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Gibt es Singularitäten? 10 12. 2019 20:12 #62167

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Hallo,

häufig wird ja angenommen, dass in schwarzen Löchern Singularitäten vorkommen. Hier habe ich noch ein Verständnisproblem.
Laut ART, und speziell der gravitativen Zeitdilatation, müsste die Zeit für einen entfernten Beobachter zum Zentrum des schwarzen Loches hin ja immer langsamer vergehen. Nehmen wir mal kurz an, man könnte sehen, was hinter dem Ereignishorizont passiert. Müssten da nicht alle Prozesse langsamer ablaufen und zum Zentrum hin zum fast zum Erliegen kommen? Müsste das nicht auch für den Kollaps eines Sternen-Kerns gelten? Wenn das so wäre, dann gäbe es noch gar keine Singularitäten, weil kein Schwarzes Loch im Universum bisher die Zeit hatte, eine Singularität auszubilden. Dazu wäre ja unendlich viel Zeit nötig.
Habe ich hier einen Denkfehler? Ich verstehe nicht, wie sich in endlicher Zeit Singularitäten ausbilden können, da die ART das ja zu verbieten scheint.
Hier stecke ich irgendwie fest. Könnt Ihr mir da gedanklich auf die Sprünge helfen?

Vielen Dank schon mal und liebe Grüße,
Gunther

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Gibt es Singularitäten? 10 12. 2019 22:11 #62170

Diese Frage taucht immer wieder auf und wurde schon zigmal beantwortet:

Von außen gesehen erreicht kein Teilchen den Schwarzschildradius sondern bleibt kurz davor kleben. Hierdurch bilden sich also immer weitere Schalen, wenn das SL wächst.

In Eigenzeit des Teilchens fliegt es aber ganz normal und immer schneller gen Zentrum. Ob innerhalb rs überhaupt etwas passiert und ggf was, werden wir wohl nie prüfen können.
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Gibt es Singularitäten? 14 12. 2019 17:07 #62329

Also von Außen wird nur der Schwarzschildradius eine Rolle spielen. Was sich drinnen abspielt spielt eigentlich keine Rolle, aber dennoch gibt es Theorien.

Aus der Sicht eines Teilchens wird es natürlich interessant. Was ich dazu in Erinnerung habe:
Bis man auf den Schwarzschildradius trifft, bleibt die Physik die gleiche. Innerhalb des SL ändern sich aber möglicherweise die Dimensionen: Es gibt nur noch eine Raumdimension: der direkte Weg ins Zentrum des SL. Dafür gibt es aber möglicherweise mehrere (3?) Zeitdimensionen. Während wir uns nur in eine Richtung der Dimension "Zeit" bewegen können, gibt können wir uns innerhalb des SL nur in eine Richtung der Dimension "Raum" bewegen. Dafür steht einem dort möglicherweise frei, in der Zeit vor und zurück zu gehen.
Auch wird überlegt, ob die Zeit im inneren des SL rückwärts geht...

Aber ich komme da ehrlichgesagt auch immer wieder durcheinander. Wenn man bedenkt, dass SL früher ja sehr kompakte Objekte waren kann man sich nicht vorstellen, dass das Innere der Punkt mit der höchsten (unendlichen) Dichte sein müsste: die Singularität.

Wenn ich annehme, dass die Zeit im Inneren des SL rückwärts geht, dann würde ich auch eher davon ausgehen, dass es keine Punktsingulatität im Inneren gibt, sondern dass es nur die "Schale" gibt. Unsere Physik hört nunmal bei Schwarzschildradius auf...

Vielleicht kann jemand aus dem Forum oder Andreas noch einmal aufdröseln, welche Theorien oder mathematischen Lösungen es dazu gibt.

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Gibt es Singularitäten? 14 12. 2019 18:11 #62331

Tobias schrieb:
Innerhalb des SL ändern sich aber möglicherweise die Dimensionen: Es gibt nur noch eine Raumdimension: der direkte Weg ins Zentrum des SL. Dafür gibt es aber möglicherweise mehrere (3?) Zeitdimensionen. Während wir uns nur in eine Richtung der Dimension "Zeit" bewegen können, gibt können wir uns innerhalb des SL nur in eine Richtung der Dimension "Raum" bewegen. Dafür steht einem dort möglicherweise frei, in der Zeit vor und zurück zu gehen.


Hab mich sowas ähnliches auch schon gefragt, das wäre als ob sich die Metrik der Raumzeit umstülpt (ähnlich wie ein Luftballon).
Die Dimensionen ( die Freiheitsgrade) vertauschen ihre Rollen dort. Könnte sein, aber evtl. mathematische Spielereien ?
Ich finde, ist aber schon irgendwie vorstellbar:

https://www.einstein-online.info/spotlight/rollentausch-von-raum-und-zeit/

Überleg, überleg..... hehe...

LG

Einszweidrei, im Sauseschritt ! Läuft die Zeit; wir laufen mit (Wilhelm Busch)
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Gibt es Singularitäten? 14 12. 2019 19:31 #62333

Tobias Kolkmann schrieb: Innerhalb des SL ändern sich aber möglicherweise die Dimensionen: Es gibt nur noch eine Raumdimension: der direkte Weg ins Zentrum des SL. Dafür gibt es aber möglicherweise mehrere (3?) Zeitdimensionen. Während wir uns nur in eine Richtung der Dimension "Zeit" bewegen können, gibt können wir uns innerhalb des SL nur in eine Richtung der Dimension "Raum" bewegen. Dafür steht einem dort möglicherweise frei, in der Zeit vor und zurück zu gehen.
Auch wird überlegt, ob die Zeit im inneren des SL rückwärts geht...

Ja, fast.
Man sagt, die Zeitdimension wird raumartig, und die radiale Dimension wird zeitartig, also auch nur eine Zeitdimension sozusagen.

Man kann sich das Innere am besten als River Modell vorstellen:
Der Raum fließt immer schneller nach innen, ein Boot darauf kann zwar hin und her fahren, aber nicht effektiv flussaufwärts, weil die Strömung zu reißend ist.

Tobias Kolkmann schrieb: Aber ich komme da ehrlichgesagt auch immer wieder durcheinander. Wenn man bedenkt, dass SL früher ja sehr kompakte Objekte waren kann man sich nicht vorstellen, dass das Innere der Punkt mit der höchsten (unendlichen) Dichte sein müsste: die Singularität.

Singularitäten sind nicht nur dem Physiker sondern auch der Physik bzw der Natur zuwider. Daher glaube ich daran auch nicht wirklich.

Tobias Kolkmann schrieb: Wenn ich annehme, dass die Zeit im Inneren des SL rückwärts geht, dann würde ich auch eher davon ausgehen, dass es keine Punktsingulatität im Inneren gibt, sondern dass es nur die "Schale" gibt. Unsere Physik hört nunmal bei Schwarzschildradius auf...

Das ist auch meine Anschauung. Wenn man jedoch die Punktsingularität annimmt, dann kann man mit Kruskal Szekeres Koordinaten kontinuierlich bis zum Zentrum rechnen.
Aber wie Du schon sagtest, spielt es von außen überhaupt keine Rolle, was innen passiert, solange man akzeptiert, dass die Masse weiterhin gravitativ wirkt.
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Gibt es Singularitäten? 14 12. 2019 19:39 #62334

Letztendlich kann niemand wissen, wie es innerhalb des Schwarzschildradius aussieht. Wir können lediglich spekulieren und unsere bekannten Gesetze darauf anwenden, in wie weit sie anwendbar sind wissen wir aber nicht.

Was passiert mit den Fermionen in einem Schwarzen Loch? Eigentlich müsste dieses Szenarion aufgrund des Pauli-Prinzips ausgeschlossen sein. Was passiert z.B. mit den Neutronen beim Kollaps eines Neutronensterns? Wandeln sie sich in Bosonen um? Oder in Energie? Oder was passiert?

Warum stelle ich hier solche Fragen? Weil sich für mich die Frage stellt, ob die Beschreibung der Verhältnisse innerhalb des Schwarzschildradius nur die ART herangezogen werden kann. Wenn nein, bräuchte man eine Theorie der Quantengravitation, die derzeit nicht existiert.

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Gibt es Singularitäten? 14 12. 2019 20:00 #62336

Rainer schrieb:
Aber wie Du schon sagtest, spielt es von außen überhaupt keine Rolle, was innen passiert


Ich will, will, will es aber wissen was da innen passiert weil ich so neugierig bin :lol:

Rainer schrieb:
Singularitäten sind nicht nur dem Physiker sondern auch der Physik bzw der Natur zuwider. Daher glaube ich daran auch nicht wirklich.


Was du da glaubst (oder was Natur ist) interessiert ja nicht wirklich.. Was dein Gehirn ( oder alle Gehirne) sich von der Wirklichkeit vorstellen
sind nicht in der Lage die Wirklichkeit zu erfassen, oder ?
Nur weil Singularitäten in deiner mathematischen Welt nicht existent (oder unlogisch) sind könnten sie trotzdem existieren, oder ?

LG

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Gibt es Singularitäten? 14 12. 2019 20:01 #62337

ClausS schrieb: Was passiert mit den Fermionen in einem Schwarzen Loch? Eigentlich müsste dieses Szenarion aufgrund des Pauli-Prinzips ausgeschlossen sein.

Ich habe es schon mehrfach mit unterschiedlichem Erfolg gerechnet, aber immer war der Raum eines SL gut ausreichend, um alle Protonen oder Neutronen pauliverträglich bzw fermigemäß unterzubringen.
ClausS schrieb: Wandeln sie sich in Bosonen um? Oder in Energie? Oder was passiert?

Warum stelle ich hier solche Fragen? Weil sich für mich die Frage stellt, ob die Beschreibung der Verhältnisse innerhalb des Schwarzschildradius nur die ART herangezogen werden kann. Wenn nein, bräuchte man eine Theorie der Quantengravitation, die derzeit nicht existiert.

Ich habe da auch meine Bedenken, denn ein Teilchen besteht bei rs nur noch aus kinetischer Energie. Die gesamte materielle Energie wird durch die potentielle Energie aufgewogen. Vielleicht bleibt ja noch eine Restmasse dank Higgs... Aber das ist nur unsere Sichtweise von außen. Letztlich kommt es darauf an, was dem Teilchen wirklich passiert.
Sonni1967 schrieb: Was du da glaubst (oder was Natur ist) interessiert ja nicht wirklich.. Was dein Gehirn ( oder alle Gehirne) sich von der Wirklichkeit vorstellen
sind nicht in der Lage die Wirklichkeit zu erfassen, oder ?

Naja so meinte ich es ja auch nicht, sondern dass ich vermute, dass es früher oder später eine entsprechende plausible Erklärung geben wird. Das holografische Prinzip (Bekenstein, Hawking) ist ja eigentlich schon so etwas.
wiki: Das holografische Prinzip wurde unter anderem von Gerardus ’t Hooft und Leonard Susskind entwickelt.

Im Prinzip ist es ja so, dass rs als Ereignishorizont den Innenraum vom Universum ausschließt, dennoch spüren wir die Gravitation von "dort", das ist für mich ein Widerspruch, vor allem wenn wir von Gravitonen und dem ständigen Erneuern des Gravitationsfeldes ausgehen.
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Gibt es Singularitäten? 15 12. 2019 10:57 #62364

ra-raisch schrieb:
ClausS schrieb: Was passiert mit den Fermionen in einem Schwarzen Loch? Eigentlich müsste dieses Szenarion aufgrund des Pauli-Prinzips ausgeschlossen sein.

Ich habe es schon mehrfach mit unterschiedlichem Erfolg gerechnet, aber immer war der Raum eines SL gut ausreichend, um alle Protonen oder Neutronen pauliverträglich bzw fermigemäß unterzubringen.


Ich habe es nicht gerechnet, aber nach meinem bisherigen Wissen war es das Pauli-Prinzip, das die Neutronensterne stabilisiert hat. Ist diese Annahme falsch?

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Gibt es Singularitäten? 15 12. 2019 11:58 #62365

Wenn ich nicht irre, ist das ein Gleichgewicht aus dem Fermidruck und der Gravitation, aber es gibt eine absolute Grenze, von der sprach ich.

Meine Formeln sind wohl falsch, aber das mit dem Entartungsdruck war schon korrekt.

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Gibt es Singularitäten? 16 12. 2019 12:52 #62415

ra-raisch schrieb:

Naja so meinte ich es ja auch nicht, sondern dass ich vermute, dass es früher oder später eine entsprechende plausible Erklärung geben wird. Das holografische Prinzip (Bekenstein, Hawking) ist ja eigentlich schon so etwas.
wiki: Das holografische Prinzip wurde unter anderem von Gerardus ’t Hooft und Leonard Susskind entwickelt.


Danke Rainer für den Hinweis! Hab öfter mal kurz darüber gelesen (hab`s aber nie wirklich ernst genommen) und auch nicht
so wirklich verstanden. Hab jetzt aber ein Video gefunden wo es (wie ich meine) deutlich wird dass man solche Ideen und
Überlegungen durchaus ernst nehmen sollte, ich setzte es mal hier rein:



Hmmm, irgendwie passen die Überlegungen dort zu meiner (ich weiß seltsamen) Vorstellung :silly: dass die Information eine grundlegende
Rolle in unserem Universum spielen könnte. Muss nochmal gucken :)

LG

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Gibt es Singularitäten? 16 12. 2019 16:35 #62420

Ganz netter Film, wenn nur nicht dauernd jemand "holografisches Universum" dazwischen sagen würde....

Nur weil ich "4" auch durch "2+2" ausdrücken kann, ist noch lange nicht die 4 irreal und besteht in "Wahrheit" aus einer Projektion von 2+2.

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Gibt es Singularitäten? 17 12. 2019 23:35 #62462

ra-raisch schrieb: Im Prinzip ist es ja so, dass rs als Ereignishorizont den Innenraum vom Universum ausschließt, dennoch spüren wir die Gravitation von "dort", das ist für mich ein Widerspruch, vor allem wenn wir von Gravitonen und dem ständigen Erneuern des Gravitationsfeldes ausgehen.


Bei Gravitonen wird es schwierig - eines der Probleme bei der Suche nach der Quantengravitation. Aber laut ART ist das doch kein Problem - die Gravitation wird hier ja nicht emittiert, sondern ist einfach der Geometrie der Raumzeit geschuldet.

Die ja nicht ständig erneuert werden muss sondern die „einfach da ist“. Sie wird nicht an jedem Punkt durch die Singularität bestimmt, sondern immer (und kontinuierlich) durch benachbarte Punkte. Wenn es anders wäre, könnte der FFO nicht kontinuierlich frei fallen. Aber genau das tut er laut ART ja, er bemerkt vom EH nichts, da der eine reine Koordinatensingularität ist (in GP-Koordinaten verschwindet er einfach).

Edit: Klarstellung im zweiten Absatz. Die Darstellung mit EIT war verwirrend und so nicht ganz korrekt.

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Gibt es Singularitäten? 22 12. 2019 21:19 #62599

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ra-raisch schrieb: Diese Frage taucht immer wieder auf und wurde schon zigmal beantwortet:

Von außen gesehen erreicht kein Teilchen den Schwarzschildradius sondern bleibt kurz davor kleben. Hierdurch bilden sich also immer weitere Schalen, wenn das SL wächst.


Vielen Dank für Deine Antwort ra-raisch (und vielen Dank auch für die vielen anderen Kommentare.)
Eine meiner Fragen würde ich aber gern wiederholen, weil mir die Antwort noch nicht klar geworden ist.
Wenn alle Materie, sie sich einem SL nähert, am Schwarzschildradius "kleben" bleibt, gilt das dann nicht auch für die Materie des kollabierenden Sternenkerns, aus dem sich das SL gebildet hat? Mir ist einfach nicht klar wie sich im Innern des SL eine Singularität bilden soll, wenn doch alles schon am Schwarzschildradius "kleben" bleibt.

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Gibt es Singularitäten? 22 12. 2019 22:35 #62604

Was innerhalb des Schwarzschildradius passiert, kann niemand wissen.

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Gibt es Singularitäten? 23 12. 2019 01:05 #62618

GuZa schrieb: Wenn alle Materie, sie sich einem SL nähert, am Schwarzschildradius "kleben" bleibt, gilt das dann nicht auch für die Materie des kollabierenden Sternenkerns, aus dem sich das SL gebildet hat? Mir ist einfach nicht klar wie sich im Innern des SL eine Singularität bilden soll, wenn doch alles schon am Schwarzschildradius "kleben" bleibt.

Wie Claus schon sagte....
Aber es gibt eben mehrere Anschauungen, und nach dem frozen star Modell müßte es sogar so sein, dass die Schalen auch im Inneren stabil bleiben, weil sie auf Grund der Zeitdilatation nicht einmal "spüren", dass von außen weitere Schalen angelagert wurden.

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Gibt es Singularitäten? 26 12. 2019 23:15 #62762

Nach der ART wird aus dem Raum, beim Überschreiten des EH eine eindimensionale Größe und die zeigt nur noch zum Zentrum. Die Zeit dagegen gewinnt an Freiheitsgraden, sie wird mehrdimensional.

Das sagt die Theorie, wenn ich sie denn richtig verstanden habe.

Wie man das zu verstehen hat, weiß ich leider auch nicht.

Ich kann mir keine Zeit vorstellen, die mehr Freiheitsgrade besitzt als einen.
Was mit der Zeit im Inneren eines SL tatsächlich passiert, wäre interessant mal näher zu beleuchten.

Wenn ich auf einem massebehafteten Probeteilchen sitze und durch den EH fliege, was passiert da mit dem Raum und der Zeit.
Ich bin der mitbewegte Beobachter!

Thomas

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Gibt es Singularitäten? 26 12. 2019 23:23 #62763

Es ist eigentlich so, dass die radiale Richtung einen "Zeitpfeil" bekommt, aber rechts und links geht schon noch, der mögliche Winkel wird dann immer kleiner je zentraler.

Die Zeit soll dann raumartig werden, also quasi auch rückwärts begehbar, aber dennoch kein "zurück".

Ich interpretiere es eher so, dass im Inneren die Zeit rückwärts läuft, insoweit fällt man also nicht nach innen sondern von innen nach außen zu rs. Nach anfänglichen Protestens hat sich Yukterez ja dieser Sprechweise letztlich angeschlossen.

Aber vielleicht sieht es eben nur von außen so aus....

Mit Kruskal Szekeres Koordinaten in Eigenzeit bemerkt das Teilchen keinen Unterschied, außer, dass eben der begehbare Winkel schmäler wird. Aber wer weiß, ob die Eigenzeit innerhalb von rs überhaupt äuft. Wir wissen zwar, wie es aussieht, falls sie weiterläuft, aber wir wissen nicht, ob sie weiter läuft.

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Gibt es Singularitäten? 26 12. 2019 23:51 #62770

Das kann nicht sein. Das klingt nach Raumzeitchaos. Ein bisschen nach links, ein bisschen nach rechts mit der Zeit?

Ein Raumzeitchaos verbietet sich schon deshalb, weil ein SL eine Raumzeitmaschine ist, die kein Chaos verträgt.

Dort läuft alles streng nach den Regeln der ART.

Erst im Zentrum wird es spannend, wenn die Singularitätsvorstellung auf die QM trifft.

Aber das ist ein anderes Thema.

Was passiert mit der Zeit, wenn eine Probeenergieeinheit den EH überschreitet?

Den Zeitpfeil gab es ausserhalb. Aber im Innern relativiert er sich, aber wie?
Dass der Raum auf eine Dimension zusammenschrumpft, kann man noch nachvollziehen. Aber dass die Zeit an Freiheitsgraden gewinnen soll, da hab ich Verständnisprobleme.

Was macht eigentlich die Lichtgeschwindigkeit, wenn sich die Raumzeitgeometrie so radikal verformt?
Gibt es die als Konstante da überhaupt noch? Wohin ist sie gerichtet? Gedacht für eine Probeenergie zum Zentrum hin.
Verändert die extreme Raumzeitkrümmung nicht eventuell auch deren Wert?
Wenn sich c, sprich die damit verbundene Zeit ändert auf dem Weg ins Zentrum, dann müssen sich zwangsläufig die Raumeigenschaften ändern.
Thomas

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Gibt es Singularitäten? 26 12. 2019 23:58 #62772

Thomas schrieb: da hab ich Verständnisprobleme.

Ich auch, ich sehe auch gar nicht, woher es kommen soll.
Aber im Endeffekt hat eben immer nur eine Dimension einen Richtungspfeil und im SL ist das die radiale Richtung und nicht die Zeit.

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Gibt es Singularitäten? 27 12. 2019 00:05 #62773

@Thomas, Rainer

Weder wird der Raum eindimensional, noch wird die Zeit raumartig. Es handelt sich lediglich um einen Koordinatentausch. Auch wenn ich es schon (zwei?) Mal erläutert habe, gerne nochmal, ist eine Weile her (ich hoffe es ist ok, wenn ich kopiere, statt alles neu zu tippen)... ;)

Schaut euch mal folgendes Penrose-Diagramm an:



(Karl Hilpolt, CC BY-SA 4.0 )

Hinter dem Ereignishorizont (bei \( r=1 \)) sind die Raum- und Zeitkoordinaten vertauscht (siehe Sektor II). Wie man sehen kann, ist auf den blauen Linien die Zeit \( t \) konstant, auf den grünen der Raum \( r \). Die Situation ist ggü. dem Außenbereich (Sektor I) also genau um 90° gekippt. Das entspricht in anderen Darstellung der Kippung der (hier rosanen) Lichtkegel, die hier dafür immer gleich (genauer immer nach oben) orientiert sind. Und genau das sorgt dafür, dass alle massenbehafteten Objekte sowie Photonen sich Richtung zentrale Singularität (bei \( r=0 \)) bewegen müssen.

Auf den orangenen Linien im Sektor II fallen zwei Freifaller in Richtung \( r=0 \). Sie bemerken von dem Koordinatentausch nichts - sie nehmen ihre Bewegung als Fall wahr und ihre Eigenzeit \( \tau \) tickt ganz normal weiter. (Obwohl die Koordinatenzeit \( t \) sich nicht kontinuierlich verändert, die orangenen Weltlinien überstreichen ja nur einen kleinen Bereich der Zeitlinien.)

Die Orientierung der Lichtkegel muss dabei immer nach oben zeigen. Der Freifaller muss sich außerhalb des EH ja in Richtung zukünftiger zeitartiger Unendlichkeit (\( i^+ \)) bewegen, und innerhalb in Richtung der zentralen Singularität (weil diese wegen des Koordinatentauschs der zukünftigen zeitartigen Unendlichkeit entspricht). Ein Photon muss sich immer Richtung zukünftige Nullunendlichkeit \( \mathscr{I}^+ \) bewegen, die aber wegen der Verjüngung der Lichtkegel (der Abstand zwischen den blauen Linien vergrößert sich, das bewirkt die nicht sofort ersichtliche Verjüngung) ebenfalls Richtung Singularität verkippt.

Die Freifaller erreichen auf ihrer Weltlinie kontinuierlich Ereignisse innerhalb ihres nach oben orientierten Lichtkegels, und das ist gerade die Definition einer zeitartigen Weltlinie. Dabei verringert sich hinter dem EH ihr radialer Abstand zu \( r=0 \) zwangsläufig kontinuierlich immer weiter. Diese Distanzverringerung gilt auch für Licht - das bewegt sich zwar am Rand der Lichtkegel auf lichtartigen Geodäten, nähert sich dabei aber zwangsläufig auch immer weiter der zentralen Singularität an. Wichtig: Die Lichtkegel verjüngen sich zwar, aber ein Objekt kann sich trotzdem nach links oder rechts bewegen (also kein eindimensionaler Raum).

(Könnte ein Freifaller den Lichtkegel verlassen, dann wäre er tachyonisch/auf raumartigen Geodäten unterwegs und könnte den Bereich hinter dem EH verlassen bzw. in der Zeit „rückwärts“ reisen. Aber so ist die Situation eben nicht...)

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Gibt es Singularitäten? 27 12. 2019 00:50 #62776

Ist mir bekannt.

Quadrant III und IV (Weißes Loch) sind übrigens überflüssig.

Die Unterscheidung von τ und t war mir so allerdings nicht bekannt, den Post hatte ich wohl auch damals nicht ganz gelesen.

Die Bedeutung von t ergibt sich für mich allerdings auch so nicht. Naja, es gibt ja kein negatives t sehe ich gerade, es dauert halt nur länger, wenn er nach rechts oder links ausweichen will.

Es sieht so aus, als ob er von rechts nach links wandert also von t=2 zu t=1, was bedeutet das denn? Sieht es von außen so aus, als ob er rückwärts fliegt? Also wenn man etwas sehen würde....

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Gibt es Singularitäten? 27 12. 2019 13:50 #62801

@Rainer

Naja, das Diagramm ist im Prinzip die Außensicht, es zeigt die kausalen Zusammenhänge in Schwarzschikdkoordinaten. Du siehst hier ja auch die Koordinatensingularität am EH. Die Interpretation der Lichtkegel anhand des Diagramms führt daher leicht in die Irre. Der FFO bewegt sich natürlich nicht entlang der Zeitachse von links nach rechts, aus seiner Sicht sieht alles normal aus. Man kann sich das wie so häufig gut mit dem Rivermodell (mathematisch betrachtet in GP-Koordinaten) veranschaulichen.

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Gibt es Singularitäten? 27 12. 2019 14:31 #62803

Arrakai schrieb: Der FFO bewegt sich natürlich nicht entlang der Zeitachse von links nach rechts

Ja genau darum geht es mir. Von außen gesehen, kann er sich in der Zeit anscheinend vorwärts und rückwärts bewegen, das ist mir aber nicht verständlich. Andererseits hat die Zeitskala keine negativen Werte, das würde bedeuten, dass die Zeit nach rechts und nach links positiv verläuft, das hat ja nichts mit dem Zentrum zu tun.

Aha!

Doch was bleibt dann von der Aussage übrig, dass die Zeit raumartig wurde?

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