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THEMA: Person und Sache

Person und Sache 01 Nov 2017 10:51 #21597

Im Forum geht es um sachliche Themen. Aber es interagieren Personen miteinander. Manchmal gibt es da Probleme.

These:
Es muss immer klar zwischen Peron und Sache unterschieden werden.

Beispiel:
Person A hat etwas gepostet, was einen sachlichen Fehler enthält.
Person B könnte zB auf folgende Weisen reagieren:
(1) Deine Aussage ist sachlich falsch.
(2) Du hast das nicht verstanden.
Reaktion (1) unterscheidet Person und Sache. Es wird auf die Aussage Bezug genommen, die Person ist nur als die, die die Aussage gemacht hat, benannt.
Reaktion (2) ist übergriffig. B kann gar nicht wissen, was jemand anders verstanden hat. Vielleicht hat A es verstanden, aber a) hat sich unglücklich ausgedrückt b) war gerade abgelenkt c) irgend etwas anderes hat zur Aussage geführt.

Natürlich kann man Person und Sache nicht vollkommen trennen. Meine These geht deshalb nicht Richtung Trennung, sondern klare Unterscheidung.
Wenn es gut geht (die Chemie stimmt), macht es auch nichts, wenn das ineinander übergeht. Ein gemeinsam empfundener Humor, ein länger stattgefundener Austausch und bereits ausgesprochene Wertschätzung können da viel möglich machen.
Aber es geht nicht immer gut.
Alles menschliche Miteinander beruht darauf, dass diese These beachtet wird. Im Internet, bei der eine leibliche Kommunikation (Mimik, Körpersprache, Stimme, gemeinsame Situation, räumliche Anordnung, Gleichzeitigkeit, evtl. gemeinsames Erleben und sei es nur, dass man Wasser trinkt, Körperkontakt wie Händeschütteln, ...) vollkommen entfällt, ist dies viel wichtiger, weil vieles wegfällt, was Aussagen über eine Person einrahmen und auffangen kann.

Wer meint, er habe etwas erkannt, der weiß noch nicht, wie man erkennen soll.
1. Brief des Paulus an die Korinther 8, 2
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Wer meint, er habe etwas erkannt, der weiß noch nicht, wie man erkennen soll.
1. Brief des Paulus an die Korinther 8, 2

Person und Sache 01 Nov 2017 20:17 #21621

Ich sehe das sehr ähnlich wie du Martin.

Natürlich ist es manchmal so das aus einer Antwort deutlich wird das der andere irgend ein Argument nicht so verstanden hat wie es gemeint war.
Jeder sollte sich deshalb ab und an bewusst machen das es viele Störungen in der Kommunikation geben kann.
- Was gemeint ist ist nicht das was geschrieben wird (unglückliche Ausdrucksweise; weggelassene scheinbare Selbstverständlichkeiten)
- Was geschrieben wurde wird nur unvollständig gelesen
- Was gelesen wird wird durch eigene Vorstellungen, auch Vorurteile gefiltert und bewertet
... die Liste kann beliebig fortgesetzt werden.

Ich halte viel von dem mir aus Wikipedia bekannten Prinzip "assume good faith", frei übersetzt: "gehe von besten Absichten aus" und versuche mich daran zu halten.

Eine Reaktion nach 2) versuche ich zu vermeiden. Aber wenn es in der Hitze der Diskussion doch einmal dazu kommt würde das etwa so formulieren: "Ich habe den Eindruck du hast das noch nicht verstanden." Das wäre dann nämlich kein Übergriff mehr, keine Aussage über den anderen sondern eine über mich selbst.

Fraglich ist allerdings ob das auch so verstanden wird. Also ist es besser solche Aussagen (Unterstellungen) zu vermeiden.

assume good faith

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assume good faith

Person und Sache 02 Nov 2017 00:55 #21635

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Wegen meiner familiär bedingten Affinität zur Psychologie ein Beispiel für verschiedene Experimente über die Beeinflussung der Psyche bei Beurteilungen (vielfältige!)

Eine Lehrerin wird von einem angeblichen Schuldirektor (Experimentleiter) einer Schule( die eingeweiht ist und die inseriert hatte), gebeten, in 2 Klassen zu vertreten und ohne das eigentliche Anliegen raushängen zu lassen, wird über die Klassen gesprochen und mitgeteilt, dass Klasse A in Mitarbeit und Leistung sehr gut ist, hingegen Klasse B nicht so sehr, obwohl es in Wahrheit umgedreht ist.
Dieses Experiment wurde 21 x wiederholt, eine Lehrerin fragte nach einem Klassenbuch mit Noten und erhielt ein gefaktes. Alle Lehrerinnen nach ihren Eindrücken befragen, bestätigten „das Hervorragende“ an Klasse A!

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