19.02.2018
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Neue Rätsel zur Dunklen Materie • Neues aus dem Universum | Josef M. Gaßner

Das Phänomen Dunkle Materie gibt uns neue Rätsel auf. Insbesondere sollten sich Satellitengalaxien räumlich zufällig verteilt um den sphärisch symmetrischen Halo aus Dunkler Materie bewegen. Tatsächlich haben aber Beobachtungen bei drei Galaxien eine Verteilung in Form einer Scheibe ergeben. Josef M. Gaßner erläutert die aktuellen Ergebnisse anhand von Centaurus A (NGC 5128) in 3,8 Mpc Entfernung.
Glücklicherweise gibt es auch Fortschritte bei der theoretischen Interpretation beobachteter Linien im Bereich von 3,5 keV, heiße Kandidaten für annihilierende Dunkle Materie Teilchen... Es bleibt spannend...

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  • Liebe UWL-Gemeinde,
    vielleicht ist mir etwas entgangen, aber mir stellen sich vorrangig zwei Fragen:
    1. Wie kann die mögliche Entdeckung der WIMP's eine Erklärung zur Ausrichtung der Begleitgalaxien liefern? Sind sie etwa auf eine solche Weise verteilt, dass ihr gravitativer Einfluss eben die beobachtete Verteilung in Form einer Scheibe bewirkt, oder spricht Herr Gaßner von zwei unabhängigen News: Scheibenverteilung und Erklärung für den spektralen Strahlungsüberschuss?
    2. Warum zieht man eine Annihilation der dunklen Materie in Erwägung, wo es doch immer heißt, das beobachtbare Universum bestünde aus Materie, da keine bzw. keine nennenswerte Strahlung aus der Vernichtung von Materie und Antimaterie registriert wird?

    Das ist mein erster Forenbeitrag auf diesem Kanal, weshalb ich es nicht versäumen möchte, Herrn Gaßner und seinem Team meinen hohen Respekt zu zollen für das Engagement, die gute Mischung aus wissenschaftlicher Tiefe und Verständlichkeit, die (sich stetig verbessernde) Aufmachung der Beiträge und selbstverständlich Herrn Gaßners sympathischen, unaufgeregten aber dennoch hochgradig fundierten Präsentationsstil, der seinesgleichen sucht.

  • Hallo UWL-Team,

    Ohje – die dunkle Seite der Macht hat an der dunklen Materie gedreht! Wenn das kein schlechtes Ohmen ist! Alles auf Null?
    Im Vorfeld des Beitrages hatte ich schlimmeres vermutet. Im Forum lief dazu schon einiges auf. Persönlich sehe ich es mit der dunklen Materie vollkommen gelassen. Über etwas, was man eh nur vom Hören und Sagen kennt und die Wissenschaft es nur anhand von einige beobachtbaren Effekten und Funktionen in Simulationen her postuliert (selbst wenn es schickt passt), muss man noch nichts ganz spezifisches nachweisen können. Wir basteln ja noch an unserem Weltbild auf kleiner Stufe.
    Da kann ich mich gut an meine Kindheit erinnern. Damals hatte man mir ein Puzzle (DDR - Annaberger Puzzle) „Moskau – Roter Platz“ mit 1000 Teilen geschenkt. Die Bild- und Druckqualität war recht minderwertig und das Puzzle bestand zu gefühlten 70-80 % aus weißgrauen Wolken. Trotz mehrfacher Versuche in unendlichen Stunden das Puzzle im Wolkenbereich fertigzustellen, bin ich immer und immer wieder gescheitert. Irgendwann flog es mal vor Wut in die Ecke, seit dem fehlen zusätzlich noch ein paar Teile (nachgezählt habe ich es nie). So ein Scheitern nervt ungemein! Es war das erste Puzzle, dass ich nie fertig stellen konnte. Selbst nicht mit Hilfe meiner Eltern und Großeltern nicht. Vermutlich schlummert es noch auf dem Dachboden. Besser geworden ist es davon nicht - die Bildqualität eher noch deutlich schlechter. Nun fragt man sich: „War es Unvermögen das Puzzle zusammenzusetzen?“, „War nur die Bildqualität so schlecht, dass man einfach scheitern musste?“ oder „Fehlte einfach nur Zeit zur Beobachtung, Vergleich und Suche?“ Eines habe ich aus dem Puzzle-Dilemma auf jeden Fall gelernt: Einfach alles in die Ecke werfen (obwohl ca. 20-30 % exakt und nachweislich im Puzzle OK waren), dadurch wichtige Informationen zu verlieren um wieder von Grund auf zu beginnen, ist keine brauchbare Lösung. Ein neuer Anfang muss immer gleichfalls die vorhandenen Dinge so wiederspiegeln wie Sie sind. Ob ich das Puzzle von der linken oder rechten unteren Ecke anfange zu bauen bleibt schlussendlich gleich – der verflixte Himmel ist so oder so sehr kniffelig. Vielleich hätte ich mal unvoreingenommen bei irgendeiner Wolke anfangen sollen und gucken was sich daraus entwickelt? Wobei da hätte ich irgendwas ohne Bezug auf vorhandenes zusammengesteckt – vielleicht alle Teile des Himmels verbaut aber nicht passend mit dem offensichtlichen? Das wird so nix.
    Mir scheint - einzig den Menschen fehlt es wohl immer an Ausdauer derartige Aufgaben zu bewältigen. In Zeiten wo alles ad hoc gehen muss, schwappt diese Auffassung gleichsam auf die Wissenschaft über. Ich hege den Verdacht, dass viele Wissenschaft wie ein Unternehmen, einen internationaler Konzern behandeln wollen. Stimmen die Umsatzzahlen und der Absatz nicht mehr, verliert es an Wert und wird schlussendlich liquidiert. Bringt‘s die Wissenschaft nicht so wie Geldgeber es denken, werden Forschungsmittel gekürzt (das GEO 600 ist imho so ein Opfer Riesenhuberscher Wissenschaftsausrichtung). Astrophysik ist nun mal ein verdammt umfangreiches und zudem langsames Ding und dies, obwohl uns die Relativität der Dinge zur Beobachtung vier Asse in die Hand gelegt hat.
    Daher kann nur die Devise lauten: Weitermachen! Die Welt wäre doch ad hoc so arschlangweilig, wenn die Menschen alles wüssten (und trotzdem nichts Wesentliches dran ändern könnten). So bleibt immer die Hoffnung irgendwas zu entdecken, was vollkommen neu ist, was vollkommen anders als alles Bisherige ist und schlussendlich „Beamen“ doch irgendwann mal möglich ist. Schon allein der Glaube daran kann Berge (besser Sterne) versetzen! Gut Ding will Weile haben.

    Danke an Herrn Gassner.