen Inertialsystem immer mit 0,8 c unterwegs ist, aber im Bezugssystem zwischen Erde und ihm der Hin - und der Rückflug unterschieden werden muss. Im Beispiel von Peter Kroll um V = U1+U2 / 1+U2/c2 (letztere 2er sind Quadrate)
U1 und U2 sind die Hin - und Rückfluggeschwindigkeiten.
Die SRT macht hier einen Unterschied zwischen den beiden Richtungen.

Ich bin selber einem Irrtum aufgesessen, weil ich diese beiden Bezugssysteme nicht hinreichend und sofort unterschieden habe und das auch nicht erkannt habe.

Sorry, aber manchmal muss man sich selber auch Zeit lassen, bis der Groschen fällt.

Thomas
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Zwillingsparadoxon reloaded – SRT Peter Kroll 24 11. 2020 15:13 #79428

Ist der Urknall in der Andromeda-Galaxie länger/kürzer als 13,8 Mrd. Jahre her?

Ist der Urknall aus Sicht eines Photons der Hintergrundstrahlung gerade erst passiert?

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Zwillingsparadoxon reloaded – SRT Peter Kroll 24 11. 2020 15:35 #79429

Ottonormal schrieb: Ist der Urknall in der Andromeda-Galaxie länger/kürzer als 13,8 Mrd. Jahre her?

In der Kosmologie spricht man nicht wirklich vom Alter konkreter Objekte sondern vom kosmischen Alter der jeweiligen Position, also einer Zeitkoordinate.
Das Alter von Objekten ist nur dann von Interesse, wenn es um Entwicklungsphasen geht, zB Sternentwicklung, Galaxienbildung etc.
Um das Alter eines Objektes zu bestimmen müßtest Du zudem die fragliche Zeitkoordinate angeben, also vermutlich meinst Du den Punkt, an dem wir sie momentan sehen können. Insoweit kann man für Deine Frage einfach die Lichtlaufzeit vom Alter des Universums subtrahieren.
τ-D/c = 13,797 Mrd yr - 2,5 Mio ly / c ≈ 13,794 Mrd yr

Ottonormal schrieb: Ist der Urknall aus Sicht eines Photons der Hintergrundstrahlung gerade erst passiert?

Die CMBR ist im Alter des Universums von ca 372900 Jahren entstanden. Seither ist für diese Photonen keine Zeit vergangen. Aber ihr Geburtsjahr können sie nicht verleugnen.
Folgende Benutzer bedankten sich: Ottonormal

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Zwillingsparadoxon reloaded – SRT Peter Kroll 24 11. 2020 15:43 #79430

Aber sie sind doch offensichtlich gealtert, was sich in der Änderung der Wellenlänge zeigt...?

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Zwillingsparadoxon reloaded – SRT Peter Kroll 24 11. 2020 15:46 #79431

Ottonormal schrieb: Aber sie sind doch offensichtlich gealtert, was sich in der Änderung der Wellenlänge zeigt...?

Nein, das Licht altert nicht indem es die Wellenlänge verändert. Die Wellenlänge ergibt sich aus der Entstehung und der Dopplerverschiebung oder der Expansion etc.

Wir beobachten das Licht natürlich und können die Lichtlaufzeit berechnen, das ist aber nicht die subjektive Zeit des Lichtes, bzw eines angenäherten Objektes mit v→c.
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Zwillingsparadoxon reloaded – SRT Peter Kroll 24 11. 2020 20:33 #79435

ra-raisch schrieb:

Ottonormal schrieb: Ist der Urknall in der Andromeda-Galaxie länger/kürzer als 13,8 Mrd. Jahre her?

In der Kosmologie spricht man nicht wirklich vom Alter konkreter Objekte sondern vom kosmischen Alter der jeweiligen Position, also einer Zeitkoordinate.
Das Alter von Objekten ist nur dann von Interesse, wenn es um Entwicklungsphasen geht, zB Sternentwicklung, Galaxienbildung etc.
Um das Alter eines Objektes zu bestimmen müßtest Du zudem die fragliche Zeitkoordinate angeben, also vermutlich meinst Du den Punkt, an dem wir sie momentan sehen können. Insoweit kann man für Deine Frage einfach die Lichtlaufzeit vom Alter des Universums subtrahieren.
τ-D/c = 13,797 Mrd yr - 2,5 Mio ly / c ≈ 13,794 Mrd yr


Nein, Ich meinte nicht das Alter der Andromeda Galaxie, sondern, ob ein Bewohner dort heute auch die Zeit seit der Entstehung des Universums mit 13,8 Mrd. Jahren annimmt.

Ottonormal schrieb: Ist der Urknall aus Sicht eines Photons der Hintergrundstrahlung gerade erst passiert?

Die CMBR ist im Alter des Universums von ca 372900 Jahren entstanden. Seither ist für diese Photonen keine Zeit vergangen. Aber ihr Geburtsjahr können sie nicht verleugnen.

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Zwillingsparadoxon reloaded – SRT Peter Kroll 24 11. 2020 20:50 #79436

Ottonormal schrieb: Nein, Ich meinte nicht das Alter der Andromeda Galaxie, sondern, ob ein Bewohner dort heute auch die Zeit seit der Entstehung des Universums mit 13,8 Mrd. Jahren annimmt.

Er wird das Alter des Universums gemäß seiner Zeitkoordinate wahrnehmen und deshalb ist zu klären, um welche Zeitkoordinate es denn gehen soll.

Denn die Formulierung "heute" ist zweideutig. Im kosmologischen Sinn wäre es die gleiche Zeitkoordinate wie die unsere, also wäre die Antwort 13,797 Mrd Jahre, da dies aber trivial ist, hatte ich die Frage mit 13,794 Mrd Jahre für den Bewohner beantwortet, den wir heute sehen, denn wir blicken in der Kosmologie immer in die Vergangenheit.

Ja, man könnte die Frage noch gemäß der Gleichzeitigkeit der SRT beantworten, das wäre dann τ/γ. Da bin ich mir aber gar nicht sicher, welches γ man ansetzen müßte. Nehmen wir die maximal in Betracht kommende Rezessionsgeschwindigkeit
v = H°D = 51655 m/s
eine für den Lorentzfaktor lächerliche Geschwindigkeit, also
γ ≈ 1,0000000148 ≈ 1
Da wäre ja die Pekuliargeschwindigkeit noch höher, war die Frage etwa so gemeint, also ganz konkret in Abhängigkeit von der Relativbewegung der Andromedagalaxie? Aber auch diese 120 km/s fielen nicht ins Gewicht.
γ ≈ 1.00000008 ≈ 1


EDIT: Der Wert war wohl eine Fehlangabe, es sind 300 km/s
γ ≈ 1.001

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