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THEMA: Folge 34: Bohmsche Mechanik

Folge 34: Bohmsche Mechanik 20 Jan 2019 13:16 #47392

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Bohm sieht also immer, dass die Ursache am Anfang der Welle entsteht. Und dass die Teilchen einer Welle folgen. Wie die Welle reagiert ist nicht Teil der Bohmschen Mechanik und damit auch nicht sein Problem.
Aber genau das wäre ein entscheidender Lösungsansatz, um exakt diesen Formalismus zu verstehen.
Demnach müsste die Lösung bei der Aufspaltung des Photons/Elektrons im Kristall liegen. Die verborgene Variable wäre demnach die Eigenschaften des Photons/Elektrons bei der jeweiligen Trennung. Eine mögliche Lösung hat Michael ja bei seiner "schwingende Drehung" aufgezeigt:

Ich würde es als 3D-rotierendes Teilchen (Photon/Elektrons) mit entsprechenden Eigenschaften bezeichnen. Sprich die Eigenschaften (Spin) der Teilchen bei der Messung ergäbe sich möglicherweise durch diese 3D-Rotation bei der Trennung des Photons/Elektrons. Im Grunde geht es also um den (Spin)WInkel, der jedoch nicht nur von 0 bis 360 sein kann, sondern durch die Rotation in die 2. Richtung auch davon völlig unabhängig.
Das korrespondiert mit der Tatsache, dass in der Realität die Bellsche Ungleichung nie erfüllt wird. Umgekehrt, wenn man jedoch reale Zahlen für den Winkel eingibt, wird sie hingegen immer erfüllt. Wenn man hingegen imaginäre Werte dort eingibt, wird sie, so wie in der Realität, ebenso gebrochen.

MfG
WL01

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Folge 34: Bohmsche Mechanik 20 Jan 2019 15:07 #47400

Die Animation ist eine geometrische Interpretation dessen, was man in der Quantenmechanik als "Anti-Kommutator" oder "Anti-symmetrische Wellenfunktion" bezeichnet, typisch für Fermionen wie ein z.B. ein Elektron: nach einmal tauschen (hier als einmal komplett drehen interpretiert) erhält man eine "Umkehr" (hier interpretiert als eine Spin-Umkehr durch die Schwingung) des vorherigen Zustands. Nach zweimaligem Tauschen erhält man wieder den Ausgangszustand (nochmalige Spin-Umkehr durch die Rückschwingung während der zweiten Drehung).

Die Interpretation als Drehung ist bei einem "Tausch" nicht zwingend erforderlich, hat aber den Vorteil, das magnetische Moment des Elektrons zu erklären, was ja ohne Drehung, also im Kreis bewegte Ladung, schwierig ist.

Nachvollziehbare Mathematik ist notwendige Grundlage zur Beurteilung von physikalischen Modellen.

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Nachvollziehbare Mathematik ist notwendige Grundlage zur Beurteilung von physikalischen Modellen.

Folge 34: Bohmsche Mechanik 13 Feb 2019 20:01 #48752

Michael D. schrieb: Wenn ich das richtig verstanden haben, können wir die Bohmsche Mechanik aus 2 Gründen vergessen:

1. Sie ist nicht Lorentz-invariant.
2. Sie erklärt keine Verschränkung.

Was ist aber mit einer dritten Interpretation der Wellenfunktion?

Das Teilchen existiert nicht vor der Messung, wie bei der Kopenhagener Interpretation. Bei einer Messung "vedichtet" sich die gemessene Eigenschaft der Wellenfunktion am Messpunkt zum "Teilchen". Es gibt also gar keinen Kollaps der Wellenfunktion. Das heisst, man bräuchte gar nicht mehr zwischen Teilchen und Führungswelle unterscheiden. Es gäbe nur die Wellenfunktion mit einer zusätzlichen Verdichtungseigenschaft.


Ich bin eher Laie, was die höhere Mathematik / Physik angeht und habe deshalb bzgl. der Lorentz-Trafos eine Frage.
Wenn ich die LT richtig verstehe, stellen sie sicher, dass durch die Kovarianz gegen LT kein Bezugssystem ausgezeichnet wird und die entsprechenden Glg. somit unabhängig von irgendeinem Bezugssystem, mithin "universell" gelten.
Meine Frage geht dahin, ob die Forderung nach Kovarianz gegen LT nicht überstrapaziert wird.
Warum sollte es nicht ein Bezugssystem geben, welches vllt. doch ausgezeichnet ist und das man charakterisieren kann?
Soweit ich verstanden habe, führte Einstein die Äthervorstellung, die er aus der SRT entfernt hatte, durch die Hintertür in die ART wieder ein.
And by the way: gibt es Ansätze, die davon ausgehen, dass Raum & Materie (die, wie ich vermute, grundsätzlich elektrodynamischer Natur ist) identisch sein könnten, so dass ponderable Materie nichts anderes ist als stehendes oder verdichtetes "Licht" ?
Da ich die Bohm'sche QT als wesentlich klarer & "realistischer" als die Kopenhagener Version bezeichnen möchte, meine ich, man sollte ihr eine Chance geben. Selbst Bell hatte sich sein Leben lang für die de-Broglie-Bohm-QT eingesetzt. Was, wenn Bohm's Führungsfeld der Raum selbst ist?

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Folge 34: Bohmsche Mechanik 14 Feb 2019 06:05 #48757

Meine Frage geht dahin, ob die Forderung nach Kovarianz gegen LT nicht überstrapaziert wird.

Naja, viele klammern sich eben krampfhaft an das Lokalitätsprinzip aus der RT.
Dagegen hatten sowohl Bohm als auch Bell von vornherein akzeptiert, dass Phänomene wie Superposition bzw. Verschränkung die Einsteinsche Raumzeit einfach mal links liegen lassen.
Insofern waren sie Verfechter von Nicht-Lokalität.
Zumal Einsteins Ehre ja trotzdem gerettet wurde, weil keine gezielten, sondern lediglich zufällige Informationen instantan übertragen werden.

Soweit ich verstanden habe, führte Einstein die Äthervorstellung, die er aus der SRT entfernt hatte, durch die Hintertür in die ART wieder ein.

Ja, aber das war ein „Gravitationsäther“ - und er bestand darauf, dass das etwas anderes wäre als der bisherige Äther ;)
Wobei ich mir gar nicht mal sicher bin, ob dieser „Äther“ denn damals überhaupt eine felsenfeste Definition hatte. Vielleicht kann Herr Schmelzer oder Michael mehr dazu sagen...

And by the way: gibt es Ansätze, die davon ausgehen, dass Raum & Materie (die, wie ich vermute, grundsätzlich elektrodynamischer Natur ist) identisch sein könnten, so dass ponderable Materie nichts anderes ist als stehendes oder verdichtetes "Licht" ?

Wow - „ponderabel“ (Haeckels Welträtsel?) - wie dem auch sei… warum ausgerechnet „Licht“ statt schlichtweg „Energie“?

Da ich die Bohm'sche QT als wesentlich klarer & "realistischer" als die Kopenhagener Version bezeichnen möchte, meine ich, man sollte ihr eine Chance geben.

Anstatt auf den Messprozess wird bei Bohm das Problem auf Anfangsbedingungen verlagert, die aber empirisch nicht zugänglich sind („verborgene Variablen“).
Mit solch einer Interpretationsart ist es sehr schwer, Mehrheiten für sich zu gewinnen (Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht).
Es ist das gleiche Dilemma wie bei den „Vielen Welten“ von Everett.
Soweit ich es verstanden habe, ging es Bohm eh primär nur darum, zu demonstrieren, dass prinzipiell auch eine klassisch-deterministische Beschreibung möglich ist.
Er bestand nicht darauf, dass seine Interpretation die richtige sein müsste.

Was, wenn Bohm's Führungsfeld der Raum selbst ist?

In der Form wohl eher nicht, denn die Zeit und damit die Erkenntnisse sind seitdem weiter vorangeschritten:
- mit dem Phänomen der Dekohärenz mussten sich alle QM-Interpretationsarten irgendwie arrangieren
- der klassische Welle-/Teilchen-Dualismus wurde durch die Quantenfeldtheorie (QFT) abgelöst, welche die Basis des heutigen Standardmodells ist
- tiefere Erklärungen sucht man in vereinigten Theorien (Quantengravitation/Stringtheorie)

Die Frage, was „der Raum (die Raumzeit) selbst“ ist, wird somit momentan eher in dem Verhältnis zwischen QFT und Stringtheorie gesucht.

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Folge 34: Bohmsche Mechanik 14 Feb 2019 06:44 #48759

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MrQubit schrieb:

Sargon schrieb: Soweit ich verstanden habe, führte Einstein die Äthervorstellung, die er aus der SRT entfernt hatte, durch die Hintertür in die ART wieder ein.

Ja, aber das war ein „Gravitationsäther“ - und er bestand darauf, dass das etwas anderes wäre als der bisherige Äther ;)
Wobei ich mir gar nicht mal sicher bin, ob dieser „Äther“ denn damals überhaupt eine felsenfeste Definition hatte.

Aber wenn man Einsteins Gravitationsäther als Raum(zeit) interpretiert, würde das m.A. bedeuten, dass nicht die Masse die Ursache der Gravitation wäre, sondern der Raum (oder das was ihn eben ausmacht) selbst. Also eine Wechselwirkung zwischen Raum (eventuell Dunkle Energie) und Masse. Das würde auch Bohms Vorstellung entsprechen, dass die Ursache "Am Anfang" (der Welle) läge. Dann wäre der Raum im Bereich von Masse dichter und die Dichte nähme nach Außen nach dem 1/r²-Prinzip ab.

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Folge 34: Bohmsche Mechanik 14 Feb 2019 15:27 #48765

MrQubit schrieb: Wow - „ponderabel“ (Haeckels Welträtsel?) - wie dem auch sei… warum ausgerechnet „Licht“ statt schlichtweg „Energie“?


Erst mal Danke für die informativen Antworten.

Die Formulierung habe ich vom österreichischen Physiker Hans Sallhofer.
Er behauptet, dass Elektrodynamik & Quantentheorie formal identische Theorien sind, dergestalt, dass das Produkt aus Elektrodynamik und Paulivektor gleich Wellenmechanik ist; dies nennt er die Maxwell-Dirac-Isomorphie (MDI).
Durch das o.a. Verfahren wird die Maxwell-Elektrodynamik in die Dirac-Form transformiert (frag‘ mich aber nicht nach der Mathematik).
Dadurch ergibt sich, „dass zentralsymmetrische Partikellösungen, die von der Elektrodynamik in ihrer Maxwellform nicht zu haben sind, möglich werden.“
Aufgrund dieser formalen Identität „kann man annehmen, dass die Quantenphysik eine Elektrodynamische Theorie ist … so dass die Materie als stehendes Licht verstanden werden könnte … Eine Partikel besteht im Allgemeinen aus elektromagnetischen Wellen, deren Energieschwerpunkt sich als Massenpunkt mitteilt.“ (Das hat er wohl von Ehrenfest)
Was er an der Kopenhagener D. bemängelt: „Denn durch die dänische Deutung fallen die umfassenden, topinformativen, analytischen Aussagen der Wellenfunktionskomponenten als nichtssagende Wahrscheinlichkeitsdaten unter den Tisch. Dadurch wiederum sind die Theoretiker gezwungen, sich mit dem stumpfen, unsicheren und unergiebigen Instrumentarium der Symmetrien herumzuschlagen.“ (Hans Sallhofer, Sackgasse Quantenphysik, Universitas-Verlag 2000 S. 71 u.a.).
Die LT gehören m.W. ja auch zu den Symmetrieprinzipien, oder?

Ist da was dran? Gibt es aktuelle Ambitionen bzgl. Sallhofer?

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Folge 34: Bohmsche Mechanik 14 Feb 2019 16:12 #48766

wl01 schrieb:

MrQubit schrieb:

Sargon schrieb: Soweit ich verstanden habe, führte Einstein die Äthervorstellung, die er aus der SRT entfernt hatte, durch die Hintertür in die ART wieder ein.

Ja, aber das war ein „Gravitationsäther“ - und er bestand darauf, dass das etwas anderes wäre als der bisherige Äther ;)
Wobei ich mir gar nicht mal sicher bin, ob dieser „Äther“ denn damals überhaupt eine felsenfeste Definition hatte.

Aber wenn man Einsteins Gravitationsäther als Raum(zeit) interpretiert, würde das m.A. bedeuten, dass nicht die Masse die Ursache der Gravitation wäre, sondern der Raum (oder das was ihn eben ausmacht) selbst. Also eine Wechselwirkung zwischen Raum (eventuell Dunkle Energie) und Masse. Das würde auch Bohms Vorstellung entsprechen, dass die Ursache "Am Anfang" (der Welle) läge. Dann wäre der Raum im Bereich von Masse dichter und die Dichte nähme nach Außen nach dem 1/r²-Prinzip ab.


Dir auch Dank für deine Antwort.
Das ist eine sehr attraktive Lady, die du da vorstellst! Vor Allem in naturphilosophischer Hinsicht.
Würde das nicht folgendes bedeuten?:

E = mc2 ist der Ausdruck dafür, dass Energie & Masse die beiden Erscheinungsformen der Materie (als Oberbegriff) sind.

und weiter:

Gmünü = k Tmünü ist der Ausdruck dafür, dass die Materie (als Oberbegriff) die Erscheinungsform des Raumes ist.

Damit wäre der Materie-Raum die Grundentität des Kosmos und sein Bestandteil (Ätherquant?) das wahre Atom Demokrits.

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Folge 34: Bohmsche Mechanik 15 Feb 2019 11:34 #48774

Die Formulierung habe ich vom österreichischen Physiker Hans Sallhofer.
Er behauptet, dass Elektrodynamik & Quantentheorie formal identische Theorien sind, dergestalt, dass das Produkt aus Elektrodynamik und Paulivektor gleich Wellenmechanik ist; dies nennt er die Maxwell-Dirac-Isomorphie (MDI).
Durch das o.a. Verfahren wird die Maxwell-Elektrodynamik in die Dirac-Form transformiert (frag‘ mich aber nicht nach der Mathematik).
Dadurch ergibt sich, „dass zentralsymmetrische Partikellösungen, die von der Elektrodynamik in ihrer Maxwellform nicht zu haben sind, möglich werden.“


Unabhängig von der Sinnhaftigkeit seiner Theorie stellt sich da für mich die Frage, warum er bei Dirac aufgehört hat, anstatt mit Richard Feynman fortzufahren.
Die Quantenelektrodynamik ist heute eine der am besten experimentell bestätigten Theorien überhaupt – mit unfassbarer Genauigkeit hinsichtlich der Messergebnisse.
War für Sallhofer hier evtl. der Übergang von traditioneller Naturforschung hin zu moderner Naturwissenschaft endgültig vollzogen?
Und damit für ihn - als auch für die Naturphilosophie allgemein - nicht mehr tragbar?

Was er an der Kopenhagener D. bemängelt: „Denn durch die dänische Deutung fallen die umfassenden, topinformativen, analytischen Aussagen der Wellenfunktionskomponenten als nichtssagende Wahrscheinlichkeitsdaten unter den Tisch.

Der „Kollaps der Wellenfunktion“ als Interpretation ist definitiv eine furchtbare Krücke.
Andererseits funktioniert die Beschreibung mittels Statistik bei der experimentellen Überprüfung ziemlich gut.
Und dann gilt im Zweifelsfall „Shut up and calculate“.

Für mich selber sind Kopenhagen, Bohm und Everett eigentlich nur noch aus wissenschafts-historischer Sicht interessant.
Ich bevorzuge eine modernere Interpretation , die für mich persönlich nach dem aktuellen Erkenntnisstand einfach schlüssiger ist.

Dadurch wiederum sind die Theoretiker gezwungen, sich mit dem stumpfen, unsicheren und unergiebigen Instrumentarium der Symmetrien herumzuschlagen.“ (Hans Sallhofer, Sackgasse Quantenphysik, Universitas-Verlag 2000 S. 71 u.a.).
Die LT gehören m.W. ja auch zu den Symmetrieprinzipien, oder?

Ja, der Hang zu mathematischer Schönheit in Form von Symmetrien ist Segen und Fluch zugleich.
Im Buch „Lost in Math“ bzw. „Das hässliche Universum“ von Sabine Hossenfelder wird das sehr schön aufgezeigt.
Aber auch die Philosophie hat ja einen gewissen Hang zu Ästhetik, welche mit der Realität nicht unbedingt übereinstimmt ;)
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Folge 34: Bohmsche Mechanik 19 Feb 2019 15:36 #48866

Sargon schrieb: Was ist aber mit einer dritten Interpretation der Wellenfunktion?
Das Teilchen existiert nicht vor der Messung, wie bei der Kopenhagener Interpretation. Bei einer Messung "vedichtet" sich die gemessene Eigenschaft der Wellenfunktion am Messpunkt zum "Teilchen". Es gibt also gar keinen Kollaps der Wellenfunktion.

Der Kollaps ist ja nichts anderes als ein (lediglich anders beschriebenes) Verdichten der Wellenfunktion.

Sargon schrieb: Ich bin eher Laie, was die höhere Mathematik / Physik angeht und habe deshalb bzgl. der Lorentz-Trafos eine Frage.
Meine Frage geht dahin, ob die Forderung nach Kovarianz gegen LT nicht überstrapaziert wird.
Warum sollte es nicht ein Bezugssystem geben, welches vllt. doch ausgezeichnet ist und das man charakterisieren kann?

Genau dieses Herangehen vertrete ich. Es entspricht der Lorentzschen Interpretation der RT, nach der es einen absoluten Raum und eine absolute Zeit wie bei Newton gibt, unsere Lineale und Uhren aber durch den Äther verzerrt werden, und das auf eine Art, dass die absolute Zeit und die absoluten Abstände nicht messbar sind.

Sargon schrieb: Soweit ich verstanden habe, führte Einstein die Äthervorstellung, die er aus der SRT entfernt hatte, durch die Hintertür in die ART wieder ein.

Nicht wirklich. Es hat in einer öffentlichen Vorlesung in Leyden mal den Ätherbegriff verwendet, aber das war einfach nur einmal, und wurde von den Wissenschaftlern wohl mehr als missglückter Popularisierungsversuch gewertet.

Sargon schrieb: And by the way: gibt es Ansätze, die davon ausgehen, dass Raum & Materie (die, wie ich vermute, grundsätzlich elektrodynamischer Natur ist) identisch sein könnten, so dass ponderable Materie nichts anderes ist als stehendes oder verdichtetes "Licht" ?

Sind mir keine bekannt, und es ist auch nicht zu erwarten, dass irgendjemand sowas ernst nimmt. Das EM-Feld ist nur eines von vielen Feldern des Standardmodells der Teilchenphysik und spielt dort keine besondere Rolle. Die kriegt es erst dadurch, dass es die einzige der Kräfte im SM ist, die klassisch und für große Abstände noch zu beobachten ist. Dass das EM-Feld auf fundementalem Level auch eine besondere, fundamentale Rolle spielt, ist nicht zu erwarten.
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Folge 34: Bohmsche Mechanik 20 Feb 2019 21:05 #48889

Sargon schrieb: Ich bin eher Laie, was die höhere Mathematik / Physik angeht und habe deshalb bzgl. der Lorentz-Trafos eine Frage.
Meine Frage geht dahin, ob die Forderung nach Kovarianz gegen LT nicht überstrapaziert wird.
Warum sollte es nicht ein Bezugssystem geben, welches vllt. doch ausgezeichnet ist und das man charakterisieren kann?

Genau dieses Herangehen vertrete ich. Es entspricht der Lorentzschen Interpretation der RT, nach der es einen absoluten Raum und eine absolute Zeit wie bei Newton gibt, unsere Lineale und Uhren aber durch den Äther verzerrt werden, und das auf eine Art, dass die absolute Zeit und die absoluten Abstände nicht messbar sind.

Sargon schrieb: Soweit ich verstanden habe, führte Einstein die Äthervorstellung, die er aus der SRT entfernt hatte, durch die Hintertür in die ART wieder ein.

Nicht wirklich. Es hat in einer öffentlichen Vorlesung in Leyden mal den Ätherbegriff verwendet, aber das war einfach nur einmal, und wurde von den Wissenschaftlern wohl mehr als missglückter Popularisierungsversuch gewertet.

Sargon schrieb: And by the way: gibt es Ansätze, die davon ausgehen, dass Raum & Materie (die, wie ich vermute, grundsätzlich elektrodynamischer Natur ist) identisch sein könnten, so dass ponderable Materie nichts anderes ist als stehendes oder verdichtetes "Licht" ?

Sind mir keine bekannt, und es ist auch nicht zu erwarten, dass irgendjemand sowas ernst nimmt. Das EM-Feld ist nur eines von vielen Feldern des Standardmodells der Teilchenphysik und spielt dort keine besondere Rolle. Die kriegt es erst dadurch, dass es die einzige der Kräfte im SM ist, die klassisch und für große Abstände noch zu beobachten ist. Dass das EM-Feld auf fundementalem Level auch eine besondere, fundamentale Rolle spielt, ist nicht zu erwarten.[/quote]

Hallo Schmelzer,
Einstein hatte sich in Leyden aber schon sehr bestimmt artikuliert i.d.S., dass sein Gravitationsäther die relativistische Form des Lorentzäthers sei (oder aus ihm hervorgegangen ist). Er schrieb ja noch 195?, dass "ein durch die Luft geworfener Stein ein Feld mit der höchsten Feldintensität ... " sein könnte. Offensichtlich bevorzugst du aber den Poincaré-Lorentz-Äther. Gibt es dafür einen Grund & wie wird dieser Äther heute charakterisiert - Edynamisch?
wl01 vermutete im o.a. Post, dass Raum & Gravitationsäther ident. sein könnten, was ich äußerst attraktiv finde - käme es doch einer weiteren Vereinheitlichung gleich - jedenfalls in naturphilosophischer Hinsicht. Gibt es diese Vermutung auch für den P-L-Äther?
Was das verdichtetet Licht angeht: es kann auch jedes andere Feld sein, aber es muss am Anfang (vor der Inflation?) etwas Hochkomprimiertes vorhanden gewesen sein, aus welchem die Materie auskondensiert ist. Gibt es Ansätze, die das Pferd von vorn aufzäumen und von so einem hochkomprimierten Feld ausgehen und dann vorwärts rechnen?

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Folge 34: Bohmsche Mechanik 21 Feb 2019 10:52 #48902

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Sargon schrieb: Einstein hatte sich in Leyden aber schon sehr bestimmt artikuliert i.d.S., dass sein Gravitationsäther die relativistische Form des Lorentzäthers sei (oder aus ihm hervorgegangen ist). Er schrieb ja noch 195?, dass "ein durch die Luft geworfener Stein ein Feld mit der höchsten Feldintensität ... " sein könnte. Offensichtlich bevorzugst du aber den Poincaré-Lorentz-Äther. Gibt es dafür einen Grund & wie wird dieser Äther heute charakterisiert - Edynamisch?
wl01 vermutete im o.a. Post, dass Raum & Gravitationsäther ident. sein könnten, was ich äußerst attraktiv finde - käme es doch einer weiteren Vereinheitlichung gleich - jedenfalls in naturphilosophischer Hinsicht. Gibt es diese Vermutung auch für den P-L-Äther?

Es ist m.A. eine reine Interpretationsfrage. Füllt der Gravitationsäther den Raum, oder ist der Gravitationsäther der Raum. Nach Einstein wäre zweiteres Fakt. Raum(zeit) wäre demnach der New Äther, den Einstein nannte. Er könnte durch spezielle Teilchen (z.B. negatives Massenquadrat), das der Dunklen Energie entspräche gefüllt sein und demnach "von Außen" wirken. Er könnte allerdings auch rein eine Entropische Gravitationkraft sein, wie es Verlinde meint, oder aber eine "dunkle Flüssigkeit" mit negativer Masse , wie es Jamie Farnes vermeint, oder aber eine Ausprägung eines nicht homogenen Higgsfeldes oder der "Externe Feldeffekt" der MOND-Theorie.
Gemeinsamkeiten dieser Modelle ist auf alle Fälle, dass die Wirkung von Außen kommt und dass sie Dunkle Materie, Dunkle Energie und Schwerkraft mit einem Modell erklären könnten.

MfG
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Folge 34: Bohmsche Mechanik 25 Feb 2019 02:20 #49009

(In deinem Post sind die Quoten durcheinander, es fehlt ein quote am Anfang.)

Sargon schrieb: Offensichtlich bevorzugst du aber den Poincaré-Lorentz-Äther. Gibt es dafür einen Grund & wie wird dieser Äther heute charakterisiert - Edynamisch?

Ja, ich bevorzuge den Lorentzäther, weil der Einsteinsche Äther nicht quantisierbar ist, während die Quantisierung des Lorentzäthers trivial ist (einfach den Lehrbüchern für Quantentheorie für die Festkörpermechanik folgen).

Und dafür es eben gerade erforderlich, dass es einen absoluten, fixierten Raum als Hintergrund gibt.

Der verallgemeinerte Lorentzäther ist eine Theorie of Everything, Das Gravitationsfeld definiert Energie, Impuls und Stresstensor, die wichtigste Gleichung dafür ist die harmonische Bedingung, interpretiert als Kontinuitäts- und Eulergleichung. Alle anderen Felder beschreiben nur sonstige Eigenschaften des Äthers. Mit der Elektrodynamik hat das kaum noch was zu tun. Das EM-Feld ist da nur eines unter vielen was eben auch eine Eigenschaft des Äthers beschreibt.

Sargon schrieb: Was das verdichtetet Licht angeht: es kann auch jedes andere Feld sein, aber es muss am Anfang (vor der Inflation?) etwas Hochkomprimiertes vorhanden gewesen sein, aus welchem die Materie auskondensiert ist. Gibt es Ansätze, die das Pferd von vorn aufzäumen und von so einem hochkomprimierten Feld ausgehen und dann vorwärts rechnen?

Im absoluten Raum gesehen gäbe es im Lorentzäther gar keine Expansion, nur ein Schrumpfen der Lineale. Ansonsten wäre das Universum periodisch, die Inflation wäre in der Theorie ein Big Bounce statt eines Big Bang, ohne Singularität. Damit gäbe es dann eine maximale Dichte ("Dichte" wäre hierbei wieder mit unseren Linealen gemessen - absolut gemessen ist die Dichte ja fmehr oder weniger konstant.)

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Folge 34: Bohmsche Mechanik 27 Feb 2019 09:49 #49091

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Schmelzer schrieb: Im absoluten Raum gesehen gäbe es im Lorentzäther gar keine Expansion, nur ein Schrumpfen der Lineale. Ansonsten wäre das Universum periodisch, die Inflation wäre in der Theorie ein Big Bounce statt eines Big Bang, ohne Singularität. Damit gäbe es dann eine maximale Dichte ("Dichte" wäre hierbei wieder mit unseren Linealen gemessen - absolut gemessen ist die Dichte ja mehr oder weniger konstant.)

Würde das auch bedeuten, dass die Lichtgeschwindigkeit (bei uns im Bereich der "maximalen Dichte") geringer wäre und die Rotverschiebung nur eine rein optische Fehleinschätzung wäre?

MfG
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Folge 34: Bohmsche Mechanik 02 Mär 2019 07:14 #49223

wl01 schrieb:

Schmelzer schrieb: Im absoluten Raum gesehen gäbe es im Lorentzäther gar keine Expansion, nur ein Schrumpfen der Lineale. Ansonsten wäre das Universum periodisch, die Inflation wäre in der Theorie ein Big Bounce statt eines Big Bang, ohne Singularität. Damit gäbe es dann eine maximale Dichte ("Dichte" wäre hierbei wieder mit unseren Linealen gemessen - absolut gemessen ist die Dichte ja mehr oder weniger konstant.)

Würde das auch bedeuten, dass die Lichtgeschwindigkeit (bei uns im Bereich der "maximalen Dichte") geringer wäre und die Rotverschiebung nur eine rein optische Fehleinschätzung wäre?


Antwortversuch:

1.) die (mit unseren Linealen und Uhren) gemessene Lichtgeschwindigkeit bleibt auch im Lorentzäther konstant c.

2.) Die Koordinatenlichtgeschwindigkeit hängt sowohl von den Ortskoordinaten als auch der Zeitkoordinate ab.

3.) Die Ortskoordinaten sind im flachen homogenen Weltall dieselben wie sie im FLRW-Ansatz sind, die harmonische Zeitkoordinate ist eine Funktion der FLRW-Zeitkoordinate aber von ihr verschieden. In welche Richtung sich diese Koordinaten-Lichtgeschwindigkeit in der Zeit verändert, müsste ich noch mal nachrechnen.

4.) Da sich die Frage nur auf Unterschiede im Raum bezieht, brauche ich das aber erstmal noch nicht.

5.) Die Rotverschiebung als solche ist keine Illusion. Dies ist unabhängig davon, ob man sie als Expansion des Raumes oder als Schrumpfen der Linieale interpretiert. Das ändert ja nichts daran, dass es sie gibt und dass man sie messen kann. Illusion kann daher nur eine der Interpretationen der Rotverschiebung sein, beispielsweise die als Expansion des Raumes.

6.) Der Versuch, das Vorzeichen richtig hinzukriegen: Wo die Dichte höher ist, ist die Expansion langsamer, die Rotverschiebung geringer. Die Lichtwellenlänge bleibt unverändert in absoluten Koordinaten. Damit müssen die Lineale in den Löchern kürzer sein.

7.) Die Uhren sollten im Gebiet mit höherer Massendichte langsamer gehen.

8.) Beides wäre im Prinzip mit einer unveränderten Koordinatenlichtbeschwindigkeit kompatibel, und damit auch mit leichten Abweichungen davon in beide Richtungen, man müsste also explizit nachrechnen. Mein rein qualitativer Versuch ist somit gescheitert.

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Folge 34: Bohmsche Mechanik 03 Mär 2019 21:44 #49286

Hallo.

Am Anfang schreibe ich gerne, dass ich nicht dumm, sondern nur ungebildet bin.

Meine Überlegung wäre, dass man die Welle praktisch instantan am Anfang und
am Ende der Messtrecke erzeugt, lediglich ein Teilchen durch Messung/Beobachtung
entsteht.

Wenn bei c t=0 ist, würde man doch in keinem Fall gegen die SRT verstoßen,
oder doch?

Lieben Gruß
Roger

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