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THEMA: Mit Fusionsreaktor Spaltmaterial erbrüten

Mit Fusionsreaktor Spaltmaterial erbrüten 20 01. 2020 13:12 #64136

Hi,
gibt es Initiativen, das Erbrüten von Spaltmaterial mithilfe von Fusionsreaktoren zu unterbinden? In ca. 80 Jahren ist Uran 235 verbraucht, wenn man dann das schon geförderte Uran 238 zu Plutonium 239 erbrütet, werden die Kernspaltkraftwerke noch tausend Jahre laufen können. Wenn noch Thorium 232 zu Uran 233 erbrütet wird, haben wir ein 5 tausend Jahre langes Kerspaltungszeitalter vor uns.

Grüße alias Birnbaum

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Mit Fusionsreaktor Spaltmaterial erbrüten 20 01. 2020 17:34 #64143

Ich kann mir nicht vorstellen, dass es derzeit solche Initiativen gibt. Bis zu einem lauffähigen Fusionskraftwerk wird es noch ein paar Jahre dauern. Wenn es Fusionskraftwerke gibt, stellt sich die Frage, ob Kernspaltungsreaktoren dagegen noch konkurrenzfähig sind. Ich persönlich denke nein.

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Mit Fusionsreaktor Spaltmaterial erbrüten 20 01. 2020 20:17 #64146

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Mit Fusionsreaktor Spaltmaterial erbrüten 21 01. 2020 11:00 #64172

Hallo,
ClausS schrieb: Wenn es Fusionskraftwerke gibt, stellt sich die Frage, ob Kernspaltungsreaktoren dagegen noch konkurrenzfähig sind. Ich persönlich denke nein.

Du glaubst, dass Fusionsstrom preiswert sein wird, preiswerter als Kernspaltstrom? Ich glaube das nicht, selbst Herr Zohm sieht, in seinen Videos, keine flächendeckende Versorgung mit Fusionsstrom. Wenn U235 zu Ende geht werden die Preise dramatisch steigen. Meine Fantasie reicht aus, um mir vorzustellen, dass mit Spaltmaterial mehr Geld zu verdienen ist als mit elektrischem Strom.
Ich befürchte, das Fusionskraftwerke das Schicksal des Transrapid teilen werden: China wird sich das erste hinstellen um der Welt zu zeigen, dass es erste Technologieweltmacht ist.
Hat schon mal jemand den Fusionsstrom-Preis kalkuliert?

Grüße alias Birnbaum

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Mit Fusionsreaktor Spaltmaterial erbrüten 21 01. 2020 11:04 #64173

Hi,
heinzendres schrieb: www.scinexx.de/news/technik/uran-aus-dem-meerwasser/


Uran aus dem Meer hat das gleiche Isotopenverhältnis U235/U238, nämlich 0,7% U235.

Grüße alias Birnbaum

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Mit Fusionsreaktor Spaltmaterial erbrüten 21 01. 2020 18:09 #64183

Calleryana schrieb: Hat schon mal jemand den Fusionsstrom-Preis kalkuliert?


Wie kann man etwas kalkulieren, das noch in Entwicklung ist?

Günstiger ist bei Kernfusion in jedem Fall die Beschaffung der Rohstoffe und die weitere Behandlung des Abfalls.

Was ich den bisherigen Videos und Vorträgen zur Kernfusion entnommen habe, ist dass Kernfusionskraftwerke sehr groß sein werden. Wenn China eins baut, dann würde dies nicht einfach so dastehen, sondern eine große Energiemenge liefern.

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Mit Fusionsreaktor Spaltmaterial erbrüten 21 01. 2020 18:16 #64185

Brutreaktoren sind zwar keine Fusionsreaktoren, sollen aber schon bald reif sein.

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Mit Fusionsreaktor Spaltmaterial erbrüten 22 01. 2020 01:24 #64202

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Rainer,
der erste Brutreaktor ging 1946 in den USA in Betrieb (Neutronenquelle und Forschung).
Erster kommerzieller 1973 in Russland (SU), BN-Baureihe.
Aktuell laufen weltweit etwa drei. Unser Versuch in Kalkar ist eine der größten Investitionsruinen Deutschlands, immerhin heute ein Freizeitpark :)
Es gibt ein paar Probleme bei Brutreaktoren, daher sind die kaum gebaut worden.

Calleryana, ich verstehe die Eingangsfrage nicht:

gibt es Initiativen, das Erbrüten von Spaltmaterial mithilfe von Fusionsreaktoren zu unterbinden?

Wie soll das damit unterbunden werden? Falls Du meinst Brennmaterial damit zu erzeugen, das macht wohl eher keinen Sinn.
Klassische Brutreaktoren (mit U238) sind etwa 60x effektiver, wenn man eine Verbundwirtschaft aus Brutreaktoren, Wiederaufarbeitung und Leichtwasserreaktoren macht.
Für die angedachten Reaktoren mit Thorium wäre natürlich noch viel mehr Brennstoff vorhanden.
Wenn ich mir allerdings anschaue was überall da passiert wo nicht der Staat voll subventioniert bin ich guter Hoffnung dass sich das Thema von selbst erledigt.
USA baut mehr ab als neue auf.
Frankreich baut gerade eines, Baubeginn 2007. Mit Kostensteigerung von 3,3 auf 12,4 Mrd. € das soll demnächst (2023) nach 15 (statt 4) Jahren Bauzeit auch mal ans Netz. Alle Planungen für weitere liegen auf Eis. Die Anlage der gleichen Baureihe, die EDF in UK baut ist auch nicht gerade wirtschaftlich vorzeigbar.

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Mit Fusionsreaktor Spaltmaterial erbrüten 22 01. 2020 13:20 #64212

Hi,
ClausS schrieb:

Calleryana schrieb: Hat schon mal jemand den Fusionsstrom-Preis kalkuliert?


Wie kann man etwas kalkulieren, das noch in Entwicklung ist?

Günstiger ist bei Kernfusion in jedem Fall die Beschaffung der Rohstoffe und die weitere Behandlung des Abfalls.

Was ich den bisherigen Videos und Vorträgen zur Kernfusion entnommen habe, ist dass Kernfusionskraftwerke sehr groß sein werden. Wenn China eins baut, dann würde dies nicht einfach so dastehen, sondern eine große Energiemenge liefern.

Iter ist vom Volumen schon ein großes Teil. Es hat mit 500 MW Primär Leistung aber nur halb so Leistung wie ein durchschnittlicher Spaltreaktorblock.
Er liefert 100 MW Alphastrahlung und 400 MW Neutronen. Die Alphastrahlung kann magnetisch abgeleitet werden. 50 MW braucht er Reaktor für sich selbst. Wenn man einen ähnlichen Wirkungsgrad wie bei konventionellen Kraftwerken von ca. 40 % annimmt, bleiben 20 MW elektrische Leistung über.
Wie groß ist jetzt der Wirkungsgrad des Wärmetauschers für die Neutronenstrahlung? Ich schätze deutlich geringer als der für die Alphastrahlung. Nehmen wir mal 35% an. Da die Abstrahlungsgeometrie Donut förmig ist, werden nicht alle eingefangen werden können. Nehmen wir 60% an. Das macht dann zusammen 146 MW elektrische Leistung, durchschnittliche elektrische Leistung eines Spaltreaktorblocks sind 500 MW.
Brennstoffkosten sind bei Spalt- als auch bei Fusionskraftwerken noch ähnlich gering. Das, was den Unterschied macht, sind Bau und Wartung und da sehe ich nicht wie ein Fusionskraftwerk jemals Vorteile haben sollte.

Lutz schrieb: Calleryana, ich verstehe die Eingangsfrage nicht:

gibt es Initiativen, das Erbrüten von Spaltmaterial mithilfe von Fusionsreaktoren zu unterbinden?

Wie soll das damit unterbunden werden? Falls Du meinst Brennmaterial damit zu erzeugen, das macht wohl eher keinen Sinn………...

Z. B.: Ein Verbot im Nuklearen Nichtverbreitungsvertrag aufnehmen. Der Sinn liegt in der besseren Kontrollierbarkeit der Neutronenstrahlung. Kernspaltungs-Brutreaktoren können nicht einfach so abgeschaltet werden, zumal, wenn sie nebenbei noch aus kommerziellen Gründen Strom erzeugen müssen.

Wenn ich mir allerdings anschaue was überall da passiert wo nicht der Staat voll subventioniert bin ich guter Hoffnung dass sich das Thema von selbst erledigt.

Wenn U235 zu Ende geht, wird sich die Entwicklung von Brutreaktoren auch wirtschaftlich rechnen.

Grüße alias Birnbaum

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Mit Fusionsreaktor Spaltmaterial erbrüten 27 01. 2020 07:51 #64482

Calleryana schrieb: Brennstoffkosten sind bei Spalt- als auch bei Fusionskraftwerken noch ähnlich gering. Das, was den Unterschied macht, sind Bau und Wartung und da sehe ich nicht wie ein Fusionskraftwerk jemals Vorteile haben sollte.


Du hast die kosten für Endlager und Rückbau und die maximal Lebensdauer von Spaltreaktoren unterschlagen .

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Mit Fusionsreaktor Spaltmaterial erbrüten 27 01. 2020 10:17 #64485

Moin,
heinzendres schrieb:

Calleryana schrieb: Brennstoffkosten sind bei Spalt- als auch bei Fusionskraftwerken noch ähnlich gering. Das, was den Unterschied macht, sind Bau und Wartung und da sehe ich nicht wie ein Fusionskraftwerk jemals Vorteile haben sollte.


Du hast die kosten für Endlager und Rückbau und die maximal Lebensdauer von Spaltreaktoren unterschlagen .


Nö, habe ich nicht; die Kosten für ein Endlager werden nicht über den Strompreis beglichen, sondern werden von der Gemeinschaft mit Steuern geleistet. Die Lebensdauer von Fusionskraftwerken wird nicht länger sein als bei Kernspaltung.

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Mit Fusionsreaktor Spaltmaterial erbrüten 27 01. 2020 16:45 #64497

Calleryana schrieb: Nö, habe ich nicht; die Kosten für ein Endlager werden nicht über den Strompreis beglichen, sondern werden von der Gemeinschaft mit Steuern geleistet.

Klingt nach Kirchhoffschem Gesetz. cool)

Wir reden hier über Physik und nicht darüber, wie wer mit welchen Kosten welche Gewinne erzielt.

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Mit Fusionsreaktor Spaltmaterial erbrüten 28 01. 2020 10:44 #64532

Moin,
ra-raisch schrieb:

Calleryana schrieb: Nö, habe ich nicht; die Kosten für ein Endlager werden nicht über den Strompreis beglichen, sondern werden von der Gemeinschaft mit Steuern geleistet.

Klingt nach Kirchhoffschem Gesetz. cool)

Wir reden hier über Physik und nicht darüber, wie wer mit welchen Kosten welche Gewinne erzielt.


Sorry Meister,
das Forum hier heißt doch "Sonstige Themen". Mir ist unwohl bei dem Gedanken an Brutreaktoren und deren Konsequenzen. Und ob sie gebaut werden, hängt nur von der "Kosten <> Nutzen <> auf wem kann man das Risiko abwälzen <> Abwägung" ab.

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Mit Fusionsreaktor Spaltmaterial erbrüten 28 01. 2020 10:50 #64533

Calleryana schrieb: das Forum hier heißt doch "Sonstige Themen"

Naja schon, aber das Thema sollte nicht ohne Notwendigkeit in "sonstige" Aspekte gelenkt werden..

Calleryana schrieb: Mir ist unwohl bei dem Gedanken an Brutreaktoren und deren Konsequenzen.

Sie sind in Bezug auf einen Gau weit weniger gefährlich als normale Kernreaktoren.

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Mit Fusionsreaktor Spaltmaterial erbrüten 28 01. 2020 11:30 #64539

Hi,
ra-raisch schrieb:

Calleryana schrieb: das Forum hier heißt doch "Sonstige Themen"

Naja schon, aber das Thema sollte nicht ohne Notwendigkeit in "sonstige" Aspekte gelenkt werden..

Calleryana schrieb: Mir ist unwohl bei dem Gedanken an Brutreaktoren und deren Konsequenzen.

Sie sind in Bezug auf einen Gau weit weniger gefährlich als normale Kernreaktoren.


Helmut Kohl

"Wichtig ist was hinten raus kommt"

Hinten kommt Waffenfähiges Plutonium raus.

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Mit Fusionsreaktor Spaltmaterial erbrüten 28 01. 2020 20:29 #64564

Calleryana schrieb: Nö, habe ich nicht; die Kosten für ein Endlager werden nicht über den Strompreis beglichen, sondern werden von der Gemeinschaft mit Steuern geleistet. Die Lebensdauer von Fusionskraftwerken wird nicht länger sein als bei Kernspaltung.

Um die kosten für das Endlager auf Steuerzahler abzuwälzen muss ein solches erst existieren .
www.scinexx.de/news/energie/endlager-beh...osion-unterschaetzt/

Und was den Bau neuer Kernkraftwerke angeht
www.dw.com/de/paris-stoppt-bau-neuer-kernkraftwerke/a-51942906

Kernkraftwerke haben eine Lebensdauer von 40 Jahren und müssen zurückgebaut werden
Fusionskraftwerke können stehenbleiben .

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Mit Fusionsreaktor Spaltmaterial erbrüten 29 01. 2020 12:03 #64595

Hi,
heinzendres schrieb: Kernkraftwerke haben eine Lebensdauer von 40 Jahren und müssen zurückgebaut werden
Fusionskraftwerke können stehenbleiben .

Fusionskraftwerke müssen genauso zurückgebaut werden. Eine Fusionsruine müsste 100 Jahre lang bewacht werden, da sie radioaktiv ist. Und nach dem Abklingen der Strahlung ist es immer noch eine Ruine. @ra-raisch mal wegsehen wegen unphysikalischem Einwand; man wird Baugrund schon aus wirtschaftlichen Gründen nicht 100 Jahre ungenutzt brach liegen lassen.

Ich glaube, ich habe meine These nicht gut erklärt. Das Hauptproblem bei Fusionskraftwerken ist die Umwandlung von Neutronenstrahlung in elektrische Energie. Der Weg der angedacht ist, ist die Umwandlung schneller Neutronen -> thermische Neutronen -> thermische Energie -> Dampferzeuger -> Generator. Die Kette " thermische Energie -> Dampferzeuger -> Generator" ist gut beherrschte Technik. Aber wie aus schnellen Neutronen thermische Energie, bei hinreichend großem Wirkungsgrad gewinnen? Wenn der Fusionsstrompreis nicht konkurrenzfähig ist, wird das eine Totgeburt. Für mich sieht der Bau eines Fusionsbrutreaktors, der viele Spaltkraftwerke mit Brennstoff beliefert günstiger aus.

Also Meister der Physik, mit welchen physikalischen Methoden kann Neutronenstrahlung in Strom gewandelt werden?

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Mit Fusionsreaktor Spaltmaterial erbrüten 29 01. 2020 12:13 #64596

Calleryana schrieb: Für mich sieht der Bau eines Fusionsbrutreaktors, der viele Spaltkraftwerke mit Brennstoff beliefert günstiger aus.

Da Spaltkraftwerke nach wie vor nicht wirklich beherrschbar sind, geht es um Alternativen.
Zur Physik der Nutzung der Neutronen kann ich nichts sagen. Vielleicht könnte man ja damit Gold herstellen ;)
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Mit Fusionsreaktor Spaltmaterial erbrüten 29 01. 2020 12:33 #64597

Hi,
Wenn Fusionsstrom 10 mal teurer als Spaltstrom ist, sieht das mit
ra-raisch

Spaltkraftwerke nach wie vor nicht wirklich beherrschbar sind

schon anders aus.

ra-raisch

Zur Physik der Nutzung der Neutronen kann ich nichts sagen. Vielleicht könnte man ja damit Gold herstellen

Durch Gold sind ganze Nationen zerstört worden: Spanien war mal uneingeschränkte Supermacht in Europa. Das Inkagold hat die ganze Wirtschaftsstruktur zerstört. Bis heute hat sich Spanien nicht davon erholt.

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Mit Fusionsreaktor Spaltmaterial erbrüten 29 01. 2020 12:49 #64598

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ra-raisch schrieb:

Calleryana schrieb: Mir ist unwohl bei dem Gedanken an Brutreaktoren und deren Konsequenzen.

Sie sind in Bezug auf einen Gau weit weniger gefährlich als normale Kernreaktoren.

Rainer, ich vermute Du denkst hier an die Flüssigsalzreaktoren. Die können zumindest theoretisch nicht durchgehen, also keine Kernschmelze. Bis auf die Versuche in den 60'er und 70ér Jahren, die im Nachgang eher als kritisch bezüglich Sicherheit beurteilt wurden, sind das bisher alles nur Konzepte zu denen es weder Erfahrungen noch valide Risikoabschätzungen gibt.
Die aktuell einzigen kommerziellen Brutreaktoren werden mit Natrium gekühlt (BN-600 und BN-800 in Russland) und die sind die eher kritischer als die "normalen".
aus wiki

Im Vergleich etwa zu Leichtwasserreaktoren erfordert der Betrieb eines Brutreaktors zusätzliche Sicherheitseinrichtungen. Physikalische Gründe hierfür sind vor allem der nicht „automatisch“ negative Dampfblasenkoeffizient, außerdem auch der gegenüber Uran geringere Anteil verzögerter Neutronen aus der Spaltung.

Natrium-Dampfbildung oder -verlust macht den Reaktor nicht automatisch unterkritisch. Die Unterkritikalität muss stattdessen in einem solchen Fall mit technischen Mitteln genügend schnell und zuverlässig hergestellt werden. Dazu haben Brutreaktoren außer den normalen Steuerstäben weitere, unabhängige Sätze von Sicherheits- oder Abschaltstäben, die im Bedarfsfall in den Reaktorkern hineinfallen oder hinein „geschossen“ werden können (Scram). Ausgelöst wird eine solche Abschaltung durch empfindliche Systeme zur Feststellung von Übertemperaturen und von Siedevorgängen.

Der beim Uran-Plutonium-Mischoxidbrennstoff kleinere verzögerte Neutronenanteil bedeutet einen kleineren Abstand zwischen den Betriebspunkten „Verzögert kritisch“ und „Prompt kritisch“ (siehe Kritikalität). Dem wird durch entsprechend empfindliche, genaue Messung des Neutronenflusses und schnelle Reaktion des Steuerstabsystems Rechnung getragen.

Die große Menge an Plutonium, das verglichen mit Uran wesentlich gesundheitsgefährlicher ist, ist eine weitere Sicherheitsherausforderung.

Ein Risiko der Brütertechnik liegt auch im großtechnischen Umgang mit dem Kühlmittel Natrium, das im Kontakt mit Luft oder Wasser Brände auslösen kann. Vorteile der Natriumkühlung liegen andererseits im geringeren nötigen Druck – ca. 10 bar, im Vergleich zu über 100 bar in Leichtwasserreaktoren – und in der chemischen Reaktivität von Natrium, die bei Unfällen Stoffe wie etwa radioaktives Iod in nichtflüchtiger Form binden würde.

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Mit Fusionsreaktor Spaltmaterial erbrüten 29 01. 2020 13:08 #64599

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Calleryana, diese Idee von Dir verstehe ich nicht:

Für mich sieht der Bau eines Fusionsbrutreaktors, der viele Spaltkraftwerke mit Brennstoff beliefert günstiger aus.

Fusion arbeitet mit leichten Kernen (unter 10 Nukleonen), Kernspaltung mit schweren Kernen (über 200 Nukleonen). Die gewonnene Energie hängt ja von der Differenz der Atomkernbindungsenergie der Nukleonen vorher / nachher ab (=> Bindungsenergie Nuklide).
Rein energetisch: Wenn man schwere Kerne durch Fusion erzeugt benötigt das Energie, die kann man dann über die Spaltung wieder raus holen...
Klingt für mich nach einem Speicher mit miserablem Wirkungsgrad + Nebenwirkungen.

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Mit Fusionsreaktor Spaltmaterial erbrüten 29 01. 2020 13:38 #64600

Hi,

Lutz schrieb: Calleryana, diese Idee von Dir verstehe ich nicht:

Für mich sieht der Bau eines Fusionsbrutreaktors, der viele Spaltkraftwerke mit Brennstoff beliefert günstiger aus.

Fusion arbeitet mit leichten Kernen (unter 10 Nukleonen), Kernspaltung mit schweren Kernen (über 200 Nukleonen). Die gewonnene Energie hängt ja von der Differenz der Atomkernbindungsenergie der Nukleonen vorher / nachher ab (=> Bindungsenergie Nuklide).
Rein energetisch: Wenn man schwere Kerne durch Fusion erzeugt benötigt das Energie, die kann man dann über die Spaltung wieder raus holen...
Klingt für mich nach einem Speicher mit miserablem Wirkungsgrad + Nebenwirkungen.


in Brutreaktoren werden keine schweren Kerne erzeugt. Sondern nicht spaltbare schwere Kerne durch Neutronenbeschuss zu spaltbaren Kernen „veredelt“. Z.B. Uran 238 zu Plutonium 239.

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Mit Fusionsreaktor Spaltmaterial erbrüten 29 01. 2020 14:04 #64602

Lutz schrieb: Calleryana, diese Idee von Dir verstehe ich nicht:

Für mich sieht der Bau eines Fusionsbrutreaktors,

Fusion arbeitet mit leichten Kernen (unter 10 Nukleonen),

Brutreaktoren arbeiten mit schweren Kernen, produzieren aber mehr Neutronen als sie dabei selber verbrauchen.

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Mit Fusionsreaktor Spaltmaterial erbrüten 29 01. 2020 15:28 #64606

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OK, dann habe ich mich durch die Themenüberschrift wohl verleiten lassen dass ein "Fusionsbrutreaktors" irgend etwas mit Kernfusion zu tun haben könnte.
Also geht es hier nicht um ITER oder ähnliche Kernfusions-Anlagen sondern rein um klassische Kernspaltung und die notwendige Aufbereitung des Brennstoffes, was der Brüter beim Betrieb gleich mit erledigen kann.
Das bekomme ich allerdings nicht mit dem Eingangspost in Einklang...da hab ich wohl einen Knoten im Gehirn :)

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Mit Fusionsreaktor Spaltmaterial erbrüten 29 01. 2020 15:37 #64607

Lutz schrieb: Das bekomme ich allerdings nicht mit dem Eingangspost in Einklang...da hab ich wohl einen Knoten im Gehirn :)

Geht mir ähnlich, aber so genau kenne ich mich mit den Brutreaktoren auch nicht aus.
Vor allem sehe ich wenig Sinn darin, Brutreaktoren zu betreiben, um herkömmliche Kernreaktoren weiter laufen zu lassen (ursprünglicher Sinn und Zweck).

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Mit Fusionsreaktor Spaltmaterial erbrüten 29 01. 2020 23:38 #64620

Lutz schrieb:

ra-raisch schrieb:

Calleryana schrieb: Mir ist unwohl bei dem Gedanken an Brutreaktoren und deren Konsequenzen.

Sie sind in Bezug auf einen Gau weit weniger gefährlich als normale Kernreaktoren.

Rainer, ich vermute Du denkst hier an die Flüssigsalzreaktoren. Die können zumindest theoretisch nicht durchgehen, also keine Kernschmelze. Bis auf die Versuche in den 60'er und 70ér Jahren, die im Nachgang eher als kritisch bezüglich Sicherheit beurteilt wurden, sind das bisher alles nur Konzepte zu denen es weder Erfahrungen noch valide Risikoabschätzungen gibt.

Zwar nicht das Thema, aber vielleicht in diesem Zusammenhang interessant ist der: Dual Fluid Reaktor ?

Können Planckobjekte, mit einfacher Wechselwirkung bei Berührung, diskrete Erweiterungen der Standardphysik vereinfachen?

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Können Planckobjekte, mit einfacher Wechselwirkung bei Berührung, diskrete Erweiterungen der Standardphysik vereinfachen?

Mit Fusionsreaktor Spaltmaterial erbrüten 30 01. 2020 00:28 #64626

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Struktron, ja der DFR ist einer von denen die ich mit "Konzepte" meinte. Für den wird schon eine Weile massiv die Werbetrommel gerührt. Auch ganz interessant dass zu dem Konzept gehört viele kleine AKW quasi als Serie aus der Fabrik zu bauen...wird mir ganz schwummerig wenn ich überlege dass derzeit 450 AKW etwa 5% der globalen Primärenergie erzeugen und ein relevanter Anteil der Energieversorgung (Ersatz fossiler Brennstoffe) zukünftig mit kleineren AKW gemacht werden soll.
Aber entspannt bleiben. Fachleute rechnen für so ein Reaktorkonzept mit etwa 20 Jahren Entwicklungszeit bis zum Prototypen, und für den Start der Entwicklung bräuchten die erst einmal sehr viel Geld.
Hier auch ein Artikel zum DFR https://www.deutschlandfunk.de/dual-fluid-reaktor-mit-fluessigbrennstoff-im-reaktor-soll.676.de.html?dram:article_id=462710

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Mit Fusionsreaktor Spaltmaterial erbrüten 30 01. 2020 11:09 #64632

Hi,

Lutz schrieb: OK, dann habe ich mich durch die Themenüberschrift wohl verleiten lassen dass ein "Fusionsbrutreaktors" irgend etwas mit Kernfusion zu tun haben könnte.
Also geht es hier nicht um ITER oder ähnliche Kernfusions-Anlagen sondern rein um klassische Kernspaltung und die notwendige Aufbereitung des Brennstoffes, was der Brüter beim Betrieb gleich mit erledigen kann.
Das bekomme ich allerdings nicht mit dem Eingangspost in Einklang...da hab ich wohl einen Knoten im Gehirn :)


Es geht hier tatsächlich um das Erbrüten von Spaltmaterial durch die Neutronenstrahlung von Fusionsreaktoren. Ich sehe keine Methode, mit der die Neutronenstrahlung des Fusionsprozesses mit hinreichendem Wirkungsgrad in elektrischen Strom umgewandelt werden könnte. 80% der Primärenergie bei der Fusion ist Neutronenstrahlung. Das ökonomischste wäre die Nutzung der Neutronenstrahlung um Brennstoff für Spaltreaktoren zu erbrüten. Damit würde aber erst das Zeitalter der Kernspaltkraftwerke beginnen.


ra-raisch

Vor allem sehe ich wenig Sinn darin, Brutreaktoren zu betreiben, um herkömmliche Kernreaktoren weiter laufen zu lassen (ursprünglicher Sinn und Zweck).

Der Sinn liegt darin:
  1. Heute spülen Kernkraftwerke zuverlässig Geld in die Kassen der Stromerzeuger.
  2. In 80 Jahren ist das Uran 235 verbraucht, dann muss gebrütet werden.

Grüße alias Birnbaum

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Mit Fusionsreaktor Spaltmaterial erbrüten 30 01. 2020 12:58 #64636

Calleryana schrieb: Der Sinn liegt darin:

  1. Heute spülen Kernkraftwerke zuverlässig Geld in die Kassen der Stromerzeuger.
  2. In 80 Jahren ist das Uran 235 verbraucht, dann muss gebrütet werden.

Das ergibt keinen Sinn, weil Kernreaktoren nämlich unabhängig von der Versorgung mit Kernbrennstoff abgeschaltet werden, weil der Betrieb wegen Gefahren nicht mehr tolerabel ist.
wiki:
Als Atomausstieg, auch Kernkraftausstieg oder Atomverzicht wird die politische Entscheidung eines Staats, den Betrieb von Kernkraftwerken einzustellen und auf Kernenergie zur Stromerzeugung zu verzichten, bezeichnet. Einen vollständigen Ausstieg aus der Erzeugung von Atomenergie hat bisher Italien durchgeführt, weitere Staaten wie Deutschland, Belgien und die Schweiz haben einen Atomausstieg angekündigt bzw. ihn in die Wege geleitet. Österreich nahm sein fertiggestelltes Kernkraftwerk Zwentendorf bereits 1978 nach einer Volksabstimmung nicht in Betrieb, weitere Staaten brachen zum Teil weit vorangeschrittene Atomprogramme ab.

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Mit Fusionsreaktor Spaltmaterial erbrüten 30 01. 2020 15:20 #64648

Mahlzeit,
Wikipedia gibt niemandem Handlungsanweisungen vor. Hat Japan oder Russland den Atomausstieg beschlossen?
Auf Wiki_China gibt es genau einen Satz dazu: Es geht nur um Europa.
Wiki 中文 Amen.

Komm mal aus deinem Utopia in die reale Welt, hier geht es um Macht (Geld). Ein römischer General hat mal gesagt: "Die Forderung nach Sicherheit steht jedem edlen Unternehmen im Weg!"
Und jetzt mal Butter bei die Fische, wenn die Stromerzeugung durch Fusion Sinn ergeben soll: Wie werden schnelle Neutronen, mit welchen Wirkungsgrad, in Strom gewandelt?

Grüße alias Birnbaum

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