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THEMA: Zentrum des Universums

Zentrum des Universums 15 Jan 2019 00:14 #47046

Thomas schrieb: Wenn r der Strahlungsanteil, m der Materieanteil und Lambda der Expansionsenergienanteil ist und der Gesamtenergetisch gleich null ist, dann bleibt die Topologie des Universums immer noch offen.

Das ist richtig, das wäre dann aber ein komplett leeres Universum mit Ωk=1.

Thomas schrieb: Ich glaube nicht, dass man diese Frage heute abschließend beantworten kann.

Das kommt drauf an für welche Theorie man sich entscheidet, aber was man zumindest tun kann ist die Frage im Rahmen der ART, insbesondere der FLRW Metrik und des ΛCDM Modells, zu beantworten. Falls wir in einem computersimulierten virtuellen, holografischen oder sonstigen alternativen Universum leben wäre das natürlich eine andere Geschichte, meine Aussagen wurden daher im Rahmen des aktuellen Stands der Standardkosmologie getätigt:

Das kosmologische Standardmodell schrieb: The k =0 model describes a flat universe, which is also infinite in extent.

Dort wird auch nochmal auf die Geschichte von "finite, but unbounded" eingegangen:

Das kosmologische Standardmodell schrieb: This k=+1 metric describes a closed universe, in which a traveler who sets off along a trajectory of fixed β and γ will eventually return to their starting point. In this respect, the positively curved 3D universe is identical to the case of the surface of a sphere: it is finite, but unbounded. By contrast, the k=–1 metric describes an open universe of infinite extent.

wobei man hier wieder beachten muss dass k=+1 einem negativen Ωk entspricht, und vice versa.

Zitierend,

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Zentrum des Universums 15 Jan 2019 14:39 #47076

Jamali schrieb: Kann ein Teil des Raumes vernichtet werden?

Kann es sein das beim Urknall etwas Materie in der Mitte geblieben ist?


Nein, kann nicht sein, ansonsten hätte man irgendwo eine besondere Dichtekonstellation bemerkt, die immer noch messbare Hintergrundstrahlung müsste an einer Stelle ganz anders sein, als an allen anderen Stellen. Nachmessungen mit äußerst präzisen Instrumenten haben jedoch ergeben, dass die Hintergrundstrahlung weitgehend homogen ist, also überall gleich stark, mit winzigsten Schwankungen, die jedoch irregulär verteilt sind.

Ist ja auch logisch, denn der Raum ist ja mitentstanden bei der Ausdehnung, da war vorher kein Raum, in dem sich was ausbreiten hätte können.


Grüße
Udo

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Zentrum des Universums 15 Jan 2019 14:48 #47078

Feanor schrieb: Ich tue mich da ähnlich schwer, wie "badhofer".

"Das Universum hat keine Form! Es hat keine geometrische Gestalt, es ist keine Kugel oder sonstwas, es ist alles, was ist." ist mir zu theologisch, alá >Es gibt einen Gott! Basta!<

Wenn es lt. Urknalltheorie einen räumlichen und zeitlichen Beginn gibt, der als Ursprung allen Seins beschrieben wird, und Dieser räumlich und zeitlich expandiert, muss es eine Grenze haben! Denn wie soll etwas expandieren, wenn es sich bereits überall befindet.


Niemand hat behauptet, das Universum wäre leicht zu verstehen, im Gegenteil, es ist nahezu unmöglich das als Mensch, der nur seine 3 oder 4 Dimensionen gewöhnt ist, zu verstehen.

Und dennoch ist es so: Das Universum ist flach, also in jeder beliebigen Richtung gleich aufgebaut, es besitzt eben KEINE Krümmung wie ein Luftballon, daher sind diese Luftballonvergleiche ziemlich idiotisch, da sie beim Zuseher ein völlig falsches Bild suggerieren.

Es gibt auch keine Grenze irgendwo, nirgendwo befinden sich Schilder, die Raumfahrer warnen: "Achtung, Sie verlassen jetzt das bekannte Universum! Halten Sie zur Passkontrolle Ihre Ausweise bereit!"

Das Universum ist also grenzenlos, aber dennoch endlich, da aus dem Urknall nur eine zwar gewaltige, jedoch letztlich begrenzte Menge an Energie, die sich dann in Masse verwandelt hat, hervorgegangen ist.

Wie kann aus einer endlichen Anfangsenergie/Anfangsmasse etwas unendliches entstehen? Unendlich, das ist ganz schön viel, sowas gibt es nicht in diesem Universum, alles ist begrenzt.

Nur die Dummheit mancher Menschen nicht, leider. (Forenteilnehmer sind damit ausdrücklich NICHT gemeint!)


Grüße
Udo

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Zentrum des Universums 15 Jan 2019 16:57 #47083

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udogigahertz schrieb: Wie kann aus einer endlichen Anfangsenergie/Anfangsmasse etwas unendliches entstehen? Unendlich, das ist ganz schön viel, sowas gibt es nicht in diesem Universum, alles ist begrenzt.

Das ist richtig. Aber woher weißt du, dass die Anfangsenergie/-masse endlich war? Hast du nachgemessen? nachgewogen?

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Zentrum des Universums 16 Jan 2019 02:11 #47112

Ich denke auch, dass Unendlichkeit & Singularität keine Elemente der Realität sind. Immer, wenn diese "Größen" in einer Theorie auftauchen, kollabiert sie an der Stelle.

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Zentrum des Universums 16 Jan 2019 18:25 #47141

stm schrieb:

udogigahertz schrieb: Wie kann aus einer endlichen Anfangsenergie/Anfangsmasse etwas unendliches entstehen? Unendlich, das ist ganz schön viel, sowas gibt es nicht in diesem Universum, alles ist begrenzt.

Das ist richtig. Aber woher weißt du, dass die Anfangsenergie/-masse endlich war? Hast du nachgemessen? nachgewogen?


Denk doch mal logisch: Die Anfangsenergie/Anfangsmasse MUSS ja bei einem singulären Ereignis begrenzt gewesen sein, ansonsten würde dieser Vorgang noch heute andauern.

Es gab eine Singularität, ein Urknallereignis, alles deutet darauf hin, eine andere, bessere Theorie gibt es zur Zeit ja nicht, die von der Masse der Wissenschaftler anerkannt ist. Diese Singularität war ein einmaliger Vorgang, auch das ist Stand der Wissenschaft.

Es kann natürlich sein, dass sich die Mehrheit der Wissenschaftler irrt, wäre ja nicht das erste Mal, das so etwas vorkommt, und es war ganz anders bzw. das Urknallereignis dauert immer noch an, die mysteriöse "Dunkle Energie", die ja für die beschleunigte Ausdehnung des Universums verantwortlich sein soll, deutet ja darauf hin, dass große Teile des Wirkmechanismus "Universum" noch gar nicht verstanden wurden, aber ich glaube nicht daran, dass es ein Fortbestehen des Urknalls gibt, zumal heute rein gar nichts darauf hinweist.

Also bleibt es beim singulären Urknallereignis. Und aus dem KANN ja nur eine begrenzte Menge an Energie/Materie hervorgegangen sein.


Grüße
Udo

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Zentrum des Universums 16 Jan 2019 19:05 #47144

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Ich habe dieselben Vorbehalte gegen Unendlichkeiten wie du. Aber ich bin mir eben nicht sicher. Vor allem glaube ich nicht, dass die Mehrheit der Wissenschaftler ein endliches Universum für wahrscheinlicher hält. Das kann natürlich auch an der Auswahl meiner Lektüre liegen.

Anders als du bin ich aber der Meinung, dass aus einer Singularität nur Unendliches entstehen kann, nichts Endliches. Wenn das Universum endlich ist, kann am Anfang keine Singularität gewesen sein. Dann muss der Beginn einem endlichen Ereignis entsprungen sein. Dann gibt es keinen (absoluten) Nullpunkt.

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Zentrum des Universums 16 Jan 2019 19:05 #47145

@udogigahertz: Denk doch mal logisch
Ich tue, was ich kann. Eine Singularität hat die Dim = 0. Etwas, das = Null ist, ist einfach nicht da! Ich bestreite ja nicht, dass es am Anfang etwas extrem Komprimiertes gegeben haben muss. Ich denke, wir sind uns einig darüber, das die Materie unseres Kosmos letztendlich elektrodynamischer Art ist - vielleicht ein EM-Feld, vielleicht ein Neutrino-, Gluonen-, oder Quarkfeld. Aber es ist durch irgendetwas in die Existenz gekommen und der Urknall ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht das Ende (bzw. der Anfang) der Fahnenstange.

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Zentrum des Universums 16 Jan 2019 19:26 #47146

stm schrieb:
Ich habe dieselben Vorbehalte gegen Unendlichkeiten wie du. Aber ich bin mir eben nicht sicher. Vor allem glaube ich nicht, dass die Mehrheit der Wissenschaftler ein endliches Universum für wahrscheinlicher hält.

Das kommt daher weil die Physik nicht das geringste Problem mit unendlichen Ausdehnungen hat, nur mit unendlich hohen Dichten (alle Kreter sind Lügner, aber nicht jeder Lügner ist ein Kreter).

udogigahertz schrieb:
Es gab eine Singularität, ein Urknallereignis, alles deutet darauf hin, eine andere, bessere Theorie gibt es zur Zeit ja nicht, die von der Masse der Wissenschaftler anerkannt ist. Diese Singularität war ein einmaliger Vorgang, auch das ist Stand der Wissenschaft.

Das ist ein Gerücht, Stand der Wissenschaft ist dass das eine unzulässige Extrapolation wäre, weswegen man lieber an die Inflation glaubt. Aber auch wenn man die Logik dass es am Anfang mit einer Singularität der Ausdehnung 0 begonnen hätte großzügig gelten ließe, eine Singularität mit Ausdehnung 0 hat ja gerade eine unendliche Dichte und würde damit es zum Urknall kommt auch einen initial unendlich hohen Hubbleparameter erfordern. Mich wundert daher warum ausgerechnet jene die das größte Problem mit Unendlichkeiten haben gerade die vehemenstesten Verfechter der punktförmigen Anfangssingularität sind.

Ad absurdum führend,

Folgende Benutzer bedankten sich: Zenon

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Zentrum des Universums 16 Jan 2019 22:15 #47156

Yukterez,
Von Dichte oder Temperatur zum Zeitpunkt 0 zu sprechen, ist aus meiner Sicht unzulässig.
Es gab da weder das eine noch das andere.
Das Universum warf sich zum Zeitpunkt 0 in seine Existenz.
Vom ersten Augenblick, der größer 0 war entfaltete es sich, wie eine Zip Datei.
Es hatte bereits alle Eigenschaften, die es heute auch hat, nur in komprimierter Form. Es begann, diese Eigenschaften zu entfalten.
Die Kräfte fielen aus der Vereinheitlichung heraus, Materie kondensierte aus, die DM, vielleicht sind es ja echt Susyteilchen, wurde in ihre Existenz geworfen, der Expansionsdrang, sprich die Expansionsenergie verhalf einer Inflationsphase zu ihrem Recht.......
Die bekannten Symmetriebrüche eben und am Ende auch die Asymmetrie zwischen Materie und Antimaterie..
Jetzt behaupte ich mal ganz provokant, das Universum ist als Zipdatei geboren worden.

Dazu bedurfte es keiner Unendlichkeit der Energiedichte oder einer Temperatur.

Ob eine Quantenfluktuation dafür getaugt haben könnte, die ja nur aus dem Produkt aus Energie und Zeit aufgebaut ist, glaube ich nicht.
Da sollte nach meinem Dafürhalten etwas Komplexeres am Werk gewesen sein. Nicht nur eine Quantenfluktuation!
Eine reine Quantenfluktion bringt doch diese Feinabstimmung nicht zu Wege.

Da keiner von uns dabei war, können wir über den Beginn nur spekulieren.
Macht aber Spaß!

Thomas

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Zentrum des Universums 19 Jan 2019 21:12 #47352

Thomas: "Jetzt behaupte ich mal ganz provokant, das Universum ist als Zipdatei geboren worden."

Zipdatei ist gut!
Das hört sich schwer nach D. Bohm's Impliziter Ordnung an, oder?

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Zentrum des Universums 19 Jan 2019 21:20 #47353

Der Begriff nach dem ihr sucht ist in Anbetracht der exponentiellen Expansion wohl eher Zipbombe, nur dass so etwas normalerweise den Speicher des Computers lahmlegen würde, was in unserem Universum zum Glück nicht der Fall ist.

Das Kind beim Namen nennend,

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Zentrum des Universums 21 Jan 2019 01:04 #47447

Yukterez,

Ha, eine Zipbombe.
Die Inflationsphase kannte scheinbar keine Speicherprobleme. Musste sie auch nicht, da sie nichts speichern musste, außer die eigene Entwicklung. Und dafür war offenbar genug Speicherplatz vorhanden.

:)
Thomas

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Zentrum des Universums 24 Jan 2019 00:33 #47600

An der Stelle will ich mal der Frage einwerfen wie sicher es denn ist das die Friedmann Gleichungen die Dynamik desUniversums richtig beschreiben.

Ich habe nie wirklich verstanden warum eine Kraft die zum Inventar des Universums gehört auf das Universum als Ganzes wirken sollte.

Das wäre jagerade so als ob ein Computerprogramm dem der Speicher zu eng wird selbstständig zusätzliche Speicherchips in die Hardware einbaut ;)
So wie ich das verstehe macht die Friedmangleichung aber genau das. Je nach Omega zusätzlichen Raum erzeugen (oder bei Omega < 1 vernichten). Woher kommt die Gewissheit das das Modell so stimmt?

assume good faith

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Zentrum des Universums 24 Jan 2019 15:44 #47610

Merilix schrieb: So wie ich das verstehe macht die Friedmangleichung aber genau das. Je nach Omega zusätzlichen Raum erzeugen (oder bei Omega < 1 vernichten). Woher kommt die Gewissheit das das Modell so stimmt?


Gewissheit? Die kann es bei diesem Thema kaum geben, es gibt jedoch starke Hinweise darauf, dass es so ist.

Woher dieses Wissen stammt? Nun ja, da wäre erst Mal das beobachtete Faktum, dass sich das Universum immer weiter, immer schneller ausdehnt. Zum Zweiten darf man konstatieren, dass, wenn der Satz stimmt, dass der Gesamtenergiegehalt des Universums trotz aller Veränderungen von Sekundenbruchteilen nach dem Urknallereignis bis heute immer noch unverändert bei Null ist, wenn das also stimmt, sollte es doch so sein, dass das Urknallereignis immer noch andauert, es bildet sich zwar keine neue Materie aus Energie mehr, dieser Vorgang ist ja abgeschlossen, aber die Energie des Urknalls muss ja irgendwo hin, wenn sie immer gleich bleiben soll, also strebt alles so lange auseinander, bis alle Energie, alle Materie gleichmäßig entropisch verteilt ist.

Da die "Grundhitze", also der thermische Energiegehalt des Universums sich immer weiter verflüchtigt, also abkühlt, steigt damit proportional die Ausbreitungsgeschwindigkeit, das Schaffen neuen Raumes, sozusagen eine "Energiewaage".

Vielleicht ist ja alles auch ganz anders.


Grüße
Udo

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Zentrum des Universums 24 Jan 2019 19:08 #47641

Oh, ich zweifle keinesfalls den Urknall an oder die Expansion. Auch das die Entwicklung des Universums sich mathematisch so beschreiben lässt steht glaub ich ausser Frage. Mir ist nur der kausale Zusammenhang zwischen Energiedichte und Expansionsrate nicht wirklich klar weil da physikalische Begriffe und Größen auf das Universum als Ganzes angewendet werden die nach meinem Empfinden nur für das Interior gelten können. Druck z.B. setzt meiner Ansicht nach soetwas wie eine Grenzfläche voraus -- was schon die Einheit Kraft/Fläche verrät. Und wieso sollte Gravitation die Expansion des Raumes beeinflussen wenn sie doch nur innerhalb von bereits vorhandenen Raum wirken kann? Das ist nicht wirklich klar.

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Zentrum des Universums 24 Jan 2019 19:59 #47645

Merilix schrieb:  
An der Stelle will ich mal der Frage einwerfen wie sicher es denn ist das die Friedmann Gleichungen die Dynamik desUniversums richtig beschreiben.

Weil sie mit den wenigsten Zusatzannahmen zu den gemachten Beobachtungen passen und somit Ockhams Rasiermesser überleben.

Merilix schrieb:  
Und wieso sollte Gravitation die Expansion des Raumes beeinflussen wenn sie doch nur innerhalb von bereits vorhandenen Raum wirken kann?

Nur bereits vorhandener Raum kann expandieren, und der durch die Expansion entstandene Raum ist sobald er entstanden ist ebenfalls vorhanden. Außerdem klingt das so als ob du zu glauben scheinst dass sich der Raum so wie das Volumen einer wachsenden Kugel ausdehnt. Das ist nicht der Fall, es entsteht kein neuer Raum an den sowieso nicht vorhandenen Rändern sondern neuer Zwischenraum zwischen den Galaxien.

Unterscheidend,

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Zentrum des Universums 24 Jan 2019 21:38 #47655

Da sagt mir mein Verstand:

Im Bezug auf die Hintergrundstrahlung ist jeder Ort im Zentrum. Weil alle Orte am gleichen Ort waren als sie entstand. Die Frage nach dem Zentrum kann unterschiedlich gedeutet werden. Auch wenn der Raum unendlich ist, so füllt der Urknall nicht die gesamte Unendlichkeit des Raumes sondern nur einen Teil, dieser wäre für jeden Zeitpunkt von außen vermessbar und damit ließe sich ein Zentrum bestimmen. Wenn man nach dem Ausgangspunkt suchen möchte um ihn als Zentrum zu definieren, ist das beobachtungstechnisch nach meinem Verständnis nicht möglich, aber ich bin mir sicher, dass es mathematisch möglich wäre, sofern die relative Ortsverschiebung bestimmt werden kann.

Ob dieser nun gesund oder gar menschlich ist vermag ich nicht zu beurteilen.

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Zentrum des Universums 24 Jan 2019 21:42 #47656

Ich denke, wir wissen einfach noch zu wenig von dem, was da passiert.
Wir wissen aus der ART, dass der Kosmos nicht statisch ist.
Wir wissen (u.a.) aus der Rotverschiebung, dass sich die kosmischen Objekte beschleunigt von uns entfernen.
Aus dem "entfernen" schließen wir "expandieren" und aus dem "beschleunigt" schließen wir auf eine "Kraft/Energie" , daraus die Behauptung:
"Eine Energie lässt den Raum (oder die Zwischenräume) beschleunigt expandieren."
Was für eine Art von Energie? Ist sie intra- oder extrakosmischen Ursprungs? Woher kommt sie? Was für ein Mechanismus steckt dahinter? Was ist das, was da expandiert? In welchem Zusammenhang steht dieses "Raum" genannte "Etwas" mit der "Energie"?
Und wir wissen (trotz ART) eigentlich immer noch nicht, was "Gravitation" wirklich ist.
Tja, Fragen über Fragen.

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Zentrum des Universums 25 Jan 2019 00:27 #47667

Sargon,

sehr guter Beitrag. Super und die richtigen Fragen.

Ich versuch, ein bisschen zu antworten, denn eine vollständige Antwort würde hier den Rahmen sprengen.

Also soviel sei angemerkt:

Die ART sagt, die Massen bestimmen die Geometrie der Raumzeit und diese sagt, wie sie sich zu bewegen haben.

Das gegenseitige Abhängigkeitsverhältnis von Geometrie der Raumzeit und deren Energieinhalt ist da so gut beschrieben und verifiziert, dass daran kaum noch einer zweifelt.

Wie ist das gemeint?

Auf der einen Seite haben wir die Materie 5 %, und dunkle Materie 25%, die gravitativ anziehend wirken. Auf der anderen Seite die s.g. Dunkle Energie, die expandierend wirkt, 70% etwa.

Die ART macht zum Wesen der beteiligten Spieler keine Aussage. Sie sagt nur etwas über deren Zusammenwirken.

Das macht uns ja so unruhig.
Wir wissen viel über die Materie
Wir wissen wenig über die DM
Wir wissen nix über die DE

Über das Wesen der Hauptplayer ist das Wissen tatsächlich mehr als dürftig.

Weiter irren halt. Das ist das Spannende an der Wissenschaft.
Welche Ansätze gibt es, um diesen Verborgenheiten Herr zu werden.?

VG
Thomas

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Zentrum des Universums 25 Jan 2019 17:46 #47691

Sargon schrieb: Ich denke, wir wissen einfach noch zu wenig von dem, was da passiert.
Wir wissen aus der ART, dass der Kosmos nicht statisch ist.
Wir wissen (u.a.) aus der Rotverschiebung, dass sich die kosmischen Objekte beschleunigt von uns entfernen.
Aus dem "entfernen" schließen wir "expandieren" und aus dem "beschleunigt" schließen wir auf eine "Kraft/Energie" , daraus die Behauptung:
"Eine Energie lässt den Raum (oder die Zwischenräume) beschleunigt expandieren."
Was für eine Art von Energie? Ist sie intra- oder extrakosmischen Ursprungs? Woher kommt sie? Was für ein Mechanismus steckt dahinter? Was ist das, was da expandiert? In welchem Zusammenhang steht dieses "Raum" genannte "Etwas" mit der "Energie"?
Und wir wissen (trotz ART) eigentlich immer noch nicht, was "Gravitation" wirklich ist.
Tja, Fragen über Fragen.


Ja, so ist das, Fragen über Fragen. Und keine Antworten.

Ich habe den Eindruck, je mehr wir wissen, umso mehr sehen wir, dass wir noch sehr wenig wissen.

Grüße
Udo

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Zentrum des Universums 26 Jan 2019 00:55 #47713

Thomas, udoGHz,
was Einsteins RT'en für mich so attraktiv macht, ist die fortschreitende Vereinheitlichung;
SRT vereinigt Mechanik & ED auf einer höheren Ebene.
E = mc2 vereinigt Masse & Energie/Strahlung als die zwei Erscheinungsformen der Materie (wenn wir diesen Begriff mal als Oberbegriff nehmen).
ART (Gmü nü = k Tmü nü) vereint Materie & Raum(zeitgeometrie) als die grundlegende Einheit unseres Kosmos.
Würde mich nicht wundern, wenn sich Materie & Raum letztlich als identisch erweisen.
Materieraum incl. immanenter gesetzmäßiger Bewegung (Energie) ist alles, was nötig ist, um sich vom ersten H-Atom über die DNS zum menschlichen Gehirn zu entwickeln, in dem sich der Kosmos selbst als Abbild wiederfindet. It's amazing!

Vielleicht wäre es hilfreich, sich auch mal alternative Konzepte - abseits vom Mainstream - anzusehen.

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Zentrum des Universums 26 Jan 2019 19:38 #47758

Sargon schrieb: Vielleicht wäre es hilfreich, sich auch mal alternative Konzepte - abseits vom Mainstream - anzusehen.


Ich denke, das passiert gerade. Es ist ja gerade Aufgabe von theoretischen Physikern, alle möglichen Konzepte zu entwickeln und zu prüfen. Hin und wieder lese ich auch irgendwo etwas von alternativen Ansätzen.

Das Problem hierbei ist, dass man dazu sehr gute Physik-Kenntnisse benötigt, um mit irgendeiner Chance auf Erfolg zu haben. Daher können hier nur Hypothesen entsprechender Fachleute diskutiert werden.

Nicht extra gekennzeichnete Beiträge sind normale private Beiträge. Sie sollten genauso diskutiert und kritisiert werden wie alle anderen Beiträge auch.

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Zentrum des Universums 30 Jan 2019 21:04 #48051

Ich hab eine Frage zum flachen Universum: Wäre es nicht sparsamer, zu sagen, dass das Universum soweit wir es sehen können (also bis zum - bitte korrigieren, wenn ich den falschen Begriff verwende - Partikelhorizont) flach ist, anstatt eine Aussage über etwas zu machen, das wir nie testen können? Oder gibt es gute empirische Gründe, in die Unendlichkeit zu extrapolieren?

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Zentrum des Universums 31 Jan 2019 17:24 #48094

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Die Frage ob das Universum flach ist sehe auch ich trotz der neusten Messungen als noch lange nicht bestätigt.

Das hört sich für mich bisher so ähnlich an, als ob man an einem flachen Bergsee von ein paar hundert Metern beweisen wollte, dass die Erde eine Scheibe ist. ;)

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Zentrum des Universums 31 Jan 2019 21:52 #48110

Lareth schrieb: Ich hab eine Frage zum flachen Universum: Wäre es nicht sparsamer, zu sagen, dass das Universum soweit wir es sehen können (also bis zum - bitte korrigieren, wenn ich den falschen Begriff verwende - Partikelhorizont) flach ist, anstatt eine Aussage über etwas zu machen, das wir nie testen können? Oder gibt es gute empirische Gründe, in die Unendlichkeit zu extrapolieren?


Es ist so, dass Messungen in allen Richtungen die gleiche Expansion ergeben UND DER KOSMOS FLACH IST. Das kann aber auch daran liegen, dass wir nur einen Teil des Kosmos vermessen können, also innerhalb des Radius R = 14 Ljichtjahre x c (Lichtgeschwindigkeit). Wenn der Kosmos erheblich größer ist als R – und vieles deutet darauf hin – dann können wir erst mal keine hinreichenden Messungen und damit Aussagen darüber machen, weil der Teil für uns unbeobachtbar hinter dem kosmologischen Horizont (so sagt man) liegt.
In die Unendlichkeit zu extrapolieren halte ich für unseriös, weil "unendlich" mathematisch bedeutet, dass die Formel hier zusammenbricht, also keine Gültigkeit mehr hat. Außerdem wäre nicht zu erklären, wie in einer endlichen Zeit etwas unendlich groß werden kann.

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Zentrum des Universums 31 Jan 2019 22:10 #48112

Sargon schrieb: Radius R = 14 Ljichtjahre x c (Lichtgeschwindigkeit).

Das wären dann 14 Quadratlichtjahre pro Lichtsekunde, das geht weder von den Einheiten noch von der Größenordnung her auf. Der Beobachtungshorizont liegt bekanntlich bei 46 Milliarden Lichtjahren.

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Zentrum des Universums 31 Jan 2019 23:41 #48120

Yukterez schrieb:

Sargon schrieb: Radius R = 14 Ljichtjahre x c (Lichtgeschwindigkeit).

Das wären dann 14 Quadratlichtjahre pro Lichtsekunde, das geht weder von den Einheiten noch von der Größenordnung her auf. Der Beobachtungshorizont liegt bekanntlich bei 46 Milliarden Lichtjahren.

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:cheer: Ich hab's mir schon gedacht! Ich war einfach zu faul, das umzurechnen! ;)

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Zentrum des Universums 01 Feb 2019 08:47 #48126

Thomas schrieb: Wir wissen viel über die Materie
Wir wissen wenig über die DM
Wir wissen nix über die DE

Sehe ich anders.

Nach dem etablierten Modell \(\Lambda CDM\) wissen wir über DE alles was man auf dem Level ART überhaupt erwarten kann, es ist einfach ein Parameter (die Einsteinsche kosmologische Konstante) der durch die Theorie selbst nicht bestimmt werden kann und der daher auf der Basis von Beobachtungen bestimmt werden muss. Also nichts anderes als die Gravitationskonstante auch. Wir wissen also von vornherein, schon rein theoretisch, alles darüber außer einer einzigen reellen Zahl.

Das Modell für DM ist auch ein sehr einfaches. Es ist nichts anderes als ein massives Teilchen, welches mit keiner anderen Form von Materie wechselwirkt. Diese Definition bestimmt die Gleichungen für DM vollständig. Bleiben die Anfangsbedingungen - aber die sind für alles andere genauso unbestimmt, und wir können sie mehr oder weniger nur erraten, und dann durchrechnen ob das, was dabei reauskommt, auch mit dem übereinstimmt, was wir beobachten. Allerdings ist diese Anfangsverteilung, zusammen mit allen anderen Anfangsverteilungen, ganz gut mit der Hypothese der Homogenität abgedeckt. Was dann noch übrigbleibt, ist auch nur ein Parameter, nämlich die Dichte der DM in dieser homogenen Anfangsverteilung.

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Zentrum des Universums 01 Feb 2019 13:16 #48140

Schmelzer schrieb:

Thomas schrieb: Wir wissen viel über die Materie
Wir wissen wenig über die DM
Wir wissen nix über die DE

Sehe ich anders.

Nach dem etablierten Modell \(\Lambda CDM\) wissen wir über DE alles was man auf dem Level ART überhaupt erwarten kann, es ist einfach ein Parameter (die Einsteinsche kosmologische Konstante) der durch die Theorie selbst nicht bestimmt werden kann und der daher auf der Basis von Beobachtungen bestimmt werden muss. Also nichts anderes als die Gravitationskonstante auch. Wir wissen also von vornherein, schon rein theoretisch, alles darüber außer einer einzigen reellen Zahl.
Das Modell für DM ist auch ein sehr einfaches. Es ist nichts anderes als ein massives Teilchen, welches mit keiner anderen Form von Materie wechselwirkt. Diese Definition bestimmt die Gleichungen für DM vollständig. Bleiben die Anfangsbedingungen - aber die sind für alles andere genauso unbestimmt, und wir können sie mehr oder weniger nur erraten, und dann durchrechnen ob das, was dabei reauskommt, auch mit dem übereinstimmt, was wir beobachten. Allerdings ist diese Anfangsverteilung, zusammen mit allen anderen Anfangsverteilungen, ganz gut mit der Hypothese der Homogenität abgedeckt. Was dann noch übrigbleibt, ist auch nur ein Parameter, nämlich die Dichte der DM in dieser homogenen Anfangsverteilung.


Wenn ich das richtig verstanden habe, ist die einzige Tatsache die nicht verstandene Umlaufgeschwindigkeit der Sterne in den Galaxien (und vllt. noch andere Phänomene). Also nimmt man erst mal an, dass es eine gravitative Kraft geben müsste, weil Rotation/Beschleunigung im Spiel ist. Das ist schon mal nur eine Vermutung!. G-Kräfte sind in der Regel an Massen gebunden (nach Newton), also müsste eine Masse anwesend sein. Massen bestehen aus Teilchen, also müsste die DM aus Teilchen bestehen, die dürften aber in keiner WW mit anderen Formen der Materie stehen ... Dafür, dass du behauptest "das Modell ... ist ein sehr einfaches. Es ist nichts anderes als..." sind es mir aber viel zu viel Konjunktive! Dein "einfach" ist in Wirklkt. wohl doch in dem Sinne zu verstehen, dass wir "einfach" so gut wie gar nichts wissen.
Und für die DE gilt Analoges, oder?

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