Rosetta ist erwacht. DLR, CC-BY 3.0. Lizenziert unter CC BY 3.0 de über Wikimedia Commons
21.01.2014
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Rosetta ist erwacht.

Bei  Projekten, die über Jahre hinweg autonom verlaufen, ist es immer wieder spannend, ob tatsächlich alles wie geplant und vorher berechnet abläuft. Rosetta  ist so ein Projekt und entsprechend groß war der Jubel gestern um 19:18 Uhr an der ESA, als die Raumsonde planmäßig aus ihrem 957-tägigen Energiesparmodus (Deep Space Hibernation) erwachte.

 
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Eigentlich hatte Rosetta bereits sechs Stunden vorher ihren Dienst angetreten und begonnen, wichtige Baugruppen aufzuheizen, die Solarzellen zur Sonne und die Antenne in Richtung Erde auszurichten. Das nenne ich deutsche Pünktlichkeit – gebaut wurde die Sonde schließlich in Friedrichshafen.
Die Mission ist damit fast 10 Jahre nach ihrem Start in die heiße Phase  eingetreten. Rund 800 Millionen Kilometer entfernt wird sie sich weitere 9 Millionen Kilometer an den 5 x 3 Kilometer großen Zielkometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko  heran pirschen um ihn zu entern.
Ihren eigens dafür entwickelten, 100 Kilogramm schweren Lander „Philae“, wird Rosetta am 28. März aus dem Tiefschlaf klingeln. Ab Juli steigen die Chancen, erste Moleküle der Kometenkoma zu erhaschen. Das Material ist äußerst interessant,  weil es – das hoffen wir zumindest – gegenüber der ursprünglichen  Zusammensetzung bei der Entstehung unseres Sonnensystems vor 4,64 Milliarden Jahren kaum verändert wurde.
 
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Den  eigenwilligen Namen verdankt der Komet übrigens seinen Entdeckern Klim Iwanowitsch Tschurjumow und Swetlana Gerasimenko (1969 am Alma-Ata).  Rosetta wird 67P-Tschurjumow-Gerasimenko bei seinem Anflug zur Sonne Gesellschaft leisten und nachdem sie sich die beiden etwas näher gekommen sind, steht für November  eine Weltpremiere an: die Landung auf einem kosmischen Schneeball.  Bis dahin  kann noch einiges schiefgehen – drücken wir den beiden für ihr anstehendes Techtelmechtel die Daumen.
(Josef M. Gaßner, 21.01.2014)

 

 

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