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kosmologische Rotverschiebung 06 12. 2020 19:05 #79658

Ich habe gerade einen Hirnknoten und komme nicht weiter. Man ließt doch überall, die Rotverschiebung einer Strahlungsquelle im All käme daher, da das Licht auf dem Weg zu uns durch die Expansion gedehnt und dadurch langwelliger und kälter wird.

Kann es nicht sein, dass dieses Licht aufgrund der Distanz einfach abkühlt und dadurch rotverschobener wird.

Vielleicht kann ja jemand helfen.

Viele Grüße

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kosmologische Rotverschiebung 06 12. 2020 21:19 #79660

Kasmodia schrieb: Vielleicht kann ja jemand helfen.

de.wikipedia.org/wiki/Lichterm%C3%BCdung...nw%C3%A4rtiger_Stand
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kosmologische Rotverschiebung 06 12. 2020 22:13 #79662

Kasmodia schrieb: Kann es nicht sein, dass dieses Licht aufgrund der Distanz einfach abkühlt und dadurch rotverschobener wird.

Nein, das Licht "kühlt" nicht ab, das ist nur eine Umschreibung für die Rotverschiebung.

Vorsicht, ich schreibe vereinfacht ohne Wurzelzeichen ³x=³√x , wenig Klammern 1/4r²π=1/(4r²π) , statt Vektorpfeil v¹=v⃗ Funktionen bzw Argumente kennzeichne ich mit einem Punkt f.(x)=f(x)

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Vorsicht, ich schreibe vereinfacht ohne Wurzelzeichen ³x=³√x , wenig Klammern 1/4r²π=1/(4r²π) , statt Vektorpfeil v¹=v⃗ Funktionen bzw Argumente kennzeichne ich mit einem Punkt f.(x)=f(x)

kosmologische Rotverschiebung 07 12. 2020 16:25 #79680

ra-raisch schrieb:

Kasmodia schrieb: Kann es nicht sein, dass dieses Licht aufgrund der Distanz einfach abkühlt und dadurch rotverschobener wird.

Nein, das Licht "kühlt" nicht ab, das ist nur eine Umschreibung für die Rotverschiebung.


Und warum kühlt es nicht ab? Ist jeder Stern nicht auch ein Wärmestrahler? Und bei der CMB liest man doch, dass sie eine thermische Strahlung von jetzigen ~ 2,7K ist.

Bei Spektrum heißt es (www.spektrum.de/lexikon/astronomie/hintergrundstrahlung/179):
Jetzt kommt wesentlich zum Tragen, dass sich das Urplasma im thermodynamischen Gleichgewicht befand: Die 'befreiten' Photonen hatten deshalb eine wohl definierte Energie und unterschieden sich kaum voneinander. Mit dem Wienschen Verschiebungsgesetz (siehe Eintrag Spektraltyp) lässt sich aus der Temperatur von 3000 Kelvin die Wellenlänge der Hintergrundstrahlung zu etwa einem Mikrometer berechnen – das ist jedoch die Wellenlänge 'vor Ort', als die Photonen ausgesandt wurden. Die weitere Expansion des Kosmos kühlte diese anfangs heißen Photonen aufgrund der kosmologischen Rotverschiebung jedoch stark ab. Das Resultat wurde schließlich erstmals 1965 von Menschen beobachtet: die 2.72 Kelvin kalte, isotrope kosmische Hintergrundstrahlung.

Das kann man doch ganz schön missverstehen wenn man möchte.
Deshalb noch mal gefragt: warum kühlen die Photonen nicht wirklich ab?
heinzendres schrieb:

Kasmodia schrieb: Vielleicht kann ja jemand helfen.

de.wikipedia.org/wiki/Lichterm%C3%BCdung...nw%C3%A4rtiger_Stand


Das ist interessant. Muss ich mir mal durchlesen.

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kosmologische Rotverschiebung 07 12. 2020 20:26 #79685

Kasmodia schrieb: Das kann man doch ganz schön missverstehen wenn man möchte.
Deshalb noch mal gefragt: warum kühlen die Photonen nicht wirklich ab?

Ein Photon hat keine Temperatur. Es hat eine Frequenz.

Wenn Du an Lichtermüdung denkst, dann war der Post von heinzendres für Dich richtig. Licht verändert sich nicht von alleine.

Erst die Expansion des Raumes sorgt für die Wellelnlängenverlängerung und somit Rotverschiebung.

Übrigens kühlt auch DM nicht ab, weil sie eben keine Strahlung abgeben kann. Sie nimmt aber auch keine auf und hat daher wohl auch keine Temperatur.

Man spricht zwar von einer Lichttemperatur, damit ist aber (zB bei der CMBR) die Black Body Temperatur des Körpers gemeint, der diese Strahlung aussendet, oder in der HEP (Hochenergiephysik) bezeichnet man Energie auch als "Temperatur" mit dem Faktor E=T·kB=ν·h=γ·c²m, das ist aber nur eine Umschreibung der Energie der Strahlung (oder Teilchen) selbst.

Vorsicht, ich schreibe vereinfacht ohne Wurzelzeichen ³x=³√x , wenig Klammern 1/4r²π=1/(4r²π) , statt Vektorpfeil v¹=v⃗ Funktionen bzw Argumente kennzeichne ich mit einem Punkt f.(x)=f(x)
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kosmologische Rotverschiebung 12 12. 2020 20:56 #79775

@ra-raisch


Danke noch mal für die Antwort. Ich habe da sicher einiges durcheinander gebracht und war echt verwirrt warum Photonen eine Temperatur haben obwohl sie eigentlich gar keine haben. Das hat etwas gedauert bis der Groschen gefallen ist. Auf alle Fälle habe ich wieder ein bisschen mehr gelernt und auch dass Lichtermüdung nicht sein kann da wir sonst die rotverschobenen Objekte unscharf sehen würden.

Und ich muss sagen, dass ich es richtig toll finde, dass Du hier wirklich fast immer jede Frage versuchst zu beantworten und wirklich viel Zeit investierst.


Viele Grüße

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kosmologische Rotverschiebung 13 12. 2020 00:05 #79781

Kosmodia,

wenn die Hintergrundphotonen durch die Expansion Energie verlieren, Rainer hat das ja schön erklärt, dann stellt sich doch die Frage, wo denn diese Energie denn jetzt steckt.
Der Energieerhaltungssatz sagt ja, dass Energie nicht verloren geht.
Also wo muss man sie jetzt suchen?

Thomas

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kosmologische Rotverschiebung 13 12. 2020 01:25 #79785

Thomas schrieb: Der Energieerhaltungssatz sagt ja, dass Energie nicht verloren geht.
Also wo muss man sie jetzt suchen?

Sie ist nicht wirklich verloren sondern sie ist wie kinetische Energie relativ. Für uns ist sie rotverschoben und weniger "wert". Das Photon hat sich aber gar nicht verändert, wir nehmen es nur so wahr.

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kosmologische Rotverschiebung 13 12. 2020 13:34 #79791

Thomas schrieb: Kosmodia,

wenn die Hintergrundphotonen durch die Expansion Energie verlieren, Rainer hat das ja schön erklärt, dann stellt sich doch die Frage, wo denn diese Energie denn jetzt steckt.
Der Energieerhaltungssatz sagt ja, dass Energie nicht verloren geht.
Also wo muss man sie jetzt suchen?

Thomas



Ist das jetzt ein Test ;-) .

Spontan hätte ich gesagt, die Energie geht in die Expansion des Universums. Aber ich habe jetzt noch einmal schnell nachgesehen und ich habe es jetzt ähnlich wie Rainer, als einen relativen Effekt verstanden. Das heißt, die Energie eines Photons ist abhängig von der Position des Betrachters. Obwohl mich dies jetzt schon wieder ins grübeln bringt und ich sagen würde, diese Aussage ist vielleicht gültig für einen Dopplereffekt. Wenn sich aber das photon durch die Ausdehnung des Raums passiv gedehnt wird, ändert sich doch nichts für die Betrachter, oder?

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kosmologische Rotverschiebung 13 12. 2020 13:58 #79793

Kasmodia schrieb: Obwohl mich dies jetzt schon wieder ins grübeln bringt und ich sagen würde, diese Aussage ist vielleicht gültig für einen Dopplereffekt. Wenn sich aber das photon durch die Ausdehnung des Raums passiv gedehnt wird, ändert sich doch nichts für die Betrachter, oder?

Die Relativität gilt sowohl für SRT (Relativbewegung) also auch ART (Gravitationspotential). Wenn ein Photon ins Potential fällt, wird es blauverschoben, also energiereicher. Dies ist aber nur die lokale Messung. Absolut von außen betrachtet ändert sich die Energie nicht. Sie bewirkt im Potential nur mehr, dort wird für die selben Prozesse weniger Energie benötigt. (Dies ergibt sich auch unmittelbar aus der negativen potentiellen Energie)

In der Kosmologie sind wir als Beobachter schon in einer anderen Position als sie damals bei Erzeugung des Photons herrschte. Anstelle eines Potentialunterschieds ergeben sich die Rezessionsgeschwindigkeit oder die Raumdehnung als gleichwertige Sichtweisen. Bewege Dich (Pekuliargeschwindigkeit) so schnell zur Quelle hin, dass die Rotverschiebung verschwindet, und Du bewegst Dich relativ zur Quelle nicht mehr (Pekuliargeschwindigkeit+Rezessionsgeschwindigkeit = 0). Die "Raumdehnung" auf dem Weg des Photons spielt dann keine Rolle mehr, außer dass der Weg und die Laufzeit verlängert wurden. Das Photon zeigt sich dann in seiner ursprünglichen Wellenlänge, Frequenz, Energie.

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kosmologische Rotverschiebung 13 12. 2020 22:06 #79809

Kasmodia,

richtig. Setz dich auf irgendeinen Punkt im Universum und du wirst für die Energie der Hintergrundphotonen immer den gleichen Wert messen. Vorausgesetzt ist natürlich, dass an jedem dieser Punkte die gleiche Zeit seit dem Urknall vergangen sein muss.
Punkte im früheren Universum würden eine höhere Energie zeigen.

Der Energieverlust der Hintergrundphotonen steckt in der Expansion der Raumzeit.
Die Expansionsenergie, auch Dunkle Energie, muss gegen diesen Energieverlust der Materie ankämpfen.
Und da die Expansionsgeschwindigkeit offenbar zunimmt, scheint der Energieverlust der Hintergrundphotonen eine immer geringere Rolle zu spielen.

Thomas

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kosmologische Rotverschiebung 16 12. 2020 21:20 #79858

Thomas schrieb: Kasmodia,

richtig. Setz dich auf irgendeinen Punkt im Universum und du wirst für die Energie der Hintergrundphotonen immer den gleichen Wert messen. Vorausgesetzt ist natürlich, dass an jedem dieser Punkte die gleiche Zeit seit dem Urknall vergangen sein muss.
Punkte im früheren Universum würden eine höhere Energie zeigen.



Das ist eigentlich auch die Antwort, die meinem Verständnis am nächsten kommt. Dennoch ist es doch gegensätzlich zu Rainers Aussagen, dass das Photon sich eigentlich gar nicht verändert hat. Ich hatte so ähnliche Begründungen auch wo anders gelesen. Sehe ich das irgendwie falsch?


r Energieverlust der Hintergrundphotonen steckt in der Expansion der Raumzeit.
Die Expansionsenergie, auch Dunkle Energie, muss gegen diesen Energieverlust der Materie ankämpfen.
Und da die Expansionsgeschwindigkeit offenbar zunimmt, scheint der Energieverlust der Hintergrundphotonen eine immer geringere Rolle zu spielen.

Thomas



Kann es nicht auch sein, dass die Energie der Photonen die Expansion antreibt?

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kosmologische Rotverschiebung 17 12. 2020 00:20 #79863

Kasmodia schrieb: Dennoch ist es doch gegensätzlich zu Rainers Aussagen, dass das Photon sich eigentlich gar nicht verändert hat.

Es ist so, dass überall die Expansion gleichmäßig ist und daher alle Photonen überall gleichermaßen gedehnt sind, also rotverschoben.
Wie gesagt, ist die Frequenz eines Photons immer relativ zum Beobachter.

Kasmodia schrieb: Kann es nicht auch sein, dass die Energie der Photonen die Expansion antreibt?

Nein, sie ist viel viel viel zu gering. Außerdem würde die Energie gravitativ anziehend und nicht abstoßend wirken.
Wenn Du den Lichtdruck ansprichst, so ist dieser eine Zustandsgröße und daher nicht über Entfernungen kumulierend sondern überall konstant. Er hat allenfalls im sehr frühen Universum eine Rolle gespielt.

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kosmologische Rotverschiebung 17 12. 2020 10:59 #79865

Es ist ja übrigens so, dass die CMBR, die wir heute sehen, damals außer Sichtweite lag, obwohl die Entfernungen D'=D·a ja viel geringer waren. Das lag daran, dass die Rezessionsgeschwindigkeit v'=H'·D'≫c damals ein Vielfaches der Lichtgschwindigkeit betrug. Die Energie dieser Photonen war damals von "hier" aus gesehen also Null. Die rechnerische Frequenz f = γ(1-β')f' < 0 wäre negativ, das Energiepaket entfernt sich.

Erst durch Absinken der Expansionsrate H von damals H' auf heute H° sank die Rezessionsgeschwindigkeit trotz der stark vergrößerten Entfernung D=D'/a unter v=H°·D<c, wodurch uns das Licht überhaupt erreicht und "nur noch" rotverschoben ist.
(genau genommen ist dabei nicht die ursprüngliche Entfernung D' maßgeblich sondern der jeweilge Abstand d(t) des Photons, dieser vergrößert sich anfangs sogar exponentiell, sinkt dann aber nach Vergrößerung des Hubbleradius rH=c/H>d auch schneller)

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kosmologische Rotverschiebung 18 12. 2020 23:33 #79886

Die Expansion ist nur an den Orten gleich, die das gleiche Weltalter haben.
Die Expansion ist nicht überall gleich, sondern nur an Orten mit einer gleich langen Vergangenheit.

Wenn wir Licht aus den Tiefen des Universums betrachten, dann schauen wir in die Vergangenheit und die Wellenlängen der Photonen, die unser Auge erreichen, sind durch die Expansion gestreckt worden.
Sie haben an die Expansion Energie abgegeben, aber nicht, indem sie die Expansion befeuert haben, sondern dadurch, dass sie die Expansion bremsen wollten, die Expansion aber offensichtlich die stärkere Komponente ist. Wie bei einer Feder, die gedehnt wird und die Federkraft zunehmend an Spannung verliert.
Thomas

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kosmologische Rotverschiebung 27 12. 2020 19:38 #80244

Thomas und Rainer,

Vielen Dank noch mal für Eure Antworten. Ich habe jetzt doch noch mal etwas über die Aussage „Die Energie eines Photon ist abhängig vom Betrachter“ nachgedacht und jetzt hoffentlich verstanden.

Ich hatte mich in die Irre führen lassen, da die kosmologische Rotverschiebung ja kein Dopplereffekt und das eigentlich egal ist und dabei übersehen, dass es um die Bewegung des Beobachter geht. Je schneller ich mich auf eine (scheinbare) Quelle zubewege, desto kurzwelliger wird das Licht. Deshalb rechnet man ja auch „unseren“ Dopplereffekt bei der Analyse der CMB heraus.
Und ich verstehe jetzt auch endlich, was Rainer mit relativer Energie gemeint hat. Dass das Photon nie eine absolute Energiemenge besitzt, sondern abhängig von der Bewegung des Betrachters und Bewegung der Quelle ist.

Damit ergibt sich für die Frage Wo geht denn die Energie der Photonen der CMBR hin doch nur eine Antwort meines Erachtens. Nirgends. Sie bleibt bei den Photonen. Was meint Ihr?

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kosmologische Rotverschiebung 27 12. 2020 19:54 #80245

Korrekt. Diese Energie wird ja auch übertragen, sie ist am Empfangsort nur nicht mehr so viel "wert". Das wird allerdings gerne auch anders interpretiert.

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kosmologische Rotverschiebung 30 12. 2020 17:52 #80332

ra-raisch schrieb: Korrekt. Diese Energie wird ja auch übertragen, sie ist am Empfangsort nur nicht mehr so viel "wert". Das wird allerdings gerne auch anders interpretiert.



Das ist so cool. Ich habe so viel gelernt in diesem Thread. Ich habe hier auch ein Physikbuch, das eigentlich genau der Argumentation folgt, da habe ich mich anfangs auch nur gewundert. Aber jetzt gibt es echt sinn.

Ich frage mich nur, wie es zu den anderen Interpretationen kommt, die man zB auf Wikipedia oder Spektrum findet.

de.wikipedia.org/wiki/Rotverschiebung#Ko...sche_Rotverschiebung
www.spektrum.de/lexikon/astronomie/rotverschiebung/417

Da wird immer mit die Energie geht in die Raumzeit argumentiert.

Du hattest hier auch zunächst was von potential geschrieben. Wie kann ich das verstehen?


Viele Grüße

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kosmologische Rotverschiebung 30 12. 2020 20:00 #80336

Das ist eine Frage des Standpunktes.

Das ist bei Licht genauso wie bei einem Objekt.

Von hier aus gesehen ist blauverschobenes Licht eben enrgiereicher genauso wie ein fallender Stein scheinbar zusätzliche kinetische Energie besitzt.

In Wahrheit bleibt in beiden Fällen die Energie unverändert, beim Stein verwandelt sich potentielle Energie in kinetische, beim Licht ist die Frequenz scheinbar erhöht, weil bei uns die Zeit langsamer vergeht als am Ursprungsort. In Wahrheit hat sich die Frequenz aber nicht verändert, sie war von Anfang an in diesem schnellen Takt.

Und dann wird die fehlende oder zusätzliche Energie gerne dem Gravitationsfeld zugeschrieben, das aber lediglich Mittel zum Zweck ist und kein Reservoir besitzt.

Es kommt noch folgendes hinzu:
Nähert man sich von außen einem Objekt im Potential, dann scheint es schwerer zu werden, bis es in unmittlbarer Nähe seine Ruhemasse wieder hat ... ganz einfach, weil nun die Messinstrumente im selben Potential sind. Stattdessen wird diese scheinbare Massezunahme gelegentlich dem Gravitationsfeld mit angeblich negativer Masse zugeschrieben, das in der Nähe nicht mehr wirksam ist.

In der Elektromechanik ist diese Sichtweise der Feldenergie Gang und Gäbe ..... ich habe da meine Zweifel. Beim Gravitationsfeld sind es aber nur wenige, die effektiv in diese Richtung denken.
ra-raisch schrieb: .
"No, the question is wrong. The motivation is wrong. The result is wrong. The idea is wrong." (MTW Seite 467)
www.uwudl.de/forum/aktuell/aristoteles-z...uemmt.html?start=480


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kosmologische Rotverschiebung 31 12. 2020 01:35 #80343

Thomas schrieb: wenn die Hintergrundphotonen durch die Expansion Energie verlieren, Rainer hat das ja schön erklärt, dann stellt sich doch die Frage, wo denn diese Energie denn jetzt steckt.
Der Energieerhaltungssatz sagt ja, dass Energie nicht verloren geht.
Also wo muss man sie jetzt suchen?

Nach dem Noether-Theorem ist Energie definiert als eine Größe, die erhalten bleibt, wenn ein System Zeitinvarianz aufweist. Wikipedia weiß: "Nach dem Noether-Theorem gehört in der Physik zu jeder kontinuierlichen Symmetrie auch eine Erhaltungsgröße. Zur Zeitinvarianz (Homogenität der Zeit) gehört die Energieerhaltung."

Ein expandierendes Universum ist gemäß ART kein zeitinvariantes System, so dass seine Energie eigentlich gar nicht definiert ist. Sabine Hossenfelder sagt zu der Frage , wo die Energie der Hintergrundstrahlung im expandierenden Universum hingeht: "It goes nowhere. It is just not conserved. No, it really isn't." ("Sie geht nirgendwo hin. Sie wird einfach nicht erhalten. Nein, wird sie wirklich nicht.")

Also sprach das Photon: Wo wir sind ist vorne! Und sollten wir mal hinten sein, dann ist hinten vorne!

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Also sprach das Photon: Wo wir sind ist vorne! Und sollten wir mal hinten sein, dann ist hinten vorne!

kosmologische Rotverschiebung 31 12. 2020 17:35 #80359

Steinzeit-Astronom schrieb:

Thomas schrieb: wenn die Hintergrundphotonen durch die Expansion Energie verlieren, Rainer hat das ja schön erklärt, dann stellt sich doch die Frage, wo denn diese Energie denn jetzt steckt.
Der Energieerhaltungssatz sagt ja, dass Energie nicht verloren geht.
Also wo muss man sie jetzt suchen?

Nach dem Noether-Theorem ist Energie definiert als eine Größe, die erhalten bleibt, wenn ein System Zeitinvarianz aufweist. Wikipedia weiß: "Nach dem Noether-Theorem gehört in der Physik zu jeder kontinuierlichen Symmetrie auch eine Erhaltungsgröße. Zur Zeitinvarianz (Homogenität der Zeit) gehört die Energieerhaltung."

Ein expandierendes Universum ist gemäß ART kein zeitinvariantes System, so dass seine Energie eigentlich gar nicht definiert ist. Sabine Hossenfelder sagt zu der Frage , wo die Energie der Hintergrundstrahlung im expandierenden Universum hingeht: "It goes nowhere. It is just not conserved. No, it really isn't." ("Sie geht nirgendwo hin. Sie wird einfach nicht erhalten. Nein, wird sie wirklich nicht.")


Danke, dass Du hier das Noethertheorem erwähnst. Das hatte ich so gar nicht mehr auf dem Schirm. Es ist ja ein wichtiges Teil für mein Verständnis. Mit Sabine Hossenfelder bin ich ja fast einer Meinung;-) . Die Energie geht nirgendwo hin. Dann aber zu sagen, die Energie ist einfach nicht erhalten, ist meiner Meinung etwas einfach, ist aber vielleicht auch dem Format geschuldet. Es ist vielmehr so, dass ein Photon gar keine absolute Energie besitzt, sondern nur eine relative und abhängig von der Bewegung des Beobachter ist, obwohl wohl das ja auch nur eine Interpretation ist (s. Peter Schneider, Extragalactic Astronomy and Cosmology,4.3.2., 2015)

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kosmologische Rotverschiebung 31 12. 2020 18:35 #80360

Kasmodia schrieb: obwohl wohl das ja auch nur eine Interpretation ist (s. Peter Schneider, Extragalactic Astronomy and Cosmology,4.3.2., 2015)

Ich sehe da nichts besonderes, welche Zeile meinst Du genau?
Thus, not the properties of the photons are changing in time, but the state of motion of the observers that measure the photon energy as they propagate through the universe.

Es ist egal, ob man von der Expansion des Raumes oder von einer Relativgeschwidngiekt der beiden Objekte (Sender und Empfänger) ausgeht. Die Energie des Photons bleibt relativ, ohne sich selbst zu verändern.

Wenn man es als Expansion des Raumes interpretiert, dann berücksichtigt man die Tatsache, dass jedes IS im Universum nur ganz lokal von Objekten repräsentiert wird. Die (ursprüngliche) Energie des Photons gegenüber seinem Sender ist bedeutungslos geworden. Selbst bei einer Reflexion wird es dort lediglich doppelt rotverschoben wieder ankommen, gemäß der Rezessionsgeschwindigkeit des Spiegels.

Vorsicht, ich schreibe vereinfacht ohne Wurzelzeichen ³x=³√x , wenig Klammern 1/4r²π=1/(4r²π) , statt Vektorpfeil v¹=v⃗ Funktionen bzw Argumente kennzeichne ich mit einem Punkt f.(x)=f(x)

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kosmologische Rotverschiebung 01 01. 2021 11:36 #80375

ra-raisch schrieb:

Kasmodia schrieb: obwohl wohl das ja auch nur eine Interpretation ist (s. Peter Schneider, Extragalactic Astronomy and Cosmology,4.3.2., 2015)

Ich sehe da nichts besonderes, welche Zeile meinst Du genau?


Ich meinte die Subüberschrift S. 526:
Interpretation of cosmological redshift.

Thus, not the properties of the photons are changing in time, but the state of motion of the observers that measure the photon energy as they propagate through the universe.

Es ist egal, ob man von der Expansion des Raumes oder von einer Relativgeschwidngiekt der beiden Objekte (Sender und Empfänger) ausgeht. Die Energie des Photons bleibt relativ, ohne sich selbst zu verändern.

Wenn man es als Expansion des Raumes interpretiert, dann berücksichtigt man die Tatsache, dass jedes IS im Universum nur ganz lokal von Objekten repräsentiert wird. Die (ursprüngliche) Energie des Photons gegenüber seinem Sender ist bedeutungslos geworden. Selbst bei einer Reflexion wird es dort lediglich doppelt rotverschoben wieder ankommen, gemäß der Rezessionsgeschwindigkeit des Spiegels.


Hatte ich was falsches gesagt ?

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kosmologische Rotverschiebung 01 01. 2021 12:41 #80376

Kasmodia schrieb: Hatte ich was falsches gesagt ?

Nein, natürlich nicht, ich hatte Dich nur so verstanden, dass Schneider eine weitere Interpretation anbietet.

Vorsicht, ich schreibe vereinfacht ohne Wurzelzeichen ³x=³√x , wenig Klammern 1/4r²π=1/(4r²π) , statt Vektorpfeil v¹=v⃗ Funktionen bzw Argumente kennzeichne ich mit einem Punkt f.(x)=f(x)

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kosmologische Rotverschiebung 01 01. 2021 20:37 #80410

ra-raisch schrieb:

Kasmodia schrieb: Hatte ich was falsches gesagt ?

Nein, natürlich nicht, ich hatte Dich nur so verstanden, dass Schneider eine weitere Interpretation anbietet.



Nee ;-), ich wollte damit nur sagen, dass die Argumentation von Peter Schneider auch nicht in Stein gemeißelt, sondern auch nur eine Interpretation ist, allerdings eine ziemlich geniale.

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kosmologische Rotverschiebung 01 01. 2021 20:47 #80411

Kasmodia schrieb: sondern auch nur eine Interpretation ist, allerdings eine ziemlich geniale.

Danke, auch für die Fundstelle, denn ich hatte dies zwar hier schon lange gepredigt aber selbst noch nirgends gelesen, ich hatte danach allerdings bisher auch nicht gesucht.

Das Problem in der Kosmologie ist jedoch, dass dieses Ergebnis (bzw Interpretation) wenig "Nährwert" hat, denn das gesamte Universum expandiert und somit wird die Anfangsenergie immer weniger wert.... das widerspricht ein bisschen der Energieerhaltung. Dazu gab es ja erst vor kurzem ein sehr schönes Video von Matthias Bartelmann.
www.uwudl.de/component/k2/item/792-energ...hias-bartelmann.html

Vorsicht, ich schreibe vereinfacht ohne Wurzelzeichen ³x=³√x , wenig Klammern 1/4r²π=1/(4r²π) , statt Vektorpfeil v¹=v⃗ Funktionen bzw Argumente kennzeichne ich mit einem Punkt f.(x)=f(x)

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Vorsicht, ich schreibe vereinfacht ohne Wurzelzeichen ³x=³√x , wenig Klammern 1/4r²π=1/(4r²π) , statt Vektorpfeil v¹=v⃗ Funktionen bzw Argumente kennzeichne ich mit einem Punkt f.(x)=f(x)
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