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THEMA: Temperaturempfinden im Vakuum

Temperaturempfinden im Vakuum 16 Jul 2016 10:08 #7221

eine lebensform und sogar der mensch könnte kurze zeit im weltall, also ohne raumanzug überleben, zumindest einige minuten.
ich stelle mir nun vor wie das wäre und man stolpert automatisch über die magische zahl von 3°K.

wie wäre im weltall unser temperaturempfinden?
da es fast keine teilchen gibt, ist auch nichts da, was uns körperwärme entziehen würde.
allerdings strahlen wir ja auch wärme ab und unsere metabolismusmechanismen sind denke ich auch auf eine bestimmte wärmezufuhr angewiesen.
wir sind zwar kosmische durchlauferhitzer, jedoch gemacht für einen bestimmten temperaturbereich.

hat da jemand ein paar gedanken zu?
eine hochspannende frage auf die ich nur zu gerne eine antwort wüsste.

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Temperaturempfinden im Vakuum 16 Jul 2016 12:28 #7225

Hallo Ferdi,
wir stehen nicht nur mit der Temperatur der Umgebungsluft in Kontakt, sondern wir bekommen auch von allen Seiten Wärmestrahlung zugestrahlt.

Beispiel: Du sitzt im Winter im warmen Zimmer. Von den Zimmerwänden bekommst Du die Wärmestrahlung, die der Wandtemperatur entspricht, vielleicht 22 Grad, zugestrahlt. Diese liegt im Mikrometerbereich. Vom Fenster aus fehlt diese Strahlung. Ist es draußen kalt, trifft Dich von dort wesentlich langwelligere Strahlung, die der wesentlich tieferen Temperatur entspricht. Das kann man schon spüren, wenn man in einem kalten Winter mit dem Rücken längere Zeit vor einem großen Fenster sitzt.

Eine Methode (von mehreren), bei Architekturgläsern die kalte Strahlung von draußen zu vermeiden, ist eine besondere Vakuumbeschichtung.
Man bringt auf die Innenseite der ersten Scheibe (von außen gezählt) eine sehr dünne Silberschicht auf. Diese reflektiert die Wärmestrahlung des Zimmers, die das Fenster trifft, ins Zimmer zurück. Mit dieser Silberschicht hat man im Prinzip einen (halbdurchlässigen) Spiegel gemacht. Den braucht man aber nur für die langwellige Wärmestrahlung. Deswegen entspiegelt man das Glas wieder mit weiteren Schichten, nämlich einer Antireflexschicht, die so abgestimmt ist, dass sie nur im sichtbaren Bereich wirkt.

Damit schafft man eine Transmission im Sichtbaren von ca. 80% bei gleichzeitiger hoher Reflexion im Wärmestrahlungsbereich, der viel langwelliger ist.

Ich schreibe dieses Beispiel, weil es so schön klar macht, dass man im Zimmer auch frieren kann, wenn die Luft zwar warm ist, aber man "kalt angestrahlt wird".

Wir sprechen davon, dass die Temperatur des Universums ca. 3 Kelvin sei, weil dort die Wärmestrahlung (das ist die kosmische Hintergrundstrahlung dort, wo dich kein Sonnenlicht trifft) eben diese Temperatur hat. Da kann man schon ganz schön frieren.

Beste Grüße
Denobio

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Temperaturempfinden im Vakuum 16 Jul 2016 12:40 #7226

"Vakuumbeschichtung" heißt, dass man die Schichten im Vakuum "aufdampft" (oder eigentlich aufsputtert), so wie man das bei Brillengläsern oder einer vergüteten Optik auch macht.

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Temperaturempfinden im Vakuum 16 Jul 2016 14:55 #7227

  • Chris
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Grüße dich Ferdi Runge also ich finde 1 Minute ist 58 Sekunden zu viel, nicht nur der Gefrierbrand macht einem zu schaffen sondern auch der Druck unterschied dort. Also rein Logisch mit Hören und Sehen wird da unmittelbar bei Druckverlust nie wieder was. Wie kommst du da auf einige Minuten? Wenn ja auch unmittelbar komplettes Stoffsystem unterbrochen wird erscheint es schwer zu glauben das ein überleben überhaupt unter den Bedingungen wo da beschreibst länger wie 2 Sekunden machbar ist. Das ist ersticken mal anders. Wieso fragt man da nicht noch so etwas, bekommt man da Gänsehaut auf den Zähnen bei -270°C? Wenn noch die Sonne einem bescheint, wird man da Knusprig?

oder ist damit eine Art Mumifizierung gemeint das man da länger als paar Sekunden überlebt, also ich kann es mir nur recht schwer vorstellen das es ohne Hirn Schäden überstanden wird.

Ja ich kann alles, sogar definieren was ich nicht kann.

Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können.
**Der Friedrich**

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Temperaturempfinden im Vakuum 16 Jul 2016 17:25 #7229

um es dir mal nahezulegen, dass es geht, schau dir mal dieses video an.
harald lesch ist an diesem kanal beteiligt.


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Temperaturempfinden im Vakuum 17 Jul 2016 14:39 #7242

Denobio schrieb: wir stehen nicht nur mit der Temperatur der Umgebungsluft in Kontakt, sondern wir bekommen auch von allen Seiten Wärmestrahlung zugestrahlt.
...
Wir sprechen davon, dass die Temperatur des Universums ca. 3 Kelvin sei, weil dort die Wärmestrahlung (das ist die kosmische Hintergrundstrahlung dort, wo dich kein Sonnenlicht trifft) eben diese Temperatur hat. Da kann man schon ganz schön frieren.


Wenn sich ein Körper mit Zimmertemperatur abseits von Strahlungsquellen wie Sonnen im 3 K kalten Weltraum befindet, dann strahlt er die zu seiner Temperatur gehörende Plancksche Wärmestrahlung ab.

Eine Abkühlung durch diesen Effekt dauert aber lange. Eine kurze Abschätzung der Größenordnung am Beispiel eines Wasserwürfels mit 1 m Seitenlänge:
Die Energie, um 1 m³ Wasser von 20 °C auf 19 °C abzukühlen beträgt etwa 4.182.000 J.
Die Leistung der thermischen Strahlung eines entsprechenden Würfels mit 1 m Kantenlänge beträgt (Annahme idealer schwarzer Körper) etwa 2500 W.
Somit würde es in diese Abschätzung etwa 28 Minuten benötigen, bis sich der Wasserwürfel um 1 °C abkühlt.

Wie könnte darüber hinaus eine Abkühlung geschehen? Die Wärmeleitfähigkeit von Vakuum ist 0. Auch die Wärmeleitung durch die ganz wenigen Gasatome dürfte vernachlässigbar sein.

Daher denke ich, dass zu den in dem Video von Ferdi geschilderten Problemen, kein thermisches Problem dezukommt.

Nicht extra gekennzeichnete Beiträge sind normale private Beiträge. Sie sollten genauso diskutiert und kritisiert werden wie alle anderen Beiträge auch.

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Temperaturempfinden im Vakuum 17 Jul 2016 15:07 #7244

Daher denke ich, dass zu den in dem Video von Ferdi geschilderten Problemen, kein thermisches Problem dezukommt.



danke claus für deinen beitrag, ich schätze dich hier im forum sehr!

das bestätigt irgendwie meine annahme, dass wir selbst bei 3°K im weltall keine fröstelei erleben würden, weil die wärmeleitfähigkeit praktisch 0 ist.
schöne formulierung in diesem themendialog.

ich glaube eher, dass wir, aufgeheizt durch die sonne, immer heißer würden, weil wir keine chance haben wärme abzuführen, die wir ja durch unseren metabolismus produzieren.
die 10 sekunden, die wir bei bewusstsein bleiben würden wären allerdings für eine überhitzung des körpers zu kurz.

viele vergessen dabei, dass bei einem aufguss in einer 90° sauna auch mal 120° oder mehr herrschen können und trotzdem gerinnt uns das eiweiß nicht, weil wir effektiv durch schwitzen und der daraus resultierenden verdunstungswärme kühlen.

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