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THEMA: Gibt es Zeit wirklich?

Gibt es Zeit wirklich? 18 Sep 2018 16:38 #42370

badhofer schrieb: Wenn das Higgs die Quarks am Beschleunigen hindert, dann müsste das Higgs die Quarks beim Verzögern anschieben. Ist das richtig?

Nein es muss einen Higgs Mechanismus geben den ich nicht erklären kann sondern nur beschrieben .
Masse mit null Impuls bewegt sich nicht , erst Impulsenergie versetzt Masse in Bewegung .
Was wenn das Higgsfeld nicht Masse sondern Impuls hemmt in der Art eines Strömungswiderstand
Je schneller das Teilchen desto mehr Energie ist nötig . verliert Masse Impuls bewegt sie sich langsamer .

Wir leben zwar alle unter dem gleichen Himmel, aber es haben nicht alle den gleichen Horizont.

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Gibt es Zeit wirklich? 18 Sep 2018 18:16 #42373

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Also langsam solltet Ihr diesen thread umbenennen in "Misconceptions about the Higgs field", denn das erklärt weder Trägheit noch Zeitpfeil.

Gruß,
Lulu

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Gibt es Zeit wirklich? 18 Sep 2018 19:18 #42375

Ja sorry es ist nur schwer über die zeit zu reden da sie nicht greifbar ist .
Egal welches Gedankenexperiment ich mache , es bringt meinen Denkapparat zum aussteigen .

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Gibt es Zeit wirklich? 18 Sep 2018 19:54 #42376

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Grundvoraussetzung für Zeit ist Bewegung. Ohne Bewegung existiert keine Zeit, bis auf eine Ausnahme, die Ewigkeit.
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Gibt es Zeit wirklich? 18 Sep 2018 21:03 #42382

Lulu hat recht, wir sind mit dem Higgs im falschen Thread.

Trotzdem noch eine kurze Replik auf Badhofer und Michael.
Badhofer: eine Verzögerung ist eine negative Beschleunigung und kann nur durch eine Kraft, verbunden mit dem dazugehörigen Energieaufwand erreicht werden. Deshalb sind beide physikalisch gleich zu betrachten. Es wechselt nur dasVorzeichen.
Das Higgs hat also etwas gegen beide.

Michael:

Wenn Gluonen, genauso wie Photonen keine Ruhemasse haben, wie können sie denn dann ans Higgsfeld koppeln?
Natürlich ist klar, dass es Gluonen für sich alleine genommen nicht gibt. Sie treten ja nur im Verbund mit den Quarks auf.
Wenn es also stimmt, dass das Higgs nur an die m0 = 0 Teilchen koppelt, dann wird die scheinbare Trägheit der Gluonen nur über die Bindung der Gluonen an die Quarks verursacht.
Wenn es gegen diese Sichtweise stichhaltige Argumente oder Quellen gibt, dann bitte weise mich darauf hin.

Zurück zum Thema Zeit: gibt es im Mikrokosmos, also in der Welt der Elementarteilchen einen Vorgang, der nicht zeitsymmetrisch ist.
Wie mein ich das?
Nimmt man mit einer Videokammera mikrophysikalische Vorgänge auf, also zum Bsp. die WW zwischen einem Photon und einem Elektron, so kann man den aufgezeichneten Film vor und zurück ablaufen lassen und wird keinen Unterschied in der Bildfolge erkennen können. ( natürlich kann man so ein Video nicht machen, ist ein Gedankenexperiment). Die Bildfolgesequenzen sind für den Vorwärts- wie für den Rückwärtsprozess gleich. Die Zeit und die in ihr ablaufenden Mikroprozesse sind also zeitsymmetrisch.
Gibt es also einen nichtzeitsymmetrischen Prozess in der Mikrowelt?
Weiß das einer?
Soweit ich weiß, gibt es einen. Bin gerade am recherchieren, um welchen es sich da handelt. Ich glaube, man wird fündig bei der schwachen WW.
Wenns den gibt, rechtfertigt der dann die Aussage, dass es auch in der Mikrowelt einen Zeitpfeil gibt?
Kann man dann den Zeitpfeil der Makrowelt (Sichwort Entropiezunahme) mit einem Zeitpfeil der Mikrowelt in Bezug setzen?
Thomas
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Gibt es Zeit wirklich? 19 Sep 2018 08:38 #42404

Thomas schrieb: Wenn Gluonen, genauso wie Photonen keine Ruhemasse haben, wie können sie denn dann ans Higgsfeld koppeln?

Ich glaub, jetzt gibts ein Missverständnis. Die Gluonen koppeln ja nicht ans Higgsfeld. Das ist klar. Aber besitzen trotzdem Trägheit. Das wollte ich eigentlich sagen. Ich glaub, wir meinen beide dasselbe.

Nachvollziehbare Mathematik ist notwendige Grundlage zur Beurteilung von physikalischen Modellen.

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Gibt es Zeit wirklich? 19 Sep 2018 23:42 #42441

Thomas schrieb: ...
Nimmt man mit einer Videokammera mikrophysikalische Vorgänge auf, also zum Bsp. die WW zwischen einem Photon und einem Elektron, so kann man den aufgezeichneten Film vor und zurück ablaufen lassen und wird keinen Unterschied in der Bildfolge erkennen können. ( natürlich kann man so ein Video nicht machen, ist ein Gedankenexperiment). Die Bildfolgesequenzen sind für den Vorwärts- wie für den Rückwärtsprozess gleich. Die Zeit und die in ihr ablaufenden Mikroprozesse sind also zeitsymmetrisch.
Gibt es also einen nichtzeitsymmetrischen Prozess in der Mikrowelt?
Weiß das einer?

Wenn wir hier Gedankenexperimente akzeptiern, können wir auch verborgene Variable mit betrachten, obwohl nur eine Minderheit an diese glaubt.
Angenommen es handelt sich um kleine bewegte Kugeln, die sich bis zu gegenseitigen Berührungen geradlinig bewegen. Die Berührpunkte können dann auf der gesamten Oberfläche streuen. Bahnen nach dem Stoß werden sehr von den ursprünglichen abweichen. Dass eine nächste Berührung genau so stattfindet, dass die Bewegung exakt umgekehrt wird, ist (wohl auch mathematisch) unmöglich. So erhalten wir im Vakuum möglicherweise den Zeitpfeil über unbeobachtbare verborgene Variable.
MfG
Lothar W..

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Entwicklung des Universums in einer diskret formulierten Standardphysik

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Gibt es Zeit wirklich? 21 Sep 2018 16:04 #42481

Struktron schrieb: können wir auch verborgene Variable mit betrachten

Bringt das irgend etwas, außer das Unverständnis über gewisse Phänomene in ein anderes Wort zu verlagern?
Oder meinst Du, die kleinen Kugeln berechnen zu können?

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Gibt es Zeit wirklich? 21 Sep 2018 16:27 #42482

ra-raisch schrieb:

Struktron schrieb: können wir auch verborgene Variable mit betrachten

Bringt das irgend etwas, außer das Unverständnis über gewisse Phänomene in ein anderes Wort zu verlagern?
Oder meinst Du, die kleinen Kugeln berechnen zu können?

Dass es irgend etwas im Vakuum gibt, was auch die Vakuumfluktuationen verursacht, ist kaum anzuzweifeln. Viele sich überlagernde Felder beschreiben das in der Standardphysik. Sie werden meist als etwas Immaterielles aufgefasst. Damit es nicht zu Singularitäten kommt, werden meist kleine Grenzen gesetzt, die man auch als Abschneidefaktoren bezeichnen kann. Sinnvoll als Grenze ist beispielsweise die Plancklänge. Bei einer betrachteten Dynamik im ganz Kleinen sollte es in deren Größenordnungsbereich zu Wechselwirkungen kommen. Nun sind diese schwer berechenbar. Nimmt man einfache Kugeln, kann man die dafür bekannten Formeln verwenden und kommt so auf meine Aussage. Damit kommt man zu einer Standardphysik, welche mit diskreten Objekten das Gleiche beschreibt, wie die beiden Standardmodelle der Elementarteilchen und Kosmologie mit ihren Feldern.
MfG
Lothar W.

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Gibt es Zeit wirklich? 21 Sep 2018 20:29 #42491

Wir reden ja hier über das Phänomen Zeit und natürlicherweise über den Zeitbegriff in den großen Theorien.
Wenn wir hier mal die Spezielle Relativitätstheorie herausgreifen, dann finden wir da als Grundpostulat die Konstanz der Lichtgeschwindigkeit und natürlich die damit verbundenen Folgen, Zeitdilatation und Längenkontraktion, beide vermittelt durch den Lorentzfaktor.
Das ist Grund genug, ein Auge auf die Konstanz der LG zu werfen.
Warum sie gerade den Wert hat, den sie hat, weiß heute niemand.
Wir wissen, dass ruhemasselose Teilchen sich an diese Grenzgeschwindigkeit halten müssen. Photonen bewegen sich immer mit LG.
Machen wir ein Gedankenexperiment:
Was sorgt dafür, dass masselose Teilchen sich mit Lichtgeschwindigkeit bewegen? Das weiß leider niemand. So merkwürdig das Licht auch erscheinen mag, es wäre noch seltsamer, wenn es seine Geschwindigkeit verringern würde. Wenn ein masseloses Teilchen mit weniger als der Höchstgeschwindigkeit unterwegs sein könnte, dann wäre ein massives Teilchen in der Lage, sich so schnell zu bewegen, dass es das Photon einholen könnte. Wie würde das aussehen?
Ein masseloses Teilchen ist nichts als Bewegungsenergie, es hat ja keine Masse. Aber wenn man es einholen könnte, sodass es sich nicht mehr relativ zum Beobachter bewegt, stünde es still und hätte keine Masse und damit wäre es nichts, Puff. So seltsam es ist, für das Licht ist es am vernünftigsten, sich mit Höchstgeschwindigkeit zu bewegen.
Und weil das Licht so vernünftig ist, leitet sich daraus jegliche Kausalität ab. Das Prinzip, dass immer die Ursache vor der Wirkung kommt.
Eine kausale Abfolge von Zeitscheiben. Eine Zeitscheibe ist eine Momentaufnahme zum Zeitpunkt x.

Im Übrigen sei nochmal bemerkt, dass für ein Photon die Zeit nicht vergeht!

Thomas

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Gibt es Zeit wirklich? 21 Sep 2018 21:33 #42501

Für die Frage, ob es Zeit wirklich gibt, müsste eigentlich die von uns allen akzeptierte Beobachtung von Bewegung reichen.
Wäre alles deterministisch und das Universum endlich, könnte rein theoretisch bei Kenntnis eines Zustandes alles was früher war und später sein wird, berechnet werden. Dann könnten wir davon ausgehen, dass es Zeit nicht wirklich gibt. Der Zeitpfeil könnte auch umgekehrt werden. So etwas hat bisher niemand beobachtet.
MfG
Lothar W.

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Gibt es Zeit wirklich? 21 Sep 2018 22:22 #42502

Struktron,
deine Argumentation beherbergt einen Widerspruch.
Du sagst, ausgehend vom Moment könnte man das, was früher war und das, was später sein wird berechnen. Strenger Determinismus. Man könne also den Zeitpfeil symmetrisch in beide Richtungen wandern lassen.
Dass das nicht stimmt, liegt am 2. Hauptsatz der Thermodynamik, der besagt, dass die Dinge sich von einem höherem Ordnungszustand in einen niedrigeren Ordnungszustand entwickeln.
Dieser Prozess findet unentwegt statt und definiert den Zeitpfeil.
Die Zeit und die Zeitrichtung als Sammelbegriff für alle Vorgänge und Prozesse gibt es.
In unserer Makrowelt klar, in der Mikrowelt, hm, nicht so eindeutig. bsp: ein Positron kann man nicht nur als positiv geladenes Elektron betrachten, sondern auch als ein in der Zeit rückwärts laufendes Elektron.
Thomas

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Gibt es Zeit wirklich? 22 Sep 2018 00:17 #42504

Hallo Thomas,

Thomas schrieb: deine Argumentation beherbergt einen Widerspruch.
Du sagst, ausgehend vom Moment könnte man das, was früher war und das, was später sein wird berechnen. Strenger Determinismus. Man könne also den Zeitpfeil symmetrisch in beide Richtungen wandern lassen.

Das bestimmt den Widerspruch, zeigt also, dass so ein Szenario unmöglich ist. Meiner Meinung nach liegt es an der Unendlichkeit der Möglichkeiten. Diese kommt schon durch die unendlich vielen Winkel bei elementaren Ereignissen zustande. Einfache Kugeln betrachte ich zur Vereinfachung von Rechnungen (so, wie bei Quantenfeldtheorien eine ϕ4 Theorie verwendet wird).

Thomas schrieb: Dass das nicht stimmt, liegt am 2. Hauptsatz der Thermodynamik, der besagt, dass die Dinge sich von einem höherem Ordnungszustand in einen niedrigeren Ordnungszustand entwickeln.
Dieser Prozess findet unentwegt statt und definiert den Zeitpfeil.
Die Zeit und die Zeitrichtung als Sammelbegriff für alle Vorgänge und Prozesse gibt es.
In unserer Makrowelt klar, in der Mikrowelt, hm, nicht so eindeutig. bsp: ein Positron kann man nicht nur als positiv geladenes Elektron betrachten, sondern auch als ein in der Zeit rückwärts laufendes Elektron.

Die Elementarteilchen sehe ich wegen ihrer Umwandelbarkeit und virtuellen Erzeugungsmöglichkeit nicht als Objekte, deren Winkel bei der Wechselwirkung vernachlässigt werden können, wenn es um das thermodynamische Verhalten geht. Da muss das den Zeitpfeil erzeugen.
MfG
Lothar W.

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