17.11.2017
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Raumzeitdiagramme und Zwillingsparadoxon • Aristoteles ? Stringtheorie (16) | Josef M. Gaßner

Hermann Minkowski führte bereits 1908 sog. Raumzeitdiagramme ein, mit deren Hilfe man relativistische Ereignisse geometrisch veranschaulichen kann. Josef M. Gaßner stellt in der Reihe "Von Aristoteles zur Stringtheorie" dieses Konzept anhand des Zwillingsparadoxons vor.

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  • Schwierigkeitsgrad: [mittel]
  • Dauer (min.): 33
  • Format/Stil: Josef M. Gaßner solo
  • Serien: Von Aristotheles zur String-Theorie

Personen in dieser Konversation

  • Ein dickes Lob von auch mir für den ganzen Internetauftritt. Besonders lustig: überall wird betont, wie dringend die Schulen mit elektronischen Tafeln ausgerüstet werden müssen, und hier wird die neueste Forschung erfolgreich mit Kreide erklärt. Ich meine, das geht sogar besser ins Hirn, weil man es Strich für Strich mitverfolgen kann.
    Nun aber zu den Zwillingen oder hier Drillingen. Dass die Raketen 10 Pings bekommen wenn die Erde 10 in ihre Richtung sendet ist eigentlich trivial, ebenso wie die 8 Pings von den Raketen zur Erde. Ob die früher oder später ankommen finde ich unerheblich.
    Ich finde das mit den x-Achsen anschaulicher zu erklären. Ereignisse auf einer x-Achse sind in einem Inertialsystem gleichzeitig. Die x-Achse der wegfliegenden Rakete im Umkehrpunkt schneidet die Weltlinie der Erde bei 3,2 Jahren (4 Jahre der Rakete mal 0,8). Die x-Achse der zurückfliegenden Rakete im Umkehrpunkt schneidet die Weltlinie der Erde bei 6,8 Jahren. Gleichzeitigkeit ist relativ. Die Erdzeit von 3,2 bis 6,8 Jahre wird quasi übersprungen, dieser Bereich ist weder auf dem Hinflug noch auf dem Rückflug für die Raketen gleichzeitig. Die vergehende Erdzeit summiert sich für die Raketen auf 6,4 = 0,8 x 8 Jahre, passend zur Dilatation.
    Bei praktisch allen scheinbaren Paradoxa der SRT bin ich mit der Relativität der Gleichzeitigkeit zum Ziel gekommen.
    Reinhard W

  • Hallo UWL Team,


    das letzte Wochenende war bei mir quasi geballt Ladung UWL – durchgängig von Freitag über Samstag bis Sonntag. Langsam fängt beim Gehirn schon an zu dampfen. Aber wie hieß es früher so schön: „Ohne Dampf keine Leistung“. Also es hat was für sich – ich bleibe optimistisch.

    Zugegeben das Zwillingsparadoxon ist tricky. Mit der grafischen Darstellung scheint es mir hingegen sehr einleuchtend geworden. Wobei dies in Anbetracht etwaiger Signallaufzeiten (c lässt grüßen) wohl immer noch theoretischer Natur bleibt. Trotzdem hoffe ich für mich die Sache eingesackt zu haben. Danke.

    Vom Hocker (besser vom Sofa) hingegen hat es mich bei der „Gedenkansprache“ für die Flacherdler gehauen. Boah! Das führt unweigerlich zur Frage: Wieviel Toleranz passt in einen Prof. Gassner?
    Ich glaube der Wert geht gegen Unendlich ;-) - darauf komme ich im zweiten Teil des Kommentars zurück. Ohne mich über die Flacherdler tiefgehend zu äußern, scheint sich dieses Phänomen wachsender Beliebtheit zu erfreuen. Neben unseren Prof. Lesch hat sich das ZDF im „Terra X Lesch & Co“ Kanal um Experimente und Gegenbeweise zur Flacherdler Theorie bemüht. Das sorgte schon für einiges Aufsehen bei mir. Welche Ausmaße das ganze praktisch annimmt, sehe ich in Youtube bei denen mir vorgeschlagenen Videos. Da mischen sich in loser Folge – UWL – zukunfterde – Flacherdler Videos – Terra X Lesch & Co – Flacherdler Video – Simon’s Cat – Flacherdler Videos usw. usw. und dies obwohl ich nur einmal mir so ein Flacherdler Video ansatzweise ansehen hatte.
    Betrachtet man dies im Zusammenhang, etablieren sich Facke-News/Facts zu fast schon für normal empfundene Informationen. Kann hier der normal gebildete Bürger überhaupt noch zwischen richtig und falsch unterscheiden? Setzen sich solche Fakes nicht subtile ins Unterbewusstsein? Oder versuchen subversive Kräfte subtil Menschen auf die dunkle Seite des Wissens zu ziehen? Eventuell sogar mit Strippenziehern aus den recht wissenschaftsfeindlich gewordenen USA?
    Ich sehe mit dem fortschreitenden Internet eine extrem hohe Gefahr, dass Menschen sind blind von derartigen Fakes umpolen lassen, denn je mehr Informationen im Web (und gleichsam bei Youtube), desto größer wird die Entropie des Wissens und Scheinwissen. Ist die Entropie irgendwann mal so groß, dass Scheinwissen mit Wissen in der Präsenz gleichauf liegen, sehe ich schwarz. Wo man früher dachte, im Internet erhält mal Wissen und kann sich über „etwas“ informieren, erwächst durch die Informationsflut eine riesige Informationsblase ungerichteten Wissens mit einem schier undurchdringbaren Konglomerat an Informationen. Bleibt die Frage, wie mit diesen Dunkelwissern umgehen? Zum Dialog aufrufen bringt imho nicht viel, weil man sich die Dunkelwisser bewusst abgrenzen möchte – es geht einfach um das Andersseins. Ihre angeblichen Fakten durch wissenschaftliche Fakten entkräften wollen, bringt ebenfalls nichts, weil schlussendlich als Letztaussage kommt: „Alles eine große Verschwörungstherie!“ Die Dunkelwisser tolerant sehen – schwierig – dies schafft eine zusätzliche Akzeptanz – genau das was man sich wünscht und je häufiger die Dunkelwisser erwähnt und diskutiert werden, desto stärker werden sie aufgewertet und desto höher in Suchlisten und ähnlichem postiert. Was dann passiert – gar nicht auszudenken. Vermutlich wird das so eine Art AFD-Effekt oder Modern Talking Effekt. Dieter Bohlen hat ja mal gesagt (sinngemäß): Wenn du irgendjemanden fragst, will keiner Modern Talking hören und gehört haben, wer aber zum Teufel hat dann die ganzen Modern Talking Platten gekauft, dass es Goldene und Platine Platten gab? Umgemünzt heißt es: Keiner (wenige) gibt sich öffentlich als Flacherdler, aber jeder denkt es ist richtig. Artverwandt zum Thema gab es letzte Woche einen interessanten „nano“ Beitrag – in Sachen Impfgegner – was dort als Quasi-Wissen von Impfgegnern aufgeführt wurde – erschrecklich.

    Mich wundert nur, dass die Hohlweltler zurzeit nicht stärker zu beobachten sind. Wäre mal eine Idee die Flacherdler mit den Hohlweltlern kollidieren zu lassen. Denn die Hohlweltler haben nämliche eine Erfindung, die den Flacherdler das Leben schwermachen könnte: der berüchtigte Geradstreckenverleger (Rectilineator). Ich befürchte nur, dass dies beiden Seiten noch mehr Auftrieb und Anhänger verschafft und zu noch mehr Dunkelwissen führt. Bliebe als letztes die Dunkelwisser im Auge behalten - aber ignorieren. In der Hoffnung: Wahres Wissen setzt sich immer durch! Eine wirklich gute, bessere Lösung im Umgang fällt mir nicht ein. Daher meine Bitte an die hellen Köpfe des Wissens: Findet Lösungen, wie man das Dunkelwissen eindämmen kann! Nicht bekämpfen und nicht ausrotten – das sehe ich als falschen Weg und geht schlimmstenfalls nach hinten los. Das ist eine echte Herausforderung unserer Tage.

    Das OffTopic ist jetzt tot – hoch lebe das (nächste) Offtopic! - Cynetart Dresden 2017

    Ich hoffe sehr, dass die Gehirnwellenexperimente des jungen ukrainischen Forschers - ähh Künstlers keine bleibenden Schäden bei unseren Prof. Gassner hinterlassen haben. Ich hoffe ebenfalls nicht, dass die Amöbe unseren Prof. Gassner im Laufe des späteren Abends im Zellkern assimiliert und auch kein Genomaustausch stattgefunden hat. Ob die Amöben-Mutter im Verlaufe des späteren Abend weitere Abklopf- und Streichelversuche unternommen hat – ignorieren wir schmunzelnd. Meine Frau und ich sahen die Vorgänge im gewissen Maße amüsiert, trotzdem leicht beunruhigend. Wenn im Vorfeld das Experiment mit dem Gehirnwellenscanner mit Prof. Gassner abgestimmt war und er das modifizierte Headset geprüft hat, dann OK – sei’s drum - ein netter Joke! Aus meiner persönlichen Sicht hätte ich dieses Experiment - bei vorher unwissend - abgelehnt. Man erinnere sich an Star Trek TNG Season 1 Episode 8 (Daimon Bok's Gehirnwellenmanipulator) – bei „Künstlern“ mit ihren Erfindungen bin ich persönlich immer vorsichtig.
    Meine Frau und ich fanden den Rahmen um den diesjährigen Vortag durchweg nicht passend. Das Vortragspult zu weit weg von der Masse der Zuschauer – viel zu viel Distanz. Dann auf Kissen sitzend (noch OK) aber liegend und lümmelnde Anwesende fanden wir dann gegenüber dem perfekten und wie immer überzeugend wirkenden Prof. Gassner als geringschätzend – meine Frau meinte sogar: „respektlos“. Vielleicht sind auch nur meine Ansichten als Ü50er oder besser UHU etwas antiquiert, doch irgendwie passte dieser Rahmen in 2017 nicht zum Vortrag.
    Überraschend fanden wir, wie tolerant unser Prof. Gassner mit all dem Geschehen drum rum umging. Mit Witz und guter Laue versuchte er sich mehrfach fast erfolglos in die von allen wohl erhoffe allgemeine Fragerunde zu katapultieren – was vom Rahmen her versucht wurde abzuwürgen. Wie Prof. Gassner selbst angeheitert wirkenden Fragestellern mit Weinglas in Hand präzise und ernsthaft mit Hochachtung Fragen beantwortete, zeugt von höchstem menschlichen Respekt und Toleranz. So verkam der für mich erhoffte FAQ Teil leider zu einer Art Nullnummer. Gern wären wir noch 24 Stunden vor Ort geblieben und hätten noch ein paar kleine Frägelchen gestellt, da wir zwei Stunden Rückfahrt vor uns hatten und der Wetterbericht starken Schneefall ankündigte, brachen wir an diesen Punkt den interessanten Vortragsabend vorzeitig ab. Für mich bleibt dieses Mal: Vortag (wie immer) top – Rahmen eher unpassend (Anmerkung: Die Adjektive „leicht sektenhafter“ habe ich vor dem Rahmen kommentarlos gestrichen).

    Fast vergessen:
    Der Vortrag selbst war dieses Mal gefühlt „anderes“ – sehr inhaltslos, obwohl (für mich) viel Bekanntes aufgearbeitet wurde. Alles sehr gut und sehr liebevoll in den Zusammenhängen aneinandergefügt. Ein Wortrausch fast über zwei Stunden ohne merkbare Fehler, Überleger, Aussetzer, ohne Manuskript auf Moderationskärtchen – ich bin immer wieder Platt wie klar und gerichtet die Gedanken von Prof. Gassner sein müssen – ein Laserstrahl an Wissen. Sehe ich dagegen in meinen Kopf blubbert und pfeift es eher wie in den Phlegräischen Feldern.
    Ganz besonders habe ich mich dieses Mal über die Beantwortung der fast schon obligatorischen Gottesfrage gefreut. Endlich kein Rumeiern, kein Ausweichen mehr, klar ein Nichtzuständigkeit-Postulat muss sein, in der Gesamtaussage aus meiner Sicht sehr sauber - nahezu perfekt formuliert und vor allem ein schlüssiges Bild abgeliefert. Das es dieses Mal sogar soweit mit den Aussagen (sinngemäß) ging wie: „Früher war ich etwas mehr gläubiger als jetzt“ – hätte ich im Rückblick auf frühere Vorträge nie zu hoffen gewagt - eine neue inhaltlich und aussagekräftige Offenheit. Welche in der Schlussaussage gipfelt (sinngemäß): „Ich habe zurzeit mehrere Schubladen offen, womit ich mich beschäftige“ – kommt fundamental authentisch rüber. Offener und dennoch so präzise zur Gottesfrage kann man wohl aus wissenschaftlicher Sicht nicht antworten. Kein Affront gegen die Gläubigen, eine sanfte Wertschätzung der Ungläubigen und gleichzeitig ein Öffnen für neue Ideen (selbst wenn Schubladeneinordnung etwas Rigide klingt.)
    Chapeau!