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THEMA: Frage: Woher "weiss" ein Atom dass er zerfallen soll???

Frage: Woher "weiss" ein Atom dass er zerfallen soll??? 24 Dez 2016 03:28 #10711

Also bitte korrigiere mich wenn ich was falsches schreibe, ich bin kein phisiker. Soweit ich weiss zerfallen beim radioaktiven Zerfall immer nur die Hälfte der Atome nach gewisse Zeit und zwar gleichzeitig. Woher weiss dann ein einelne Atom dass ausgerechnet er zerfallen soll. Gib es auf meine Frage eine Antwort?? Die Quantenmechanik ist sehr seltsam. Ich stelle mich immer 100 Soldaten vor die stehen bis zum umfallen aber nach gewisse zeit fallen komischerweise immer nur die Hälfte also 50 dann 25 u.s.w. um. Irgendwo habe ich gehört oder gelesen dass die Atome keine mini Uhren Tragen sozusagen dann ist das ganze noch seltsamer

Ich wünsche allen Frohe weihnachten und viel viel Gesundheit im neuen Jahr

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Frage: Woher "weiss" ein Atom dass er zerfallen soll??? 24 Dez 2016 08:18 #10713

neugierig schrieb: Also bitte korrigiere mich wenn ich was falsches schreibe, ich bin kein phisiker. Soweit ich weiss zerfallen beim radioaktiven Zerfall immer nur die Hälfte der Atome nach gewisse Zeit und zwar gleichzeitig.


Nein, so ist das nicht richtig, ein atomar instabiles Gefüge, man spricht auch von radioaktivem Material, gibt laufend Strahlung ab, die Atome zerfallen bzw. wandeln sich zu einem anderen, leichteren Material um, indem laufend irgendwelche Atome zerfallen. Welches genau, lässt sich nicht vorhersagen, man kann lediglich eine grobe Abschätzung über statistische Wahrscheinlichkeiten machen, wonach in der Regel nach soundsovielen Jahren die Hälfte an Strahlungsleistung verschwunden ist, also umgewandelt wurde, man spricht in diesem Zusammenhang von der "Halbwertszeit", die je nach Material stark schwankt, von wenigen Jahren bis zu 4,5 Milliarden Jahren.

Danach, nach dieser berühmten "Halbwertszeit" ist das Material immer noch radioaktiv, es hat lediglich die Hälfte seiner Radioaktivität eingebüßt. Das geht immer so weiter bis in alle Ewigkeit, denn es bleibt immer ein strahlender Rest übrig.

Das einzelne Atom weiß nicht, wann es zerfallen soll, es zerfällt lediglich mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit.

Man muss sich das so vorstellen, als ob die Atome einer radioaktiven Substanz allesamt auf einer Messerschneide balancieren würden und irgendwann fällt eben ein Atom runter, sehr grobes Bild.

Die Quantenmechanik ist in der Tat noch seltsamer, die hat mit unserer makroskopischen, realen Welt fast nichts zu tun und doch besteht alles daraus.


Grüße
Udo

Das Verzichtbare ist nutzlos. J.F. Hingeklammert

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Frage: Woher "weiss" ein Atom dass er zerfallen soll??? 24 Dez 2016 10:58 #10716

Nehmen wir einen sehr kleinen Zeitraum. Für die Erklärung greife ich mir nun beliebig den Zeitraum 1 ns (Nanosekunde = ein Milliardstel Sekunde) heraus.

Innerhalb der ersten ns hat jedes Atom die Wahrscheinlichkeit p zu zerfallen. Das heißt, von einer sehr großen Zahl N von Atomen sind nach 1 ns etwa p*N Atome zerfallen und (1-p)*N Atome noch da.

Innerhalb der zweiten ns hat jedes in der ersten ns nicht zerfallenes Atom wieder die Wahrscheinlichkeit p zu zerfallen. Das heißt, von einer sehr großen Zahl N von Atomen sind nach 2 ns etwa (1-p)*(1-p)*N Atome noch da.

Und so geht es weiter. Hieraus resultiert eine abnehmende Exponentialfunktion. Die Zeit, nach der die Hälfte der Atome zerfallen ist, nennt man Halbwertszeit. Eine Zerfallskurve und eine Beschreibung findet man unter de.wikipedia.org/wiki/Zerfallsgesetz .


Quantenmechanisch liegt radioaktiven Zerfällen der sogenannte Tunneleffekt zugrunde: de.wikipedia.org/wiki/Tunneleffekt .

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Frage: Woher "weiss" ein Atom dass er zerfallen soll??? 24 Dez 2016 11:25 #10717

Woher weis ein Atom das es zerfallen soll?
Das weis es nicht. Nach heutigem Kenntnisstannd spielt da echter Zufall eine Rolle. Wahrscheinlichkeit wurde schon erwähnt.

Ich hätte da die Idee das die Teilchen durch immer und überall vorhandene Quantenfluktuationen (unbestimmtheit lässt grüßen) aus einen ansonsten relativ stabilen Zustand zum zerfallen angeregt werden. Wie resistent die Teilchen gegen solche Fluktuationen sind bestimmt dann statistisch die Halbwertszeit.

Udo brachte den Vergleich mit der Messerschneide. Die Breite (oder Stumpfheit) der Schneide bestimmt wie stabil das Teilchen gegenüber zufällig neben der Schneide auftauchende Fluktuationen ist.

Gruß
Merilix

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Frage: Woher "weiss" ein Atom dass er zerfallen soll??? 24 Dez 2016 11:41 #10718

Es sind keine Quantenfluktuationen, aber sehr wohl das quantenmechanische Unbestimmtheitsprinzip und nach meinem Kenntnisstand tatsächlich "echter Zufall".

Ich versuche das mal am Beispiel eines Staudamms mit geschlossenen Schleusentoren zu erklären:

Oberhalb der Staumauer (= Atom vor dem Zerfall) liegt Wasser in einem energetisch ungünstigen aber "stabilem" Zustand. Unterhalb der Staumauer (=Atom nach dem Zerfall) wäre der energetisch günstigere Zustand, nur die Staumauer hat etwas dagegen (im Falle des radioaktiven Zerfalls ist es eine Energiebarriere).

In der klassischen Physik ist das Wasser oberhalb der Staumauer gefangen und hat keine Möglichkeit, nach unten zu gelangen.

In der Quantenmechanik gibt es eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass (in diesem Bild gesprochen) Wasserteilchen durch die Staumauer hindurchtunneln können - und sich der Stausee damit "langsam" leert.

Dieser quantenmechanische Tunneleffekt tritt nur im Mikroskopischen auf. Die Tunnelwahrscheinlichkeit hängt beispielweise von der Höhe und der Breite der Energiebarriere ab. Er führt zu radioaktiven Zerfällen, aber nicht dazu, dass sich ein makroskopischer See durch eine Staumauer durchtunneln kann. Diese Energiebarriere ist viel zu hoch und zu breit.

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Frage: Woher "weiss" ein Atom dass er zerfallen soll??? 24 Dez 2016 11:45 #10719

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Die Suche nach verborgenen Parametern, die den objektiven Zufall aus der Welt schaffen könnten, ist meines Wissens erfolglos geblieben (Einstein, Bohm). Durch die Bellschen Ungleichungen ist sogar ein empirischer Test vorhanden. Dieser Test fiel zugunsten der Kopenhagener Deutung aus, die einem echten Zufall zuneigt. Das Atom weiß nicht, wann es zerfallen soll, es regiert der blanke Zufall. Aber die Wahrscheinlichkeiten lassen sich über alle Maßen exakt berechnen.

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Frage: Woher "weiss" ein Atom dass er zerfallen soll??? 24 Dez 2016 12:01 #10722

Etwa so?


PS:
schafft es eine Fluktuation in Ort und Energie die Barriere zwischen lokalen Minimum und niedrigerem Energiezustand zu überwinden dann zerfällt es. Ansonsten nicht. Das mag nicht ganz akkurat sein weil der Tunneleffekt in der Tat durch die Bariere durch geht und nicht darüber. Es ist anschaulich.

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Frage: Woher "weiss" ein Atom dass er zerfallen soll??? 24 Dez 2016 12:32 #10725

ok ein Atom zerfällt weil es günstiger für ihm ist aus quantenmechanische Sicht aber warum ausgerechnet der Atom und nicht ein anderes. was steckt dahinter? was ist der Grund dass ein bestimmtes Atom zerfällt? habe ich das richtg verstanden ZUFALL!!!! geschehen Dinge da unten ohne Grund?? einach so?

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Frage: Woher "weiss" ein Atom dass er zerfallen soll??? 24 Dez 2016 12:54 #10727

Physikalisch nennt man das Unbestimmtheit (in Ort und Impuls)
Mathematisch statistisch nennt man das Zufall.

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Frage: Woher "weiss" ein Atom dass er zerfallen soll??? 24 Dez 2016 15:42 #10730

neugierig schrieb: ok ein Atom zerfällt weil es günstiger für ihm ist aus quantenmechanische Sicht aber warum ausgerechnet der Atom und nicht ein anderes. was steckt dahinter? was ist der Grund dass ein bestimmtes Atom zerfällt? habe ich das richtg verstanden ZUFALL!!!! geschehen Dinge da unten ohne Grund?? einach so?


Der Grund für den Zerfall ist, dass der Endzustand energetisch günstiger ist. Welches Atom genau wann zerfällt, wird in der Tat durch den Zufall bestimmt. Man kann darüber nur statistische Aussagen treffen. Wenn man etwa einen Block 1 kg Uran235 hat, dann kann man ziemlich gut vorhersagen, wie viele Atome am nächsten Tag zerfallen - nur nicht welche Atome.


PS: Aus meiner Sicht spricht in erster Näherung nichts gegen Merilix Bild.

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Frage: Woher "weiss" ein Atom dass er zerfallen soll??? 24 Dez 2016 17:20 #10734

Die Güte des Zufalls beim Zerfall ist derart hoch, dass man ihn auch für sehr gute Zufallsgeneratoren verwendet - zum Beispiel in Online Casinos.

Frohe Weihnachten - euch allen

Uwe

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Frage: Woher "weiss" ein Atom dass er zerfallen soll??? 09 Jan 2017 20:05 #11128

Es ist in der Tat ein schwer zu fassendes Phänomen.
Man kann den Zerfall bzw. die Halbwertszeit weder an der Kernzahl per se festmachen noch an irgendwelchen anderen Eigenschaften. Nur die Tatsache das ungerade Kerne (mehr Neutronen als Protonen) leichter zerfallen als geradzahlige Nuklide. Allesamt mussten die Zerfälle ermittelt werden.
Die Zeitspanne geht von Mikrosekunden und weniger bis hin zu Abermilliarden von Jahren.
Warum also der eine Kern eines bestimmten Elementes nur Sekunden braucht, wärend ein anderes Element Milliarden von Jahren braucht, weiß man nicht...

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Frage: Woher "weiss" ein Atom dass er zerfallen soll??? 09 Jan 2017 21:08 #11131

Vorsicht mit dem Begriff Zufall!
Man kann diesen Begriff in mindestens drei Bedeutungen unterteilen:
I. Zufall als ein Ereignis ohne Grund oder Ursache
Il. Zufall als ein Ereignis ohne erkennbaren Grund, aber eine Ursache gibt es
III. Zufall als ein Begriff, wie wir ihn umgangssprachlich einsetzen. Hier finden wir immer einen Grund, wenn sich zwei Kausalstränge scheinbar zufällig treffen, dieses Treffen kausal zu erklären.

Streng genommen gilt in der Naturwissenschaft die Ausage II.
Es kann sein, dass uns eine Ursache für ein Ereignis prinzipiell nicht zugänglich ist und deshalb nur statistische Aussagen möglich sind. Aber ein Ereignis ohne Ursache ist schon wegen des 2. Haupsatzes der Thermodynamik nicht möglich, denn hier ist der Zeitpfeil definiert. Die Zeit läuft immer in eine Richtung und jedes Ereignis in der Zeit setzt eine Ursache voraus, auch auf quantenmechanischer Ebene.
Grüße
Thomas

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Frage: Woher "weiss" ein Atom dass er zerfallen soll??? 10 Jan 2017 09:10 #11142

Hi

Thomas schrieb: Streng genommen gilt in der Naturwissenschaft die Ausage II.


na das macht doch Hoffnung den radioaktiv strahlenden Abfall der Kernkraftwerke doch irgendwann schneller los zu werden als gedacht.

grüße
seb110

Mein Beitrag zur Rebellion gegen bestehende Verhältnisse? Ich gehe ständig zu spät zum Frühsör!

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Frage: Woher "weiss" ein Atom dass er zerfallen soll??? 26 Jan 2017 11:38 #11527

Thomas schrieb: Vorsicht mit dem Begriff Zufall!
Man kann diesen Begriff in mindestens drei Bedeutungen unterteilen:
I. Zufall als ein Ereignis ohne Grund oder Ursache
Il. Zufall als ein Ereignis ohne erkennbaren Grund, aber eine Ursache gibt es
III. Zufall als ein Begriff, wie wir ihn umgangssprachlich einsetzen. Hier finden wir immer einen Grund, wenn sich zwei Kausalstränge scheinbar zufällig treffen, dieses Treffen kausal zu erklären.

Streng genommen gilt in der Naturwissenschaft die Ausage II.
Es kann sein, dass uns eine Ursache für ein Ereignis prinzipiell nicht zugänglich ist und deshalb nur statistische Aussagen möglich sind. Aber ein Ereignis ohne Ursache ist schon wegen des 2. Haupsatzes der Thermodynamik nicht möglich, denn hier ist der Zeitpfeil definiert. Die Zeit läuft immer in eine Richtung und jedes Ereignis in der Zeit setzt eine Ursache voraus, auch auf quantenmechanischer Ebene.
Grüße
Thomas


Ich würde sagen, dass hängt von der Interpretation der Quantenmechanik ab, der man anhängt. Gemäß der Pilotwellen-Interpretation (1) ist die Welt vollständig deterministisch, es gibt versteckte Variablen die das genaue verhalten eines Systems bestimmen. Die Wirklichkeit ist auf jeder Größenordnung vollkommen scharf, es gibt lediglich Grenzen des messbaren. Gemäß der Kopenhagen Interpretation (2) nicht, ist ein System seine Wellenfunktion bis es gemessen wird. Ereignisse können ohne Ursache eintreten (z.B. Quantenfluktuationen) und die genaue Wirkung einer Ursach lässt sich prinzipiell nur durch eine Wahrscheinlichkeitsverteilung beschreiben. Die Wirklichkeit wird von einem bestimmten Punkt an unscharf.

(1) de.wikipedia.org/wiki/De-Broglie-Bohm-Theorie
(2) de.wikipedia.org/wiki/Kopenhagener_Deutung

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Frage: Woher "weiss" ein Atom dass er zerfallen soll??? 26 Jan 2017 13:48 #11529

@Rabenschwinge

die verschiedenen Deutungen kenne ich. Dass es im Mikrokosmos unscharf zugeht, sagen uns die Unschärferelationen.
Ich kenne aber keinen triftigen Grund, warum die Ereignisse dort indeterministisch ablaufen sollen. Wir haben prinzipiell keinen Zugang zu dieser Welt. Und wenn wir experimentell einen Zugang suchen, bringen wir die Wellenfunktion zu Fall. Also bleibt uns nur die Interpretation. Ich halte es da mit Einstein: Gott würfelt nicht.

Grüße
Thomas

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Frage: Woher "weiss" ein Atom dass er zerfallen soll??? 26 Jan 2017 14:08 #11531

Hi

Kennt jemand (weiss jemand wo es steht) ein Experiment, indem ein und die selbe Menge eines radioaktiven Materials in verschiedene Aggregatzuständen auf Radioaktivität gemessen wurde? ---z.B Iod 131 einmal in fester und dann nocheinmal in sublimierter (gasförmiger) Form---

grüße
seb110

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Frage: Woher "weiss" ein Atom dass er zerfallen soll??? 26 Jan 2017 14:13 #11534

udogigahertz schrieb: Das geht immer so weiter bis in alle Ewigkeit, denn es bleibt immer ein strahlender Rest übrig.


Hey Udo, das mag mathematisch richtig sein, denn die Funktion tendiert gegen Null wird es aber nie, es ist aber physikalisch unsinnig, denn eine Substanz hat nicht unendlich viele Atome, sondern nur eine begrenzte Menge. Wenn all diese Kerne zerfallen sind, ist auch die Strahlung weg. - Es sei denn das Zerfallsprodukt ist wiederum selbst radioaktiv - aber dennoch jeder Zerfallsprozess im Universum ist endlich.

S = k log W

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S = k log W

Frage: Woher "weiss" ein Atom dass er zerfallen soll??? 26 Jan 2017 16:32 #11540

Thomas schrieb: Ich halte es da mit Einstein: Gott würfelt nicht.

Grüße
Thomas

Das würde nur die Nichtexistenz Gottes beweisen .

Wen Gott nicht würfelt aber alle Vorgänge nur auf Wahrscheinlichkeitsbasis ablaufen wäre Gott widerlegt .

Das Dogma des deterministisches Weltbild sollten wir hinter uns lassen

Wir leben zwar alle unter dem gleichen Himmel, aber es haben nicht alle den gleichen Horizont.

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Wir leben zwar alle unter dem gleichen Himmel, aber es haben nicht alle den gleichen Horizont.

Frage: Woher "weiss" ein Atom dass er zerfallen soll??? 26 Jan 2017 16:54 #11542

Thomas schrieb: Ich kenne aber keinen triftigen Grund, warum die Ereignisse dort indeterministisch ablaufen sollen.
...
Ich halte es da mit Einstein: Gott würfelt nicht.

Ich behaupte einfach mal:
Ohne Quantenzufall keine globale Entropiezuname.

So, und jetzt darf darüber diskutiert werden ;)

Gruß
Merilix

assume good faith

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Frage: Woher "weiss" ein Atom dass er zerfallen soll??? 26 Jan 2017 16:59 #11543

Wenn ein Atom zerfällt dann ist das eine Zustandveränderung. Es ist für mich schwer zu verstehen dass es nur zufall ist. Kann es sein dass der Grund unterhalb der Planklänge liegt und in unsere 175Cm 70KG Welt es als zufall ankommt?? nur so ein Gedanke.

Neugierig

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Frage: Woher "weiss" ein Atom dass er zerfallen soll??? 26 Jan 2017 17:42 #11545

Hi neugierig

bei Paritätsverletzungen laufen Dinge nicht mit der gleichen Wahrscheinlichkeit ab wie vorher vermutet. Es gibt also bei der schwachen WW schon so etwas wie eine bevorzugte Richtung,
aber ob der Zerfall eine äußere Ursache hat wird oft heiß diskutiert:
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grüße
seb110

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Frage: Woher "weiss" ein Atom dass er zerfallen soll??? 26 Jan 2017 18:29 #11550

Der Atomzerfall ist ein "normaler" quantenmechanischer Prozess (Stichwort Tunneleffekt). Das heißt, hierbei herrscht genauso der "Zufall", wie bei anderen quantenmechanischen Prozessen auch.

Nehmen wir etwa die Spinmessung eines Elektrons. Nach der Vorgeschichte (bisherige Messungen, ...) kann man vor einer Messung eine Wahrscheinlichkeit angeben, ob "Spin up" oder "Spin down" gemessen werden kann. Man kann aber durch nichts vorhersagen, was jetzt konkret gemessen wird. Jede Suche nach versteckten Parametern blieb bislang erfolglos. Daher bleibt uns keine andere Erklärung als Zufall.

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Frage: Woher "weiss" ein Atom dass er zerfallen soll??? 26 Jan 2017 21:20 #11555

Hallo Claus,
Ja klar blieb jede Suche nach versteckten Parametern erfolglos. Sie geben sich wegen der Unschärfe prinzipiell nicht zu erkennen. Wir können in der Plankwelt nicht mehr nach Ursachen forschen. Jeder Versuch ging bisher schief, prinzipiell!
Die Frage, die sich daraus ableitet, heißt: dürfen wir daraus schließen, dass es den wahren Zufall wirklich gibt, also Ereignisse ohne Grund!? Oder ist es vielmehr so, dass es zwar einen Grund für das Ereignis gibt, dass der uns aber prinzipiell und experimentell nicht zugänglich ist.
An der Stelle kann man ausufernd diskutieren und findet doch am Ende nur immer wieder zu einer Deutung, wie es so schön heißt.
Wenn der Determinismus und damit das Kausalitätsprinzip nur für die Makrowelt gültig sein soll, dann muss man erklären, warum er oder das in der Mikrowelt nicht mehr gültig ist.
Mit der experimentell und quantentheoretischen prinzipiellen Unzugänglichkeit schafft man das nicht, leider.
Wenn du das anders siehst, dann hole mich bitte runter von meinem hohen Ross.
Grüße
Thomas
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Frage: Woher "weiss" ein Atom dass er zerfallen soll??? 26 Jan 2017 22:26 #11556

Thomas schrieb: @Rabenschwinge

die verschiedenen Deutungen kenne ich. Dass es im Mikrokosmos unscharf zugeht, sagen uns die Unschärferelationen.
Ich kenne aber keinen triftigen Grund, warum die Ereignisse dort indeterministisch ablaufen sollen. Wir haben prinzipiell keinen Zugang zu dieser Welt. Und wenn wir experimentell einen Zugang suchen, bringen wir die Wellenfunktion zu Fall. Also bleibt uns nur die Interpretation. Ich halte es da mit Einstein: Gott würfelt nicht.

Grüße
Thomas


Und Nils Bohr antwortete Einstein: "Don't tell god what to do!" (Jedenfalls der Legende nach, ob er das tatsächlich gesagt hat ist... unbestimmt.)

Mir ist es einfach nur wichtig zu sagen, das in dieser Frage auch zwischen namenhaften Physikern keine Einigkeit besteht. Manche Interpretation sagen zwar Unterschiede voraus die prinzipiell messbar wären, aber auch in diesen Fällen liegt das weit außerhalb unserer Möglichkeiten. Von daher betrachte ich die Frage "gibt es echte Zufälle" als eine eher natur-philosophische als eine physikalische. Gerade im Falle der "Many-Worlds" Theorie, die so weit ich weiß überhaupt keine Unterschiede zur Kopenhagen Interpretation vorhersagt. Wir werden es zumindest zu unseren Lebzeiten nicht herausfinden.

Ich persönlich gehe tatsächlich von der Kopenhagen Interpretation aus. Allerdings nicht aus physikalischen Gründen (was ohne die Möglichkeit von experimentellen Nachweisen glücklicherweise auch schwierig ist). Ich bin kein Physiker und bin mir durchaus bewusst, das es eine Menge Menschen gibt, die schlauer als ich sind, sehr viel mehr darüber nachgedacht haben und zu einem anderen Ergebnis gekommen sind; andererseit gibt es unter jenen auch solche die mir zustimmen. Zum einen gefällt sie mir, weil sie mit einem Minimum an zusätzlichen annahmen auskommt, einfach geradeheraus das beschreibt, was wir beobachten. Meine Begründung ist einfach: Alles hat ein Ende nur die Wurscht hat zwei (wobei wir wieder bei Metzger-Vergleichen wären). Auch die Kausalität. Das Universum hat schließlich irgendwann angefangen und daür gab es keinen Grund, jedenfalls keinen innerhalb des Universums. Die Wirklichkeit hat einfach eine endliche Auflösung und mit dem Gedanken habe ich keine Probleme. Man kann das Universum eben nicht weiter aufdröseln, bei den Planck-Größen ist einfach Ende, danach ist das Universum eben nicht mehr genau bestimmt, ebenso wie vor dem Ablauf der ersten Planck-Zeit. (Vor dem Anfang der Zeit ist das Prinzip von Ursache und Wirkung offensichtlich auch nicht anwendbar. Es gibt schlicht kein "davor")

Fest steht, das vollständig deterministische Systeme eine Welt implizieren, in der es keinen freien Willen gibt. Es gibt überhaupt keine Freiheit. Alles was jemals geschehen wird ist bereits vollständig vorherbestimmt und geschieht genau so wie es geschehen muss und nicht anders.

Auch scheinbare Probleme die die Leute mit Schrödinger Katze haben sind für mich nicht paradox: Natürlich ist die Katze entweder tot oder lebendig. Erstens lässt sich die Box nicht so sehr vom Universum trennen, dass überhaupt gar keine Quantenereignisse zwischen der Box und der Außenwelt eintreten (jedes Quantenereignis, und sei es nur ein verstreutes UV-Photon, ist ja schon eine Messung), zweitens ist die Dekohärenzzeit innerhalb der Box viel kürzer als sich der tot einer Katze biologisch definieren lässt. Die gesamte Box mit einer einzigen Wellenfunktion zu beschreiben erscheint mir doch sehr abenteuerlich.

Damit will ich aber nicht sagen, dass meine Vorstellung besser als die anderer ist. Ich denke aber es kann sich lohnen darüber nachzudenken und sich die Interpretationen die es da gibt anzuschauen.

Nachtrag: Soweit ich weiß hat die Pilotwellen-Theorie Implikationen, die durchaus messbare Auswirkungen hat, auch wenn man die versteckten Parameter selbst natürlich nicht unmittelbar messen kann. Ich gehe davon aus, das Claus darauf anspielt.

PPS: Wenn du sagst "Es gibt keinen Grund warum die Dinge indeterministisch ablaufen müssen." Also mit anderen Worten: "Es gibt keinen Grund warum die Dinge keinen Grund haben müssen." hast du zwar recht, das ist aber ein zirkuläres Argument.
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Frage: Woher "weiss" ein Atom dass er zerfallen soll??? 27 Jan 2017 01:16 #11558

Naja ich habe den Eindruck wir sagen häufig Zufall weil wir den Grund für ein Erreignis nicht kennen das ist auch im Alltag so aber das ist nicht Böse gemeint und auch keine Kritik . unsere Erkenntnis endet bei "Würfelspiel" aber nicht bei Ausdehbung 0 oder 0,00000000000000000001. Bei Plancklänge hört der Erkentnis auf.
Grüssse
Neugierig

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Frage: Woher "weiss" ein Atom dass er zerfallen soll??? 27 Jan 2017 12:30 #11561

Thomas schrieb: Ich halte es da mit Einstein: Gott würfelt nicht.


Ich möchte dem entgegenhalten: Das ganze Universum ist ein einziger riesiger Brute-Force-Zufallsgenerator. Vom entstehen der Naturkonstanten über die Bildung der Elemente in Sternen, dem Entstehen kristalliner Strukturen, organischen Kohlenwasserstoffen bis hin zur Entwicklung des Lebens.

S = k log W

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Frage: Woher "weiss" ein Atom dass er zerfallen soll??? 27 Jan 2017 13:05 #11565

Mir ist klar dass das Universum ein Zufallsgenerator ist wie kommt es dann dass wir im richtigen Abstand zu Sonne leben?? Wir sind doch aus Atomen wo der Zuffall regiert musste es dannn nicht in unsere normallmaß irgendwie chaotisch zugehen? es ist aber nicht so
Wenn ich ein Atom wäre würde ich gerne wissen warum ich gerade jetzt sterben muss. es geht ja um leben und Tod

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Frage: Woher "weiss" ein Atom dass er zerfallen soll??? 27 Jan 2017 15:03 #11572

Puh... ok, ich versuch es mal zu erklären: Wir leben weil wir im richtigen Abstand zur Sonne sind, nicht die Kausalitäten verdrehen.

Herr Lesch sagte einmal: Die Dinge sind so wie sie sind, weil sie so sind wie sie sind. Aufgrund der Naturgesetze entsteht nun mal aus einer ausreichend großen Wasserstoffwolke ein Stern der Wasserstoff zu Helium fusioniert und damit beginnt alles.

Das ist quasi der Anfang der Evolution, hätte Helium keinen Bestand, würde es zerfallen, gäbe es uns nicht. Alles was nicht bestehen kann wird vergehen. Alles was entstehen kann wird entstehen. Das ist genau der Punkt an dem der Zufall regiert. Genügend versuche vorausgesetzt kann und wird einfach alles entstehen was entstehen kann, aber nur was bestehen kann bleibt und kann dem Zufall als Bauteil für nächste Schritte dienen.

Ein Atom stirbt nicht. Die derzeitige Konfiguration von etwa 1028 Atomen in deiner Person ist vergänglich, die Atome jedoch bleiben, es gab sie schon Millionen Jahre vor deiner Geburt und es wird sie noch Millionen Jahre nach deiner Geburt geben. Du musst sterben, weil die Konfiguration Homo Sapiens nicht ewig Bestand haben kann. Tatsächlich ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass du in deinem Körper ein Atom beherbergst, das einmal Bestandteil der Konfiguration Albert Einstein und/oder Isaac Newton war, und noch viel interessanter ist der Gedanke, dass nahezu alle deine Atome die dich vor 7 Jahren gebildet hatten mittlerweile nicht mehr Bestandteil deines Körpers sind, und sich vermutlich sogar große Teile davon in anderen Menschen befinden.

S = k log W

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Frage: Woher "weiss" ein Atom dass er zerfallen soll??? 27 Jan 2017 15:43 #11579

es geht mir nicht um die Frage warum sind die Dinge so und nicht anders. Wenn meine Atome aus meine Kindheit schon längst zerfallen sind warum kann ich mir dann überhaupt an etwas errinern? es kann sein dass ich bei meinen letzten Eintrag was vermängt habe

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