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Für eine Besiedlung des Mars braucht es weniger Menschen als gedacht 27 06. 2020 11:59 #71958

1e9.community/t/fuer-eine-besiedlung-des...-newtab-global-de-DE

Seit vielen Jahren gibt es Pläne, den roten Planeten zu besiedeln. Unter anderem will Elon Musk dort für die Menschheit eine zweite Heimat einrichten. Ein französischer Wissenschaftler hat nun durchgerechnet, wie viele Menschen es bräuchte, um einen überlebensfähigen Außenposten aufzubauen.

Jean-Marc Salotti kommt in seiner Studie zum Schluss, dass „mit Hilfe eines mathematischen Modells die Mindestanzahl von Siedlern und die Lebensweise für das Überleben auf einem anderen Planeten bestimmt werden kann“. Und für sein Fallbeispiel, den Mars, wäre das Minimum, das auf den Planeten geschickt werden muss, um eine neue Welt aufzubauen 110 Personen. Zumindest wenn einige Grundvoraussetzungen erfüllt sind, die er für seine Studie aufgestellt hat. Beispielsweise bestimmte er, dass die Kolonisten über die Möglichkeit zum Anbau von Obst und Gemüse in Gewächshäusern, ein Habitat mit Glaskuppel und Sauerstoff verfügen und die Möglichkeit zur Extraktion von Wasser aus Eis vorhanden ist.

Trotz der recht exakten Zahl von 110 Kolonisten merkt der Forscher an, dass diese trotzdem eher als „eine grobe Schätzung mit zahlreichen Annahmen und Unsicherheiten“ betrachtet werden sollte. Um ein tatsächlich belastbares Ergebnis zu produzieren, fehlten schlichtweg noch Daten, die unter realen Bedingungen gesammelt worden sind. Dennoch ist es, meint der Forscher, „die erste quantitative Abschätzung der Mindestzahl von Individuen“, die es für den Bau einer extraterrestrischen Kolonie gibt.


Ich fürchte, der Forscher hat etwas wesentliches übersehen. Um eine langfristig tragbare Kolonie aufzubauen, benötigt man einen genügend großen Genpool.

Vor vielen Jahren habe ich bei einer geführten Mexico Rundreise ein Dorf von europäischen Auswanderen einer christlichen Religionsgemeinschaft besucht. Diese haben sich über 200 Jahre lang nicht mit der umgebenden Bevölkerung vermischt. Etwa die Hälfte der Menschen dort hatten aufgequollene rote Gesichter und Körper. Da war der Genpool für die Abgeschiedenheit offenbar zu klein.

Wie viele Menschen benötigt werden, um dauerhaft eine abgeschiedene Kolonie ohne Erbkrankheiten zu gründen, weiß ich nicht. Ich denke aber sicher deutlich mehr als 110.

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Für eine Besiedlung des Mars braucht es weniger Menschen als gedacht 27 06. 2020 12:48 #71959

Nun gut, Salotti wird sich wohl (noch nicht gelesen) auf die technische Realisierung eines Status Quo beschränkt haben. Biologische (Genpool, Herdenimmunität) oder gar psychologische (Einsamkeit, Luxus), soziologische (Regierung, Verwaltung, Polizei, Gerichte, Gefängnisse, Schulen, Universitäten), wirtschaftliche (Marktwirtschaft, LHC...) oder ethische (zB Sozialamt) Randbedingungen sind gesondert zu betrachten. Und das schwächste Glied (größte Zahl) bestimmt dann das benötigte Minimum.

Link für den PC
1e9.community/t/fuer-eine-besiedlung-des...hen-als-gedacht/4897
Salotti: www.nature.com/articles/s41598-020-66740-0.pdf

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Für eine Besiedlung des Mars braucht es weniger Menschen als gedacht 27 06. 2020 14:45 #71972

Den Genpool kann man heutzutage bequem in der Kühltasche mitnehmen, daran wird das Experiment wohl eher zuletzt scheitern.

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Für eine Besiedlung des Mars braucht es weniger Menschen als gedacht 27 06. 2020 16:11 #71978

gaston schrieb: Den Genpool kann man heutzutage bequem in der Kühltasche mitnehmen, daran wird das Experiment wohl eher zuletzt scheitern.

Es ging schon und gerade um Nachhaltigkeit und nicht nur einen Zeitraum von 10 Jahren (angenommene Haltbarkeit der Vorräte). Mehr Vorräte sollten nicht installiert werden, eher weniger.

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Für eine Besiedlung des Mars braucht es weniger Menschen als gedacht 27 06. 2020 18:32 #71983

ra-raisch schrieb:

gaston schrieb: Den Genpool kann man heutzutage bequem in der Kühltasche mitnehmen, daran wird das Experiment wohl eher zuletzt scheitern.

Es ging schon und gerade um Nachhaltigkeit und nicht nur einen Zeitraum von 10 Jahren (angenommene Haltbarkeit der Vorräte). Mehr Vorräte sollten nicht installiert werden, eher weniger.

Ich denke, Gaston meinte, genetische Vielfalt tiefgekühlt mitzunehmen.

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Für eine Besiedlung des Mars braucht es weniger Menschen als gedacht 27 06. 2020 19:06 #71984

ClausS schrieb: Ich denke, Gaston meinte, genetische Vielfalt tiefgekühlt mitzunehmen.

Das ist mir schon klar, aber wie gesagt basiert der Artikel auf einem Zeitraum von maximal 10 Jahren (wobei die Nahrungsvorräte natürlich nicht so lange konzipiert sind). Man könnte ja auch mehr Sauerstoff oder Medikamente mitnehmen, klar...

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Für eine Besiedlung des Mars braucht es weniger Menschen als gedacht 27 06. 2020 19:16 #71986

besser: eine besiedlung des mars ist unsinn, denn für eine dauerhafte besiedlung braucht es eine atmosphäre und die kann der mars nicht halten.
dann gibt es noch 2 andere probleme, nämlich die beiden monde. sie werden in einiger zeit auf den planeten krachen, das steht schon fest.

es ist weitaus sinnvoller eine mondstation zu betreiben und von da aus menschen auf andere himmelskörper zu bringen, wenn es dann irgendwann mal an der zeit ist.
wir müssten nur aufpassen, dass wir bis dahin nicht das ganze wassereis an den polen verbraucht haben.

q

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Für eine Besiedlung des Mars braucht es weniger Menschen als gedacht 27 06. 2020 20:10 #71990

Ferdi Runge schrieb: dann gibt es noch 2 andere probleme, nämlich die beiden monde. sie werden in einiger zeit auf den planeten krachen, das steht schon fest.

Welches Zeitfenster?

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Für eine Besiedlung des Mars braucht es weniger Menschen als gedacht 27 06. 2020 20:22 #71992

ra-raisch schrieb:

Ferdi Runge schrieb: dann gibt es noch 2 andere probleme, nämlich die beiden monde. sie werden in einiger zeit auf den planeten krachen, das steht schon fest.

Welches Zeitfenster?


Phobos 50 Millionen Jahre bis zu Kollision, Daimos entfernt sich und wird nie kollidieren.

Aber: Sollte man versuchen, auf dem Mars wieder eine Atmosphäre aufzubauen, würde die Phobos Kollision sich aufgrund des mittlerweile geringen Abstand bald einstellen. Und ob Daimos sich dann immer noch entfernen würde oder durch die neue Atmosphäre gebremst würde, weiß ich nicht.

In jedem Fall müsste man vor jedem Terraforming Versuch zumindest Phobos eliminieren.

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Für eine Besiedlung des Mars braucht es weniger Menschen als gedacht 27 06. 2020 20:24 #71993

ra-raisch schrieb: Welches Zeitfenster?

da gibts einen artikel
www.scinexx.de/news/kosmos/mars-ring-und-monde-im-wechsel/

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Für eine Besiedlung des Mars braucht es weniger Menschen als gedacht 27 06. 2020 20:59 #71998

also wenn es gelänge, dem mars eine atmo zu verpassen (wie auch immer), würde sich auch daimos an dieser reiben und abstürzen. (zitat harald lesch (TM))
btw fängt der mars immer mal wieder gas ein, was er aber relativ schnell durch sonnenwinde verliert.
eine eliminierung von phobos wäre denkbar, aber dann hätte man womöglich wieder andere probleme.
ClausS schrieb:
ra-raisch schrieb:

Ferdi Runge schrieb: dann gibt es noch 2 andere probleme, nämlich die beiden monde. sie werden in einiger zeit auf den planeten krachen, das steht schon fest.

Welches Zeitfenster?


Phobos 50 Millionen Jahre bis zu Kollision, Daimos entfernt sich und wird nie kollidieren.

Aber: Sollte man versuchen, auf dem Mars wieder eine Atmosphäre aufzubauen, würde die Phobos Kollision sich aufgrund des mittlerweile geringen Abstand bald einstellen. Und ob Daimos sich dann immer noch entfernen würde oder durch die neue Atmosphäre gebremst würde, weiß ich nicht.

In jedem Fall müsste man vor jedem Terraforming Versuch zumindest Phobos eliminieren.


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Für eine Besiedlung des Mars braucht es weniger Menschen als gedacht 27 06. 2020 21:31 #72000

Ferdi Runge schrieb:
Phobos 50 Millionen Jahre bis zu Kollision, Daimos entfernt sich und wird nie kollidieren.

Aber: Sollte man versuchen, auf dem Mars wieder eine Atmosphäre aufzubauen, würde die Phobos Kollision sich aufgrund des mittlerweile geringen Abstand bald einstellen. Und ob Daimos sich dann immer noch entfernen würde oder durch die neue Atmosphäre gebremst würde, weiß ich nicht.

In jedem Fall müsste man vor jedem Terraforming Versuch zumindest Phobos eliminieren.

Über 50 Millionen Jahren hinweg reicht selbst ein sehr kleines solargetriebenes Raketentriebwerk oder sonst ein dauerhafter Rückstoss um Phobos und auch Daimos auf eine höhere Bahn zu bringen.

Edit:Sie würden sich auch ausgehölt hervorragend als Generationenraumschiff eignen und wären dann sowieso weg.

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Für eine Besiedlung des Mars braucht es weniger Menschen als gedacht 27 06. 2020 22:26 #72004

Danke.
Naja, ich denke, in 50 Mio Jahren hätte sich die Station längst amortisiert, und an eine Atmosphäre auf dem Mars würde ich erst einmal nicht denken, die wäre ja sowieso nicht stabil, ein Fass ohne Boden....zumal für 110 Marsianer.

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