13.10.2018
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Wissenschaftliche Fragen und Technologie-Entwicklung in der Astronomie • Cafe & Kosmos | Frank Grupp

Ende 2020 soll der ESA-Satellit EUCLID ins All starten, um Fragen zur dunklen Materie und zur dunklen Energie im Universum zu untersuchen. Auch für Teleskope auf der Erde, wie das Wendelstein-Observatorium der LMU, entwickeln Forscher am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik neue Hochleistungs-Instrumente - in diesem Fall einen Astro-Frequenz-Kamm für die Suche nach extra-solaren Planeten. Dr. Frank Grupp vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik führt Sie beim nächsten Café und Kosmos in die Wissenschaft der beiden sehr verschiedenen Projekte im Weltraum und in den bayrischen Alpen ein, die einen sehr hohen Anspruch an die Genauigkeit der Messungen stellen. Besonderes Augenmerk widmet er auch der Frage, welchen "Spin off" oder "Nutzen" diese Projekte außerhalb der Astronomie für Wirtschaft und Gesellschaft haben.

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  • Hallo UWudL-Team,
    am Anfang war ich mir sehr unsicher, ob dies ein sehens- und hörenswerter Vortrag wird. Zu extrovertiert erschien mir Dr. Frank Grupp. Allein der Comic am Anfang und dass er solche Dinge sammelt, sein sehr schneller fast hektischer Redefluss und seine leichte Zerstreutheit erzeugten bei mir die klassischen drei Fragezeichen. Doch wie immer im Leben muss man den Menschen Zeit geben bzw. sich Zeit lassen mit Menschen in Kontakt zu kommen. So war der Vortrag alles in allem sehr wissensreich und sehr interessant.
    Im Fortgang war mir persönlich inhaltlich sehr viel (fast zu viel) reingepackt. Den zahlreichen Erklärungen, Darstellungen und Techniken konnte ich nur mit großer Konzentration folgen. Besonders die optisch präzise Herstellung/Justierung der Spiegeleinheit hätte ich praktisch detaillierter gesehen – Schade, dass man im Video die herumgegebenen Linsenmodelle nicht sehen konnte.
    Betrüblich im Gegenzug – wie immer – dass das Militär in vielen Fällen Technologien besitzt, die für die zivile Erforschung für mich nutzbringender einzusetzen wäre, als zur „Überwachung“ der Aktivitäten auf der Erde. Welche Mrd. an Gelder dort weltweit anlanden und gebunden sind, davon kann der zivile Sektor wohl nur träumen. Ebenso die Verschiebung der Prämissen in Richtung Leuchtturmprojekte (quasi nur das Ruhmes wegen) erscheint mir aus wissenschaftlicher Sicht sehr zweifelhaft. Das ist schon fast ein börsenartiger Effekt in der Wissenschaft: Nur derjenige zählt etwas, der dem oberen 1/10 aufschwimmt. Im Umkehrschluss nur derjenige erhält dann auch die meisten Zuwendungen. Alles im allen soll dies Ansehen schaffen - Ansehen, dass weltweit dann wieder monetär umgemünzt werden kann. Schlussendlich ist alles wieder fundamental geldgetrieben. Ein Ansatz der aus meiner Sicht für Wissenschaft und wissenschaftliche Arbeit untauglich ist. Ganz zu schweigen, wenn man dazu den Gegenpart für militärische Nutzung sieht, wo quasi ungefragt Unmengen an Gelder „vergeudet“ werden, nur um für Einzelne die etwaige Überlegenheit über andere zu schaffen. Da frag ich mich immer, wie so manche Menschen ticken *grübel* und viele Menschen einfach nicht dazulernen. Ich glaube dies hört man unterschwellig im Beitrag heraus (wir könnten besser sein, doch diese Technik ist für militärische Nutzung vorbehalten).
    Und wie nicht anders zu erwarten leidet laut Aussagen das Observatorium Wendelstein an chronischer monetärer Unterversorgung. Setzt man dem gegenüber das Leuchtturmprojekt „BER“ mit täglichen Kosten von ca. 1-1,3 Mill. EUR – für eigentlich keinen Nutzen erkennt man gut, wo die falschen Prioritäten liegen. Allein nur ein Tag BER Unterhaltung wäre eine Gottessegen für das Observatorium Wendelstein…
    Vom mir – der leichten Kopfschmerzen wegen der ungebremsten Informationsflut wegen – vier von fünf Punkten für den Beitrag.