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THEMA: Dichte im Universum ist trotz beschleunigter Expansion gleich?!

Dichte im Universum ist trotz beschleunigter Expansion gleich?! 01 11. 2019 18:43 #59900

Guten Tag liebe Urknaller,

ich bin ein wenig unsicher ob ich eine Frage posten soll ohne mich komplett lächerlich zu machen. Ich fühl mich wie ein Steinzeit Mensch wenn ich mir eure Fragen und Antworten so durchlesen, ich komme da Mathematisch komplett nicht mit.

Ich habe mal bei einem Vortrag von Herrn Müller oder Gaßner gehört das die Dichte im Universum aufgrund der dunklen Energie gleich bleibt auch wenn die Expansion zu nimmt. Ist das bei der Masse auch so? Ist die dunkle Energie so Massereich wie die "normale" Materie? Der Raum wird ja größer ohne das die Masse der normalen Materie zu nimmt. Ersetzt die dunkle Energie dann diesen Freiraum? Oder wodurch wird die gleichbleibende Dichte erreicht?

Ich hab immer gedacht das die dunkle Energie für die Expansion des Raums zuständig/verantwortlich ist. Das wirkt irgendwie total komisch das die dunkle Energie einerseits den Raum entstehen lässt und andererseits die dichte ausgleicht. Ist die Masse der dunklen Energie gleich Masse der Baryonischen Materie ?

Ist es korrekt wenn ich so eine Frage hier so Poste oder hätte ich die woanders verorten unterbringen sollen?

Beste Grüße und dank im voraus.

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Dichte im Universum ist trotz beschleunigter Expansion gleich?! 01 11. 2019 19:20 #59903

Subrahmanyan schrieb: Ich habe mal bei einem Vortrag von Herrn Müller oder Gaßner gehört das die Dichte im Universum aufgrund der dunklen Energie gleich bleibt auch wenn die Expansion zu nimmt.

Das ist so nicht ganz richtig formuliert.
Es ist nicht so das die Dichte wegen der dunklen Energie gleich bleibt sondern nur die Dichte der dunklen Energie selbst bleibt gleich.
Das ist ein großer Unterschied.

So wie ich das verstehe geht man bei der dunklen Energie von einer Eigenschaft des Vakuums selbst aus und das lässt sich durch Expansion nicht "verdünnen". Ganz im Gegensatz zur Dichte normaler und dunkler Materie die selbstverständlich mit zunehmender Expansion immer dünner wird.

Irgendwann wird die Materie sich soweit verdünnt haben das sie als Dichteparameter praktisch keine Rolle mehr spielt. Dann kann man sagen das die Dichte nur noch von der dunklen Energie bestimmt wird. Soweit ist es jedoch noch nicht.

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Dichte im Universum ist trotz beschleunigter Expansion gleich?! 01 11. 2019 22:05 #59917

Heureka, mir geht ein Licht auf:-)

Dunkle Energie ist eine Eigenschaft des Vakuums. Das bedeutet das die Dunkle Energie erst nach einer gewissen Zeit des Universums entsteht, die Materie also einen gewissen Abstand zueinander hat!?

Demnach müsste das Vakuum also komplett frei von Gravitation sein? Kein Staub kein Gas kein Korn...?
Ich krieg schon Kopfschmerzen beim Gedanken daran :-) Wie will man sowas im Labor nachstellen?

Die dunkle Energie wirkt ja Abstoßend, ist sie das Gegenteil von Gravitation?
Wie kann sie dann überhaupt so viel Energie/Masse erreichen wenn sie sich abstößt?
Könnte man die kosmische Hintergrundstrahlung auch in der neu entstandenen RaumZeit messen?

Ich glaube ich gucke nochmal ein paar Videos bevor ich meiner Unwissenheit neuen Ausdruck verleihe:-) Danke das ihr euch solche mühe gebt, solch komplizierte Vorgänge auch mir zu erklären!

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Dichte im Universum ist trotz beschleunigter Expansion gleich?! 01 11. 2019 23:15 #59924

Ich würde es mal so formulieren:

Die Raumzeit dehnt sich aus, ohne ihre Eigenschaften zu verändern.

Sie bildet einen sich ständig vergrößernden Rahmen, ohne ihre Eigenschaften zu ändern. (c, Lichtgeschwindigkeit bleibt konstant, die Wellenlängen nicht. c ist eine Eigenschaft der Raumzeit , die Wellenlängen, also der Energieinhalt dagegen nicht. Sie, die Wellenlängen sind eine Eigenschaft der Ausdehnung.)

Das ist an sich schon sehr verwunderlich.

Alles, was an Materie in diesem expandierenden Rahmen mitschwimmt, wird verdünnt, ändert also seine Dichte.

Oder zusammenfassend: die Materie verdünnt sich, die Photonenenergie nimmt ab. Die Eigenschaften der Raumzeit bleiben gleich.

Hm, da sind sie wieder, die Grenzen unseres Wissens!

Thomas

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Dichte im Universum ist trotz beschleunigter Expansion gleich?! 01 11. 2019 23:28 #59925

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Thomas schrieb: Alles, was an Materie in diesem expandierenden Rahmen mitschwimmt, wird verdünnt, ändert also seine Dichte.
Oder zusammenfassend: die Materie verdünnt sich, [...]

Herr Lesch erklärt das anders. Auf die Frage eines Zuschauers einer seiner Videos, ob unser Planet und er sich selbst denn nun auch ausdehne, antwortete er sinngemäß: "innerhalb der Galaxien gewinnt die Schwerkraft, dort dehnt sich nichts aus." Das verstehe ich so, dass sich zumindest innerhalb der Galaxien die Materie nicht verdünnt, also nicht "Alles", wie oben erklärt wird.

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Dichte im Universum ist trotz beschleunigter Expansion gleich?! 02 11. 2019 00:01 #59931

@Cim

Sollte es zum Big Rip kommen, würden sogar die Protonen zerrissen werden. (Dafür würde die Dunkle Energie allerdings nicht ausreichen.)

Das ist aber nicht unbedingt das, wovon die Mehrheit der Kosmologen ausgeht... Momentan ist eher der Big Freeze das favorisierte Szenario...

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Dichte im Universum ist trotz beschleunigter Expansion gleich?! 02 11. 2019 00:08 #59933

Ich habe das irgendwie ganz anders verstanden :-)

Die Andromeda Galaxie bewegt sich auf uns zu, da ist nichts am expandieren weil es keine Expansion gibt. Auch innerhalb von Galaxienhaufen sieht man nichts von der Expansion da dies soweit ich es verstanden habe nur dort stattfindet wo wirklich nichts mehr ist, im kosmologischem Maßstab.

Ich glaube die Verdünnung von der Thomas schrieb bezog sich auf die Verdünnung in der expandierenden RaumZeit zwischen den Galaxien, also den sehr sehr sehr weit entfernten Galaxien. Ich habe immer gedacht das es gar keine Materie gibt wo die RaumZeit expandiert, weil die dunkle Energie nur da wirkt wo nichts mehr ist, also nicht das Vakuum vor unserer Haustür sondern das Vakuum wo keine Gravitation mehr wirkt. Zwischen Andromeda und der Milchstraße wirkt ja noch die Gravitation der Masse beider Galaxien, deshalb keine expandierende RaumZeit.

Da raucht die Birne wenn man nur darüber nachdenkt :-)

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Dichte im Universum ist trotz beschleunigter Expansion gleich?! 02 11. 2019 00:16 #59935

Merilix schrieb: Soweit ist es jedoch noch nicht.

Doch, doch, die Materie ist bereits längst so ausgedünnt, dass sie weniger Beitrag liefert als das Vakuum, daher beschleunigt sich ja die Expansion seit dem Breakeven ca dem Jahre 3,8 Mrd Jahre nach dem Urknall, also vor ca 10 Mrd Jahren.
Arrakai schrieb: @Cim

Sollte es zum Big Rip kommen, würden sogar die Protonen zerrissen werden. (Dafür würde die Dunkle Energie allerdings nicht ausreichen.)

Das ist aber nicht unbedingt das, wovon die Mehrheit der Kosmologen ausgeht... Momentan ist eher der Big Freeze das favorisierte Szenario...

Naja eben, die DE genügt dafür nicht, also kein Grund über dieses Szenario nachzudenken, Cim hat es schon richtig formuliert.
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Dichte im Universum ist trotz beschleunigter Expansion gleich?! 02 11. 2019 00:19 #59936

Ich habe beim durchlesen gemerkt das in meinem Gedankenspiel etwas nicht stimmt, da es ja den Effekt gibt das die Welle des Lichts länger gezogen wurde während es durch den Raum zu uns gelangt, also verdünnt es ja doch die Materie und die Expansion der RaumZeit doch in nähe von Materie/Licht stattfindet. Herr Müller hatte es in einem Video erklärt, es ist nicht der doppeler Effekt sondern ein anderer auf deren Name ich nicht mehr komme.

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Dichte im Universum ist trotz beschleunigter Expansion gleich?! 02 11. 2019 00:20 #59937

@Rainer

Aufgrund der Zusatzannahme einer Phantomenergie wird der Big Rip auch m.E. „wegrasiert“. Darüber nachdenken tun aber schon einige Kosmologen...

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Dichte im Universum ist trotz beschleunigter Expansion gleich?! 02 11. 2019 00:25 #59938

Arrakai schrieb: @Rainer

Aufgrund der Zusatzannahme einer Phantomenergie wird der Big Rip auch m.E. „wegrasiert“. Darüber nachdenken tun aber schon einige Kosmologen...

Naja schon, aber solange da nichts konkretes dabei herauskommt, sollte man das im Giftschrank lassen.

Letztlich ist das aber eine Frage der Vakuumbeschleunigung und soweit ich das verstehe, hat diese schon einen Maximalwert, nur bezogen auf die mitbewegten Koordinaten wird es unbegrenzt schneller.

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Dichte im Universum ist trotz beschleunigter Expansion gleich?! 02 11. 2019 00:27 #59939

In der Kosmologie sind Planeten, Sterne und Galaxien einfach nur wie Gasteilchen. Es geht bei der Verdünnung von der da gesprochen wird um kosmologische Maßstäbe,


@Subrahmanyan
"da ist nichts am expandieren weil es keine Expansion gibt."
Wieso sollte zwischen Andromeda und Milchstraße keine Expansion stattfinden? Wer sagt denn dem Vakuum "Hier bitte nicht expandieren"?
Auf die "geringe" Entfernung gewinnt halt die Schwerkraft. das ist alles. Wer weis. ohne die Expansion würde sich Andromeda vieleicht mit 350 km/s auf die Milchstraße zubewegen statt mit 300 km/s...

@ra-raisch:
Anmerkung: ich hatte das Wörtchen "nur" extra unterstrichen^^

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Dichte im Universum ist trotz beschleunigter Expansion gleich?! 02 11. 2019 00:27 #59940

@Rainet

Recht haste. Ich nehme alles zurück und behaupte das Gegenteil... ;)

(Wobei ich Cim ja nicht widersprochen, sondern nur auf diese Möglichkeit hingewiesen habe...)

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Dichte im Universum ist trotz beschleunigter Expansion gleich?! 02 11. 2019 00:29 #59941

Arrakai schrieb: @Rainet

Recht haste. Ich nehme alles zurück und behaupte das Gegenteil... ;)

(Wobei ich Cim ja nicht widersprochen, sondern nur auf diese Möglichkeit hingewiesen habe...)

Ja, hatte ich auch so verstanden, war aber zumindest für Subrahmanyan hier missverständlich.

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Dichte im Universum ist trotz beschleunigter Expansion gleich?! 02 11. 2019 00:31 #59943

@Rainer

Was soll ich sagen, du hast schon wieder recht...

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Dichte im Universum ist trotz beschleunigter Expansion gleich?! 02 11. 2019 00:35 #59945

Gutes Argument. Würde man das nicht in der Welle des Lichts erkennen?

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Dichte im Universum ist trotz beschleunigter Expansion gleich?! 02 11. 2019 00:38 #59946

Merilix schrieb: In der Kosmologie sind Planeten, Sterne und Galaxien einfach nur wie Gasteilchen. Es geht bei der Verdünnung von der da gesprochen wird um kosmologische Maßstäbe,


@Subrahmanyan
"da ist nichts am expandieren weil es keine Expansion gibt."
Wieso sollte zwischen Andromeda und Milchstraße keine Expansion stattfinden? Wer sagt denn dem Vakuum "Hier bitte nicht expandieren"?
Auf die "geringe" Entfernung gewinnt halt die Schwerkraft. das ist alles. Wer weis. ohne die Expansion würde sich Andromeda vieleicht mit 350 km/s auf die Milchstraße zubewegen statt mit 300 km/s...

Sehr gutes Argument! Würde man das nicht in der Welle des Lichts erkennen, wenn zwischen uns und Andromeda der Raum expandiert?

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Dichte im Universum ist trotz beschleunigter Expansion gleich?! 02 11. 2019 00:40 #59947

Alles gut, ich hab gleich nachgelesen was unter Big Rip, Big Crunch und Big Freeze gemeint ist :-)

Kurzer Test, wie man Texte ändert und co.

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Dichte im Universum ist trotz beschleunigter Expansion gleich?! 02 11. 2019 01:12 #59952

Subrahmanyan schrieb: Ich habe beim durchlesen gemerkt das in meinem Gedankenspiel etwas nicht stimmt, da es ja den Effekt gibt das die Welle des Lichts länger gezogen wurde während es durch den Raum zu uns gelangt, also verdünnt es ja doch die Materie und die Expansion der RaumZeit doch in nähe von Materie/Licht stattfindet.

Du vermischst Licht und Materie. Es ist richtig, dass Licht mit dem Exponenten 4 verdünnt (und geschwächt) wird, bei Materie ist es der Exponent 3, da sie bei der Expansion eben nicht an Energie verliert sondern nur verdünnt wird. Deshalb ist der Zeitpunkt der strahlungsdominierten Expansion auch vor der materiedominierten, Breakeven ca im Jahre 70.000 nach dem Urknall.

Subrahmanyan schrieb: Kurzer Test, wie man Texte ändert und co.

Du kannst Deine Posts übrigens ohne Zeitlimit und sonstige technische Bedingungen nachträglich editieren, also vor allem Doppelposts oder missglückte Beiträge auf ein Minimum von zB einen Punkt löschen. Ansonsten sollte dies zB durch einen Vermerk wie "EDIT" kenntlich gemacht werden und falscher Text nicht gelöscht sondern gestrichen werden, vor allem wenn andere darauf bereits Bezug genommen hatten. (Tippfehler etc ausgenommen)
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Dichte im Universum ist trotz beschleunigter Expansion gleich?! 02 11. 2019 21:03 #60041

Ich denke ich habe es jetzt verstanden, so einigermaßen :-)

Ich hatte den Denkfehler das die dunkle Energie nur an bestimmten (intergalaktisch) zu verorten ist und auch nur dort wirkt. Sie wirkt aber eigentlich überall, nur wird sie von der Gravitation überlagert und ist deshalb nicht in unmittelbarer nähe von uns / Masse zu messen. Nach Ansicht eines alten AC Videos habe ich gelernt, das die dunkle Energie die kritische Dichte aufrechterhält und dafür sorgt das nicht alles kollabiert oder einfach auseinander fliegt.

Es erscheint mir ein wenig wie ein stütze des Raums und wirkt auf mich als ob das der normal zustand ist und wir / Materie die unnormalen sind :-)

Was mich ein wenig wundert ist, das man dann trotzdem alles so genau berechnen kann, also die Umlaufbahnen der Planeten etc, müssten da nicht kleinste Variationen durch die Expansion zu messen sein, wenn die Expansion eigentlich überall wirkt? Auch wenn die Gravitation diese ausgleicht müsste man dies doch messen können?

Welches Buch würdet ihr mir zum Einstieg empfehlen? Ich würde da mein Wissen gerne ein wenig fundiert vertiefen.

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Dichte im Universum ist trotz beschleunigter Expansion gleich?! 02 11. 2019 23:11 #60051

Subrahmanyan schrieb: Was mich ein wenig wundert ist, das man dann trotzdem alles so genau berechnen kann, also die Umlaufbahnen der Planeten etc, müssten da nicht kleinste Variationen durch die Expansion zu messen sein, wenn die Expansion eigentlich überall wirkt? Auch wenn die Gravitation diese ausgleicht müsste man dies doch messen können?

Die Frage habe ich mir auch schon gestellt. Man muss aber bedenken: Die Hubblekonstante beträgt ca. 74 km/s pro Mpc. Ein Megaparsec (Mpc) sind 3.6 Mio Lichtjahre, also noch weiter als Andromeda. Dahingegen sind die Entfernungen im Sonnensystem lächerlich. Voyager 2 ist inzwischen sage und schreibe 122,12 AE von der Sonne entfernt. das sind umgerechnet 0.00194 Lichtjahre. Dazwischen liegen über 9 Größenordnungen;
Ich denke ein möglicher Einfluss der Expansion des Universums auf die Planetenbahnen läst sich völlig vernachlässigen.

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Dichte im Universum ist trotz beschleunigter Expansion gleich?! 03 11. 2019 00:13 #60054

Die kosmologische Konstante führt vor allem dazu dass es outermost stable Orbits gibt, was aber erst ab der Größenordnung von Galaxien und darüber hinaus relevant wird. Wenn man aus rein akademischem Interesse wissen will wie sich eine signifikant höhere Expansionsrate auf die Bahnen der Planeten auswirken würde muss man nur die Orbits die sich nach der puren Schwarzschild Metrik ergeben mit denen die sich bei gleichen Startbedingungen in der Schwarzschild De Sitter Metrik bei ausreichend hohem Λ ergeben vergleichen. Vielleicht mach ich in den nächsten Tagen eine Simulation dazu, aber die Conclusions kann man sich auch in diesem Paper durchlesen: ISCOs and OSCOs in the presence of a positive cosmological constant (p. 12)

Den Λ Regler nach oben schiebend,

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Dichte im Universum ist trotz beschleunigter Expansion gleich?! 03 11. 2019 00:43 #60055

Sag mal, Yukterez, ist der relativistische Zusatzterm beim Drehimpuls "-3ω²M" eigentlich exakt oder genähert, ich meine, es müßte zusätzlich noch lauten "+2ω²M²/r", allerdings kann ich die Rechnung bisher nicht logisch begründen, nur wäre der Zusatzterm ohne die weitere Ergänzung für mich völlig unlogisch.

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Dichte im Universum ist trotz beschleunigter Expansion gleich?! 03 11. 2019 00:48 #60056

ra-raisch schrieb: Sag mal, Yukterez, ist der relativistische Zusatzterm beim Drehimpuls "-3ω²M" eigentlich exakt oder genähert

Ich nehme an du meinst den Zusatzterm der Schwarzschildmetrik

\( \rm \ddot{r} = \underbrace{-\frac{M}{r^2}+r\dot{\phi}^2}_\text{Newton} \underbrace{ -3 M\dot{\phi}^2}_\text{Zusatzterm} \)

Unter der Annahme dass m im Vergleich zu M vernachlässigbar gering ist und du ω mit φ' vertauscht hast ist er exakt, aber φ' ist nicht das Gleiche wie ω denn das eine ist dφ/dτ und das andere dφ/dt.
ra-raisch schrieb: Ich meine, es müßte zusätzlich noch lauten "+2ω²M²/r", allerdings kann ich die Rechnung bisher nicht logisch begründen, nur wäre der Zusatzterm ohne die weitere Ergänzung für mich völlig unlogisch.

Wenn du deinen Gedankengang nicht logisch begründen kannst ist er falsch, denn wenn man den herkömmlichen Weg geht und die geodätische Gleichung löst kommt ohne Rest der Teil raus den wir schon aus der Literatur kennen.

Dagegen,

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Dichte im Universum ist trotz beschleunigter Expansion gleich?! 03 11. 2019 01:41 #60064

Yukterez schrieb: Unter der Annahme dass m im Vergleich zu M vernachlässigbar gering ist und du ω mit φ' vertauscht hast ist er exakt, aber φ' ist nicht das Gleiche wie ω denn das eine ist dφ/dτ und das andere dφ/dt.

Ja, das ist schon klar, vielen Dank. Buchstaben mit dot benütze ich bisher kaum...dann lieber ωO.

Da muss ich noch drauf herumkauen....ich bekomme sowieso einen Wurzelterm heraus, bisher, und die Periheldrehung wäre mit meiner Logik wohl auch nicht zu erklären, ich rechne zwar nur mit kreisförmigem Orbit, wo man das sowieso nicht merken würde.

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Dichte im Universum ist trotz beschleunigter Expansion gleich?! 03 11. 2019 18:16 #60145

ra-raisch schrieb: Letztlich ist das aber eine Frage der Vakuumbeschleunigung und soweit ich das verstehe, hat diese schon einen Maximalwert, nur bezogen auf die mitbewegten Koordinaten wird es unbegrenzt schneller.

Es ist viel einfacher.

Die Expansion wird beschleunigt, das ist richtig, weil die Anziehungskraft im Universum (bereits) geringer ist als der Druck der DE. Der Druck der DE ist konstant, die Dichte der Massen nimmt aber durch die Expansion weiter ab. Daher die Beschleunigung, seit die Dichte weniger Wirkung hat als der Druck. Maximal ist die Beschleunigung, wenn die Dichte ρ→0.

(Druck ist hier untechnisch, denn es ist negativer Druck, bei dem die expandierende Wirkung größer ist als die gravitative Wirkung der Druckenergie)

Nun haben wir aber gebundene Systeme wie etwa Galaxien, wieso leiden sie nicht unter der Bechleunigung der Expansion?

Ganz einfach, weil die Dichte ρ hier lokal viel größer ist als im Universum mit den Voids insgesamt und somit auch eine stärkere kontrahierende Wirkung hat als die Beschleunigung durch das Vakuum. Wenn man nur noch unser Gebiet mit der entsprechenden Dichte sieht, weil alles andere durch Expansion unsichtbar geworden ist und in Vergessenheit geraten ist (jaja die alten Sagen), wird man von einem relativ überschaubaren und kontrahierenden Universum ausgehen .... Dort wird es dann auch einen Mittelpunkt (Schwerpunkt) geben. Man wird sich allenfalls fragen, woher denn die Hintergrundstrahlung kommen mag ....

Fraglich ist dabei allenfalls, ob die DM "gebunden" bleibt oder davonfliegt. Aber sie wirkt ja gravitativ, es ist wohl eher die Frage, ob der Druck des Vakuums überhaupt auf die DM wirkt.

Konklusion:
Innerhalb der lokalen Region herrscht keine Expansion und diese kann daher auch nicht beschleunigen. Ganz im Gegenteil wird sich hier nie die Kontraktion verlangsamen, sondern diese wird sich nach und nach immer schneller beschleunigen. Wir haben also en Detail den Big Crunch und en Gros den Big Chill.
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Dichte im Universum ist trotz beschleunigter Expansion gleich?! 03 11. 2019 22:37 #60182

Danke raisch, das macht es für mich wesentlich verständlicher:-)

Warum heißt die Dunkle Energie dann nicht Antigravitation?
Könnte es sein, das die Dunkle Energie und auch die Dunkle Materie schon vor dem Urknall da waren? Wenn Zeit durch Krümmung/Masse entsteht, könnte dann nicht DE "ohne" Zeit auskommen? Würde es Zeit geben wenn es nur dunkle Energie gäbe? Oder gibt es Materie/Masse nur im Zusammenhang mit DE und umgekehrt?

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Dichte im Universum ist trotz beschleunigter Expansion gleich?! 04 11. 2019 00:12 #60192

Subrahmanyan schrieb: schon vor dem Urknall da waren?

Da das Universum erst mit dem Urknall entstand, gibt es vorher kein Universum....

Subrahmanyan schrieb: Wenn Zeit durch Krümmung/Masse entsteht

Krümmung kann den Zeitfluss verlangsamen, und ein leeres Universum ohne Masse kann keine Zeit messen, ist also zeitlos. Aber sobald Energie im Universum ist, ist auch Raum da und somit Vakuum mit virtuellen Teilchen (= DE), das kann wohl genügen, um Raum und Zeit zu messen. Aber das sind eher philosophische Fragen im Moment des Urknalls und ich bin der Ansicht, dass vor den Ende der Planckära überhaupt keine Aussagen möglich sind.

DM heißt dunkel, weil man nichts darüber weiß, außer dass es sich gravitativ wie Materie verhält, und weil man es nicht sieht, es also vermutlich wirklich "dunkel" ist.
Bei der DE ist es ähnlich, man sieht nichts davon, aber es hat eine Wirkung wie eine Energie mit negativem Druck. Aber inzwischen besteht überwiegend die Vermutung, dass es sich um Vakuumfluktuationen handelt.

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Dichte im Universum ist trotz beschleunigter Expansion gleich?! 04 11. 2019 00:29 #60194

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Bei der DE ist es ähnlich, man sieht nichts davon, aber es hat eine Wirkung wie eine Energie mit negativem Druck. Aber inzwischen besteht überwiegend die Vermutung, dass es sich um Vakuumfluktuationen handelt.

Sollte sich diese Vermutung eines Tages bestätigen, dann bedeutete dies doch, dass es in diesem unserem Universum (frei nach Helmut Kohl) Vakuumfluktuationen gibt.

Da das Universum erst mit dem Urknall entstand, gibt es vorher kein Universum....

Nun habe ich ein Video von Josef M.Gaßner im Hinterkopf, in dem er schildert, dass der Urknall die Folge von "aus dem Ruder gelaufenen" Vakuumfluktuationen gewesen sein könnte.

Alles derzeit noch hochspekulativ, vermute ich. Verknüpft man aber das Zitat zur Dunklen Energie mit der Aussage Josef M. Gaßners, dann gab es wohl doch ein Universum vor dem Urknall ?

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Dichte im Universum ist trotz beschleunigter Expansion gleich?! 04 11. 2019 00:48 #60196

Cim Borazzo schrieb: dann gab es wohl doch ein Universum vor dem Urknall ?

Das ist eine Definitionsfrage, ich würde den Punkt am Ende der Planckära ansetzen. Vorher gab es nicht wirklich Zeit, nur zeitlose Zeit, sozusagen, alles befand sich in Unschärfe-Überlagerung ohne Veränderung. Aber wenn man die Zeit mathematisch zurückrechnet, dann war einen Bruchteil einer Sekunde vorher nichts da, die Planckzeit eben.

Am Verständnis der Planckära wird ja zwar noch gearbeitet. Ich vertraue da jedoch eher der Unbestimmtheitsrelation.

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