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THEMA: Geschwindigkeit von Gravitationswellen

Geschwindigkeit von Gravitationswellen 10 Mär 2016 11:50 #3657

Hallo Herr Gassner, Hallo Thomas, Hallo @Alle ;-),

in einem Beitrag in einer Verteiler-Liste wurde auf einen Aufsatz Bezug genommen, der sich mit der Abschätzung der Ausbreitungsgeschwindigkeit von Gravitationswellen beschäftigt.
arxiv.org/abs/1602.04188 ("On constraining the speed of gravitational waves following GW150914"), als PDF: arxiv.org/pdf/1602.04188v1
Summary:
"We point out that the observed time delay between the detection of the signal at the Hanford and Livingston LIGO sites from the gravitational wave event GW150914 places an upper bound on the speed of propagation of gravitational waves, cgw≲1.7 in the units of speed of light. Combined with the lower bound from the absence of gravitational Cherenkov losses by cosmic rays that rules out most of subluminal velocities, this gives a model-independent double-sided constraint 1 ≲ cgw ≲1.7. We compare this result to model-specific constraints from pulsar timing and cosmology. "

Eine Würdigung, ob Überlichtgeschwindigkeit möglich ist, erfolgt nicht.
Weitere Untersuchungen, welche auf diese Abschätzung Bezug nehmen, konnte ich nicht finden.

Ich habe folgende Fragen dazu:
1. wie seriös bewerten sie/ihr diese Untersuchung?
2. ist es aus ihrer/eurer Einschätzung denkbar, dass sich Gravitationswellen mit Überlichtgeschwindigkeit
ausbreiten?

Vielen Dank!

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Letzte Änderung: von ThomasS.. Begründung: Adressierung an Hn. Gassner zu einschränkend (Notfallmeldung) an den Administrator

Geschwindigkeit von Gravitationswellen 12 Mär 2016 16:47 #3710

Wer kann mir bei den Fragen weiter helfen?
Danke,
Thomas (ein weiterer ..)

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Geschwindigkeit von Gravitationswellen 12 Mär 2016 17:22 #3712

ThomasS. schrieb: Ich habe folgende Fragen dazu:
1. wie seriös bewerten sie/ihr diese Untersuchung?
2. ist es aus ihrer/eurer Einschätzung denkbar, dass sich Gravitationswellen mit Überlichtgeschwindigkeit
ausbreiten?

Vielen Dank!


Zu 1. kann ich keine Aussage treffen.
Zu 2. Ich glaube nicht, dass es etwas gibt, das sich mit Überlichtgeschwindigkeit fortbewegt, denn damit wären die Relativitätstheorien von Einstein widerlegt, unser gesamtes derzeitige Wissensgebäude würde einstürzen, 100 Jahre Forschung für die Katz, man müsste alle Lehrbücher einstampfen und nochmal neu anfangen.


Sollte sich das mit der Überlichtgeschwindigkeit der Gravitationswellen bestätigen ..... na, das wäre aber ein Hammer!

Grüße
Udo

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Geschwindigkeit von Gravitationswellen 12 Mär 2016 19:14 #3715

Wenn ich das pdf richtig verstehe, gibt das pdf den Wert 1,7*c nur als Obergrenze an für den Fall, dass das Ereignis auf der Verlängerung der Strecke zwischen den beiden LIGO-Detektoren liegt. Alle höheren Geschwindigkeiten könnte man mit diesem Messergebnis ausschließen.

Ich habe da keine Aussage herausgelesen, dass sich Gravitationswellen tatsächlich mit v>c bewegen.

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Geschwindigkeit von Gravitationswellen 12 Mär 2016 21:59 #3720

ClausS schrieb: Wenn ich das pdf richtig verstehe, gibt das pdf den Wert 1,7*c nur als Obergrenze an für den Fall, dass das Ereignis auf der Verlängerung der Strecke zwischen den beiden LIGO-Detektoren liegt. Alle höheren Geschwindigkeiten könnte man mit diesem Messergebnis ausschließen.

Ich habe da keine Aussage herausgelesen, dass sich Gravitationswellen tatsächlich mit v>c bewegen.


Vielen Dank!

Es ist also weitgehend eine geometrische Betrachtung.
Mich hat nur gewundert, dass die Obergrenze (und damit die Option v>c) unkritisch stehen bleibt.
Damit wird aus meiner Sicht in einer wissenschaftlichen Arbeit doch eine sehr spekulative Behauptung aufgestellt, ohne die aus der ART resultierende Begrenzung auf c auch nur zu erwähnen.
Ist das nicht eher unwissenschaftlich?

Thomas

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Geschwindigkeit von Gravitationswellen 12 Mär 2016 22:30 #3721

Sie gehen davon aus, dass jeder Physiker die Beschränkung v < c kennt, so dass man darauf nicht extra hinweisen muss. Ob diese Arbeit geglückt ist oder nicht, will ich nicht beurteilen.

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Geschwindigkeit von Gravitationswellen 15 Mär 2016 20:02 #3836

ThomasS. schrieb: Mich hat nur gewundert, dass die Obergrenze (und damit die Option v>c) unkritisch stehen bleibt.
Damit wird aus meiner Sicht in einer wissenschaftlichen Arbeit doch eine sehr spekulative Behauptung aufgestellt, ohne die aus der ART resultierende Begrenzung auf c auch nur zu erwähnen.
Ist das nicht eher unwissenschaftlich?

Thomas


Nein Thomas, genau SO funktioniert doch Wissenschaft: Man "irrt" sich hoch bis hin zu beweisbaren Fakten, dabei ist es doch nur normal, dass auch mal unsaubere Arbeiten abgeliefert werden, die von Fehlern nur so strotzen.

Andere, nachfolgende Arbeiten werden das schon korrigieren.

Man darf nur nicht davon ausgehen, dass absolut JEDE Veröffentlichung der Weisheit letzter Schluss ist, eine gewisse Skepsis ist immer angebracht, das ist doch das Wesen, der Kern von wissenschaftlicher Arbeit.

Wenn ich nur daran zurückdenke, als veröffentlicht wurde, dass man angeblich gemessen hätte, dass die LG größer als c sei ........ dieses Experiment in den Alpen oder besser gesagt unter den Alpen, was war da ein Aufsehen. Bis sich dann herausstellte, dass die Messung falsch war, weil ein Computer falsch verkabelt war oder sowas ähnliches.

Irrtümer passieren eben. Sorgfältige wissenschaftliche Arbeit korrigiert diese aber wieder.


Grüße
Udo

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Geschwindigkeit von Gravitationswellen 18 Mär 2016 09:02 #3946

Hallo Udo,

vielen Dank für's gerade rücken meiner Weltsicht!
Da ist mein Verständnis von "ordentlicher" Wissenschaft wohl doch zu optimistisch ;-)
Ich war der Meinung, dass Wissenschaftler, und da haben sich doch einige für diese Arbeit bemüht, (oder wenigstens eingetragen), wenigstens die wesentlichen Aspekte beleuchten.
Also werde ich künftig solche Arbeiten etwas kritischer lesen.

Viele Grüße, Thomas

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Geschwindigkeit von Gravitationswellen 18 Mär 2016 19:20 #3965

Problematisch ist, dass Wissenschaftler unter anderen nach ihren Publikationen beurteilt werden und ihr Ansehen, ihre Karriere und ihre Forschungsgelder davon abhängen können. Dies kann im ein oder anderen Fall dazu führen, dass Erkenntnisse vorschnell publiziert werden.

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Geschwindigkeit von Gravitationswellen 18 Mär 2016 19:30 #3968

ClausS schrieb: Problematisch ist, dass Wissenschaftler unter anderen nach ihren Publikationen beurteilt werden und ihr Ansehen, ihre Karriere und ihre Forschungsgelder davon abhängen können. Dies kann im ein oder anderen Fall dazu führen, dass Erkenntnisse vorschnell publiziert werden.


Ja natürlich stehen die Wissenschaftler unter Druck, oftmals "liegt ja was in der Luft", hier und da und dort wird geforscht an der gleichen Sache, man meint, was herausgefunden zu haben und geht damit an die Öffentlichkeit. Denn nur wer als erster neue Erkenntnisse publiziert, bekommt den Ruhm, der andere, der das gleiche entdeckt hat, aber nur ein paar Stunden später veröffentlicht hat, geht leer aus.

Das erklärt so manche, im Nachhinein unverständliche, überhastete und fehlerbehaftete Veröffentlichung.

Grüße
Udo

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