Die Gewinner des UWudL-Quiz vom Dezember 2018 Zu den Gewinnern

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THEMA: Spukhafte Fernwirkung

Die Qual der Wahl 06 Dez 2018 19:08 #45643

Yukterez schrieb:

Merilix schrieb: Nein. Die Realität in der du dich befindest wurde bereits festgelegt; du weist es nur noch nicht. Noch mit 50:50 zu rechnen ist eine egozentrische Betrachtungsweise, die allerdings völlig legitim ist um eine statistische Aussage / Vorhersage zu machen.

Müsste nach der Logik nicht auch der Zustand der Katze bereits feststehen bevor du die Box öffnest?

Nicht folgen könnend,

Davon bin ich überzeugt. Den unwahrscheinlichen Fall ausgenommen das das Aton just in dem Augenblick zerfällt wenn man die Box öffnet steht der Zustand bereits fest und die Annahme einer Superposition zwischen tot und lebendig ist lediglich ein Hilfsmittel mit der Unwissenheit klarzukommen und auch quantitativ zu rechnen.

Man kann ja das Beispiel auch anders konstruieren: Ein Blitzer am Straßenrand blitzt dich mit zu hoher Geschwindigkeit. Jetzt könnte im Gerät ein Atom zerfallen und zu einer Fehlfunktion führen so das das Foto nicht auswertbar ist. Wann bricht die "Superposition" zusammen? Im Moment wo der Auswerter in der Behörde die Daten sichtet oder im Moment wo du die Post öffnest und den Anhörungsbogen findest? Oder schon früher im Gerät wenn die Daten gespeichert werden?
Angenommen wir entscheiden uns für den Auswerter. was unterscheided ihn von der Katze?

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Die Qual der Wahl 06 Dez 2018 19:23 #45645

Merilix schrieb:
Davon bin ich überzeugt. Den unwahrscheinlichen Fall ausgenommen das das Atom just in dem Augenblick zerfällt wenn man die Box öffnet steht der Zustand bereits fest und die Annahme einer Superposition zwischen tot und lebendig ist lediglich ein Hilfsmittel mit der Unwissenheit klarzukommen und auch quantitativ zu rechnen.

In der reinen Quantenmechanik liegt es nicht an der Unwissenheit des Beobachters, sondern der Zustand im System des Messenden steht bis zur Messung tatsächlich noch nicht fest. In der Bohmschen Mechanik (an die jedoch fast keiner glaubt) wäre es zwar so wie du sagst, aber dafür müsstest du dann die Kompatibilität mit der speziellen Relativitätstheorie aufgeben und verborgene Parameter einführen, was wiederum eine schwer zu rechtfertigende Zusatzannahme wäre. In Kopenhagen (wo man ebenfalls nicht ohne zweifelhafte Zusatzannahmen auskam und wegen der mangelhaften Definition was als Beobachter gilt auch keine eindeutige Aussage treffen konnte):

Wiki/Copenhagen wrote:
The experiment can be interpreted to mean that while the box is closed, the system simultaneously exists in a superposition of the states "decayed nucleus/dead cat" and "undecayed nucleus/living cat", and that only when the box is opened and an observation performed does the wave function collapse into one of the two states.

und bei Everett (die konsequente und unverwässerte Interpretation ohne Ausflüchte):

Wiki/Everett wrote:
When opening the box, the observer becomes entangled with the cat, so "observer states" corresponding to the cat's being alive and dead are formed; each observer state is entangled or linked with the cat so that the "observation of the cat's state" and the "cat's state" correspond with each other. Quantum decoherence ensures that the different outcomes have no interaction with each other.

entscheidet sich erst im Moment der Messung ob die Katze noch lebt oder bereits gestorben ist, die Katze und das Atom bilden dabei ein System mit eigener Wellenfunktion.

Merilix schrieb:
Wann bricht die "Superposition" zusammen? Im Moment wo der Auswerter in der Behörde die Daten sichtet oder im Moment wo du die Post öffnest und den Anhörungsbogen findest?

In diesem Beispiel wechselwirken die Komponenten schon bevor du das Foto auswertest mit der Umwelt und die Umwelt mit dir, was aber nur daran liegt dass Radarfallen und Briefe keine isolierten Systeme sind, und die Ausbreitungsgeschwindigkeit dieser Wechselwirkungen schneller als die Post ist.

Merilix schrieb:
Angenommen wir entscheiden uns für den Auswerter. was unterscheided ihn von der Katze?

Nichts, deswegen gibt es auch das erweiterte Beispiel mit den Matrjoschka Boxen. Genau aus dem Grund wurde ja auch eine Katze gewählt um die Aussagen der Quantenmechanik erst so richtig deutlich zu machen, die Katze kannst du auch direkt durch einen Menschen ersetzen.

Ra-Raisch schrieb:
Die Viele-Welt-Lösung ist natürlich die einfachste. Sie ist nicht falsifizierbar.

Das ist eine common misconception und gilt als silly objection:

Sean Carroll wrote:
There are other silly objections to EQM, of course. The most popular is probably the complaint that it’s not falsifiable. That truly makes no sense. It’s trivial to falsify EQM — just do an experiment that violates the Schrödinger equation or the principle of superposition, which are the only things the theory assumes. Witness a dynamical collapse, or find a hidden variable.

Es gäbe auch noch andere Methoden, die aber in die Kategorie don't try this at home fallen.

Verena Meier schrieb:
Naja, womöglich nehme ich das ihm (und Dir) in immerhin unendlich vielen Universen tatsächlich ab ... in diesem hier jedenfalls nicht.

Die Realität schert sich nicht darum ob man vor ihr davonläuft:

Sean Carroll wrote:
The “denial” strategy says “The idea of multiple worlds is so profoundly upsetting to me that I will deny the existence of reality in order to escape having to think about it.” Advocates of this approach don’t actually put it that way, but I’m being polemical rather than conciliatory in this particular post. And I don’t think it’s an unfair characterization.
The final strategy is acceptance. That is the Everettian approach. The formalism of quantum mechanics, in this view, consists of quantum states as described above and nothing more, which evolve according to the usual Schrödinger equation and nothing more. The formalism predicts that there are many worlds, so we choose to accept that. This means that the part of reality we experience is an indescribably thin slice of the entire picture, but so be it. Our job as scientists is to formulate the best possible description of the world as it is, not to force the world to bend to our pre-conceptions.

Es so nehmend wie es ist,

Folgende Benutzer bedankten sich: Heinz Jürgen

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Die Qual der Wahl 07 Dez 2018 22:26 #45656

Yukterez schrieb:

Ra-Raisch schrieb:
Die Viele-Welt-Lösung ist natürlich die einfachste. Sie ist nicht falsifizierbar.

Das ist eine common misconception und gilt als silly objection:

Sean Carroll wrote:
There are other silly objections to EQM, of course. The most popular is probably the complaint that it’s not falsifiable. That truly makes no sense. It’s trivial to falsify EQM — just do an experiment that violates the Schrödinger equation or the principle of superposition, which are the only things the theory assumes. Witness a dynamical collapse, or find a hidden variable.

Es gäbe auch noch andere Methoden, die aber in die Kategorie don't try this at home fallen.

Ich sprach von den Vielen-Welten und nicht von "violates the Schrödinger equation or the principle of superposition", allso die Schlussfolgerung aus diesen Phänomenen. Der gute Sean Carroll argumentiert hier nicht sauber "which are the only things the theory assumes". Das mag schon sein, aber die Schlussfolgerungen sind nicht zwingend und eben der Prüfung entzogen.

Die Falsifizierbarkeit soll kein KO-Argument sein, aber doch ein gewichtiges. Wichtiger ist aber die Komplexität der Entstehung von nahezu identischen Welten aus dem Nichts. Da wäre es in meinen Augen einfacher, einen Schöpfer zu erfinden. In jedem Fall ist die zufällige Konkretisierung unserer Welt die einfachere Erklärung. Zufall halte ich für einfacher als Duplikation.

Was mich emotional vor dieser Theorie abschreckt, ist die Frage, ob ich zufällig in dieser Variante der Welt gelandet bin und meine Schatten in den anderen Kopien, wobei sich jeder mehr oder weniger gleichzeitig in etwa die selbe Frage stellt ...

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Die Qual der Wahl 08 Dez 2018 11:25 #45672

ra-raisch schrieb: Was mich emotional vor dieser Theorie abschreckt, ist die Frage, ob ich zufällig in dieser Variante der Welt gelandet bin und meine Schatten in den anderen Kopien, wobei sich jeder mehr oder weniger gleichzeitig in etwa die selbe Frage stellt ...


In der überwiedenden Zahl der vielen Welten gäbe es keine Menschen.

In der überwiedenden Zahl der vielen Welten mit Menschen gäbe es dich nicht.

In vielen Welten würden noch viel schlimmere Dinge passieren als in unserer. Man stelle sich etwa eine Welt vor, in der Hitler den 2. Weltkrieg gewonnen hat. Glaubt man an die Vielweltentheorie, müssten auch solche Welten existieren.

Ich persönlich würde erst an die Vielweltentheorie glauben, wenn ich müsste. Das heißt, wenn alle anderen potentiell sinnvollen Interpretationen (insbesondere Kopenhagen) falsifiziert wären.

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Zufall 08 Dez 2018 11:56 #45673

ClausS schrieb: Ich persönlich würde erst an die Vielweltentheorie glauben, wenn ich müsste. Das heißt, wenn alle anderen potentiell sinnvollen Interpretationen (insbesondere Kopenhagen) falsifiziert wären.

genau

ra-raisch schrieb: Zufall halte ich für einfacher als Duplikation.

Interessant ist natürlich die Frage, was denn "Zufall" ist. Dabei muss man zwei Bedeutungen unterscheiden:

1) Die makroskopische Bedeutung ist die, dass ein Ereignis dann zufällig genannt wird, obwohl es deterministisch abläuft, wenn die Anfangsbedingungen dem Erwartungswert im Rahmen statistisch zu erwartender Abweichungen entsprechen. Derartige Anfangsbedingungen werden ebenfalls als zufällig bezeichnet (sofern sie nicht gezielt ausgewählt oder absichtlich oder unabsichtlich geschaffen werden).

2) Die mikroskopische Bedeutung ist die, ob ein Elementarereignis wie etwa Kernzerfall stattfindet oder nicht, ein Photon an dieser oder jener Stelle auftritt, etc. Ich halte diesen Zufall für möglich und benötige dafür keine Viele-Welten.

Wie kann dieser "echte" Zufall zustande kommen?
Ich kann mir vorstellen, dass die diversen Felder des Universums an jedem Ereignispunkt ihr Quäntchen dazu beitragen, diesen "Zufall" auszuformen. Damit handelt es sich dann nicht um intrinsische Variablen sondern äußere Einwirkungen, die das Verhalten in diesem Detail mitbestimmen. Dies ist dann nur nach Definition#1 zufällig.

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Zufall 08 Dez 2018 20:57 #45700

ClausS schrieb:
Man stelle sich etwa eine Welt vor, in der Hitler den 2. Weltkrieg gewonnen hat. Glaubt man an die Vielweltentheorie, müssten auch solche Welten existieren.

Das muss nicht sein, wer einen Krieg gewinnt hängt meistens nicht von einer Serie aufeinanderfolgender binärer Quantenereignisse ab.

ClausS schrieb:
Ich persönlich würde erst an die Vielweltentheorie glauben, wenn ich müsste. Das heißt, wenn alle anderen potentiell sinnvollen Interpretationen (insbesondere Kopenhagen) falsifiziert wären.

In Kopenhagen bräuchtest du einen Detektor der über der Quantenmechanik steht um die Wellenfunktion kollabieren zu lassen. In Anbetracht dessen dass jeder Detektor selber wieder aus Teilchen besteht die der Quantenmechanik unterliegen ist diese Voraussetzung aber unerfüllbar. Im Übrigen ersparst du dir die vielen Welten auch in Kopenhagen nicht, du postulierst dort nur dass sie im Moment wo ein klassischer Detektor ins Spiel kommt vernichtet werden:

Sean Carroll sprach:
It's not that many worlds is a theory of extra worlds; it's that every other interpretation of quantum mechanics is a disappearing worlds interpretation. Once you do quantum mechanics at all, the worlds are already there.

Lebend und leben lassend,

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Zufall 08 Dez 2018 21:03 #45701

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ClausS schrieb: Man stelle sich etwa eine Welt vor, in der Hitler den 2. Weltkrieg gewonnen hat. Glaubt man an die Vielweltentheorie, müssten auch solche Welten existieren.

Yukterez schrieb: Das muss nicht sein, wer einen Krieg gewinnt hängt meistens nicht von einem binären Quantenereignis ab.

Ich denke schon. Eine solche Welt müsste es nicht nur geben - es müsste sie unendlich oft geben, wenn die Viele-Welten-Theorie überhaupt Sinn machen soll. Ob sie wirklich Sinn macht, ist keine mathematische Frage. Ein wenig gesunder Menschenverstand sollte genügen, hier misstrauisch zu bleiben.

Der physikalische Determinismus war ein Tagtraum der Allwissenheit, der mit jedem Fortschritt der Physik wirklicher zu werden schien, bis er zu einem scheinbar unausweichlichen Alptraum wurde. - Karl Popper

Der physikalische Determinismus ist eine Theorie, über die man, wenn sie wahr ist, nicht argumentieren kann, denn sie führt alle unsere Reaktionen auf rein physikalische Bedingungen zurück. - Karl Popper

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Zufall 08 Dez 2018 21:06 #45703

stm schrieb: Eine solche Welt müsste es nicht nur geben - es müsste sie unendlich oft geben, wenn die Viele-Welten-Theorie überhaupt Sinn machen soll.

Ich glaube du verwechselst die vielen Welten der Quantenmechanik (Level 3 auf der Tegmark Skala) mit dem Multiversum der Kosmologie (Level 1). Das sind aber zwei verschiedene Paar Schuhe.

Mir nicht anders erklären könnend wie du zu so einer Schlussfolgerung kommst,

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Zufall 08 Dez 2018 21:10 #45704

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Yukterez schrieb: Ich glaube du verwechselst die vielen Welten der Quantentheorie (Level 3 auf der Tegmark Skala) mit dem Multiversum der Kosmologie (Level 1). Das sind aber zwei verschiedene Paar Schuhe.

Mag sein. Ich beziehe mich hier auf das Buch von Max Tegmark. Kann natürlich sein, dass der Unsinn geschrieben hat. (Was ich ohnehin vermute).

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der Gleiche ist nicht der Selbe 08 Dez 2018 21:16 #45705

stm schrieb: Mag sein. Ich beziehe mich hier auf das Buch von Max Tegmark. Kann natürlich sein, dass der Unsinn geschrieben hat. (Was ich ohnehin vermute).

Ich halte es für wahrscheinlicher dass du das was er geschrieben hat nicht richtig verstanden hast. In den vielen Welten der Quantenmechanik wäre es (wenn wir davon ausgehen dass der zweite Weltkrieg aufgrund eines Quantenereignisses entschieden würde) der echte Adolf Hitler der den Krieg auf unserer Erde sowohl gewinnt als auch verliert, während es im Multiversum der Kosmologie vereinfacht ausgedrückt nur ein vom Original nicht zu unterscheidender Hitdolf Adler wäre der einen anderen Krieg der in sehr weiter Entfernung von uns stattfindet gewinnen würde. Die Anzahl der Abzweigungen in der Quantenmechanik ist zwar groß, aber endlich, während die Zahl der Doppelgänger in einem flachen Universum unendlich ist.

Differenzierend,

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Zufall 09 Dez 2018 00:44 #45710

Yukterez schrieb:

ClausS schrieb:
Man stelle sich etwa eine Welt vor, in der Hitler den 2. Weltkrieg gewonnen hat. Glaubt man an die Vielweltentheorie, müssten auch solche Welten existieren.

Das muss nicht sein, wer einen Krieg gewinnt hängt meistens nicht von einer Serie aufeinanderfolgender binärer Quantenereignisse ab.

..muss nicht, kann aber. In diesem Fall hielte ich es aber auch für sehr unwahrscheinlich weil die Gewinnchancen sehr niedrig waren, es hätten schon mehrere bzw sehr viele Quantenzufälle zu makroskopischen Desastern bei den Alliierten geführt haben müssen.

Aber andererseits sehe ich in dem Gedanken ohnehin kein stichhaltiges Argument pro oder contra.

Yukterez schrieb:

ClausS schrieb:
Ich persönlich würde erst an die Vielweltentheorie glauben, wenn ich müsste. Das heißt, wenn alle anderen potentiell sinnvollen Interpretationen (insbesondere Kopenhagen) falsifiziert wären.

In Kopenhagen bräuchtest du einen Detektor der über der Quantenmechanik steht um die Wellenfunktion kollabieren zu lassen.

Die Kopenhagener Interpretation ist ja fast mystisch, weil sie (zumindest wörtlich) auf den Beobachter abstellt und nicht auf die Messung. (Zumindest habe ich Tegmarks Erläuterungen hierzu so in Erinnerung).

Gleiches scheint mir aber auch für Schrödingers Katze zu gelten. In meinen Augen kommt es eben nicht auf eine relative Messung innerhalb der Box oder von außen an, ich sehe beide Messungen (=Störungen) als gleichwertig an. Die Interaktion verursacht die Festlegung und nicht die Information darüber. Dies ergibt sich nach meiner Meinung allein schon aus der "Reichweite" der Verschränkung, die eben auch bei raumartigen Ereignissen (vergleichbar mit der Box) wirkt.

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Zufall 09 Dez 2018 01:31 #45711

ra-raisch schrieb: Die Interaktion verursacht die Festlegung und nicht die Information darüber.

Die Interaktion führt erst mal nur dazu dass die Objekte die miteinander interagieren dann miteinander verschränkt sind.

Daraus noch keinen Kollaps der Wellenfunktion ableiten könnend,

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Zufall 09 Dez 2018 08:38 #45713

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ra-raisch schrieb: Die Kopenhagener Interpretation ist ja fast mystisch, weil sie (zumindest wörtlich) auf den Beobachter abstellt und nicht auf die Messung.

Aus diesem Grund bevorzuge ich Zehs Dekohärenz. Diese Interpretation kommt ohne mystische Einsprengsel wie beobachtende Bewusstseine oder Viele-Welten aus. Wobei man auch Kopenhagen oft so lesen kann.

@Yukterez
Wie verträgt sich deine Behauptung, dass Interaktionen zunächst nur zur Verschränkung, nicht aber zu einem Kollaps der Wellenfunktion führt, mit dieser Ausführung?

So stellte sich heraus, dass Superpositionseffekte wie die oben erläuterte Interferenz am Doppelspalt äußerst empfindlich auf jeglichen Einfluss aus der Umgebung reagieren: Stöße mit Gasmolekülen oder Photonen, aber auch die Aussendung oder Absorption von Strahlung beeinträchtigen oder zerstören die feste Phasenbeziehung zwischen den beteiligten Einzelzuständen \(|\phi_{n} ^{System}\rangle\) des betrachteten Systems, die für das Auftreten von Interferenzeffekten entscheidend ist.

Yukterez schrieb: Die Anzahl der Abzweigungen in der Quantenmechanik ist zwar groß, aber endlich, während die Zahl der Doppelgänger in einem flachen Universum unendlich ist.

Die Rechnung geht nur dann halbwegs auf, wenn wir in einem endlichen Universum der Ebene 1 leben. Ansonsten schleppst du die Unendlichkeit mit und bekommst auch eine unendliche Anzahl von Abweigungen.

Der physikalische Determinismus war ein Tagtraum der Allwissenheit, der mit jedem Fortschritt der Physik wirklicher zu werden schien, bis er zu einem scheinbar unausweichlichen Alptraum wurde. - Karl Popper

Der physikalische Determinismus ist eine Theorie, über die man, wenn sie wahr ist, nicht argumentieren kann, denn sie führt alle unsere Reaktionen auf rein physikalische Bedingungen zurück. - Karl Popper

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Der physikalische Determinismus ist eine Theorie, über die man, wenn sie wahr ist, nicht argumentieren kann, denn sie führt alle unsere Reaktionen auf rein physikalische Bedingungen zurück. - Karl Popper

Zufall 09 Dez 2018 17:58 #45733

stm schrieb: Wie verträgt sich deine Behauptung, dass Interaktionen zunächst nur zur Verschränkung, nicht aber zu einem Kollaps der Wellenfunktion führt, mit dieser Ausführung?

Sehr gut, wie man in Beitrag #45645 im Absatz mit der Radarfalle sieht.

stm schrieb: Die Rechnung geht nur dann halbwegs auf, wenn wir in einem endlichen Universum der Ebene 1 leben. Ansonsten schleppst du die Unendlichkeit mit und bekommst auch eine unendliche Anzahl von Abweigungen.

Auch dann gibt es pro Kreuzung nur eine endliche Anzahl von Abzweigungen, dass es unendlich viele Straßen und damit auch unendlich viele Kreuzungen gibt und unendlich mal endlich wieder unendlich ist ist trivial.

Unbeeindruckt,

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Zufall 09 Dez 2018 18:24 #45735

Yukterez :

Auch dann gibt es pro Kreuzung nur eine endliche Anzahl von Abzweigungen, dass es unendlich viele Straßen und damit auch unendlich viele Kreuzungen gibt ist trivial.

Unbeeindruckt,



Aber eins musste zugeben, wenn man deiner Ansicht folgt, muss es in den anderen Welten doch sehr wahrscheinlich mindestens einen Yukterez geben, welcher sich von stm´s Argumenten beeindrucken lässt. ;)

Wenn ja, hätte sich Yukterez in der anderen Welt definitiv geirrt.
Beweisführung wird aber schwierig. :evil:

Gene brauchen Vielfalt und der Grips auch

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Gene brauchen Vielfalt und der Grips auch

Zufall 09 Dez 2018 19:16 #45739

Brooder schrieb: Beweisführung wird aber schwierig. :evil:

Zumal ... wenn einer sich in seinem einen realen Leben immer und immer wieder und an jeder Kreuzung erneut, auf die Hinterbeine stellt, um dann trotzig und gezielt die falsche Abzweigung zu wählen - warum sollte er dies in seinen anderen (auch wenn es unendlich viele sind) realen Leben nicht ebenso tun (müssen :evil: ).

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Zufall 09 Dez 2018 19:41 #45740

Yukterez schrieb:

ra-raisch schrieb: Die Interaktion verursacht die Festlegung und nicht die Information darüber.

Die Interaktion führt erst mal nur dazu dass die Objekte die miteinander interagieren dann miteinander verschränkt sind.

Wie auch stm sagt:
Jede (ausreichend große) Störung (Messung) verändert die Welle(nfunktion). Im Falle der Verschränkung führt die Messung auch zur Festlegung (oder nur Offenlegung?) des Partnerteilchens.

Im Falle einer Erhaltungsgröße wäre dieses Verhalten nicht verwunderlich. Auch die Verschränkung mit mehreren Teilchen wäre eine offensichtliche Folge. Die Gesamtenergie bleibt konstant, kenne ich die Energie (Impuls, etc) eines Teilchens, kenne ich die Energiesumme (Impuls, etc) der restlichen Teilchen ("ergänzende" Verschränkung). Im Falle einer "teilenden" Verschränkung sind die entsprechenden Eigenschaften beider Teilchen von Anfang an gleich.

Messe ich den Spin eines Teilchens in einer Richtung zB "oben", kenne ich den Spin des verschränkten Teilchens entweder ebenfalls "oben" oder "unten", je nach Verschränkungsart. Bei der Polarisation von Licht und einem verschränkenden Teiler (Photonenverdoppler) gehe ich von Gleichheit der Schwingungsebenen aus.

....wie geht das Experiment, bei dem der Spin verändert wird und "gleichzeitig" auch der Spin des verschränkten Teilchens? Das wäre wohl ein Polfilter und dann nochmal ein 45° Polfilter?

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Zufall 09 Dez 2018 23:12 #45749

ganz pragmatische Zusammenfassung
Rainer Blatt: Quantenwelt - Wie wirklich ist die Wirklichkeit ?

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die vielen Welten 12 Dez 2018 21:56 #45863

Eine der interessantesten Schlussfolgerungen aus der viele Welten Interpretation ist die dass der Yukterez mit Katze und der parallele Yukterez ohne Katze nicht mehr und nicht weniger miteinander verwandt sind als der Yukterez in der Gegenwart mit dem Yukterez in der Zukunft verwandt ist (per Lorentztransformation im Hilbertraum kann man zeigen dass das vom Prinzip her äquivalent ist).

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die vielen Welten 12 Dez 2018 22:08 #45866

Yukterez schrieb: nicht mehr und nicht weniger miteinander verwandt sind

Das nennt man (jedenfalls vertikal) Personalidentität. Nach der Aufspaltung, also horizontal, gibt es da wohl nur ein "schrödingerverwandt". Interessant, dass die Identität anscheinend so etwas wie einen Zeitpfeil besitzt.

Aber nochmal, was mich besonders stört ist, dass es rein zufällig ist, in welcher der Viele-Welten ich hier lebe. Und wenn es diesen Zufall gibt, wozu dann die anderen Viele-Welten? Ockham verbietet das in meinen Augen, übrigens sehr sympathisch:
wiki: die politischen Werke... (Münchener Zeit.) ... dienen insbesondere dem Kampf gegen die Kurie.

... interessant in diesem Zusammenhang:
wiki: Die Welt ist für ihn nur eine unter einer unbegrenzten Menge von möglichen Welten, die Gott hätte schaffen können.

Um den Zufall kommen wir so oder so nicht herum! Da bleibe ich auch beim "hätte sein können"

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eine Welt allein wär zu klein 12 Dez 2018 22:40 #45868

ra-raisch schrieb: wozu dann die anderen Viele-Welten?

Das wäre äquivalent zur Frage: "wenn ich doch eh immer in der Gegenwart lebe, wozu brauche ich dann eine Vergangenheit und eine Zukunft?" Die anderen Welten brauchst du schon alleine dafür damit sie miteinander interferieren können, sonst könntest du noch nicht einmal ein ordentliches Doppelspaltexperiment durchführen. Genau so braucht man auch eine Vergangenheit die dann zur Gegenwart führt.

Nicht mehr drauf verzichten wollend,

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eine Welt allein wär zu klein 12 Dez 2018 22:57 #45870

;-)

Ich halte es mit der Einsteinschen Raumzeit:
Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sind ebenso Teil des Ganzen wie vorne, hinten, oben, unten, rechts, links und hier. Da ist gar kein Platz für mehr als eine Welt.

Lediglich gehe ich davon aus, dass die Zukunft nicht deterministisch festgelegt ist.

Ob die Vergangenheit festgelegt ist, wenn wir uns rückwärts bewegen könnten, wage ich auch zu bezweifeln, aber wenn das Wörtchen Wenn nicht wäre, wäre ich längst Multimillionär.

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eine Welt allein wär zu klein 12 Dez 2018 23:17 #45871

ra-raisch schrieb: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sind ebenso Teil des Ganzen wie vorne, hinten, oben, unten, rechts, links und hier.
Lediglich gehe ich davon aus, dass die Zukunft nicht deterministisch festgelegt ist. Ob die Vergangenheit festgelegt ist, wenn wir uns rückwärts bewegen könnten, wage ich auch zu bezweifeln

Für ein Blockuniversum in dem die Zukunft nicht determiniert ist brauchst du automatisch die viele Welten Interpretation, sonst wäre das ein Widerspruch.

Die Zange schließend,

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eine Welt allein wär zu klein Gestern 00:02 #45873

Yukterez schrieb: Für ein Blockuniversum in dem die Zukunft nicht determiniert ist brauchst du automatisch die viele Welten Interpretation, sonst wäre das ein Widerspruch.

Mir genügt der gute alte Heisenbergsche Zufall als Erklärung.

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