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THEMA: Frage: Woher "weiss" ein Atom dass er zerfallen soll???

Frage: Woher "weiss" ein Atom dass er zerfallen soll??? 27 Jan 2017 15:47 #11581

neugierig schrieb: es geht mir nicht um die Frage warum sind die Dinge so und nicht anders. Wenn meine Atome aus meine Kindheit schon längst zerfallen sind warum kann ich mir dann überhaupt an etwas errinern? es kann sein dass ich bei meinen letzten Eintrag was vermängt habe

Ganz offenbar deshalb weil die Information "Erinnerung" nicht an die einzelnen Atome/Moleküle gebunden ist, sondern an das Gesamtsystem Gehirn, unabhängig von den aktuellen Bausteinen.

Es ist wohl der Synapse Dagmar egal ob Kohlenstoffatom Emil oder Kohlenstoffatom Kurt im Neurotransmitter sitzt, solange der Verbund einen Neurotransmitter darstellt.

Aber wenn es nicht darum ging, verdeutliche bitte einmal kurz worum es dir genau geht. :)

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Frage: Woher "weiss" ein Atom dass er zerfallen soll??? 27 Jan 2017 16:48 #11583

neugierig schrieb: Mir ist klar dass das Universum ein Zufallsgenerator ist wie kommt es dann dass wir im richtigen Abstand zu Sonne leben?? Wir sind doch aus Atomen wo der Zuffall regiert musste es dannn nicht in unsere normallmaß irgendwie chaotisch zugehen? es ist aber nicht so
Wenn ich ein Atom wäre würde ich gerne wissen warum ich gerade jetzt sterben muss. es geht ja um leben und Tod


Ja nun, genau DAS ist die Frage, die noch niemand beantworten kann, warum leben wir auf einem Planeten, der alle, aber auch wirklich alle Parameter erfüllt, dass es uns gibt?

Es ist ja nicht nur der Abstand zur Sonne oder die Art (Klasse) unserer Sonne, es ist auch die Existenz der großen Gasplaneten "weiter draußen", die uns die meisten Asteroiden/Meteoriten vom Halse halten, es ist ja auch die Lage unseres Systems in einem eher ruhigen Teil der Milchstraße, wo man nicht alle paar Millionen Jahre mit einer Supernova eines benachbarten Sterns rechnen muss, es ist auch noch der segensreiche Zusammenstoß mit einem anderen Protoplaneten, der genau die richtige Größe, Zusammensetzung, Geschwindigkeit und Aufprallwinkel hatte, damit die junge Erde nicht wieder auseinanderbrach, sondern sich aus den Überbleibseln ein relativ großer und erdnaher Mond bilden konnte, der die Erde nachweislich hervorragend stabilisiert hatte und es noch immer tut (ohne Mond kein Leben in der heutigen Form), es ist auch noch die Bildung von Leben, also das Entstehen der allerersten Zelle, die man Leben nennen konnte, man glaubt heute, das war ein einmaliger Vorgang, da ALLES Leben nachweislich im Innersten gleich aufgebaut ist, damit nicht genug, wäre vor 60 Millionen Jahren nicht ein Himmelskörper in genau der richtigen Größe eingeschlagen, gäbe es den Menschen als "Krone der Schöpfung" wohl eher nicht, da die Dinos bis heute überlebt hätten und den frühen Säugern keinen Lebensraum zur weiteren Entwicklung gelassen hätten.

Aber auch die Menschwerdung an sich war nicht ohne Fallstricke, wir sind nachweislich allesamt Nachkömmlinge nur sehr weniger "Urmütter", manche Wissenschaftler meinen sogar, wir würden alle von einer einzigen Urmutter abstammen (wir sind alle aus Inzest hervorgegangen, Igitt!) und die Anzahl dieser Vorgänger von uns war mal heruntergegangen auf geschätzte 20.000 Exemplare weltweit, weil es auch in jüngster Vergangenheit Supervulkanausbrüche, Eiszeiten, Meteoreinschläge und andere Katastrophen gab.

Die einen nennen es "göttliche Fügung", die anderen Zufall .............. sind aber viele Zufälle.

Vielleicht sind wir so einzigartig, dass es uns nur einmal gibt? Also intelligentes Leben, meine ich. Ein Treppenwitz des Kosmos? Vielleicht dürfte es uns eigentlich gar nicht geben?

Vieles spricht dafür, alle Exoplaneten, die man bislang entdeckt hat, sind entweder Gasplaneten, glühende Felsbrocken, Eisklumpen oder sie sind "Supererden", also sehr viel massereicher als unsere Erde, man hat jedenfalls noch keinerlei Anzeichen für Leben anderswo entdeckt. Und auch völlig fehlende Funksignale von außerhalb lassen darauf schließen, dass es zumindest in Hunderten von Lichtjahren um uns herum keine Zivilisation gibt.


Grüße
Udo

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Frage: Woher "weiss" ein Atom dass er zerfallen soll??? 27 Jan 2017 18:58 #11587

Thomas schrieb: Hallo Claus,
Ja klar blieb jede Suche nach versteckten Parametern erfolglos. Sie geben sich wegen der Unschärfe prinzipiell nicht zu erkennen. Wir können in der Plankwelt nicht mehr nach Ursachen forschen. Jeder Versuch ging bisher schief, prinzipiell!
Die Frage, die sich daraus ableitet, heißt: dürfen wir daraus schließen, dass es den wahren Zufall wirklich gibt, also Ereignisse ohne Grund!? Oder ist es vielmehr so, dass es zwar einen Grund für das Ereignis gibt, dass der uns aber prinzipiell und experimentell nicht zugänglich ist.
An der Stelle kann man ausufernd diskutieren und findet doch am Ende nur immer wieder zu einer Deutung, wie es so schön heißt.
Wenn der Determinismus und damit das Kausalitätsprinzip nur für die Makrowelt gültig sein soll, dann muss man erklären, warum er oder das in der Mikrowelt nicht mehr gültig ist.
Mit der experimentell und quantentheoretischen prinzipiellen Unzugänglichkeit schafft man das nicht, leider.
Wenn du das anders siehst, dann hole mich bitte runter von meinem hohen Ross.
Grüße
Thomas


Grundsätzlich stimme ich dir zu. Mit unseren Messungen bestätigen wir die quantenmechnischen Formeln, aber nicht die möglichen Interpretationen, was ihnen zugrunde liegt. Somit hat man solange Interpretationsfreiheit, bis Meßergebnisse einer Interpretation widersprechen.

Ich hatte in der Uni die Kopenhagener Deutung gelernt und bin seitdem ein "Fan" davon. Beispielweise erscheint mir die Deutung der Vielweltentheorie absurd und ist für mich solange ein Kandidat für Ockhams Rasiermesser, bis sie durch irgendein Experiment sich gegenüber der Kopenhagener Deutung experimentell bestätigt.

Was könnte ein Grund für ein quantenmechanisches Ereignis sein, der uns aber prinzipiell und experimentell nicht zugänglich ist?

Beispielsweise gibt es die Bell'sche Ungleichung, deren Verletzung in der Quantenmechanik besagt, dass es keine lokalen verborgenen Variablen geben kann (für Mitleser: de.wikipedia.org/wiki/Verborgene_Variablen und de.wikipedia.org/wiki/Bellsche_Ungleichung ).

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Frage: Woher "weiss" ein Atom dass er zerfallen soll??? 27 Jan 2017 19:10 #11589

udogigahertz schrieb: Ja nun, genau DAS ist die Frage, die noch niemand beantworten kann, warum leben wir auf einem Planeten, der alle, aber auch wirklich alle Parameter erfüllt, dass es uns gibt?


Hierbei muss man berücksichtigen, wie viele Sterne es in einer Galaxie gibt und wie viele Galaxien es gibt. Somit treten auch unwahrscheinliche Fälle irgendwo auf.

Ebenso sollte man bei den Exo-Planeten bedenken, dass wir da lediglich einen Bereich von vielleicht 1000 Pc Entfernung untersuchen können. Die Milchstraße dagegen ist 30000 Pc groß.

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Frage: Woher "weiss" ein Atom dass er zerfallen soll??? 27 Jan 2017 23:19 #11591

udogigahertz schrieb:
Ja nun, genau DAS ist die Frage, die noch niemand beantworten kann, warum leben wir auf einem Planeten, der alle, aber auch wirklich alle Parameter erfüllt, dass es uns gibt?

[...]

Grüße
Udo


Sicher kann man sie beantworten und zwar so: Menschen könnten auf jedem Planeten im Universum entstehen. Jedoch nur wenn wenn wenn wenn wenn wenn ... wenn, dann hat der lange Evolutionsprozess der am Ende in intelligentem Leben mündet eine Chance. Jede Wette es gibt Millionen von Planeten auf denen es z.B. bei den Kohlenwasserstoffen endet, weil die Bedingungen für mehr eben nicht so sind wie bei uns.

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Frage: Woher "weiss" ein Atom dass er zerfallen soll??? 28 Jan 2017 22:01 #11599

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Kann sich jemand vorstellen, dass es jemanden gibt, der sagt: Verdammt nochmal, wenn das und wenn das noch ein wenig besser gepasst hätte, dann wäre ich entstanden?
Warum sollen wir uns darüber wundern, dass wir da sind?
Es ist meiner Meinung nach ein äussert seltenes Zusammentreffen solcherlei Umstände, die ein Wesen wie uns ermöglichen aber es passiert hin und wieder und dann wird es wieder Wesen geben die sich das fragen.
Nehmen wir es doch einfach so hin.
Hurra wir leben!

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Frage: Woher "weiss" ein Atom dass er zerfallen soll??? 28 Jan 2017 22:27 #11601

Hallo Claus,
die Bell'sche Ungleichung besagt zwar, dass es keine verborgenen Variablen geben kann, aber sie besagt nicht, dass damit die Kausalität als Prinzip außer Kraft gesetzt wird. Das Ursache - Wirkungsprinzip liegt der Zeit zugrunde. Wenn es für einen Vorgang keine Ursache geben würde, würde der nächste Ereignischritt nicht ablaufen. Ein Prozess, dem plötzlich die Ursache fehlen würde, käme unmittelbar zum Stillstand, auch im Bereich der Elementarteilchen. Dazu bedarf es keiner verborgenen Variablen. Auch wenn es diese verborgenen Variablen nicht gibt, so laufen doch auch in der Mikrowelt Prozesse ab. Und jeder Prozessschritt hat einen zeitlichen Vorgänger.
Zurück in der Zeit geht nicht! Und ein Stopp der Zeit geht auch nicht. Es geht nur ein Vorwärts,
Das gilt für den Makrokosmos wie auch für den Mikrokosmos.
Davon bin ich schwer überzeugt, denn der Zeitpfeil , in der Thermodynamik verankert, ist ein schwer auszuhebelndes Gesetz.
Grüße
Thomas
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Frage: Woher "weiss" ein Atom dass er zerfallen soll??? 28 Jan 2017 23:05 #11603

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Hallo Thomas,

Thomas schrieb: Hallo Claus,
die Bell'sche Ungleichung besagt zwar, dass es keine verborgenen Variablen geben kann, aber sie besagt nicht, dass damit die Kausalität als Prinzip außer Kraft gesetzt wird.


Das ist nicht ganz korrekt: Die Verletzung der Bell'schen Ungleichung besagt lediglich, dass es keine lokalen verborgenen Variablen geben kann. Nichtlokale verborgene Variablen wie in der Bohmschen Theorie werden durch die experimentell nachgewiesene Verletzung der Bell'schen Ungleichung dagegen nicht ausgeschlossen. Wenn du den reinen Zufall in der Physik nicht akzeptieren willst, solltest du dich also mit der Bohmschen Mechanik anfreunden.

Gruß,
Lulu
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Frage: Woher "weiss" ein Atom dass er zerfallen soll??? 28 Jan 2017 23:25 #11605

Danke Lulu für den Hinweis,
auch wenn in der Bohmschen Mechanik die nichtlokalen verborgenen Variablen nicht ausgeschlossen werden, und dies den Zufall ausschließt, ist mir die Bohmsche Physik suspekt. Es gibt einfach zuviele Widersprüche zum bereits Erkannten und experimentell gesicherten Wissensschatz. Ich glaube, dass wir an einem prinzipiellen Problem scheitern und das ist die experimentelle Nichtzugänglichkeit der Plankwelt.
Grüße
Thomas

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Frage: Woher "weiss" ein Atom dass er zerfallen soll??? 29 Jan 2017 00:21 #11606

Hallo Thomas,

unsere ganze Art zu Denken ist von den Verhältnissen der makroskopischen Welt bestimmt, in der wir leben. Für die Evolution gab es ja nur das Ziel, uns an unsere Umgebung bestmöglich anzupassen. Daher erscheint es mir nicht sonderbar, wenn im Mikroskopischen die Verhältnisse ganz anders sind, als wir es uns vorstellen können. Es muss nur statistisch im Makroskopischen das herauskommen, was wir gewohnt sind.

Bei den quantenmechanischen Gesetzen (in der Kopenhagener Deutung) ist zwar die Zerfallszeit eines einzelnen instabilen Kerns zufällig. Bei großer Zahl instabiler Kerne ist das Verhalten (quasi) determiniert. Ganz ähnlich ist es ja in der Thermodynamik. Die Geschwindigkeit eines einzelnen Gasmoleküls kann man nicht thermodynamisch vorhersagen, die Geschwindigkeitsverteilung in einem Gas dagegen schon. Insofern bin ich davon überzeugt, dass die Quantenmechanik trotz des Zufallsprinzips nicht mit der Thermodynamik in Konflikt kommt.

Die andere Frage ist, setzt das quantenmechanische Zufallsprinzips (nach Kopenhagener Deutung) das Kausalitätsprinzip außer Kraft? Es passiert ja auch hier nichts ohne Ursache - es ist "nur" zufällig, wann und wie genau es geschieht. Und bei großen Zahlen bleibt das Ergebnis vorhersagbar.

Ich glaube nicht daran, dass sich in der Planckwelt etwas verbirgt, das die Quantenmechanik wieder deterministisch macht.

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Frage: Woher "weiss" ein Atom dass er zerfallen soll??? 29 Jan 2017 00:51 #11607

Ich weiss zwar nicht genau was eine Bellsche Ungleichung ist aber der Begriff ist mir bekannt. sie beweisst glaube ich dass wir hier wirklich mi Zufall zu tun haben Für mich ist es keine Überaschung das Ergebnis der Ungleichung. Alle experimente und teoretische Überlegungen sagen es ist zufall. Ich halte aber den grund für sooooo tief verbogen dass die Bellsche Ungleichung nur an der Oberfläche kratzt so zu sagen. Mir ist aber klar dass man mir Quantenmechanik viel Geld verdient also sie muss richtg sein aber vielleicht ist das nicht volle Bild der Wirklichkeit. Ich bin kein Wissenschaftler deswegen kann es sehr gut sein dass ich mich irre.

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Frage: Woher "weiss" ein Atom dass er zerfallen soll??? 29 Jan 2017 10:13 #11609

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ClausS schrieb:
Bei den quantenmechanischen Gesetzen (in der Kopenhagener Deutung) ist zwar die Zerfallszeit eines einzelnen instabilen Kerns zufällig. Bei großer Zahl instabiler Kerne ist das Verhalten (quasi) determiniert. Ganz ähnlich ist es ja in der Thermodynamik. Die Geschwindigkeit eines einzelnen Gasmoleküls kann man nicht thermodynamisch vorhersagen, die Geschwindigkeitsverteilung in einem Gas dagegen schon. Insofern bin ich davon überzeugt, dass die Quantenmechanik trotz des Zufallsprinzips nicht mit der Thermodynamik in Konflikt kommt.


Wenn man die Thermodynamik mit der Quantenmechanik vergleicht, dann landet man bei der Bohmschen Mechanik. Denn die beruht gerade auf der Idee, dass die Quantenmechanik so wie die Thermodynamik Systeme nur im Mittel beschreibt. Die Geschwindigkeit eines einzelnen Gasmoleküls kann man nicht thermodynamisch vorhersagen, wie Claus richtig schreibt. Trotzdem beruht dies nicht auf Zufall, sondern auf unzureichender Kenntnis der Anfangsbedingungen des Systems. Letztendlich ist das System streng deterministisch.
John Stewart Bell, der Namensgeber der berühmten Ungleichung, war übrigens Anhänger der Bohmschen Mechanik. Er sah in der Verletzung seiner Ungleichung weniger einen Anhaltspunkt für die Richtigkeit der Kopenhagener Deutung als für die Nichtlokalität der Natur und der Existenz instantaner Fernwirkungen.

Gruß,
Lulu
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Frage: Woher "weiss" ein Atom dass er zerfallen soll??? 29 Jan 2017 10:30 #11610

Ich habe ein Video gefunden wo die ganze Thematik erläutert wird, ohne das der Moderator Position bezieht. Ich wage zwar zu bezweifeln, dass da irgendwas gesagt wird, was Thomas und Claus nicht sowieso schon wissen, aber es kann ganz erhellend sein.

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Frage: Woher "weiss" ein Atom dass er zerfallen soll??? 29 Jan 2017 11:17 #11611

Lulu schrieb: Wenn man die Thermodynamik mit der Quantenmechanik vergleicht, dann landet man bei der Bohmschen Mechanik. Denn die beruht gerade auf der Idee, dass die Quantenmechanik so wie die Thermodynamik Systeme nur im Mittel beschreibt. Die Geschwindigkeit eines einzelnen Gasmoleküls kann man nicht thermodynamisch vorhersagen, wie Claus richtig schreibt. Trotzdem beruht dies nicht auf Zufall, sondern auf unzureichender Kenntnis der Anfangsbedingungen des Systems. Letztendlich ist das System streng deterministisch.
John Stewart Bell, der Namensgeber der berühmten Ungleichung, war übrigens Anhänger der Bohmschen Mechanik. Er sah in der Verletzung seiner Ungleichung weniger einen Anhaltspunkt für die Richtigkeit der Kopenhagener Deutung als für die Nichtlokalität der Natur und der Existenz instantaner Fernwirkungen.


Bei der Bohmschen Mechanik wollte ich nicht landen. Meine Intention war nur zu plausibilisieren, dass die Thermodynamik nicht als "Kronzeuge" gegen die Kopenhagener Interpretation herangezogen werden kann.

Klar ist, dass die Korrektheit der verschiedenen Interpretationen letztlich nur experimentell entschieden werden kann. Experimente, die wirklich zwischen der Kopenhagener Interpretation, der Vielweltentheorie, der Bohmschen Mechanik oder anderen unterscheiden können, sind mir nicht bekannt. Wenn es wirklich jemand gelänge, eine dieser Interpretationen zu widerlegen, wäre dies sicher in allen Physik-Medien eine Titel-Schlagzeile - und ein potentieller Nobelpreis.

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Frage: Woher "weiss" ein Atom dass er zerfallen soll??? 29 Jan 2017 12:14 #11614

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Die Frage musste auch lauten Woher "weiss" ein Atom, wann es zerfallen soll?

Materie ist ja eigentlich stabil, einschliesslich der Zerfallsprodukte. Ich denke, dass muss man hinnehmen, die Ursache des Zerfall ist nicht mit menschlichem Verstand erfassbar. Wahrscheinlich auch nicht mit herkömmlicher Mathematik.

Man müsste eigentlich "denken" können, wie ein Quark-Elementarteilchen. Da Materie letztlich nur aus Bindungsenergie besteht und diese Bindungsenergie nach statistischen Regeln "kollabiert" ist der Zerfall möglicherweise eine Eigenschaft der Raumzeit selbst, noch eine unbekannte Dimension, die auf die Bindungsenergie der Elemenarteilchen einwirkt.

Darüber sollte man mal nachdenken....

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Frage: Woher "weiss" ein Atom dass er zerfallen soll??? 29 Jan 2017 15:02 #11615

Sterntaler schrieb: Die Frage musste auch lauten Woher "weiss" ein Atom, wann es zerfallen soll?

Materie ist ja eigentlich stabil, einschliesslich der Zerfallsprodukte. Ich denke, dass muss man hinnehmen, die Ursache des Zerfall ist nicht mit menschlichem Verstand erfassbar. Wahrscheinlich auch nicht mit herkömmlicher Mathematik.


Zumindest den Tunneleffekt, der prinzipiell hinter den Zerfallsdauern steckt, kann man mathematisch gut rechnen.

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Frage: Woher "weiss" ein Atom dass er zerfallen soll??? 30 Jan 2017 11:24 #11625

Wenn es deterministisch abläuft, dann erkennen wir schlicht nicht alle Parameter um den korrekten Ablauf zu berechnen. Was wir jedoch können und wie ich lese sind sich da alle einig: wir können für große Anzahlen den Mittelwert sehr gut berechnen.

Zur Thermodynamik: Ich bin mir ziemlich sicher, hätten wir alle Parameter, also jeden Vektor jedes einzelnen Atoms, könnten wir berechnen was heute als nicht denkbar gilt. Aus unserer heutigen Sicht scheint es jedoch technisch absolut vollkommen unmöglich in einem Gas aus mehreren Milliarden Atomen alle Vektoren zu ermitteln und erst recht diese dann schneller zu berechnen als sie sich selbst verändern. Für uns ist das undurchdringliches Chaos und sieht nach Zufall aus, aber ich bin da eher bei Thomas, vermutlich geht es auch im kleinsten völlig geordnet zu, wir können es nur nicht erkennen.

Ein gutes Beispiel um zu verdeutlichen was ich meine ist die Hawking-Strahlung: HIer können wir für die großen Zahlen auch statistische Mittelwerte ermitteln und so Aussagen formulieren, doch wann genau an welchem Ort und warum ein Teilchenpaar entsteht, das verstehen wir nicht, das ist wie hinter einem Vorhang und offenbart sich uns erst mit dem Auftritt auf der Bühne die wir Universum nennen.

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Frage: Woher "weiss" ein Atom dass er zerfallen soll??? 30 Jan 2017 17:05 #11626

Hi

Madouc99 schrieb: Zur Thermodynamik: Ich bin mir ziemlich sicher, hätten wir alle Parameter, also jeden Vektor jedes einzelnen Atoms, könnten wir berechnen was heute als nicht denkbar gilt. Aus unserer heutigen Sicht scheint es jedoch technisch absolut vollkommen unmöglich in einem Gas aus mehreren Milliarden Atomen alle Vektoren zu ermitteln und erst recht diese dann schneller zu berechnen als sie sich selbst verändern.


Interessanter Gedanke!
Nur beeinflusst die Speicherung und Verarbeitung von Daten in einem Bezugssystem das zu modellierende oder aufzuzeichnende System nicht auch (wenn auch nur sehr sehr sehr gering)? In dem Moment wo du rechnest, veränderst du damit das System, das du berechnen willst. Also wenn man es ganz genau nimmt, was man bei deinem Beispiel aber müsste.

viele Grüße
seb110

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Frage: Woher "weiss" ein Atom dass er zerfallen soll??? 30 Jan 2017 19:20 #11628

Madouc99 schrieb: Zur Thermodynamik: Ich bin mir ziemlich sicher, hätten wir alle Parameter, also jeden Vektor jedes einzelnen Atoms, könnten wir berechnen was heute als nicht denkbar gilt. Aus unserer heutigen Sicht scheint es jedoch technisch absolut vollkommen unmöglich in einem Gas aus mehreren Milliarden Atomen alle Vektoren zu ermitteln und erst recht diese dann schneller zu berechnen als sie sich selbst verändern. Für uns ist das undurchdringliches Chaos und sieht nach Zufall aus, aber ich bin da eher bei Thomas, vermutlich geht es auch im kleinsten völlig geordnet zu, wir können es nur nicht erkennen.


In einem chaotischen System ist dies leider nicht möglich. Aufgrund der quantenmechanischen Unbestimmtheitsrelation lässt sich Ort und Impuls eines Teilchens nicht beliebig genau bestimmen. Diese Unbestimmtheit sorgt dafür, dass man hier prinzipiell nur sehr begrenzte Vorhersagen machen kann.

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Frage: Woher "weiss" ein Atom dass er zerfallen soll??? 31 Jan 2017 11:00 #11648

Claus und Seb: Genau. Das wollte ich zum Ausdruck bringen. Wir können es nicht genau wissen also auch nicht berechnen, deshalb sieht es für uns immer nach Chaos und Zufall aus, auch wenn es nicht so sein sollte.

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Frage: Woher "weiss" ein Atom dass er zerfallen soll??? 31 Jan 2017 12:14 #11651

Ich habe von einen Experiment gehort wo Photonen auf ein Glass geschossen werden.50% gehen durch 50% werden zerückgeworfen. Wer geht durch oder nicht das bestimmt aleine der Zufall. Nun man könnte jetzt denken ein einzelne Atom weiss bescheid wohin die Reise geht??? nur wir von aussen NICHT!!!! nein das passiert erst wenn der Photon auf das Glass triff. Das Photon ist also "ahnungslos". Wir wissen nur dass 50% durchgehen 50% nicht welche einzelne durchgeht oder nicht ist für uns bedeutungslos deswegen war meine Frage Wocher ein Atom weiss dass er zerfalllen soll sinnlos. Ich glaube irgendjemand von den Quantenspezialisten hat gesagt Man soll nicht nachdenken sonder RECHNEN und da sind wir wirklich sehr erforgleich. kein PC könnte ohne Quantenmechanik enstehen U.S.W

Gruß
neugierig

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Frage: Woher "weiss" ein Atom dass er zerfallen soll??? 31 Jan 2017 12:23 #11652

Wenn immer exakt 50% raus kommen obwohl kein Teilchen vom anderen 'weiß', dann steckt mehr dahinter als nur Zufall. Einfachste logische Erklärung wäre, dass ein Photon an der Glasscheibe erstmal verdoppelt oder halbiert wird und dann zu gleichen Teilen durch und zurück geht. So hat man immer gleich viele Teilchen auf beiden Seiten. Denkt man nicht in Teilchen, sondern Wellen, ist die Verdoppelung sogar relativ leicht nachzuvollziehen die Welle geht einfach weiter und wird reflektiert. Denkt man in Teilchen würde eine Halbierung eher sinnvoll erscheinen.

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Frage: Woher "weiss" ein Atom dass er zerfallen soll??? 31 Jan 2017 20:00 #11661

Quanten Effekte laufen mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit ab . Und ein Teilchen hat keinerlei Ahnung von anderen . Von 10 Photonen hat jedes eine 50% Wahrscheinlichkeit , es ist also möglich das alle 10 durchgehen oder auch keines . Es ist wie mit würfeln kann 5 mal nacheinander eine 6 haben aber bei 10 Millionen Würfen hat man alle zahlen fast gleich oft .
Genauso auch beim zerfall , die Teilchen haben keine Information über andere und wissen also nicht wann sie zerfallen sollen . Es können also von 5 Atomen alle zerfallen oder keines , erst bei Millionen von Atomen wird man sich an die 50% annähern .

Wir leben zwar alle unter dem gleichen Himmel, aber es haben nicht alle den gleichen Horizont.

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Frage: Woher "weiss" ein Atom dass er zerfallen soll??? 02 Feb 2017 18:58 #11701

neugierig schrieb: deswegen war meine Frage Wocher ein Atom weiss dass er zerfalllen soll sinnlos. Ich glaube irgendjemand von den Quantenspezialisten hat gesagt


So sinnlos ist diese Frage gar nicht, nur die Antwort darauf ist leider noch komplizierter als das was hier diskutiert wird und man benötigt zudem zusätzliches Wissen um sie hinterher wirklich zu verstehen.

Ich empfehle dieses Buch zu lesen:
Moderne Physik von Prof. Randy Harris
ISBN: 3868941150

Da steht die Antwort drin. Kann man lesen und dem ganzen auch als Nicht-Mathematiker folgen. Auch wenn man es nicht vollständig versteht kann man dann doch das was man woanders "aus der Gerüchteküche" gehört oder gelesen hat besser einordnen.

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Frage: Woher "weiss" ein Atom dass er zerfallen soll??? 02 Feb 2017 21:07 #11708

Oder dies hier:
tu-dresden.de/ing/maschinenwesen/iet/wke...lien/buz.pdf?lang=de

Demnach ist beim Zerfall von Radionukliden, oder -isotopen gar nicht so viel Zufall drin, sondern man kann recht spezifisch Ausrechnen, wie der Zerfall vonstatten geht. Nun mag jemand einwenden, dass es ja um künstliche Radionuklide, -isotope geht, aber die natürlich vorkommenden, stammen ja ebenfalls aus Sternen. So wie alle Materie, oberhalb von Helium.

"`Oh dear,' says God, `I hadn't thought of that,' and promptly vanished in a puff of logic.

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"`Oh dear,' says God, `I hadn't thought of that,' and promptly vanished in a puff of logic.
Letzte Änderung: von derwestermann. Begründung: Nachtrag, nach dem Lesen (Notfallmeldung) an den Administrator

Frage: Woher "weiss" ein Atom dass er zerfallen soll??? 02 Feb 2017 22:02 #11714

derwestermann schrieb: Oder dies hier:
tu-dresden.de/ing/maschinenwesen/iet/wke...lien/buz.pdf?lang=de

Demnach ist beim Zerfall von Radionukliden, oder -isotopen gar nicht so viel Zufall drin, sondern man kann recht spezifisch Ausrechnen, wie der Zerfall vonstatten geht. Nun mag jemand einwenden, dass es ja um künstliche Radionuklide, -isotope geht, aber die natürlich vorkommenden, stammen ja ebenfalls aus Sternen. So wie alle Materie, oberhalb von Helium.


Die Zerfallsraten kennt man sehr gut, nur nicht wann welcher Kern zerfällt. Dieser Artikel sagt nichts anders.

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