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THEMA: Das kognitive Defizit

Das kognitive Defizit 04 Dez 2017 15:14 #23677

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Dimensionalität und Kausalität im Bewusstsein:

Hi,

Cyborg schrieb: Philzer, ich sehe schon, dass wir in Bezug auf 4D unterschiedliche Schwerpunkte haben.


Ja klar ich komme eben aus der Philo, und mein Interesse; meine Überlegungen; meine Modelle; gelten natürlich in allererster Linie dem Verständnis des Mesokosmos, des Lebensraumes der menschlichen Gesellschaft.
Das interessiert natürlich die allerwenigsten, denn die Welt ist eben für sie einfach nur da um vernutzt zu werden.
Das ist sooo selbstverständlich, mehr interessiert einfach nicht.
… schließlich fragt das Tier ja auch nicht danach ... SCNR

Instrumentelle Vernunft, ein Begriff von Horkheimer, den ich mittlerweile so definiere:

Instrumentelle Vernunft ist diejenige Teilmenge der Vernunfterkenntnis die sich widerspruchsfrei unter die Strebungen des 'Es' subsumieren lässt. - Philzer


Und ich wollte eben wissen, warum das so ist.
Nach vielen erfolglosen Suchen bei den Philosophen – von denen, mal lapidar ausgedrückt, jeder etwas anderes sagt – aber quasi nichts funktioniert :) , kam ich dann, und glücklicherweise eben erst dann – also danach, irgendwann zu Freud. Das Ich und das Es. Die Doppelnatur des Menschen.
Das war eine Initialzündung.

In umgekehrter Reihenfolge hätte das vermutlich so nicht funktioniert, also es gibt hier vmtl. eine Kausalität im Verstehenkönnen.
(nicht anders als in der Mathematik sagen wir mal)

Ich bin also auf einen Zusammenhang gestoßen, der mir als absolut fundamental erschien und immer noch scheint, und den ich dann bis zu meinen Modellen ausgebaut habe.

Was ich meine, ist der Zusammenhang zwischen Fähigkeiten von Erkenntnisapparaten und ihren sich daraus ergebenden Möglichkeiten sich zu Verhalten, die resultierenden Lebensstrategien. (evolutionäre Erkenntnistheorie)
Bewusstsein als Fähigkeit – geht also sehr wohl auf Brentano zurück, aber detailliert mit heutigem Wissen natürlich darüber hinaus.

Das geht weiterhin auch konform mit Spinozas Freiheitsbegriff, den allerdings nur wenige verstehen:
Spinoza: Freiheit ist die Einsicht in die Notwendigkeit, F.Engels als Materialist ergänzte dann: und das Handeln danach.

Was ist nun das Entscheidende in Freuds Instanzenmodell?
Zum einen die Feststellung, dass wir nicht Herr im eigenen Haus sind (nannte Freud die 3.narzisstische Kränkung) und zum anderen eben eine Analyse der Eigenschaften dieses ‚Chefs‘ und seines Dieners. (Hegel in: Phänomenologie des Geistes: Herr und Knecht, nimmt das auch schon vorweg, natürlich noch in einer sehr idealistischen und damit teils kryptisierenden Sprache)

Tja, und das wichtigste Ergebnis einer solchen Analyse ist die Dreidimensionalität des ‚Es‘, seine Blindheit in der Dimension der Zeit, das Nichterkennen derselben.
Und wer die Dimension der Zeit nicht erkennt, für den gibt es natürlich auch keine Kausalität, denn wie Lesch treffend formulierte:
Kausalität hat ihre Zeit.

Siehe YouthBulge (Heinsohn) → Bevölkerungsexplosion; Konsumwahn etc etc, allgemein zusammengefasst also nicht von der Vernunft regulierte – sondern vielmehr nur durch die instrumentelle Vernunft perpetuierte - Wachstumsstrebungen des ‚Es‘.

Kognitive Defizite des Kernbewusstseins
(Kernbewusstsein: ein Begriff nach Damasio, entspricht Freuds ‚Es‘, bei mir 3D-oder auch Ding-Kognition):

- die Dimension der Zeit wird nicht erkannt, es gibt kein Sinnesorgan für die Zeit, Kausalität wird also nicht erkannt (ideologisch dann durch die instrumentelle Vernunft verleugnet, verdrängt, bspw. über Zerreden durch nicht eindeutig erkennbare Multikausalität etc etc )
- Prozesse werden als Dinge konstruiert: der blaue Himmel, die grüne Wiese etc
- Qualia ist nicht quantifizierbar, ( unser Mesokosmos dagegen sehr wohl )
- als Verhaltensform werden also nur (ziellose) Strebungen generiert, quasi wie Vektoren denen der Betragswert fehlt (Gut/Böse; wenig/viel)

Beispiel: hat der Kapitalist 10 Mio will er daraus 20 Mio machen, hat er dann irgendwann 10 Milliarden will er daraus 20 Milliarden machen etc etc, mit dem Zählen überprüft er quasi nur ob der Strebung des ‚Es‘ noch Genüge getan ist!

Soweit erstmal.

mvg Philzer
Anhang:
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Das kognitive Defizit 04 Dez 2017 15:34 #23678

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Dass uns ein Sinnesorgan für die Zeitwahrnehmung fehlt mag stimmen, allerdings gibt es zahlreiche interne Mechanismen um das auszugleichen, so z.B die Serotonin/Melantonin-Produktin in Abhängigkeit vom Tageslicht.

Was mich jedoch viel mehr staunen lässt, ist dass du den Tieren (inkl. Menschen) quasi absprichst Kausalitäten zu erkennen. Es gibt zahlreiche Experimente mit Vögeln und Nagetieren die eindeutig beweisen, dass auch diese schon Kausalitäten erkennen können.

hbr.org/2015/01/rats-can-be-smarter-than-people

www.dailymail.co.uk/sciencetech/article-...-seven-year-old.html
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Was ist ein Modell 04 Dez 2017 16:08 #23681

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Hi,

Vorab. Modellfindung heißt Abstraktionen zu leisten.
Wenn ich mich also von jeder 'Kleinigkeit' sofort irritieren lasse, komme ich nie zu einem Modell.
Sehr wohl muss man natürlich alle Kritiken einarbeiten oder widerlegen.

Madouc99 schrieb: Dass uns ein Sinnesorgan für die Zeitwahrnehmung fehlt mag stimmen, allerdings gibt es zahlreiche interne Mechanismen um das auszugleichen, so z.B die Serotonin/Melantonin-Produktin in Abhängigkeit vom Tageslicht.


Das ist doch aber kein 'vollwertiger Ersatz' einer solchen Fähigkeit, sondern vielmehr eine Art 'Minimallösung' (und zwar im Sinne von Viabilität - siehe Konstruktivismus) um eben überhaupt (also auch ohne diese Fähigkeit) in der Realität überleben zu können.(evolutionäre Erkenntnistheorie)

Madouc99 schrieb: Was mich jedoch viel mehr staunen lässt, ist dass du den Tieren (inkl. Menschen) quasi absprichst Kausalitäten zu erkennen. Es gibt zahlreiche Experimente mit Vögeln und Nagetieren die eindeutig beweisen, dass auch diese schon Kausalitäten erkennen können.


1. den Menschen spreche ich nicht die Fähigkeit, sondern nur den Willen ab, bestimmte (außerhalb der instrumentellen Vernunft liegende) Kausalitäten zu 'erkennen'. Sie werden vielmehr ignoriert, und um dies vor sich selbst und anderen zu legitimieren, dazu dient u.a. das Glaubenssystem

2. selbstverständlich (für den Dialektiker) gibt es vor dem 1. Negationspunkt in meinem Modell (Umschlagen von Quantität in Qualität) schon eine Menge Phänomenologien, also hier hochintelligente Tiere, wo schon Anzeichen vierdimensionaler Vernunft vorhanden sind, sie bleiben aber mehr oder weniger marginal...Delphine, Vogelarten, Affen etc etc (siehe auch Spiegeltest)

Und da gibt es selbstverständlich immer wieder neues Wissen:

Es geht auch ohne Neocortex

Ich denke nicht, dass mein Modell dadurch 'gefährdet' ist. :)


mvg Philzer
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Was ist ein Modell 04 Dez 2017 16:25 #23685

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Ich denke nicht, dass mein Modell dadurch 'gefährdet' ist. :)


Natürlich nicht, wie denn auch.

Ich fasse zusammen: Mensch doof. Macht Umwelt kaputt. Will oder kann es nicht erkennen.

Der Widerspruch: Philzer = Mensch

Ansonsten: Nicht gerade eine bahnbrechende Erkenntnis, aber trotzdem: Glückwunsch.
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Meinungsnihilismus 04 Dez 2017 16:32 #23687

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@ Madouc99,

Madouc99 schrieb:

Ich denke nicht, dass mein Modell dadurch 'gefährdet' ist. :)


Natürlich nicht, wie denn auch.
Ich fasse zusammen: Mensch doof. Macht Umwelt kaputt. Will oder kann es nicht erkennen.
Der Widerspruch: Philzer = Mensch
Ansonsten: Nicht gerade eine bahnbrechende Erkenntnis, aber trotzdem: Glückwunsch.


Aha, nun gehen also die Argumente aus, und dann kommt emotionaler Meinungsnihilismus.
Es wäre schön mir dies hier zu ersparen.
Danke.


mvg Philzer
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Meinungsnihilismus 04 Dez 2017 22:37 #23706

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Madouc99,

Philzer hat recht. Lass diesen abfälligen Sarkasmus bitte.

Thomas
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Was ist ein Modell 05 Dez 2017 08:00 #23720

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Philzer schrieb: Den Menschen spreche ich nicht die Fähigkeit, sondern nur den Willen ab, bestimmte (außerhalb der instrumentellen Vernunft liegende) Kausalitäten zu 'erkennen'. Sie werden vielmehr ignoriert, und um dies vor sich selbst und anderen zu legitimieren, dazu dient u.a. das Glaubenssystem

Dafür gibt es die Begriffe: "Gesinnung" und "Verantwortung". Der Wille, "gut" zu handeln und die Konsequenzen des eigenen Handelns mit zu bedenken. Beides wird für gewöhnlich in ethischen Diskussionen thematisiert. Deine Idee, dass hier bereits ein Problem im Sinne der Erkenntnistheorie vorliegt (fehlendes Organ für die Zeit), ist vielleicht nicht uninteressant und gibt der Diskussion eine neue Richtung.


Selbstverständlich (für den Dialektiker) gibt es vor dem 1. Negationspunkt in meinem Modell (Umschlagen von Quantität in Qualität) schon eine Menge Phänomenologien...

Mit Hegel habe ich es nicht so und vermeide lieber seine Begriffe. Statt von einem Umschlagen von Quantität in Qualität spreche ich lieber von Emergenz. Das meint zwar in etwa dasselbe, vermeidet aber die Hegelschen Taschenspielertricks.
Realität ist nur eine Illusion, allerdings eine sehr hartnäckige. Albert Einstein
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Das kognitive Defizit 05 Dez 2017 16:26 #23737

„sich beherrschen“, „sich überwinden“ und ähnliche Sprichwörter zeigen, dass schon immer die Menschen empfunden haben, dass sei nicht Herr im eigenen Haus sind, sondern ständig daran arbeiten müssen.
Natürlich haben Tiere und Menschen ein Gefühl für Zeit, es gibt innere Uhren etc. Nur bei der Befriedigung der Bedürfnisse ist es anders. Da kann unsere Katze keine Sekunde warten, wenn ich ihr Futter gebe.
Menschen dagegen gestalten ihre Grundbedürfnisse, sie warten, bis alle sich gesetzt haben, reichen sich die Speisen an, wünschen sich guten Appetit und erst, wann alle etwas auf dem Teller haben, fangen sie an zu essen. Man nimmt sich nicht zu viel und man schlingt das Essen nicht in sich hinein.
In dieser Kultivierung bekommen die Grundbedürfnisse eine zeitliche Struktur, werden zurück genommen.
Der Mensch ist ein Kulturwesen, es gibt ihn nicht im Naturzustand. Menschen übernehmen die Kultur, wie sie ihnen vorgegeben ist, lernen sie. Dann setzen sie sich kritisch damit auseinander, um es zu etwas Eigenem zu machen. Und dann geben sie das an andere weiter.
In diesem Dreischritt entwickelt sich die Identität eines Menschen. Dieser Dreischritt geschieht lebenslang und bezieht sich auf alles menschliche Handeln, das so auch zeitlich strukturiert wird.
Man kann also ähnliche Dinge auch durch ganz andere Modelle darstellen und ich behaupte, dass das, was ich skizziert habe (es ist natürlich nur ein Teilausschnitt), der Beschreibung der Wirklichkeit näher ist als das von Freud.
Die Frage ist, was ein Modell leistet: Wie nahe ist es an den Fakten? Was ist seine Aussagekraft? Es kommt mir wie eine rundum-Welterklärung vor, was mich sehr skeptisch macht.
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Das Unverzichtbare ist nutzlos 05 Dez 2017 17:58 #23745

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Hi stm,

stm schrieb:

Philzer schrieb: Den Menschen spreche ich nicht die Fähigkeit, sondern nur den Willen ab, bestimmte (außerhalb der instrumentellen Vernunft liegende) Kausalitäten zu 'erkennen'. Sie werden vielmehr ignoriert, und um dies vor sich selbst und anderen zu legitimieren, dient dazu u.a. das Glaubenssystem

Dafür gibt es die Begriffe: "Gesinnung" und "Verantwortung". Der Wille, "gut" zu handeln und die Konsequenzen des eigenen Handelns mit zu bedenken. Beides wird für gewöhnlich in ethischen Diskussionen thematisiert.


Thematisiert wird, sicher seit ewigem Denken, aber mehr eben auch nicht. :)

Gut und Böse ist übrigens komplett ungeeignet, weil dies lediglich zur rein subjektiven Beurteilung von Tatsachen/Prozessen im freien Spiel der Kräfte geeignet ist. (Kampf, alle Phänomenologien die aus dem nichtselbstbewussten Leben evolutionär übernommen wurden ...o.s.ä.)


Ich bring mal einen Auszug von Hinkelammert, zu dem anderen später mehr.

Versteckter Inhalt oder OFF-Topic [ Zum Anzeigen klicken ]


Hinweis:
Warum ich das gepostet habe im Zusammenhang mit 4D versus 3D Kognition:

So wie eben nur die Vernunft quantifizieren kann, weil eben ein Abzählvorgang das Beherrschen der Dimension der Zeit durch das Bewusstsein zur Voraussetzung hat, das Kernbewusstsein aber ja beständig in einer 'Mikrozeit' 'überschrieben' wird ( nach Damasio ) - dies also prinzipiell nicht leisten kann, so kann eben auch nur die Vernunft eine Objektivierung leisten, ein perspektivisches außer sich selbst stellen, welches der permanenten Flüchtigkeit eines Kernbewusstseins versagt bleibt.

Wir müssen also nicht zurück zum Gefühl (Tierreich), sondern vielmehr zur Überwindung der instrumentellen Vernunft als Ausdruck der Gefühlsvorherrschaft.


mvg Philzer
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Außerinstrumentelle Denker sind die liebenswerten Verrückten - Philzer
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Das Unverzichtbare ist nutzlos 06 Dez 2017 11:31 #23766

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Überwindung der instrumentellen Vernunft als Ausdruck der Gefühlsvorherrschaft.


Verstehe ich nicht. Was soll das sein?
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Das Unverzichtbare ist nutzlos 06 Dez 2017 13:14 #23771

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Überwindung der instrumentellen Vernunft als Ausdruck der Gefühlsvorherrschaft.

Ist vermutlich eine Umformulierung der Freudschen Vorstellung: Wo ES ist, soll ICH werden.
Folgende Benutzer bedankten sich: Philzer
Realität ist nur eine Illusion, allerdings eine sehr hartnäckige. Albert Einstein
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Hegelei :-) 06 Dez 2017 14:56 #23773

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Hi stm,

stm schrieb:

Philzer schrieb: Selbstverständlich (für den Dialektiker) gibt es vor dem 1. Negationspunkt in meinem Modell (Umschlagen von Quantität in Qualität) schon eine Menge Phänomenologien...

Mit Hegel habe ich es nicht so und vermeide lieber seine Begriffe. Statt von einem Umschlagen von Quantität in Qualität spreche ich lieber von Emergenz. Das meint zwar in etwa dasselbe, vermeidet aber die Hegelschen Taschenspielertricks.


Was sind Hegelsche Taschenspielertricks? :)

Bei Wiki kann man unter Emergenz sehr schön nachlesen, dass es sich vmtl. nur um einen Begriffskampf handelt, und manche gar beides parallel benutzen.
Also einen definitiven Unterschied kann ich nicht festmachen.

Generell sehe ich als ein Hauptprinzip, einen Denker ganzheitlich zu verdammen ist unphilosophisch.
Ich bemühe mich um das was Feyerabend in seiner Schrift 'Wider den Methodenzwang' darlegt, klar hat man immer subjektive Präferenzen ...
Und ich denke das wird bei den Naturwissenschaftlern nicht anders sein, sondern worauf es ankommt, ist immer kreativ zu schauen, was kann ich verwenden, was ist meiner Systematizität (nach Hoyningen-Huene) dienlich.

Ein Philosoph bringt es m.E.n. ohne Dialektik nicht sehr weit. Mag sein dass dies in den Naturwissenschaften etwas einfacher verläuft, betrachten sie ja nur immer einen Teilabschnitt der Realität, während die Philosophie, wie Metzinger so schön formulierte eben die Synthese des Wissens der Zeit ist.

Falls es Dich interessiert können wir ja mal kurz über Dialektik sprechen ....vlt. in einem Extrathread...

stm schrieb: Ist vermutlich eine Umformulierung der Freudschen Vorstellung: Wo ES ist, soll ICH werden.


Hihi, lustig, so habe ich das noch gar nicht gesehen. :)
Wichtig ist m.E.n. erst einmal instrumentelle Vernunft klar zu verstehen.

Freud stellt ja wohl in 'Das Es und das Ich' die These auf, dass sich dasjenige, was aus dem 'Ich' kommt und sich im Leben bewährt, dann irgendwann ins 'Es' wandert, naja wäre evolutionär zwar plausibel, wie es gehen soll ist mir aber ziemlich unklar.
Dazu müssten Vernunftneigungen (und zwar Vernunft als Prinzip, nicht Vernunft als bloßer Handlungsstrang - ich glaube nach Popper) sich positiv bewähren, was aber nicht oder nur marginal der Fall ist, siehe Arendts Teilung der Menschen in Arbeiter, Herstellende und Handelnde. (Volk, Intelligenz, Macher/Herrscher o.s.ä.)

Nach ihrer Fasson wäre also der Wissenschaftler ein Herstellender, der Wissen generiert.
Sie hat ja vermutet/gehofft, dass sich hier ein neues revolutionäres Subjekt ergibt, nachdem der Arbeiter falsifiziert ist.
Das Problem ist aber, dass der Herstellende, um bei dem Begriff zu bleiben, genau so dem Herrscher unterworfen ist wie der Arbeiter.
Zudem ist er eine Minderheit, deren Ergebnisse eben von dem im Bewusstseins sich einig seienden Volk und Herrscher (opportunistische Bewusstseinsstufe als primäres und damit die Stabilität generierendes Moment dieser dialektischen Einheit - wie sonst hätte sie jahrtausendelang stabil sein sollen) nur soweit Beachtung finden, wie sie der instrumentellen Vernunft dienen, oder zumindest ihr nicht entgegenwirken.

Vielmehr ist es also eine Tatsache, dass sich nur unser Überich ändert (durch die Sozialisation, wird bei der Masse der Individuen dann zu einem ROM der nie analysiert wird, ganz egal ob Muslim, Christ oder Pantheist oder oder), und das führt dazu, dass - wie es ein Opa meiner Frau gern ausdrückte - es immer nur anders wird, nie aber besser. :)


mvg Philzer
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Auf der Suche nach dem Problem 06 Dez 2017 15:19 #23775

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Mir ist immer noch nicht ganz klar was dieser Thread hier überhaupt bespricht. Was ist die Problemstellung? Gibt es überhaupt eine?
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Der gelebte Opportunismus 06 Dez 2017 15:27 #23776

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Hi,

Madouc99 schrieb: Mir ist immer noch nicht ganz klar was dieser Thread hier überhaupt bespricht. Was ist die Problemstellung? Gibt es überhaupt eine?


Eine Analyse des menschlichen Bewusstseins?
Um zu verstehen warum unser Sein so ist wie es ist, sich mit all seinen Problemen eben zeigt?
Wenn Dich das philosophisch nicht interessiert, wo ist dann Dein Problem?
Darf es andere dann auch nicht interessieren?

Gerade für Dich müsste dies interessant sein, denn Du willst doch wissen, wie es zur 'Gottsetzung' kommt.
Für mich ist das längst geklärt.
Nur, ohne tiefgehende Analysen kann man sich da eben nur ewig meinend im Kreis drehen ....


mvg Philzer
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Interpunktion: ein modernes Mysterium? 06 Dez 2017 15:30 #23777

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Philzer schrieb: Hi,

Madouc99 schrieb: Mir ist immer noch nicht ganz klar was dieser Thread hier überhaupt bespricht. Was ist die Problemstellung? Gibt es überhaupt eine?


Eine Analyse des menschlichen Bewusstseins?
Um zu verstehen warum unser Sein so ist wie es ist, sich mit all seinen Problemen eben zeigt?
Wenn Dich das philosophisch nicht interessiert, wo ist dann Dein Problem?
Darf es andere dann auch nicht interessieren?


mvg Philzer


Mir wäre es lieber du würdest Antworten nicht mit Fragezeichen versehen. Sind das nun Antworten oder fragst du mich etwas?
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from cannot know to not want to know 06 Dez 2017 15:36 #23778

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Ja, ich wollte Dich damit fragen wieso man dies nicht verstehen kann.

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Die Antwort ist nahe, Philzer hat sie. 06 Dez 2017 15:40 #23779

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Philzer schrieb: Gerade für Dich müsste dies interessant sein, denn Du willst doch wissen, wie es zur 'Gottsetzung' kommt.
Für mich ist das längst geklärt.
Nur ohne tiefgehende Analysen kann man sich da eben nur ewig meinend im Kreis drehen ....


mvg Philzer

Dieser Nachtrag kam nach meinem Posting.

Gut, dann lass es mich bitte wissen, denn ich bin durchaus sehr an philosophischen Themen interessiert: Warum ist unser Sein so wie es ist? Was ist "unser Sein" überhaupt? Wodurch kam es deiner Meinung nach zur "Gottsetzung" und warum gibt es sie trotz allen Wissens heute immer noch?


mit all seinen Problemem

Von welchen Problemen sprichst du eigentlich genau, ich finde du pauschalisierst und globalisierst hier zu sehr.
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Die Antwort ist nahe, die Wissenschaft hat sie 06 Dez 2017 16:08 #23780

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Madouc99 schrieb:

Philzer schrieb: Gerade für Dich müsste dies interessant sein, denn Du willst doch wissen, wie es zur 'Gottsetzung' kommt.
Für mich ist das längst geklärt.
Nur ohne tiefgehende Analysen kann man sich da eben nur ewig meinend im Kreis drehen ....

Gut, dann lass es mich bitte wissen, denn ich bin durchaus sehr an philosophischen Themen interessiert: Warum ist unser Sein so wie es ist? Was ist "unser Sein" überhaupt? Wodurch kam es deiner Meinung nach zur "Gottsetzung" und warum gibt es sie trotz allen Wissens heute immer noch?


Und Du glaubst, dass man all diese Fragen in 5 Sätzen beantworten kann?
Nee, nee, da musst Du schon etwas härter arbeiten.

Deine letzte Frage ist im Nachbarthread eindeutig und abschließend von mir beantwortet.
( da es immer eine Wissensgrenze gibt, gibt es auch immer die Möglichkeit einer Gottsetzung dahinter, ganz einfach )
.... Du aber willst Dich weiter im Kreis drehen .....

Ich habe Dir auch gesagt, die Motive in der Psyche zu suchen, denn nur dort wurde Gott bisher 'nachgewiesen', in Form des Glaubens.

Soviel vielleicht noch etwas gewagt aus dem Stehgreif:

Unser Sein, um es philosophisch herabzubrechen, ist nichts anderes als die höchste (bekannte) Komplexitätsstrebung (Negentropiestrebung) der Energie.
Aus die Maus.

Und warum es so ist, wie es ist, das kann Dir eine Analyse des Bewusstseins, also die daraus resultierenden Fähigkeiten und Strebungen, sich also in der Welt zu verhalten, verraten. Aber eben: ohne Fleiß kein Preis. :)
Meinung bringt dabei genau Null komma Null, unendliche Periode...
.....

Madouc99 schrieb: Von welchen Problemen sprichst du eigentlich genau, ich finde du pauschalisierst und globalisierst hier zu sehr.


Wie wärs wenn Du all die Probleme der Weltübernutzung, die Lesch permanent anspricht, ganzheitlich betrachtest?
Genau das versuche ich in meiner Philosophie.
Die Aufgabe der Philosophie ist die Synthese, nicht das verheddern in Einzelbetrachtungen.


mvg Philzer
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Es werde Mensch 06 Dez 2017 16:18 #23781

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Also das Anthropozän als kausale Folge der Anthroposthase?
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Wir müssen immer wieder durch Flaschenhälse 06 Dez 2017 16:46 #23783

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Kann man vielleicht so ausdrücken.
Nur mein Modell versucht eben etwas mehr zu zeigen, wo die Probleme liegen.
Einerseits ganzheitlich abstrahiert, und doch auf den Punkt kommend.

Man könnte auch mit Lesch sagen, der 2. Negationspunkt in meinem Modell ist der nächste Flaschenhals vor dem wir stehen.
(Opportunismus ist ausgereizt, es muss etwas neues kommen ...)


mvg Philzer
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