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THEMA: Die DNA und ihr Kontext

Die DNA und ihr Kontext 28 Jun 2019 12:59 #53276

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Die DNA und ihr Kontext 28 Jun 2019 13:32 #53282

Hallo Naturalist,
das war meiner Meinung nach doch die ganz große Enttäuschung des "Human-Gene-Projekts" : man hatte erwartet, den großem Bauplan zu entdecken, hat aber nur Entwurfskizzen in den Genen gefunden, die sehr flexibel an real gegebenen Verhältnisse anpassbar sind. Eigentlich viel einfacher aber gleichzeitig unendlich viel komplizierter..
Gruß
Wolfgang

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Die DNA und ihr Kontext 28 Jun 2019 14:08 #53292

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Die DNA und ihr Kontext 28 Jun 2019 15:49 #53311

Hallo Naturalist

Anlass für die Diskussion war die Bemerkung, dass es sich bei der DNA mit ihrer Basensequenz um einen Bauplan handle, der die Entwicklung und die Gestalt des Lebewesens vorschreibe und steuere, in dem sie sich befindet. Dieser Darstellung hatte ich wie folgt widersprochen:


Oh jeeeh, der Begriff "Bauplan" :unsure:
Ich glaub das Problem liegt mal wieder daran dass man versucht mit Worten etwas zu beschreiben (in der Art eines Gleichnisses)
für das es eigentlich keine wörtliche Bezeichnung in unserer Sprache gibt. Das Wort Gen wurde ja auch über die Jahre immer wieder
neu definiert. Eigentlich weiß man da ja auch noch nicht wirklich viel darüber was es eigentlich ist. Ha, das gilt auch für die
Begriff Energie, Masse, was ist eigentlich ein Photon, Information, und, und, und....
Dann kommt es mit den ganzen Begriffen oft zu Zankereien weil jeder was anderes darunter versteht (gilt ja auch für die Worte
Leben, Bewusstsein, usw...), jeder hat eine andere Vorstellung davon.

Ich bin ja Laie was Biologie angeht (kein Studium der Biologie) und daher auf populärwissenschaftliche Aussagen angewiesen.
Da ist es aber immer so dass dort alles stark vereinfacht wird und dabei kommt es zu evtl. falschen Sichtweisen.
Ich hab öfter den Eindruck dass manche Autoren im Internet selbst nicht verstehen was sie da schreiben.
Gerade was Biologie angeht (was in einer einzigen Zelle für Abläufe stattfinden) ist sowas von kompliziert und noch
gar nicht richtig verstanden (finde ich).

Egal, ich versuche es mal :P (weil ich finde das ist so ein schönes Thema):
Ich hab jetzt mal 3 Tage rum gegoogelt und fasse jetzt mal zusammen was ich glaube laienhaft verstanden zu haben:

Es gibt eine Erbinformation, ein Erbgut (so ne Art von Grundinformation über ein Lebewesen) und der kann man einen
Code zuschreiben (eine genetische Sprache) und die gilt für fast alle Lebewesen auf der Erde. Dieser Code wird vererbt
und befindet sich in jeder einzelnen Zelle eines Körpers (jede davon trägt das gleiche Genom).

Evtl. könnte man es auch so ausdrücken (anstatt dem "Bauplan"):
Der Code ist in Analogie wie ein Buch (welches Information enthält) und in jeder einzelnen Zelle steckt.
Dieses Buch wird weiter vererbt von Generation zu Generation. Es bleibt im Prinzip unverändert (es sei denn es kommt
darin zur spontanen Mutation oder bedingt durch äußere Einflüsse wie z.B. durch Radioaktivität) was den Inhalt verändert.

Das Buch ganz alleine in der Zelle kann aber noch keine Lebewesen entstehen lassen weil da gehören noch andere Faktoren dazu.
Da gibt es "oberhalb" noch Instanzen die unbedingt notwendig sind dass sich ein Körper entwickeln kann und dass sind diejenigen
welche das Buch lesen.

Ich meine damit:
In allen Zellen eines Körpers befindet sich dieses Buch ( die Erbinformation) aber es kommt darauf an auf welchen Seiten
es gelesen wird . Damit sich aus Materie eine Hautzelle bilden kann muss sie im Kapitel des Buches Hautzelle lesen (die anderen
Seiten des Buches spielen dann keine Rolle), die sind wie abgeschaltet. Das gleiche gilt für Herz-, Darm-, Leberzellen, usw.....

Ich kam beim googeln in den letzten 3 Tagen auf den Begriff der Epigenetik. Ich dachte immer dass nur "das Buch" (die Erbinformation)
eine Rolle spielt was wir sind und das äußere Faktoren dabei mehr oder weniger unbedeutend sind. Ich glaub da lag ich falsch, hmmm...
Ich verlinke mal was dazu ( gibt aber im Internet ganz viel darüber).

https://www.simplyscience.ch/teens-liesnach-archiv/articles/epigenetik-es-steht-doch-nicht-alles-in-den-genen.html

Ein schweres Thema! Aber auch ein schönes, noch schöner ohne Gezanke. Man muss sich nur auf die Gedanken der anderen
einlassen :) .

Liebe Grüße Sonni

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Die DNA und ihr Kontext 28 Jun 2019 16:04 #53315

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Naturalist: Über die Verwendung von Proteinen, die sich auf den Phänotyp des Organismus' auswirken, gibt der Kontext des Zellinneren bzw. der Interaktion zwischen Zellen den Ausschlag.

Fischer:
Fischer erläutert die Experimente des Mediziners Oswald Avery (1877-1955) und seiner Kollegen, die zeigten, dass die Erbinformation in der DNA gespeichert ist und nicht etwa in Proteinen. ....

Zum anderen wirken die verschiedenen Teile unseres Genoms auf komplexe Weise zusammen. Nur ein kleiner Teil der DNA wird überhaupt in Proteine übersetzt, und von diesen haben viele die Aufgabe, beim Ablesen anderer Gene zu helfen oder sie zu regulieren.

www.spektrum.de/rezension/buchkritik-zu-...ch-zwei-gene/1456989

MFG Z.

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Die DNA und ihr Kontext 28 Jun 2019 16:49 #53326

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Die DNA und ihr Kontext 28 Jun 2019 17:27 #53330

Zum ersten Mal bin ich mit dem Thema Genetik in den 70ern konfrontiert worden. Da entwickelten sich bestimmte Vorstellungen, was denn Gene bewirken. Es wurde von Genen gesprochen, die nicht anders können, als ein bestimmtes Programm ablaufen zu lassen (ich erinnere an die Maus mit dem Ohr auf dem Rücken). Andererseits ging man davon aus, dass die meisten Gene eben nicht so etwas wie einen aristotelischen natürlichen Bestimmungsort hatten. Das warf bei mir aber die Frage auf, woher wissen denn die Gene, wie sie sich an einem Ort zu verhalten haben, für den sie keine Vorbestimmung hatten. Woher weiß ein Lebergen, dass diese Leber nun genau hier zu enden hat und nicht weiter auszubreiten ist? Woher kommt diese Information? "Wissen" die Gene etwa alles über eine Gesamtbestimmung oder was diesem nahe kommt? Ein Stück thematisiert das ja Fischer in dem von Sonni eingestellten Video. Nun kommt die These dazu, dass die Gene auch noch quasi frei wählen, was sie sequentiell nehmen wollen. Das ist aber dann auch schon fast mystisch. Am Ende feiert Lamarck fröhliche Urständ. Nachfahren von Menschen haben doch an sich nicht die Möglichkeit, in einen - sagen wir mal - Baum zu transponieren, was doch wohl wegen der vorhandenen Sequenz möglich sein könnte.
Ein Stück weit sehe ich hier eine analoge Entwicklung in den Neurowissenschaften, die - anders als es hier gelegentlich im Forum erscheint - nicht mehr daran glauben, dass sie quasi einen konkreten Gedanken auslesen können, zumindest auch noch nicht direkt davor stehen.


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Die DNA und ihr Kontext 28 Jun 2019 17:59 #53332

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JA, da geht viel.... also so funktioniert es:
de.wikipedia.org/wiki/CRISPR/Cas-Methode
und ja mit einigen Voraussetzungen kannst du dir auch ein Toolkit holen und diese auch zuhase selbst machen :D naja zuhause ist so Sache aber unmöglich auch nicht: www.creative-biogene.com/products/gene-editing-kits.html jedoch an Tiere ran... nee lasse es eher :D
von mir aus ein Tomatokirschapfelbaum der Rosen in allen Farben blühen lässt, wird viel interessanter :D

Ja ich kann alles, sogar definieren was ich nicht kann.

Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können.
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Die DNA und ihr Kontext 28 Jun 2019 19:19 #53337

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Die DNA und ihr Kontext 28 Jun 2019 23:35 #53357

Beim Schmökern durch genetische Arbeiten ist mir besonders die Apoptose als eigenartig aufgefallen. Apoptose ist das durch die Zelle selbst gesteuerte Absterben, sozusagen ein Willensakt. Diese Art von Zelltod ist seltener als die Nekrose (das übliche Absterben). Signifikant fand ich die Darstellung zur Entwicklung der Hände im Embryonalstatus. Tatsächlich war ich davon ausgegangen (wie wohl auch die meisten), dass die Ausbildung von Fingern gewissermaßen ein Sprießen für dafür zuständige Zellen bzw. deren Gene ist. In Wirklichkeit ist es wohl so, dass der "Tischtennisschläger" (die Vorform der Hand) durch das Absterben von Zellen nach Apoptose die Zwischenräume für die Finger schafft. Das bedeutet doch letztlich, dass es keine Zellen mit Genen für Finger gibt. Wenn dem so ist: Wie um alle Welt erhalten dann scheinbar nichtbestimmte Zellen bzw. Gene den Auftrag für die größere Sache den Freitod zu wählen?


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Die DNA und ihr Kontext 28 Jun 2019 23:44 #53359

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sehr stark von Mama und Papa zusammen.

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Die DNA und ihr Kontext 29 Jun 2019 06:59 #53374

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Die DNA und ihr Kontext 29 Jun 2019 07:28 #53375

Naturalist schreibt:

Nach Lage der Dinge kann das nur über das benachbarte Gewebe vermittelt werden.

Ja, das hatte ich auch schon gelesen. Auch die überschießende Versorgung zur Hirnentwicklung. bei der man vielleicht noch von Prozessen mit Druckerzeugung sprechen kann. Das passt aber für die Entwicklung zum Beispiel der Finger nicht taugen. Dein zitierter Satz deutet doch auch schon an, dass wir hier stark im Feld der Hypothesen sind. Dein eingefügter Beitrag führt dem Grunde das deutlich vor. Wir haben zunehmend ausdifferenzierte Beschreibung von Prozessen. Schon diese sind aber kontrovers besprochen bzw. aufgestellt. Eine Begründung ist das ja nicht und wohl scheinbar sehr weit weg. Also: Dem Grunde nach bin ich zu meiner Frage genau auf diesem Niveau gekommen.


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Die DNA und ihr Kontext 29 Jun 2019 08:37 #53382

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Die DNA und ihr Kontext 29 Jun 2019 12:40 #53395

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Moin Dieter,

In Wirklichkeit ist es wohl so, dass der "Tischtennisschläger" (die Vorform der Hand) durch das Absterben von Zellen nach Apoptose die Zwischenräume für die Finger schafft. Das bedeutet doch letztlich, dass es keine Zellen mit Genen für Finger gibt.


Wie ich bereits sagte, wenn wir die Erklärungen ausschließlich innerhalb des "Zellgewebes" suchen, werden wir nicht weit kommen, denn ein Teil der Information und treibenden Kräfte, die zB. zur Formbildung führen, ist ausgelagert. Nicht unmittelbar im Organismus gespeichert.
Das ist auch logisch, da mögliche Anpassung eines Organismus eine grundlegend nötige Eigenschaft.

Kurzes Bsp. (muss arbeiten)
überdenke mal das Wachstum mit und ohne Schwerkraft. Vor allem theoretisiere aufeinander folgende Generationen, die bereits unter geringen Schwerkraft-Bedingungen, bzw. ohne Gravitationseffekte, aufwuchsen. Eben genau dann, wenn die Gene-DNA bereits auf 0 Grav ausgelegt, und an die nächste Generation weitergegeben... Grav ist natürlich nur ein Teil des Ganzen, jedoch ein stark entscheidender... Sprich die Physik muss dringendst in die Überlegungen eingebunden werden...

Keine Zeit ... HG Z.

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Die DNA und ihr Kontext 29 Jun 2019 13:09 #53398

Ich denke, Du wirst mir zustimmen, wenn ich sage, dass die "codierte Erbinformation" - also das, was sich tatsächlich aus der Basensequenz der DNA ableiten lässt - nicht mit dem in Übereinstimmung bringen lässt, was man üblicherweise unter "Erbinformation" versteht - nämlich eine Festlegung der Eigenschaften eines Lebewesens. Die Überlegung, die "Erbinformation" wäre in der DNA als "genetischer Code" wie ein "Text" enthalten, den man nur noch "ablesen" müsste, ist also überarbeitungsbedürftig. Die Frage ist nun, wo man dabei ansetzen kann.

Hallo Naturalist,
danke für deine Erläuterungen.
Ja ich glaube auch dass noch vieles was die Vererbung angeht überarbeitet werden muss. Man weiß halt schon viel aber lange noch nicht
alles ( und für Laien ist das alles sowieso total kompliziert).

Einerseits enthält die DNA eine Art von "Grundinformation" (sowas wie ein Fundament) in Form von Struktur aufgrund der Anordnung
ihrer Bestandteile (und damit so etwas was man als Code definieren könnte) aber ich glaube das ist nur eine Seite der Medaille.
Leben ist ja nicht nur auf die DNA reduziert und zu behaupten man könnte mit ihr das Leben an sich erklären ist viel zu kurz gedacht.

Da gibt`s bestimmt noch viel mehr was vererbt wird nämlich sowas wie eine "Gebrauchsanweisung" der DNA ( finde mal wieder keinen
besseren Begriff dafür :silly: ). Ich meine damit etwas was eine große zusätzliche Information besitzt und auch weiter vererbt wird
nämlich Gene an- oder abzuschalten (Epigenetik). Die ist glaub ich genauso wichtig für ein Lebewesen wie die DNA.
Im Gleichnis ausgedrückt:
Was nützt ein Klavier (die DNA) wenn da nicht ein Spieler ist der die Tasten kombiniert und sie zum klingen bringt.
Erst das Zusammenspiel von Klavier und Spieler erzeugt eine Melodie.

Ich glaub letztendlich besteht das was wir Leben nennen und das gesamte Universum aus Wechselwirkung und Informationsaustausch ,
das ist das Wirkliche und Leben ist die höchste und komplexeste Form davon.
Je mehr man versucht Lebewesen in einzelne Bestandteile zu zerstückeln, je weiter entfernt man sich von dem was Leben in
Wahrheit ausmacht (man verliert dann den Blick für das große Ganze) und ich glaube das gleiche gilt für das gesamte
Universum. Alles hängt mit allem zusammen und wechselwirkt miteinander und tauscht Information aus
(egal ob "tote" oder "lebendige" Materie).

https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/ursubstanz-des-universums-auf-der-suche-nach-dem-wesen-der-information-a-631818.html

Vielleicht muss der Mensch aber erst alles in das Kleinste aufspalten um zu erkennen dass das Kleinste sich dann auflöst ( wie
in der Quantenmechanik) und um zu erkennen dass nur das große Ganze im Zusammenhang einen Sinn ergibt, hmmm....

LG

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Die DNA und ihr Kontext 29 Jun 2019 13:29 #53400

Hi Zchen,

Wie ich bereits sagte, wenn wir die Erklärungen ausschließlich innerhalb des "Zellgewebes" suchen, werden wir nicht weit kommen, denn ein Teil der Information und treibenden Kräfte, die zB. zur Formbildung führen, ist ausgelagert.


Ja das stimmt! Eigentlich ist jede Art von Form eines Lebewesens nur die "Reaktion" auf die Außenwelt und steht mit ihr in
Wechselwirkung. Das meinte ich auch als ich schrieb: Es gibt Flossen weil es Wasser gibt, es gibt Flügel weil es Luft gibt,
es gibt Augen weil es Licht gibt , Hände weil es etwas zum greifen gibt, Füße weil es einen Boden gibt (der uns davon
abhält unserer natürlichen Bahn durch die Raumzeit zu folgen).... usw.

Die Gravitation spielt da eine ganz wichtige Rolle. Ohne diese hätte die Materie ja nicht zusammen finden können: Keine Erde,
keine Galaxien, keine Sterne und damit uns auch nicht. Ohne sie hätten sich überhaupt keine "Inseln" der Materie bilden können.
Hätte die Evolution auf einem Planeten stattgefunden der die Raumzeit mehr oder weniger krümmt hätten wir eine ganz andere
äußere Form entwickelt. Gravitation ist ein schönes Beispiel wie das Universum und das Leben miteinander wechselwirken
und alles zusammen hängt
, finde ich.

Grav ist natürlich nur ein Teil des Ganzen, jedoch ein stark entscheidender... Sprich die Physik muss dringendst in die Überlegungen eingebunden werden...


Ja, unbedingt finde ich. Wenn man alles nur einzeln betrachtet (Biologie, Physik, Chemie) kommt nix in der Gesamtheit raus weil
alles miteinander in Beziehung steht. Ich glaube ohne Zusammenführung der einzelnen Wissenschaften ( auch unter Einbezug
der Philosophie / Theologie) kommt man der Wirklichkeit irgendwann nicht mehr näher.


Herzliche Grüße Sonni :)

PS: Warm hier, puhhhh...

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Die DNA und ihr Kontext 29 Jun 2019 14:32 #53411

Sonni schreibt:

Leben ist ja nicht nur auf die DNA reduziert und zu behaupten man könnte mit ihr das Leben an sich erklären ist viel zu kurz gedacht.

Den Gedanken hat David Bohn auch schon in seiner Arbeit "Fragmentierung und Gesamtheit" (gesehen in Dürr, Physik&Transzendenz) ausgearbeitet. Dabei teilt er auch Gedanken von Heisenberg, v. Weizsäcker und anderen. Dem Grunde nach lässt es sich so zusammenfassen: Wir waren sehr erfolgreich immer tiefer in Wissenschaften auf dem Weg der Partikularisierung einzudringen. Den Blick auf das Ganze ging dabei mehr und mehr verloren. Die Natur antwortete auf die partikularisierte Befragung mit partikularisierten Antworten, was wiederum als Bestätigung dafür genommen wurde, dass wir mit dieser Methode auf dem richtigen Weg sind, zeigt doch die Empirie, dass wir weiterkommen und erfolgreich sind.


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Die DNA und ihr Kontext 29 Jun 2019 15:24 #53422

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Die DNA und ihr Kontext 30 Jun 2019 10:54 #53456

Hallo Naturalist,

Versuche mal, Dich von der Vorstellung zu lösen, dass Leben auf Befehl und Gehorsam (oder eben Anweisung und Ausführung) basiert. Überlege stattdessen mal, ob man es mit Spielen und Ausprobieren besser erfassen könnte. Das Leben also als Spiel, bei dem verschiedene Varianten ausprobiert werden, um dabei an den Erfahrungen zu wachsen


Ich wusste dass für dich das Wort "Gebrauchsanweisung" unpassend ist :) weil du ja bereits den Begriff "Bauplan" kritisiert hattest und ich
glaub ich weiß auch warum. Die beiden Begriffe haben was zu tun mit einer Handlung die vorgegeben ist und nur noch ausgeführt werden
muss (also etwas feststehendes, starres, mechanisches, Roboter-ähnliches), eine Art von Programm das einfach nur abgespielt wird und
dann entsteht da was draus. Eigentlich sind die beiden Begriffe genau das Gegenteil von spielen und ausprobieren. Trotzdem glaube ich
das die Menschen intuitiv verstehen was damit gemeint ist wenn sie in Verbindung mit der DNA verwendet werden. Keiner würde ja von sich
behaupten er wäre ein biologischer Roboter, obwohl bei manchen bin ich mir da nicht so sicher, hihi....

Egal, mit den Begriffen spielen und ausprobieren alleine konnten aber auch keine komplexen Organismen entstehen sondern das
was evolutionär erfolgreich war musste ja irgendwo abgespeichert und vererbt werden. Viele Prozesse laufen ja "programmartig"
im Organismus ab und ohne die wäre Leben gar nicht möglich. Evolution ist dann quasi eine Mischung aus spielen, ausprobieren,
Anweisung, Ausführung von dem was abgespeichert wurde. Also so`n bisschen Robo Robby steckt dann doch in jedem von uns :P

Ich vergleiche es dann wieder mit einem Klavierspieler. Der klimpert darauf rum, verhaut die Töne, probiert aus und das solange bis er
eine schöne Melodie komponiert hat. Die schreibt er dann in Form von Noten auf (speichert sie ab) und das ist dann die
"Gebrauchsanweisung" für die Melodie. Die Melodie kann dann natürlich von einem anderen Klavierspieler noch schöner und verbessert
gespielt werden durch ausprobieren.

Naturalist schrieb:
Ich denke, man sollte den Informationsbegriff nicht inflationär verwenden, da er sich sonst bis zur Beliebigkeit abnutzt. Wechselwirkungen ja, aber Informationsaustausch doch nur zwischen Individuen, die über hinreichende kognitive Fähigkeiten verfügen, einen bestimmten Sinnesreiz als Nachricht zu interpretieren. Alles andere scheint mir reichlich überzogen zu sein.


Das ist so wenn man den Begriff "Information" über einen Sender und einen Empfänger (der über kognitive Fähigkeiten verfügt)
definiert. Ich glaub genau diese Definition ist auch wohl der Grund dafür dass der Begriff in der Physik noch nicht da angekommen
ist wo er eigentlich hingehört, nämlich in die grundlegende Physik. Ich definiere den Begriff nicht über einen Sender / Empfänger.
Erinnert mich irgendwie an die Frage in der Quantenphysik: Ist der Mond auch da wenn ich nicht hingucke :woohoo: ,
oder ist meine DNA noch da auch wenn ich sie nicht wahrnehme?

Ich meine damit: Wechselwirkung ist Informationsaustausch und das gilt für mich auch für "tote" Materie da auch die Teilchen
und Felder (auch das Gravitationsfeld) miteinander wechselwirken und dies gibt der Materie ihre Form (die Teilchen organisieren sich
zu immer komplexeren Strukturen) bis hin zu der menschlichen DNA. Deshalb finde ich es auch wichtig dass Biologen, Physiker,
Chemiker, Informatiker, usw. sich gegenseitig austauschen weil dann die Zusammenhänge klarer werden.

Mir gefällt das was Ernst Peter Fischer zu dem Begriff sagte:

Zu den merkwürdigen Einsichten der letzten Jahrzehnte gehört die Feststellung, dass die Information noch nicht dort angekommen
und eingeführt ist, wo sie eigentlich hingehört. Nämlich im Innersten der Welt und damit in der grundlegenden Physik.

Wie wird aus Information Welt?
Information könnte das Prinzip der Natur sein, welches im Austausch - durch Wechselwirkung - das Wirkliche ermöglicht und mehr
oder weniger dazu neigt, sich in ihm aus- und in es einzudrücken.
Im Zentrum der einzubringenden "Information" steckt die Form,
die wir - in der Natur, im Leben und in der Kunst - oft gerne betrachten und bewundern, ohne zu fragen, wie sie zustande kommt.

Wenn wir Information durchgreifend verstehen und einsetzen können, fügen sich viele Einzelwissenschaften neuartig zusammen. In vielen von
ihnen geht es ja um die Übertragung von Information - die physikalische durch Licht, die biologische durch molekulare Strukturen,
die sprachliche durch Symbole.

Die formbildende Information ist das Einheitliche, das wir suchen.

Die formbildende Information ist das Einheitliche, das wir suchen, schrieb er.
Genau die Art von Information meine ich mit dem Begriff . Ich hatte den Link dazu ja oben schon eingestellt.

D.Rajic schrieb: zeigt doch die Empirie, dass wir weiterkommen und erfolgreich sind.

Ja, sehr erfolgreich waren wir (Fortschritte in der Medizin, Physik usw.,usf....) in dem wir die Natur in immer kleineren
Abschnitten betrachteten. Nur in einem haben wir wohl versagt: Wir haben mit unserer "Zerteilung" die
Zusammenhänge des "großen Ganzen" der Natur nicht mehr gesehen und dabei leider nicht erkannt welchen Schaden
wir dem Gesamtsystem zuführen (vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr gesehen). Durch unsere einzelnen
Handlungen ( Rodung der Wälder, Verschmutzung der Weltmeere, Industrie, usw...) hat sich das dann
so auf die Gesamtheit der Natur ausgewirkt dass wir durch Umweltzerstörung wahrscheinlich dem Verderben entgegen gehen.

LG

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Die DNA und ihr Kontext 30 Jun 2019 12:59 #53470

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Die DNA und ihr Kontext 02 Jul 2019 13:54 #53610

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Löscht doch bitte den Mist des gesperrten Users drüber. Herzlichen Dank. Z.
Liebes Sönnchen, geehrter Dieter,

bitte habt noch etwas Geduld.. heute warns nur knapp 3 Stunden Schlaf.. bin unter Zeitdruck.
Euer Z.chen

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Die DNA und ihr Kontext 02 Jul 2019 16:51 #53616

Hallo,
es scheint, dass Naturalist gesperrt worden ist. Habe ich etwas verpasst? In den Kommentaren habe ich nichts Netiquetteverletzendes in Erinnerung. Ein Fehler?


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Die DNA und ihr Kontext 02 Jul 2019 18:50 #53626

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Grüße dich Dieter,
wie es aussieht wars ein bereits gesperrter, der sich immer mal wieder einlogggggggt...

Bis heut Nacht..


Ps. Sehe gerade, alle dessen Posts sind "den Bach hinunter"...
Es waren jedoch auch wieder Sprüche dabei, die bei meinen leidigen Erfahrung im Netz, von Anfang an auffielen
Ua. aufgesetzte Rhetorik und vor allem, der "Hilfreiche Samariter" Allüren. Mit Verlaub.
Wie auch immer, er hat zumindest ein sehr interessantes Thema angesprochen.

HGse z.

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Die DNA und ihr Kontext 02 Jul 2019 20:13 #53632

Hab gerade ein schönes Video über das Thema hier für mich gefunden (vor allem was er ab ca 22: 44 bis zum Ende dort sagt)
Aber alles andere was er sagt von Anfang an auch :) :



Liebe Grüße

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Die DNA und ihr Kontext 02 Jul 2019 20:30 #53633

Ja, wer sagt denn, dass die DNA nicht vielleicht kontextfrei ist? Auch sowas soll es ja geben...

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Die DNA und ihr Kontext 19 Jul 2019 23:46 #54178

Also gleichsam ohne beobachtenes System, also wie der Topic ohne 'Naturalist' als Threadstarter und gesperrter Benutzer.
Macht eigentlich keinen Sinn den Thread offenzulassen, den aber Threadstarter auszusperren, insbesondere da seine Text lediglich noch als Zitat in Spuren auffindbar,

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Der Ewige Bund grenzenloser Gemeinschaft in bedingungsloser Liebe den DIE EWIGE jedem Menschen ohne jede Voraussetzung schenkt ist der Einzige und Ewige Bund Gottes mit den Menschen!

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