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THEMA: AzS Folge 28

AzS Folge 28 21 Mai 2018 23:22 #33615

Das ist ja eine bizarre Überlegung: Wir starten mit einer Quantenerbse zu 1/3 1/3 und 1/3 unter drei Hütchen und beim Anheben irgendwo haben wir plötzlich 1/4 und in den verbliebenen Hütchen 3/8 3/8?
Ich denke der gleichverteilte Fall ist trivial und alles was beim ersten Anheben nicht 1/3 bringt kommt nicht in die Tüte, bzw. ins Hütchen...
Interessanter wäre es, wenn wir anfangs KEINE Gleichverteilung hätten - warum auch immer... z.B. AMPLITUDEN (das ist eher gebräuchlich in der QM als Wahrscheinlichkeiten) von 1/Wurzel(2), 1/2 und 1/2. Die Summe der Quadrate wäre 1 also nehmen wir eines der 1/2 Hütchen und finden keine Erbse. Das Ergebnis wären dann Amplituden von Wurzel(2)/Wurzel(3) und 1/Wurzel(3).
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AzS Folge 28 22 Mai 2018 01:01 #33619

Wirklich beeindruckend finde ich, dass die selbe Erbse beliebig weit im Raum verteilt werden kann.
Wie verhält sich eigentlich das Universum aus Sicht der Erbse? Ist das ganze Universum dann ein Quantenobjekt für die Erbse, da sie ja nicht weiß, ob sie das Licht der Sonne oder eines Sterns in der Andromeda-Galaxie erblickt, sobald man das Hütchen anhebt?
Spielen in der Quantenmechanik auch Bezugssysteme eine Rolle, ähnlich wie in der speziellen Relativitätstheorie?

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AzS Folge 28 22 Mai 2018 08:07 #33622

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rpeters schrieb: Wie verhält sich eigentlich das Universum aus Sicht der Erbse?

Ich würde sagen: überhaupt nicht. Sobald eine "Sicht" gegeben ist, sobald ein Verhältnis besteht, geht die Kohärenz verloren und die Quantenerbse wird zur gewöhnlichen klassischen Erbse.

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AzS Folge 28 22 Mai 2018 09:10 #33624

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Wenn ich Gaßner richtig verstehe, dann hat Verena recht und es bleibt bei 1/3 Gleichverteilung.

Aber dann ist das klassische vom quantenmechanischen Hütchenspiel nicht zu unterscheiden.
Im Video wird aber behauptet es ändern sich Wahrscheinlichkeiten.
Wo denn dann? Und ist das Messbar?

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AzS Folge 28 22 Mai 2018 09:22 #33626

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Der Unterschied ist der: beim klassischen Hütchenspiel ist die Erbse von Anfang an unter einem der drei Hütchen. Man weiß nur nicht, unter welchem. Die Quantenerbse entscheidet sich erst dann, wenn man nachschaut (Dekohärenz). An der 1/3 Gleichverteilung vor dem Nachschauen ändert sich freilich nichts.

Und natürlich ändern sich die Wahrscheilichkeiten, auch im klassischen Fall. Wenn ich nicht weiß, unter welchem der drei Hütchen die Erbse ist, ist die Wahrscheinlichkeit 1/3 - 1/3 - 1/3. Wenn ich nun weiß, dass sie unter dem ersten Hütchen nicht ist, bleibt für die beiden anderen 1/2 - 1/2. Auf diese Weise kann man klassische und quantenmechanische Wahrscheilichkeiten nicht unterscheiden. Damit das gelingt, braucht es ausgeklügeltere Versuchsaufbauten.

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AzS Folge 28 22 Mai 2018 09:25 #33627

Ok, ich liege wahrscheinlich falsch mit dem Ergebnis. Ich werd mir das Video wohl erst mal anschauen müssen...ok, habs mir angeschaut. Gaßner rechnet das Hütchenspiel erstmal nicht konkret an einem Beispiel durch. Desweiteren brauchen wir nicht in die Andromeda-Galaxie gehen, dass verwirrt nur. Weitere Vereinfachung: wir führen das Spiel nur 9 mal durch. Ergebnis klassisch und quantenmechanisch: 3-3-3. Ganz klar. Hatte das Experiment falsch verstanden. Hier geht es um die Erhöhung der Hütchenzahl, nicht um die Erhöhung der Wiederholungen mit 3 Hütchen. Ich hatte gedacht, es ginge um die Bell'sche Ungleichung. Nur mit der kann man zwischen Klassisch und QM unterscheiden.

Nachvollziehbare Mathematik ist notwendige Grundlage zur Beurteilung von physikalischen Modellen.

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AzS Folge 28 22 Mai 2018 11:47 #33635

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Und natürlich ändern sich die Wahrscheilichkeiten, auch im klassischen Fall.

Sagen wir lieber es gibt einen zweiten Rechenweg, aufgrund des Informationsgewinns und der geänderten Aufgabenstellung.
Ändern tut sich doch nichts, es kommt nur eine Möglichkeit hinzu zu rechnen.

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AzS Folge 28 22 Mai 2018 11:50 #33636

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Ein Informationsgewinn ist eine Änderung. Was denn sonst?

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AzS Folge 28 22 Mai 2018 11:51 #33637

Ich finde, das Hütchenspiel passt besser zur Bell'schen Ungleichung. An der Stelle im Video führt es meiner Meinung nach zu Verwirrung.

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AzS Folge 28 22 Mai 2018 13:11 #33642

Hallo,
Josef Gaßner schrieb:

Ich denke der gleichverteilte Fall ist trivial und alles was beim ersten Anheben nicht 1/3 bringt kommt nicht in die Tüte, bzw. ins Hütchen...
Interessanter wäre es, wenn wir anfangs KEINE Gleichverteilung hätten - warum auch immer... z.B. AMPLITUDEN (das ist eher gebräuchlich in der QM als Wahrscheinlichkeiten) von 1/Wurzel(2), 1/2 und 1/2. Die Summe der Quadrate wäre 1 also nehmen wir eines der 1/2 Hütchen und finden keine Erbse. Das Ergebnis wären dann Amplituden von Wurzel(2)/Wurzel(3) und 1/Wurzel(3).

Also entweder bin ich selten dämlich (scheint ja ansonsten jeder verstanden zu haben) oder ich verstehe die Darstellung nicht. Bei mir kommt immer raus, dass das Postulat der Gesamtsumme=1 verletzt wird.


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AzS Folge 28 22 Mai 2018 13:41 #33643

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@D.Rajic: Für die Wahrscheinlichkeiten gilt \(\frac{2}{3}+\frac{1}{3}=1\), also sind die Amplituden \(\frac{\sqrt{2}}{\sqrt{3}}\) und \(\frac{1}{\sqrt{3}}\). Die Gesamtsumme 1 gilt ja nur für die Wahrscheinlichkeiten, nicht für die Amplituden.
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AzS Folge 28 22 Mai 2018 14:54 #33647

@stm: Ich denke, dass ist mir jetzt auch klar. Ich wahr wohl auch etwas eingefangen dadurch, dass im Ursprung die Amplituden ja ebenfalls in der Summe ebenfalls 1 waren. Dank für deine Mühe.


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AzS Folge 28 01 Jun 2018 22:54 #34522

andere idee, die mir durch den kopf schießt...

man stelle sich vor, man nehme eine sonnenmasse an teilchen und verstecke sie unter einem der hütchen.
man braucht jetzt auch nicht nachschauen, welches hütchen das ist, weil gravitativ schon der raum gekrümmt wird.

aber zurück zum praktikablen ein-teilchen unter einem der hütchen beispiel.
wenn es ein masseteilchen ist, wird es minimalst aber doch eine raumkrümmend wirken.

jetzt sehe ich 2 möglichkeiten:
- jedes hütchen wirkt mit 1/3 gravitation. beim aufdecken eines hütchens und teilchen nicht da, erlischt sofort die raumkrümmung um das aufgedeckte hütchen und die krümmung um die restlichen hütchen nimmt sofort zu.
- jedes hütchen wirkt mit 1/1 gravitation. beim aufdecken eines hütchens, erlischt die gravitative wirkung, da teilchen nicht da. in diesem fall driftet meine phantasie zu dunkler materia/energie.. ;-)

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AzS Folge 28 02 Jun 2018 00:04 #34524

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Vergiss die Gravitation. Das Hütchenspiel dient nur zur Veranschaulichung der Unbestimmtheit. Wenn du das wörtlich nimmst, verliert das Beispiel seinen Sinn.

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AzS Folge 28 02 Jun 2018 00:12 #34525

Die Gravitation ist um viele Größenordnungen schwächer als die übrigen Kräfte. Bei den Massen, bei denen die Quantenmechanik eine große Rolle spielt, spielt die Gravitation keine.

Bei den Massen, bei denen die Gravitation eine Rolle spielt, spielt Quantenmechanik nur noch eine statistische Rolle.

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AzS Folge 28 02 Jun 2018 06:23 #34529

.
@brink
Nach allem, was ich in den letzten 3 Jahren hier im Forum gelernt habe, stellt sich für mich der Sachverhalt folgend dar:

Ein quantenmechanisches Teilchen würde theoretisch den Raum weniger als eine Planck-Einheit krümmen. Weniger als eine Planck-Einheit nimmt jedoch der Raum gar nicht war und krümmt sich somit überhaupt nicht. Somit verhält sich die Sache so wie ClausS es sagt.

Du stellst unter den 3 Hütchen jeweils eine Eisenbahn und markierst dessen Standort. Eine einzige Maus, die sich Quantenmechanisch verhält, schiebt nun alle 3 Eisenbahnen mit 1/3 Kraft an, da sie sich ja unter allen Hütchen gleichzeitig zu je 1/3 befindet. Nach einem Jahr öffnest du die Hütchen und stellst folgende groteske Situation fest: Quantenmechnisch gesehen müssten sich alle 3 Eisenbahnen um je einen Meter verschoben haben, klassisch gesehen müsste in dem Hütchen, in dem sich die Maus befindet, die Eisenbahn um 3 Meter verschoben sein und in den anderen 2 die Eisenbahnen an ihren markierten Plätzen geblieben sein. Diese groteske Situation tritt jedoch nicht ein. Alle 3 Eisenbahnen befinden sich am markierten Platz, denn alle 3 Eisenbahnen haben nicht wahrgenommen, dass sie von der Maus angeschoben worden sind und stehen deswegen unverändert auf dem Platz, wo du sie hingestellt hast.

Richtig oder falsch?
.

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AzS Folge 28 02 Jun 2018 06:29 #34530

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@Badhofer
Warum die zusätzliche Verkomplizierung? Ist es nicht schon aufregend genug, feststellen zu müssen, dass sich das Quant erst in dem Moment entscheidet, unter welchem Hütchen es sich befindet, wenn man nachschaut? (Außerdem wäre deine Maus längst verhungert).

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AzS Folge 28 02 Jun 2018 06:35 #34531

.
Cyborgs harte KI-Mäuse überleben auch ohne Käse :P

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AzS Folge 28 02 Jun 2018 15:00 #34548

es scheint da bez. quanten und gravitation ein großer gedanklicher widerstand zu herrschen. ;-) zugegeben, es geht in die richtung weltformel.

wenn es aber gravitation gibt und die welt besteht letztlich aus quanten, dann gibt es einen zusammenhang und auch ein quant wirkt gravitativ. irgendwie.
und wenn ein quant zwar ortunbestimmt sein kann und auch quasi gleichzeitig an mehreren orten, muss es auch gravitativ so wirken. oder?

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AzS Folge 28 02 Jun 2018 22:58 #34580

Die Welt besteht nicht aus Quanten ! Die Wechselwirkung zwischen Licht und Atomhüllen ist quantisiert, also in Energieportionen eingeteilt. Das schon mal vorab.
Die Welt besteht zu 99% aus Energie. Konzentriert sich diese auf kleinem Raum, so entsteht für uns Erdenbewohner der Eindruck, als ob wir es auch mit Masse zu tun hätten.
Masse ist ein nützlicher Begriff, aber eigentlich ist Masse nur ein Synonym für hohe Energie auf kleinem Raum.
Befinden sich jetzt viele solcher Energieverdichtungen, sprich Atomkerne oder Atome wiederum in enger Nachbarschaft, zB in einem Stern oder Planeten, so bewirkt diese hohe Konzentration an Energie eine Krümmung des Raumes und eine Veränderung der Zeitabläufe.
Und genau da liegt jetzt der Knackpunkt.
Inwieweit beeinflusst jetzt diese Krümmung des Raumes und die Dehnung der Zeit die quantenphysikalischen, also im Mikrokosmos stattfinden Prozesse.
Da gibt es bereits Experimente dazu. Leider hab ich die Quelle nicht mehr parat.
Ich weiß nur soviel, dass mikrogravitation quantenmechanisch ausgeprägte Systeme zum Einsturz brachten.
Google doch mal Mikrogravitation und Quantenmechanik.
VG
Thomas

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AzS Folge 28 03 Jun 2018 09:43 #34594

Thomas schrieb: Die Welt besteht nicht aus Quanten ! .. Die Welt besteht zu 99% aus Energie.

das sind jetzt aber spitzfindigkeiten.
von mir aus, nehmen wir "ein stückchen energie" unter einem der drei hütchen.

Thomas schrieb: Energie. Konzentriert sich diese auf kleinem Raum, so entsteht für uns Erdenbewohner der Eindruck, als ob wir es auch mit Masse zu tun hätten.
Masse ist ein nützlicher Begriff, aber eigentlich ist Masse nur ein Synonym für hohe Energie auf kleinem Raum.

so ganz kann das nicht stimmen. das standardmodell fordert, dass gewisse teilchen masselos sind, z.b. photon.
nur bestimmte teilchen interagieren mit dem higgsfeld und haben masse.
aber ok, präziser: nehmen wir "ein stückchen energie", das mit dem higgsfeld interagiert, unter einem der drei hütchen.

zurück zur örtlichen unbestimmtheit.. 3 hütchen. wahrscheinlichkeit 1/3 1/3 1/3
wird der raum mit je 3x 1/3 raumgekrümmt oder zu 3x 1/1 oder 1x 1/1 aber nur zur 1/3 zeit?

gibt es dazu ideen, theorien?

Thomas schrieb: Google doch mal Mikrogravitation und Quantenmechanik.

da findet man leider viel zu viel.
welches dazu spricht das obige gedankenexperiment an?

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AzS Folge 28 03 Jun 2018 10:34 #34599

Hallo brink,
so wirklich verstehe ich nicht, was du hier über die Virtualität von Quanten, Energiepaketen im Zusammenhang mit Raumkrümmung meinst.
1. Wie kommst du darauf, dass auch den Hütchen eine Raumkrümmung zuzuordnen ist, unter denen "nichts" ist? - Der Raum krümmt sich doch nicht, weil er sozusagen eine Vermutung anstellt. Er wird konkret durch Masse/Energie gekrümmt. Der Raum hat doch kein Verhältnis zu Masse/Energie, das der räumlichen Unbestimmtheit zugänglich ist. Das ist schon sprachlogisch ein Paradoxon. Wenn wir einmal annehmen, dass die Teilchen im Doppelspalt den Raum krümmen könnten, dann würden diese die Raumkrümmung auf all ihren Wegen mitnehmen.
2. An sich müsste die Raumkrümmung, so wir sie beobachten, die Unbestimmtheit unmittelbar auflösen, weil wir eine Interaktion feststellen. Es macht daher auch für mich keinen Sinn von 1/3-Paketen von Raumkrümmung zu sprechen.


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AzS Folge 28 03 Jun 2018 12:54 #34610

D.Rajic schrieb: 1. Wie kommst du darauf, dass auch den Hütchen eine Raumkrümmung zuzuordnen ist, unter denen "nichts" ist?

weil ja das teilchen quasi gleichzeitig unter allen hütchen ist und laut josef ofenbart sich die natur erst dann, wenn wir nachschauen.
als "nichts" gibt's nicht, weil dann wüßten wir's schon.

D.Rajic schrieb: Wenn wir einmal annehmen, dass die Teilchen im Doppelspalt den Raum krümmen könnten, dann würden diese die Raumkrümmung auf all ihren Wegen mitnehmen.

davon würde ich auch ausgehen, aber der effekt ist halt fast nichts.

D.Rajic schrieb: 2. An sich müsste die Raumkrümmung, so wir sie beobachten, die Unbestimmtheit unmittelbar auflösen, weil wir eine Interaktion feststellen..

genau! und das verwirrt mich.
denn, auch wenn wir nirgends nachschauen (ausser, durch teleskope), nichts messen, haben wir doch scheinbar gravitation im universum.

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AzS Folge 28 04 Jun 2018 21:36 #34663

brink schrieb:

weil ja das teilchen quasi gleichzeitig unter allen hütchen ist und laut josef ofenbart sich die natur erst dann, wenn wir nachschauen.


Für mich hängst du einem Gedanken nach, der sich zum guten Teil daraus speist, dass die Raumzeit sich sozusagen über sich selbst irren kann. Du merkst richtig an, dass es das "nichts" (deshalb ja auch meine Zitationszeichen) nicht gibt. Tatsächlich ist die Raumzeit überall. Sie ist im Vakuum genauso wie unter dem Hütchen, im Atom, in dessen Kern, aber auch eben kosmisch absolut. Ein wie auch immer geartetes Hütchen würde die Raumzeit nicht draußen halten können. Wie schon an verschiedenen im Thread aufgeführten Stellen gezeigt, ist der Nachweis bzw. die Überprüfung der Gravitation im Zusammenhang mit quantenmechanischem Geschehen/Dimensionen einfach noch nicht möglich. Thomas hat hier auf Publikationen verwiesen. Ich habe ein wenig nachgeschaut. Es scheint zurzeit noch so zu sein, dass man viele Größenordnungen davon entfernt ist, dass ein wirkliches Messen möglich ist. Aber: Soweit man vorgedrungen ist, gibt es bisher keinen Grund Gravitation und Raum zu trennen, sodass die ART durchaus noch weitergilt. Die hat grds. die Untrennbarkeit bzw. die gegenseitige Beeinflussung von Massen, Energie, Materie oder auch skalaren oder vektoriellen Feldern und der Raumzeit postuliert. Wir sind hier ja auch in einer "Simulation", bei der es zu so etwas wie Beeinflussung durch Gravitation auf den Skalen der Quantenmechanik kommen soll.
Logisch folgend ist, dass die Gravitation zu allem fähig ist wie der Raum. Sie ist nicht abschirmbar, ist an sich überall (vielleicht auch beliebig gegen 0 gehend, aber eben da). Sie wird ausgelöst durch Masse, Energie Felder oder was auch immer. Wir sprechen im Zusammenhang mit der Unbestimmtheit von einer örtlichen Zuordnung. Diese Unbestimmtheit kann es für die Raumzeit nicht geben (wenn wir sie einmal substantivieren). Es wird ja nicht bestritten, dass das Teilchen irgendwo ist. Für die Raumzeit/Gravitation kann es diese örtliche Unbestimmtheit nicht geben, weil ihre Interaktion immer unmittelbar ist. Alles findet am Ende doch irgendwie in der Raumzeit statt. Ansonsten müsste man doch so etwas postulieren, dass sich das Teilchen irgendwie aus dem Nichts oder einem Parallel-Universum jeweils materialisiert beim Nachschauen. Das ist aber doch im Hütchen-Modell nicht so. Es lebt doch geradezu davon, dass es unter einem Hütchen sein soll.

denn, auch wenn wir nirgends nachschauen (ausser, durch teleskope), nichts messen, haben wir doch scheinbar gravitation im universum.

Meiner Meinung nach haben wir hier ein etwas anderes Gebiet, mehr so: Ist etwas existent, auch wenn ich nicht hinschaue? Oder ist es etwas ganz anderes und wird erst durch mein Hinschauen so? Auch spannend, aber mehr so in die Richtung eines individuellen und allgemeinen Solipsismus.


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AzS Folge 28 04 Jun 2018 22:40 #34664

D., danke für deinen konstruktiven beitrag!
du sprichst von einer raumzeit "im groben", da gebe ich dir eindeutig recht. also wenn wir viel masse beieinander haben, zb planeten, resp die änderungen der raumzeitkrümmung deutlich (oder gerade noch) messbar sind, zb gravitationswellen.

D.Rajic schrieb: Wir sprechen im Zusammenhang mit der Unbestimmtheit von einer örtlichen Zuordnung. Diese Unbestimmtheit kann es für die Raumzeit nicht geben (wenn wir sie einmal substantivieren). Es wird ja nicht bestritten, dass das Teilchen irgendwo ist. Für die Raumzeit/Gravitation kann es diese örtliche Unbestimmtheit nicht geben, weil ihre Interaktion immer unmittelbar ist. Alles findet am Ende doch irgendwie in der Raumzeit statt.

du postulierst diese these nun auch für die wirkung der einzelnen teilchen.
das wissen wir ja gar nicht. vielleicht ist das ja gar nicht so. wie du schreibst, können wir das derzeit gar nicht messen.
die unbestimmtheit eines einzelnen teilchens gibt es ja. das teilchen ist ja nicht 'irgendwo', sondern gar überall gleichzeitig. nur in der raumzeit nach art, kann das nicht beschreiben werden.

ok, ich erkenne schon, ich presche zu sehr vor. ich stelle erst dann wieder meine fragen, wenn wir bei stringtheorie, quantenschleifengravitation und co. ankommen..

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AzS Folge 28 05 Jun 2018 09:15 #34673

Hallo brink,
du schreibst:

ok, ich erkenne schon, ich presche zu sehr vor. ich stelle erst dann wieder meine fragen, wenn wir bei stringtheorie, quantenschleifengravitation und co. ankommen.

Das können wir so halten. Für mich abschließend dennoch ein paar Anmerkungen.
Du schreibst:

du postulierst diese these nun auch für die wirkung der einzelnen teilchen.
das wissen wir ja gar nicht. vielleicht ist das ja gar nicht so. wie du schreibst, können wir das derzeit gar nicht messen.

Wenn das Nicht-Messen-Können jetzt doch ein Gegenargument ist, hätten wir übe die Anmerkungen von badhofer und Thomas nicht hinaus gehen können. Wir waren ausdrücklich in der Simulation.

die unbestimmtheit eines einzelnen teilchens gibt es ja. das teilchen ist ja nicht 'irgendwo', sondern gar überall gleichzeitig. nur in der raumzeit nach art, kann das nicht beschreiben werden.

Für mich ist die Bestimmung "Überall-Gleichzeitg-Sein" mindestens so unzulässig wie "Irgendwo-Sein". Dass der Ort nicht bestimmbar ist, heißt doch nicht denknotwendig, dass das Teilchen überall ist, es ist zunächst und vor allem erst einmal örtlich unbestimmbar. Darüber hinaus zu gehen, würde für mich in etwa die Krux des Kantschen "Ding an sich" in sich bergen. Auch da habe ich mich immer gefragt, wie ich auf die oder besser eine Differenz zwischen Perzeption und Realität komme. Eine Aussage über den Stand, dass keine Aussage über die Identität zwischen Realität und Perzeption gemacht werden kann, halte ich für unzulässig.
Die Aussagen über das Verhältnis zwischen Teilchen und Gravitation waren in unserer Diskussion Konditionalkonstruktionen und allenfalls auf ihre innere Logik zu prüfen.
Noch eins: Dass Teilchen überall sein können, ist für mich kein Konflikt mit der RT, sondern diese ist eher Bedingung dafür. Aber wie du sagst: Einiges wird im Fortlauf vielleicht klarer. Vielleicht kommen wir dann später noch einmal in den Dialog.


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AzS Folge 28 05 Jun 2018 11:28 #34676

das mit dem "überall gleichzeitig" war unglücklich ausgedrückt.
ja, es ist unbestimmt. vielleicht überall, vielleicht nicht.

ich schließe es nicht aus, dass wir mal etwas messen können werden, was wir derzeit noch nicht können. vielleicht wird's auch eine andere art der messung sein, als was wir derzeit betreiben. das, was wir derzeit bez. gravitation messen können ist halt zu groß. also können wir die (vorhersagen) aussagen der art nicht auf so kleine teilchen anwenden.
also ja, ich betreibe reine hirnspinnereien, wenn ich mir gravitation mit kleinen teilchen vorstellen möchte. ;-)

dazu fällt mir wieder eine vorstellung ein, dass die allerkleinsten bez. gravitation nicht als punkt betrachtet werden können, von dem aus die gravitative wirkung ausginge, sondern vielleicht als "gebiet" - in dem es unbestimmt ist.
also 1/1 gravitativ wirkend um alle 3 hütchen herum. reduzierte man die hütchen zum punkt, wäre es "klassisch" wie in ART.
nähme man ein hütchen nach andromeda, dann wirkte immer noch um alle 3 hütchen das gleiche. :-)

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AzS Folge 28 09 Jul 2018 14:31 #36867

Hallo!
Ich habe mal eine Frage zum Doppelspaltexperiment und ich hoffe, dass mir das einer beantworten kann.
Die Photonen, die weiter links oder rechts am Schirm auftreffen müssten doch einen weiteren Weg zurücklegen als die Photonen, die in der Mitte auftreffen. Das müsste ja dann auch länger dauern. Wenn nach einer bestimmten Zeit kein Photon in der Mitte angekommen sind, könnte man dann nicht sagen, dass es zu 0% in der Mitte auftrifft und würde sich dann nicht auch die Wellenfunktion des Photons mit der Zeit ändern? Das würde ja quasi bedeuten, dass man nicht nur mithilfe einer Ortsmessung die Wellenfunktion beeinträchtigen kann, sondern auch mithilfe einer Zeitmessung.
Danke schonmal!
Lukas

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