Willkommen, Gast
Benutzername: Passwort: Angemeldet bleiben:

THEMA: Kein Platz für Gott

Kein Platz für Gott 30 Sep 2017 21:07 #19872

Das ändert nichts daran, dass das einzige, was man über Gott weiß ist, dass man nicht beweisen kann, dass es ihn nicht gibt.

Ohne etwas wäre nicht einmal nichts

Ohne etwas wäre nicht einmal nichts

Dieses Thema wurde gesperrt.

Kein Platz für Gott 30 Sep 2017 23:17 #19875

Man kann auch nicht beweisen, dass es ihn gibt.

Der Begriff Gott steht als Sammelbegriff für alles Unerklärbare, für den eventuell nicht erklärbaren Anfang als den unbewegten Erstbweger.
Der Begriff Gott ist insofern sinnfrei. Nicht zu verwechseln mit sinnlos!
Da er sinnfrei ist, hat er in der Naturwissenschaft nichts verloren. Oder kennt jemand die Gleichung d(Gott)/ dt = V (Gott)?

Da wir hier uns gerne mit Naturwissenschaft beschäftigen möchten, nimmt dieser Themenkomplex im Augenblick wieder sehr viel Raum in Anspruch.
Bitte besinnt euch doch wieder mehr auf unsere Anstrengungen, den Rand unserer Erkenntnis zu vergrößern und nicht dauernd auf Glaubensfragen herumzureiten.
Könnt ihr natürlich, aber eigentlich schade, wenn das Forum davon dominiert wird.

LG
Thomas
Dieses Thema wurde gesperrt.

Kein Platz für Gott 30 Sep 2017 23:18 #19876

@badhofer
Das einzige, was man über den freien Willen weiß ist, dass man nicht beweisen kann, dass es ihn nicht gibt.

Solche Sätze besagen nichts. Sie übersehen die vielen Modalitäten unseres Wissens. Lesen Sie mal Heisenberg, Die Ordnung der Wirklichkeit.
Ich kann weder wissen, ob ich als ein ICH eine Einbildung meines Gehirns bin. Ich weiß nicht, ob es Sinn hat, mit jemandem zu unterhalten (bei so einer Unterhaltung im Netz nochmal verstärkte Unsicherheit). Ich weiß nicht, was mein Handeln wirklich bewirken wird, ich weiß nicht, ob ich den morgigen Tag erlebe, ich weiß nicht, was andere aus dem gemacht haben und machen, was ich zu ihnen gesagt habe, ob sie sich an Abmachungen halten.
Das ganze Leben besteht aus Unsicherheiten und Vermutungen, Halbwissen und Unschärfen usw. Aber für das Meiste gibt es Hinweise, ich kann nachfragen oder es gibt Gründe für Glaubwürdigkeit.
Ich weiß nicht, ob Gott zu Amos geredet hat. Er hat es jedenfalls so gesagt und er hatte selber nichts davon - außer riesigen Ärger (den Arbeitsausfall mal nicht gerechnet). Es gab keinen Grund für ihn, im Nachbarland die Mächtigen und Reichen zu provozieren, das einzig Greifbare ist seine Beauftragung durch Gott.
Das kann man als Einzelfall eines Spinners abtun. Aber da ist noch Micha und Hosea, Jesaja und Jeremia usw: Und die haben alle nur Nachteile davon gehabt, Jeremias Leben ist ziemlich tragisch verlaufen (mit manchmal haarscharf am Tod vorbeigeschlittert) – und er wusste es vorher. Diese Propheten traten zu unterschiedlichen Zeiten und Orten auf, entstammten unterschiedlichen sozialen Schichten, aber der Gott, der sie beauftragt hat, lässt bei allen Unterschieden doch eine klare Linie erkennen. Ei Gott, der gegen Unterdrückung und Ausbeutung, gegen Machtkonzentration und Kriegsallianzen ist, der gegen den Missbrauch Gottes angeht, der die Not der Menschen wahrnimmt und die Unterstützung der sozial und rechtlich schwachen anmahnt. Das sind klare Aussagen, in unterschiedlichen Überlieferungssträngen ist da eine Einheitlichkeit erkennbar.
Das ist mal so ein Faden von vielen.
Sie übersehen nämlich, dass der Gott Israels in die Geschichte eingegangen ist. Die Physik ist eben nicht alles, es gibt auch das Feld der menschlichen Geschichte. Das ist in gewisser Weise bei jeder Gottheit so, aber bei diesem Gott in besonderer Weise. Gott lässt sich auf Menschen ein, auf fehlbare, schuldbeladene Menschen wie Abraham, der seine Frau im Stich ließ, Jakob, dem Betrüger, Mose, dem Mörder und David, dem Ehebrecher und Mörder.
Gott macht Geschichte mit den unscheinbaren und moralisch tiefstehenden Menschen. Auch da ist ein roter Faden, der sich durch verschiedene Überlieferungen durchzieht. Dazu passt, dass Gott sich auch auf fragwürdige Überlieferungen einlässt, die die Abgründigkeit derer spiegelten, auf die sich Gott eingelassen hat,
Die Geschichten sind alle mit Unsicherheiten behaftet, niemand kann das zweifelsfrei beweisen. Solche Beweise gibt es in der Geschichts-Wissenschaft, vor allem der Altertumskunde, auch nicht. Und man kommt nie direkt an Gott heran, sondern immer nur auf die Umstände. Da gibt es Geschichten, die weniger glaubwürdig sind, und welche, die hohe Glaubwürdigkeit haben.
Sie gehen anscheinend davon aus, dass es beim Glauben darauf ankommt, dass man Gott beweisen kann. Sie wird nur am Rande gestellt und negativ beschieden – wie in den Psalmen, wo die Frage „Wo ist denn nun dein Gott?“ unbeantwortet bleibt. Oder es bleibt ironisch, so bei Elia, der meinte, man könnte Gott mit Macht (Feuer vom Himmel) beweisen, aber ein Kapitel später bekommt er eine Lektion von Gott, wo Gott nicht im Feuer, nicht im Erdbeben usw. ist, sondern im sanften Säuseln.
In keinem Volk der Erde wurden vor 2-3 Tausend Jahren solch herrschaftskritischen Schriften überliefert wie in Israel. Kein Volk wurde so unterdrückt – von Nachbarn wie den militärisch überlegenen Philistern und Midianitern, von Großreichen wie Syrien und von allen Weltreichen des Orients – und später von Griechen und Römern, wie das Volk Israel, keins hat so viele Untergänge überlebt.
Das passt zu einem Gott, der in Unterdrückung hineinkam und da heraus führte.
Das alles sind Hinweise, viele Anomalien kumulieren darin, dass dies ohne Gott nicht so passiert wäre. Wie gesagt: man kommt nur an den Glauben an Gott heran, nicht an Gott selber.
Genauso wenig, wie man an den freien Willen selber heran kommt, auch wenn alles menschliche Miteinander darauf beruht.
Fazit: Man kann viel über Gott sagen, wenn auch nicht im selben Modus, wie man physikalische Theorien aussagt.

Wer meint, er habe etwas erkannt, der weiß noch nicht, wie man erkennen soll.
1. Brief des Paulus an die Korinther 8, 2
Wer meint, er habe etwas erkannt, der weiß noch nicht, wie man erkennen soll.
1. Brief des Paulus an die Korinther 8, 2
Dieses Thema wurde gesperrt.

Kein Platz für Gott 30 Sep 2017 23:39 #19877

Moderatorenhinweis:

@Michael -O
es stört jetzt nicht dein Thema oder deine Argumentationsweise. Bitte gerne, du kannst erzählen, was du willst.
Was stört, ist die Dominanz, mit der unsere wissenschaftlich ausgerichtete Bühne hier gerade beherrscht wird.
Die naturwissenschaftlich orientierten Foristen hüllen sich gerade in Schweigen, offensichtlich in der Erwartung, wie denn die Moderatoren hier jetzt reagieren.
Also Vorschlag, um das Thema erträglicher zu gestalten, mach doch den Versuch, naturwissenschaftliche Aussagen und Aussagen der Bibel mal gegenseitig abzuwägen, sprich einen Quervergleich zu veranstalten. Dann hätten alle einen intellektuellen Genuss.
Einfach nur predigen führt hier wirklich ins Aus.

Ein kleiner Tipp: Versuch doch mal, die unterschiedlichen Arbeitsmethoden der beiden Disziplinen zu ergründen. Wenn das hinreichend geschafft ist, dann erklären sich von selbst die unterschiedlichen Motivationen und Sichtweisen.

Noch ein Tipp: Komplexität und Zeit! Was sagt die Naturwissenschaft zu diesem Themenfeld. siehe jüngstes Video von Harry und Willy.
Und was sagt die Theologie dazu? Gibt es hier irgendeine Vorstellung, was dieser Begriff eigentlich zeitabhängige beinhalten sollte.
Außer Gleichnissen sehe ich hier nichts und die spielen alle in der Zeit der Menschwerdung. Eine Vorgeschichte kosmologischen Ausmaßes gibt es hier nicht.
Also, nur Tipps! Wenn das so rüber kommt, bleibst interessant, wenn nicht, naja dann......


LG
Thomas
Dieses Thema wurde gesperrt.

Kein Platz für Gott 30 Sep 2017 23:59 #19878

@ Thomas
>>Der Begriff Gott steht als Sammelbegriff für alles Unerklärbare, für den eventuell nicht erklärbaren Anfang als den unbewegten Erstbweger.<<

Gott ist steht für Heil und Leben. In Israel wurde Jahrhundertelang an Gott geglaubt, eher das Thema Schöpfung aufkam. Deshalb ist Ihre These für den jüdisch-christlichen Bereich nicht haltbar.
Der Schöpfungs-glauben ist von Anfang an davon bestimmt, dass er sich gegen Weltbilder stellte. Das Problem ist, dass es oft so aussieht, als ob man ein Weltbild erstellen will, wenn man Weltbilder bekämpft.
Der andere Strang ist Hoffnung: Genesis 1 greift wörtlich Beschreibungen der Nachkriegszeit auf und hat mit einem Neuanfang nach verheerenden Zerstörungen zu tun.
Das alles zeigt, dass der Begriff Gott mit Sinn erfüllt ist.

In Bezug auf Naturwissenschaften hat der Glaube an Gott den Sinn, genauer zu erfassen, was Naturwissenschaften im Leben von Menschen kann und soll und was nicht.
So ist die Funktion des Schöpfungs-Glauben, alle Weltbilder lächerlich zu machen, immer noch aktuell. Es gibt kein umfassendes Weltbild, weil wir in einer offenen Wirklichkeit leben.
Wenn z B alles nur Physik wäre, gäbe es keine Menschen, die einen eigenen Willen haben. Teilchen und Kräfte – wie komplex sie sich auch gestalten, können keinen Willen haben. Aber ohne das würde alles menschliche Miteinander zusammen brechen.
Darauf aufmerksam zu machen, hat Sinn.

Wenn es darum geht, den Rand der Erkenntnis zu vergrößern, dann muss es auch darum gehen, die Begrenzung der naturwissenschaftlichen Erkenntnis zu erkennen und in Beziehung zu setzen mit andern Modalitäten der Erkenntnis. Heisenberg hat das in einer vielstufigen Abfolge von objektiven zu mehr subjektiven Erkenntnis-Ebenen dargestellt, wobei die Quantenphysik in seiner Abhandlung einen breiten Raum einnimmt, er aber auch Theologie mit einbezieht. (Heisenberg, Ordnung der Wirklichkeit)
Es wäre mE schade, wenn diese Fragestellungen außen vor blieben.

Wer meint, er habe etwas erkannt, der weiß noch nicht, wie man erkennen soll.
1. Brief des Paulus an die Korinther 8, 2
Wer meint, er habe etwas erkannt, der weiß noch nicht, wie man erkennen soll.
1. Brief des Paulus an die Korinther 8, 2
Dieses Thema wurde gesperrt.

Kein Platz für Gott 01 Okt 2017 00:32 #19879

Nein, bitte nicht falsch verstehen. Die Fragestellungen können hier ja gerne erörtert werden. Man kann auch gerne hier die Meinung vertreten, Gott als Ursache allen Seins zu begreifen.
Die Existenz Gottes aus der Menschlichen Geschichte herzuleiten, nach dem Motto, Gott oder Götter hätten hier schon immer eine Rolle gespielt, ist aus naturwissenschaftlicher Sicht ein unnötiger Gedankengang.
Aus dem Polytheismus wurde mit zunehmender Erkenntnis ein Monotheismus und heute stehen wir vor dem Phänomen eines zunehmenden Atheismus immer mehr unter dem Eindruck, dass wir Menschen auf unserer Erde nur Ameisen sind auf einer blauen, kleinen Kugel, die um einen durchschnittlichen G-Stern ihre Bahnen zieht.
Diese naturwissenschaftliche Erkenntnis führt zu einer Bescheidenheit gegenüber dieser riesigen Raumzeitstruktur, die zu religiösen Gefühlen durchaus Anlass gibt.
Um diese naturwissenschaftliche Erkenntnis zu befördern und zu vertiefen, darum geht es uns hier auf unserer Seite.
Der theologische Sprachgebrauch wirkt hier eher wie Nebelkerzen, die das Bemühen um klare Erkenntnisse eintrüben,
steht aber auf theologischer Seite als Erklärungsversuch allen Seins eben auf der theologischen Seite.
Deshalb meine obige Argumentationsweise.
In den Naturwissenschaften will man ohne die Hypothese Gott auskommen.
Anders gesagt: Fügt ein Naturwissenschaftler in seine Argumentationskette den Begriff Gott ein, wird er nie den Nobelpreis dafür bekommen.

LG
Thomas
Dieses Thema wurde gesperrt.

Kein Platz für Gott 01 Okt 2017 01:01 #19880

@ Thomas
Ich bin bis jetzt davon ausgegangen, dass beim Oberthema „Ist noch Platz für Gott in der Naturwissenschaft?“ und dem Thread „Kein Platz für Gott“ erstens dort nur die hinklicken, die sich für dieses Randthema interessieren und eine religiöse Dominanz bei einem religiösem Thread sachgemäß ist und zweites es auch darum geht, was man unter „Gott“ versteht – so schrieb es auch heinzendres.
Ich gebe zu, dass ich dafür viele Worte benötigt habe, das liegt aber nur zum Teil an mir, teilweise auch in der Natur der Sache.
Von mir gibt es 2 Sorten Beiträge: Die Meisten sind Antworten auf Anfragen oder Thesen anderer User – das sind die mit „Predigtén“, das andere sind Beiträge, wo ich versuche, die Diskussion zurück zu binden auf den Gesamtbogen des Buches – zuletzt 30.9.2017 um 11.48 Uhr und um 20.05. Uhr
Den Schuh, dass ich das Thema hier weglenke auf Glaubensthemen, ziehe ich mir deshalb nicht an.
Vielmehr sind an mich Fragen gestellt worden, die mit reinen Glaubensfragen zu tun hatten losgelöst zum Verhältnis zu Naturwissenschaften.
Ich werde Ihren Vorschlag überdenken, obwohl ich befürchte, dass er auf einem Missverständnis aufbaut, das ich gerade aufdecken und überwinden will.
Ich bitte um eine konkrete Rückmeldung: Ist mein erstes Posting in diesem Thread am 24.9. 2017 um 22.00 Uhr auch eine Predigt oder dem Thema angemessen? Da antworte ich auf Unterthemen der bisherigen Diskussion (also Sorte 1 meiner Beiträge) und versuche gleichzeitig, auf die primäre Fragestellung zurückzukommen (Sorte 2 meiner Beiträge).

Wer meint, er habe etwas erkannt, der weiß noch nicht, wie man erkennen soll.
1. Brief des Paulus an die Korinther 8, 2
Wer meint, er habe etwas erkannt, der weiß noch nicht, wie man erkennen soll.
1. Brief des Paulus an die Korinther 8, 2
Dieses Thema wurde gesperrt.

Kein Platz für Gott 01 Okt 2017 01:24 #19882

Ja, passt schon. Punkt eins ist angemessen und entspricht dem Thema.
Nur die Postings danach kamen dem Charakter von Predigten immer näher, jedenfalls hatte ich den Eindruck.
Aber das ist gar nicht Gegenstand meines Einwands..
Bevor ich lange Worte mache, empfehle ich die drei Videobeiträge von Harry und Willy, die vom Verhältnis unserer naturwissenschaftlichen Erkenntnisse zur Erkenntnisgeschichte erzählen. Da wird eigentlich alles angesprochen, was uns heute bewegt. Zu finden unter den neuesten Videos.
LG
Thomas
Dieses Thema wurde gesperrt.

Kein Platz für Gott 01 Okt 2017 21:52 #19917

@ Thomas
Den Erkenntnisgewinn dieser Debatte sehe ich darin, Missverständnisse aufzuklären. Ich nehme Ihr letztes Posting als Beispiel:

>> Man kann auch gerne hier die Meinung vertreten, Gott als Ursache allen Seins zu begreifen.<<
Gott als Beginn einer Kausalkette ist so ein Missverständnis.

Wer meint, er habe etwas erkannt, der weiß noch nicht, wie man erkennen soll.
1. Brief des Paulus an die Korinther 8, 2
Wer meint, er habe etwas erkannt, der weiß noch nicht, wie man erkennen soll.
1. Brief des Paulus an die Korinther 8, 2
Letzte Änderung: von Martin-O. Begründung: Probleme beim Posten - Fehlermeldung 403 (Notfallmeldung) an den Administrator
Dieses Thema wurde gesperrt.

Kein Platz für Gott 01 Okt 2017 22:03 #19918

>> Aus dem Polytheismus wurde mit zunehmender Erkenntnis ein Monotheismus<<
Dies ist ein Mythos des 19. Jahrhunderts, der langsam bröckelt. Das Verhältnis beider ist differenzierter.

Wer meint, er habe etwas erkannt, der weiß noch nicht, wie man erkennen soll.
1. Brief des Paulus an die Korinther 8, 2
Wer meint, er habe etwas erkannt, der weiß noch nicht, wie man erkennen soll.
1. Brief des Paulus an die Korinther 8, 2
Dieses Thema wurde gesperrt.

Kein Platz für Gott 01 Okt 2017 22:04 #19919

>> Die Existenz Gottes aus der Menschlichen Geschichte herzuleiten, nach dem Motto, Gott oder Götter hätten hier schon immer eine Rolle gespielt, ist aus naturwissenschaftlicher Sicht ein unnötiger Gedankengang.<<
Diese Sätze habe ich nicht ganz verstanden. Weder ist Geschichte ein Feld der Naturwissenschaften, noch ist die Frage, welche Auffassung von Gott (geschichtlich / sittlich / mystisch/ …) man hat, eine naturwissenschaftliche. Historisch ist der Glauben in Israel ´von Ereignissen in der Geschichte geprägt worden, Naturbetrachtungen waren sekundär. Gottes Existenz wird nicht hergeleitet, sondern da gibt es nur Hinweise.

Wer meint, er habe etwas erkannt, der weiß noch nicht, wie man erkennen soll.
1. Brief des Paulus an die Korinther 8, 2
Wer meint, er habe etwas erkannt, der weiß noch nicht, wie man erkennen soll.
1. Brief des Paulus an die Korinther 8, 2
Dieses Thema wurde gesperrt.

Kein Platz für Gott 01 Okt 2017 22:05 #19920

>> Steht aber auf theologischer Seite als Erklärungsversuch allen Seins<<
Ich bin – u.a. aus theologischen Gründen – dagegen, alles Sein zu erklären, schon gar nicht mit Gott. Das ist Konsens unter Theologen, die im Dialog mit Naturwissenschaften stehen.

Wer meint, er habe etwas erkannt, der weiß noch nicht, wie man erkennen soll.
1. Brief des Paulus an die Korinther 8, 2
Wer meint, er habe etwas erkannt, der weiß noch nicht, wie man erkennen soll.
1. Brief des Paulus an die Korinther 8, 2
Letzte Änderung: von Martin-O. Begründung: postet nur kleine Textpassagen - Fehlermeldung 403 (Notfallmeldung) an den Administrator
Dieses Thema wurde gesperrt.

Kein Platz für Gott 01 Okt 2017 22:07 #19921

>>In den Naturwissenschaften will man ohne die Hypothese Gott auskommen.<<
Außer bei Kreationisten gibt es Gott nicht als Hypothese, um etwas zu erklären.

Wer meint, er habe etwas erkannt, der weiß noch nicht, wie man erkennen soll.
1. Brief des Paulus an die Korinther 8, 2
Wer meint, er habe etwas erkannt, der weiß noch nicht, wie man erkennen soll.
1. Brief des Paulus an die Korinther 8, 2
Dieses Thema wurde gesperrt.

Kein Platz für Gott 01 Okt 2017 22:08 #19922

Überspitzt gesagt: Ihr Posting besteht aus Nebelkerzen, das klare Erkenntnisse eintrübt.
>> Der theologische Sprachgebrauch wirkt hier eher wie Nebelkerzen, die das Bemühen um klare Erkenntnisse einzutrüben versuchen.<<
Es geht mir um das Verhältnis von Naturwissenschaft, die die Ordnung der Welt beschreibt und der Lebenswelt, in der vieles kontingent und nebelhaft ist. Der Glaube gehört zur Lebenswelt. Ich erzeuge nicht den Nebel, sondern ich weise auf ihn hin (und dabei brauche ich sachgemäß viele Worte).

Die Forderung, Glaube / Theologie sollte sich parallel zu einer Naturwissenschaft aufstellen, damit man beides vergleichen kann, verkennt den eingeschränkten Bezugspunkt der Naturwissenschaften, die methodisch (z. B. durch entsprechenden Versuchsaufbau) alles Kontingente eliminiert, um zu klaren Ordnungen zu kommen, die man beschreiben kann. Dies ist die Stärke einer Naturwissenschaft. Es ist zugleich aber ihre Begrenztheit.


Die Analyse Ihres Postings soll nur verdeutlichen, dass die Missverständnisse und einander Vorbeireden überwiegen, auch wenn man bemüht ist, alles klar zu halten.
Deshalb sehe ich da erheblichen Gesprächsbedarf.

Wer meint, er habe etwas erkannt, der weiß noch nicht, wie man erkennen soll.
1. Brief des Paulus an die Korinther 8, 2
Wer meint, er habe etwas erkannt, der weiß noch nicht, wie man erkennen soll.
1. Brief des Paulus an die Korinther 8, 2
Dieses Thema wurde gesperrt.

Kein Platz für Gott 01 Okt 2017 22:09 #19923

Du sollst verdammt noch mal aufhören zu predigen!!!!

"`Oh dear,' says God, `I hadn't thought of that,' and promptly vanished in a puff of logic.
"`Oh dear,' says God, `I hadn't thought of that,' and promptly vanished in a puff of logic.
Dieses Thema wurde gesperrt.

Kein Platz für Gott 01 Okt 2017 22:25 #19924

Das Buch beschäftigt sich hauptsächlich mit den Inhalten und Vorgehensweisen der Physik und anderer Naturwissenschaften.
Aber es kommt auch Theologie darin vor, zB S. 41: „Das Universum hat sich eine riesen Mühe mit uns Lebensformen gemacht.“
Hier wird vom Universum wie von einer Gottheit gesprochen. Konsequenterweise wird daraus geschlussfolgert, dass wir dieser Gottheit antworten müssen („Verantwortung“).
Das mag so herausgerutscht sein. Aber es zeigt, dass es wohl nicht gelingt, religiöse Sprache herauszuhalten. Im Buch gibt es ja auch den Widerspruch, dass einerseits gesagt wird, dass Leben zu komplex ist, um es zu verstehen und herzuleiten, andererseits so eine erklärende Erzählung versucht wird. Leben ist aber eine emergente Sache, wobei Emergenz auch nur ein Platzhalter für das Unerklärliche ist. Auf S. 15 wird vom Wunsch gesprochen, „die Welt zu verstehen, in der wir leben.“ Das Buch erläutert einige Zusammenhänge und Strukturen der Welt – aber die Welt verstehen, ist eine faustische Frage, die Naturwissenschaften nicht beantworten können. Und am Schluss des Buches geht es um verantwortliches Handeln in der Welt.
Ich finde diesen ganzheitlichen Ansatz richtig. Aber dann hat man nicht mehr den Hut des Naturwissenschaftlers auf.
Da fehlt eine Reflexion über das Verhältnis von Naturwissenschaft und Lebenswelt. Es ist eine Doppelmoral, über frühere ganzheitliche Sichten herzuziehen, wo Naturwissenschaftliche und religiös-ethische Betrachtungen miteinander verwoben waren und im Buch letztlich nichts anderes zu machen. Ich will hier keine Absicht unterstellen, hier kommt wohl der mündliche Charakter des Buches zum Vorschein.
S. 426: tröstlich S. 419: „Alle wissenschaftlichen Fragen sind letztendlich mit unserer Existenz verbunden.“
Das stimmt zwar, aber in diesem Moment geht es nicht mehr um Wissenschaft.
Da geht es um die Fragen: Wer bin ich? Was soll ich tun? Was ist der Sinn? Woher kommt Trost / Hoffnung ?
Im Glauben geht es um diese Fragen.
Die Frage; „Wer bin ich“ wird ja auch verschiedentlich beantwortet:
- Wir sind „Ameisen (…) auf einer blauen, kleinen Kugel, die um einen durchschnittlichen G-Stern ihre Bahnen zieht“
- Wir sind Zigeuner am Rande des Universums
Das sind teilweise Beschreibungen, teilweise aber auch Deutungen.
Diese Deutungen werden akzeptiert. Aber wehe, jemand sagt: Wir sind von Gott gewollt und geliebt! – dann ist großes Geschrei. Das ist Doppelmoral.
S. 12: „wissenschaftliches Weltbild“: Das ist die Frage: Gibt es das? Meine These: nein! Es gibt eine physikalische Weltbeschreibung, es gibt eine biologische Weltbeschreibung etc, es gibt aber nicht die eine Universalwissenschaft, die dann auch noch ein komplettes Weltbild erstellt.
Physiker sind sicher philosophisch nicht so exakt, das will ich ihnen zugute halten.
Aber diese Welt ist emergent und sperrt sich gegen ein Gesamt-Weltbild.
Diese Beispiele sollen zeigen, dass wir gar nicht mehr bemerken, wie Naturwissenschaft religiös aufgeladen wird. Die Selbstwahrnehmung, man schreibe doch nur brav seine Formeln auf und lasse Gott außen vor, ist so nicht richtig.
Sowohl in Naturwissenschaften, als auch im Glauben sollte man sich vor Weltbildern hüten.
Und Naturwissenschaften sollten sich aus der Lebenswelt heraus halten und nicht so tun, als hätten sie da etwas zu sagen. Ich finde es gut, dass Herr Lesch sich gesellschaftspolitisch engagiert und da sein Wissen mit einbringt. Aber das ist kein wissenschaftliches Engagement, sondern ein menschliches, religiöses, wie auch immer.

Wer meint, er habe etwas erkannt, der weiß noch nicht, wie man erkennen soll.
1. Brief des Paulus an die Korinther 8, 2
Wer meint, er habe etwas erkannt, der weiß noch nicht, wie man erkennen soll.
1. Brief des Paulus an die Korinther 8, 2
Dieses Thema wurde gesperrt.

Kein Platz für Gott 01 Okt 2017 22:28 #19925

Martin-O schrieb: Ich erzeuge nicht den Nebel, sondern ich weise auf ihn hin (und dabei brauche ich sachgemäß viele Worte).

Wer etwas nicht einfach erklären kann,
der hat es selbst zu wenig verstanden.
(Albert Einstein)


Einfach erklären heißt, wenige Worte den Sachverhalt auf den Punkt zu bringen! Bei den vielen Worten, die du gebrauchst, hat es den Anschein, wie wenn du selbst überhaupt nichts (absolut nix) von dem verstehst, was du da schreibst.

Ohne etwas wäre nicht einmal nichts

Folgende Benutzer bedankten sich: udogigahertz, derwestermann
Ohne etwas wäre nicht einmal nichts

Dieses Thema wurde gesperrt.

Kein Platz für Gott 02 Okt 2017 09:38 #19933

badhofer schrieb:

Martin-O schrieb: Ich erzeuge nicht den Nebel, sondern ich weise auf ihn hin (und dabei brauche ich sachgemäß viele Worte).

Wer etwas nicht einfach erklären kann,
der hat es selbst zu wenig verstanden.
(Albert Einstein)


Einfach erklären heißt, wenige Worte den Sachverhalt auf den Punkt zu bringen! Bei den vielen Worten, die du gebrauchst, hat es den Anschein, wie wenn du selbst überhaupt nichts (absolut nix) von dem verstehst, was du da schreibst.


Da bin ich mit dir 100%ig einer Meinung, badhofer.

Er will hier predigen, um der Predigt willen, Sinn machen seine geistigen Ausflüsse leider nicht, sie sind Versatzstücke aus einzelnen Sonntags-Predigten.


Grüße
Udo

Das Verzichtbare ist nutzlos. J.F. Hingeklammert
Das Verzichtbare ist nutzlos. J.F. Hingeklammert
Dieses Thema wurde gesperrt.

Kein Platz für Gott 02 Okt 2017 12:10 #19950

1. Naturwissenschaften sagen etwas über die Wirklichkeit aus.
2. Die ganze Wirklichkeit können sie aber nicht erfassen.
3. Naturwissenschaften haben sich als solche aus der Lebenswelt heraus zu halten: Keine Aussagen zum menschlichen Selbstverständnis, keine Sinnaussagen, keine Wertungen, keine Ethik.
4. Niemand soll sich ein Weltbild machen. Jede Wissenschaft erfasst nur Teilaspekte der Welt, alle zusammen auch nicht das Ganze. Diese Begrenztheit zu benennen gehört zu einer Wissenschaft dazu.
5. Methodischer Atheismus und prinzipieller Atheismus sind streng voneinander zu unterscheiden.
6. Glaube ist eine Sache der Lebenswelt. Es gibt kontingente Berührungspunkte (Hinweise) auf Gott, keine Beweise.
7. Ein Naturwissenschaftler lebt als Mensch in der kontingenten Lebenswelt. Er bringt auf seine Weise Lebenswelt und Naturwissenschaft zusammen, zB im Staunen (ob über komplexe Strukturen heute, über die Feinabstimmung oder über die unendliche Potentialität einer zeitlosen Quanten“welt“).
8. Das Verhältnis von Naturwissenschaft und Lebenswelt ist zu reflektieren. Zum einen beruht alle Naturwissenschaft auf der Lebenswelt (zB der menschlichen Sprache) und ist ein Teil von ihr, zum anderen bezieht sich die Lebenswelt auf die Erkenntnisse der Naturwissenschaften.
9. Faktisch beeinflussen sich Lebenswelt und Naturwissenschaft gegenseitig durch Macht-, Informations/Medien- und Geldfragen, auf ethischen, gesellschaftspolitischen, Welt- und Selbstverständnis- Gebieten in vielfältiger Weise und schleppen die Geschichte dieser Beziehung mit sich, was sich z.B. in der Wortwahl und sprachlichen Wendungen und in Fragestellungen (wie die dieses Threads) niederschlägt.
10. Man kann nicht nicht kommunizieren. In diesem Sinn ist das Gespräch zwischen Vertretern der Naturwissenschaft und der Lebenswelt alternativlos – auch in der Form eines Monologs einer Person, die in Personalunion beides vertritt.
11. Naturwissenschaftler sind an dem Gespräch nicht so interessiert, weil es Ihrer Meinung nach ihre Arbeit nicht betrifft. Dies ist aber ein Irrtum, das Embryonenschutzgesetz der BRD greift in Umfang und Methode einer Naturwissenschaft ein, ob Marsmissionen, neuere LHCs, oder Meeresbiologie mehr Gelder bekommt, wird nicht innerwissenschaftlich entschieden. Existentielle Fragen wie: Wer bin ich? Sind wir allein im Weltraum? Was hält die Welt im Innersten zusammen? Was sollen wir tun? Wie kann ich das Ganze verstehen? Wie hinterlassen wir die Welt unseren Enkeln? Bestimmen den Betrieb der Wissenschaften in großem Ausmaß. Das Projekt „Urknall, Weltall und das Leben“ will Naturwissenschaften und Gesellschaft auf eigne Weise miteinander ins Gespräch bringen.
12. Das Gespräch zwischen Theologie und Naturwissenschaften ist so alt, wie diese beiden miteinander bestehen. In den letzten 100 Jahren sind einzelne Personen wie Ian Barbour, Arthur Peacocke, John Polkinghorne (u. a.), die das Gespräch voran brachten, mittlerweile gibt es ständige Begegnungen in regionalen Treffen und Institutionen (wie FEST in Heidelberg) und überregionalen Konferenzen wie ESSSAT mit entsprechenden Veröffentlichungen und websites. Es ist sinnvoll, an all dem anzuknüpfen, wenn es um Naturwissenschaften und Theologie geht.

Wer meint, er habe etwas erkannt, der weiß noch nicht, wie man erkennen soll.
1. Brief des Paulus an die Korinther 8, 2
Wer meint, er habe etwas erkannt, der weiß noch nicht, wie man erkennen soll.
1. Brief des Paulus an die Korinther 8, 2
Dieses Thema wurde gesperrt.

Kein Platz für Gott 02 Okt 2017 14:49 #19952

@Martin-O
mich beeindruckt Dein intellektuelles Niveau.
Deine letzten beiden Beiträge waren - ohne dass ich alle Ansichten teile -zudem sehr informativ.
Verstehst Du den Hintergrund, wenn ich frage, warum tust Du Dir das hier an?
Beste Grüße Denobio

Leicht beieinander wohnen die Gedanken. Doch hart im Raume stoßen sich die Sachen. Schiller, Wallenstein
Leicht beieinander wohnen die Gedanken. Doch hart im Raume stoßen sich die Sachen. Schiller, Wallenstein
Dieses Thema wurde gesperrt.

Kein Platz für Das lese ich eraus, wenn ich alle deine Beiträge 02 Okt 2017 15:38 #19953

.
@Martin-O
Denobios Aussage, dass ihn dein intellektuelles Niveau beeindruckt, haben mich veranlasst, alle deine Beiträge nochmals durchzulesen. Aus meiner Sicht kann man alles, was du geschrieben hast, in 10 Sätze zusammenfassen:

1) Die Religionen haben wesentlich mehr Geld als die Naturwissenschaft.
2) Die Religionen haben wesentlich mehr Macht als die Naturwissenschaft
3) Die Religionen haben wesentlich mehr politischen und gesellschaftspolitischen Einfluss als die Wissenschaft
4) Religionen haben wesentlich mehr Einfluss auf die Lebenswelt als die Naturwissenschaft

Aufgrund dessen hat folgendes zu geschehen:

1) Religionen bestimmen, wie der Begriff Gott zu handhaben ist.
2) Religionen bestimmen, was man aus dem Begriff Gott herausinterpretieren kann und muss.
3) Religionen bestimmen, wie das Herausinterpretierte der Lebenswelt durch Gebote und Verbote aufzuerlegen ist.
4) Religionen bestimmen, wie sich die Naturwissenschaft bezüglich des Begriffes Gott zur Lebenswelt zu verhalten hat.
5) Die Naturwissenschaft hat diesbezüglich mit den Religionen einen Dialog zu führen. Wird dieser Dialog verweigert, werden der Naturwissenschaft über den politischen Einfluss die Geldmittel entzogen.

Diese Punkte lese ich herhaus, wenn ich alle deine Beiträge zusammenfasse. Wie stehst du dazu? Kurz gefasst.
.

Ohne etwas wäre nicht einmal nichts

Folgende Benutzer bedankten sich: derwestermann
Ohne etwas wäre nicht einmal nichts

Dieses Thema wurde gesperrt.

Kein Platz für Gott 02 Okt 2017 16:06 #19954

@Martin-O

Martin-O schrieb: Und Naturwissenschaften sollten sich aus der Lebenswelt heraus halten und nicht so tun, als hätten sie da etwas zu sagen.


Eines solltest du mir aber doch erklären: Warum sollten sich Naturwissenschaftler aus der Lebenswelt heraushalten, wenn es z.B. um Klimaschutz geht?

Versteckter Inhalt oder OFF-Topic [ Zum Anzeigen klicken ]

Leicht beieinander wohnen die Gedanken. Doch hart im Raume stoßen sich die Sachen. Schiller, Wallenstein
Leicht beieinander wohnen die Gedanken. Doch hart im Raume stoßen sich die Sachen. Schiller, Wallenstein
Dieses Thema wurde gesperrt.

Kein Platz für Gott 02 Okt 2017 21:00 #19961

@ Denobio

Jede Wissenschaft hat ihren Gegenstandsbereich und ihre Methoden, die diesem angemessen sind. Dementsprechend vorzugehen ist deren Aufgabe. Politik zu betreiben gehört nicht dazu.
Aber einzelne Naturwissenschaftler wie auch wissenschaftliche Institutionen sind auch Teil der globalen (und lokalen) Gesellschaft. Dies besagen meine Thesen 7+9, die in einer gewissen Dialektik zur These drei stehen. (Diese dialektische Figur habe ich aus Luthers Schrift „Von der Freiheit eines Christenmenschen“ übernommen.) Also solche (und nicht als wissenschaftlich Agierende) haben sie mit ihrem spezifischen Wissen gesellschaftspolitisch zu agieren, so wie Harald Lesch es ja auch tut. Um es platt zu sagen: Es gibt keine physikalische Formel, mit der man berechnen kann, was man politisch zu tun hat. Als Teil der menschlichen Gemeinschaft haben Wissenschaftler sehr wohl die Aufgabe, naturwissenschaftliche Erkenntnisse gesellschaftspolitisch zu interpretieren oder zumindest sie für eine solche aufzubereiten, d. h. in verständliche Sprache zu übersetzen.
Wenn ein Klimaforscher sagt: „Wenn die Weltgemeinschaft die klimaaufheizenden Emissionen bis zum Jahr 20xx nicht um xx Prozent zurückfährt, wird uns die Biosphäre bis zum Jahr 2xxx mit der Wahrscheinlichkeit von etwa xx Prozent um die Ohren fliegen.“, dann würde ich dies als wissenschaftliche Aussage in allgemeinverständlicher Sprache gelten lassen, wenn (!) die sauber ermittelte Datenlage und Modellrechnungen etc. diese Aussage auch tragen. Aber alle Bewertungen, alle ethischen und politischen Konsequenzen, sind keine Wissenschaft mehr. Mag sein, dass diese Dialektik spitzfindig wirkt. Aber sauber ist es, wenn jemand sagt: „Als Wissenschaftler präsentiere ich Ihnen diese Datenalge und als Großvater sage ich: Wir müssen jetzt den Arsch hochkriegen!“
Auf ethischem Gebiet ist das vielleicht keine so heiße Kiste, weil Menschen (hoffentlich!) intuitiv den Unterschied zwischen wissenschaftlichen und ethischen Aussagen spüren.
Bei Aussagen über das Sein der Dinge ist das ganz anders. Vor allem, weil ich – auch bei gebildeten Menschen – den Eindruck habe, dass sie im mechanistischem Weltbild des 19. Jahrhunderts stehen geblieben sind, obwohl sie Einiges von QM und ART wissen und dann sagen: Die Wissenschaft hat festgestellt, dass sich das Weltall selbst aus nichts organisiert hat.
Die Videos von Harald Lesch, auf die mich Thomas hingewiesen hat (das letzte habe ich noch nicht gesehen), sind da wohltuend anders – viel klarer, als es im Buch ist.

Wer meint, er habe etwas erkannt, der weiß noch nicht, wie man erkennen soll.
1. Brief des Paulus an die Korinther 8, 2
Wer meint, er habe etwas erkannt, der weiß noch nicht, wie man erkennen soll.
1. Brief des Paulus an die Korinther 8, 2
Dieses Thema wurde gesperrt.

Kein Platz für Gott 02 Okt 2017 23:11 #19963

Martin-O,

auf einzelne Argumente deinerseits hier einzugehen, lohnt jetzt nicht. Dann diskutieren wir hier in 10 Jahren noch.
Ich glaube aus deinen Einlassungen herausgelesen zu haben, dass du die Naturwissenschaften als eine Gemeinde verstehst, die Daten zu sammeln hat, um diese dann den Entscheidungsträgern der Gesellschaft zur Verfügung zu stellen, damit diese dann im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte die richtigen Entscheidungen treffen mögen.
Aus diesem Blickwinkel betrachtet scheinen die komplexen Gehirne der Politologen, der Soziologen, der Philosophen und der Theologen .... die einzigen zu sein, die unser Schicksal dann auf der naturwissenschaftlichen Datenbasis richtig bestimmen könnten.
Jedenfalls klingt deine Argumentationsweise so.
Dass Naturwissenschaften nicht über den nötigen Einfluss verfügen, um für unsere Zukunft und die weitere Bewohnbarkeit unseres Planeten den nötigen Einfluss geltend zu machen, da stimme ich dir zu.
Die Stimme der Naturwissenschaften sollte viel mehr Gewicht im politischen Entscheidungsprozess haben, denn...
Mit der Natur kann man nicht verhandeln. Sie weiß gar nicht, dass es uns gibt.

Wenn wir die Folgen unseres Tuns nicht ausreichend erkennen, dann werden wir mit diesen Folgen leben müssen. Harry Lesch sagt dazu: Die Menschen scheinen nur aus Katastrophen zu lernen.

Die Natur mit ihren Regeln ist so mächtig, dass alle menschlichen Regeln dagegen ein Nichts sind.
Ich betrachte hier die nächsten tausend Jahre.

Und wenn wir nicht aufpassen, dann wird allein die Veränderung unseres Klimas dazu beitragen, dass Politologen, Soziologen, Philosophen und Theologen gar nicht mehr da sein werden, um solche Diskussionen zu führen.

Im Übrigen ist mir aufgefallen, dass du in all deinen Argumentationen die Evolutionszusammenhänge außer Acht gelassen hast. Kommen nirgends vor. Die sind aber in der richtigen Beurteilung der Gesamtzusammenhänge von entscheidender Bedeutung, nicht nur die physikalischen und chemischen Grundlagen unserer Existenz.

Schlussbemerkung: was meinst du, was wichtiger ist, die Erhaltung unserer natürlichen Lebensgrundlagen oder die Erhaltung von Arbeitsplätzen
Die Entscheidung, was zu präferieren sei, wird uns kein Gott abnehmen. Das müssen wir schon selber wissen.

Grüße
Thomas
Folgende Benutzer bedankten sich: badhofer, derwestermann
Dieses Thema wurde gesperrt.

Kein Platz für Gott 03 Okt 2017 00:18 #19967

@ Thomas
Unter einer Naturwissenschaft verstehe ich das methodische Vorgehen (Messungen durchführen, Theorien aufstellen, das ganze Programm), in dem entsprechenden Bereich mitsamt den Ergebnissen.
Ohne die Beschränkung auf das methodische Vorgehen gibt es keine exakten Wissenschaften. Deshalb muss alles andere ausgeschlossen bleiben, damit Wissenschaft Wissenschaft bleibt.
Allerdings geschieht das nicht im luftleeren Raum. Ich begrüße, wenn Wissenschaftler sich engagieren, aber sollte deutlich bleiben, welchen Hut sie jeweils aufhaben. Es gehört zur Transparenz und Redlichkeit dazu, zu kennzeichnen, was das Ergebnis methodischen wissenschaftlichen Vorgehens ist, und was gesellschaftliches Engagement.
Wissenschaftler sind ja Teil der Gesellschaft. Meine Dialektik bezieht sich auf die Doppelrolle, die sie spielen.
Ich habe nicht den Eindruck, dass es am mangelnden Einfluss von Wissenschaftlern liegt, dass die Anstrengungen gegen den Klimawandel so halbherzig geschehen, Wir haben eine Physikerin als Kanzlerin und sie ist eine der mächtigsten Personen der Welt. Aber sie denkt auch in Wahlperioden und weniger an kommende Generationen.
Den Menschen fehlt es nicht am Wissen – dass der Klimawandel die Wetterkatastrophen bewirkt und wir dran Schuld haben, ist bei uns mittlerweile weitgehend Konsens. Aber es fehlt die Hoffnung, dass das Verändern des eigenen Lebens etwas bringt – jeder wartet auf die anderen.
Und kein Wissen der Welt kann Menschen den Mut geben, über ihren Schatten zu springen / den inneren Schweinehund zu überwinden.
Meine Frau hat vor einiger Zeit eine Veranstaltung durchgeführt, in der der Film „tomorrow“ gezeigt wurde, der lokale nachhaltige Initiativen dokumentiert, daraufhin hat sich eine kleine Arbeitsgruppe gebildet, die etwas in unserer Stadt umsetzen will. Man kann nicht nur auf Politiker warten.
Zur konkreten Frage: Arbeitsplätze werden durch die Digitalisierung in riesigem Umfang vernichtet werden, die Angst, dass der Wegfall der Autoindustrie alles zusammen brechen lässt, halte ich für lächerlich, das ist dagegen peanuts. Aber es ist schwer, den Autowahn zu durchbrechen.
Zu Biologie / Evolution: Das ist im Buch kaum Thema, ich bin in meiner Argumentation mehr allgemein und mehr bei der Physik geblieben. Sonst wären meine Postings noch länger geworden …

Wer meint, er habe etwas erkannt, der weiß noch nicht, wie man erkennen soll.
1. Brief des Paulus an die Korinther 8, 2
Wer meint, er habe etwas erkannt, der weiß noch nicht, wie man erkennen soll.
1. Brief des Paulus an die Korinther 8, 2
Dieses Thema wurde gesperrt.

Kein Platz für Gott 03 Okt 2017 10:42 #19975

@ Badhofer
Nein, diesen Punkten kann ich allesamt nicht zustimmen. Mir geht es nicht um Macht, sondern um Dialog. Und darum, über das Verhältnis von Naturwissenschaft und Lebenswelt zu reflektieren. Glaube und Theologie ist da nur ein Punkt. Mir liegen auch gesellschaftliche Fragen und die Menschheit am Herzen.

Wer meint, er habe etwas erkannt, der weiß noch nicht, wie man erkennen soll.
1. Brief des Paulus an die Korinther 8, 2
Wer meint, er habe etwas erkannt, der weiß noch nicht, wie man erkennen soll.
1. Brief des Paulus an die Korinther 8, 2
Dieses Thema wurde gesperrt.

Kein Platz für Gott 03 Okt 2017 11:45 #19980

Martin-O schrieb: @ Badhofer
Nein, diesen Punkten kann ich allesamt nicht zustimmen. Mir geht es nicht um Macht, sondern um Dialog. Und darum, über das Verhältnis von Naturwissenschaft und Lebenswelt zu reflektieren. Glaube und Theologie ist da nur ein Punkt. Mir liegen auch gesellschaftliche Fragen und die Menschheit am Herzen.


Um diese zugegebenermaßen sehr wichtigen Fragen zu erläutern, ist hier jedoch nicht das richtige Forum, hier beschäftigen wir uns allenfalls ganz am Rande mit dieser Themenstellung, denn hier geht es in erster Linie um die rein naturwissenschaftlichen Aspekte.

Daher wirst du hier zunehmend einen Monolog führen.


Grüße
Udo

Das Verzichtbare ist nutzlos. J.F. Hingeklammert
Das Verzichtbare ist nutzlos. J.F. Hingeklammert
Dieses Thema wurde gesperrt.

Kein Platz für Gott 03 Okt 2017 11:51 #19981

@ udogigahertz
Wenn das 6. Kapitel im Buch fehlen würde, könnte ich das nachvollziehen.

Wer meint, er habe etwas erkannt, der weiß noch nicht, wie man erkennen soll.
1. Brief des Paulus an die Korinther 8, 2
Wer meint, er habe etwas erkannt, der weiß noch nicht, wie man erkennen soll.
1. Brief des Paulus an die Korinther 8, 2
Dieses Thema wurde gesperrt.

Kein Platz für Gott 03 Okt 2017 17:36 #19988

.

Martin-O schrieb: Mir liegen auch gesellschaftliche Fragen und die Menschheit am Herzen.

Wenn dir die Menschheit am Herzen liegt, dann setze dich dafür ein, dass die kath. Kirche ihr Vermögen, dass sie in Tausend Jahre geraubt hat, den rechtmäßigen Besitzern zurückgibt.

Oberösterreich ist ein sehr kleiner Teil von Österreich. Oberösterreich ist so klein, dass es auf einem normalen Globus gar nicht aufscheint. Das oberösterreichische Dankmalamt hat von der kath. Kirche Oberösterreichs 26.000 Kunstschätze registriert (nur in Oberösterreich).

Ich bin vor 30 Jahren aus der kath. Kirche ausgetreten. Wenn ich ins zuständige Amt gehen würde und wieder eintreten wollte, würde sich folgender Dialog abspielen:

(Ich) Grüß Gott, ich möchte in die kath. Kirche eintreten.
(Beamter) Sehr lobenswert, und warum wollen sie das?
(Ich) „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ ist das zentrale Anliegen des Christentums.
Ich möchte auch meinen nächsten lieben wie mich selbst.
(Beamter) Sehr schön. Haben sie 26.000 Kunstschätze?
(Ich) Nein
(Beamter) Wie wollen sie ihren nächsten lieben, wenn sie keine 26.000 Kunstschätze haben
(Ich) Ja eh
.

Ohne etwas wäre nicht einmal nichts

Ohne etwas wäre nicht einmal nichts

Dieses Thema wurde gesperrt.

Kein Platz für Gott 03 Okt 2017 22:05 #19999

  • Cyborg
  • Cyborgs Avatar
  • Offline
  • Benutzer ist gesperrt
  • Benutzer ist gesperrt
  • Beiträge: 1339
  • Dank erhalten: 321
Martin-O,
lass dich nicht beirren. Deine Beiträge sind durchdacht und eine Bereicherung. Ich habe zwar jetzt nur grob drüber gelesen, aber was du schreibst, hat Hand und Fuß und enthält gute Denkanstöße, unabhängig davon, ob man ganz dakor geht oder nicht.
An die Kritiker: Und wenn in diesem Thread dafür kein Platz ist, wo bitte dann?
Martin-O, nun hast du also auch schon die Erfahrung gemacht, dass es hier einige gibt, die in Bezug auf die Gottesfrage ähnlich reagieren wie die Vampire in den berühmten Filmen beim Anblick eines Kruzifix, weshalb sie sich deshalb selber fragen sollten, ob sie in der Frage selber so ganz mit sich im Reinen sind.

Grüße Cyborg

Das größte Glück und den tiefsten Sinn erfahren wir, wenn unser Sehnen, Suchen und Finden in einem einzigen Augenblick zeitgleich präsent sind. Der nächste Augenblick ist dann nur noch schnödes Haben. (Cyborg, am Innufer, 14. April 2018)
Das größte Glück und den tiefsten Sinn erfahren wir, wenn unser Sehnen, Suchen und Finden in einem einzigen Augenblick zeitgleich präsent sind. Der nächste Augenblick ist dann nur noch schnödes Haben. (Cyborg, am Innufer, 14. April 2018)
Dieses Thema wurde gesperrt.
AUF Zug
Powered by Kunena Forum