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THEMA: eine kleine fabel zur mondfinsternis

eine kleine fabel zur mondfinsternis 28 Sep 2015 18:54 #847

die raben und der rote mond

der großvater einer rabenfamilie hatte immer tolle geschichten für die kleinen und großen.
langweilig war es den kleinen rabenvögeln und da kamen sie auf die idee
den opa wieder einmal zu bitten ihnen eine seiner tollen geschichten zu erzählen.
das tat der immer gerne, mit viel begeisterung und fingerspitzengefühl das ganze so richtig spannend zu machen.
auch diesmal willigte er ein, legte seine lesebrille auf den beistelltisch und schob seine zeitung in die ablage.
alle waren aufgeregt, sie setzten sich auf den boden rings um den großvater in seinem bequemen sessel.

"also, meine lieben. ich will euch heute einmal erzählen, wie uns diese zweibeiner,
vor denen ihr euch gut in acht nehmen sollt, einst beinahe den mond zerstören wollten."
die kleinen waren erstarrt und hatten die schnäbel geöffnet. der kleinste quiekte kurz auf und verstummte dann auch.
"jaja, ihr habt richtig gehört, sie wollten den mond, der uns meist nachts durch seinen schein, hier in unserem wald,
immer noch ein klein wenig licht spendet, ganz offensichtlich ausradieren. was auch immer der grund dafür war,
ich weiß es bis heute nicht. und es geschah alles in unserem wald hier."
ganz aufgeregt schnatterten die kleinen wild durcheinander und tuschelten.

"hier bei uns im wald?"... "das glaube ich nicht!"...
"und ihr gerät, womit sie es versuchten steht heute noch, ihr kennt es alle, es ist dieses große gebäude nicht weit von hier
mit dem großen rohr, was oben aus dem dach ragt. dieses etwas bewegen sie auch heute noch ab und zu.
ich fliege seit jener nacht sehr ungern in seine nähe."
die kleinen schauten sich plötzlich an. sie verschwiegen besser, dass sie dort immer hinflogen um die spatzen aufzuscheuchen.
der großvater bemerkte dies und grinste sie an, dann fuhr er fort.

"in dieser nacht zu ungewöhnlicher stunde, es war kurz nach mitternacht, bewegte sich auf einmal dieses rohr.
ich war gerade auf futtersuche für eure eltern und sah schwaches licht in dem gebäude.
anscheinend waren die zweibeiner da drin und hatten etwas vor.
den schnabel voll versuchte ich alles hinunterzuwürgen und sah mir die sache genauer an.
offenbar war ich nicht der einzige, der interesse zeigte, mein bruder war inzwischen zu mir auf den zaun geflogen."
was denn nun kommen würde, dachten die kleinen und hörten aufmerksam zu und keiner machte einen mucks.
"wir sahen wo das rohr hinneigte, es war genau auf den mond gerichtet.
wir beobachteten die ganze sache eine weile und schauten dann erneut zum mond hoch.
der vollmond hatte euf einmal eine merkwürdige einbuchtung, die ich noch nie im leben gesehen hatte, eine sichel sah ganz anders aus"
ein kleiner aufschrei kam aus der rasselbande vor ihm.

"beruhigt euch kinder, der mond ist ja noch da, lasst mich weitererzählen. ich glaube an der stelle muss ich damit beginnen.
also, ihr wisst ja, dass die zweibeiner in unserer stadt hier am tage ziemlich laute gesellen sind.
ihre maschinen sausen über ihre straßen, ihre taschenkästen spielen unglaublich schlechten vogelgesang ab
und immer wenn sie was neues machen wird es auch laut.
eure ururururgroßväter hatten noch die gewohnheit am frühen morgen nach ihrer traumpartnerin zu trällern, das änderte sich mit der zeit,
viele vögel fangen jetzt schon sehr tief in der nacht damit an, stehen dafür sogar extra früh auf,
weil es, wenn es hell wird, garnicht mehr zu hören wäre.
mein bruder und ich saßen also da und von allen seiten war das zwitschern schon zu hören.
auf einmal wurde alles ruhig im wald. als hätten alle auf kommando das zirpen und zwitschern eingestellt."

der großvater machte eine kleine pause, schaute in die riesigen augen vor ihm und fing wieder an breit zu grinsen,
was die kleinsten immer sehr beruhigte.
"wir sahen wieder zum mond hoch und erschraken. der noch eben volle mond war nun nur noch eine sichel.
beide sahen wir uns an und staunten nicht schlecht.
sowas hatten wir noch nicht gesehen, das war wider die natur! und neben uns dieses riesen rohr gen himmel gerichtet und auf den mond fixiert.
ein bisschen bekamen wir es mit der angst zu tun. und noch etwas fanden wir seltsam und offenbar auch unsere gesellschaft.
wir bemerkten es erst mit als 2 amseln neben uns fiepten und wir augenblicklich wieder hochsahen.
der mond nahm nach und nach ein leuchtendes rot an."

"haben sie den mond angezündet?" fragte einer der älteren.
"nein nein, das sah nicht nach feuer aus, es war eher ein schimmer." sagte der großvater.
"als hätte jemand das weiße vom mond mit roter farbe angestrichen. alles war still."
auch die kurzen starrten gebannt auf den geschichtenerzähler.
"und dann, nach einer ganzen weile, war der ganze mond zwar dunkler, aber leuchtete tief rot. wir dachten alles mögliche.
nie hätten wir eswas unternehmen können, wir hätten gegen diese zweibeiner keine chance gehabt.
wir waren wie festgewurzelt und starrten einfach nur nach oben.
es mag verrückt klingen, da wir ja solche angst hatten, der mond würde uns zerstört werden, aber es war im grunde wunderschön."
auch die kleinen um ihn guckten auf einmal verträumt. jeder von ihnen stellte sich diesen roten mond vor und schwoll in gedanken an diesen anblick.

"dann plötzlich!..." fuhr der großvater mit kraftvoller stimme fort und alle erschraken.
"...begann von der seite, von der alles verdunkelt wurde, das weiß des mondes zurückzukehren!"
die kleinen rissen gebannt die augen auf und rückten alle enger zusammen, denn jeder wollte so nah wie möglich am erzähler sitzen.
"und stück für stück kam der mond zurück und wurde wieder voll. das ganze dauerte ungefähr so lange wie der spuk begonnen hatte.
die gruppe vor ihm staunte nicht schlecht, doch allen war ein gefühl der erleichterung ins gesicht geschrieben.
"es war ihnen nicht gelungen und sie haben es meines wissens nach auch nicht mehr versucht.
mein großvater erzählte mal eine geschichte von dem teilweisen verschwinden des mondes, aber wir hielten ihn alle für einen spinner,
wahrscheinlich war er das auch, er war total verrückt!"

"warum wollten die zweibeiner denn den mond zerstören und was hat sie daran gehindert?"
"das hab ich doch gesagt, ich habe bis heute keinen schimmer, aber ich habe eine theorie, warum sie es nicht geschafft haben!"
er beugte sich plötzlich vor und fing an zu flüstern. auch sonst wirkte er auf einmal sehr geheimnisvoll.
noch näher kamen die kleinen raben zusammen und der vorderste berüherte fast den schnabel des großvaters.
"ihr müsst mir versprechen das nicht rumzuplappern!"
alle nickten, ohne ein wort zu sagen. gebannt erwarteten sie das unerwartete.
"der mond ist leider viel zu weit weg als dass sie an ihm jemals von der erde aus rumdoktern könnten."
einige fingen zu kichern an. alle wussten doch, zumindest hatten sie das von professor corvus in der rabenshcule gelernt,
dass der mond vor langer zeit von einem der größten raben an den himmel gemalt wurde und dann zu leben begann und sich immer veränderte.
"ihr glaubt mir nicht?" da stand er auf.
"lasst euch gesagt sein: wenn ihr einmal den ganzen wald verstummen hört, dann schaut zum mond!"
die kleinen erschraken und wichen ein paar hüpfer zurück.
grimmig über die lacher stampfte der großvater hinaus und verschwand flügelschlagend in die nacht.

"was sollen wir nun davon halten?" sprach einer der rabenkinder
"ich glaube ja er wollte uns nur angst machen."
"wisst ihr was ich glaube?" sprang auf einmal der älteste auf.
"der alte ist einfach verrückt."


wie muss es aus sicht der tiere sein, die dieses riesige refraktorrohr der archenholdsternwarte sehen, wenn der mond sich verdunkelt und das teil ist permanent draufgerichtet?
ich finde diese vorstellung verdammt gruselig und es war heute früh so
wir standen da und um 3:30 wurde es plötzlich still.
deutlich zu sehen war die scheibe schon 1/4 verdunkelt und die tiere wurden still!
es war echtes gänsehautfeeling.
ich habe mir diese kleine fabel ausgedacht und hoffe sie gefällt euch.
so als schmunzler für dieses sensationelle ereignis ;>

qshell - ferdi runge

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