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THEMA:

Folge 56 zunehmende Expansion 11 11. 2020 19:25 #79138

Dick schrieb:
Die Galaxien werden nicht beschleunigt.

Wenn die Galaxien nicht beschleunigt werden, sondern lediglich vom neuen Raum mitgenommen werden, dann muss es eine Verankerung der Galaxie im Raum geben. So wie es zwischen einem Schi und dem Schifahrer eine Verankerung (Schibindung) geben muss, sonst fahren die Schi ohne den Schifahrer hinunter. Diese Verankerung kann jedoch nicht fix sein, denn zwischen den einzelnen Sternen der Galaxie überwiegt die Gravitation. Das beseutet, die gesamte Galaxie ist mit dem Raum verankert, die einzelnen Teile der Galaxie jedoch nicht? Was ist das für eine Verankerung oder besser gesagt, wie soll das überhaupt gehen?

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Folge 56 zunehmende Expansion 11 11. 2020 19:33 #79139

Dick schrieb:

Merilix schrieb: Die Galaxie GNz11, die afaik weiteste Galaxie ca. 13,3 Mrd Jahre Lichtentfernung aus einer Zeit 414 Mio Jahre nach dem Urknall erscheint uns so groß als wäre sie nur DA=2.66 Mrd. Lichtjahre entfernt. Tatsächlich war das damals in etwa die Entfernung zu unserer Position.

Warum erreicht uns das Licht dieser Galaxie erst heute ? Die relative Geschwindigkeit war doch wegen des geringen Abstands nach Hubbel nur ca 20 % der Lichtgeschwindigkeit (wenn ich mich nicht irre).

Weil die Galaxie GNz11 genannt wird ;)


Im Ernst. z=11.1 heist (wie bereits erwähnt) der Raum hat sich seither um das z+1-fache also das 12.1 fache gedehnt -- und das während das Licht zu uns unterwegs war. Heute ist die Galaxie (falls es sie noch gibt) über 32 Mrd Lichtjahre entfernt.
Was passiert wohl wenn jemand den Weg auf dem du dich bewegst laufend dehnt mit dem Teil des Weges der noch vor dir liegt?

Ich denke die Rezessionsgeschwindigkeit ist hier ein schlechter Ratgeber und vermittelt vieleicht eine falsche Vorstellung.



PS - Quizzfrage:
Wie lange dauert es wohl einen Kredit von 2,6 Mrd zu tilgen wenn der Zinssatz 20% und die jährliche Rate = 1 beträgt? (c=1 Lichtjahr pro Jahr)

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Folge 56 zunehmende Expansion 11 11. 2020 20:27 #79141

Dick schrieb:

Arrakai schrieb: Falls der Raum "gedehnt" würde, dann müsste man ihm Eigenschaften zusprechen, die über einen reinen Zwischenraum hinausgehen. Eine Dehnung ist bspw. mit einem Elastizitätsmodul verbunden. Außerdem könnte man dann auch argumentieren, dass das im Raum enthaltene Vakuum - das effektiv ja nur eine spezielle Feldkonfiguration ist, nämlich die mit der kleinstmöglichen Energie - sich dann ausdünnen müsste.

Einen Elastititätsmodul braucht man nicht, sondern einen gravitationsabhängigen Radius. Dieser könnte z.B. der Beziehung \( \dot r = H * r \) folgen. Das ist Hubbel, also nichts Neues.


Was heißt schon „brauchen“? Wenn du von einer Dehnung des Raumes sprichst, dann nutzt du einen feststehenden physikalischen Begriff.

Dehnung gibt die relative Längenänderung eines Körpers unter Belastung an. Wenn ein Körper dehnbar ist, dann kann er auch unter Spannung stehen. Das Elastizitätsmodul beschreibt den Zusammenhang zwischen Spannung und Dehnung. Spannung = Dehnung mal Elastizitätsmodul. Im Falle des Raumes wäre der Wert riesig.

Man sieht, wenn man dem Raum dieses Eigenschaft zuspricht, dann muss man ihn wie einen Körper behandeln. Mit vielen Eigenschaften. Um es mit den Worten von Martin Bäker zu sagen: Das ist, wie man in der Physik-Fachsprache sagt, Blödsinn.

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Folge 56 zunehmende Expansion 11 11. 2020 20:43 #79143

badhofer schrieb:

Dick schrieb:
Die Galaxien werden nicht beschleunigt.

Wenn die Galaxien nicht beschleunigt werden, sondern lediglich vom neuen Raum mitgenommen werden, dann muss es eine Verankerung der Galaxie im Raum geben. So wie es zwischen einem Schi und dem Schifahrer eine Verankerung (Schibindung) geben muss, sonst fahren die Schi ohne den Schifahrer hinunter. Diese Verankerung kann jedoch nicht fix sein, denn zwischen den einzelnen Sternen der Galaxie überwiegt die Gravitation. Das beseutet, die gesamte Galaxie ist mit dem Raum verankert, die einzelnen Teile der Galaxie jedoch nicht? Was ist das für eine Verankerung oder besser gesagt, wie soll das überhaupt gehen?


Ich hatte mal gelesen, dass nur der Raum der Voids expandiert und nicht der zwischen den Galaxien. Deshalb bewegt sich auch die Andromeda Galaxie auf uns zu. Verankerungen der Galaxien gibt es mE nicht.

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Folge 56 zunehmende Expansion 11 11. 2020 20:52 #79145

Kasmodia schrieb: Ich hatte mal gelesen, dass nur der Raum der Voids expandiert und nicht der zwischen den Galaxien. Deshalb bewegt sich auch die Andromeda Galaxie auf uns zu. Verankerungen der Galaxien gibt es mE nicht.

Ja genau, das sind eben die Fehlschlüsse, wenn man von Expansion des Raumes spricht. Damit ist das Universum als Ganzes gemeint und nicht der konkrete Raum in einer Kugel (zB Cluster), was zwar auch nicht falsch wäre, denn die Galaxien weisen insoweit eine Pekuliargeschwindigkeit auf, die sie sozusagen gegen die Expansion zusammenhält. Aber letztlich ist das eine fiktive Zuordnung zur globalen Expansion. Konkret kann man keine Expansion messen sondern nur global bzw statistisch.

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Folge 56 zunehmende Expansion 11 11. 2020 21:00 #79146

Arrakai schrieb: Dehnung gibt die relative Längenänderung eines Körpers unter Belastung an. Wenn ein Körper dehnbar ist, dann kann er auch unter Spannung stehen. Das Elastizitätsmodul beschreibt den Zusammenhang zwischen Spannung und Dehnung. Spannung = Dehnung mal Elastizitätsmodul.

Das gilt wohl für Gummi aber wohl nicht für ein Gas das sich im Vakuum ausdehnt... zum Beispiel. Wird hier das Wort "Dehnung" für verschiedene Sachverhalte angewandt?

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Folge 56 zunehmende Expansion 11 11. 2020 21:11 #79147

Merilix schrieb: aber wohl nicht für ein Gas das sich im Vakuum ausdehnt... zum Beispiel. Wird hier das Wort "Dehnung" für verschiedene Sachverhalte angewandt?

Guter Vergleich, denn es ist die Vakuumenergie des Raumes selbst, die die Expansion unterstützt, Der Raum wird nicht gedehnt, er expandiert selber, vom Schwung abgesehen.

wiki:
Der Elastizitätsmodul wächst mit dem Widerstand, den ein Material seiner elastischen Verformung entgegensetzt.

Das Vakuum hätte also einen negativen Wert.

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Folge 56 zunehmende Expansion 11 11. 2020 21:25 #79150

Merilix schrieb:

Arrakai schrieb: Dehnung gibt die relative Längenänderung eines Körpers unter Belastung an. Wenn ein Körper dehnbar ist, dann kann er auch unter Spannung stehen. Das Elastizitätsmodul beschreibt den Zusammenhang zwischen Spannung und Dehnung. Spannung = Dehnung mal Elastizitätsmodul.

Das gilt wohl für Gummi aber wohl nicht für ein Gas das sich im Vakuum ausdehnt... zum Beispiel. Wird hier das Wort "Dehnung" für verschiedene Sachverhalte angewandt?


Verstehe ich jetzt nicht. Glas ist grundsätzlich dehnbar, es ist eine geringe Wärmeausdehnung möglich. Das Elastizitätsmodul von Glas beträgt etwa 70.000 MPa. Sobald seine Elastizitätsgrenze erreicht ist, bricht es sofort. Es hat auch noch andere Materialeigenschaften. Was meinst du denn?

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Folge 56 zunehmende Expansion 11 11. 2020 23:10 #79153

Arrakai schrieb: Was meinst du denn?

Gas ≠ Glas

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Folge 56 zunehmende Expansion 11 11. 2020 23:47 #79156

Merilix schrieb:

Arrakai schrieb: Was meinst du denn?

Gas ≠ Glas


So gelesen ergibt die Aussage mehr Sinn... ;)

Flüssigkeiten und Gase sind nicht formelastisch, d.h. man kann sie nicht dehnen (oder scheren). Das Ausdehnen ist hier ausschließlich als Volumenänderung zu verstehen. Also schon etwas anderes. Und ja, zugegeben, auf Basis der Formulierung „der Raum dehnt sich aus“ ist beides nicht wirklich unterscheidbar.

So interpretiert würde das für den Raum ebenfalls bedeuten, dass er Eigenschaften haben muss, wenn auch teilweise andere als ein Festkörper. Es würde zudem bedeuten, dass der Raum ausdünnt.

Wobei die Dunkle Energie ja tatsächlich als Fluid betrachtet wird, woraus dann die Zustandsgleichung und der damit verbundene negativen Druck folgt. Das betrifft nach aktueller Mehrheitsmeinung dann ja direkt das Vakuum. Ich würde das aber, wie Rainer, getrennt voneinander sehen. Raum als reiner Zwischenraum, angefüllt mit Vakuum, das wiederum aus Feldern besteht, die gewisse Eigenschaften haben.

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Folge 56 zunehmende Expansion 12 11. 2020 11:43 #79164

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Merilix schrieb: Im Ernst. z=11.1 heist (wie bereits erwähnt) der Raum hat sich seither um das z+1-fache also das 12.1 fache gedehnt -- und das während das Licht zu uns unterwegs war. Heute ist die Galaxie (falls es sie noch gibt) über 32 Mrd Lichtjahre entfernt.
Was passiert wohl wenn jemand den Weg auf dem du dich bewegst laufend dehnt mit dem Teil des Weges der noch vor dir liegt?

Langsam. Die Galaxie hatte damals einen Abstand von 2,6 Mrd Lichtjahren. Das Licht hätte also ohne Expansionsrate 2,6 Mrd Jahre gebraucht. Weil aber die Relativgeschwindigkeit einschließlich Expansionsrate nur 1 - 2,6/14,4 = 0,82 war, schaffte es nur 2,1 Mrd Lichtjahre. Es fehlten also noch 0,5 Mrd Lichtjahre. dafür hätte es noch x Jahre gebraucht ... usw. schätzungsweise insgesamt < 4 Mrd Jahre. Tatsächlich war es aber 13,3 Mrd Jahre unterwegs. Dazu passt dann wohl auch die Endrotverschiebung von 11. Aber was hat das Licht so lange gemacht ?

Merilix schrieb: aber wohl nicht für ein Gas das sich im Vakuum ausdehnt... zum Beispiel. Wird hier das Wort "Dehnung" für verschiedene Sachverhalte angewandt?

Das ist eine mögliche Interpretation der Hubble-Kurve, dass das Vakuum von aussen "am Raum zieht". Eine andere ist, dass die Gravitation von innen "den Raum zusammenzieht".

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Folge 56 zunehmende Expansion 12 11. 2020 11:56 #79165

Dick schrieb: Weil aber die Relativgeschwindigkeit einschließlich Expansionsrate nur 1 - 2,6/14,4 = 0,82 war,

Diese Rechnung geht von völlig falschen Voraussetzungen aus.

Die Geschwindigkeit mit der sich zwei Punkte durch die Expansion voneinander entfernen (Rezessionsgeschwindigkeit) beträgt H·D

Für z=11 erhalte ich (mit dem Rechner und den Vorgabewerten von Nick Gnedin) H=1561.76 km/s/Mpc = 5e-17 1/s

Bei der Entfernung von damals 2,6 Mrd ly ergibt sich also eine Rezessionsgeschwindigkeit von damals 1244978261 m/s = 4,1528 c

Wäre die Expansion also nicht deutlich langsamer geworden, dann wäre das Licht nie hier angekommen.

Ich habe es zwar schon einmal gepostet, wenn ich nicht irre, aber hier siehst Du den Lichtgang bei einer Art von konstanter Expansion im flachen und im Ballonmodell:

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Folge 56 zunehmende Expansion 12 11. 2020 19:43 #79173

Dick schrieb: Weil aber die Relativgeschwindigkeit einschließlich Expansionsrate nur 1 - 2,6/14,4 = 0,82 war, schaffte es nur 2,1 Mrd Lichtjahre.

Das ist eine unzulässige Linearisierung weil dein dt viel zu groß ist.
Rechne das mal mit Jährlicher Verzinsung... oder von mir aus nimm zur Vereinfachung 10000 Jahre.

Zinseszins ist ein Wink der ernst gemeint ist. Genau darum geht es nämlich.

@Rainer,
Vorsicht. Dein Hubbleparameter ist vieleicht mit a skaliert bzw. auf co-moving Koordinaten bezogen und erscheint mir so viel zu hoch...
Wollt das nur angemerkt haben werd aber selber nochmal mit dem ned wright calculator schauen ob das hinkommt...

PS:
Auf der Seite von Nick Gnedin steht:
Expansion rate (H*a=da/dt): 130.69 km/s/Mpc.
Ich denke das ist der Wert der anzusetzen ist und nicht der Hubbleparameter H

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Folge 56 zunehmende Expansion 12 11. 2020 20:14 #79176

Merilix schrieb: Auf der Seite von Nick Gnedin steht:
Expansion rate (H*a=da/dt): 130.69 km/s/Mpc.
Ich denke das ist der Wert der anzusetzen ist und nicht der Hubbleparameter H

Nein, es gilt immer H·a = ȧ denn H = ȧ/a
Wir benötigen aber H und nicht ȧ für das Hubblegesetz und das ändert sich auch nicht.

H ist immer H und nicht irgendwie anders skaliert.

Das Ergebnis 4c ist auch nicht so abwegig. Der Wert erscheint mir eher ein bisschen niedrig für die damalige Entfernung von 2,6 Mrd ly.

Yukterez hat für τ=2Mrd Jahre berechnet H ≈ 1e-17 und die Kurve geht für noch frühere Zeiten sehr steil nach oben. Allerdings wird es in diesem Bereich sehr schwierig, mit vereinfachten Rechnungen, weil sich die Strahlung deutlicher bemerkbar macht. Das würde aber wie gesagt noch höhere Werte für vorher bedeuten.

Nehmen wir diese Entfernung zur Zeit der Rekombination zdec=1089,92, τdec=372900 Jahre und Hdec = 4,23691e-14 1/s
Ddec = D/(1+z) = 28,6 Mio ly
also vdec = 11474502923 m/s = 38 c

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Folge 56 zunehmende Expansion 12 11. 2020 21:20 #79179

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Merilix schrieb: Das ist eine unzulässige Linearisierung weil dein dt viel zu groß ist.
Rechne das mal mit Jährlicher Verzinsung... oder von mir aus nimm zur Vereinfachung 10000 Jahre.

Wenn ich die Schrittweite verkürze, wird die Gesamtzeit noch kleiner. Die Relativgeschwindigkeit wächst ja auch mit kleiner werdendem Abstand.
ra-raisch schrieb: Für z=11 erhalte ich (mit dem Rechner und den Vorgabewerten von Nick Gnedin) H=1561.76 km/s/Mpc = 5e-17 1/s

Verstehe ich nicht. Z=11 gilt doch erst am Ende der Reise. Und H = ca 70 km/s/Mpc ist nach meinem Verständnis eine Konstante.

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Folge 56 zunehmende Expansion 12 11. 2020 21:23 #79180

Dick schrieb: Verstehe ich nicht. Z=11 gilt doch erst am Ende der Reise. Und H = ca 70 km/s/Mpc ist nach meinem Verständnis eine Konstante.

z gilt am Anfang der Reise, das ist richtig, damit berechnen wir nur die anderen Werte.

H° ist die heutige "Konstante" aber über die Zeit ist der Hubbleparameter H veränderlich.

Merilix schrieb: (1) Anmerkung: Ich schreibe hier Hubblekonstante weil meines Wissens der üblicherweise verwendete Hubbleparameter noch mit dem Skalenfaktor a skaliert ist.

Gerade erst gesehen, nein, das ist falsch. a·H° = ȧ(heute) da a(heute)=1

Der Hubbleparameter H ist nicht skaliert sondern der zeitlich veränderliche Wert.

H° ≔ H(heute) naja wegen a=1 ist das kein Beweis, aber es ist so, das ist die Definition.

H ≔ ȧ/a (Definition) und sowohl a wie ȧ und erst Recht H verändern sich mit der Zeit.

ȧ≈2e-18/s war zum Zeitpunkt der Schubumkehr ein Minimum, vorher und nachher gilt ȧ > 2e-18/s.
ä steigt seit dem Urknall und war zur Schubumkehr ä=0.
a=0 war beim Urknall und steigt seither ziemlich gleichmäßig, heute ist a=1.
H hat sich in den letzten 15 10 Mrd Jahren nur etwa halbiert, aber vorher verläuft die Kurve immer steiler (rückblickend: nach oben).

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Folge 56 zunehmende Expansion 13 11. 2020 11:44 #79195

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ra-raisch schrieb: H hat sich in den letzten 15 Mrd Jahren nur etwa halbiert, aber vorher geht die Kurve immer steiler (rückblickend: nach oben).

>15 Mrd ?
Stammt die Galaxie GNz11 wirklich aus der Zeit "immer steiler" ?
Da gibt es Klärungsbedarf.

Trotz allem, wenn es stimmt, dass die Rotverschiebung überwiegend in der Anfangsphase entstand, dann drängt sich mir statt des "aufgehenden Kuchens" das Bild einer Silvesterrakete auf. Die anfängliche Expansion in einer Strahlungs-Materie-dominierten Phase kommt nach einer wunderschönen Sternenbildung vollständig zum Stillstand und geht in eine Ausdünnung des Raumes über, die sich mit der "Verklumpung der Materie" in Balance befindet. Beide Phasen werden durch Hubble gleichermaßen beschrieben.

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Folge 56 zunehmende Expansion 13 11. 2020 12:08 #79196

Dick schrieb: Stammt die Galaxie GNz11 wirklich aus der Zeit "immer steiler" ?
Da gibt es Klärungsbedarf.

Ich habe die Daten nicht im Kopf, bitte stell die Frage präzise, vielleicht kann ich sie dann beantworten. Ich bin hier jeweils von den Daten ausgegangen, die in den Posts genannt wurden.

Auch in den vergangenen 15 10 Mrd Jahren verläuft die Kurve (rückblickend) immer steiler nach oben, aber so gering, dass ich es grob auf einen Wert zusammengefasst habe.

EDIT: ooops, ja ein Tippfehler, es muss natürlich letzte10 Mrd Jahre heißen, ich hatte ehrlich gesagt bereits 5 Mrd Jahre in die Zukunft geblickt.

Dick schrieb: das Bild einer Silvesterrakete auf. Die anfängliche Expansion in einer Strahlungs-Materie-dominierten Phase kommt nach einer wunderschönen Sternenbildung vollständig zum Stillstand und geht in eine Ausdünnung des Raumes über, die sich mit der "Verklumpung der Materie" in Balance befindet. Beide Phasen werden durch Hubble gleichermaßen beschrieben.

So war das Bild des Kosmos etwa 1927-1996: "vollständig zum Stillstand"
Dann wurde die beschleunigte Expansion festgestellt. Die DE bewirkt, dass es nicht zum vollständigen Stillstand (und nachfolgende Kontraktion) kommt sondern die Expansion sich ewig fortsetzt.

Genau genommen war man sich in dieser Zeit auch nicht sicher, ob das Ende eine ewige Expansion, exakter Stillstand oder Kontraktion sein würde. Das hing von der Fluchtgeschwindigkeit ab, die man zu messen bzw aus den Messungen zu berechnen versuchte.

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Folge 56 zunehmende Expansion 13 11. 2020 12:35 #79197

ra-raisch schrieb: Genau genommen war man sich in dieser Zeit auch nicht sicher, ob das Ende eine ewige Expansion, exakter Stillstand oder Kontraktion sein würde. Das hing von der Fluchtgeschwindigkeit ab, die man zu messen bzw aus den Messungen zu berechnen versuchte.

Die Entdeckung der "beschleunigten Expansion" also der Schubumkehr (ä > 0) gab letztlich den eindeutigen Ausschlag, dass die Expansion nicht gestoppt werden kann. Ohne DE wäre diese Beurteilung viel schwieriger gewesen, ob der Schwung des Universums zum Stillstand (ä → 0) kommen könnte (mit nachfolgendem Kollaps ä < 0).

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Folge 56 zunehmende Expansion 13 11. 2020 12:44 #79198

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ra-raisch schrieb: Ich habe die Daten nicht im Kopf, bitte stell die Frage präzise, vielleicht kann ich sie dann beantworten. Ich bin hier jeweils von den Daten ausgegangen, die in den Posts genannt wurden.

Wie groß war die Hubble-Konstante vor 13,3 Mrd Jahren, als die Galaxie GNz11 ihr Licht aussandte ? (Merilix nannte den Wert 130,69 km/s/Mpc)
ra-raisch schrieb: Dann wurde die beschleunigte Expansion festgestellt. Die DE bewirkt, dass es nicht zum vollständigen Stillstand (und nachfolgende Kontraktion) kommt sondern die Expansion sich ewig fortsetzt.

Wenn die Expansion heute keine Expansion mehr ist, sondern eine Dehnung / Ausdünnung des Raums, dann gibt es keine beschleunigte Expansion und keine DE. Die Dehnung nach aussen zum Vakuum ist auch nicht zu unterscheiden von einem "Ansaugen nach innen" hin zur Gravitation. Die Rotverschiebung läßt, wie wir oben festgestellt haben, keine eindeutige Zuordnung zu.

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Folge 56 zunehmende Expansion 13 11. 2020 12:47 #79199

Dick schrieb: Wie groß war die Hubble-Konstante vor 13,3 Mrd Jahren, als die Galaxie GNz11 ihr Licht aussandte ? (Merilix nannte den Wert 130,69 km/s/Mpc)

Ich habe die Werte oben für z=11 (Lookback time: 13.36 Gyr.) angegeben. Merilix hat H mit ȧ verwechselt, siehe mein Antwortpost weiter oben.
(mit den Vorgabewerten im Rechner von Nick Gnedin), ich kann diese gerne mit den aktuell geringfügig abweichenden Werten korrigieren, es ist aber etwas umständlich, dies für jede Rechnung vorzunehmen. (ich habe es auch deshalb belassen, damit es jeder vergleichen kann)

Nach seinem Rechner ergibt sich Lookback time: 13.011 Gyr. für z=7, für genaue Werte muss man das also schon korrigieren.

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Folge 56 zunehmende Expansion 13 11. 2020 13:00 #79200

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ra-raisch schrieb: für z=11 (Lookback time: 13.36 Gyr.) angegeben. ... ergibt sich Lookback time: 13.011 Gyr. für z=7.

Ok, z ändert sich zu dieser Zeit sehr stark, so dass die Rotverschiebung tatsächlich zum überwiegenden Teil in der frühen Phase verursacht wurde.

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Folge 56 zunehmende Expansion 13 11. 2020 13:20 #79201

Ja genau, dafür genügt der Rechner mit den vorgegebenen Standardwerten von Gnedin.

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Folge 56 zunehmende Expansion 15 11. 2020 13:17 #79208

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ra-raisch schrieb: Das Ergebnis 4c ist auch nicht so abwegig. ...
Nehmen wir diese Entfernung zur Zeit der Rekombination zdec=1089,92, τdec=372900 Jahre und Hdec = 4,23691e-14 1/s
Ddec = D/(1+z) = 28,6 Mio ly also vdec = 11474502923 m/s = 38 c

4 c und 38 c Relativgeschwindigkeit der Galaxien oder besser Expansionsrate vor 13,3 Mrd Jahren. Wenn man das zur Inflationsphase hin extrapoliert, dann steigt die Relativgeschwindigkeit bei immer kleiner werdenden Raum stark an, und das unter der Bedingung einer Absolutgeschwindigkeit der Galaxien kleiner c, wobei zwischen Strahlung und Raum kaum noch zu unterscheiden ist. Geht das überhaupt ? Das ist m.E. nur mit Rotation möglich. Rotation wäre dann auch ein mögliches Unterscheidungskriterium zwischen expandierendem und gedehntem bzw. ausgedünntem Raum. In der Hintergrundstrahlung müßten eigentlich noch Spuren einer Rotation zu finden sein.

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Folge 56 zunehmende Expansion 15 11. 2020 13:19 #79209

Dick schrieb: Die anfängliche Expansion in einer Strahlungs-Materie-dominierten Phase kommt nach einer wunderschönen Sternenbildung vollständig zum Stillstand und geht in eine Ausdünnung des Raumes über, die sich mit der "Verklumpung der Materie" in Balance befindet. Beide Phasen werden durch Hubble gleichermaßen beschrieben.

Das ist schon richtig, allerdings war der Anfangsimpuls zu groß, um zum Stillstand zu kommen, bevor der Zustand vakuumdominiert wurde.

Selbst in dieser Situation wäre theoretisch ein quasistatisches Universum möglich, sofern die Filamente durchgängig (gravitativ gebunden) stabil wären. Dies ist jedoch ebenfalls nicht der Fall. Ich denke auch nicht, dass sich die Filamente entsprechend konzentrieren und somit stabiliseren könnten......das habe ich zwar noch nicht gerechnet und wüßte auch nicht wie.

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Folge 56 zunehmende Expansion 15 11. 2020 16:03 #79214

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ra-raisch schrieb: allerdings war der Anfangsimpuls zu groß, um zum Stillstand zu kommen, bevor der Zustand vakuumdominiert wurde..

Anders, weil das Vakuum zwischen der Materie entstand, kam der Anfangsimpuls zum Stillstand.

Eine andere Frage ist, warum die Gravitation ohne Expansion nicht in sich zusammenfällt.

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Folge 56 zunehmende Expansion 15 11. 2020 16:35 #79215

Dick schrieb: Anders, weil das Vakuum zwischen der Materie entstand, kam der Anfangsimpuls zum Stillstand.

Eine andere Frage ist, warum die Gravitation ohne Expansion nicht in sich zusammenfällt.


Die Expansion des Universums ist zu keinem Zeitpunkt zum Stillstand gekommen.

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Folge 56 zunehmende Expansion 15 11. 2020 18:26 #79217

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ClausS schrieb: Die Expansion des Universums ist zu keinem Zeitpunkt zum Stillstand gekommen.

Woher weißt du das ? Siehe die Diskussion oben. Nach Hubble kann man nicht entscheiden, ob es sich um eine Expansion oder einen gedehnten Raum handelt. Die Beziehung \( \dot r = H * r \) beschreibt beides.

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Folge 56 zunehmende Expansion 15 11. 2020 18:57 #79218

Dick schrieb:

ClausS schrieb: Die Expansion des Universums ist zu keinem Zeitpunkt zum Stillstand gekommen.

Woher weißt du das ? Siehe die Diskussion oben. Nach Hubble kann man nicht entscheiden, ob es sich um eine Expansion oder einen gedehnten Raum handelt. Die Beziehung \( \dot r = H * r \) beschreibt beides.


Was ist der Unterschied?

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Folge 56 zunehmende Expansion 15 11. 2020 19:16 #79219

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Bei der Expansion entsteht neuer Raum, andernfalls wird vorhandener Raum gedehnt oder gestaucht, je nach Blickwinkel.

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