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THEMA: Weltall, Blick in die Vergangenheit

Weltall, Blick in die Vergangenheit 24 Nov 2018 16:56 #45224

Schauen wir uns Sterne oder andere Objekte im Weltall an, dann blicken wir immer in die Vergangenheit. Auch bei unserer Sonne schauen wir in die Vergangenheit.
Das liegt daran, dass Licht eine Geschwindigkeit besitzt. Zeit (s) = Distanz (m) / Geschwindigkeit. Soweit so gut.

Frage: Können wir dann übehaupt einen Gegenstand mit unseren Augen in der Gegenwart wahr nehmen so wie er im Augenblick ist? Jedes Objekt befindet sich doch in einer gewissen Entfernung von unserem Auge. Ja selbst die Sehnerven müssen eine bestimte Entfernung zum Gehirn zurück legen. Ist die tatsächliche Gegenwart nicht vorhanden oder zeitlos?

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Weltall, Blick in die Vergangenheit 24 Nov 2018 22:23 #45242

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akhilananda schrieb: Schauen wir uns Sterne oder andere Objekte im Weltall an, dann blicken wir immer in die Vergangenheit. Auch bei unserer Sonne schauen wir in die Vergangenheit.
Das liegt daran, dass Licht eine Geschwindigkeit besitzt. Zeit (s) = Distanz (m) / Geschwindigkeit. Soweit so gut.

Frage: Können wir dann übehaupt einen Gegenstand mit unseren Augen in der Gegenwart wahr nehmen so wie er im Augenblick ist? Jedes Objekt befindet sich doch in einer gewissen Entfernung von unserem Auge. Ja selbst die Sehnerven müssen eine bestimte Entfernung zum Gehirn zurück legen. Ist die tatsächliche Gegenwart nicht vorhanden oder zeitlos?


In der Physik macht der Begriff "Gegenwart" wenig Sinn. Hier hast Du Zeitpunkte und kannst über Gleichzeitigkeit grübeln.
Gegenwart und Augenblick bezeichnen ein Zeitintervall. Aktuelle Hirnforschung geht davon aus das wir Einheiten von knapp 3 Sekunden als Gegenwart verarbeiten.
Wenn Du überlegst wie weit Licht in 3 Sekunden kommt...also um Dich herum alles im Lot und passt :)

Die Überlegungen zu Zeit sind auf vielen Ebenen knifflig, insbesondere wenn in der Physik Sachen passieren die wir mit unserer Erfahrung nicht mehr zusammen bringen.

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Weltall, Blick in die Vergangenheit 24 Nov 2018 22:57 #45244

a.....a,
du hast absolut recht.
Die Endlichkeit der Lichtgeschwindigkeit führt dazu, dass ich dich bereits in der Vergangenheit erleben würde, wenn du nur 1 m vor mir stündest.
Die Geschwindigkeit unserer Lebensprozesse sind allerdings so klein im Vergleich zur Lichtgeschwindigkeit, dass wir eine Gleichzeitigkeit auf unserer Erde vorgegauckelt bekommen. Streng genommen ist jedes Ereignis außerhalb unseres Wahrnehmungsapperats bereits Vergangenheit, wenn die Information bei uns eintrifft.
Thomas

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Weltall, Blick in die Vergangenheit 07 Dez 2018 11:11 #45652

Etwas drängt sich gleich auf bei dieser Problematik:

Es sind 2 Etappen, die ein Signal zurücklegen muss, bis es wahrgenommen wird :
1.: Physikalisch der Weg, den das Licht oder der Schall von der Quelle zum Empfänger zurücklegt und
2.: die biologische Reizverarbeitung im Empfänger.

Zu 1.: Dafür braucht ein Photon eben Jahrmilliarden bis Atosekunden und ein Gewitter in einem Kilometer Entfernung 3 Sekunden.
Zu 2.: Wir haben ein halbes Duzend verschiedener Nervenbahnen mit unterschiedlicher Reizleitungsgeschwindigkeit zwischen 1 m/s und über 100 m/s. (Bauart, Dicke, kontinuierliche Signalübertragung vs. saltatorische...), an Synapsen wird das Signal verzögert und dann muss es in der Zielregion verarbeitet werden, das heißt mit dem Gedächtnisspeicher abgeglichen werden usw.. Ich habe gelesen, dass man nach neueren Untersuchungen (PET u.a.) davon ausgehen kann, dass die Umgebung mit etwa 0,3 Sekunden Verzögerung wahrgenommen wird.

Interessant für mich war die Behauptung, das das Bewusstsein sich mehrmals pro Sekunde neu installiert. Extrem verlangsamt würde das Bild in unserem Kopf flimmern. Damit wäre unser Bewusstsein körnig.

Und dann ist da ja noch die ART. Danach sind nicht mal unser Kopf und die Füße in der selben Zeit daheim....

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Weltall, Blick in die Vergangenheit 07 Dez 2018 18:19 #45654

akhilananda schrieb: Frage: Können wir dann übehaupt einen Gegenstand mit unseren Augen in der Gegenwart wahr nehmen so wie er im Augenblick ist?


Nein.

Grüße
Udo

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Weltall, Blick in die Vergangenheit 07 Dez 2018 23:41 #45659

Streng genommen ist jedes Ereignis, egal welches man nimmt, in der Gegenwart platziert.
Die Information, die das eine Ereignis vom anderen erhält, überträgt sich maximal mit c, also der Lichtgeschwindigkeit im Vakuum.
Deshalb passiert alles zum gleichen Augenblick, aber die Information aller umliegender Ereignisse erreicht das eine Ereignis aus der Vergangenheit. Und das gilt für jedes Ereignis, egal, wo es sich ereignet.
Im Übrigen ist der Begriff Ereignis hier schon leicht problematisch, denn er impliziert bereits einen zeitlichen Vorgang. Gemeint ist aber kein Vorgang, sondern ein Zeitpunkt.
Vielleicht ist es korrekter, so zu formulieren: Die Summe aller Zeitpunkte ( t=jetzt ), bezogen auf Raum, Zeit und Materie, sind die Gegenwart. Also egal auf welchen Ort, auf welchen Zeitpunkt oder welches Teilchen ich mich setze. Relativ zueinander betrachtet, beginnt sofort die Vergangenheit.

Nur die Größe der Lichtgeschwindigkeit verhindert, dass dieser Effekt für uns im Alltag maßgeblich wird. Wäre die LG deutlich kleiner, wären auch Ereignisse auf unserem Planeten zeitlicher getrennt.
Eine Hochzeit in New York , die für uns in Europa fast gleichzeitig stattfindet, wäre dann vielleicht ein Jahr zeitlich getrennt.

Also irgendwie is schon gut, dass c = c ist.

Thomas

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Weltall, Blick in die Vergangenheit 08 Dez 2018 08:28 #45664

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Thomas schrieb: Deshalb passiert alles zum gleichen Augenblick, aber die Information aller umliegender Ereignisse erreicht das eine Ereignis aus der Vergangenheit. Und das gilt für jedes Ereignis, egal, wo es sich ereignet.

Es gibt also deiner Meinung nach eine absolute Gleichzeitigkeit, die aber von einem entfernten Beobachter nur mit Verzögerung erkannt werden kann? Ich meine, da begibst du dich auf dünnes Eis.

Der physikalische Determinismus war ein Tagtraum der Allwissenheit, der mit jedem Fortschritt der Physik wirklicher zu werden schien, bis er zu einem scheinbar unausweichlichen Alptraum wurde. - Karl Popper

Der physikalische Determinismus ist eine Theorie, über die man, wenn sie wahr ist, nicht argumentieren kann, denn sie führt alle unsere Reaktionen auf rein physikalische Bedingungen zurück. - Karl Popper

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Weltall, Blick in die Vergangenheit 08 Dez 2018 09:40 #45666

Stm,
zu sagen, dass dieses Eis dünn sei, ist das eine, zu begründen, warum es dünn sein soll das andere.
Also sag, was falsch sein soll.
Wenn du exotische Orte, wie zB SL damit meinst, die sich quasi aus dem Geschehen verabschiedet haben und nur noch durch ihre Schwere mit der Umwelt in WW treten, dann stimmt das zwar, aber c gilt auch zB für die Ausbreitung gravitativer Wirkungen, siehe Gravitationswellen.

Wenn ich annehme, dass der Mond auch dann existiert, wenn ich nicht hinschaue, dann liegt der Schluss nahe, dass auf ihm zum selben Zeitpunkt , den ich gerade erlebe, auch etwas passiert. Nur die Kunde des Ereignisses wird mit c übertragen.
Wenn das nicht zuträfe, wären die Apollomissionen wahrscheinlich nie mehr zurück gekommen.
Die Astronauten wären dort zu Salzsäulen erstarrt.

Die Zeitdilatationen aus der SRT und der ART relativieren die Abläufe in der Zeit, In Abhängigkeit vom Ort des Betrachters. Sie schaffen aber die Zeit nicht ab.
Ich hab mich nur auf Raumzeitpunkte bezogen, an denen beides existiert, Raum und Zeit.
Also, wo ist das Eis dünn?

Thomas
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Weltall, Blick in die Vergangenheit 08 Dez 2018 10:10 #45667

stm schrieb: Es gibt also deiner Meinung nach eine absolute Gleichzeitigkeit, die aber von einem entfernten Beobachter nur mit Verzögerung erkannt werden kann? Ich meine, da begibst du dich auf dünnes Eis.

Ich bin auch der Meinung, dass die Relativitätstheorie nur eine Verzögerungstheorie ist. Da geb ich Thomas recht. Mathematisch ist eine absolute Gleichzeitigkeit überhaupt kein Problem. In der Quantenmechanik übrigens längst als Instantanität der Wellenfunktion etabliert.

Nachvollziehbare Mathematik ist notwendige Grundlage zur Beurteilung von physikalischen Modellen.

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Weltall, Blick in die Vergangenheit 08 Dez 2018 15:30 #45681

Thomas schrieb: Wenn ich annehme, dass der Mond auch dann existiert, wenn ich nicht hinschaue, dann liegt der Schluss nahe, dass auf ihm zum selben Zeitpunkt , den ich gerade erlebe, auch etwas passiert.


Ich könnte mir das so vorstellen:

Ich befinde mich außerhalb des Universums und mache mit meinem Fotoapparat ein Bild von diesem.
(nur so als Gedankenexperiment). Dann würden alle Uhren in diesem Bild unterschiedliche Zeiten anzeigen.
Für mich ( außerhalb - was ja nicht geht :unsure: ) wäre alles auf dem Bild gleichzeitig (wie eingefroren).
Innerhalb, (für die anderen) aber nicht. Je nach Bezugssystem würden sie untereinander feststellen dass es keine
Gleichzeitigkeit im Universum gibt weil dort alles sich in unterschiedlichen Weltlinien ( ich sag jetzt mal
Strukturen der Raumzeit "gegeneinander" bewegt). Innerhalb ist Gleichzeitigkeit relativ. Von aussen gesehen evtl. alles gleichzeitig.
Ohhhhhh, bin da wieder gedanklich beim Blockuniversum.

“Der Unterschied zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ist eine Illusion.” sagte Albert Einstein. “Wenn auch eine sehr hartnäckige…”

LG Sonni

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Weltall, Blick in die Vergangenheit 08 Dez 2018 20:45 #45698

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Thomas schrieb: Also, wo ist das Eis dünn?

Die Vorstellung einer absoluten Gleichzeitigkeit setzt meines Wissens ein bevorzugtes Intertialsystem voraus. Wo bekommst du das her? Um sich hier auf dünnes Eis zu begeben, braucht es keine exotischen Orte wie Schwarze Löcher, die mit deiner Aussage natürlich auch nicht zusammenstimmen.

Thomas schrieb: Die Zeitdilatationen aus der SRT und der ART relativieren die Abläufe in der Zeit, In Abhängigkeit vom Ort des Betrachters. Sie schaffen aber die Zeit nicht ab.

Kleiner Scherz am Rande: da gibt es ein nettes Büchlein von einem gewissen Carlo Rovelli mit dem Titel: "Und wenn es die Zeit nicht gäbe...". Solltest du vllt. mal lesen?

Der physikalische Determinismus war ein Tagtraum der Allwissenheit, der mit jedem Fortschritt der Physik wirklicher zu werden schien, bis er zu einem scheinbar unausweichlichen Alptraum wurde. - Karl Popper

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Weltall, Blick in die Vergangenheit 08 Dez 2018 22:34 #45707

Ha, kleiner Scherz. Den Rovelli hab ich gelesen. Die anschließende Diskussion hier hatte zum Ergebnis, dass der Begriff Zeit ein nützlicher ist, aber dass es die Zeit als Ding an sich, um es mit Kant zu formulieren, nicht gibt.
Die Zeit kann man nicht anfassen.
Stattdessen gibt es Vorgänge, Prozesse, die etwas Abstraktes wie Zeit benötigen, sonst könnten sie ja nicht ablaufen. Wenn man einen Stein nach der Uhrzeit fragt, wird man keine Antwort bekommen.
Und vor unserer Existenz, also die 13,8 Mrd. Jahre seit dem Beginn gab es den Begriff Zeit natürlich auch nicht, aber die Prozesse, die gab es natürlich.

Zum absoluten Bezugssystem: Stimmt natürlich, dass es ein solches nicht gibt, deshalb gibt es, egal wo man sich befindet also für jedes denkbare Bezugssytem keine absolute Gleichzeigkeit.
Sonni hat den Gedanken aber recht gut beschrieben, den ich eigentlich rüberbringen wollte, indem sie sagt, dass ein Bild des Universums, das von außen gemacht wird, alles, was im Augenblick geschieht, festhalten sollte.
Dass ein solches Bild nicht gemacht werden kann, ist klar, da es ein solches Außen nicht gibt.

Deshalb ist diese gedachte Gleichzeitigkeit ein Gedankenexperiment, das still und heimlich den Laplacschen Dämon als Sehhilfe benutzt hat und ihn von einem gedachten Ort außerhalb hat beobachten lassen. Für ihn soll auch die Lichtgeschwindigkeit keine begrenzende Größe sein. Er erhält alle Vorgänge im Universum instantan.
Was würde dieser Laplacsche Dämon an seinem fiktiven Ort wohl sehen?
Stell dir den Laplaceschen Dämon als eine Art Drohne vor, die weder Zeit noch Raum benötigt, aber trotzdem beobachten kann. Diesen Dämon kannst du gedanklich an jeden Ort des Universums setzen, wie einen Cursor am Bildschirm. Und dann soll er dir berichten, was er sieht.

Thomas

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Weltall, Blick in die Vergangenheit 09 Dez 2018 08:47 #45714

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Thomas schrieb: Deshalb ist diese gedachte Gleichzeitigkeit ein Gedankenexperiment, das still und heimlich den Laplacschen Dämon als Sehhilfe benutzt hat und ihn von einem gedachten Ort außerhalb hat beobachten lassen. Für ihn soll auch die Lichtgeschwindigkeit keine begrenzende Größe sein. Er erhält alle Vorgänge im Universum instantan.

Hörst du, wie es gefährlich knackst und knirscht?

Und was den Rovelli betrifft, da hatte ich nicht das Gefühl, dass die anschließende Diskussion zu irgend einem Ergebnis geführt hätte. Es wurden wie üblich ein paar unterschiedliche Meinungen vorgetragen und nichts wurde richtig ausdiskutiert. Falls deine Zusammenfassung einigermaßen zutrifft, nämlich:

Die anschließende Diskussion hier hatte zum Ergebnis, dass der Begriff Zeit ein nützlicher ist, aber dass es die Zeit als Ding an sich, um es mit Kant zu formulieren, nicht gibt.

dann würde ich das mit Brechts Worten so umformulieren:

Wir stehen selbst enttäuscht und sehn betroffen
Den Vorhang zu und alle Fragen offen.


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Weltall, Blick in die Vergangenheit 09 Dez 2018 15:47 #45727

stm schrieb:Hörst du, wie es gefährlich knackst und knirscht?


Ist doch nicht schlimm wenn es knackst und knirscht. Eigentlich begibt man sich doch immer auf dünnes Eis
wenn man sich Fragen und Veranschaulichungen über solche Themen stellt ( gilt ja auch für ganz viele andere:
Was ist dunkle Energie / Materie, warum überwiegt Materie die Antimaterie und, und , und.....)
Wenn man Angst hat " einzubrechen" dann darf man auch nicht über solche Dinge nachdenken oder schreiben.
Das wäre aber schade und heißt zugleich, man kann sich nicht empor irren ( finde ich) :-).

Egal, Joachim Schulz hat den Begriff Zeit folgendermaßen unterteilt / definiert:
1.) Zeit als Parameter
2.) Zeit als Dimension

Laut Einstein/ Minkowski ist sie eine Dimension und eine Einheit mit dem 3D. Raum.
Aber wie soll man sich die 4D.Raumzeit als geometrische Einheit vorstellen?

Deshalb hab ich versucht sie gedanklich von "außerhalb" zu betrachten ( mir bildlich vorzustellen).
Thomas hat das dann mit Hilfe des Laplacschen Dämons (der von außerhalb betrachtet) veranschaulicht.
Hab mal gegoogelt was man darunter versteht ( Danke für den Hinweis @ Thomas :) )

Joachim Schulz beschrieb das so ähnlich in der Art:

Etwas schwieriger ist die zweite Interpretation. Die Schwierigkeit ist, dass wir gewissermaßen aus unserer Anschauung heraustreten und Raum und Zeit von außen betrachten müssen. Stellen Sie sich vor, die Welt verändert sich gar nicht. Sie ist statisch und wir rutschen nur durch sie hindurch, wie durch eine Tunnelrutsche. Die Rutsche bewegt sich nicht. Durch unsere Bewegung in ihr sehen wir aber immer etwas neues, wir bekommen ein dynamisches Erlebnis in einer statischen Konstruktion.

Die Metapher der Tunnelrutsche hinkt an einer entscheidenden Stelle: Nach statischer Zeitanschauung sind wir, die Atome aus denen wir aufgebaut sind selbst Teil der Tunnelrutsche. Jedes Elementarteilchen ist kein punktförmiges Objekt, sondern ein Faden1, der sich durch die Raumzeit von der Vergangenheit in die Zukunft zieht. Gegenwart ist in diesem Bild nur eine Illusion. Das Bewusstsein nimmt auf jedem Punkt der Zeitlinie einen Schnitt vor, der Vergangenheit von Zukunft trennt. Es sieht jeden Punkt der Tunnelrutsche so, als sei der obere Teil nicht mehr, der untere noch nicht vorhanden.

https://scilogs.spektrum.de/quantenwelt/eine-scheibe-raumzeit/

Für die Zeit besitzen wir kein Sinnesorgan. Wir können sie nur über Zustandsveränderungen / Prozesse wahrnehmen und
dieser Wahrnehmung haben wir den Begriff "Zeit" gegeben. Was sie real in ihrer wahren Natur ist ( oder nicht) frägt man sich halt.
Ist so ähnlich wie mit der Wahrnehmung von Farben. Farben sind ja real "nur" Strahlungen bestimmter Wellenlängen.
Wir haben den unterschiedlichen Wellenlängen halt Namen gegeben (rot, grün, blau, usw...), so wie wir sie mit unseren Augen sehen.
Genau so ist es bei der Wahrnehmung von Temperatur. Real bewegen sich Teilchen nur schneller oder langsamer und
wir haben diesem Unterschied (aufgrund unserer Wahrnehmung) Namen gegeben : Heiß (mehr Bewegung/Energie) oder kalt (weniger)
Das was wir wahrnehmen und wie wir es benennen ist real gesehen von seiner "wahren" Natur evtl. etwas ganz
anderes als wie wir uns das vorstellen oder interpretieren. Das gilt wahrscheinlich auch für den Begriff Zeit, hmmmm...

LG Sonni




.
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Weltall, Blick in die Vergangenheit 09 Dez 2018 23:45 #45750

Hi Sonni,
danke für deinen Beitrag. Hätt’s nicht besser formulieren können. Und viel Spaß mit dem Laplaceschen Dämon. Benutze ihn schon seit ca. 40 Jahren. :)
Thomas

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Weltall, Blick in die Vergangenheit 10 Dez 2018 10:16 #45755

Sonni1967 schrieb:
Für die Zeit besitzen wir kein Sinnesorgan.

LG Sonni

.


So ganz kann ich diese Behauptung nicht mittragen, wir erleben sehr wohl den Ablauf der Zeit, sogar unterbewusst ganz intensiv.

Jeder Mensch besitzt so eine Art "innerer Uhr", das hat man experimentell eindeutig festgestellt, die ihm sagt, wann Schlafenszeit ist, wann man genügend geschlafen hat usw.

Diese innere Uhr ist sogar so präzise, dass selbst bei völliger Abgeschiedenheit von der Außenwelt, also der Unmöglichkeit festzustellen, welche Tageszeit gerade ist, die Menschen einen automatischen 24-Stunden-Rhythmus einhalten, der verschiebt sich allerdings im Laufe von Wochen kontinuierlich um 1 Stunde nach hinten.

Daneben gibt es Menschen, die sich selbst vom Unterbewusstsein wecken lassen können, ich selbst gehöre dazu, wenn ich mir vor dem Einschlafen genügend oft selbst instruiere, ich muss um Punkt Sechs Uhr morgen früh aufwachen, dann wache ich zu 99% aller Fälle auch genau um kurz vor Sechs Uhr auf, wie mein Unterbewusstsein das genau macht, wie es sogar mit der dummen Zeitumstellung zwei Mal jährlich zurechtkommt, weiß ich nicht, fest steh jedoch, dass meine innere Uhr, gesteuert vom Unterbewusstsein, fast quarzgenau geht, ich habe als Mensch also sehr wohl ein Sinnesorgan für Zeit.


Grüße
Udo

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Weltall, Blick in die Vergangenheit 10 Dez 2018 10:29 #45756

Sonni1967 schrieb: Ich befinde mich außerhalb des Universums

LG Sonni


Da es ein "Außerhalb" des Universums nicht gibt (das Universum ist alles, was ist), ist diese Vorstellung unzulässig.

Du solltest bei den Erkenntnissen bleiben, die wir nun mal haben, ansonsten kommst du allzu leicht in den Bereich des Esoterischen.

Da ist dann alles möglich, alles vorstellbar. Nur helfen diese esoterischen Erkenntnisse uns kein Stück weiter, sie führen nur in Sackgassen des Wissens, aus denen man nicht mehr so leicht rauskommt, wie die Luftballon-Analogie oder die Kuchen-Analogie oder die Gummituch-Analogie von der Gestalt des Universums, alles unerträgliche und unsinnige Vergleiche, da das Universum nun mal keine geometrisch beschreibbare Form hat.

Grüße
Udo

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Weltall, Blick in die Vergangenheit 10 Dez 2018 10:32 #45757

Thomas schrieb: Hi Sonni,
danke für deinen Beitrag. Hätt’s nicht besser formulieren können. Und viel Spaß mit dem Laplaceschen Dämon. Benutze ihn schon seit ca. 40 Jahren. :)
Thomas


Gehören Ansichten über Dämone nicht in den Bereich der Alternativen Weltbilder? Was hat das jetzt noch mit nachprüfbarer Wissenschaft zu tun?

Ich bin doch sehr verwundert, dass hier ein Moderator die Diskussion in solche alternativen Bahnen lenkt.


Grüße
Udo

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Weltall, Blick in die Vergangenheit 10 Dez 2018 12:10 #45759

Von Physik habe ich soviel Ahnung, wie ein interessierter Laie. Ich bin deshalb hier um etwas zu lernen.

Aber das versteh sogar ich:

Zu Udo:
- Der Laplasesche Dämon ist ein Fachbegriff. Und illustriert den Determinismus. Das Gegenteil von Esoterik, wenn es das gibt.

- Sich das Universum von außerhalb vorzustellen ist ein Gedankenexperiment. Und es bleibet dabei, die Gedanken sind frei.

- "Jeder Mensch besitzt so eine Art "innerer Uhr"": Funktioniert u.a. nach dem Prinzip der Stoffwechselprodukt- Akkumulation. Die Anreicherung löst eine Reaktion aus, wenn sie einen Schwellenwert erreicht hat. Eine Funktion für das Aufstehen erfüllt das Cortison. Es erreicht eine sehr hohe Konzentration in den Morgenstunden und macht uns unruhig. Irgendwann stehen wir auf.
Insgesamt funktioniert so der ganze Organismus - die Summe der Produkte erzeugt Stimmungen, Handlungen, Stoffwechselvorgänge.
Das würde ich nicht als Sinn bezeichnen.
Sonst hätten wir auch einen Sinn fürs Altern. Und da wird`s esoterisch.
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Weltall, Blick in die Vergangenheit 10 Dez 2018 13:04 #45761

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aero schrieb: ... Prinzip der Stoffwechselprodukt- Akkumulation. Die Anreicherung löst eine Reaktion aus, wenn sie einen Schwellenwert erreicht hat. Eine Funktion für das Aufstehen erfüllt das Cortison. Es erreicht eine sehr hohe Konzentration in den Morgenstunden und macht uns unruhig. Irgendwann stehen wir auf.

Das ist zwar weit am Thema vorbei, aber eine kurze Bemerkung möchte ich doch dazu machen. Ich denke nicht, dass man über die Stoffwechselprodukt-Akkumulation das minutengenaue Aufwachen (trotz Zeitumstellung) erklären kann. Da sind feinere Mechanismen am wirken.

Der physikalische Determinismus war ein Tagtraum der Allwissenheit, der mit jedem Fortschritt der Physik wirklicher zu werden schien, bis er zu einem scheinbar unausweichlichen Alptraum wurde. - Karl Popper

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Weltall, Blick in die Vergangenheit 10 Dez 2018 13:37 #45762

Hi Udogigahertz

Jeder Mensch besitzt so eine Art "innerer Uhr", das hat man experimentell eindeutig festgestellt, die ihm sagt, wann Schlafenszeit ist, wann man genügend geschlafen hat usw.


Klar gibt's ne "innere Uhr" und die ist auch extrem wichtig für Organismen. Das hatte ich aber so nicht gemeint.
Ich meinte damit es gibt kein spezielles Organ für Zeit. Da spielen viele Faktoren eine Rolle.

Ein einzelnes Organ für die Wahrnehmung der Zeit gibt es nicht. Vielmehr ist das Zeitgefühl ein individuelles Konstrukt aus der emotionalen Bewertung dessen, was gerade passiert– völlig unabhängig von der Zeit nach einer Uhr, die tatsächlich viel schneller oder langsamer vergehen kann.

https://www.dasgehirn.info/aktuell/frage-an-das-gehirn/mal-vergeht-die-zeit-wie-im-fluge-mal-langsam-warum

Damit wir uns im 3dimensionalen Raum orientieren können, dafür haben wir ein Organ, nennt sich Vestibularapparat und liegt im Innenohr

Das Gleichgewichtsorgan registriert alle Arten von Beschleunigungen und Lageveränderungen. Auf diese Weise können wir uns im Raum orientieren.

https://www.hno-aerzte-im-netz.de/unsere-sinne/ohren/das-gleichgewichtsorgan.html

Gehören Ansichten über Dämone nicht in den Bereich der Alternativen Weltbilder? Was hat das jetzt noch mit nachprüfbarer Wissenschaft zu tun?


Was hat den der Laplacesche Dämon mit alternativen Weltbildern zu tun?

https://de.wikipedia.org/wiki/Laplacescher_Dämon

Das mit dem "außerhalb" vom Universum war ja nur ein Gedankenexperiment. Zum Eso werd ich dadurch nicht :P

Hihi....LG Sonni

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