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THEMA: Technik und Philosophie ..... schließt sich das nicht gegenseitig aus?

Technik und Philosophie ..... schließt sich das nicht gegenseitig aus? 27 Aug 2018 09:17 #41036

udogigahertz schrieb: Wenn man schon so etwas Grundsätzliches, solche Basisüberlegungen, als Philosophie bezeichnet, dann ist alles Philosophie, sogar die Frage wann und ob ich morgens aufstehe oder nicht kann hochphilosophisch sein.

Nach meinem Verständnis bedeutet Philosophie doch etwas anderes als diese täglichen Alltagsüberlegungen, die ja meist nur eine Entscheidungsfindung sind.


Ein wichtiger Aspekt der Philosophie ist ihre Methodenfreiheit. Das ist vielleicht leicht misszuverstehen - Freiheit bedeutet die Freiheit in der Wahl der Methode und nicht, jegliche Methodik über Bord zu werfen. Aus der methodischen Herangehensweise leiten sich letztlich - historisch - die wissenschaftlichen Methoden und Grundsätze ab. Und natürlich umfasst die Philosophie alle Themenbereiche. Dein Alltagsbeispiel will ich mal mit Harald Lesch kontern: "Mann kann sich auch blöd staunen."

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Technik und Philosophie ..... schließt sich das nicht gegenseitig aus? 27 Aug 2018 11:54 #41043

Es ist eine hybris der Philosophie sich als Gründer der Wissenschaft zu sehen . Technik gab es schon zu Anbeginn der Menschen , ob es der Faustkeil oder Jagdtechnik war .
Philosophie hat die Funktion bei fehlendem wissen dennoch zu einer Aussage zu kommen . je mehr wissen wir erlangen desto unwichtiger wird Philosophie .
Ohne Kenntnis von Feuer gäbe es Platos Höhlengleichnis überhaupt nicht .

Wir leben zwar alle unter dem gleichen Himmel, aber es haben nicht alle den gleichen Horizont.

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Technik und Philosophie ..... schließt sich das nicht gegenseitig aus? 27 Aug 2018 13:41 #41051

heinzendres schrieb: Es ist eine hybris der Philosophie sich als Gründer der Wissenschaft zu sehen . Technik gab es schon zu Anbeginn der Menschen , ob es der Faustkeil oder Jagdtechnik war .
Philosophie hat die Funktion bei fehlendem wissen dennoch zu einer Aussage zu kommen . je mehr wissen wir erlangen desto unwichtiger wird Philosophie .
Ohne Kenntnis von Feuer gäbe es Platos Höhlengleichnis überhaupt nicht .


Hybris - frei nach Wikipedia "In Überheblichkeit die von Göttern gegebenen Befehle und Gesetze zu ignorieren" scheint eher ein theologisches Konstrukt, oder? Auch eher typisch für die Theologie, bei fehlendem Wissen zu einer Aussage zu kommen - eben deus vult.

Das Höhlengleichnis ist eine Veranschaulichung, ein Modell, über das Platon politische Ideale und - unter anderem - spezifische Vorgaben für die philosophische Methodik verdeutlicht - z.B. nicht empirisch sondern theoriebasiert.

In der historischen Betrachtung legt die Philosophie wesentliche Grundlagen für die wissenschaftliche Systematik, die platonische Schule ist dabei die früheste - dokumentierte - organisierte Form. Natürlich gab es damals und auch viel früher bereits Wissen und Technik, durch Versuch und Irrtum systematisch entwickelt, tradiert, kopiert oder als Zufallsfund, aber eher empirisch und traditionell begründet - so funktioniert das eben.

Der heutige "Nutzen" der Philosophie im Wissenschaftsbetrieb ist sicherlich in der Methodenfreiheit zu sehen, welche die Möglichkeit bietet, mit anderen als den von der Lehrmeinung vorgegebenen Methoden oder über unkonventionelle Zusammenhänge zu Erkenntnissen zu gelangen. Damit verliert sie bei zunehmendem Wissen auch nicht an Bedeutung.

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Technik und Philosophie ..... schließt sich das nicht gegenseitig aus? 28 Aug 2018 10:57 #41131

DeltaTee schrieb:

udogigahertz schrieb: Nach meinem Verständnis bedeutet Philosophie doch etwas anderes als diese täglichen Alltagsüberlegungen, die ja meist nur eine Entscheidungsfindung sind.

Dann ist diese Philosophie (dein Verständnis) für dich gültig. Aber ist dein Verständnis identisch mit dem allgemeingültigen? Und wenn nicht, wie weit bringt dich dann dein Verständnis von etwas in der Diskussion mit anderen über dieses Etwas?.
Das wäre mal des Philosophierens wert, oder?


Du meinst, zunächst müsste man eine gemeinsame Wissensbasis haben, ein gegenseitiges Verständnis dessen, wovon man überhaupt spricht?

Dann definiere doch mal dein persönliches Verständnis von Philosophie, was ist das für dich?

Ist die Überlegung, ob und was du hier antworten wirst, bereits Philosophie?

Oder doch eher ein hochwissenschaftlicher Vergleich zwischen den Kernaussagen eines Hegel oder Kant?

Was, zum Teufel, ist denn Philosophie?

Bevor man das nicht einvernehmlich geklärt hat, ist jede weitere Debatte darüber beliebig. Der eine meint dies, der andere was ganz anderes, bezeichnet aber alles gleich.


Also für mich ist Philosophie ein spezieller geisteswissenschaftlicher Zweig über Ansichten, die Welt verstehen zu wollen, nicht schon Alltagsüberlegungen über Sinn und Unsinn von bestimmten Anschaffungen oder alltäglichem Handeln. Man sagt zwar im Alltag, dass man trefflich über dieses oder jenes philosophieren könnte, man meint damit jedoch nur eine Diskussion über Sinn und Unsinn bestimmter Entscheidungen, nicht das geisteswissenschaftliche Fachgebiet der Philosophie.

Ist jemand ganz anderer Meinung?


Grüße
Udo

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Technik und Philosophie ..... schließt sich das nicht gegenseitig aus? 28 Aug 2018 11:05 #41133

Duisenberg schrieb: Der heutige "Nutzen" der Philosophie im Wissenschaftsbetrieb ist sicherlich in der Methodenfreiheit zu sehen, welche die Möglichkeit bietet, mit anderen als den von der Lehrmeinung vorgegebenen Methoden oder über unkonventionelle Zusammenhänge zu Erkenntnissen zu gelangen. Damit verliert sie bei zunehmendem Wissen auch nicht an Bedeutung.

Eine andere Überlegung, zu wissenschaftlichen Ergebnissen zu gelangen, ist für dich schon Philosophie?

Dieser Ansicht bin ich nicht, dazu muss man nicht groß philosophieren, wenn ein Wissenschaftler auf diese althergebrachte Weise mit den herkömmlichen Methoden nicht weiter kommt, muss er doch nicht philosophieren, um zu anderen Methoden zu kommen, was haben Hegel und Kant und all die anderen Philosophen damit zu tun? Inwiefern wären sie eine Hilfe bei der Konstruktion eines Fusionsreaktors beispielsweise? Gibt es etwa konkrete Anleitungen in den alten Werken der bekannten Philosophen? Ich glaube eher doch wohl nicht, man muss konkrete Probleme der Technik mit naturwissenschaftlichen Methoden zu lösen versuchen, nicht mit Philosophie.

Man kann zwar "herumphilosophieren", welcher Weg der geeignete wäre, was jedoch nach meinem Verständnis überhaupt nichts mit dem Fachgebiet der Philosophie zu tun hat, sondern nur eine umgangssprachlich missbräuchlich angewandte Floskel ist.


Grüße
Udo

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Technik und Philosophie ..... schließt sich das nicht gegenseitig aus? 02 Sep 2018 13:01 #41465

Wenn ich von der Beschreibung der Philosophie bei Wikipedia ausgehe, dann kommen wir meines Erachtens nach durchaus technisch in Dimensionen in denen eine technische und eine philosophische Frage verschwimmen können.
Nehmen wir an, ein Quantencomputer befindet sich in der Entwicklung und hierbei wird festgestellt, dass Rechenergebnisse sich verändern je nachdem, ob ein Mann, oder eine Frau das Gerät bedienen. Das hätte dann vielleicht was mit Verschränkung, mit der Änderung des beobachteten Systems durch den Beobachter o.ä., zu tun. Die Herangehesweise an die Lösung des Problemes, wäre aber schon eine philosophische Frage, weil man sich ja schwer damit täte an dieses Problem unvoreingenommen heranzugehen. Frauen und Männer sind heutztage gleich, ein geschlechterspezifisches Problem in einer quantenmechanischen Fragestellung gar nicht zulässig, etc.

de.wikipedia.org/wiki/Philosophie

"`Oh dear,' says God, `I hadn't thought of that,' and promptly vanished in a puff of logic.

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Technik und Philosophie ..... schließt sich das nicht gegenseitig aus? 03 Sep 2018 09:11 #41508

derwestermann schrieb: Die Herangehesweise an die Lösung des Problemes, wäre aber schon eine philosophische Frage, weil man sich ja schwer damit täte an dieses Problem unvoreingenommen heranzugehen. Frauen und Männer sind heutztage gleich, ein geschlechterspezifisches Problem in einer quantenmechanischen Fragestellung gar nicht zulässig, etc

Wissenschaft ist unvoreingenommen , Philosophie ist es nicht .

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Technik und Philosophie ..... schließt sich das nicht gegenseitig aus? 03 Sep 2018 10:03 #41511

Hallo Heinz,
du schreibst:

Wissenschaft ist unvoreingenommen , Philosophie ist es nicht

Wie kommst du denn auf das schmale Brett? - Möglicherweise verstehst du unter Unvoreingenommenheit was anderes als ich. Wo ist denn Wissenschaft in der rein objektiven Betrachtung unvoreingenommen? Wir haben doch gerade im Forum erlebt, dass sie im eigentlichen Sinne voreingenommen ist. Bestimmte methodische oder interpretatorische Vorgänge wurden doch ausgeschlossen. Das ist erst einmal nichts Verwerfliches, sondern macht die Diskussion im Forum zielgerichteter. Allerdings im gewissen Sinne ist das auch eine Schwäche.
Es gibt den Primat des Experiments. Das war sehr erfolgreich. Aber stößt der Primat nicht auch in der modernen Physik an seine Grenzen? - Erkenntnisse, die im Cern bzw. im LHC gewonnen werden, dürften nur schwerlich nachstellbar sein. Sind die Erkenntnisse von dort zu verwerfen, weil sie dem Grunde nach nicht falsifizierbar sind (jedenfalls nicht in der klassischen Bedeutung)? In der Kosmologie stößt die Physik doch andauernd an die Grenzen der Reliabilität. Sind die Gravitationswellen also auch nicht für die Standardlehre zu gebrauchen?
Welche Voreingenommenheit unterstellst du denn der Philosophie?


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Technik und Philosophie ..... schließt sich das nicht gegenseitig aus? 03 Sep 2018 11:05 #41514

Die Wissenschaft ist unvoreingenommen nicht die Wissenschaftler , den sie beruht auf dem erkennen von Gesetzmäßigkeiten . Philosophie dagegen setzt voraus das ihre aussagen richtig sind ohne geprüft zu werten , und sie hat nicht die Möglichkeit an der Realität zu scheitern da sie ja eben diese Realität anzweifelt .

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Technik und Philosophie ..... schließt sich das nicht gegenseitig aus? 03 Sep 2018 11:55 #41518

Heinz, für mich hast du im vorhergehenden Post auf kleinem Raum eine Menge Urteile aufgestellt, die entweder aus Naivität oder Wunschdenken kommen.

Die Wissenschaft ist unvoreingenommen nicht die Wissenschaftler

Wer oder was ist denn die Wissenschaft? Die Wissenschaft ohne Wissenschaftler ist gar nicht denkbar. Jede Wissenschaft hat eine herrschende Standardlehre und/oder Methode. Wie die beiden zustande kommen hat die unterschiedlichsten Ursachen, sind aber letztlich immer ein irgendwie sich ergebendes Handeln der Beteiligten. Manchmal ist es nichts weiter als Macht. Manchmal eben auch Konvention. Manchmal auch Überzeugungskraft usw. In jedem Fall kann sich die Wissenschaft zu den Beteiligten nicht in einem abstrakten Verhältnis stellen.

...sie (die Wissenschaft) beruht auf dem erkennen von Gesetzmäßigkeiten . Philosophie dagegen setzt voraus das ihre aussagen richtig sind ohne geprüft zu werten , und sie hat nicht die Möglichkeit an der Realität zu scheitern da sie ja eben diese Realität anzweifelt .

Bist du sicher, dass du dich schon einmal ernsthaft mit Philosophie auseinandergesetzt hast oder bist du auf der Jagd nach Vorurteilen? - Lesch/Gaßner werden doch nicht müde zu betonen, dass die Physik nicht den Anspruch erhebt, die Realität zu beschreiben, sondern immer bessere Modelle aufstellen möchte, die möglichst lange der Falsifikation widerstehen und der Wirklichkeit möglichst nahe kommen soll. Auch philosophische Erkenntnisse sind nicht - wie du scheinbar annimmst - schon deswegen wahr oder erhellend, weil sich jemand irgendetwas ausgedacht hat. Glaubst du, dass irgendein Philosoph annimmt, dass der "Herr der Ringe" real ist, weil Tolkien sich ein solche Geschichte ausgedacht hat? stm hat an anderer Stelle schon beschrieben, dass Philosophen sich zwar nicht am Experiment, aber an der Konsistenz, Logik und sauberen Begriffsklärungen messen lassen müssen. Warum denkst du, dass Philosophen Realität bezweifeln? Es gibt Strömungen in der Philsosophie, die vielleicht mehr an der Realität "hängen" als die Physik.


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Technik und Philosophie ..... schließt sich das nicht gegenseitig aus? 03 Sep 2018 14:33 #41529

D.Rajic schrieb: Bist du sicher, dass du dich schon einmal ernsthaft mit Philosophie auseinandergesetzt hast oder bist du auf der Jagd nach Vorurteilen? - Lesch/Gaßner werden doch nicht müde zu betonen, dass die Physik nicht den Anspruch erhebt, die Realität zu beschreiben, sondern immer bessere Modelle aufstellen möchte, die möglichst lange der Falsifikation widerstehen und der Wirklichkeit möglichst nahe kommen soll. Auch philosophische Erkenntnisse sind nicht - wie du scheinbar annimmst - schon deswegen wahr oder erhellend, weil sich jemand irgendetwas ausgedacht hat. Glaubst du, dass irgendein Philosoph annimmt, dass der "Herr der Ringe" real ist, weil Tolkien sich ein solche Geschichte ausgedacht hat? stm hat an anderer Stelle schon beschrieben, dass Philosophen sich zwar nicht am Experiment, aber an der Konsistenz, Logik und sauberen Begriffsklärungen messen lassen müssen. Warum denkst du, dass Philosophen Realität bezweifeln? Es gibt Strömungen in der Philsosophie, die vielleicht mehr an der Realität "hängen" als die Physik.


Das ist doch alles haltloses Geschwafel, was ist denn deine Kernaussage?

Wenn die Wissenschaft, repräsentiert von namhaften Wissenschaftlern experimentell diese und das bewiesen hat bzw., um es vorsichtig auszudrücken, ein Ergebnis präsentiert hat, das auf die Falsifikation wartet, also z. B. dass die Erde eine Kugelgestalt hat, der Mond sich um die Erde dreht und beide Himmelskörper zusammen sich um die Sonne bewegen, dass die Formel E = mc² stimmen muss, da eine auf dieser Theorie aufgebaute Atombombe tatsächlich funktioniert, sind das doch "harte Fakten".

Einerseits.

Und andererseits das weite Gebiet der Philosophie, von der du ja selber schon beschreibst, dass es da verschiedene Strömungen gibt, die die Dinge jeweils ganz anders sehen.

Philosophie ist nur Geschwafel weiter nichts. Man will irgendwas nicht-ausdrückbares mit gestelzten und gerade erfundenen Worten ausdrücken, löst dabei aber kein einziges Problem, sondern schafft andauernd neue Probleme, die es ohne die Philosophie gar nicht gäbe.


Grüße
Udo

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Technik und Philosophie ..... schließt sich das nicht gegenseitig aus? 03 Sep 2018 15:51 #41533

@udogigahertz
Beweggrund meine Abstinenz zu unterbrechen (hatte ich in einem früheren Post dargestellt) war einfach, dass heinzendres sowohl für die Naturwissenschaft wie für die Philosophie nicht zu haltende Grundlagen genannt hat. Wenn man die Richtungen miteinander vergleicht, sollte das zumindest auf gesicherter Grundlage geschehen. Ich wüsste jetzt auch nicht wo ich mehr getan habe.
Werde jetzt wieder deinen Thread verlassen, von dem ich anfänglich schon sicher war, dass das keine ernst gemeinte Frage war, die du als Basis gestellt hattest. Es war von Anfang an klar, dass du hier nur Grund für dein bereits gefasstes (Vor-)Urteil gesucht hast um dann ggf. nach gewohnter Art zu randalieren.
Ich sagte ja bereits einmal früher, dass ich deine Gemütslage bzw. die Schwankungen nicht verstehe. Ich habe da so meine Interpretationen, die aber hier nicht hergehören.


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Technik und Philosophie ..... schließt sich das nicht gegenseitig aus? 03 Sep 2018 15:55 #41534

Hi Udo,
ich bin ja was Philosophie angeht ungebildet :) aber ich finde sie wichtig.

Du schriebst:

Wenn die Wissenschaft, repräsentiert von namhaften Wissenschaftlern experimentell diese und das bewiesen hat bzw., um es vorsichtig auszudrücken, ein Ergebnis präsentiert hat, das auf die Falsifikation wartet, also z. B. dass die Erde eine Kugelgestalt hat, der Mond sich um die Erde dreht und beide Himmelskörper zusammen sich um die Sonne bewegen, dass die Formel E = mc² stimmen muss, da eine auf dieser Theorie aufgebaute Atombombe tatsächlich funktioniert, sind das doch "harte Fakten".


Ja sind harte Fakten, aber bevor sie falsifiktiert wurden mussten sie ja erst mal erdacht werden.
Deshalb ist in meiner Vorstellung Philosophie und Wissenschaft nicht zu trennen weil ich glaub das eine geht nicht ohne das andere.
Es gibt ja auch viele Wissenschaftler die philosophisch gebildet sind. Ich glaub nicht dass es einen "Krieg" zwischen
Wissenschaften und Philosophie gibt. Ich denke mir, die bessten Wissenschaftler haben beides (ein philosophisches Denken / Bildung und
ein wissenschaftliches).

Du schriebst:

Philosophie ist nur Geschwafel weiter nichts.


Neeee, da würdest du ja die größten Denker der Menschheit als "Schwafeler" ab tun:
Platon, Aristoteles, Sokrates, Descartes, Kant, Nietzsche und und und.....

LG Sonni :)

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Technik und Philosophie ..... schließt sich das nicht gegenseitig aus? 03 Sep 2018 16:00 #41535

So schwarz-weiß sehe ich das nicht.

Das Falsifikationsprinzip beispielsweise ist Teil der Philosophie, nicht der Naturwissenschaften ( de.wikipedia.org/wiki/Falsifikation ). Das heißt, die Art und Weise, wie Naturwissenschaftler arbeiten, beruht auf der Wissenschaftstheorie, einem Teil der Philosophie ( de.wikipedia.org/wiki/Wissenschaftstheorie ).

Zum anderen sehe ich die Wissenschaft etwas kritischer. Sehr vieles wissen wir mit hoher Genauigkeit (auch wenn es wie die Newtonsche Gravitationstheorie eigentlich falsch ist). Vieles wissen wir aber nicht und da irrt sich die Wissenschaft empor. Man schaue sich beispielsweise die Stringtheorien an, mit denen sich viele Physik-Professoren beschäftigen, von der wir aber nicht wissen, ob sie irgendeinen Bezug zur Natur hat.

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Technik und Philosophie ..... schließt sich das nicht gegenseitig aus? 03 Sep 2018 16:36 #41539

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ClausS schrieb: Das Falsifikationsprinzip beispielsweise ist Teil der Philosophie, nicht der Naturwissenschaften ( de.wikipedia.org/wiki/Falsifikation ). Das heißt, die Art und Weise, wie Naturwissenschaftler arbeiten, beruht auf der Wissenschaftstheorie, einem Teil der Philosophie ( de.wikipedia.org/wiki/Wissenschaftstheorie ).

Ich würde nun nicht gerade sagen, dass die Art und Weise, wie Naturwissenschaftler arbeiten, auf der Wissenschaftstheorie beruht. Vielmehr umgekehrt. Philosophen haben sich die Frage gestellt: Was genau macht ein Wissenschaftler eigentlich, wenn er wissenschaftlich arbeitet. Worin unterscheidet sich das wissenschaftliche Arbeiten von unwissenschaftlichen, magischen, esoterischen Praktiken? So wurde die Wissenschaftstheorie als philosophische Disziplin geboren. Damit wurden dann auch gewisse Standards für wissenschaftliches Arbeiten formuliert und von der Wissenschaft anerkannt.

Der physikalische Determinismus war ein Tagtraum der Allwissenheit, der mit jedem Fortschritt der Physik wirklicher zu werden schien, bis er zu einem scheinbar unausweichlichen Alptraum wurde. - Karl Popper

Der physikalische Determinismus ist eine Theorie, über die man, wenn sie wahr ist, nicht argumentieren kann, denn sie führt alle unsere Reaktionen auf rein physikalische Bedingungen zurück. - Karl Popper

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Technik und Philosophie ..... schließt sich das nicht gegenseitig aus? 04 Sep 2018 09:58 #41579

Hat irgendein Philosophe vor Kopernikus daran gedacht das die Erde nicht das Zentrum ist .
Nein Weill die großen griechischen Philosophen die Gravitation damit erklärt haben das die Erde im Mittelpunkt ist und alles auf sie zu strömt

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Technik und Philosophie ..... schließt sich das nicht gegenseitig aus? 04 Sep 2018 10:25 #41581

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Heinzendres, bevor du hier Unfug postest, könntest du dich informieren. Eine kurze Recherche in der Wikipedia hätte dir diese Peinlichkeit erspart:

Aristarch(os) von Samos (griechisch Ἀρίσταρχος Arístarchos; * um 310 v. Chr. auf Samos; † um 230 v. Chr.) war ein griechischer Astronom und Mathematiker.

Er war ein Schüler von Straton von Lampsakos, dem Leiter der Schule des Aristoteles in Athen, und einer der ersten griechischen Astronomen, die das heliozentrische Weltbild vertraten, wonach die Sonne und nicht die Erde im Zentrum des Weltalls steht.

Wenn ich mich recht erinnere, hat Josef das auch in einem seiner AzS-Videos erwähnt.

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Technik und Philosophie ..... schließt sich das nicht gegenseitig aus? 04 Sep 2018 12:55 #41585

stm schrieb: Heinzendres, bevor du hier Unfug postest, könntest du dich informieren. Eine kurze Recherche in der Wikipedia hätte dir diese Peinlichkeit erspart:

Aristarch(os) von Samos (griechisch Ἀρίσταρχος Arístarchos; * um 310 v. Chr. auf Samos; † um 230 v. Chr.) war ein griechischer Astronom und Mathematiker.

Er war ein Schüler von Straton von Lampsakos, dem Leiter der Schule des Aristoteles in Athen, und einer der ersten griechischen Astronomen, die das heliozentrische Weltbild vertraten, wonach die Sonne und nicht die Erde im Zentrum des Weltalls steht.

Wenn ich mich recht erinnere, hat Josef das auch in einem seiner AzS-Videos erwähnt.


Und? Was beweist das nun? Vor der Etablierung der regulären Wissenschaft war alles Philosophie, da spekulierte wohl jeder mal, dass alles auch ganz anders sein könnte als man bisher annahm, ohne den geringsten Beweis dafür vorlegen zu müssen oder zu können.

Das unterscheidet ja Philosophie von Wissenschaft, in der Wissenschaft muss man irgendwann mal den experimentellen Beweis vorlegen, ansonsten wird die Theorie nicht anerkannt, in der Philosophie kann jeder alles behaupten ohne irgendetwas mit harten Fakten beweisen zu müssen.

Philosophie lebt von Mutmaßungen und schönen Wortschöpfungen für nichtige, nicht fassbare Dinge.

Im übrigen: Wie lange hatte denn diese philosophische Weltanschauung dieses Aristarchos von Samos Bestand? Oder hatte sie niemals Bestand? War das nicht eher eine "Spinnerei" eines Außenseiters? Von anderen belacht?

Ganz anders gingen die ersten Wissenschaftler vor, wie Kopernikus, der beobachtete die Gestirne sehr genau und stellte Unstimmigkeiten fest, die mit dem herrschenden Weltbild nicht in Übereinstimmung zu bringen waren, dann überlegte er sich dazu eine passende Theorie, wie man diese Bewegungen der "Wandelsterne" erklären konnte und am besten passte dazu eben, dass diese "Wandelsterne" gar keine Sterne waren, sondern Planeten, die sich wie die Erde auch, um die Sonne bewegten.

So richtig beweisen konnte er seine Theorie zu Lebzeiten nicht, spätere Beobachtungen erhärteten jedoch seine Theorie.

Mit philosophischem Geschwafel konnte Kopernikus diese Leistung nicht vollbringen, sondern mit den Methoden der modernen Wissenschaft.


Grüße
Udo

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Technik und Philosophie ..... schließt sich das nicht gegenseitig aus? 04 Sep 2018 19:58 #41620

stm schrieb: , und einer der ersten griechischen Astronomen, die das heliozentrische Weltbild vertraten, wonach die Sonne und nicht die Erde im Zentrum des Weltalls steht.

Also er war Wissenschaftler und Kleanthes ein bedeutender Philosoph wollte in Anklage wegen Gottlosigkeit.

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Technik und Philosophie ..... schließt sich das nicht gegenseitig aus? 04 Sep 2018 20:22 #41623

udogigahertz schrieb: Wenn man schon so etwas Grundsätzliches, solche Basisüberlegungen, als Philosophie bezeichnet, dann ist alles Philosophie, sogar die Frage wann und ob ich morgens aufstehe oder nicht kann hochphilosophisch sein.

Nach meinem Verständnis bedeutet Philosophie doch etwas anderes als diese täglichen Alltagsüberlegungen, die ja meist nur eine Entscheidungsfindung sind.

Halllo Udo,
Philosophie ist per Definition die Wissenschaft, die alle Bereiche einschließt.
Und ebenso, wie keine Mindestanforderungen an Technik gestellt werden - Technik beeginnt nicht erst beim Uhrwerk sondern ist auch dann Technik, wenn ein Blech gestanzt wird, gibt es keinen qualitativen Schutz für den Begriff der Philosophie,
Es gibt allerdings auch Regeln, an denen die Qualität gemessen werden kann.
Dazu gehört die Allgemeingültigkeit.
Daher greift die Philosophie auch dort, wo die einzelne Wissenschaft ihre Grenzen erfährt.
Insbesonder kommt die Physik nicht ohne Aussagenlogik aus.
Die Regeln der Aussagenlogik entspringen der Philosophie.

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Technik und Philosophie ..... schließt sich das nicht gegenseitig aus? 09 Sep 2018 17:19 #41858

Jürgen schrieb: Halllo Udo,
Philosophie ist per Definition die Wissenschaft, die alle Bereiche einschließt.
Und ebenso, wie keine Mindestanforderungen an Technik gestellt werden - Technik beeginnt nicht erst beim Uhrwerk sondern ist auch dann Technik, wenn ein Blech gestanzt wird, gibt es keinen qualitativen Schutz für den Begriff der Philosophie,
Es gibt allerdings auch Regeln, an denen die Qualität gemessen werden kann.
Dazu gehört die Allgemeingültigkeit.
Daher greift die Philosophie auch dort, wo die einzelne Wissenschaft ihre Grenzen erfährt.
Insbesonder kommt die Physik nicht ohne Aussagenlogik aus.
Die Regeln der Aussagenlogik entspringen der Philosophie.


Ich muss hier zum wiederholten Male feststellen, dass es an dieser Stelle mal einer genauen Spezifikation des Begriffes "Philosophie" bedarf, sonst kommen wir nicht weiter.

Der eine versteht darunter einfach alles, jede Aussage ist für ihn bereits Philosophie, für den anderen ist Philosophie etwas ganz anderes.

Ich hätte mal gerne für den Anfang ein Beispiel für deine Aussage, dass, wenn die Wissenschaft nicht weiterkommt, sodann die Philosophie weiterhilft, bitte benenne mal ein konkretes Beispiel dafür, welche Rätsel der Wissenschaft erst mit der Hilfe von Philosophie gelöst wurden.

Danke im voraus.

Grüße
Udo

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Technik und Philosophie ..... schließt sich das nicht gegenseitig aus? 09 Sep 2018 20:46 #41878

Die Vorstellung vom unteilbaren Kleinsten (Atom) wurde von Phiilosophen entwickelt - Stichwort Demokrit.

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Technik und Philosophie ..... schließt sich das nicht gegenseitig aus? 09 Sep 2018 21:14 #41881

.
Die Erkenntnis, dass es eine Grenze des Wachstums gibt, ist eine philosophische Erkenntnis. Ich denke mir, das ist die Erkenntnis des 20. Jahrhunderts.
.

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Ohne etwas wäre nicht einmal nichts

Technik und Philosophie ..... schließt sich das nicht gegenseitig aus? 09 Sep 2018 22:29 #41889

badhofer schrieb: .
Die Erkenntnis, dass es eine Grenze des Wachstums gibt, ist eine philosophische Erkenntnis. Ich denke mir, das ist die Erkenntnis des 20. Jahrhunderts.
.

Und wie sollte ein Philosoph zu einer solchen Erkenntnis kommen , hätte Platon nicht auch schon diese Erkenntnis haben müssen .

So leid es mir tut aber im Club of Rome sind Wissenschaftler , die Studien aufgrund wissenschaftlicher Daten erstellt haben , nichts Philosophen .
de.wikipedia.org/wiki/Die_Grenzen_des_Wachstums

Oder Thema Ozonloch , hätte man sich auf Philosophen verlassen würden wir heute von UV Strahlung geröstet werden .
Nein Wissenschaftler haben den Anstoß zu einem FCKW verbot gegeben .

Was sagen die Philosophen über den Klimawandel ? Das er genau sowenig real wie unsere Wirklichkeit oder das er nur konstruiert ist ?

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Technik und Philosophie ..... schließt sich das nicht gegenseitig aus? 10 Sep 2018 10:13 #41901

Jürgen schrieb: Die Vorstellung vom unteilbaren Kleinsten (Atom) wurde von Phiilosophen entwickelt - Stichwort Demokrit.


Erstens war damals diese Ansicht bereits mehr als umstritten, zweitens stimmt das gar nicht, denn auch Atome kann man noch zerlegen in ihre Bestandteile und auch die Bestandteile der Atome sind keineswegs unteilbar und drittens konnte dieser Philosoph seine These niemals experimentell beweisen.

Eine These, die man nicht falsifizieren kann, ist nutzlos und fällt unter "Beliebigkeit".

Hier hat also keineswegs die Philosophie der Wissenschaft hilfreich unter die Arme gegriffen, sondern nur einen (falschen) Denkanstoß gegeben, der erst zweitausend Jahre später wieder aufgegriffen wurde.

Das ist so ähnlich wie mit den ersten Vorstellungen antiker Denker, die Erde könnte eine Kugel sein und um die Sonne kreisen.

Nutzlos.


Grüße
Udo

P.S.: Wo sind die Beispiele, in denen die Philosophie der Wissenschaft weiter geholfen hat? Ich warte.

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Technik und Philosophie ..... schließt sich das nicht gegenseitig aus? 10 Sep 2018 10:17 #41902

badhofer schrieb: .
Die Erkenntnis, dass es eine Grenze des Wachstums gibt, ist eine philosophische Erkenntnis. Ich denke mir, das ist die Erkenntnis des 20. Jahrhunderts.
.


Nein, das ist Quatsch hoch drei, was hat die Endlichkeit der irdischen Ressourcen mit Philosophie zu tun? Dazu braucht es harte wissenschaftliche Fakten, aber keine Philosophie.

Man kann darüber zwar trefflich philosophisch streiten, warum das so ist und was man nun machen sollte/könnte, aber das Faktum der Endlichkeit haben keine Philosophen festgestellt, sondern Geologen.


Grüße
Udo

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Technik und Philosophie ..... schließt sich das nicht gegenseitig aus? 10 Sep 2018 15:46 #41926

udogigahertz schrieb:

Jürgen schrieb: Die Vorstellung vom unteilbaren Kleinsten (Atom) wurde von Phiilosophen entwickelt - Stichwort Demokrit.


Erstens war damals diese Ansicht bereits mehr als umstritten, zweitens stimmt das gar nicht, denn auch Atome kann man noch zerlegen in ihre Bestandteile und auch die Bestandteile der Atome sind keineswegs unteilbar und drittens konnte dieser Philosoph seine These niemals experimentell beweisen.


Du suchst also nach einem naturwissenschaftlichen Beweis durch eine rein philosophische Überlegung, die von Physikern sofort angenommen wurde.
Wenn die Anforderung so eng gefasst ist, wirst Du wohl Recht haben, dass die Philosophie das nicht leistet.

Dafür ist sie allerdings auch nicht da.

Die Philosophie bietet Werkzeuge, denen sich die Physiker bedienen.
Es geht darum, einen klaren Weg durch den Argumentationsdschungel zu zeigen, indem Argumentation und Beweisführung strukturiert wird.
Der Begriff Zirkelschluss z.B. entspringt dem philosophischen Denken.

Andererseits – was macht Dich so sicher, dass die Physiker ohne den Anstoß von Demokrit nicht viel später nach dem Atom gesucht hätten. Schließlich baut in der Erkenntnis immer eins auf dem anderen auf. Es war auch nicht Demokrit, der das als unteilbar definierte, was wir heute als Atom bezeichnen.
Er hat die Auffassung vertreten, dass es ein unteilbares Kleinstes geben müsse und damit die Wissenschaft von den 4 Elementen weggeführt. Dies kann man auch als einen großen Fortschritt der Naturwissenschaft sehen.
Erst später wurde der Begriff einem Phänomen zugeordnet. Dass dies noch teilbar ist, ist nicht der Fehler des Philosophen, sondern der nachfolgenden Physiker, die diesen Begriff auf etwas angewandt haben, von dem sie nicht erkannten, dass es noch nicht der kleinste Baustein der Materie ist.

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Technik und Philosophie ..... schließt sich das nicht gegenseitig aus? 10 Sep 2018 16:39 #41929

Jürgen, mit deinem obigen Beitrag bin ich voll und ganz einverstanden.

Natürlich liefern AUCH die Philosophen, zumindest einige davon, manchmal einen wertvollen Gedankenanstoß, der dann von Naturwissenschaftlern aufgenommen wird und letztlich zum Erfolg führen kann.

Das beweist aber doch noch lange nicht, dass Philosophie den Naturwissenschaftlern weiterhilft, wenn die mal in der Klemme stecken, Gedankenanstöße zur Lösung von Problemen können aus jedem Bereich kommen, sogar aus dem Unterbewusstsein der forschenden Wissenschaftler selbst.

Ob man nun eine Beweisführung, die letztlich auf sich selber zurückgreift, nun Zirkelschluss nennt oder dafür einen anderen Begriff verwendet ist doch Schnuppe, auch, dass dieser Begriff von anerkannten Philosophen erdacht wurde, ist zwar schön zu wissen, hat letztlich aber mit so einer untauglichen Beweisführung nichts zu tun, solche Zirkelschlüsse gab es auch früher schon, noch bevor die Philosophen das Zirkelschluss genannt hatten, die Bibel ist so ein Standardwerk der Zirkelschlüsse.


Ergo: Naturwissenschaft hat so gar nichts mit dem Fachgebiet "Philosophie" der Geisteswissenschaften zu tun, Philosophie ist weder hilfreich, um naturwissenschaftliche Lösungen für naturwissenschaftliche Problemstellungen zu finden, noch hat die Philosophie letztlich Antworten auf die wesentlichen Sinnfragen nach dem Sinn des Lebens beispielsweise.

Philosophie ist sich selbst genug.


Grüße
Udo

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Technik und Philosophie ..... schließt sich das nicht gegenseitig aus? 10 Sep 2018 16:50 #41930

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udogigahertz schrieb: Ergo: Naturwissenschaft hat so gar nichts mit dem Fachgebiet "Philosophie" der Geisteswissenschaften zu tun

Nur mal so rein interessehalber: wo würdest du dann die Mathematik einsortieren? Bei den Natur- oder den Geisteswissenschaften? Oder nochmal ganz woanders? Und würdest du Mathematik und Logik in dieselbe Schublade stecken oder in verschiedene? Und wohin dann mit der Mengenlehre?

udogigahertz schrieb: Philosophie ist sich selbst genug.

Ich würde eher sagen: Dummheit ist sich selbst genug. Aber ich vermute, für dich gibt es zwischen diesen beiden Aussagen keinen großen Unterschied?

Der physikalische Determinismus war ein Tagtraum der Allwissenheit, der mit jedem Fortschritt der Physik wirklicher zu werden schien, bis er zu einem scheinbar unausweichlichen Alptraum wurde. - Karl Popper

Der physikalische Determinismus ist eine Theorie, über die man, wenn sie wahr ist, nicht argumentieren kann, denn sie führt alle unsere Reaktionen auf rein physikalische Bedingungen zurück. - Karl Popper

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Technik und Philosophie ..... schließt sich das nicht gegenseitig aus? 10 Sep 2018 17:41 #41931

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Kommt drauf an wo man ist. In Deutschland isses bsp.weise ein Dr. rer. nat, wenn man in Mathematik promoviert, in England verleihen sie eher einen Master of Arts; dann gibt's eine neuere Einteilung, die Mathematik da ganz rausnimmt und als Strukturwissenschaft klassifiziert.

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