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THEMA: Was hat das Universum mit uns zu tun?

Was hat das Universum mit uns zu tun? 19 Jul 2016 00:11 #7269

Dieser Beitrag ist unter dem Thema Weiterführende Themen (Philosophie) gepostet.
Wer sich Kopfschütteln ersparen will, sollte das folgende erst gar nicht lesen.


Was hat das Universum mit uns zu tun?
Um sich ein Bild vom Universum zu machen, benötigt man ein „ETWAS.“ Dieses ETWAS, was auch immer das sein mag, teilt man in 2 Teile. Schwarz und Weiß. Weiß symbolisiert das Leben, Schwarz das Leblose.

Man nimmt nun das Schwarze (das Leblose) und mischt einen Tropfen Weiß (Leben) dazu. Das streicht man auf eine Leinwand. Dann nimmt man etwas Weiß (Leben) und mischt einen Tropfen Schwarz (lebloses) dazu. Damit macht man auf der Leinwand einen weißen Punkt. Auch wenn das ganze leblose vom Leben durchdrungen ist, kann es sich doch nur an einem einzigen Punkt bewusst machen, nämlich an dem Punkt, wo sich das Leben „konzentriert“ (weißer Punkt). Aja, und nicht zu vergessen, man schneidet noch ein kleines Loch in die Leinwand. Das Bild ist fertig. Die Leinwand kann man eigentlich weglassen, das Bild ist ins NICHTS gemalt.

Dieses Bild beantwortet die Frage, was das Universum mit uns zu tun hat:
„Wir sind das Universum“

Eine Frage bleibt jedoch offen:
Wer sind wir? Wir, die uns als ganzes Universum präsentieren?
Dieses Geheimnis ist nicht zu lüften. Leider.

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Was hat das Universum mit uns zu tun? 27 Jul 2016 20:36 #7355

Jahrtausend lange religiöse Indoktrinierung haben der Menschheit einen derart übermächtigen Minderwertigkeitskomplex angehängt, dass man sich nicht einmal zu denken traut, dass das Leben als Teil des Leblosen das Maß aller Dinge ist, obwohl es offensichtlich ist, dass das gesamte Universum sich hier auf unserem Planeten fein abgestimmt hat. Wer wir sind, wir, dieses „Etwas“, wir, die wir uns als Universum „entzippt“ haben, um uns selbst zu erkennen, bleibt trotzdem ein Geheimnis. Ein nichts im nichts vielleicht? Oder eine Unregelmäßigkeit in der Regelmäßigkeit? Ein Symmetriebruch eventuell? Ein Fehler im Vakuum? Wir sind jedenfalls da. Es ist nicht nichts, warum auch immer? Irgendwie auch Wurst, wir können so wie so nichts daran ändern.

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Was hat das Universum mit uns zu tun? 03 Aug 2016 00:07 #7430

Hallo Badhofer,
ich fürchte, dass der Verstand da wenig weiter hilft. So war auch die ganze mittelalterliche Scholastik letztlich wenig zielführend. Ihr größter Vertreter, Thomas von Aquin, soll am Ende seines Lebens sogar mit dem Gedanken gespielt haben, seine ganzen Schriften zu verbrennen.
Ich kann dir nur den Spruch des von mir sehr geschätzten Zen-Meisters Kodo Sawaki ans Herz legen:
"Sind wir ACHTSAM und SEHEN, dann verstehen wir und die Nahtstelle zwischen dem Universum und uns verschwindet."

Sawaki zu lesen, ist herzerfrischend. Er bringt die Dinge aus zen-buddhistischer Sicht gnadenlos ehrlich auf den Punkt (z.B. in seinem Buch "Für dich"). Lebensweisheit pur für den, der bereit ist, den Bedingungen unserer Existenz in die Augen zu schauen.

Noch einige Sawaki Zitate, die seine schonungslose Direktheit verdeutlichen:

Alles was wir tun ist umsonst. Alles was wir bekommen ist umsonst. Der Regen fällt umsonst, die Sonne strahlt umsonst. Die Sonne schickt uns keine Rechnung für ihre "Solarenergie". Was ist da schon dabei, dass wir nichts in den Tod mitnehmen können? Die Rechnung ist beglichen, fertig, aus! Was ist schon groß dabei, wenn du am Ende wie ein Köter am Straßenrand stirbst? Ich habe mein ganzes Leben mit der Absicht gelebt, schließlich wie ein Köter zu verrecken. Ich habe mein ganzes Leben an Zazen verschwendet. Alle versuchen dem Menschenleben noch etwas hinzuzufügen - darin liegt ihr Irrtum.

Das ganze Leben über bist du ganz aus dem Häuschen, weil du es für selbstverständlich hältst, dass es "dich" und "die anderen" gibt: Du trägst dick auf, um aus der Menge herauszuragen. Doch in Wirklichkeit gibt es weder "dich" noch "die anderen". Aber das wirst du erst verstehen, wenn du stirbst.

Als junger Mönch setzte ich alles daran, Satori zu bekommen. Da gab mir Fueoka Ryoun Roshi eine Lehre für den Rest meines Lebens: "Kein Grund zur Hektik, Kodo. Du bist so wie einer, dem ein Stück Scheiße an der Nase hängt und trotzdem fragt: "Wer hat hier gefurzt!?" - So lang du auf diese Weise nach Satori suchst, wirst du es nie finden


Beste Grüße
Josef

Du musst auch im brennenden Haus deinen Frieden finden (zen-buddhistische Weisheit),...........denn alles Sein ist flammend Leid (Franz Marc)

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Letzte Änderung: von Josef Wolferseder. Begründung: tippfehler (Notfallmeldung) an den Administrator

Was hat das Universum mit uns zu tun? 03 Aug 2016 12:04 #7435

Ich kann den Aussagen des Sawaki überhaupt nichts abgewinnen. Und auch seine Lebensweisheit nicht auf mein Leben anwenden. Zu groß sind wohl die Unterschiede in Sein und Bewußtsein. Dem Sawaki ist offensichtlich die Gesellschaft in der er lebt, sch.. egal. Trotzdem muss er essen und trinken.

In die westliche Lebensart, in die ich nach dem Krieg hineingeboren wurde, ist wenig umsonst, höchstens die Sozialhilfe.

Wenn ich gut leben will (d.h. ich habe: gutes Essen, gute Kleidung, gute Wohnung, gute Teilhabe an der Kultur, Lebensfreude aufgrund von Abwesenheit von Mangel und Not, gewisse materielle Güter, gute Voraussetzungen für ein gelingendes Leben), dann muss ich mich anstrengen. Ich muss meinen Beitrag leisten zur Wohlfahrt der Gesellschaft.

Alles was man verbrauchen will, muss erzeugt werden (Materielles wie Kulturelles). Alle in der Gesellschaft müssen arbeiten, um diese Dinge zu produzieren. Möchte ich dieser Dinge teilhaftig werden, so muss ich mitarbeiten. Arbeite ich nicht, strenge ich mich kein bisschen an, falle ich der Gesellschaft zur Last.

Das ist das Prinzip und stimmt auch für den Stamm in der Wildnis: die Gemeinschaft kann nur verbrauchen, was die Gemeinschaft erarbeitet.

Dieses Prinzip lässt eine große Bandbreite an Gesellschaftsentwürfen zu. Und auch viel Spielraum, wie ich mich in einer gegebene Gesellschaft verhalten kann.

Wenn man satt ist und ein Dach über den Kopf hat, kann man sich viele Vorstellungen machen, wie das Leben, wie eine gerechte Gesellschaft aussehen müsste. Es läßt sich trefflich philosophieren. Wie sieht es mit leerem Magen aus?

Manche sagen "Leben ist Kampf". Stimmt für die Tierwelt und ein bisschen auch für die Menschen. Um meinen Platz an der Sonne muss ich schon ein bisschen kämpfen.

Sogar Robinson Crusoe kämpfte für seinen Lebensunterhalt. Und wären da nicht die Überbleibsel aus dem Schiffswrack (also von seiner gesellschaftlichen Heimat) gewesen, hätte er nicht überlebt.

Leicht beieinander wohnen die Gedanken. Doch hart im Raume stoßen sich die Sachen. Schiller, Wallenstein

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Was hat das Universum mit uns zu tun? 03 Aug 2016 17:14 #7438

Denobio schrieb:

Dem Sawaki ist offensichtlich die Gesellschaft in der er lebt, sch.. egal.


In dem Punkt tust du ihm gewaltig unrecht. Gerade als Buddhist war auch Sawaki durchdrungen vom Mitgefühl mit allen Lebewesen. Man muss hier klar trennen, zwischen der Art wie Sawaki (so weit ich seine Biographie kenne) mit Einzelnen umging, quasi Auge in Auge, und seinem Urteil über einen großen Teil der Menschheit, quasi der makro-soziale Blick auf die Gesellschaft.
Das macht ihn mir halt symphatisch, da es mir ähnlich geht. Der Einzelne ist ja meistens ganz in Ordnung, ganz unabhängig von Rasse, Herkunft, Religion und was weiß ich. Aber die Menschheit im Ganzen, naja, was soll ich da sagen. Und schließlich bin ich selber ja auch nur ein Mitläufer in diesem fragwürdigen Kollektiv, über das ich die Nase rümpfe. Ein Dilemma, ein Widerspruch.
Ansonsten gebe ich dir ja recht in deinen Ausführungen.

Grüße Josef

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Was hat das Universum mit uns zu tun? 05 Aug 2016 08:45 #7466

.
Wir sind die „Ur-Substanz“
Wir sind ewig, allgegenwärtig, aber nicht allmächtig!

Gott ist die fehlerhafte Struktur dieser Ur-Substanz.
Ein unvollkommenes Muster, ein allgegenwärtiges System. Was Gott ist, kann man mit einem Wort definieren: „Die Unvollkommenheit“

Nichts kann die Unvollkommenheit vervollkommnen,
deswegen ist sie ewig, allgegenwärtig und allmächtig.

Was wir (die Ur-Substanz) sind, bleibt für alle Zeiten ein Geheimnis.

In der Unvollkommenheit des Textes von Der Fehler im Vakuum spiegelt sich das System.
.
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Was hat das Universum mit uns zu tun? 05 Aug 2016 10:49 #7470

Ja Josef, eine komische Erfahrung, die ich auch kenne.

Wie oft haben wir negative Empfindungen (mit Recht) nach dem Motto. "Was sind das nur für Leute!!"

Haben wir mit einzelnen Menschen zu tun, sehen wir eher den Menschen. (Außer bei solchen Scheusalen, bei denen das Menschliche verloren scheint).

Aber mit Sawaki, der mir kein Begriff ist, könnte ich nicht warm werden. Wie gesagt, seine Philosophie ist mir zu fern.

Grüße Denobio

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Was hat das Universum mit uns zu tun? 05 Aug 2016 12:12 #7475

Badhofer, zu deinem Beitrag:
Das ist alles spekulativ und reine Gedankenakrobatik.
Du definierst Gott als die Unvollkommenheit. Genauso kann ich hergehen und sagen: "Das Ganze ist mehr als seine Teile." "Die Summe aller Unvollkommenheiten ergibt eine Vollkommenheit, die ich Gott nenne."
Wer hat nun Recht? Du, ich, jeder von uns oder keiner? Du kannst es dir aussuchen. ;)

Grüße Josef

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Was hat das Universum mit uns zu tun? 05 Aug 2016 13:06 #7482

Ich finde, man muss den Begriff "Gott" so nehmen, wie er gebraucht wird.
Dann kann man Gedanken anstellen: was dieser Gottesbegriff wohl alles bedeuten kann und wie er sich historisch entwickelt hat.
Und dann kann man noch sagen, wie man selbst dazu steht.

Man kann natürlich seinen eigenen Gottesbegriff konstruieren. Der hat wohl mit dem nichts mehr zu tun, was allgemein unter "Gott" verstanden wird.

Aber wahrscheinlich gibt es irgendwo einen Philosophen, der mir heftig widerspricht.

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Was hat das Universum mit uns zu tun? 06 Aug 2016 12:00 #7493

Denobio schrieb:

Ich finde, man muss den Begriff "Gott" so nehmen, wie er gebraucht wird.

Wenn man alle Unzulänglichkeiten, die der historisch gewachsene Begriff „Gott“ mit sich bringt, erhalten will, dann kann man den Begriff ja unberührt lassen.

Man kann natürlich seinen eigenen Gottesbegriff konstruieren. Der hat wohl mit dem nichts mehr zu tun, was allgemein unter "Gott" verstanden wird.

Wenn der Gottesbegriff nicht der Wirklichkeit entspricht, ist er jedoch sinnlos. Der Begriff kann nichts bewirken. Natürlich steht es jeden frei, etwas Sinnloses zu tun.

Josef Wolferseder schrieb:

"Das Ganze ist mehr als seine Teile." Die Summe aller Unvollkommenheiten ergibt eine Vollkommenheit, die ich Gott nenne."

Natürlich ist das so. Natürlich kannst du das so sagen. Die Summe aller Unvollkommenheiten ergibt eine Vollkommenheit, die man auch Gott nennen kann, wenn man den Begriff Gott unbedingt dazu verwenden will.

Wenn man den Sachverhalt niederschrieben will, muss man sich dem vorhandenen Wortspiel bedienen. Es gibt keine andere Möglichkeit. Worte muss man so nehmen, sie sie besetzt sind. Der „Fehler im Vakuum“ ist ja in Wirklichkeit kein Fehler, er ist die Voraussetzung für die Existenz des Vakuums, oder des Nichts, des Raumes, der Unendlichkeit oder der Ewigkeit (wie auch immer man das in diesem Wortspiel benennen will). Es gibt auch keine Unvollkommenheit, sondern die Unvollkommenheit ist das Fundament der Vollkommenheit. Nichts ist vollkommen, wenn es nicht unvollkommen ist. Nichts ist perfekt, wenn es nicht einen Fehler beinhaltet. Da es für diesen Sachverhalt keine Worte gibt, kann man nur Worte verwenden, die es gibt, auch wenn sie nicht wirklich passen sind. Ich gehe davon aus, dass in diesem Forum niemand das zugrunde liegende System erkennen kann. Wenn es doch jemand erkennen kann, der kann ja Vorschläge machen, wie man es mit besseren Worten in diesem Spiel der Worte beschreiben kann.

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Was hat das Universum mit uns zu tun? 06 Aug 2016 12:46 #7494

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Hallo badhofer,

Da es für diesen Sachverhalt keine Worte gibt, kann man nur Worte verwenden, die es gibt, auch wenn sie nicht wirklich passen sind.


Da fällt mir doch spontan das Ende von Wittgensteins Tractatus Logico-Philosophicus ein:

6.522
Es gibt allerdings Unaussprechliches. Dies zeigt sich, es ist das Mystische.
6.53
Die richtige Methode der Philosophie wäre eigentlich die: Nichts zu sagen, als was sich sagen lässt, also Sätze der Naturwissenschaft - also etwas, was mit Philosophie nichts zu tun hat -, und dann immer, wenn ein anderer etwas Metaphysisches sagen wollte, ihm nachzuweisen, dass er gewissen Zeichen in seinen Sätzen keine Bedeutung gegeben hat. Diese Methode wäre für den anderen unbefriedigend - er hätte nicht das Gefühl, dass wir ihn Philosophie lehrten - aber sie wäre die einzig streng richtige.
6.54
Meine Sätze erläutern dadurch, dass sie der, welcher mich versteht, am Ende als unsinnig erkennt, wenn er durch sie - auf ihnen - über sie hinausgestiegen ist. (Er muss sozusagen die Leiter wegwerfen, nachdem er auf ihr hinaufgestiegen ist.)
Er muss diese Sätze überwinden, dann sieht er die Welt richtig.


7
Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen.


Gruß,
Lulu
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Was hat das Universum mit uns zu tun? 06 Aug 2016 12:46 #7495

Sei mir gegrüsst, lieber Badhofer,
da ich es immer lieber konkret habe, und weil ich mit Wortspielen eigentlich nur was anfangen kann, wenn sie von der humorvollen, witzigen Art sind, fällt mir zu "die Unvollkommenheit ist die Basis der Vollkommenheit" nur der Satz von Gödel ein.
Ich weiss, dass du es mir nicht übel nimmst, wenn ich keinen Sinn für Esoterik habe. Aber ich muss zugeben, dass ich es schon ein bisschen liebe, die Sache humorig zu nehmen.
Beste Grüsse und ich freue mich wirklich immer wieder von dir zu lesen.
Denobio

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Was hat das Universum mit uns zu tun? 06 Aug 2016 13:01 #7496

Hallo Lulu,

endlich weiss ich , woher der rot unterstrichene Satz stammt. Ein kluger Text, den Du da zitiert hast! Herzlichen Dank dafür.

Mit Badhofers Beiträgen geht der Text vielleicht ein wenig zu streng ins Gericht. Strenge Logik schiesst manchmal über das Ziel hinaus, genau so wie strenge Moral zu Unmoral werden kann (wir beide kennen unseren v. Weizsäcker).

Aber nochmal: der Text ist sehr gut. Ich werde über Wittgenstein nachlesen.

Beste Grüsse Denobio

PS nachdem ich nun bei Wiki den ausführlichen, und wahrscheinlich auch fundierten Beitrag über Wttgenstein gelesen habe, erscheint mir, dass es zwischen Badhofer und Wittgenstein manche Berührungspunkte gibt. Man muss z.B. das "Sprachspiel" von Badhofer kennen, um ihn besser zu verstehen.

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Was hat das Universum mit uns zu tun? 06 Aug 2016 16:51 #7497

Lulu schrieb:

Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen.

[/b] Wittgenstein hat recht. Andererseits, wenn alle nur das reden würden, wovon sie sprechen können, dann würde es aber ganz still werden auf dieser Welt. Was vielleicht eh gar nicht so schlecht wäre. Ich werde mir Wittgensteins Aussage zu Herzen nehmen B)

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Was hat das Universum mit uns zu tun? 08 Aug 2016 11:52 #7512

Schade!

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Was hat das Universum mit uns zu tun? 23 Aug 2016 17:41 #7849

@badhofer

Aus deinem Eingangsposting:

badhofer schrieb: Eine Frage bleibt jedoch offen:
Wer sind wir? Wir, die uns als ganzes Universum präsentieren?
Dieses Geheimnis ist nicht zu lüften. Leider.


Vielleicht helfen dir die folgenden Anmerkungen weiter:

Sämtliche Inhalte des Universums können verstanden werden als Hilfsmittel für kommunikative Zwecke. Alle Ausprägungsformen von Materie dienen jeweils ganz bestimmten Zwecken. Sobald der Zweck erfüllt ist, lösen die Formen sich wieder auf und sie verschwinden gänzlich zu einer Wirkungslosigkeit. Vom winzigsten Quark bis zu gigantischen Galaxie Formationen, alles im Universum agiert und reagiert in einer bestimmten Art und Weise miteinander und zeigt damit unmissverständlich ein kommunikatives Verhalten.

Für mich stellt sich daher nicht die Frage, was das Universum mit uns zu tun hat, sondern Wer mit dem Universum etwas zu tun hat. Und das sind offensichtlich alle Kreaturen, von denen man sagt, dass sie Lebewesen sind.

Manche Lebewesen, wie auch wir Menschen, benutzen das, was wir als Materie bezeichnen eindeutig und unmissverständlich dafür, um sich damit kommunikativ zum Ausdruck bringen zu können. Lebewesen, die das nicht tun, bezeichnen wir als tot.

Die jeweilige Ausdrucksform mit ihren Möglichkeiten (Aktionsradius) ergibt ihre jeweilige Charakteristika, mit der sie voneinander unterschieden werden können. Wir unterteilen diese unterschiedlichen Charakteristika in Spezies, Arten, Unterarten, etc.

Die Gemeinsamkeit aller Lebewesen zeigt sich darin, dass sie alle ein fundamental zugrunde liegendes Kommunikationsverlangen umsetzen. Die Umsetzung dieses Verlangens erfolgt mit Hilfsmitteln, mit Verkörperungen sowie anderen ”Dingen“, die aber tatsächlich keine festen und stabilen Dinge sind, sondern ebenfalls nur aufeinander abgestimmte Wirkungen mit eingebautem Verfallsdatum, etwas, das für alles Materielle gilt, eben deswegen, weil all diese "Dinge" nur einem jeweils bestimmten, vorübergehenden Zweck dienen.

Diese Anmerkungen haben nicht die Absicht zu erklären, wie Verkörperungen zustande kommen, sondern sollen lediglich das Bezugsverhältnis zwischen Lebewesen und dem Universum aufzeigen.

Ohne Lebewesen wäre das gesamte materielle Universum vollkommen bedeutungs- und nutzlos.

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Was hat das Universum mit uns zu tun? 29 Aug 2016 15:55 #8032

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Da wundern wir uns, dass wir da sind. Schauen um uns herum und erkennen all die Dinge, die dazu geführt haben, dass wir da sind. Nanu, hoppla wo bin ich hier, was mach ich hier? Alles wie für mich gemacht, schön!
So ein kleines Plätzchen hier auf unserer schönen Erde.
Ich halte es mal ganz und gar materialistisch: Das Universum ist entstanden, wie auch immer. Fast unendlich viele Faktoren haben zusammengespielt, dass wir entstehen konnten. Das Universum als riesengroßes Feld auf dem wir gewachsen sind.
Das Universum kann nicht denken. Wir können es. Wir sind ein Teil des Universums aber wir unterscheiden uns grundsätzlich von ihm, ist klar warum.
Manchmal denke ich, wenn das Universum denken könnte dann würde es wohl sagen: "Entschuldigung, das wollte ich nicht. Das war ein Versehen, dass ich euch hervorgebracht habe."
Natürlich auch Quatsch. Ich finde den Satz von Meikel 3000 schön: Ohne Lebewesen wäre das gesamte materielle Universum vollkommen bedeutungs- und nutzlos.

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