Willkommen, Gast
Benutzername: Passwort: Angemeldet bleiben:
  • Seite:
  • 1

THEMA: Dunkle Materie, Urknall und Neutrinos

Dunkle Materie, Urknall und Neutrinos 24 Mai 2017 17:30 #14898

Bei mir sind Fragen zur Dunklen Materie aufgetaucht im Bezug zum Urknall, was dann weiter fragen um das Thema geführt hat.

Die Urknalltheorie erklärt die Entstehung aller Materie und des ganzen Universum. Der Punkt ist, das wir heute wissen das es sowas wie Dunkle Materie/Energie gibt. Diese Dunkle Materie müsste also durch den Urknall entstanden. Da die Urknalltheorie nicht nur ein nettes Erklärbild ist, sondern auch ein Umfangreiches Berechnungskonstrukt beinhaltet, habe ich mich gefragt, ob es Irgendwo Informationen gibt, die sich mit dem Urknall im Bezug zur Dunklen Materie. Beim Urknall entstand lediglich Wasserstoff, was heisst, das dunkle Materie, wenn sie beim Urknall entstanden ist, auch in der niedrigsten Elementform vorlag.

Daraus ergibt sich auch wieder die Frage ob in den Brennöfen der sichtbaren Materie, also der Sterne, auch Dunkle Materie vorhanden ist. Meine überlegung ist soweit, das eigentlich wenn ein Stern aus 50% Dunkler Materie besteht und 50% Sichtbarer, wäre zwar von ausser, wie ein Stern aussehen würde, der aus 100% sichtbarer Materie besteht. Der Gravitationsdruck der zur Fusion der Atomkerne führt müsste, der selber sein, der große Unterschied wäre, dass die Lebensdauer des Stern nicht den Berechnungen entspricht. Das ist zumindest bis jetzt meine Vermutung.

Was auch letztendlich heißt, das bei Schwarzenlöchern eben auch nicht nur sichtbare Materie, sondern eben auch Dunkle Materie eingesaugt wird.

Wie gesagt, Google hat bei mir nichts zutage gefördert, auch nicht im englischsprachigen Internet.

Die zweite große Frage betrifft Neutrinos und der Suche nach Ausserirdischem Leben.

Neutrinos entstehen durch Fusion von Atomkernen. Wenn man eine Atombombe zündet müsste bei dem Prozess kurzzeitig eine starke, künstliche Neutrinoquelle entstehen, genauso wäre ein Atomkraftwerk eine nicht so stark aber eben auch eine Künstliche Neutrinoquelle.
Wir suchen, um andere Zivilisierte zu finden, den Himmel nach Radiowellen ab. Aber selbst die NASA und ESA haben schon große Datenmengen durch Laser von Sonden übertragen. Wäre es dann nicht sinnvoller nach Neutrinoquellen ausschau zu halten. Alle uns bekannten Möglichkeiten Energie zu erzeugen für bemannte Raumfahrt sind nunmal auch künstliche Neutrinoquellen (Außer Solarzellen). Da Neutrinos nicht schädlich sind, wäre auch eine hochentwickelte Zivilisation sie nicht versuchen abzuschirmen. Die Frage, die ich mir stelle, ist, ob eine Neutrinodetektor auf dem Mond in der Lage wäre mir alle Atomkraftwerke der Erde zu lokalisieren.

Ich danke schon jetzt, das jemand meinen Schwachsinn erträgt.

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Dunkle Materie, Urknall und Neutrinos 24 Mai 2017 17:55 #14899

Hi!

Zu der Frage nach den Neutrinoquellen: Ja, das ist richtig. Man könnte nach Neutrinoquellen suchen.

Allerdings kann man Neutrinos nicht einfach mit einem Teleskop einfangen, denn das fängt ja Photonen ein, indem es sie mit Hilfe der elektromagnetischen Wechselwirkung erst ablenkt, dann auch einem Schirm fokussiert, und dann auf dem Schirm einen Detektor anbringt, auf dem das Photon sicher wechselwirkt und dabei zerstört wird.

Neutrinos lassen sich nicht so einfach einfangen, wir sind schon froh, wenn wir bei mehrtägiger Beobachtungsdauer eine dreistellige Anzahl Neutrinos in einem riesigen, hunderttausende tonnen Wasser beinhaltenden Tank einfangen können.

Damit kann man unmöglich ein hochauflösendes Bild des Sternenhimmels generieren. Bestenfalls kann es uns gelingen, wenn wir drei oder mehr Detektoren auf der Erde platzieren, bei sehr starken Neutrinoausbrüchen ganz grob die Richtung ihrer Herkunft zu ermitteln.


Zu deinen Überlegungen mit der Dunklen Materie in und um den Stern: Hier ist folgender Denkfehler enthalten. Und zwar bleibt die Masse eines Sterns nur "beieinander", weil die Gaswolken aneinander reiben. Diese Reibung ist ein Effekt der elektromagnetischen Wechselwirkung, der die dunkle Materie nicht unterworfen ist. D.h. sie reibt nicht aneinander, verdichtet sich also auch nicht in demselben Maße wie der Stern, und bleibt deswegen sehr viel gleichmäßiger innerhalb der Galaxis verteilt als die leuchtende Materie das tut. Vielleicht konzentriert sie sich grob ums galaktische Zentrum, aber sie bildet keine scharf abgegrenzten Objekte aus wie z.B. Sterne oder Planeten.

Dann zur "Chemie" dunkler Materie. Es ist Spekulation, ob dunkle Materie überhaupt komplexe Strukturen wie Atomkerne oder Atome ausbildet. Zur Erinnerung: Ein elektrisch neutrales Atom entsteht nur dadurch, dass der positiv geladene Kern negativ geladene Elektronen in seinen Bann zieht, die dann die Kernladung nach außen abschirmen. Dunkle Materie unterliegt per Definition nicht der elektromagnetischen Wechselwirkung, ist also elektrisch neutral, bildet also keine Atome, keine Moleküle, kein gar nichts. Die Teilchen der dunklen Materie kann man sich so vorstellen, dass sie ziemlich wirr und ziellos im Universum umherschwirren, nur gelaten durch weitläufige Gravitationsfelder.

Dass sie von einem schwarzen Loch eingesaugt würde, stimmt zwar prinzipiell, allerdings nur, wenn sie direkt darauf zu stürzt. Der größte Teil der Materie, die in ein schwarzes Loch stürzt, muss auch zunächst eine ganze Menge Energie abbauen, was nur gelingt, indem sie sich durch Reibung in der Akkretionsscheibe aufheizt und diese Energie dann abstrahlt. Hier kommt wieder das Problem ins Spiel, dass dunkle Materie nicht elektromagnetisch wechselwirkt, also nicht reibt, also keine Energie verliert, also in viel geringerem Maße eingesaugt wird.

Eine der stärksten Neutrinoquellen ist übrigens eine Supernova-explosion.

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

  • Seite:
  • 1
AUF Zug
Powered by Kunena Forum