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THEMA: Technik und Philosophie ..... schließt sich das nicht gegenseitig aus?

Technik und Philosophie ..... schließt sich das nicht gegenseitig aus? 10 Aug 2018 19:28 #39658

Vielleicht denke ich zu einfach, aber für mich ist Technik eben das: Technik.

Und Philosophie ist Philosophie, beides hat doch absolut nichts miteinander zu tun?

Man kann entweder die Technik einer Rakete besprechen oder aber darüber philosophieren, ob man sowas bauen muss/sollte oder lieber nicht, aber beide Dinge sind doch grundverschieden.


Grüße
Udo

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Technik und Philosophie ..... schließt sich das nicht gegenseitig aus? 10 Aug 2018 19:55 #39664

Grundverschieden schon, aber exakt das selbe gilt auch für Leben und Technik oder Leben und Philosophie.
Wenn niemand lebt, philosophiert auch niemand und niemand baut eine Rakete.
Wenn niemand philosophiert, kommt keiner auf die Idee, eine Rakete zu bauen, die kann man ja nichtmal essen.

Will ich lieber essen oder mir ein Werkzeug suchen, mit dem ich leichter an Essen komme?
Das ist schon Philosophie, weil es die Überlegung erfordert, dass es einen leichteren Weg geben könnte und das ein Werkzeug hilfreich wäre.

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Technik und Philosophie ..... schließt sich das nicht gegenseitig aus? 10 Aug 2018 20:35 #39666

Hallo Udo,
du schreibst:

Vielleicht denke ich zu einfach, aber für mich ist Technik eben das: Technik.
Und Philosophie ist Philosophie, beides hat doch absolut nichts miteinander zu tun?
Man kann entweder die Technik einer Rakete besprechen oder aber darüber philosophieren, ob man sowas bauen muss/sollte oder lieber nicht, aber beide Dinge sind doch grundverschieden.

Ich denke, dass du wirklich zu einfach denkst. Technik ist kein operabler Begriff. Ich vermute du meinst eher so etwas wie Ingenieurwissenschaften. Ich habe mal eine Ausbildung zum Mechaniker gemacht an einer Uni, die wohl die bedeutendste ist im Maschinenbau und hatte da auch ein wenig Einblick in das Studium und dessen Anforderungen. Zum einen gibt es die Grundlagenausbildung in Mathematik, Physik, Chemie usw. Darauf aufbauend sind die Kenntnisse anwendungsorientiert, aber letztlich bleibt es bei der Grundlage der Naturwissenschaften, was vielleicht nicht immer so klar heraustritt. Im engeren Sinne ist die Naturphilosophie aber als Wissenschaftstheorie so zu verstehen, dass sie sich mit Hintergrund und Methodik der Naturwissenschaft beschäftigt.
Die Ingenieurwissenschaften sehen sich selbst nicht abgetrennt von allem und bieten durchaus Philosophie oder Soziologie der Technik. Harald Lesch unterrichtet selbst ja Naturphilosophie.


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Technik und Philosophie ..... schließt sich das nicht gegenseitig aus? 10 Aug 2018 20:51 #39667

Technik und Philosophie sind beides Produkte des menschlichen Geistes. Das haben beide gemeinsam.
Technik bringt verschiedenste materielle Resultate hervor
Philosophie bringt verschiedenste geistigte Resultate hervor.

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Technik und Philosophie ..... schließt sich das nicht gegenseitig aus? 10 Aug 2018 21:04 #39669

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Ich schließe mich Udos Einschätzung an. Da werden zwei Bereiche zusammengefasst, die einander denkbar fremd sind. Wenn Brooders Einschätzung, dass beide eben Produkte des menschlichen Geistes sind, den größten gemeinsamen Nenner bedeutet, dann gehört das definitiv nicht zusammen. Aber sei's drum. Wenn der Bogen so weit gespannt ist, hat hier eigentlich alles Platz. Natürlich gibt es auch eine Philosophie der Technik, aber das ist dann eben Philosophie. Und es gibt eine Naturphilosophie, die wesentlich breiter angelegt ist als eine Philosophie der Technik. Schon in Platons Dialogen erscheint die τέχνη als (in meist abwertendem Sinn gebrauchter) Gegenbegriff zur φιλοσοφία.

Der physikalische Determinismus war ein Tagtraum der Allwissenheit, der mit jedem Fortschritt der Physik wirklicher zu werden schien, bis er zu einem scheinbar unausweichlichen Alptraum wurde. - Karl Popper

Der physikalische Determinismus ist eine Theorie, über die man, wenn sie wahr ist, nicht argumentieren kann, denn sie führt alle unsere Reaktionen auf rein physikalische Bedingungen zurück. - Karl Popper

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Technik und Philosophie ..... schließt sich das nicht gegenseitig aus? 10 Aug 2018 22:35 #39682

Hallo,
habe gerade für mich beschlossen, dass ich wohl aus der Diskussion aussteigen werde, weil das irgendwie so ein Nein-Ja-Ding wird. Das hätte ich auch von Anfang an wissen können :angry:

Jeder gibt mal dann seinen Definitionsrahmen bekannt, den der andere dann wieder nicht akzeptiert usw. Am Ende geht es dann um Meinungen. Es bleibt ja am Ende die Frage: Was soll uns eine solche Diskussion am Ende liefern?


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Technik und Philosophie ..... schließt sich das nicht gegenseitig aus? 10 Aug 2018 22:48 #39684

.

D.Rajic schrieb:
Es bleibt ja am Ende die Frage: Was soll uns eine solche Diskussion am Ende liefern?

NICHTS
Solche Diskussionen werden nur um der Diskussions-Willen geführt. Sowas gibt es aber überall, hat es schon immer gegeben und wird es wohl immer geben. Diskussionen, die geführt werden einfach nur, um zu diskutieren sind das wahre störende an einem Diskussionsforum.
.

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Technik und Philosophie ..... schließt sich das nicht gegenseitig aus? 11 Aug 2018 13:19 #39735

udogigahertz schrieb: Man kann entweder die Technik einer Rakete besprechen oder aber darüber philosophieren, ob man sowas bauen muss/sollte oder lieber nicht, aber beide Dinge sind doch grundverschieden.


Die "Liebe zur Weisheit" auf diesen Diskurs zu beschränken wäre arg zu kurz gesprungen. Es geht in der Philosophie durchaus um Erkenntnis und um die Einordnung derselben in die wichtigen Fragen des Seins - wo bin ich hier, was will ich hier und wie komme ich hier wieder weg.

Im Gegensatz dazu ist vielleicht die Theologie zu sehen, die sich mit der Deutung des göttlichen Willens befasst und im Unterschied zur Philosophie auf die wichtigen Fragen eine - im Grunde in jeder Religion dieselbe - sehr einfache Antwort hat - Deus vult.

Vielleicht kann man sogar sagen, dass erst die Philosophie Wissenschaft und Technik ermöglicht, da sie Erkenntnis, Entwicklung und Anwendung auf den Menschen, seine Bedürfnisse und Möglichkeiten bezieht. Wobei im Teilbereich der Ethik durchaus zu diskutieren ist, wie bestimmte Erkenntnisse, Entwicklungen oder Anwendungen unter moralischen, sozialen oder gesellschaftlichen Gesichtspunkten zu vertreten sind. Naturphilosophie ist ein weiterer Teilbereich, der sich mit der Struktur der Natur und der Interpretation der wissenschaftlichen Theorien über eben diese befasst.

Der Ingenieur wird dazu ausgebildet, auf der Basis bekannter und bewährter Theorien und Methoden technische Detailprobleme zu lösen. Im Grunde ist das - im weitesten Sinne - auch eine Art der Interpretation, wenn auch mit einem meist sehr konkreten Ziel.

Ergo schließen sich Technik und Philosophie nicht aus, sondern sind im Grunde zwei Seiten derselben Medaille.

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Technik und Philosophie ..... schließt sich das nicht gegenseitig aus? 11 Aug 2018 13:37 #39738

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Naja, ich glaube nicht, dass beispielsweise ein Motorenentwickler sich allzu sehr mit Kant und Hegel beschäftigt, wenn er gerade die Einlasskanäle berechnet.

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Technik und Philosophie ..... schließt sich das nicht gegenseitig aus? 11 Aug 2018 14:05 #39740

Möglicherweise könnte ihm Kant schon helfen - Kritik der Urteilskraft. ; )

Letztlich ist seine Arbeit ein Ergebnis seiner Interpretation - Anwendung - von Strömungsmechanik und Materialeigenschaften. Auch wenn es mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht sein primäres Ziel war, damit einen Beitrag zur Naturphilosophie zu leisten, sein Einlasskanal trägt dennoch dazu bei.

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Technik und Philosophie ..... schließt sich das nicht gegenseitig aus? 11 Aug 2018 14:27 #39744

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Wenn Du meinst :)

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Technik und Philosophie ..... schließt sich das nicht gegenseitig aus? 11 Aug 2018 19:09 #39775

D.Rajic schrieb: Hallo,
habe gerade für mich beschlossen, dass ich wohl aus der Diskussion aussteigen werde, weil das irgendwie so ein Nein-Ja-Ding wird. Das hätte ich auch von Anfang an wissen können :angry:

Jeder gibt mal dann seinen Definitionsrahmen bekannt, den der andere dann wieder nicht akzeptiert usw. Am Ende geht es dann um Meinungen. Es bleibt ja am Ende die Frage: Was soll uns eine solche Diskussion am Ende liefern?


Wieso willst du aussteigen? Wäre schade, wie ich finde.

Ich hatte eine einfache Frage gestellt und dazu meine ganz persönliche Meinung geäußert, dass beides doch wohl eher nicht viel miteinander zu tun hat.

Andere sehen das erwartungsgemäß anders, wiederum andere jedoch so ähnlich wie ich.

Das ist eben so bei einer Diskussion um Dinge, die man so oder anders sehen kann.

Eine Diskussion, bei der jeder Beitrag nur den bereits geposteten Beiträgen zustimmt, ist doch langweilig und wird bald sanft entschlafen, bei einer lebendigen Diskussion aber mit gegenteiligen Standpunkten, die jeweils auch gut begründet werden können, entsteht nun mal eine Diskussion, die durchaus ein Umdenken oder Neudenken bei dem einen oder anderen hervorrufen kann, zumal man ganz neue Sichtweisen anderer erlebt.

Ich selbst bin schon in einer Nachdenkphase, angeregt durch Äußerungen anderer, die die Philosophie, auch die Naturphilosophie als Grundlage des menschlichen Wirkens, also als Anstoß, sich überhaupt über technische Probleme Gedanken zu machen, sehen.

Wenn ich das richtig verstanden habe, war zuerst der Gedanke, also etwas durchaus philosophisches im Spiel, nach dem Motto: "Man müsste mal eine technische Möglichkeit entwickeln, die das Wasserschöpfen einfacher und effektiver macht, Archimedes, hast du da keine Idee? ", dann erst begann der eher technisch orientierte Schritt hin zur Umsetzung dieser Idee.

Oder denke ich da wieder zu einfach?


Grüße
Udo

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Technik und Philosophie ..... schließt sich das nicht gegenseitig aus? 11 Aug 2018 19:11 #39776

Duisenberg schrieb: Möglicherweise könnte ihm Kant schon helfen - Kritik der Urteilskraft. ; )

Letztlich ist seine Arbeit ein Ergebnis seiner Interpretation - Anwendung - von Strömungsmechanik und Materialeigenschaften. Auch wenn es mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht sein primäres Ziel war, damit einen Beitrag zur Naturphilosophie zu leisten, sein Einlasskanal trägt dennoch dazu bei.


Also DAS sehe ich doch eher als etwas hochgestochen an.


Grüße
Udo

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Technik und Philosophie ..... schließt sich das nicht gegenseitig aus? 11 Aug 2018 19:13 #39777

badhofer schrieb: .

D.Rajic schrieb:
Es bleibt ja am Ende die Frage: Was soll uns eine solche Diskussion am Ende liefern?

NICHTS
Solche Diskussionen werden nur um der Diskussions-Willen geführt. Sowas gibt es aber überall, hat es schon immer gegeben und wird es wohl immer geben. Diskussionen, die geführt werden einfach nur, um zu diskutieren sind das wahre störende an einem Diskussionsforum.
.


Ja und? Ist das verwerflich, sich mit anderen gedanklich auf hohem Niveau auszutauschen? Muss da immer etwas bei rauskommen?

Wenns dir nicht passt, musst du ja hier nichts schreiben, die Teilnahme ist freiwillig.


Grüße
Udo

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.
Ok, passt eh alles
.

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Technik und Philosophie ..... schließt sich das nicht gegenseitig aus? 12 Aug 2018 18:55 #39820

udogigahertz schrieb: Ich hatte eine einfache Frage gestellt und dazu meine ganz persönliche Meinung geäußert, dass beides doch wohl eher nicht viel miteinander zu tun hat.

Andere sehen das erwartungsgemäß anders, wiederum andere jedoch so ähnlich wie ich.

Das ist eben so bei einer Diskussion um Dinge, die man so oder anders sehen kann.

Das Problem dabei ist, dass letzendlich nicht deine Frage diskutiert wird, sondern ob die Meinung des anderen richtig oder falsch ist. Diese Entscheidung wird dann wieder durch Meinungen begründet, deren Richtigkeit diskutiert wird.
Am Ende bleibt jeder auf seiner Meinung hocken und ist ein gutes Stück älter, aber kein noch so kleines Stück weiser.

Ich will trotzdem versuchen zu erklären, was ich weiter oben gemeint habe.

Der Anfang der Philosophie ist eigentlich die Unterscheidung von "Ich" und "Welt".
Hat man diesen Sprung gemacht, braucht man ein Bild von der "Welt", eine Vorstellung, egal wie einfach, denn diese Unterscheidung bedeutet ja, dass "Ich" nicht identisch mit "Welt" bin. "Welt" muss also etwas anderes sein, etwas das unabhängig von mir existiert.
"Ich" kann aber auf "Welt" einwirken, sie verändern und das geht auch umgekehrt. Das kann nur bedeuten: "Ich" ist ein Teil von "Welt", denn während "Welt" unabhängig von "Ich" ist, ist "Ich" ohne "Welt" nichts (oder nicht sehr lange etwas)

Jede Menge Philosophie schon in der Entstehung eines Bewusstseins.
Jetzt kommt früher oder später die Erkenntnis, dass man Teile der Welt bewegen kann. Das geht nicht nur vom Boden (oder Ast) zum Mund, sondern auch von irgendwo zur verborgenen oder für Hände (Oh ja, "Ich" hat ja Hände!) unerreichbaren Nahrung.
Wenn ich auf dem Ast, an dem Früchte hängen, herumturne, wackelt dieser und nicht nur die Früchte von diesem Ast fallen ab sondern auch die von einem anderen Ast gegen die er schlägt. Man beobachtet etwas und erinnert sich daran.
Wenn nun ein Ast, der an Früchte schlägt, diese zum Herunterfallen bringen kann, dann können diese Dinger, die unter dem Baum liegen und wie Äste ohne Baum aussehen das doch sicher auch.

Es bedarf der Philosophie, die Welt um sich herum zu erkennen und sich Gedanken über Zusammenhänge zu machen.
Ohne diese Gedanken, lebt man mit dem, was die Welt einem mehr oder weniger vor die Nase setzt.
Macht man sich aber diese Gedanken, kommt man gar nicht drum herum, zu erkennen, dass einem die Welt noch andere Möglichkeiten anbietet. Mit der Übung entdeckt man immer mehr dieser Möglichkeiten und kann das Evolutionsziel immer besser verfolgen, selbst ohne es bis jetzt erkannt zu haben. Man erweitert sein Bild von der Welt, seinen Horizont.
Ist man nun besser versorgt als je zuvor, hat man Zeit übrig um nachzudenken. Man kommt zu dem Schluss, dass mehr Zeit zum Denken zu weniger Zeitaufwand für das nackte Überleben führt und dass das doch recht angenehm ist. Als Folge daraus, muss man wohl noch effizientere Wege finden, sich zu versorgen und vielleicht auch solche, um sich gegen die Einflussnahme der Welt auf einen selbst zu schützen.

Ich habe also mehr Zeit bessere Überlebenschancen zu erschließen, wenn ich mir bessere Strategien einfallen lasse. Dazu muss ich aber mehr über die Welt wissen. Ich muss beobachten und verstehen, was ich sehe. Anschließend kann ich mir überlegen, wie ich ein Stück der Welt so nachbilde, dass es mir nutzt.
Ich kann mir eine Höhle suchen, mir eine graben oder eine bauen, während andere Lebewesen nur ihrem genetischen Gedächtnis folgend eine oder wenn es der Zufall erlaubt zwei dieser Möglichkeiten nutzen. Ich kann bewusst die effizienteste Möglichkeit nutzen. Und ich kann das Verhalteni anderer Lebewesen in gewissem Maße vorhersagen....

Ich glaube damit sind wir weit genug in der Technik und haben auch gesehen, dass es des Nachdenkens über die Welt bedarf, um zur Idee der Technik zu kommen. Die Technik ist aber demnach auch eine der ersten philosophischen Ideen überhaupt und wichtige Voraussetzung für die Weiterentwicklung der Philosophie.

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Technik und Philosophie ..... schließt sich das nicht gegenseitig aus? 12 Aug 2018 23:24 #39831

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Eine schöne Zusammenfassung des naiven, philosophiefreien Realismus.

DeltaTee schrieb:
Ich habe also mehr Zeit bessere Überlebenschancen zu erschließen, wenn ich mir bessere Strategien einfallen lasse. Dazu muss ich aber mehr über die Welt wissen. Ich muss beobachten und verstehen, was ich sehe. Anschließend kann ich mir überlegen, wie ich ein Stück der Welt so nachbilde, dass es mir nutzt. Ich kann mir eine Höhle suchen, mir eine graben oder eine bauen...

Das ist die Negation des philosophischen Denkens schlechthin. Ich glaube nicht, dass Platon sich nur vor wilden Tieren verstecken wollte, als er sein Höhlengleichnis ausgesponnen hat.

DeltaTee schrieb:
Der Anfang der Philosophie ist eigentlich die Unterscheidung von "Ich" und "Welt".
Hat man diesen Sprung gemacht, braucht man ein Bild von der "Welt", eine Vorstellung, egal wie einfach, denn diese Unterscheidung bedeutet ja, dass "Ich" nicht identisch mit "Welt" bin. "Welt" muss also etwas anderes sein, etwas das unabhängig von mir existiert.

Historisch ist das falsch. Es hat lange gedauert, die Problematik im Gegenüber von Ich und Welt herauszuarbeiten. Das ist wohl erst mit Descartes ins Zentrum der neuzeitlichen Philosophie gerückt. Und auch Descartes war nicht wirklich am Graben von Höhlen interessiert.

Wie ist das gemeint?

DeltaTee schrieb:
Jede Menge Philosophie schon in der Entstehung eines Bewusstseins.


Der physikalische Determinismus war ein Tagtraum der Allwissenheit, der mit jedem Fortschritt der Physik wirklicher zu werden schien, bis er zu einem scheinbar unausweichlichen Alptraum wurde. - Karl Popper

Der physikalische Determinismus ist eine Theorie, über die man, wenn sie wahr ist, nicht argumentieren kann, denn sie führt alle unsere Reaktionen auf rein physikalische Bedingungen zurück. - Karl Popper

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Technik und Philosophie ..... schließt sich das nicht gegenseitig aus? 14 Aug 2018 13:40 #39954

stm schrieb: Wie ist das gemeint?

DeltaTee schrieb:
Jede Menge Philosophie schon in der Entstehung eines Bewusstseins.


Ist doch nicht so schwierig, du musst zunächst mal den Duktus seines Gesamtbeitrages verstehen, was wollte er uns, im speziellen mir, mit diesen seinen Worten sagen?

Ich hatte ja die These aufgestellt, dass Philosophie und Technik nichts miteinander zu tun hätten, mit seinem Beitrag hat er versucht mir nahe zu bringen, dass ja am Anfang einer jeden neuen Idee, die dann eventuell zu neuen Erkenntnissen, neuen technischen Errungenschaften führt, eben erst mal die Idee als solche stehen muss, es muss ein Anlass da sein, sich Gedanken über über sich und die Welt zu machen, warum ist dies so und warum nicht anders? Wie kann man sich das Leben erleichtern? Und warum soll ich das überhaupt? Wozu ist das gut?

Das sind ja bereits, seiner Meinung nach, philosophische Überlegungen.

Nun ja, wenn man so will, ist jedes Gedankenspiel Philosophie, Philosophie für Anfänger vielleicht.


Grüße
Udo

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Technik und Philosophie ..... schließt sich das nicht gegenseitig aus? 15 Aug 2018 01:03 #40006

stm schrieb: Ich habe also mehr Zeit bessere Überlebenschancen zu erschließen, wenn ich mir bessere Strategien einfallen lasse. Dazu muss ich aber mehr über die Welt wissen. Ich muss beobachten und verstehen, was ich sehe. Anschließend kann ich mir überlegen, wie ich ein Stück der Welt so nachbilde, dass es mir nutzt. Ich kann mir eine Höhle suchen, mir eine graben oder eine bauen...

Das ist die Negation des philosophischen Denkens schlechthin. Ich glaube nicht, dass Platon sich nur vor wilden Tieren verstecken wollte, als er sein Höhlengleichnis ausgesponnen hat.[/quote]
Wir halten fest, Philosophie ist eine Erfindung von Platon oder zumindest irgendeines Griechen.
Eigentlich logisch, weill ja vor der Erfindung der Sprache Griechisch niemand dieses Wort kannte. Chinesische Philosophie ist eine Mogelpackung, weil sie erstens gar nicht griechisch und zweitens nichtmal chinesisch ist. Zu der Zeit als die Typen da in Asien copyrightverletzend rumphilosophierten, gab es noch gar kein China und die Griechen waren wenn überhaupt, dann bestenfalls noch Seeräuber.

Historisch ist das falsch. Es hat lange gedauert, die Problematik im Gegenüber von Ich und Welt herauszuarbeiten. Das ist wohl erst mit Descartes ins Zentrum der neuzeitlichen Philosophie gerückt. Und auch Descartes war nicht wirklich am Graben von Höhlen interessiert.

Es wird so manchen überraschen, dass jedes Kleinkind genau diese Unterscheidung etwa zu Beginn des zweiten Lebensjahres beginnt und um das dritte bis vierte Lebensjahr vollzogen hat. Die wenigsten dieser Kleinkinder schreiben dies natürlich auf, denn das Schreiben lernen sie erst später und es ist ihnen auch zu banal um es festzuhalten. Auch das Höhlengraben ist heutzutage nicht mehr so verbreitet, aber die Kinder haben doch Spaß daran, sich Höhlen zu "bauen", indem sie sich die Decke über den Kopf ziehen und glauben unsichtbar zu sein. Später (so zwischen fünf und acht Jahren aber auch noch bis in die Pubertät hinein) sind sie ganz begeistert dabei, sich aus allem was sie finden können, tatsächlich Höhlen und Zelte und Baumhäuser zu bauen, wenn sie die Möglichkeit haben. Sie tun das um "ihre eigene kleine Welt" ganz für sich (und ihre besten Freunde) zu haben. Eine Welt für sich allein haben zu wollen ist natürlich schwer, wenn man noch gar nicht zwischen Welt und Ich unterscheiden kann, weil man nicht die Bildung und das Format eines Descartes hat.
Wir müssen also wieder festhalten, dass vor Descartes alle Menschen regelmäßgig ihr Spiegelbild entweder angegriffen haben oder vor ihm davongerannt sind.

Wie ist das gemeint?

DeltaTee schrieb:
Jede Menge Philosophie schon in der Entstehung eines Bewusstseins.

Ich denke, also bin ich.
Das galt schon, bevor es ausgesprochen und aufgeschrieben wurde. Philosophie kreiert nicht, sie entdeckt und erkennt.
Zu entdecken, dass ich ich bin und zu erkennen, was das bedeutet, ist nichts anderes.

Auf irgendetwas das Etikett "Philosophie" draufzukleben macht es noch nicht zur alleingültigen Wahrheit.
Den Streit zwischen und um die verschiedenen "Schulen" der Philosophie überlasse ich den "Philosophen".
Meine Worte:

Das Problem dabei ist, dass letzendlich nicht deine Frage diskutiert wird, sondern ob die Meinung des anderen richtig oder falsch ist. Diese Entscheidung wird dann wieder durch Meinungen begründet, deren Richtigkeit diskutiert wird.
Am Ende bleibt jeder auf seiner Meinung hocken und ist ein gutes Stück älter, aber kein noch so kleines Stück weiser.

beschreiben ganz gut, was seit Platon unter Philosophie verstanden wird.Die Betrachtung der Welt ist der Betrachtung der Betrachtung gewichen.
Allein der Name ist völlig irreführend, eigentlich sollte es Facebook heißen, denn es geht darum "Follower" zu haben oder wenigstens einer zu sein und damit angeben zu können, was dummerweise aber nur unter Philosophen und beim Hofstaat des Kaisers mit den neuen Kleidern funktioniert.

Philosophische Methodik wäre eine Technisierung der Philosophie und da hätten wir dann die andere Seite des Zusammenhangs zwischen Philosophie und Technik.
Ich bin lieber ein Mensch, der Weisheit sucht, weil er sie liebt. Wie sie heißt ist dabei mir egal, Ich suche das Ding, nicht den Namen oder die Definition.
Mag sein, dass man mir nicht folgen kann, aber das liegt daran, dass man sich an die Begriffe klammert, ohne sie verstanden oder als selbst Gedachtes erkannt zu haben.
Ähnlich wie man für multiple choice Tests lernt: Mustererkennung statt inhaltliches Verständnis.

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Technik und Philosophie ..... schließt sich das nicht gegenseitig aus? 17 Aug 2018 13:50 #40240

DeltaTee schrieb: Wir müssen also wieder festhalten, dass vor Descartes alle Menschen regelmäßgig ihr Spiegelbild entweder angegriffen haben oder vor ihm davongerannt sind.


Wieso müssen "wir" das festhalten? Wer ist hier "wir"? Redest du in der dritten Person von dir selbst?

Diese seltsam-komische Aussage von dir (ist das übrigens Ironie? Oder gar Sarkasmus? Oder ernst gemeint?) ist sowieso Unsinn hoch drei zum Quadrat, Freilandversuche mit riesigen Spiegeln haben gezeitigt, dass alle Menschenaffenarten nach anfänglichem Erschrecken schon sehr bald herausfanden, WEN sie da im Spiegel sahen: Nämlich sich selbst. Und schon fingen diese Affen an, sich eingehend zu betrachten und sich hier und da und dort zu begrapschen, um sich "schöner" zu machen, insbesondere Weibchen und eitle Männchen.

Der Mensch wusste also schon immer, auch ohne Descartes, dass er "er" ist, dass er sich von anderen Individuen unterscheidet und dank spiegelnder Wasserflächen wussten auch schon unsere Vorfahrenarten, lange vor der Entstehung des Homo Sapiens schon, wie sie individuell aussehen.

Das ist es ja, was ich meine, wer zu viel philosophiert, verliert den Blick für die Realität, für den wird alles unscharf, weil man alles durch verschiedene philosophische Filter laufen lassen muss:

"Ist das da vorne ein Auto, das mir auf meiner Bahn entgegen kommt? Oder nur ein Trugbild in der Matrix? Bin ich wirklich ich? Oder denke ich nur, dass ich ich bin? Vielleicht bin ich ja der Fahrer des auf mich mit aufblinkenden Scheinwerfen zurasenden Autos? Aber was ist, wenn das alles wahr sein sollte? Müsste ich da nicht irgendwas machen? Zum Beispiel bremsen? Ach was, ich glaube, ich bin nicht ich, sondern jemand anders ...................."


Total weltfremd und wenig hilfreich, die gesamte Philosophie.


Grüße
Udo

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Es klang hier ja schon einige Male an:
Technik, Naturwissenschaften, Philosophie, .... sind Begriffe die wir Menschen eingeführt haben und was jeweils darunter verstanden wird ist dann eine Übereinkunft...bestenfalls einigermaßen im Konsens. Gerade bei den angesprochenen Begriffen gibt es die Trennung untereinander erst einige Jahrhunderte.
In den letzten Jahren dann wieder Ansätze mehr gemeinsam zu machen.
Daher ist es schon manchmal wichtig gemeinsame Definitionen noch einmal abzustimmen damit die Diskussion nicht zerfasert.

Die Frage ist allerdings nicht wirklich "ganz einfach". Ich finde gerade den Ansatz "schließt sich das nicht gegenseitig aus" sehr schwierig.
Da muss ich erst einmal Fragen wie das gemeint ist:
Darf ich mich nur mit einem der Themen beschäftigen aber nicht mit allen?
Gibt es eine scharfe Trennung bzw. muss man diese machen?
Wenn ja warum? :)

Ich finde Philosophie gerade in der naturwissenschaftlichen Mathematik extrem hilfreich. Es kommt hier sehr oft vor das in der Mathematik Ergebnisse heraus kommen die zunächst einmal seltsam sind oder überhaupt keinen Sinn zu habe scheinen. Dann wird abstrakt und z.T. philosophisch überlegt was das bedeuten könnte und in ein Modell "erdacht" auf dessen Basis man weiter arbeiten kann (Versuche, weitere Folgerungen, ...).
Ich hatte mal einen Mathe-Prof. der in seinen Vorlesungen regelmäßig Philosophie genutzt hat, z.B. bei manchen Grenzwertbetrachtungen. Waren echt coole Vorlesungen.

Witzig finde ich auch das der Gedanke ob etwas auch existiert wenn ich es nicht anschaue, berühre, ... (also mit den Sinnen messe) in der Philosophie lange vor der Quantenmechanik da war :woohoo:

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Technik und Philosophie ..... schließt sich das nicht gegenseitig aus? 17 Aug 2018 22:35 #40293

Gut erkannt Udo, aber das soll nicht heißen, dass man mit dem Philosophieren aufhören sollte.
Nur wenn du es Philosophie nennst, kommst du in Teufels Küche, wo dich die Philosophen dann ganz langsam braten.
Philosophieren hilft dir dabei, dich selbst und die Welt zu verstehen. Zu mehr ist das Ganze nicht zu gebrauchen.
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Technik und Philosophie ..... schließt sich das nicht gegenseitig aus? 18 Aug 2018 11:16 #40309

DeltaTee schrieb: Gut erkannt Udo, aber das soll nicht heißen, dass man mit dem Philosophieren aufhören sollte.
Nur wenn du es Philosophie nennst, kommst du in Teufels Küche, wo dich die Philosophen dann ganz langsam braten.
Philosophieren hilft dir dabei, dich selbst und die Welt zu verstehen. Zu mehr ist das Ganze nicht zu gebrauchen.

Da stimme ich dir Hundert Prozent zu, wer gerne philosophieren will/möchte, der soll das gerne tun.

Philosophieren hat jedoch meiner Meinung nach überhaupt rein gar nichts im Bereich der Naturwissenschaften verloren, denn da will man ja harte Fakten, überprüfbare Theorien, Antworten auf Sachprobleme und keine philosophischen Betrachtungen anstellen, die helfen doch nicht weiter, wenn man das Problem der Dunklen Energie oder der Dunklen Materie angeht.

Natürlich kann/darf/soll/muss auch jeder Forscher über Sinn und Unsinn seiner Arbeit philosophieren nach dem Motto: "Was bringt mir das? Bin ich da auf dem richtigen Weg? Wieso ist das so und nicht anders? Oder könnte alles nicht auch ganz anders sein?"

Davon abgesehen ist jeder Forscher ja auch gleichzeitig ein ganz normaler Mensch mit allen Sehnsüchten und Wünschen für sich und seine Familie und dem Wohlergehen der restlichen Weltbevölkerung, wer wollte ihm in diesem Bereich das Philosophieren verbieten?

Nur, haben diese Bereiche meiner Meinung nach aktuell nichts miteinander zu tun, bei der Lösung von Quantenproblemen helfen philosophische Betrachtungen doch nicht wirklich weiter, obwohl sie natürlich sehr interessant sein mögen.


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udogigahertz schrieb:

DeltaTee schrieb: Gut erkannt Udo, aber das soll nicht heißen, dass man mit dem Philosophieren aufhören sollte.
Nur wenn du es Philosophie nennst, kommst du in Teufels Küche, wo dich die Philosophen dann ganz langsam braten.
Philosophieren hilft dir dabei, dich selbst und die Welt zu verstehen. Zu mehr ist das Ganze nicht zu gebrauchen.

Da stimme ich dir Hundert Prozent zu, wer gerne philosophieren will/möchte, der soll das gerne tun.

Philosophieren hat jedoch meiner Meinung nach überhaupt rein gar nichts im Bereich der Naturwissenschaften verloren,
denn da will man ja harte Fakten, überprüfbare Theorien, Antworten auf Sachprobleme und keine philosophischen Betrachtungen anstellen, die helfen doch nicht weiter, wenn man das Problem der Dunklen Energie oder der Dunklen Materie angeht.

Natürlich kann/darf/soll/muss auch jeder Forscher über Sinn und Unsinn seiner Arbeit philosophieren nach dem Motto: "Was bringt mir das? Bin ich da auf dem richtigen Weg? Wieso ist das so und nicht anders? Oder könnte alles nicht auch ganz anders sein?"

Davon abgesehen ist jeder Forscher ja auch gleichzeitig ein ganz normaler Mensch mit allen Sehnsüchten und Wünschen für sich und seine Familie und dem Wohlergehen der restlichen Weltbevölkerung, wer wollte ihm in diesem Bereich das Philosophieren verbieten?

Nur, haben diese Bereiche meiner Meinung nach aktuell nichts miteinander zu tun, bei der Lösung von Quantenproblemen helfen philosophische Betrachtungen doch nicht wirklich weiter, obwohl sie natürlich sehr interessant sein mögen.


Grüße
Udo


Mein Gott Udo, was schreibst Du denn da wieder ???

da widerspreche ich zu eintausend Prozent.

arxiv.org/abs/1805.10602
www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/philoso...l-universum-100.html

Ich sehe schon die Ausgangsfrage dieses threads als in sich unsinnig.

Gruß,
Lulu

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Technik und Philosophie ..... schließt sich das nicht gegenseitig aus? 18 Aug 2018 14:18 #40321

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Lulu schrieb: Ich sehe schon die Ausgangsfrage dieses threads als in sich unsinnig.

Da muss ich nun widersprechen. Ich finde durchaus einen Sinn in der Ausgangsfrage dieses Threads. Ich bin nämlich der Meinung, dass man philosophische Fragen nur selten mit dem Schraubenzieher beantworten kann. Udo und Delta liefern hierfür auch den besten Beweis.

Der physikalische Determinismus war ein Tagtraum der Allwissenheit, der mit jedem Fortschritt der Physik wirklicher zu werden schien, bis er zu einem scheinbar unausweichlichen Alptraum wurde. - Karl Popper

Der physikalische Determinismus ist eine Theorie, über die man, wenn sie wahr ist, nicht argumentieren kann, denn sie führt alle unsere Reaktionen auf rein physikalische Bedingungen zurück. - Karl Popper

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Der physikalische Determinismus war ein Tagtraum der Allwissenheit, der mit jedem Fortschritt der Physik wirklicher zu werden schien, bis er zu einem scheinbar unausweichlichen Alptraum wurde. - Karl Popper

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Technik und Philosophie ..... schließt sich das nicht gegenseitig aus? 18 Aug 2018 15:21 #40329

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Moin Moin...

Technik war bereits lange vor dem Menschen vorhanden.
Mechanisch sowohl auf elektrischer basis...
Aus bestimmten Blickwinkel heraus könnte man von der Philosophie das selbe sagen.

Als der Mensch seinen Fuss auf die Erde setzte, hat er zunächst beides obige a priori von der Natur abgeschaut...und weiterentwickelt, bzw. die Fähigkeiten, Funktionen, Grundlagen waren bereits angelegt. Entwicklung, ist zudem dem beschrieben System selbst immanet.
Von daher weder Technik noch Philosophie, sind vom Menschen geschaffen worden, nur weiterentwickelt.
Letzteres in dem Sinne, dass der Mensch nicht abgetrennt vom System selbst betrachtet werden kann.

NG Z.

Ps. udo hat den Rauswurf aus dem Paradies und das ganze Gott Geschwafel (im Sinne streng Religiöser Interpretationen) wahrscheinlich Unterbewusst zu ernst genommen. Was mM. zur Folge hat (welches wir im EThread nachlesen können) das er mM. denkt, man könnte Natur und Mensch gedanklich oder a priori trennen.
Somit auch alles, angeblich vom Menschen iniziierte...

Der Mensch kann nicht mehr als die Natur zulässt.
Seine eigne ist stets ein Teil davon..

Das Wort zum Samstag... sprach
Zarathustra (der echte ;) )

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Technik und Philosophie ..... schließt sich das nicht gegenseitig aus? 18 Aug 2018 17:06 #40337

Aber Lulu, es gibt doch keine unsinningen Fragen, um das geflügelte Wort mal zu konkretisieren.
Die Ausgangsfrage lautet ja eigentlich, ob das was Udo unter Philosophie versteht und das was er unterTechnik versteht, sich nicht gegeseitig ausschließt.
Er hat ja auch eingeräumt, dass er das möglicherweise zu einfach sieht und damit impliziert, dass er keineswegs behauptet ihm könne da nichts entgangen sein.
Dass sich seine Sicht nicht ändert, liegt nicht an ihm sondern daran, dass wir noch kein Argument vorgebracht haben, das seine Sicht ändern würde.
Über den Sinn oder Unsinn weiterer Argumentation könnte man streiten, aber nicht über die Frage.

@Udo:
Ich habe versucht, dir zu zeigen, dass das was man seit der Antike als Philosophie bezeichnet, nicht die ganze Philosophie ausmacht. Man hat dem Kind nur einen Namen gegeben, um sich von Magiern, Wunderpriestern und Gurus abzuheben (und sich dann in verschiedene parareligiöse Richtungen aufzuspalten)

Technikphilosophie ist im Übrigen ein Studienfach an vielen Unis und ich persönlich kenne einen Professor für Technikphilosophie, der nach langer Arbeit im Dienste einer Berufsgenossenschaft und relativ kurzem Ruhestand im Januar letzten Jahres verstorben ist.
Vielleicht hilft dir Günter Ropohl s Bestimmung des Begriffs Technik:

"Technik umfasst
(a) die Menge der nutzenorientierten, künstlichen, gegenständlichen Gebilde (Artefakte oder Sachsysteme),
(b) die Menge menschlicher Handlungen und Einrichtungen, in denen Sachsysteme entstehen und
(c) die Menge menschlicher Handlungen, in denen Sachsysteme verwendet werden."

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Technik und Philosophie ..... schließt sich das nicht gegenseitig aus? 19 Aug 2018 21:21 #40470

Hallo Leute,

dieser Thread zeigt doch, dass Technik sehr wohl etwas mit Philosophie zu tun hat, da Ihr darüber philosophiert, ob Technik und Philosophie zusammen passen.

Es gibt keinen Bereich, den man aus der Philosophie ausnehmen kann, denn dann ist die Philosophie nicht mehr komplett.

Jeder, der Technik entwickelt kann und sollte sich die Frage stellen, ob seine Technik gebraucht wird, wozu sie gebraucht wird – bis dahin zumindest aus Eigennutz – und, wenn er verantwortlich handeln möchte, ob sie misbraucht werden kann.

Selbst die Überlegung, ob Patente oder Copyrights sinnvoll sind können als philosophisch betrachtet werden.

Kennzeichen der Philosophie ist eben, dass sie alle Bereiche des Daseins einschließt.
Dies beginnt nicht erst bei der Selbsterkenntnis.

Aber das war vermutlich nicht gemeint.

Es geht wohl eher darum, ob Techniker die Aufgabe oder das Recht haben, ihr Handeln oder das Handeln anderer zu bewerten.

Antwort: Warum denn nicht?

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Technik und Philosophie ..... schließt sich das nicht gegenseitig aus? 25 Aug 2018 15:54 #40913

Jürgen schrieb: Hallo Leute,

dieser Thread zeigt doch, dass Technik sehr wohl etwas mit Philosophie zu tun hat, da Ihr darüber philosophiert, ob Technik und Philosophie zusammen passen.

Es gibt keinen Bereich, den man aus der Philosophie ausnehmen kann, denn dann ist die Philosophie nicht mehr komplett.


Wenn man schon so etwas Grundsätzliches, solche Basisüberlegungen, als Philosophie bezeichnet, dann ist alles Philosophie, sogar die Frage wann und ob ich morgens aufstehe oder nicht kann hochphilosophisch sein.

Nach meinem Verständnis bedeutet Philosophie doch etwas anderes als diese täglichen Alltagsüberlegungen, die ja meist nur eine Entscheidungsfindung sind.

Grüße
Udo

Das Verzichtbare ist nutzlos. J.F. Hingeklammert

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Das Verzichtbare ist nutzlos. J.F. Hingeklammert

Technik und Philosophie ..... schließt sich das nicht gegenseitig aus? 26 Aug 2018 19:24 #41015

udogigahertz schrieb: Nach meinem Verständnis bedeutet Philosophie doch etwas anderes als diese täglichen Alltagsüberlegungen, die ja meist nur eine Entscheidungsfindung sind.

Dann ist diese Philosophie (dein Verständnis) für dich gültig. Aber ist dein Verständnis identisch mit dem allgemeingültigen? Und wenn nicht, wie weit bringt dich dann dein Verständnis von etwas in der Diskussion mit anderen über dieses Etwas?.
Das wäre mal des Philosophierens wert, oder?

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