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Warum bedeutet Raumkrümmung Anziehung? 19 07. 2020 01:31 #73222

Auch wenn die Antwort sicher in einigen der vielen Beiträge steckt: Ich habe nach wie vor nicht verstanden, wieso sich zwei relativ zueinander ruhende Körper gegenseitig "anziehen". Auch wenn sie beide den Raum krümmen, heißt das doch - jedenfalls für meinen Laienverstand - noch nicht, dass sie sich nunmehr auf den durch ihre Massen "geformten" Feldlinien aufeinander zubewegen müssen? Braucht man hierfür nicht doch wieder eine Anziehungskraft, die es aber nach der ART gerade nicht mehr gibt?

Für eine Antwort wäre ich der klugen Runde dankbar.

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Warum bedeutet Raumkrümmung Anziehung? 19 07. 2020 01:39 #73224

Ja, das ergibt sich nicht, wie das ohne Anziehungskraft geht.

Es gibt auch andere Erklärungen, wie das Streben nach geringerer Energie oder die längere Eigenzeit. Aber letztlich sind das alles nur Bilder für etwas nicht ganz Erklärbares.

Aber wie sollte man zB die Anziehungskraft zwischen gegensätzlichen Ladungen erklären? Oder den Impulserhalt?

Man kann nicht alles erklären. Jede Erklärung wäre sowieso wieder erklärungsbedürftig.

Eine Erkärung soll letztlich nur einen mit der Alltagserfahrung logischen Vergleich herstellen.

Und in diesem Sinne bietet die gekrümmte Raumzeit das Bild, dass die Massen nach "unten" in die von anderen Massen geformten Dellen streben.
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Warum bedeutet Raumkrümmung Anziehung? 19 07. 2020 02:23 #73225

Ich sehe das in etwa so:
Ein einzelner ruhender Körper ist in der 4D- Raumzeit nicht wirklich in Ruhe sondern bewegt sich auf einer geraden Geodäten durch die Zeit.
Ein zweiter zunächst ruhender Körper, der zur Vereinfachung mal so leicht sein soll das er als Testteilchen den Ersten nicht weiter beeinflusst folgt nun in der vom Ersten gekrümmten Raumzeit einer Geodäten gemäß dem Prinzip maximaler Eigenzeit die nicht nur entlang der Zeitachse führt sondern auch eine räumliche Komponente hat.

Aber vieleicht kann das Martin Bäcker besser erklären
scienceblogs.de/hier-wohnen-drachen/2011...krummt-teil-v/?all=1

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Warum bedeutet Raumkrümmung Anziehung? 19 07. 2020 12:00 #73232

En Körper nimmt den kürzesten Weg durch die Raumzeit. Im Raum ist das eine Gerade, ganz allgemein (also auch iin der Raumzeit) spricht man von einer Geodäte. Solange ein Körper es kann, folgt er aufgrund seiner Trägheit einer Geodäten. Das kostet ihn am wenigsten Energie, denn jede Richtungsänderung benötigt eine Krafteinwirkung (d.h. Energie).

Eine Geodäte, in den dreidimensionalen Raum projiziert, kann alle möglichen Formen haben. Zum Beispiel eine Ellipse um die Sonne herum. Es kostet die Erde also tatsächlich am wenigsten Energie, exakt ihrer Bahn um die Sonne zu folgen. Dafür ist keine Anziehung nötig, sie folgt einfach der Krümmung der Raumzeit.

Also: Körper bewegen sich aufgrund ihrer Trägheit entlang ihrer Geodäte, die wiederum durch die Raumzeitkrümmung bestimmt wird.

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Warum bedeutet Raumkrümmung Anziehung? 19 07. 2020 12:11 #73233

Ich denke, das ist für Matthes alles nicht neu. Die Frage ging wohl dahin, warum die Geodäten so sind. Das einzige, was dabei hilft, ist die Minimierung der Eigenzeit, denke ich, oder die Minimierung der potentiellen Energie. Die niedrigere potentielle Energie ist aber ohnehin gleichbedeutend mit einer anziehenden Kraft (Bindungsenergie) und diese Potentialunterschiede sollen ja durch die gekrümmte Raumzeit modelliert werden. Es sind immer nur wieder andere Bilder für dasselbe. Wodurch sollte man auch eine der Grundkräfte erklären.
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Warum bedeutet Raumkrümmung Anziehung? 19 07. 2020 13:47 #73237

Was er weiß, und was nicht, kann ich nach einem Post kaum beurteilen. Meines Erachtens setzt er die Raumzeitkrümmung voraus und fragt (ziemlich explizit), weshalb zwei Körper, die die Raumzeit verformen, sich aufeinander zubewegen, ohne dass eine Kraft auf sie einwirken muss. Aber was er wissen will wird er selbst am besten wissen, denke ich. ;)

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Warum bedeutet Raumkrümmung Anziehung? 19 07. 2020 14:05 #73238

Ich denke es ist das Lagrange-Prinzip der minimalen Energie.

Gedankenexperiment:

2 gleichschwere Körper/Sonnen/Planeten krümmen mit grösserem Abstand zueinander in Summe den Raum mehr als mit kleinerem Abstand. Kommen die Körper zusammen, wird aus zwei "Krümmungstrichtern" einer, dessen Krümmung dann kleiner sein muss als die Summe der zwei vorherigen Krümmungen mit grösserem Abstand. Ich denke intuitiv, dass es so sein muss. Müsste man mal versuchen, mathematisch zu beweisen.

Man könnte auch so argumentieren, dass in der asymmetrischen Massenverteilung potentielle Energie im G-Feld steckt, ähnlich wie bei G-Wellen. Rücken die Körper näher aneinander, nähern sie sich der idealen Kugelform der Massenverteilung an, in deren G-Feld bekanntlich gemäss Schwarzschild keine potentielle Energie steckt. Das heisst, Anziehung bedeutet Energiegewinn des Gesamtsystems.

Analogon:

Warum vereinigen sich zwei kleinere Seifenblasen zu einer grösseren mit einer kleineren Oberfläche als die Summe der beiden kleinen? Lagrange-Prinzip der minimalen Energie des Gesamtsystems.

Nachvollziehbare Mathematik ist notwendige Grundlage zur Beurteilung von physikalischen Modellen.
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Warum bedeutet Raumkrümmung Anziehung? 19 07. 2020 16:20 #73243

Es ist eben die selbe Frage wie beim Gummituch. Die Raumkrümmung bekommt ja nur dadurch "Sinn", dass die Massen nach "unten" streben. Also Gravitation durch das Bild der Gravitation erklärt.

Raumkrümmung, Lagrange, Eigenzeit, pot.Energie, sind alles nur andere Wörter (mit ihren eigenen Rechenregeln) für dasselbe:
eine konservative Kraft, Potentialunterschied, zunehmende Zeitdilatation.

Jedes der Bilder beruht auf einem Prinzip, das letztlich nicht erklärt werden kann. Die Erklärungen sollen in erster Linie die Fernwirkung erklären. Aber auch dafür fehlt die Erklärung, wie diese Prinzipien in die Ferne wirken.

Das ist ja auch nicht weiter schlimm, wir beobachten es, es ist so.
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Warum bedeutet Raumkrümmung Anziehung? 19 07. 2020 20:19 #73247

Besser hätte ich meine Frage nicht konkretisieren können. Vielen Dank der Runde für die perplex schnellen und sorgsamen Antworten. Immerhin scheint dieses Thema nicht ganz so trivial zu sein, wie ich es befürchtet hatte. Wie in der Runde schon ähnlich angemerkt, finde ich deshalb auch das Gummituch-Bild nicht ganz befriedigend, weil das Hereinfallen in den Potentialtopf, d.h. in die Krümmung, ja jedenfalls im Bild wieder eine nach unten wirkende Kraft impliziert, auf die die ART aber doch gerade verzichtet. Ich habe auch kein intuitives Problem mit zwei sich relativ zueinander bewegenden Massen - dann leuchtet mir schon ein, dass die Bahnen beider verändert werden, weil sich der Raum ändert und die Geodäten andere Richtungen bekommen. Nur bei zwei zueinander ruhenden Massen habe ich das Verständnisproblem.

Vielen Dank allen! Ich denke weiter mit Eurer Hilfe darüber nach - die Hinweise auf die maximale Eigenzeit bzw. minimale Energie sind sehr interessant.

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Warum bedeutet Raumkrümmung Anziehung? 19 07. 2020 20:52 #73250

Rainer,

die Fernwirkung?
Bei Newton breitete sich die Wirkung einer gravitierenden Masse unendlich schnell aus. Dh, wenn du eine Masse von 1kg um einen Meter versetzt, dann weiß das das ganze Universum instantan, also sofort.
Bei Einstein gilt das nicht mehr. Jede Änderung eines Gravitationspotentials teilt dieselbe Ihrer Umgebung mit Lichtgeschwindigkeit mit.
Deshalb breiten sich ja auch Gravitationswellen mit c aus.
Die ART beschreibt die Wirklichkeit mit einer Genauigkeit, die 13 Stellen hinterm Komma experimentell nachgewiesen exakt ist.

Und das ist mehr, als nur Bildersprache!

Matthes@
Das Wort Anziehung ist im Zusammenhang mit der ART nicht angebracht. Da zieht sich nichts an. Es gibt keine Kraft, die das tut!
Zwischen der Erde und dem Mond ist keine Leine gespannt, die den Mond zu uns heranzieht.

ART: Massen krümmen die Raumzeit und die gekrümmte Raumzeit sagt den Massen, wie sie sich zu bewegen haben.

Der Begriff Kraft stammt von der Newtonschen Beschreibung, bei Einstein entfällt dieser Begriff.

Thomas
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Warum bedeutet Raumkrümmung Anziehung? 19 07. 2020 21:48 #73254

Thomas schrieb: ART: Massen krümmen die Raumzeit und die gekrümmte Raumzeit sagt den Massen, wie sie sich zu bewegen haben.

Einstein sagt weder, wie die Massen dies technisch durchführen, noch, wie die Raumzeit es den Massen technisch mitteilt.
Beides kann man nun durch virtuelle Gravitonen durchführen, aber auch dann wäre nicht klar, wie die Gravitonen es dann machen.

Am Ergebnis besteht ja kein Zweifel, aber man kann eben nicht alles erklären.

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Warum bedeutet Raumkrümmung Anziehung? 19 07. 2020 22:05 #73255

Um das zu verstehen, brauchen wir keine Technik.

Es genügt die Feldvorstellung oder die eines Potentials!

In einem Potential hat jeder Punkt eine Richtung und eine Feldstärke, wir reden von Vektorfeldern!

Da ist nicht die Rede von einer Kraft.

Wir brauchen deshalb keine Kraftaustauschteilchen im Gravitationspotential!
Es genügt die Feldstärke, also die geometrisch - zeitliche Krümmung und die Richtung!

Damit ist alles erklärt!

Thomas

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Warum bedeutet Raumkrümmung Anziehung? 19 07. 2020 22:16 #73256

Klar, wurde ja auch schon mehrfach gesagt.

Damit ist das Potentialgefälle der "Macher", wie auch immer.

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Warum bedeutet Raumkrümmung Anziehung? 19 07. 2020 22:46 #73260

Naja, so klar erschien das nicht!

Und wie auch immer klingt menschlich aber nicht physikalisch....

Wir müssen schon klar sagen, wo die Unterschiede liegen.

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Warum bedeutet Raumkrümmung Anziehung? 19 07. 2020 23:05 #73261

Für mich ist es wie folgt am klarsten:

Das Potential ermöglicht die Verwandlung von potentieller Energie in kinetische Energie. Ein Körper im Potentialfeld wird daher daran gehindert, aufzusteigen, er bräuchte dazu freie Energie. Sobald er aber auch nur minimal absinkt, wird Energie frei, die diese Bewegung beschleunigen kann.

Allerdings stelle ich mir vor, dass das Potentialfeld durch Kräfte entsteht.

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Warum bedeutet Raumkrümmung Anziehung? 19 07. 2020 23:15 #73263

ra-raisch schrieb: Klar, wurde ja auch schon mehrfach gesagt.


Du sprichst allerdings immer wieder von Fernwirkung. Wenn dir das klar ist, dann nenne es doch einfach Nahwirkung. Immerhin eine der größeren Errungenschaften der ART...

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Warum bedeutet Raumkrümmung Anziehung? 19 07. 2020 23:19 #73265

Nein, es gibt keine Kräfte im Gravitationspotential!
In allen anderen Vektorfeldern schon, aber nicht im Gravitationsfeld.

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Warum bedeutet Raumkrümmung Anziehung? 19 07. 2020 23:27 #73266

Das ist mir schon klar, dass Anziehung hier ein problematischer Begriff ist, deshalb hatte ich ihn auch sorgsam in Anführungsstriche gesetzt. Nur: Wenn die Ausgangsvorstellung zutreffend ist, dass es zwei Massen geben kann, die im Verhältnis zueinander ruhen (ich weiß nicht, ob diese Vorstellung allein schon verquer ist, da sich im Raum letztlich alles - auch im Verhältnis zueinander - bewegen dürfte; aber stellen wir uns mal vor, sie werden quasi festgehalten, wie es ja wohl betreffend z.B. den Menschen durch die Erdoberfläche der Fall ist) und es des weiteren zutreffend ist, dass sich diese zueinander ruhenden Massen, wenn sie nicht mehr quasi festgehalten werden, aufeinander zubewegen, dann kann man schon fragen, warum dies durch eine Raumzeitkrümmung der Fall sein soll. (man könnte das mit der Einstein´schen Formel so beschreiben: "Der Raum sagt den Körpern, wie sie sich bewegen sollen, wenn sie sich bewegen.")
Aber mir kommt der Hinweis plausibel vor, dass sich mit dem neu eröffneten Potenzialtopf eine nunmehr andere Möglichkeit bzw. Notwendigkeit ergibt, die Eigenzeit zu maximieren, so dass sich die Massen nunmehr in diese Richtung bewegen. (Erst) danach folge ich dem Kollegen Raisch, dass sich dieses Verhalten (bis dato jedenfalls) nicht weiter erklären lässt, solange man keine Gravitonen o.ä. gefunden hat.

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Warum bedeutet Raumkrümmung Anziehung? 20 07. 2020 00:39 #73272

Arrakai schrieb: Du sprichst allerdings immer wieder von Fernwirkung. Wenn dir das klar ist, dann nenne es doch einfach Nahwirkung. Immerhin eine der größeren Errungenschaften der ART...

Es geht dabei um die Frage, wie die Raumzeit technisch gekrümmt wird oder wie sich das Potentialfeld ausbreitet. Das ist schon eine Fernwirkung.
GW wandern zwar durch die Raumzeit, aber bei Feldern fehlt die Substanz. Virtuelle Bosonen machen da die Vorstellung leichter. Aber auch die Konstanz des Feldes ist immer noch schwierig vorzustellen, wenn es durch Bosonen aufgebaut wurde, dann sollte es auch durch Bosnen aufrechterhalten werden, ein stetiger Bosonenfluss, das wäre vorstellbar. Das ist die Fernwirkung bzw die Lösung.

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Warum bedeutet Raumkrümmung Anziehung? 20 07. 2020 04:15 #73273

Matthes schrieb: (man könnte das mit der Einstein´schen Formel so beschreiben: "Der Raum sagt den Körpern, wie sie sich bewegen sollen, wenn sie sich bewegen.")
Aber mir kommt der Hinweis plausibel vor, dass sich mit dem neu eröffneten Potenzialtopf eine nunmehr andere Möglichkeit bzw. Notwendigkeit ergibt, die Eigenzeit zu maximieren, so dass sich die Massen nunmehr in diese Richtung bewegen.

Hmmm... nur mal laut gedacht:

Edit: Eigenzeit ist eigentlich das, was auf der Uhr steht. Mehr Eigenzeit bedeutet also eine schnellere Uhr. Im folgenden meine ich aber genau das Gegenteil, nämlich mehr Zeitdilatation, also langsamere Uhren, daher die vielen Streichungen. Ich war erst etwas verwirrt vom "Prinzp der Maximalen Eigenzeit", das etwas anderes meint.

Mehr Eigenzeit Zeitdilatation bedeutet doch eigentlich weniger mögliche Bewegung (potentielle bzw. kinetische Energie bzw. Wirkung) lokal im eigenen Inertialsystem (IS), wie z.B. in dem eines Photons mit seinen ins Unendliche gedehnten Eigenzeit Zeiteinheiten, wo schon die kleinste Bewegung unendlich lange dauern würde. Zum Ausgleich bewegt sich das Photon selbst aber kräftefrei mit Höchstgeschwindigkeit (max. kinetischer Energie) relativ zu anderen ISen. Entsprechend bewegen sich vielleicht auch Massen kräftefrei in der eigens gekrümmten Raumzeit aufeinander zu, wobei sie lokal im eigenen IS kontinuierlich weniger Bewegung erlauben unter dem Zugewinn Verlust von Eigenzeit. Im Extremfall eines Schwarzen Lochs mit maximaler minimaler Eigenzeit erlaubt die Masse dann nicht einmal mehr den Photonen eine Bewegung.

Im Gegensatz zu Photonen, die lokal anscheinend Raum oder zumindest Länge einbüßen (Längenkontraktion), gewinnen ja Massen lokal an Raum, indem sie ihn ringsum radial dehnen. Diese Dehnung erlaubt es ihnen vielleicht sich kräftefrei zu bewegen: Zwei Massen, jede in ihrem eigens gedehnten Raum, "spüren" radial auch die Raumdehnung der jeweils anderen Masse als externes Potential irgendwo auf der radialen Verbindungslinie zwischen beiden, und bewegen sich dann kräftefrei darauf zu unter Zugewinn Verlust von Eigenzeit und Zugewinn kinetischer Energie auf Kosten möglicher Bewegung (potentieller bzw. kinetischer Energie) innerhalb des eigenen IS.

Es fehlt dabei aber immer noch der eigentliche Mechanismus...

Also sprach das Photon: Wo wir sind ist vorne! Und sollten wir mal hinten sein, dann ist hinten vorne!

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Warum bedeutet Raumkrümmung Anziehung? 20 07. 2020 11:56 #73285

ra-raisch schrieb: Es geht dabei um die Frage, wie die Raumzeit technisch gekrümmt wird oder wie sich das Potentialfeld ausbreitet.

Auf jeden Fall. Für mich geht es als Hobbyforscher auch nur um das wie. Den meisten Physikern reicht aber ein dass, wenn damit alles korrekt berechenbar ist.

Fakt ist: Raumzeitkrümmung reagiert auf Raumzeitkrümmung in der lokalen Umgebung. Sonst gäbs keine G-Wellen.
ra-raisch schrieb: Virtuelle Bosonen machen da die Vorstellung leichter.

Wer sagt den, dass die virtuell sein müssen. Warum sollte Heisenbergs Unschärferelation auch für die Raumzeit gelten? Das muss nicht zwingend so sein.

Steinzeit-Astronom schrieb: Mehr Eigenzeit bedeutet doch eigentlich weniger mögliche Bewegung...

Mehr Eigenzeit bedeutet eine flachere, ungekrümmtere Raumzeit. Die Raumzeit hat die Tendenz, die Krümmung der Raumzeit bzw. die Energie, die darin steckt, zu minimieren. Massen, die sich dem Kugelideal annähern, erfüllen dies. Daher die gravitative Anziehung. Der Raum wird zwischen den Massen aufgespannt. Dabei geht es um das Betreben nach Minimalflächen mit der geringsten Energie. Lagrange-Prinzip eben.

Analogon: Minimalflächen des Daches vom Münchener Olympiastadion.

Es fehlt dabei aber immer noch der eigentliche Mechanismus...

Richtig. Für mich so etwas wie das Hooksche Gesetz mit der Vorstellung des Raumes als elasischem Medium. Letztlich eine echte Kraft.

Nachvollziehbare Mathematik ist notwendige Grundlage zur Beurteilung von physikalischen Modellen.

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Warum bedeutet Raumkrümmung Anziehung? 20 07. 2020 14:50 #73288

Michael D. schrieb: Mehr Eigenzeit bedeutet eine flachere, ungekrümmtere Raumzeit.

Bitte nicht schon wieder :pinch: ... dachte das wäre endlich geklärt im anderen Faden.

Das Gegenteil ist doch der Fall: Bei maximaler Eigenzeit ist die Raumzeit lokal so krumm, dass der Raum in Richtung Singularität (SL) sogar zeitartig eindimensional wird und bei Lichtgeschwindigkeit (Photon) zweidimensional, weil er dann in Bewegungsrichtung die Länge 0 hat.

Begreif' das doch endlich mal :angry:.


Edit: Sorry, stimmt genau.

Also sprach das Photon: Wo wir sind ist vorne! Und sollten wir mal hinten sein, dann ist hinten vorne!

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Warum bedeutet Raumkrümmung Anziehung? 20 07. 2020 15:25 #73289

Steinzeit-Astronom schrieb: Bitte nicht schon wieder :pinch: ... dachte das wäre endlich geklärt im anderen Faden.

Falsch. Wenn Du aufgepasst hättest, wüsstest Du, dass lokal weniger Eigenzeit aus der Ferne betrachtet dort Zeitdilatation bedeutet. Und umgekehrt. Daher bedeutet mehr Eigenzeit einen flacheren Raum.

Für Dich nochmal die Definition der Eigenzeit \(d\tau\):

\(d\tau= \sqrt{1-\Large\frac{r_s}{r}}\normalsize dt\)

Je mehr Du Dich vom Gravitationszentrum entfernst, desto grösser wird die Eigenzeit. Begreif' das doch endlich mal :angry:.

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Warum bedeutet Raumkrümmung Anziehung? 20 07. 2020 16:21 #73292

[gelöscht zur Wahrung der Nettiquette]

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Warum bedeutet Raumkrümmung Anziehung? 20 07. 2020 16:54 #73293

Steinzeit-Astronom schrieb: Für mich ist das inzwischen Trollerei. Dummheit kann es nicht sein, denn soviel Dummheit traue ich einem nicht zu, der immerhin mit der Schwarzschild-Metrik hantiert.

Was Du denkst lässt mich völlig kalt. :)

Das "Prinzip der Maximalen Eigenzeit" ist ein anerkanntes physikalisches Denkmodell, bei dem sich "mehr" Eigenzeit (=längere Zeiteinheiten) u.a. im größeren Gravitationspotenzial ergibt...

Mathematisch nicht. Da ist die Eigenzeit klar definiert.

Nach deiner Auffassung aber wäre das bekanntlich "weniger" Eigenzeit, und zwar ausschließlich deshalb, weil die Schwarzschild-Metrik im Potenzial eine kleinere Menge lokaler Zeiteinheiten berechnet.

.
Genau.

Das ist aber nicht, gar nicht, überhaupt nicht das, was die anerkannte Physik unter "mehr" und "weniger" Eigenzeit versteht: Nämlich die Länge der lokalen Zeiteinheit selbst (länger = mehr), und eben gerade nicht die im Potenzial gemäß Metrik berechnete kleinere Menge an lokalen Zeiteinheiten, die auf einer lokalen Uhr angezeigt würde.

Ach nein?

Das haben wir ja jetzt schon in gefühlt 50 Beiträgen auch mit Rainer im anderen Thread diskutiert und es dir mit unzähligen Beispielen versucht zu erklären für den Fall, dass es vielleicht doch nur an einer temporären Verwirrung oder Dummheit deinerseits liegt... wie man hier sieht aber ganz ohne Erfolg. Wie gesagt: Für mich ist das inzwischen Trollerei. Eine andere Erklärung fällt mir nicht mehr ein.

Je näher sich ein Beobachter am Gravitationszentrum befindet, desto kleiner ist seine Eigenzeit relativ zu der Zeitmessung eines entfernten Beobachters. Das ist der Clou der Zeitdilatation, den Du leider nicht begriffen hast. Und Du nennst mich Troll. Ich erwarte Deine Entschuldigung. Und zwar in aller Form. Spar Dir deine Polemik und halte Dich an die Netiquette. :)

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Warum bedeutet Raumkrümmung Anziehung? 20 07. 2020 17:40 #73295

Michael D. schrieb: Und Du nennst mich Troll. Ich erwarte Deine Entschuldigung. Und zwar in aller Form. Spar Dir deine Polemik und halte Dich an die Netiquette. :)

Laut Nettiquette sollen wir das wohl per PN ausmachen, aber da mein Vorwurf schon öffentlich ist, darf es wohl auch die Entschuldigung sein:

Hiermit bitte ich dich, Michael D., höflichst um Entschuldigung für meinen Vorwurf der Trollerei. Da ist anscheinend das Temperament mit mir durch gegangen beim Ringen um Erkenntnis. Das tut mir ernsthaft leid... soll nicht wieder vorkommen. Wir sind doch wohl alle zum Vergnügen hier, nicht zum Streiten. Also nichts für ungut.

Wünsche dir Frieden und ein langes Leben
Steinzeit-Astronom

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Warum bedeutet Raumkrümmung Anziehung? 20 07. 2020 17:59 #73296

Steinzeit-Astronom schrieb: Hiermit bitte ich dich, Michael D., höflichst um Entschuldigung für meinen Vorwurf der Trollerei. Da ist anscheinend das Temperament mit mir durch gegangen beim Ringen um Erkenntnis.

Angenommen. :) Bin auch nicht nachtragend. Lass uns weiter gemeinsam hart und fair um Erkenntnis ringen.

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Warum bedeutet Raumkrümmung Anziehung? 20 07. 2020 18:17 #73297

Michael D. schrieb:

Steinzeit-Astronom schrieb: Das ist aber nicht [...], was die anerkannte Physik unter "mehr" und "weniger" Eigenzeit versteht [...]

Ach nein?

Doch :oops: ... habe mir gerade nochmal Josef Gaßners Ausführungen dazu im Video angesehen. Demnach geht es wirklich um eine möglichst große Zahl auf der Uhr als "maximale Eigenzeit", wenn man die Bewegung von Massen entlang von Geodäten beschreibt.

Was ich meinte ist halt, dass Massen letztlich immer dort "landen", wo die lokalen Zeiteinheiten länger sind und weniger Zeiteinheiten auf die Uhr kommen, also im Potenzial, weg von der flacheren Raumzeit.

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Warum bedeutet Raumkrümmung Anziehung? 20 07. 2020 18:27 #73299

Dieses Mal stimme ich mt Michael überein. "Mehr Zeit" t > τ.

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Warum bedeutet Raumkrümmung Anziehung? 20 07. 2020 20:15 #73304

Steinzeit-Astronom schrieb: Was ich meinte ist halt, dass Massen letztlich immer dort "landen", wo die lokalen Zeiteinheiten länger sind und weniger Zeiteinheiten auf die Uhr kommen, also im Potenzial, weg von der flacheren Raumzeit.


Das lässt sich doch einfach herleiten:
Eigenzeit wird lokal gemessen und ist das was die Uhr anzeigt.
Die Länge der Ticks bestimmt die Maßeinheit z.B. s. Gemessen wird in Vielfachen dieser Maßeinheit. Deshalb heist es 10 mal s wenn 10 Sekunden gemeint sind.
Ergo müssten nach dem Prinzip maximaler Eigenzeit mehr Zeiteinheiten auf der Uhr stehen...

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