Die Gewinner des UWudL-Quiz vom Dezember 2018 Zu den Gewinnern

Willkommen, Gast
Benutzername: Passwort: Angemeldet bleiben:

THEMA: Geschwindigkeit und relativistische Masse

Geschwindigkeit und relativistische Masse 26 Okt 2017 17:40 #21277

  • Junic
  • Junics Avatar Autor
  • Offline
  • Fresh Boarder
  • Fresh Boarder
  • Beiträge: 5
  • Dank erhalten: 0
Zu allererst möchte ich mich im Vorraus entschuldigen falls diese Frage bereits in einem der Videos beantwortet wurde. Ich befinde mich in einer Diskussion mit einem treuen Anhänger dieses Kanals, ich gehe also davon aus dass er in diesem Fall eine Antwort gehabt hätte.

Das Lichtgeschwindigkeitslimit besteht ja aufgrund der relativistischen Masse. Desto mehr wir uns c nähern, desto mehr nimmt diese zu.
Mehr Masse braucht mehr Energie zu weiterer Beschleunigung wodurch eine unendliche Energie notwendig werden würde um c zu erreichen, soweit ist es klar.

Die Frage die sich mir hier stellt ist ja aber, Geschwindigkeit ist relativ, wenn unsere Masse mit höherer Geschwindigkeit zunimmt würde das ja implizieren dass sich unsere Masse ständig ändert sobald wir ein anderes Bezugssystem betrachten.
Relativ zur Erde laufe ich sehr langsam, betrachte ich jetzt aber plötzlich ein Teilchen im Teilchenbeschleuniger und nehme das als Ruhesystem und mich als Bezugssystem würde ich mich relativ zu diesem Teilchen extrem schnell bewegen. Meine Masse müsste eine komplett andere sein als vorher. Wenn ich rennen wollte müsste ich mehr Energie aufwenden als vorher bei der Betrachtung relativ zur Erde und diese unterschiedlichen Geschwindigkeiten bestehen ja generell immer zu allem, man muss sie nur in Relation setzen.

Daraus folgere ich dass relativistische Masse nur so funktionieren kann wenn es einen absoluten Bezugspunkt gibt und sich die Masse nur erhöht wenn die Geschwindigkeit eines Objekts sich relativ zu diesem absoluten Bezugspunkt erhöht, anonsten geht das Konzept nicht auf.
Aber allein die Existenz eines absoluten Bezugspunktes ist nicht mit der RT vereinbar. Was wäre es schließlich? Licht?
Als Konstante wäre das dass naheliegenste, aber eben diese Konstantheit disqualifiziert auch Licht. Denn Licht soll ja relativ zu uns immer gleich schnell sein, wenn wir diese Geschwindigkeit nicht ändern können ändert sich auch die Masse nicht.

Ein weiteres Beispiel:
Zwei Raumschiffe fliegen mit 99.99% Lichtgeschwindigkeit relativ zur Erde weg. Da sie aber absolut parallel zueinander fliegen ist deren Geschwindigkeit relativ zueinander 0. Relativ zu einem Asteroiden an dem sie vorbeifliegen bewegen sie sich mit 70% c fort. Ich könnte tausende weitere Geschwindigkeiten relativ zu anderen Objekten hinzufügen.
Welche Geschwindigkeit gilt für relativistische Masse beziehungsweise in dem Zusammenhang auch Zeitdilatation?
Diese Frage wird scheinbar nirgends gestellt oder beantwortet, zumindest habe ich nach längerer Recherche keine finden können, deswegen hoffe ich dass sie einer von euch beantworten kann :)

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Verwandte Themen

Betreff des ThemasRelevanzDatum des letzten Beitrages
Relativistische Massenzunahme6.16Donnerstag, 30 August 2018
ART: relativistische Natur der Gravitation?6.1Dienstag, 13 November 2018
Wird die Fusion in Sternen duch relativistische…5.96Montag, 23 Mai 2016
2c: Die Geschwindigkeit der Informationsausbreitung?5.77Sonntag, 18 November 2018
Mops-Geschwindigkeit5.77Dienstag, 14 August 2018
Geschwindigkeit von Gravitationswellen5.77Freitag, 18 März 2016
Interpretationen des Begriffes Geschwindigkeit5.7Donnerstag, 23 März 2017
Reisen mit relativistischer Geschwindigkeit, Zeitdilatation5.64Samstag, 13 Mai 2017
Wie entsteht Masse?4.36Montag, 03 April 2017
Masse und Lichtgeschwindigkeit4.36Donnerstag, 22 März 2018

Geschwindigkeit und relativistische Masse 26 Okt 2017 20:55 #21285

Junic schrieb: Die Frage die sich mir hier stellt ist ja aber, Geschwindigkeit ist relativ, wenn unsere Masse mit höherer Geschwindigkeit zunimmt würde das ja implizieren dass sich unsere Masse ständig ändert sobald wir ein anderes Bezugssystem betrachten.

Dem ist auch so. Und die relativistische Masse ist nicht das einzige, was sich mit der Wahl des Bezugssystems ändert: Der klassische Impuls, und somit die kinetische Energie, die man einem Körper zurechnet, ist ja auch abhängig vom Bezugssystem.

Junic schrieb: Relativ zur Erde laufe ich sehr langsam, betrachte ich jetzt aber plötzlich ein Teilchen im Teilchenbeschleuniger und nehme das als Ruhesystem und mich als Bezugssystem würde ich mich relativ zu diesem Teilchen extrem schnell bewegen. Meine Masse müsste eine komplett andere sein als vorher.

Aus Sicht des Teilchens im Teilchenbeschleuniger ist das auch so. Du bist sauschnell und sauschwer.

Junic schrieb: Wenn ich rennen wollte müsste ich mehr Energie aufwenden als vorher bei der Betrachtung relativ zur Erde und diese unterschiedlichen Geschwindigkeiten bestehen ja generell immer zu allem, man muss sie nur in Relation setzen.

Daraus folgere ich dass relativistische Masse nur so funktionieren kann wenn es einen absoluten Bezugspunkt gibt und sich die Masse nur erhöht wenn die Geschwindigkeit eines Objekts sich relativ zu diesem absoluten Bezugspunkt erhöht

Nein, diese Schlussfolgerung ist falsch. Die Ruhemasse ist nicht relativ, nur die relativistische Masse ist abhängig vom gewählten Bezugssystem.

Und die Rechnung geht auch immer auf, denn mit der relativistischen Massenzunahme kommt es zu einer Längenkontraktion. D.h. Geschwindigkeitsänderungen können nicht mehr einfach addiert werden.

Wenn du dich beispielsweise auf ein beinahe lichtschnelles Teilchen schon mit 99%c zu bewegst, und du beginnst weiter darauf zu zu beschleunigen, dann könntest du in deinem eigenen Bezugssystem z.B. um 1%c beschleunigen und würdest du für die Beschleunigung einen Energiebetrag verbrauchen, der für die Beschleunigung *deiner Ruhemasse* um 0.01c benötigt wird. Dem Teilchen erscheinst du aber bereits vor dem Beschleunigungsvorgang kontrahiert, so dass sich die neue Geschwindigkeit, mit der du auf das Teilchen zurast, eben nicht als Summe aus den 99%c vorher +1%c nachher zu 100%c ergeben würden. Sondern deine Geschwindigkeitsänderung wäre aus Sicht des entgegenkommenden Teilchens um den Lorentzfaktor verringert. Hättet ihr bei einer Relativgeschwindigkeit von 0.99c beispielsweise einen Lorentzfaktor von 10, dann wäre eure Relativgeschwindigkeit nach dem Beschleunigungsvorgang eben nicht 100%c, sondern <99,1%c.

Junic schrieb: Aber allein die Existenz eines absoluten Bezugspunktes ist nicht mit der RT vereinbar. Was wäre es schließlich? Licht?

Als Konstante wäre das dass naheliegenste, aber eben diese Konstantheit disqualifiziert auch Licht. Denn Licht soll ja relativ zu uns immer gleich schnell sein, wenn wir diese Geschwindigkeit nicht ändern können ändert sich auch die Masse nicht.

Die Lichtgeschwindigkeit ist die Grenze, sozusagen ein Bezugspunkt, der im Unendlichen liegt.

Junic schrieb: Ein weiteres Beispiel:
Zwei Raumschiffe fliegen mit 99.99% Lichtgeschwindigkeit relativ zur Erde weg. Da sie aber absolut parallel zueinander fliegen ist deren Geschwindigkeit relativ zueinander 0. Relativ zu einem Asteroiden an dem sie vorbeifliegen bewegen sie sich mit 70% c fort. Ich könnte tausende weitere Geschwindigkeiten relativ zu anderen Objekten hinzufügen.
Welche Geschwindigkeit gilt für relativistische Masse beziehungsweise in dem Zusammenhang auch Zeitdilatation?
Diese Frage wird scheinbar nirgends gestellt oder beantwortet, zumindest habe ich nach längerer Recherche keine finden können, deswegen hoffe ich dass sie einer von euch beantworten kann :)

Die Frage wird nirgendwo gestellt, weil du das Bezugssystem frei wählen kannst. Je nach Bezugssystem müssen den Objekten unterschiedliche Werte für Masse, Zeitdilatation, Längenkontraktion etc. zugeschrieben werden. Alle diese physikalischen Größen sind gegenüber dem "eigentlichen" Wert, also dem, den sie in ihrem eigenen Ruhesystem hätten, um denselben Faktor skaliert. Dieser Faktor ist genau der Lorentzfaktor. Er hängt vom Bezugssystem ab und liegt immer zwischen 1 und unendlich.

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Geschwindigkeit und relativistische Masse 27 Okt 2017 00:37 #21310

Diese Problematiken bestehen ja gar nicht.

Geschwindigkeiten addieren sich einfach nicht linear, und dass ein Objekt in verschiedenen Bezugssystemen “gleichzeitig” verschiedene Massen haben kann, ist auch kein Problem. Nicht zuletzt deshalb, weil es so etwas wie “Gleichzeitigkeit” in einer relativistischen Welt gar nicht mehr gibt.

Mach dir das mal klar: Es kann durchaus sein,, dass aus einem Bezugssystem gesehen A vor B geschieht, während aus Sicht eines anderen Bezugssystems B vor A stattfindet. Je nach Bewegungsrichtung. Die Relativität stellt so einige Dinge, die du aus dem alltäglichen Leben gewohnt bist, ziemlich grundlegend in Frage.

Google z.B. mal das Längenparadoxon der Relativitätstheori. Eine 5m lange Leiter kann sogar in eine 4m kurze Garage passen, wenn sie sich nur schnell genug bewegt.

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Geschwindigkeit und relativistische Masse 27 Okt 2017 01:32 #21316

Junic schrieb: Oder aber wir besitzen nur die Masse entsprechend der aktuell betrachteten Relation.

So ähnlich ist es aber nicht ganz...

Junic schrieb: Aber braucht es nicht ein Bewusstsein um dies zu tun?

Nein. mit Bewusstsein hat das nichts zu tun.
Über die Ruhemasse brauchen wir uns wohl nicht unterhalten, die ist wie sie eben ist.
Es geht um die relativistische Masse und die ist abhängig von den jeweils beteiligten Bezugssystemen (Mehrzahl). Das ist objektiv und nicht von der Willkür eines Physikers abhängig.
Ein Protonenstrahl der im Cern außer Kontrolle gerät kracht eben mit der Wucht eines Güterzuges in die Röhrenwand und richtet beträchtlichen Schaden an. Warum? Weil sich der Strahl relativ zur Tunnelwand mit Lichtgeschwindigkeit minus 12km/h bewegt und deren relativistische Masse entsprechend groß ist. Das macht aber die Protonen in ihrem eigenen Bezugssystem nicht schwerer, dort haben sie noch immer nur ihre Ruhemasse.

Ein Asteroid der in die Erde kracht hat die Energie die seiner Relativgeschwindigkeit zur Erde entspricht. Oder zählt da etwa die Geschwindigkeit mit der sich Erde und Asteroid ums Zentrum der Milchstraße bewegt dazu? Natürlich nicht. Zu seiner Ruhemasse kommt eben auch nur die Masse der relativen kinetischen Energie dazu.

Junic schrieb: Auch würde das bedeuten dass wir das Lichtgeschwindigkeitslimit ganz einfach umgehen können.
Nehmen wir mein zweites Beispiel.
Die zwei Raumschiffe bewegen sich mit 99.99% von der Erde weg, aber zueinander bewegen sie sich überhaupt nicht.
Wenn das Konzept so funktionieren würde wie du es beschrieben hast könnte man nun für eine Zeit lang einfach nur noch das andere Raumschiff betrachten und dabei beschleunigen. Da wir unsere Masse dadurch quasi zurücksetzen wäre unsere Beschleunigung wieder genau so effizient wie vorher.

Na sicher wäre bzw. ist das so. Nur muss man berücksichtigen das gegenüber einem Ruhesystem (z.B. Reiseziel oder Erde) die eigene Zeit langsamer vergeht. Von dort betrachtet beschleunigt man immer langsamer und wird c nie erreichen.

Es findet sich IMMER irgend ein Objekt, irgend ein Bezugssystem relativ zu dem ich mich mit fast Lichtgeschwindigkeit bewege. Davon merke ich jedoch nichts wenn ich mich auf die Waage stelle. Wenn das Relativitätsprinzip nicht gelten würde wäre das anders^^

Was mir allerdings noch etwas unklar ist ist wie sich das mit der ART verträgt. Krümmen relativistische Massen den Raum? Wenn ja: wie muss man sich das vorstellen? Irgendwie hat man doch ein fixes Koordinatengitter vor dem inneren Auge, aber das Bild kann eigentlich nicht stimmen^^

assume good faith

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

assume good faith

Geschwindigkeit und relativistische Masse 27 Okt 2017 01:42 #21317

  • Junic
  • Junics Avatar Autor
  • Offline
  • Fresh Boarder
  • Fresh Boarder
  • Beiträge: 5
  • Dank erhalten: 0

Reisender schrieb: Diese Problematiken bestehen ja gar nicht.

Geschwindigkeiten addieren sich einfach nicht linear, und dass ein Objekt in verschiedenen Bezugssystemen “gleichzeitig” verschiedene Massen haben kann, ist auch kein Problem. Nicht zuletzt deshalb, weil es so etwas wie “Gleichzeitigkeit” in einer relativistischen Welt gar nicht mehr gibt.

Mach dir das mal klar: Es kann durchaus sein,, dass aus einem Bezugssystem gesehen A vor B geschieht, während aus Sicht eines anderen Bezugssystems B vor A stattfindet. Je nach Bewegungsrichtung. Die Relativität stellt so einige Dinge, die du aus dem alltäglichen Leben gewohnt bist, ziemlich grundlegend in Frage.

Google z.B. mal das Längenparadoxon der Relativitätstheori. Eine 5m lange Leiter kann sogar in eine 4m kurze Garage passen, wenn sie sich nur schnell genug bewegt.


Die Relativität der Gleichzeitigkeit habe ich damit noch nicht mal in Frage gestellt, diese besagt ja nur dass Gleichzeitig das ist was von einem Beobachter als Gleichzeitig gesehen/empfunden wird.
Da die Gleichzeitigkeit in meinem Satz für ein Bezugsobjekt/person galt sollte sie hier kein Problem darstellen.
Für diese scheint es sehr wohl gleichzeitig, wenn sie sich in Relation zu mehreren Dingen stellt.
"Gleichzeitig" verschiedene Massen zu haben ist demnach sehr wohl ein Problem.
Zu welcher Geschwindigkeit gehört das Gewicht von mir welches die Waage anzeigt?

Gehen wir nochmal zu der "freudigen Naricht" für die Raumfahrt zurück.
Nehmen wir an es gibt einen Antrieb der permanente Beschleunigung ermöglicht. Das Ziel ist ein 10 Lichtjahre entfernter Planet. Vor dem Abflug wird die Strecke ausgerechnet, sodass während dem Flug bereits zu jedem Zeitpunkt klar ist in welche Richtung weiter geflogen werden soll.
Von dem Moment an, ab dem wir mit der Beschleunigung beginnen ignoriert jeder Mensch auf der Erde die Rakete vollkommen, die Rakete wird einzig und alleine nur noch von den Astronauten in Relation zu dem Teilchen gesetzt welches zuletzt nach vorne geschossen wurde. Sobald man an dem letzten vorbei ist wird ein neues mit einem Bruchteil von c nach vorne geschossen und in Relation gesetzt. Die gesamte Zeit lang beschleunigt der Antrieb. Aus Sicht der Astronauten bewegt sich die Rakete demnach die ganze Zeit nur maximal mit diesem Bruchteil von c.

Doch irgendwann taucht der Planet vor ihnen auf und zwar nach nur einem Jahr. Warum? Weil während dem gesamten Flug permanent beschleunigt wurde während man sich immer in die richtige Richtung bewegt hat. Diese Beschleunigungsenergie kann ja nicht verpuffen, das würde den Energieerhaltungssatz brechen.
Für die Astronauten die nun den zurückgelegten Weg betrachten ist der Fall klar, additive Beschleunigung von Teilchen zu Teilchen.
Die Effekte der Relativitätstheorie greifen jedoch leider nicht mehr nachträglich für bereits vergangene Ereignisse.

Sowas sind die Folgen wenn die Gründe des Lichtgeschwindigkeitslimits von einer relativen Betrachtung abhängig sind, wenn sie nur während dieser Betrachtung relevant wären und das sind sie wenn alle Möglichkeiten dieser Variablen zur gleichen Zeit (relativ zu einem Beobachter) gelten würden.

edit: Die Frage mit der Waage könnt ihr streichen, wurde ja eigentlich schon beantwortet, sowas passiert wenn man sich zu sehr mit der voherigen Antwort alleine beschäftigt^^
Mein Gedankenexperiment steht aber noch. Ich habe wirklich ernsthaftes Interesse bezüglich dieser Fragen, ich bin halt nur ein extrem kritischer Mensch ;)

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Geschwindigkeit und relativistische Masse 27 Okt 2017 02:41 #21319

Was meinst du mit "Teilchen nach vorne geschossen"?

Das Lichtgeschwindigkeitslimit ist NICHT von der relativen Betrachtung abhängig, das gilt immer. Das gilt auch bei 9,81 m/s (nicht s²) und verursacht bereits da eine Zeitdilatation.
Aus Sicht des Astronauten bewegt sich die Rakete nicht mit einem Bruchteil von c sondern garnicht. Er befindet sich ja jeweils im gleichen Bezugssystem mit der Rakete. Allerdings spürt er das sich sein Bezugssystem laufend ändert, er spürt die Beschleunigung. Dabei hinterlässt die Rakete laufend Inertialsysteme die gegenüber dem vorherigen einer Zeitdilatation unterliegen. Auch die kinetische Energie relativ zu jedem dieser Inertialsysteme ist eine andere und die relativistische Masse ebenfalls.

assume good faith

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

assume good faith

Geschwindigkeit und relativistische Masse 27 Okt 2017 03:10 #21320

  • Junic
  • Junics Avatar Autor
  • Offline
  • Fresh Boarder
  • Fresh Boarder
  • Beiträge: 5
  • Dank erhalten: 0

Merilix schrieb: Was meinst du mit "Teilchen nach vorne geschossen"?

Das Lichtgeschwindigkeitslimit ist NICHT von der relativen Betrachtung abhängig, das gilt immer. Das gilt auch bei 9,81 m/s (nicht s²) und verursacht bereits da eine Zeitdilatation.
Aus Sicht des Astronauten bewegt sich die Rakete nicht mit einem Bruchteil von c sondern garnicht. Er befindet sich ja jeweils im gleichen Bezugssystem mit der Rakete. Allerdings spürt er das sich sein Bezugssystem laufend ändert, er spürt die Beschleunigung. Dabei hinterlässt die Rakete laufend Inertialsysteme die gegenüber dem vorherigen einer Zeitdilatation unterliegen. Auch die kinetische Energie relativ zu jedem dieser Inertialsysteme ist eine andere und die relativistische Masse ebenfalls.


Was ich damit meine ist dass die Rakete immer ein Geschoss, sei es ein Atom oder eine Kugel, in Bewegungsrichtung zu dem Zielplaneten schießt. Auf diese Art besteht immer ein Bezugspunkt für die Rakete zu dem sie sich hinbewegen kann. Da die Abschussmechanik die selbe bleibt, ändert sich auch nichts an den Geschwindigkeiten zwischen der Rakete und dem Projektil im Vergleich zu dem ganzen Vorgang mit den vorangegangenen Projektilen.

Ich spreche auch nicht vom Astronauten und der Rakete sondern immer nur von der Relation zwischen der Rakete und dem aktuellen Projektil, wir können auch den Astronauten und das Projektil nehmen.


Ich versuche mit diesem Gedankenexperiment die Gründe wegen denen all die relativistischen Phänomene überhaupt erst eintreten zu umgehen. In diesem Fall würde die Distanz zwischen Erde und Zielplanet schneller als das Licht, oder besser ausgedrückt Kausalität, überwunden werden.

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Geschwindigkeit und relativistische Masse 27 Okt 2017 06:58 #21322

Du kannst die Gründe für relativistische Effekte nicht umgehen. Die treten immer auf.
Mit der letzten Antwort wollte ich deutlich machen das sie auch bei jeweils kleinen Änderungen der Relativgeschwindigkeiten hintereinandergekettet die Wirkung haben die die SRT vorhersagt.

assume good faith

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

assume good faith

Geschwindigkeit und relativistische Masse 27 Okt 2017 14:59 #21344

  • Junic
  • Junics Avatar Autor
  • Offline
  • Fresh Boarder
  • Fresh Boarder
  • Beiträge: 5
  • Dank erhalten: 0

Merilix schrieb: Du kannst die Gründe für relativistische Effekte nicht umgehen. Die treten immer auf.
Mit der letzten Antwort wollte ich deutlich machen das sie auch bei jeweils kleinen Änderungen der Relativgeschwindigkeiten hintereinandergekettet die Wirkung haben die die SRT vorhersagt.


Naja, zu allererst nochmal zur Erinnerung, wir reden hier ja von menschengemachten Hypothesen. Theorien sind auch nur Hypothesen die so zu funktionieren scheinen, mehr nicht.
Bei solchen Grundsatzfragen wie hier dürfen wir uns nicht zu sehr in den Aussagen der Theorie verlieren, die Gründe weswegen die Lichtgeschwindigkeitsgrenze existiert, die Gründe aus denen wir Zeitdilatation und Längenkontraktion schlussfolgern, wenn diese nicht eintreten gilt auch alles andere nicht was auf diese aufbaut.

Die relativistische Masse ist eine der fundamentalsten Aspekte der Theorie, die all das andere genannte zur Folge hat. Da ich ein Mensch bin der alles ins kleinste Detail hinterfrägt stelle ich mir halt die Frage wann und warum diese Massenveränderung eintritt. Bei einer Beantwortung dieser Fragen werden die Implikationen dieser Antwort genau unter die Lupe genommen. Ich gehe also nicht von vornherein davon aus dass sie immer auftreten, denn das ist, bzw kann nach all den aktuellen Informationen die ich unter anderem mit diesem Thread gesammelt habe nicht sein. Eben diese Problematik versuche ich mit meinem Gedankenexperiment zu verdeutlichen.
Wenn wir nur die klassische Mechanik zur Verfügung hätten wäre die Existenz von unterschiedlicher kinetischer Energie zur selben Zeit kein Problem, es ist klar dass der Zusammenstoß mit dem vor mir fahrenden Auto weniger heftig ausfällt als mit dem stehenden Baum. Welche kinetische Energie am Ende gilt ist jedoch rein von dem Moment des Zusammenstosses abhängig. Es gibt also einen entscheidenden Faktor durch welchen erst entschieden wird welche von all den rein mathematisch/theoretischen Energien eine tatsächliche Auswirkung auf die Realität hat.

Einen equivalenten Faktor besitzten die Relativitätstheorien nicht. Hier soll die reine Geschwindigkeit selbst bereits Auswirkungen auf die Realität haben. Trägheitszunahme, Verlangsamung der Zeit und Raumkrümmung, Variablen die zur "selben Zeit" unterschiedliche Werte aufweisen, da hier dieser entscheidende Faktor fehlt.
Bei der Zeit ist es jedoch am eindeutigsten dass diese für einen Beobachter nicht zur selben Zeit unterschiedlich laufen kann. Uhren, die selben Werkzeuge die wir benutzen um Zeitdilatation nachzuweisen, können nicht gleichzeitig von unterschiedlich starker Zeitdilatation beeinflusst sein.
Doch dies wäre der Fall wenn alle möglichen Relationen gleichzeitig (für den jeweiligen Beobachter;P ) eine Auswirkung hätten.
Wieso kommen Myonen hier unten an und ignorieren dabei scheinbar die Relation zu den anderen Myonen zu denen kaum ein Geschwindigkeitsunterschied besteht und demnach auch kaum Zeitdilatation.
Es muss also doch einen Faktor geben. Wieso sind wir überhaupt in der Lage Zeit zu messen wenn aus Sicht der Uhr sie sich jederzeit gleichzeitig gar nicht und mit fast Lichtgeschwindigkeit bewegt.

Wenn es jedoch einen Faktor gibt, kann man ihn auch ausnutzen. Sagen wir es funktioniert ähnlich wie bei Quanten, wenn wir nicht wollen dass sie sich wie Wellen verhalten/-> dass unser Raumschiff relativitischen Phänomenen ausgesetzt ist, muss die Art der Betrachtung geändert werden. Im Falle der Quanten wäre dies Möglich in dem wir sie messen, im Falle des Raumschiffs wäre das möglich in dem wir sämtliche ungewollten Relationen ignorieren wie es in meinem Gedankenexperimtent geschieht. Es ist erstmal völlig egal ob die Phänomene während der Reise Auswirkungen auf die Astronauten haben. Relevant ist ob am Ziel beim Rückblick auf die zurückgelegte Strecke diese nach den Formeln klassischer Mechanik schneller als das Licht überwunden wurde. Sollten schließlich sämtliche Zustände nicht gleichzeitig gelten, sondern immer nur eine, könnte man verhindern dass der Ursprung von Zeitdilatation usw überhaupt erst eintritt.


Letztendlich kommt immer wieder alles auf die eine Frage zurück, gelten alle Möglichkeiten "Gleichzeitig" oder immer nur eine. Beide führen Probleme mit sich.
Ich werde einfach das Gefühl nicht los dass wir mit der ganzen Theorie entweder falsch liegen, oder dass ein essentieller Faktor noch fehlt :huh:

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Geschwindigkeit und relativistische Masse 27 Okt 2017 15:19 #21345

Zunächst nur eine kurze Antwort:
Es sind schon mehr als nur Hypothesen. Die Effekte der SRT und ART sind vielfach durch präzise Messungen bestätigt. Es geht schon lange nicht mehr darum Ob es die gibt sondern wie sie genau von uns Laien zu verstehen sind. Können wir uns darauf einigen?

Später schreib ich vieleicht noch mehr dazu...

assume good faith

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

assume good faith

Geschwindigkeit und relativistische Masse 27 Okt 2017 15:40 #21346

  • Junic
  • Junics Avatar Autor
  • Offline
  • Fresh Boarder
  • Fresh Boarder
  • Beiträge: 5
  • Dank erhalten: 0

Merilix schrieb: Zunächst nur eine kurze Antwort:
Es sind schon mehr als nur Hypothesen. Die Effekte der SRT und ART sind vielfach durch präzise Messungen bestätigt. Es geht schon lange nicht mehr darum Ob es die gibt sondern wie sie genau von uns Laien zu verstehen sind. Können wir uns darauf einigen?

Später schreib ich vieleicht noch mehr dazu...


Das ist falsch. Die Deutung einer Beobachtung hängt von der Theorie ab. Daraus folgt, dass eine Theorie durch Beobachtungen/Experimente nicht positiv bewiesen werden kann. Denn wer eine Theorie beweisen will, wird die Beobachtung in seinem Sinn deuten. Daher können wissenschaftliche Theorien nur falsifiziert werden. Wissenschaft besteht in der Überwindung von Irrtümern! (Karl Popper)
Sämtliche Messungen und Experimente die die SRT und ART "bestätigen" können auch auf andere Weise erklärt werden. Die Relativitätstheorien sind aktuell nur in der Lage den Großteil davon zusammenhängend zu erklären, dies verleiht den Theorien zwar mehr Gewicht, daher die Popularität, es macht sie aber zu keinem Fakt.
Gerade die sehr fortgeschrittenen Aspekte unserer Physik sind mit unserer aktuellen Technologie kaum eindeutig messbar.
Gemessene Zeitdilatation kann auch an bisher unbekannten Einflüssen bezüglich der Zeitmessung, nicht der Zeit selbst liegen.
Myonen könnten sich auch mit Überlichtgeschwindigkeit bewegen und deswegen hier unten ankommen und und und.

Mir geht es hier gerade nicht darum die Theorien zu entkräften, ich halte es aber für unwissenschaftlich und naiv diese als Fakt zu betrachten. No offense ;)

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Geschwindigkeit und relativistische Masse 27 Okt 2017 18:13 #21352

Eine Theorie ist kein Fakt sondern ein Modell. Ist hier jemand der das anders sieht?

SRT und ART liefern afaik das derzeit beste Modell zur Beschreibung ganz unterschiedlicher Effekte. Die Modelle sind konsistent mit allen Beobachtungen und Experimenten und gehören zu den am besten bestätigten Theorien überhaupt.

Bis es jemandem gelingt eine bessere Beschreibung der Realität zu finden werden sie sicher weiter Bestand haben^^

assume good faith

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

assume good faith

Geschwindigkeit und relativistische Masse 27 Okt 2017 18:29 #21353

Sehe ich auch so.

Kern einer physikalischen Hypothese oder Theorie ist für mich, dass man aus ihr Vorhersagen treffen kann, wie sich bestimmte Dinge in bestimmten Situationen verhalten. Eine Theorie ist eine Hypothese, deren Vorhersagen sich in verschiedenen Experimenten bestätigt haben und bei der noch keine Vorhersage widerlegt werden konnte.

Es besteht natürlich immer die Möglichkeit, dass ein Vorgang durch verschiedene Theorien korrekt vorhergesagt werden kann. In dem Fall nimmt man die umfassendste und mit den wenigsten Voraussetzungen auskommende Theorie an.

Beweisen lassen sich physikalische Theorien prinzipiell nicht.

Nicht extra gekennzeichnete Beiträge sind normale private Beiträge. Sie sollten genauso diskutiert und kritisiert werden wie alle anderen Beiträge auch.

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Nicht extra gekennzeichnete Beiträge sind normale private Beiträge. Sie sollten genauso diskutiert und kritisiert werden wie alle anderen Beiträge auch.

Geschwindigkeit und relativistische Masse 27 Okt 2017 18:33 #21354

Junic schrieb: Myonen könnten sich auch mit Überlichtgeschwindigkeit bewegen und deswegen hier unten ankommen


Diese Hypothese lässt sich experimentell widerlegen. Man kann Myonen in Beschleunigern erzeugen, ihre Geschwindigkeit messen und beobachten, welche Strecke sie zurücklegen können.

Nicht extra gekennzeichnete Beiträge sind normale private Beiträge. Sie sollten genauso diskutiert und kritisiert werden wie alle anderen Beiträge auch.

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Nicht extra gekennzeichnete Beiträge sind normale private Beiträge. Sie sollten genauso diskutiert und kritisiert werden wie alle anderen Beiträge auch.

Geschwindigkeit und relativistische Masse 27 Okt 2017 18:40 #21355

Junic schrieb: Zwei Raumschiffe fliegen mit 99.99% Lichtgeschwindigkeit relativ zur Erde weg. Da sie aber absolut parallel zueinander fliegen ist deren Geschwindigkeit relativ zueinander 0. Relativ zu einem Asteroiden an dem sie vorbeifliegen bewegen sie sich mit 70% c fort. Ich könnte tausende weitere Geschwindigkeiten relativ zu anderen Objekten hinzufügen.
Welche Geschwindigkeit gilt für relativistische Masse beziehungsweise in dem Zusammenhang auch Zeitdilatation?


Die Masse der beiden Raumschiffe hängt davon ab, in welchem Inertialsystem man sie betrachtet.

Nicht extra gekennzeichnete Beiträge sind normale private Beiträge. Sie sollten genauso diskutiert und kritisiert werden wie alle anderen Beiträge auch.

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Nicht extra gekennzeichnete Beiträge sind normale private Beiträge. Sie sollten genauso diskutiert und kritisiert werden wie alle anderen Beiträge auch.

Geschwindigkeit und relativistische Masse 28 Okt 2017 00:01 #21379

Michael D. schrieb: Du kannst Dein Raumschiff nicht ewig beschleunigen, denn es wird mit zunehmender Geschwindigkeit immer schwerer, und zwar egal was relativ dazu fliegt. Es zählt nur die Geschwindigkeit relativ zum lokalen Äther.

Genau das ist im beschriebenen Scenario falsch. Es wird relativ zu sich selbst, relativ zum eigenen mitbeschleunigten Bezugssystem nicht schwerer denn EKin ist und bleibt da Null.
Und was meinst du eigentlich mit lokalen Äther? Was soll das sein? Welche Eigenschaften soll der haben? Wie kann der nachgewiesen werden? Wird der mitbewegt oder ist der in Ruhe zu einem absoluten BS? Der Lorentzsche Äther kann es nicht sein....

assume good faith

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

assume good faith

Geschwindigkeit und relativistische Masse 28 Okt 2017 11:17 #21394

Michael D. schrieb: Du kannst Dein Raumschiff nicht ewig beschleunigen, denn es wird mit zunehmender Geschwindigkeit immer schwerer, und zwar egal was relativ dazu fliegt. Es zählt nur die Geschwindigkeit relativ zum lokalen Äther.


Man kann ein Raumschiff ewig beschleunigen (zumindest im Gedankenexperiment), so dass die Insassen eine Kraft spüren, die der Erdanziehungskraft entspricht.

Je näher man der Lichtgeschindigkeit kommt, desto geringer fällt dadurch die Geschwindigkeitszunahme und desto höher die Massenzunahme aus.

Nicht extra gekennzeichnete Beiträge sind normale private Beiträge. Sie sollten genauso diskutiert und kritisiert werden wie alle anderen Beiträge auch.

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Nicht extra gekennzeichnete Beiträge sind normale private Beiträge. Sie sollten genauso diskutiert und kritisiert werden wie alle anderen Beiträge auch.

Geschwindigkeit und relativistische Masse 28 Okt 2017 11:31 #21399

Massenzunahme gegenüber beispielsweise dem Inertialsystem, in dem die anfängliche Beschleunigung stattgefunden hat.

Der Witz ist ja gerade, dass man die Physik von jedem Inertialsystem aus rechnen kann und überall kommt das richtige raus.

Nicht extra gekennzeichnete Beiträge sind normale private Beiträge. Sie sollten genauso diskutiert und kritisiert werden wie alle anderen Beiträge auch.

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Nicht extra gekennzeichnete Beiträge sind normale private Beiträge. Sie sollten genauso diskutiert und kritisiert werden wie alle anderen Beiträge auch.

Geschwindigkeit und relativistische Masse 28 Okt 2017 11:45 #21403

Der Vorteil des Relativitätsprinzip besteht darin, dass man von jedem Inertialsystem aus die Verhältnsse korrekt rechnen und vorhersagen kann - ohne auf andere Bezugssysteme umrechnen zu müssen.

Meines Wissens gibt es kein Experiment, das die Existenz eines Äthers in irgendeiner Art und Weise bestätigt oder irre ich mich?

Gibt es eine anschauliche Überlegung/Erklärung (keine komplexen Formeln), warum in jedem Inertialsystem z.B. die Konstanz der Lichtgeschwindigkeit gilt, wenn doch alles nur in einem lokalen Äther stattfindet? Warum sind beide Theorien äquivalent?

Nicht extra gekennzeichnete Beiträge sind normale private Beiträge. Sie sollten genauso diskutiert und kritisiert werden wie alle anderen Beiträge auch.

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Nicht extra gekennzeichnete Beiträge sind normale private Beiträge. Sie sollten genauso diskutiert und kritisiert werden wie alle anderen Beiträge auch.

Geschwindigkeit und relativistische Masse 01 Nov 2017 15:59 #21610

Das, was man in der Physik üblicherweise als Masse bezeichnet, ist eine skalare Größe, also nicht vom Bezugssystem abhängig. Der Begriff der "relativistischen Masse" eines Teilchens, der eigentlich fast nur in populärwissenschaftlichen Texten verwendet wird, bezeichnet das, was man gemeinhin dessen Energie nennt und insofern sollte es auch nicht wunderlich sein, dass diese vom Bezugssystem abhängt. Das tut etwa kinetische Energie nach Newton ja auch.

Viele Grüße

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Geschwindigkeit und relativistische Masse 03 Nov 2017 00:35 #21664

Der Teil der Masse eines Körpers, der vom Bezugssystem unabhängig ist, also dessen Ruhemasse, beinhaltet jedoch auch Energie, die nicht den einzeilnen Elementarteilchen zugeordnet werden kann. Bindungsenergie.

Interessant ist, dass die Bindungsenergie, wenn sie sich in kinetische Energie umwandelt, innerhalb des Systems auch relativistische Effekte verursacht, in denen ebenfalls ein Teil der Energie gebunden ist. Besonders bei rotierenden schwarzen Löchern ist dieser Effekt nicht mehr vernachlässigbar.

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Geschwindigkeit und relativistische Masse 03 Nov 2017 22:38 #21717

Was man auch berücksichtigen muß in Bezug auf die relativistische Massenzunahme: Woher stammt die Energie.

In einem Teilchenbeschleuniger wirkt ein Magnetfeld zB auf Protonen, diese erhalten daher die Energie von außerhalb. Dies erklärt die Massenzunahme über die von außen zugeführte Energie.
Eine Rakete hingegen startet und beschleunigt mit der eigenen Masse (Treibstoff) als Antrieb. Sie verliert daher beim Beschleunigen Masse, nämlich die nach hinten ausgestoßenen Partikel. Für die Besatzung nimmt die Masse daher ab. Für den äußeren Beobachter überlagern sich beide Effekte.
Würde man nun ein Raumschiff von außen mit Energie versorgen (zB Laserstrahl, Sonnenwind etc), würde mE auch die Besatzung eine Massenzunahme bemerken, zB bei Kurskorrekturen, zumindest aber müßte die Masse für die Besatzung gleich bleiben.

Um die Fragen zu beantworten, muß man mE die Beispiele konkret mathematisch durchrechnen, dann würde man sehen, daß die Theorie konsistent ist und nicht verletzt wird.

Wenn zwei Raketen parallel fliegen und beide die gleiche Antriebsart haben, sind die Massen aus Sicht aller Beobachter auch identisch bzw. fallen identisch ab. Beschleunigt dann eine zur anderen relativ, ist für die Bezeiungen zwischen beiden diese Differenz entscheidend. Was wohl das Verständnisproblem auslöst ist die falsche Alltagsillusion, daß Geschwindigkeiten sich linear addieren, es sind aber Vektoren mit Winkel zueinander, die sich geometrisch addieren, nur daß die Winkelabweichung im Alltag so klein ist, daß die geometrische Addition wie eine lineare aussieht.

Nur mal so:
Es gibt schöne Videos auf Youtube, die auch erläutern, wie ein Fahrzeug in eine Garage paßt und nicht paßt, je nach Sicht des Betrachters und bei geschlossenen Toren, weil die Beobachter unterschiedliche Perspektiven der Zeit haben, also die Gleichzeitigkeit von Ereignissen anders bewerten. Für den einen sind beide Tore zu und das verkürzte Fahrzeug vollständig in der Garage, für den anderen ragte es aus der Garage hinaus, weil die Tore nicht gleichzeitig zu sind.

Glaube nichts, weil ein Weiser es gesagt hat. Glaube nichts, weil alle es glauben. Glaube nichts, weil es geschrieben steht. Glaube nichts, weil es als heilig gilt. Glaube nichts, weil ein anderer es glaubt. Glaube nur das, was Du selbst als wahr erkannt hast.

Buddha

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Glaube nichts, weil ein Weiser es gesagt hat. Glaube nichts, weil alle es glauben. Glaube nichts, weil es geschrieben steht. Glaube nichts, weil es als heilig gilt. Glaube nichts, weil ein anderer es glaubt. Glaube nur das, was Du selbst als wahr erkannt hast.

Buddha

Geschwindigkeit und relativistische Masse 03 Nov 2017 22:46 #21718

Die Konstanz der Lichtgeschwindigkeit ergibt sich bereits aus den elektromagnetischen Effekten. Dort gibt es eine feste Ausbreitungsgeschwindigkeit, die mathematisch unabhängig vom Bezugssystem ist. Das hat Josef/Herr Dr. Gaßner im Video doch auch angesprochen.

Daneben kann man die Lichtgeschwindigkeit auch messen, während sich die Lichtquelle oder man selbst relativ zu ihr bewegt und erhält immer das gleiche Ergebnis.

Glaube nichts, weil ein Weiser es gesagt hat. Glaube nichts, weil alle es glauben. Glaube nichts, weil es geschrieben steht. Glaube nichts, weil es als heilig gilt. Glaube nichts, weil ein anderer es glaubt. Glaube nur das, was Du selbst als wahr erkannt hast.

Buddha

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Glaube nichts, weil ein Weiser es gesagt hat. Glaube nichts, weil alle es glauben. Glaube nichts, weil es geschrieben steht. Glaube nichts, weil es als heilig gilt. Glaube nichts, weil ein anderer es glaubt. Glaube nur das, was Du selbst als wahr erkannt hast.

Buddha

Geschwindigkeit und relativistische Masse 03 Nov 2017 22:46 #21719

Nochmal: Masse ist von Geschwindigkeit / Bezugssystem unabhängig - zumindest das, was jeder Physiker als Masse bezeichnet.
Folgende Benutzer bedankten sich: Rolander

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Geschwindigkeit und relativistische Masse 27 Jan 2018 09:51 #26643

Stimmt. Selbst Einstein hat den Begriff "relativistische Masse" als unglücklich bezeichnet:
de.wikipedia.org/wiki/Masse_(Physik)#Ver...zeichnung_„Ruhemasse

Soweit ich es verstehe, erzeugt die "relativistische Masse" auch kein Gravitationsfeld. Einsteins Gleichung E=mc2 gilt auch nur für eine in einem Intertialsystem ruhende Masse. Relativistisch berechnet sich die Gesamtenergie E zu: E2 = (mc2)2 + c2p2
wobei m die (Ruhe)masse und p der Impuls ist. Die zunehmende (relativistische) Trägheit ist nicht der Masse, sondern dem Impuls zuzuschreiben. Jedenfalls ist das die moderne Auffassung.

Hier ist noch ein Video dazu:

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Geschwindigkeit und relativistische Masse 28 Jan 2018 02:30 #26685

Eigentlich gehört das ja schon in den Sektor allgemeine und nicht spezielle Relativitätstheorie, aber nichtsdestotrotz:

Rolander schrieb: Soweit ich es verstehe, erzeugt die "relativistische Masse" auch kein Gravitationsfeld.

Doch, tut sie, nur darf man halt nicht einfach die relativistische Masse in die neutonischen Gleichungen einsetzen:



Es heißt ja auch nicht "nur Masse krümmt die Raumzeit", sondern "jede Art von Energie krümmt die Raumzeit" (mit Betonung auf "jede"), und relativistische Masse ist Ruhemasse plus kinetische Energie durch c². Weiterführende Links: 1 , 2 , 3

Hinweisend,

Folgende Benutzer bedankten sich: Philzer, Z.

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Geschwindigkeit und relativistische Masse 28 Jan 2018 16:03 #26710

  • Z.
  • Z.s Avatar
  • Offline
  • Gold Boarder
  • Gold Boarder
  • Beiträge: 828
  • Dank erhalten: 129
www.urknall-weltall-leben.de/urknall-wel.../profil/720-yukterez

Doch, tut sie, nur darf man halt nicht einfach die relativistische Masse in die neutonischen Gleichungen einsetzen:

(Bold von mir)

Dies, geehrter Y, scheint mir bisher noch relativ "unbekannt".
Besser, man stößt im allgemeinen des öfteren darauf, das dass Gegenteil behauptet wird.
Wie kommt´s deiner Meinung zu solchen Fehleinschätzungen? Wird die Entität des Raum selbst nicht wahrgenommen?

Weehler hat solcher Art Problemstellung mM sehr Konsequent behandelt: Wheeler (1962, S. 225)

There is nothing in the world except empty curved space. Matter, charge, electromagnetism, and other fields are only manifestations of the bending of space. Physics is geometry.


Frei übersetzt:
"Es gibt nichts in der Welt außer leerem gekrümmtem Raum.
Materie, Ladung, Elektromagnetismus und andere Felder sind nur Manifestationen der Krümmung des Raumes. Physik ist Geometrie. "

Auch Weyl hatte solche Ansätze, ich zumindest deute zB. folgende Aussage als einen solchen "Ansatz":
Weyl Raum Zeit Materie (1919, S. 169) archive.org/stream/raumzeitmateriev00weyl#page/168/mode/2up

Dies legt den Gedanken nahe, daß die Masse als zusammengeballte potentielle Energie aufzufassen ist, die durch den Raum fortschreitet.


Auch wenn es hier noch heißt "... durch den Raum fortschreitet", so ist jedes G-Feld als Träger potentieller Energie aufzufassen und das besagte Feld laut ART, mit dem Zustand des Raumes, als Raum selbst zu definieren.

Ein kurze Ansicht deiner seits, zu Fragen und Schlüssen, würde mich interessieren.
HG Z.

Nachträglicher Zusatz, hatte nicht korrekt geaddet, sorry.

yukterez schrieb: Doch, tut sie, nur darf man halt nicht einfach die relativistische Masse in die neutonischen Gleichungen einsetzen:


veni vidi et coepit luceant

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

veni vidi et coepit luceant

Letzte Änderung: von Z.. (Notfallmeldung) an den Administrator

Geschwindigkeit und relativistische Masse 28 Jan 2018 19:00 #26725

Z. schrieb: Besser, man stößt im allgemeinen des öfteren darauf, das dass Gegenteil behauptet wird.

Dass man die einsteinsche Masse nicht in die newtonschen Gleichungen einsetzen darf heißt ja noch lange nicht dass man die newtonsche Masse in die einsteinschen Gleichungen einsetzen müsste. Warum es Leute gibt die das eine aus dem anderen herauslesen weiß ich nicht, ich kann nur jedem der das tut empfehlen es selber nachzurechnen, denn Zahlen sagen mehr als 1000 Worte.

,

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Geschwindigkeit und relativistische Masse 28 Jan 2018 19:11 #26727

  • Z.
  • Z.s Avatar
  • Offline
  • Gold Boarder
  • Gold Boarder
  • Beiträge: 828
  • Dank erhalten: 129
Nun ich sehe gerade das ich mich nicht verständlich ausgedrückt habe.
Es ging nicht darum Einstein im Newton zu verwenden.

Die meinige Aussage...

Dies, geehrter Y, scheint mir bisher noch relativ "unbekannt".

bezog sich auf den ersten Teil deines Satzes dein...

Doch, tut sie,......


dies scheint mir bei fielen eben noch unbekannt.
Und ich glaube das dies Problem, nicht a priori aus dem Grunde der von dir genannten Formelverirrungen Einstein/Newton entspringt.
Ich denke das geht "tiefer". Deshalb auch die zusätzlichen Zitate.
HG Z.

veni vidi et coepit luceant

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

veni vidi et coepit luceant

Letzte Änderung: von Z.. (Notfallmeldung) an den Administrator

Geschwindigkeit und relativistische Masse 28 Jan 2018 19:46 #26729

Z. schrieb: Dies scheint mir bei vielen eben noch unbekannt. Und ich glaube das dies Problem, nicht a priori aus dem Grunde der von dir genannten Formelverirrungen Einstein/Newton entspringt.

Ich glaube schon, die meisten die das durcheinanderwerfen bringen ja das Argument

Wikipedia schrieb: Im newtonschen Gravitationsgesetz eingesetzt bringt sie aber falsche Ergebnisse hervor

aber blenden das hier:

Wikipedia schrieb: The only difference between the "hot" and "cold" systems in our last question is due to the motion of the particles in the gas inside the pressure vessel. Doesn't this imply that a moving particle has "more gravity" than a stationary particle? While there is unfortunately no single definitive way to interpret the space-time curvature caused by a moving mass as a Newtonian force, one can definitely say that the motion of the molecules in a hot object increases the mass of that object. Note that in General Relativity, gravity is caused not by mass, but by the stress–energy tensor. Thus, saying that a moving particle has "more gravity" does not imply that the particle has "more mass". It only implies that the moving particle has "more energy".

vollkommen aus. Das in Ref. 2 monierte Problem der Kraftmessung bei einer linearen Bewegung der gravitierenden Masse lässt sich wie wir schon mal in einem anderen Forum besprochen haben z.B. umgehen indem man misst oder ausrechnet wie viel Kraft der Testpartikel benötigt um relativ zu den Fixsternen stationär zu bleiben.

Beide Seiten der Medaille betrachtend,

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

AUF Zug
Powered by Kunena Forum