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THEMA: LIGO-Projektupdate (zu Gravitationswellen)

LIGO-Projektupdate (zu Gravitationswellen) 09 Feb 2016 18:42 #2640

Hallo zusammen,

viele von euch wissen, dass die Menschen auf der Suche nach einem Nachweis der Gravitationswellen sind (gab dazu ja auch schon mehrere Videos). Ein US-Amerikanisches Projekt hierfür heißt LIGO, am Donnerstag findet ein Update-Bericht zum aktuellen Status von LIGO statt:
www.ligo.org/news/media-advisory.php

Mehr zum Ligo-Projekt:
de.wikipedia.org/wiki/LIGO

Kann ein kleines "unbedeutendes" Projektupdate sein, oder aber auch etwas größeres (man darf ja noch hoffen :)
Auf jeden Fall könnte das interessant werden :)


Viele Grüße
Tobias
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LIGO-Projektupdate (zu Gravitationswellen) 10 Feb 2016 16:50 #2661

schöner hinweis, danke
bei "gaia" ist es auch bald soweit, vielleicht das erste mal dass wir dreidimensionale bilder der milchstraße bekommen und auch wissen, wo sich die dunkle materie anhäuft.

live must be a preperation for the transition to another dimension.

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LIGO-Projektupdate (zu Gravitationswellen) 11 Feb 2016 17:33 #2687

Lt. Pressemeldung (dpa) ist der Beweis für Gravitationswellen nun erbracht.

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LIGO-Projektupdate (zu Gravitationswellen) 11 Feb 2016 17:39 #2688

abwarten, das geht irgendwie wieder viel zu schnell für meinen geschmack.

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LIGO-Projektupdate (zu Gravitationswellen) 11 Feb 2016 18:02 #2693

Soo, der Stream ist zuende, das Thema hat es sogar bis in die Tagesschau geschafft und im Livestream waren knapp über 60.000 Zuschauer ;)

Zwei Interferometer des LIGO-Projekts haben demnach Gravitationswellen nachweisen können, die bei der Verschmelzung zweier schwarzer Löcher entstanden sind. Die Verschmelzung hat in etwa 1,3 Mrd. Lichtjahren entfernung stattgefunden. Es wurden Graphen der beiden Interferometer gezeigt, die das gleiche Ereignis aufzeigen, das mit theoretischen Berechnungen übereinstimmte.
Es gibt einen weiteren Interferometer in Deutschland, allerdings wurde mir nicht ganz deutlich, ob der in die Entdeckung mit eingebunden war.

Dann wurde noch viel darüber berichtet, wie die Messgenauigkeit der Interferometer sichergestellt werden kann, da die Schwankungen in der Entfernung, die gemessen werden, sich im Bereich 10^-21 m befinden. Störeinflüsse von Außen müssen so genau wie möglich herausgefiltert werden, um irdische Ereignisse auszuschließen.
Die schwarzen Löcher, die beobachtet wurden, hatten in der Summe 65 Sonnenmassen (29 und 36 oder so um den Dreh) und haben als neues schwarzes Loch eine Masse von 62 Sonnenmassen, soweit ich das verstanden habe, sollen diese Gravitationswellen also die Energie von 3 Sonnenmassen haben.

So oder so freue ich mich auf eine Aufarbeitung des Themas von Herrn Gassner oder Herrn Lesch, würde mich jedenfalls freuen wenn da etwas kommt :)


Viele Grüße
Tobias

PS: Details gibt es auf Nature.com:
www.nature.com/news/einstein-s-gravitati...ound-at-last-1.19361
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LIGO-Projektupdate (zu Gravitationswellen) 11 Feb 2016 18:08 #2695

Ich bin sehr gespannt, ob diese Entdeckung bestätigt wird, oder ob das die nächste Blamage wird. Dies wird man sehen, wenn die Experimentatoren einen Nobelpreis bekommen (=Bestätigung) oder wenn in der Presse wieder mal über Physiker gelacht wird.

Ansonsten finde ich sehr interessant, dass da 3 Sonnenmassen in Gravitationswellen umgewandelt wurden (wenn es denn stimmt).

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LIGO-Projektupdate (zu Gravitationswellen) 11 Feb 2016 18:24 #2698

Ansonsten finde ich sehr interessant, dass da 3 Sonnenmassen in Gravitationswellen umgewandelt wurden (wenn es denn stimmt).

das auf jeden fall, ist halt ne gewaltige hausnummer!
wenn man sich ausmalt, was das bedeutet, könnten in nächster zeit viele andere GW nachgewiesen werden, denn es verschmelzen bei weiten größere SL.
es gehört schon eine menge dazu 3 sonnenmassen in gravitationswelle umzuwandeln, das sind wichtige daten zum verständnis was passiert, wenn schwarze löcher verschmelzen.
oh bitte lass es wahr sein, es wäre eine echte sensation.
dennoch nur ein weiterer nachweis der RT...

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LIGO-Projektupdate (zu Gravitationswellen) 11 Feb 2016 19:40 #2701

Ja, scheint zu stimmen, hab es gerade in den Nachrichten gehört. Theorie und Signal passen zusammen, sagen die MIT - Wissenschaftler. Na, das ist doch mal eine Nachricht, die es in sich hat. Interessant wäre zu erklären, welcher Mechanismus hinter der Umwandlung von 3 Sonnenmassen in reine Raumzeitschwingungen steckt, bei gegebenen Ausgangsmassen.
Muss der Sache mal nachgehen.
Grüße
Thomas

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LIGO-Projektupdate (zu Gravitationswellen) 12 Feb 2016 01:03 #2708

Wie kann eine Längendifferenz von 10^-18 m (Information lt. SPIEGEL online) mit einem Interferometer gemessen werden? Das ist ein Tausendstel des Proton-Radius! Selbst wenn man alle Störeinflüsse rausfiltert bleiben immer noch thermische Schwingungen und auch der glatteste Spiegel hat bauartbedingt (weil er aus Atomen besteht) gigantisch viel größere Unebenheiten als die 10^-18 m. Ein Atom ist ja 10^-10 m groß.

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LIGO-Projektupdate (zu Gravitationswellen) 12 Feb 2016 10:59 #2709

Moin
bei mir im Radio sprachen sie davon das deutsche und amerikanische Wissenschaftler beteiligt sind, ist das so?
konnte nur die Beteiligung vom "Gravitationswellen-Experiment Geo600 Hannover" finden.
Ach ja hier ist der Nachweis auch nochmal "dargestellt" www.starobserver.org/ap160211.html

Grüße :)

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LIGO-Projektupdate (zu Gravitationswellen) 12 Feb 2016 13:13 #2712

Bin gerade etwas im Stress, deshalb nur kurz:
1.) Ja, der Nachweis scheint gelungen - 5 sigma Signifikanz!
2.) Geo600 war nur insofern beteiligt, als man dort die Signale zuerst auf dem Bildschirm sah, weil es in USA noch 5:51 Uhr morgens war. Auch zahlreiche Geräte, unter anderen der Laser selbst, wurden in Deutschland entwickelt.
3.) Die Ungenauigkeiten einer Spiegeloberfläche spielen insofern eine untergeordnete Rolle, als das Interferometer - egal mit welcher Spiegeloberfläche - so eingestellt wird, dass die Wellen sich auslöschen, d.h. kein Licht an der Photodiode. Kleinste relative Längenabweichungen von 10^(-22) führen dann dazu, dass an der Diode doch Licht gesammelt wird. Die 4 km langen Arme werden dabei auch 75 mal mit dem Laser durchquert.
4.) Als nächstes wird sich zeigen, ob die Gravitationswellen eines kollabierenden Doppelsternsystems zeitgleich mit den Photonen hier bei uns ankommen, d.h. ob Gravitonen masselos sind
5.) Sobald ich es schaffe, erstelle ich ein Video zum Thema, leider gibts hier bei mir im Büro immer noch Tonprobleme...
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LIGO-Projektupdate (zu Gravitationswellen) 12 Feb 2016 13:47 #2716

Josef M. Gaßner schrieb: 4.) Als nächstes wird sich zeigen, ob die Gravitationswellen eines kollabierenden Doppelsternsystems zeitgleich mit den Photonen hier bei uns ankommen, d.h. ob Gravitonen masselos sind


Vielen Dank für Ihre Einschätzung! Zu Punkt 4 habe ich noch die Fragen, die ja auch Teil des Videos sein könnten, auf das ich mich schon sehr freue:

Gehen Sie von der Existenz von Gravitonen aus? Oder halten Sie es auch für möglich, dass Gravitation nur eine geometrische Eigenschaft der Raumzeit ist?
Gibt die Existenz von Gravitationswellen einen Hinweis auf die Natur der Gravitation (Teilchen/Raum)?

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LIGO-Projektupdate (zu Gravitationswellen) 12 Feb 2016 14:20 #2718

Wenn Einsteins Allgemeine Relativitätstheorie (ART) zutrifft, und es gibt meines Wissens nichts, was dagegen spricht, dann sind Gravitationswellen jedenfalls genau das: Geometrische Eigenschaften der Raumzeit.

Ob es Gravitonen gibt, womit man ja Teilchen meint, hängt davon ab, ob die fundamentale Theorie der Gravitation eine Quantentheorie ist und wie diese aussieht. In der linearisierten ART jedenfalls, die für schwache Gravitationsfelder gelten sollte, ist das Gravitationsfeld ein bosonisches Feld ohne Masse.

Man muss aber generell vorsichtig sein mit Begriffen wie "Gravitationswellen bewegen sich mit Lichtgeschwindigkeit" usw.: Denn bewegen können sich nur Objekte in der Raumzeit, die Gravitationswellen sind jedoch selbst Teil der Raumzeit. Somit macht es keinen Sinn zu sagen, sie bewegten sich. Bei schwachen Gravitationswellen kann man aber die Raumzeit aufteilen in eine kleine Störung, die sich auf einer ungestörten Hintergrundraumzeit ausbreitet. Und in dieser Näherung bewegen sich die Störungen mit Lichtgeschwindigkeit. Diese Aufteilung ist aber künstlich und widerspricht eigentlich dem Kerngedanken Einsteins, dass eben das Gravitationsfeld kein Feld wie andere ist, das sich auf der Raumzeit bewegt, sondern dass die Gravitation eine Eigenschaft der Raumzeit selbst ist.

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LIGO-Projektupdate (zu Gravitationswellen) 12 Feb 2016 15:28 #2720

Kann man eigentlich davon ausgehen, dass Gravitationswellen sich beim Weg zu uns durch Massen gleich ablenken lassen wie Photonen?
Oder könnte sich dadurch auch eine Zeitverschiebung ergeben, wenn der Weg des Lichtes etwas länger wird?

Mfg. Max

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LIGO-Projektupdate (zu Gravitationswellen) 12 Feb 2016 15:35 #2721

derzeit geht man davon aus, dass jede kraft ein boson benötigt, um diese zu vermitteln, das photon ist dabei das bekanntlich einzige boson, welches eine ruhemasse 0 aufweist.
2034 ist das projekt eLisa höchstwahrscheinlich startklar.
es handelt sich um drei satelliten, die einen detektor im all bilden sollen.
dieser detektor würde gravitationswellen früher wahrnehmen als hier auf der erde, so kann man dann herausfinden, ob die gravitonen eine ruhemasse besitzen.
anders geht es dann auch noch mit eLisa, nämlich wenn man den detektor auf den frequenzbereich der GW rotierender neutronensterne einstellen, sodass man die beobachtung und die gemessenen wellen vergleicht. aus einer zeitdifferenz könnte man so die ruhemasse der gravitonen bestimmen.
meine prognose ist ja, dass auch gravitonen eine ruhemasse besitzen, sonst müssten wir das alleinstellungsmerkmal der photonen noch einmal überdenken.
und somit müsste man den begriff lichtgeschwindigkeit neu überdenken und die gravitonen mit einbeziehen.

2.) Geo600 war nur insofern beteiligt, als man dort die Signale zuerst auf dem Bildschirm sah, weil es in USA noch 5:51 Uhr morgens war. Auch zahlreiche Geräte, unter anderen der Laser selbst, wurden in Deutschland entwickelt.

viele der berechnungen fanden auch in rechenzentren in hannover statt.

ergänzend sei auch erwähnt, dass es bereits einen nobelpreis zu gravitationswellen vergeben wurde.
die us-astrophysiker russel hulse und joseph taylor beobachteten den doppelpulsar PSR 1913+16.
ihnen fiel auf, dass der masseverlust, als sie sich immer näher kamen genau dem berechneten masseverlust entsprach, der zur bildung von gravitationswellen nötig war. 1993 bekamen sie dafür den nobelpreis.

die 3 sonnenmassen sind natürlich gewaltig, heute auf arbyte hab ich vorsichtshalber nur auf micrometer gearbeitet, weil meine gedanken ständig bei dieser masse kleben blieben.
ich freu mich auf das neue nature-magazin, echt empfehlenswert aich die nächste ausgabe zu besorgen.

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LIGO-Projektupdate (zu Gravitationswellen) 12 Feb 2016 16:28 #2722

Ferdi Runge schrieb: derzeit geht man davon aus, dass jede kraft ein boson benötigt, um diese zu vermitteln, das photon ist dabei das bekanntlich einzige boson, welches eine ruhemasse 0 aufweist.
...
meine prognose ist ja, dass auch gravitonen eine ruhemasse besitzen, sonst müssten wir das alleinstellungsmerkmal der photonen noch einmal überdenken.
und somit müsste man den begriff lichtgeschwindigkeit neu überdenken und die gravitonen mit einbeziehen.


Bei der Gravitationskraft ist es denke ich spannend, ob es hier überhaupt ein Boson gibt. Ich kenne zumindest keine andere Kraft, die sich auf geometrische Eigenschaften der Raumzeit auswirkt.

Sollte es ein Graviton geben, spricht die unendliche Reichweite der Gravitationskraft für Ruhemasse 0. Nach meinem Verständnis ist die Ruhemasse der beteiligten Bosonen der Grund für die kurze Reichweite der schwachen Wechselwirkung. Die starke Wechselwirkung passt aber nicht in das Schema. Die beteiligten Gluonen haben Ruhemasse 0, die Kraft ist dennoch sehr kurzreichweitig.

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LIGO-Projektupdate (zu Gravitationswellen) 12 Feb 2016 19:07 #2725

Wie kann eine Längendifferenz von 10^-18 m (Information lt. SPIEGEL online) mit einem Interferometer gemessen werden? Das ist ein Tausendstel des Proton-Radius! Selbst wenn man alle Störeinflüsse rausfiltert bleiben immer noch thermische Schwingungen und auch der glatteste Spiegel hat bauartbedingt (weil er aus Atomen besteht) gigantisch viel größere Unebenheiten als die 10^-18 m. Ein Atom ist ja 10^-10 m groß.


aaaalso.
in der längenmesstechnik wie ich sie kenne ist das objekt mit dem ich messe egal, wichtig ist der höchste punkt.
du kannst nicht zwei flächen messen und dein messgerät vorher mit einem runden gegenstand eingestellt haben.
du kannst keine runden teile messen, wenn du dein messgerät vorher mit einem parallelendmaß eingestellt hast.
in unserer lasermessung und an einer ULM (universallängenmessmaschine) läuft es so dass ich eine länge kenne, nämlich die null.
darauf justiere ich. ein glasmaßstab zählt die inkremente. in solchen detektoren wird als inkrement eine wellenlänge verwendet.

also egal, welche rauheit der spiegel aufweist, und die sind fucking beschichtet und sehr genau (!), man kann ein messgerät auch eichen, wenn die elemente "nicht exakt" sind.
das geht natürlich auch auf atomarer ebene.

man hat diese riesen arme dieses detektors und alle daten im blick.
(der laser durchläuft übrigens mehrmals den arm, aus den 4km werden dadurch tausende.)
man macht dann mit jeder bahn des laserstrahls versuche und stellt die differenz zur lichtgeschwindigkeit als korrekturwert ein.
nochmal: jede einzelne flugbahn der laserphotonen wird detektiert und erhält einen korrekturwert, der mit der oberflächenrauheit des spiegels zu tun hat.

das ist eine methode die überall in der teilchendetektion anwendung findet.

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LIGO-Projektupdate (zu Gravitationswellen) 12 Feb 2016 19:17 #2726

kleiner nachtrag,
wenn du die heisenbergsche unschärfe- oder unbestimmtheitsrelation nimmst, dann kannst du ab einer bestimmten wellenlänge das amplitudenzeugs nicht mehr erkennen.
das gilt aber nicht, wenn du die frequenz der wellen kennst, die da kommen, dann hast du nämlich einen anhaltspunkt, auch wenn du nur einen bruchteil der amplitude kennst.
das ist halt der vorteil an lasern, etwas kommunistisch, aber erfolgreich!

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LIGO-Projektupdate (zu Gravitationswellen) 12 Feb 2016 19:19 #2727

Gerade hab ich ein Video angefertigt zu LIGO und dem Nachweis von Gravitationswellen. Leider dauert das Hochladen auf YT zu lange um es heute um 21:00 Uhr noch zu veröffentlichen. Ich hatte den ganzen Tag über zu viel Stress und hab einfach keine freie halbe Stunde für ein Video gefunden. Wirklich schade, hätte zu gut gepasst heute. Bis Dienstag möchte ich jetzt auch nicht warten mit der Veröffentlichung - ich glaube das machen wir gleich morgen, außer der Reihe...
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LIGO-Projektupdate (zu Gravitationswellen) 12 Feb 2016 19:23 #2728

vielen dank herr gaßner, das ist ein guter einstieg ins wochenende ;>

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LIGO-Projektupdate (zu Gravitationswellen) 12 Feb 2016 20:20 #2729

Die ganze Zeit denke ich über diesen Verschmelzungvorgang nach und komm immer wieder zur gleichen Stelle, an der ich hängen bleibe. Man stelle sich zwei schwarze Löcher vor, die mit halber Lichtgeschwindigkeit um den gemeinsamen Schwerpunkt rasen. Für die letzten 4 Umrundungen benötigen sie nur noch 0,25 Sekunden. Die 29 und die 36 Sonnenmassen werden zu 62 Sonnenmassen, also zu 3 weniger, als die Ausgangsmassen haben und das in 0,25 Sekunden. Wie geht das?
Was die beiden vorher an Masse hatten, geben Sie alsowieder ab. Und das widerspricht eigentlich der Natur der Schwarzen Löcher. Was die mal haben, geben sie eigentlich nicht mehr her.
Ist es nicht vielmehr so, dass im Gesamtsystem, mehrere Energiearten subsumiert sind, also Rotationsenergie, Energie, die Im wechselseitigen Gravitationspotential steckt, die Energie der Eigenrotationen und die Energie, die in den zwei Singularitäten selbst steckt (Lochmassen).
Von der letzteren geben Sie nichts ab. Die Eigenrotationen können sich summieren oder subtrahieren, je nachdem wie die SL vorher zueinander rotierten. Also sollte die Energie der Gravitationwellen dem Gravitationfeld entnommen sein, das die beiden vorher hatten und das sie beim Verschmelzen zur Gänze aufgebraucht haben. D.h., dass wir nicht die Gravitationswellen gesehen haben, die das System vorher, als sie sich noch umeinander drehten, ausgesandt hat, sondern nur den letzten Augenblick und der muss es dann aber in sich gehabt haben. Wenn das richtig ist, haben also die SL keine Masse verloren, sondern das Gesamtsystem hat Energie in die Raumzeit gepumpt, die einem Massenäquivalent von 3 Sonnenmassen entsprach.
Puh!, kann das jemand kommentieren?
Grüße
Thomas

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LIGO-Projektupdate (zu Gravitationswellen) 12 Feb 2016 21:10 #2730

Ganz überblicke ich es nicht, aber ein paar Teilaspekte kann ich kommentieren:

Wenn sich die beiden Körper vor der Kollision mit c/2 bewegt haben, dann war ihre relativistische kinetische Energie etwa 15% der Ruhemasse. Dies macht etwa 10 Sonnenmassen aus. Die sind mit der Kollision mit einem Schlag zumindest zum größten Teil frei geworden. Man kann sich also vorstellen, wie das gerumst haben muss.
Diese Energie muss auf der anderen Seite auch irgendwohin. Insofern wäre dies durchaus ein Kandidat für die 3 Sonnenmassen.

Ich frage mich auch, ob bei der Kollision vielleicht nicht doch Masse verloren gegangen ist. Niemand weiß, in welcher Form im Inneren eines SL die Materie vorliegt. Wenn zwei SL mit der Energie aufeinender zufliegen, dann könnte darin sehr viel passieren, zum Beispiel Zerstrahlung.
Bei der Annäherung kommen auch noch heftige Gezeitenkräfte ins Spiel. Vielleicht haben sich die Schwarzschildradien etwas verformt, so dass in eine Richtung ein Jet entweichen konnte.

Interessant wäre, ob wir die Kollision beobachtet haben, optisch und/oder im Röntgenbereich. Die Aufnahmen müssten doch für das ein oder andere Rückschlüsse zulassen ergeben.

Einen Mechanismus gibt es, dass SL Masse verlieren, zumindest wenn Hawking recht hat. Die Hawking Strahlung löst, wenn es stimmt, über lange Zeiten jedes SL Loch auf. Unter einer Masse von 1000 Tonnen explodieren SL deshalb sogar.

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LIGO-Projektupdate (zu Gravitationswellen) 13 Feb 2016 00:11 #2731

Hallo ClausS,

Deine beiden letzten Absätze möchte ich so beantworten:

Optisch kann man da nichts sehen, da das Gesamtsystem keine elektromagnetische Strahlung emitiert. Wenn keine Materie in der Nähe ist, die sich zermalmen lässt, gibt's auch keine optische Begleiterscheinung.

Zur Hawkingstrahlung: die kommt aus der quantenmechanischen Ecke. Die,wenn es sie denn tatsächlich gibt, spielt beim Verschmelzen zweier SL gar keine Rolle. Quantenmechanik und ART vertragen sich beim Vermelzen zweier SL gar nicht.

Grüße
Thomas

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LIGO-Projektupdate (zu Gravitationswellen) 13 Feb 2016 01:37 #2733

Josef M. Gaßner schrieb: 3.) Die Ungenauigkeiten einer Spiegeloberfläche spielen insofern eine untergeordnete Rolle, als das Interferometer - egal mit welcher Spiegeloberfläche - so eingestellt wird, dass die Wellen sich auslöschen, d.h. kein Licht an der Photodiode. Kleinste relative Längenabweichungen von 10^(-22) führen dann dazu, dass an der Diode doch Licht gesammelt wird. Die 4 km langen Arme werden dabei auch 75 mal mit dem Laser durchquert.


Um von maximaler Dunkelheit zu maximaler Helligkeit zu kommen, ist eine Veränderung der Lichtlaufwege um eine halbe Wellenlänge notwendig. Man müsste bei 10^-18 m also mit härtester Gammastrahlung arbeiten. Will man nur von völliger Dunkelheit zu ein wenig Licht kommen, reicht natürlich auch schon längerwelliges Licht. Dann stellt sich aber die Frage, welche Unterschiede an Lichtintensitäten die Diode noch auflösen kann. Mir scheint der Größenordnungsunterschied von 10^-6 m von sichtbarem Licht zur Laufwegänderung von 10^-18 m extrem! Selbst wenn man eine so empfindliche Diode hat, ist mir unbegreiflich, wie man aus dem Rauschen ein Signal herausfiltern kann.

Mir stellt sich auch die Frage nach der Wellenlänge der Gravitationswelle. Denn wenn diese sehr kurz ist, mittelt sich der Effekt ja raus, wenn man bedenkt, dass der Lichtstrahl einen Arm 75 Mal durchläuft.

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LIGO-Projektupdate (zu Gravitationswellen) 13 Feb 2016 01:46 #2734

huizamax schrieb: Kann man eigentlich davon ausgehen, dass Gravitationswellen sich beim Weg zu uns durch Massen gleich ablenken lassen wie Photonen?


Meiner Meinung nach keine einfache Frage: Beim Licht ist es insofern einfach, als man meist mit dem Modell des Lichtstrahls arbeitet, anstatt die Maxwellgleichungen zu lösen. Da man schwache Gravitationswellen als Felder auf der Raumzeit auffassen kann (anstatt, wie es korrekt wäre, als Teil der Raumzeit), sie aber Ähnlichkeiten zum elektromagnetischen Feld haben, ist zu vermuten, dass auch Gravitationswellen von Massen abgelenkt werden. Aber man müsste das Problem durch Lösung der vollen Einsteinschen Feldgleichungen der Raumzeitkrümmung behandeln.

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LIGO-Projektupdate (zu Gravitationswellen) 13 Feb 2016 01:56 #2735

Ferdi Runge schrieb: Sollte es ein Graviton geben, spricht die unendliche Reichweite der Gravitationskraft für Ruhemasse 0. Nach meinem Verständnis ist die Ruhemasse der beteiligten Bosonen der Grund für die kurze Reichweite der schwachen Wechselwirkung. Die starke Wechselwirkung passt aber nicht in das Schema. Die beteiligten Gluonen haben Ruhemasse 0, die Kraft ist dennoch sehr kurzreichweitig.


Grundsätzlich ist das richtig. Für die Reichweite der Kräfte sind aber noch andere Faktoren zu betrachten. Die Starke Kraft hat deshalb eine so kurze Reichweite, weil sie durch Quarks abgeschirmt wird. Sobald man aber versucht, die Quarks auseinanderzuziehen, entstehen zwischen diesen Quarks neue Quark-Antiquark-Paare, sodass die Kraft zwischen den ersten beiden Quarks verschwindet. Die starke Kraft ist also auf engen Raum beschränkt. Das nennt sich Confinement.

Die Gravitation ähnelt in seiner Struktur eher dem Gluonfeld als dem elektromagnetischen Feld. Aber ein Confinement scheint es dennoch nicht zu geben.

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LIGO-Projektupdate (zu Gravitationswellen) 13 Feb 2016 09:13 #2737

Berenekis schrieb: ... ist mir unbegreiflich, wie man aus dem Rauschen ein Signal herausfiltern kann. Mir stellt sich auch die Frage nach der Wellenlänge der Gravitationswelle...


Jedes (gravitative) Ereignis hat eine charakteristische Signatur - wie ein Fingerabdruck. Im Beispiel der kollidierenden Schwarzen Löcher steigen die Amlituden an, solange die Objekte um den gemeinsamen Schwerpunkt spiralieren und fällt dann nach einem Peak bei der Verschmelzung scharf ab.
Zu den Wellenlängen: Die Frequenzen liegen dabei zwischen 40 und 250 Hz.
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LIGO-Projektupdate (zu Gravitationswellen) 13 Feb 2016 10:31 #2741

guten morgen herr gaßner ;>
hab mir soeben das video gegeben und hab es mal wieder hart gefeiert, wie sie sich ins thema hineingrinsen!
sehr anschaulich erklärt, das mit den 1,2mrd la fand ich sehr interessant, könnten sie da nochmal ein paar zahlen zu nennen?
wie lässt sich die raumexpansion so berechnen, dass sich auf 1,3mrd la entfernung ca 0,1 mrd la ausdehnung ergeben?
schonmal danke im voraus!

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LIGO-Projektupdate (zu Gravitationswellen) 13 Feb 2016 11:05 #2742

Ha - erwischt! Da hat jemand unsere Tutorials nicht durchgearbeitet ( www.urknall-weltall-leben.de/downloads ). Dort hat Jörn die Berechnungen ausführlich erklärt... In diesem Fall sind es mit spitzem Bleistift gerechnet 1,2 versus 1,27 Mrd LJ.
Ich glaube, wir sollten die Tutorials in einen eigenen Menüpunkt packen, damit sie mehr Aufmerksamkeit erhalten.

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LIGO-Projektupdate (zu Gravitationswellen) 13 Feb 2016 11:10 #2743

in der tat, da kann man noch nicht richtig drüber stolpern, vielen dank, ich werds mir ansehen.

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