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THEMA: Cyborg

Cyborg 29 Okt 2017 08:07 #21459

Ja, wir sind längst im Krieg. Die EU macht Agrarmärkte in Afrika kaputt, aber Wirtschaftsflüchtlinge (Hungerflüchtlinge) woillen wir nicht.
Die UNO rechnet in den nächsten Jahrzehnten mit Ökoflüchtlingen in der Größenordnun einer 9-Stelligen Anzahl im mittleren Bereich.
Die können wir im Mittelmeeer oder an Selbstschießanlagen verrecken loassen oder zu uns hereinnehmen. Aber dann müssten wir unsere Ressourcen echtmti denen teilen, das wird AfD, FN, FPÖ etc verhndern, die dann die Mehrheit überll haben.
Und ich sehe nicht, wie KI das alles verhindern kann. Die Geräte können so schlau sein wie sie wollen, an den harten Fakten der Welt ändern die doch kaum etwas. Deshalb ist für mich KI ein wichtiges Thema unter anderen. Artensterben, Klimawandel, Bodenerosion, Bürgerkriege wegen Ressourcen (zB Wasser) etc: das bleiben Probleme.
Klar, wenn es keine Mensdhen mehr gibt, sondern nur noch Maschinen herumlaufen: Ja, dann ist alles gelöst. Buddha hatte redht: Leben ist Leiden, man muss aus dem Kreis des Lebens heaus, dann ist alles prima.
Aber noch verfolgen uns die Folgen unseres Tuns (karma).

Wer meint, er habe etwas erkannt, der weiß noch nicht, wie man erkennen soll.
1. Brief des Paulus an die Korinther 8, 2
Wer meint, er habe etwas erkannt, der weiß noch nicht, wie man erkennen soll.
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Cyborg 29 Okt 2017 09:34 #21461

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Chalawan schrieb:

ABER IHR WOLLT DEN KRIEG

Das ist auch genau die These des renommierten israelischen Militärhistorikers Martin van Creveld. Zwar ist sind einige seiner Standpunkte durchaus auch umstritten, aber zu denken gibt dennoch folgende Passage in seinem Wiki-Eintrag zu seinem Buch "Die Kultur des Krieges (2008)":

Van Crevelds Hauptthese besagt, Krieg sei eine naturgegebene, notwendige und bleibende Tatsache des menschlichen Lebens. Die Natur des Krieges ist seiner Auffassung nach über die Zeiten hinweg gleich geblieben. Die Elemente Kriegsursachen, Vorbereitungen, Durchführung, Ende und die Formen des Gedenkens an den Krieg hätten zu allen Zeiten mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede gezeigt. Der Krieg entspreche dabei primär keinem politischen Zweck oder einem Ritual, sondern folge zunächst aus einem menschlichen Bedürfnis: „Krieg und besonders der Kampf ist eine der aufregendesten und stimulierendsten Aktivitäten, die wir Menschen ausüben können, die alle anderen in den Schatten stellt; ziemlich oft verwandelt sich diese Aufregung und Stimulation in reine Freude“. Außerdem sei der Krieg nicht so sinnlos, wie meist behauptet wird, diene er doch in vielen Fällen der Verteidigung und dem Schutz Unschuldiger. Creveld sieht in den immer erfolglosen und zum Teil unehrlichen Versuchen aller Zeiten, den Krieg zu verhindern und zu verbannen, einen der Hauptgründe für die Richtigkeit seiner These. Auch Demokratie sei kein Schutz vor dem Krieg, Demokratien führten Krieg wie andere Staaten auch. Lediglich die Angst vor dem globalen nuklearen Untergang habe Kriege bisher zeitweise verhindern können.
In seiner Rezension sieht der US-amerikanische Militärhistoriker Victor Davis Hanson trotz vieler Bedenken keinen Weg, die empirischen Fakten der provokanten, faszinierenden und verstörenden Darstellung zu widerlegen oder zu relativieren, die er hinsichtlich des Phänomens der „begeisterten Kriegserinnerungen“ aus eigener Anschauung bestätigt.

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Wenn Creveld Recht hat, wird es immer Kriege geben, solange es Menschen gibt.
Martin-O, wenn ich deiner These folge und sie mit Crevelds Einschätzung kombiniere, dann wird es zwar nie eine harte KI geben, die über Bewusstsein im menschlichen Sinne verfügen wird, aber auch weiche "unbewusste" KI wird so leistungsfähig und werden, dass jede menschliche kriegführende Partei geradezu aufgrund der Notwendigkeit schon gewzungen sein wird, sie einzusetzen. Das Prinzip wird auch für jede andere Form der Auseinandersetzung gelten, ob wirtschaftlich, politisch oder militärisch.
Wenn auch die Prinzipien von Clausewitz bezüglich des absoluten Krieges immer ihre Abschwächung und Korrektur durch jene des wirklichen Krieges erfahren, so gelten sie doch in gewisser Weise dennoch für alle Situationen, wo Menschen bzw. Kollektive (Staaten, Firmen, Organisationen) im Wettstreit stehen. Künftig werden diese Wettstreite (vom wirtschaftlichen Konkurrenzkampf über die konkurrierende Auseinandersetzung politischer Systeme und Organisationsformen bis hin zur Ultima ratio menschlicher Auseinandersetzungen, dem Krieg ==> "Ultima ratio regis" (Des Königs letztes Mittel) war in die preußischen Kanonenrohre eingraviert) nur noch durch den vermehrten Einsatz von KI zu gewinnen sein. Denn der Mensch, dieser sog. Homo sapiens, wird über seine Conditio humana - zumindest im Kollektiv - kaum hinauskommen. D.h, die Formen und Konkretisierungen der Auseinandersetzungen, auch der Kriege, werden andere werden, aber die Gemeinsamkeiten werden - so auch Creveld - größer sein als die Unterschiede.
Clausewitz - die 3 Prinzipien des absoluten Krieges:

1) Wer sich rücksichtslos aller ihm zur Verfügung stehenden Mittel bedient, muss ein Übergewicht über seinen Gegner bekommen, sofern dieser nicht das Gleiche tut; dadurch steigern sich beide zum Äußersten.
2)Solange man seinen Gegner nicht bezwungen hat, läuft man Gefahr, selbst bezwungen zu werden.
3) Da keiner der Gegner die Entschlossenheit seines Feindes genau einzuschätzen vermag, wird jeder versuchen, so entschlossen wie möglich zu sein.

Meines Erachtens bilden diese 3 Prinzipien eine Art goldene Brücke, über die die KI - ob nun hart oder nur weich - die Bühne der Welt betreten wird, um, ja um ihre Herrschaft anzutreten.
PS: Clausewitz wird heute noch an allen Militärakademien gelehrt und auch auf Managerseminaren wird er gerne zitiert.

Das größte Glück und den tiefsten Sinn erfahren wir, wenn unser Sehnen, Suchen und Finden in einem einzigen Augenblick zeitgleich präsent sind. Der nächste Augenblick ist dann nur noch schnödes Haben. (Cyborg, am Innufer, 14. April 2018)
Das größte Glück und den tiefsten Sinn erfahren wir, wenn unser Sehnen, Suchen und Finden in einem einzigen Augenblick zeitgleich präsent sind. Der nächste Augenblick ist dann nur noch schnödes Haben. (Cyborg, am Innufer, 14. April 2018)
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Cyborg 29 Okt 2017 10:25 #21463

Moderatoren Hinweis

Bitte aktuelle Politik und vor allem das Thema Flüchtlinge hier im Forum nicht diskutieren. Die Erfahrung zeigt, dass hierbei nach spätestens 3 Diskussionsbeiträgen eine Diskussion völlig entgleitet. Speziell dieser Thread lebt schon sehr lange und sollte dies weiter tun..

Nicht extra gekennzeichnete Beiträge sind normale private Beiträge. Sie sollten genauso diskutiert und kritisiert werden wie alle anderen Beiträge auch.
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Cyborg 29 Okt 2017 10:52 #21464

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@Martin-O

Ich bin erschüttert, wie genau Du meine eigenen Befürchtungen ausdrückst!
Ich bezweifle, dass KI „das“ ändern „SOLL“!
Ob – irgendwann – „nur noch Maschinen herumrennen werden“ ist noch nicht raus – Gates, Zuckerman & Co werden sicher überleben und wohlmöglich unsterblich werden – SCHÖNE NEUE WELT!

Weissagung der Cree: „Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet Ihr merken, dass man Geld nicht essen kann.“

@Cyborg


Ich glaube, wir sprachen schon einmal ausführlich über diesen israelischen Militär.
Zitat: Der Krieg entspreche dabei primär keinem politischen Zweck oder einem Ritual, sondern folge zunächst aus einem menschlichen Bedürfnis:
Ich bäume mich auf und will widersprechen, und reduziere: Ist nur der Mann "kriegerisch"? – Mütter sind nicht angetan, wenn ihre Söhne und Männer… es sei denn, sie entstammen Militärfamilien und-oder sind Kriegsgewinnler...
ODER???

Anscheinend wußte Anfang des XX. JH niemand mehr WAS KRIEG WIRKLICH IST, als, nicht nur die von dir genannten Männer, „fröhlich“ (!!!) in den Krieg zogen!!! -

Aber Cyb, es gibt auch junge Männer wie mich: Ich gehe in keinen Krieg, in dem „alte“ Männer „junge“ Männer als Kanonenfutter hergeben und die "produzierten" Krüppel zwar mit besseren Prothesen als anno 1918 ausgestatten werden, die Soldaten aber an Körper und Geist entsetzliche Schäden nehmen UND hinterher "klüger sind".

News

1.
"süss"!
2. www.sciencemag.org/news/2017/10/fresh-hu...81295&et_cid=1628247
Das Neuron eines Menschen ist das Wissen eines anderen Mannes. Das ist die Haltung des Allen-Institute for Brain Science, das diese Woche die erste frei zugängliche Datenbank lebender menschlicher Gehirnzellen veröffentlicht hat.
3. Science ist diese Woche SEHR ergiebig!
Modern humans lost DNA when they left Africa—but mating with Neandertals brought some back
Ich lese nicht zum 1. Mal davon, dass vom Genpool Homo sapiens nur (je nach Quelle) 5-10 % von Afrika aus auf Wanderschaft gingen… WIR BRAUCHEN ALSO FRISCHES BLUT!!!???
www.sciencemag.org/news/2017/10/modern-h...81295&et_cid=1628247

Schönen Sonntag Euch allen!
Chalawan҉

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Cyborg 29 Okt 2017 20:34 #21491

@ ClausS
Danke für den Warnhinweis. KI und Cyborg sind auch gesellschaftliche Ereignisse und die Grundthese von Cyborg ist, dass das gesellschaftlich nicht mehr abzuwenden ist. Da ist die Gefahr nahe, in gesellschaftliche brisante Themen abzugleiten.
Das möchte ich auch nicht, ich habe ein Interesse daran, dass dieser Thread weitergeht.
Denn da gibt es noch einiges zu sagen.

Denn der Thread trägt den Namen „Cyborg“ und wir haben uns hier doch sehr auf KI konzentriert.
Ich gehe von Aristoteles aus, dass ich Leben so verstehe, dass es eine Entelechie in sich hat. Es geht – mit einem modernen Schlagwort gesagt – um Selbst-Verwirklichung.
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Beim menschlichen Leben geht es darum, man selbst zu werden, die Fähigkeiten die in einem stecken, zu entfalten. Das Bild dafür ist das Wachstum: Ein Baby muss über sich hinauswachsen, um das zu leben, was an Möglichkeiten in ihm steckt. Wobei man nie man alle Möglichkeiten ausschöpfen kann,
Alle Bildung, aber auch Geräte und der ganze technische Metakosmos hat dieses Ziel.
Nie geht es darum, jemand anderes zu werden.
Wo diese Zielrichtung verlassen wird, verlässt man seine Entelechie, da wird menschliches Leben vertan.
Dies geschieht durch Selbstverbesserung: Der, der ich bin, will ich nicht sein.
Da geht man zum Schönheitschirurgen.
Und schon muss man aufpassen: Wer zB einen Unfall hatte oder eine Krankheit, was neben anderen Beeinträchtigungen auch eine optische Beeinträchtigung nach sich zieht (Krumme Nase, kahler Kopf, was auch immer): Da hat die Schönheits-Chirurgie das Ziel, man selbst zu sein, nicht jemand anderes.
Der Unterschied lässt sich nicht phänomenologisch nachzeichnen, es geht um die Zielsetzung.. Es gibt wie bei allen Lebensfragen viele Grauzonen: Von Haare-Färben, Piercens und Tattoos bis Farbgebung bei dritten Zähnen:
Da verschwimmen Schmuck und Körperveränderung, da weiß man nicht, was ist Anti-aging (was ein nicht-man-selber-sein-Wollen-Konzept ist) und was ist gesellschaftliche „Normalität“.
Es gab immer diese Grauzonen, wo es schwierig war, zu erkennen, was noch auf Entelechie-Verwirklichung abzielt oder auf das sich zu jemand anderen Verbessern.
Ich finde zB die Perücken im Barock entsetzlich, warum durften die Menschen da nicht so sein, wie sie selber sind? Aber ich lebe nicht in der Zeit und kann mir deshalb kein Urteil anmaßen.
In unserer aufgesplitteten Gesellschaft mit vielen Subkulturen ist es ebenso schwierig, da etwas einzusehen wie das für andere ist.
Wir leben in einer Zeit, in der die Möglichkeiten der Selbst-Veränderungen enorm zugenommen haben. Und da sind wir gefühlt im „Knie“ einer Entwicklungskurve, sprich: Der Cyborg steht vor der Tür mit einem unwiderstehlichen Charme. Diese Analyse der heutigen Situation kann ich zustimmen.
Aber deutlich zutage tritt dabei, dass es erklärtermaßen nicht mehr darum geht, man selbst zu sein. Die Grauzonen, wo man das nicht wohlwollend unterstellen kann, werden definitiv verlassen, man will jemand anderes werden und das nicht nur persönlich, sondern gleich für die ganze Menschheit (die, die da nicht mitmachen, werden eh keine bedeutende Rolle mehr spielen).
Kurz: meine These: Das Konzept des Cyborgs und das, was Menschsein ausmacht, schließen sich aus.
Nun habe ich den Eindruck: Diese These wird freudig aufgegriffen; Ja, genau das wollen wir doch! Das rückständige Menschsein überwinden und evolutionär vorwärtsschreiten.
Doch ist es peanuts, dass es vielleicht mal Cyborgs mit unglaublichen Möglichkeiten geben wird, gegenüber dem, dass man alle ethischen Koordinatensysteme über den Haufen wirft und Menschen (oder Cyborgs, ist mir egal) nur noch als Mittel zu einem anderen Zweck ansieht, um mal Kants kategorischen Imperativ zu bemühen.

Wer meint, er habe etwas erkannt, der weiß noch nicht, wie man erkennen soll.
1. Brief des Paulus an die Korinther 8, 2
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Cyborg 29 Okt 2017 22:08 #21498

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Martin-O,
Entelechie heißt erst mal ganz losgelöst von religiösen Dogmen und ganz ohne moralische oder ethische Wertung: "Die Kraft in einem Organismus, die seine Entwicklung lenkt."

Was ist diese Kraft bzw. wo sind ihre Rahmenbedingungen gesteckt? Ich denke, in der Neuzeit mit ihren sich nun auftuenden Möglichkeiten transhumanistischer Veränderungen mittels Gentechnik, Mikroelektronik und Nanotechnologie und den daraus sich ergebenden Synergien bei ihrer Anwendung und Übertragung bezüglich der kommenden Optimierung und Weiterentwicklung des Menschen zum Posthumanoiden bzw. Cyborg wird die Frage nach der Definition des Entelechie-Begriffs ganz neu zu stellen sein. Denn die in uns innewohnende Kraft hat ja zu einer Entwicklung geführt, durch die wir nun über Möglichkeiten verfügen, uns zu überschreiten, uns zu transformieren und transzendieren.
Ich könnte jetzt sogar ganz gewagt die Bibelstelle Exodus 3,14 "Da sprach Gott zu Mose: Ich bin, der ich bin.", die ja auch gerne futuristisch übersetzt wird mit "Ich werde sein, der ich sein werde" im transhumanistischen Sinne deuten und mich darauf berufen, dass der Mensch gemäß dem biblischem Verständnis als das Ebenbild Gottes gedeutet wird und somit hier indirekt die Aufforderung erhielt, sich zu transzendieren. Aber ich weiß, das wäre sehr weit aus dem Fenster gelehnt.

Doch ist es peanuts, dass es vielleicht mal Cyborgs mit unglaublichen Möglichkeiten geben wird, gegenüber dem, dass man alle ethischen Koordinatensysteme über den Haufen wirft und Menschen (oder Cyborgs, ist mir egal) nur noch als Mittel zu einem anderen Zweck ansieht, um mal Kants kategorischen Imperativ zu bemühen

.
Das sieht der promovierte Philosoph und radikale Vordenker der Extropianer aber anders, siehe den Link zur Uni-Münster:
www.uni-muenster.de/PeaCon/phantawi/extr.../extropianismus.html

Auszug mit Zitaten von Max Moore:
„Die Zeit der Menschheit ist fast abgelaufen“ - sagt Max More, Chefphilosoph und Visionär der Extropianer – „nicht weil wir uns selbst zerstören, sondern weil wir unsere Menschlichkeit überschreiten werden.
"Wir werden zu transhumanen Personen, während wir ins posthumane Zeitalter eintreten, indem die menschlichen Grenzen überwunden werden.“
"Aufwärts müssen wir! Nach oben hin sind unser aller Möglichkeiten unbegrenzt."
Max Mores Kampf richtet sich daher zuvorderst gegen das Versickern des ursprünglichen Elans aller Zivilisationen, gegen Dekadenz und Resignation sowie gegen das Versinken jugendlichen Lebens in Verkalkung, Alter, Tod.
"Es ist Entropie, die unsere Autos kaputt gehen läßt, unsere Computer durchschmoren, unser Fleisch verfallen. Entropie ist der Erzfeind menschlicher Hoffnung!"
"Wir Extropianer wollen nicht nur normal sein, wir wollen supernormal sein, supergesund, superstark, superintelligent."


Kein Zweifel, Max Moores Aussagen provozieren, aber er meint es ernst. Und die Versprechungen des Transhumanismus werden ihre Anziehungskraft und ihren Reiz auf die Menschen ausüben. Jetzt schon kommt kaum mehr ein junger Mensch ohne Smartphone aus. Und ich prophezeie, dass sie um die Implantate, die kommenden Erweiterungen durch einen möglichen Exo- oder Metakortex geradezu betteln werden.
Und wenn es die Möglichkeit geben wird, das Leben signifikant zu verlängern? Werden dann nicht auch selbst religiöse Menschen der Versuchung unterliegen und sich fragen, ob ihnen nicht doch der Spatz in der Hand lieber ist als die Taube auf dem Dach? Oder konkret: Die konkrete Lebensverlängerung mittels Technik könnte gefragter werden als das Hineinsterben in einen Tod mit einer vagen Versprechung eines ewigen Lebens bei einem allmächtigen Gott, dessen Existenz nur geglaubt werden kann.
Grüße Cyborg

Das größte Glück und den tiefsten Sinn erfahren wir, wenn unser Sehnen, Suchen und Finden in einem einzigen Augenblick zeitgleich präsent sind. Der nächste Augenblick ist dann nur noch schnödes Haben. (Cyborg, am Innufer, 14. April 2018)
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Cyborg 30 Okt 2017 00:11 #21513

Die Anziehungskraft von Cyborg- und sonstigen Optimierungs-Möglichkeiten sind enorm. und ich merke selber, wie ich mir ein Leben ohne Computer-technik und Internet kaum noch vorstellen kann.
Das bezieht sich natürlich auch um die Frage der Lebenslänge. Obwohl kaum jemand 150 oder 200 Jahre lang leben möchte, man will nur nicht in nächster Zeit sterben – auch als alter Mensch nicht.
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.

Entelechie kann man wohl kaum mit den Möglichkeiten gleichsetzen, die uns zur Verfügung stehen.
Man könnte doch das Leben sehen wie Gottfried Benn, der in seinen Gesängen schreibt:
O dass wir unsere Ururahnen wären.
Ein Klümpchen Schleim in einem warmen Moor.
Leben und Tod, Befruchten und Gebären
glitte aus unseren stummen Säften vor.

Ein Algenblatt oder ein Dünenhügel,
vom Wind Geformtes und nach unten schwer.
Schon ein Libellenkopf, ein Möwenflügel
wäre zu weit und litte schon zu sehr.

Es geht um das (buddhistische) Überwinden von Leid, indem man von den komplexen Gestaltungen zurückkehrt zu denen, wo kein Leid erfahren werden kann

Und jetzt stelle man sich vor (Gedanken-Experiment), dass dies die Philosophie / Sehnsucht der ganzen Menschheit wäre. Ferner, dass man das könnte: Sich zurück entwickeln zu den Schleimen, wie Benn das nennt. Eine Technik, die, einmal in Gang gesetzt, bei dieser Entwicklungsstufe endet.
Wäre das dann auch die Entelechie, die in uns liegt?

Das andere, was mich ins Nachdenken bringt, ist die Frage: Um was geht es? Um ein Einzelwesen, das sich entfaltet? Oder um das Kollektiv der Menschheit?
Ich vermute (und hoffe), dass wir uns da zumindest einig sind: Es geht immer nur um das, was ein einzelner ist, um seine Existenz, nicht um das, was mit der Menschheit passiert.
Allerdings haben wir in den letzten Jahren ja beobachten können (Dein Beispiel mit den Handys) dass das Begehren Einzelner die Menschheit verändert hat.

Aber die Frage ist, was da der Antrieb ist, warum Menschen das machen.
Es ist das Urteil: „Du bist nicht gut genug, wenn Du nicht …“
Und damit ist die Angst verknüpft, abgehängt zu werden, nicht dazu zu gehören.
Deswegen fliegt man den Heilsversprechungen der Selbstoptimierung zu.
Angesichts des nächsten Feiertags formuliere ich es mal so:
Genau diese Konstellation gab es schon einmal, nämlich als ein gewisser Tetzel in Wittenberg auftauchte:
Der machte den Leuten die Hölle bzw. das Fegefeuer heiß, also die Angst, abgehängt zu werden, nicht mithalten zu können, nicht gut genug zu sein, um dann den verängstigten Seelen den Ablassbrief der Selbstoptimierung zu verkaufen, um damit den Petersdom des silicon valley zu finanzieren.
Dagegen hilft u. a. Heinrich Böll: thenetzwerker.net/anekdote-der-zufrieden...her-und-der-tourist/
Nun ist die Geschichte von der realen Geschichte längst überholt: Solche Fischer haben längst pleite gemacht oder haben den Rat des Touristen befolgt.
Das ist zunehmend eine Frage, was wir als Gesellschaft wollen: Denn längst gibt es internationale Fangquoten, und wenn es die nicht gäbe, gäbe es die nicht vorhandenen Fischbestände, die dem Touristen Unrecht geben.
Also: Die Freiheit hört immer da auf, wo die Freiheit der anderen beschnitten wird, Wenn die Optimierung dazu führt, dass es keine Fische mehr gibt, dann war sie eine Lüge.
So muss man das wohl auch mit der menschlichen Optimierung sehen.
Wollen wir, dass nur die einen Studium- oder Ausbildungsplatz bekommen, die bei Prüfungen oder Bewerbungsgesprächen Gehirn-Doping machen?
Also: Wollen wir jungen Menschen die Freiheit nehmen, sich zu dopen oder ihnen die Freiheit nehmen, sich nicht zu dopen: Dazwischen gibt es wohl keinen Spielraum.
Entsprechend kann man das für alle Optimierungen überlegen.
Die Freiheit des Menschen, er selbst sein zu wollen, ist gefährdet. Sie kann aber wohl nur noch gewahrt werden, wenn man die Freiheit einschränkt, jemand anderes sein zu wollen. Sprich: Genauso wie Doping im Leistungssport muss jegliche Optimierungsanstrengungen geahndet werden, wenn man damit gesellschaftliche Vorteile (Ausbildung, Beruf) erreichen will.
Oder spitzer formuliert. Entweder werden normale Menschen gesellschaftlich ausgesperrt oder Cyborgs.
Wenn man normale Menschen aussperrt, dann ist das Diskriminierung und das sollte nicht sein. Wenn man Cyborgs aussperrt, ist es das Verbot von etwas, was es noch nicht gibt, also keine Diskriminierung von vorhandenen Wesen. Das ist also ethisch sehr wohl okay.
Also ist es ethisch überhaupt keine Frage, wofür sich die Gesellschaft entscheiden soll.
Die Diskussion, die hier geführt wird, gehört deshalb in alle Medien und letztlich in Bundestag bzw. EU-Parlament oder wo immer politisch entscheiden wird.
(Natürlich ist das grob geschnitzt: Was mit genetisch veränderten Menschen ist, die als Cyborg zur Welt kommen – da habe ich so schnell keine Antwort.)

Wer meint, er habe etwas erkannt, der weiß noch nicht, wie man erkennen soll.
1. Brief des Paulus an die Korinther 8, 2
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Cyborg 30 Okt 2017 16:42 #21536

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Martin-O schrieb:

Obwohl kaum jemand 150 oder 200 Jahre lang leben möchte, man will nur nicht in nächster Zeit sterben – auch als alter Mensch nicht.

Diese Aussage hat m.E. eine Schieflage, denn bisher assoziert man ein Leben spätestens jenseits des 90. Geburtstags mit Gebrechen und Siechtum. Künftig könnte es Hundertjährige plus x geben mit einem gesunden und robusten Körper.

Ewiges Leben als Lebensverlängerung anzusehen, halte ich für ein Zerfallsprodukt von Religion. In Israel war ewiges Leben ein Jahrtausend lang kein Thema – bis zur Makkabäerzeit. Daran hängt Religion nicht so, wie sich das viele vorstellen

Die Ewigkeitsvorstellungen der Bibel sind mir halbwegs bekannt, aber in meiner Wahrnehmung geht es den Religionen semitischen Ursprungs wie dem Christentum und Islam (Judentum weiß ich zuwenig) doch schon sehr um diesen Aspekt.
Ich hatte vor vielen Jahren mal die Angewohnheit, religiöse Menschen danach zu fragen, ob sie auch in die Kirche gingen oder religiös wären, wenn sie zwar wüssten, es gäbe Gott, aber für sie kein Leben nach dem Tode. Die meisten drücken sich dann gerne um eine direkte Antwort, aber ich merkte, dass dann die Motivation bei vielen merklich nachließe. Wie gesagt, das war meine Erfahrung.

Das andere, was mich ins Nachdenken bringt, ist die Frage: Um was geht es? Um ein Einzelwesen, das sich entfaltet? Oder um das Kollektiv der Menschheit?
Ich vermute (und hoffe), dass wir uns da zumindest einig sind: Es geht immer nur um das, was ein einzelner ist, um seine Existenz, nicht um das, was mit der Menschheit passiert.

Ich glaube, dass sich das ohnehin nicht ganz auseinander halten lässt. Heidegger nennt in "Sein und Zeit" auch das Existenzial "Sorge" und meint damit die Einheit aus Existenzialität (Seinkönnen), Faktizität (Geworfensein des Einzelnen mit seinen Möglichkeiten in die Welt) und seine Verfallenheit an die Welt und Gesellschaft. Mal Hand aufs Herz: Wem gelingt schon wirklich aufgrund dieser Gegebenheiten der Sprung in die Freiheit, in die gelebte Autonomie? Angesichts der kommenden Möglichkeiten wird sogar umso radikaler der Satz Heideggers gelten: "Jeder ist der andere, keiner ist er selbst."

Aber die Frage ist, was da der Antrieb ist, warum Menschen das machen.
Es ist das Urteil: „Du bist nicht gut genug, wenn Du nicht …“
Und damit ist die Angst verknüpft, abgehängt zu werden, nicht dazu zu gehören.
Deswegen fliegt man den Heilsversprechungen der Selbstoptimierung zu.

Ja, schon auch. Aber dennoch meine ich das noch mehr dahinter steckt, wenn es nicht in Oberflächlichkeiten versandet. Wie gesagt, ich fasse den Entelechie-Begriff weiter als du.

Oder spitzer formuliert. Entweder werden normale Menschen gesellschaftlich ausgesperrt oder Cyborgs.
Wenn man normale Menschen aussperrt, dann ist das Diskriminierung und das sollte nicht sein. Wenn man Cyborgs aussperrt, ist es das Verbot von etwas, was es noch nicht gibt, also keine Diskriminierung von vorhandenen Wesen. Das ist also ethisch sehr wohl okay.

Ich glaube nicht, dass sich diese Sichtweise global durchsetzen wird. Was würde passieren, wenn es die EU durchsetzt, aber die Asiaten oder Amerikaner zu Cyborgs werden, die den Europäern weit überlegen wären. Einer wird anfangen und die anderen damit unter Druck setzen.
Außerdem wäre es eine Einschränkung der Freiheit, wenn das Recht auf transhumanistische Optimierung verweigert werden würde.
Dummer Vergleich, aber da hätte ein E. Honecker auch sagen können: "Einen Trabi hat schon jeder und das genügt hier in der DDR. Einen West-Mercedes braucht keiner. Meinen DDR-Bürgern den Trabi zu nehmen, wäre ungerecht. Den Mercedes zu verbieten, den eh noch keiner hat, ist in Ordnung. So ersparen wir uns den Wettbewerb mit der Westwirtschaft und jeder hat das Gleiche, was auch kaum Neid aufkommen lässt." Ich glaube nicht, Martin, dass das so funktionieren wird.
Grüße Cyborg

Das größte Glück und den tiefsten Sinn erfahren wir, wenn unser Sehnen, Suchen und Finden in einem einzigen Augenblick zeitgleich präsent sind. Der nächste Augenblick ist dann nur noch schnödes Haben. (Cyborg, am Innufer, 14. April 2018)
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Cyborg 30 Okt 2017 17:16 #21539

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Muss eigentlich ein evangelischer oder auch katholischer Christ aus dogmatischen Gründen den Transhumanismus ablehnen? Oder ist das Streben nach Transformation und das Bekenntnis zur Entelechie und gelebter Spiritualität nicht schon immer eine Frage der Gewichtung der Vita activa und der Vita contemplativa gewesen, wobei sich den Konkretisierungen beider Formen im Zeitalter der Digitalisierung und Gentechnik ganz neue Gestaltungsräume und Wirkfelder auftun?
Vielleicht wird der alte Traum, die Vision der Alchimisten doch noch wahr und der Stein der Weisen kann nicht nur gefunden (traditioneller spiritueller Weg der Religionen), sondern sogar "synthetisiert" werden. Vielleicht wird sich Transhumanismus als ein neuer Weg der spirituellen Transformation erweisen.

Und ist es nicht beachtlich, wie alles wiederkehrt? So heißt es im Wiki-Eintrag zu "Rosenkreuzer" als Kommentar zur Bedeutung der Manifeste zu Beginn des 17. Jhd.
(im besonderen der "Chymischen Hochzeit" )
de.wikipedia.org/wiki/Rosenkreuzer

Die Fama forderte eine Reform von Wissenschaft, Religion, Kultur und Gesellschaft. Zugleich wurde, vor dem Hintergrund des kopernikanischen Schocks beklagt, dass die ethische Lebensbewältigung mit dem schnellen Fortschreiten der Wissenschaften und der damit einhergehenden technischen Möglichkeiten nicht Schritt halten konnte und weit hinterherhinkt. Durch dieses Defizit seien gefährliche Disharmonien entstanden, die als die Ursache sich anbahnender schwerer politischer und sozialer Konflikte in der Welt identifiziert wurden; die Fama Fraternitatis erschien vier Jahre vor dem Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges und forderte die Gelehrten und Herrscher Europas auf Maßnahmen einzuleiten, um eine erforderliche alle gesellschaftlichen und kulturellen Lebensverhältnisse umfassende „General-Reformation“ einzuleiten.

Geholfen hat es wenig, Europa schlitterte mitten in den Dreißigjährigen Krieg.
Genau diese Problematik wird mit potenzierter Wucht die nächsten Jahrzehnte bestimmen und das in Verbindung mit Überbevölkerung und den daraus resultierenden globalen ökonomischen, ökologischen und sozialen Spannungen. Was sich damals bereits als Grundproblem wohl nur leise andeutete, die Antiquiertheit des Menschen (Günther Anders) angesichts des technologischen Fortschritts, wird jetzt zur Frage von Sein und Nichtsein des heutigen Menschen werden.
All das ist der Mensch: Homo sapiens, homo ludens, homo faber, homo oeconomicus und auch ein homo bulla. Das ist eine sehr explosive Mischung, wie mir scheint, die bald in 10 milliardenfacher Form den Planeten "gestalten" wird.
Tja, auch ein homo bulla (Man is a bubble). Hier könnte man nun leicht ironisch werden und unken, dass er damit auch das Ebenbild des Universums ist, das sich auch zu einer Blase beständig weiter ausdehnt.....bis es sich verflüchtigen oder wieder in sich zusammenfallen, aber in jedem Fall in ferner Zukunft verschwinden wird, eben alles nur eine Frage der "Zeit".
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Grüße Cyborg

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Cyborg 01 Nov 2017 13:36 #21601

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Ein großes Einfallstor für KI in die menschliche Gesellschaft wird auch das ganze Geschäft rund um die Pornoindustrie sein.
Die Fa. Abyss Creations in Kalifornien arbeitet mit Hochdruck an ihrem Entwicklungsprojekt "Humanoider Roboter" auf KNN-Technologie, also ein künstlicher Lebenspartner, der "allem" aufgeschlossen gegenüber steht und keine Tabus kennt.
Das Motto lautet: Sie bestellen, wir fertigen und in 2 Wochen klingelt "er/sie" bei ihnen an der Tür.
Matt McMullen, der Entwicklungsleiter, sieht ganz neue Formen der Beziehungen künftig als ganz normal an. So wie es heute zum guten Ton gehört und dem Selbstverständnis eines aufgeklärten und liberalen westlichen Menschen entspricht, gleichgeschlechtliche Beziehungen zu tolerieren, so wird es auch mal normal sein, dass es gemischte Beziehungen gibt zwischen Menschen, Cyborgs und Androiden.
In gewisser Weise ließe sich sogar der Genderismus der heutigen Tage schon als eine ungewollte Vorbereitung auf das Kommende deuten, aber ich bezweifle heftig, dass deren Vertretern klar ist, für welche Zwecke sie sich da wohl unbewusst vor den Karren spannen lassen.

Achtung, im folgenden Link wird darauf verwiesen, dass die Beiträge und eingebauten Videos nicht für unter 18 geeignet sind. Also unsere Forumsnesthäkchen müssen diesmal außen vor bleiben. :P :P

www.cnet.com/news/abyss-creations-ai-sex...-your-bed-and-heart/

Grüße Cyborg

Das größte Glück und den tiefsten Sinn erfahren wir, wenn unser Sehnen, Suchen und Finden in einem einzigen Augenblick zeitgleich präsent sind. Der nächste Augenblick ist dann nur noch schnödes Haben. (Cyborg, am Innufer, 14. April 2018)
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Cyborg 03 Nov 2017 15:27 #21693

Wer den Anspruch hat, die jetzige menschliche Rasse durch etwas Neues zu ersetzen, der wird sich massiven ethischen und philosophischen Fragen ausgesetzt sehen.
Wir erleben es doch bei der Gen-Technik. Da gibt es sicher hilfreiche Sachen (Insulin-Herstellung), aber es gibt eben auch das, wo neue Arten in ein Ökosystem hinein geraten und es durcheinander wirbeln. Die Evolution ist relativ langsam, so dass so etwas kaum passieren kann – mit Ausnahme des Menschen durch dessen technischen Meta-kosmos.
Die schnelle Züchtung von Super-Menschen kann nach solchen Erfahrungen neuer Arten in Ökosystemen nicht gut gehen. Deshalb muss man es ablehnen.
Eine zweite Frage ist, wie dies gesellschaftspolitisch umgesetzt werden kann – vor allem bei der Euphorie in Asien und Nordamerika. Das ist in der Tat schwierig. Aber sollen wir die Menschheit deshalb aufzugeben?
Die Frage müsste sich doch jetzt schon stellen: Ist der Kampf gegen Monsanto Unsinn, weil aussichtslos? Selbst der Kampf gegen google, Fratzenheft und amazon, den man als längst verloren ansehen kann, ist doch nicht vergeblich!
Denn sonst könnte ich gleich sagen: Die Entropie ist eh stärker, also lohnt es sich nicht zu leben!
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Wer meint, er habe etwas erkannt, der weiß noch nicht, wie man erkennen soll.
1. Brief des Paulus an die Korinther 8, 2
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Cyborg 03 Nov 2017 18:11 #21702

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Hallo Martin-O,

der zentrale Satz dieses ethischen Ansatzes lautet:

„Handle so, dass die Wirkungen deiner Handlung verträglich sind mit der Permanenz echten menschlichen Lebens auf Erden.“

Warum teilst Du diesen ethischen Ansatz nicht? Er passt doch gut zu dem biblischen Schöpfungsauftrag, so wie er heutzutage von den Kirchen verstanden wird.
Also nicht mehr " Macht euch die Erde untertan! ", sondern " Bewahrung der Schöpfung ". Und letzteres schließt " Permanenz echtes menschlichen Lebens auf Erden " ein.

Und wenn es in diesem thread auch um den Ausblick auf die Möglichkeit geht, dass der Mensch von einer sich verselbständigenden Maschinenintelligenz unterdrückt oder ganz verdrängt werden könnte, dann wird dieser ethische Imperativ für die Diskussion hier sehr relevant.

Mit Transhumanismus habe ich mich nicht viel beschäftigt. Aber da Du das philosophische Radio ansprichst.
Anfang diesen Jahres war Stefan Lorenz Sorgner Gast dieser Sendung. Angeblich der führende deutsche Transhumanismus-Philosoph.
Ich habe damals auch das Herderbüchlein von ihm zur Vorbereitung auf die Sendung gelesen.
Nachdem was ich erst las und dann auch in der Sendung hörte, liegt der christliche Glaube ganz und gar nicht strukturell auf der Linie vom Transhumanismus.
In der Sorgnerschen Lesart ist der Transhumanismus nahezu zwangsläufig die Kehrseite eines naturalistischen Weltverständnisses.
Ich frag mich schon lange, wie Cyborg eigentlich diesen Spagat schafft, zwischen Pro-Transhumanismus und Anti-Naturalismus.


Gruß,
Lulu
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Cyborg 03 Nov 2017 22:10 #21713

@ Lulu
off-topic, da eine meta-ethische Diskussion weitgehend unabhängig vom Thread-Thema

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Cyborg 03 Nov 2017 22:33 #21716

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Martin und Lulu, auch Off-topic, weil auch mehr philosophische bzw. theologische Fragen rund ums Thema betreffend:

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Cyborg 03 Nov 2017 23:08 #21722

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Martin, kurze Rückmeldung zu 21713:
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Cyborg 04 Nov 2017 16:27 #21741

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Cyborg 05 Nov 2017 19:38 #21790

Cyborg: dass die Naturgesetze die Entstehung und Schaffung eines künstlichen Bewusstseins nicht verbieten und es aus diesem Grunde nur eine Frage der Zeit sein wird, bis es in der Welt sein wird hier auf der Erde.

Die Naturgesetze verbieten auch nicht, dass Wind und Wetter und Zufall einen Stein zu einem Elefanten formen und dass 100 solcher zufälligen Elefantensteine in einem perfekten Kreis stehen. Will sagen. Dass Denkbare ist nicht gleich dem, was jemals realisiert wird. Zudem gibt es keine Naturgesetze zur Entstehung des Lebens – noch wissen wir noch niemals ganz genau, wie Leben überhaupt entstehen konnte. Und wenn man‘s könnte, und alle Mechanismen beschreiben könnte, dann wüsste man nicht, wieso das sein kann, warum das funktioniert. Aus diesen Fragezeichen dann ein Gesetz zu formulieren liegt in noch unerreichbarer Ferne.
Noch ist an dieser Stelle ein Schweigen, aber daraus zu schließen, dass es so etwas geben wird ist wie der ontologische Gottesbeweis, dass deshalb, weil man ein höchstes Wesen denken kann, es dies geben muss, da zum höchsten Wesen gehört, dass es real ist.
Hier war ClausS schon weiter.
Warum ich so sicher bin, dass KI nie leben wird: Weil Leben die Einheit eines Lebewesens voraus setzt. Darum geht es aber bei der Weiterentwicklung von KI nicht, es geht vielmehr darum, menschliches Verhalten zu simulieren. KI verhält sich nicht, weil da kein „sich“ ist, KI errechnet das optimale Verhalten an Verhaltenswerten. Man kann das nur gleichsetzen, wenn man auch Menschen als Rechenmaschinen auffasst, die aus gespeicherten Daten – Freuds über-ich – und dem Selbsterhaltungsdrang (incl. Sexuelles Begehren natürlich) als Betriebssystem – Freuds Es – ein imaginäres Ich errechnet. Da wären wir aber beim Naturalismus gelandet.
Auf eine Formel gebracht: Beim Leben war erst die Einheit des Lebewesens (=Seele) da, dann hat sich immer mehr Komplexität gebildet, Gefühle, Bewusstsein und sogar Selbst-Bewusstsein, soziales Agieren usw.
Bei KI ist es umgekehrt: Da wird eine Komplexität nach der anderen entwickelt, Module, die immer mehr Denk-Bereiche umfassen Logik, Sprache, jetzt kommen Gefühle und soziales Interagieren dran. Und erst am Ende soll dann – plopp – die Einheit des Wesens aus dem Hut gezaubert werden? Was unterscheidet dies von dem Bildhauer, der aus dem Marmor eine Frau herausmeißelt und dann, wenn sie super und gaaaanz perfekt ist, ihm zublinzelt und sich in ihn verliebt?
Da sträuben sich bei mir alle logischen Nackenhaare. Diese Beweisführung funktioniert nur in Mythen und Märchen. Da glaube ich doch eher, dass es Lara Croft in echt gibt.
Wann ich anerkenne, dass KI lebt? Ich antworte darauf mit Gegenfragen (auf die mich meine Frau gebracht hat): Wann hat KI die Trotzphase und Pubertät? Wann steht es vor dem Spiegel und findet den eigenen Körper häßlich und verlangt von den Eltern, ein Piercing zu haben? Begünstigen Rituale vor dem Einschlafen die persönliche Entwicklung der KI?
(Das entspricht in der Zielrichtung dem Posting von Ralf)
Klar weiß ich, dass KI ganz anders sein wird. Aber nach Aristoteles ist Leben eine Bewegung von Zeugung und Geburt über Aktivität bis zu Sterben und Tod, ein Bogen, der zunächst nach oben geht und dann wieder absteigt. Ich meine nicht Algorithmen, die mit immer mehr Daten immer besseren Output geben, was man als „lernfähig“ betitelt. Ich meine eine echte Entwicklung der Persönlichkeit.
Sicher kann man alles mit Programmen simulieren. Es wird aber immer aufgesetzt bleiben, nicht echt sein. Denn das ist das Wesen von KI. Das ändert sich nicht, wenn man es verbessert.
Alles andere ist logisch Unsinn.
Einer künftigen harten KI schon im Vorfeld ohne empirische Daten für alle Zeiten Bewusstseins- und Empfindungsfähigkeit in Abrede zu stellen, halte ich für gefährlich, ja im Grunde für unmoralisch in Bezug auf die Rechte empfindungsfähiger Entitäten im Generellen.
Ich dachte, Moral ist eine temporäre Sache, die nichts zu sagen hat????
Ansonsten: Ob wir jemals eine eigene Lebensform erschaffen, sei dahin gestellt, Die jetzige technische Entwicklung läuft aber garantiert nicht darauf hinaus, wie oben gezeigt.

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Cyborg 05 Nov 2017 20:26 #21796

@ Lulu + Cyborg (Verantwortungs-Ethik)
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Cyborg 05 Nov 2017 21:55 #21801

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Ist "Lebendigkeit" ein relevantes Kriterium bei der Frage nach der möglichen Existenz einer harten KI? Gibt es einen fundamentalen Unterschied zwischen lebendiger und elektronischer oder sonstiger Intelligenz? Und was hat es mit der Einheit des Lebewesens auf sich?

Martin-O schrieb: Beim Leben war erst die Einheit des Lebewesens (=Seele) da, dann hat sich immer mehr Komplexität gebildet, Gefühle, Bewusstsein und sogar Selbst-Bewusstsein, soziales Agieren usw.
Bei KI ist es umgekehrt: Da wird eine Komplexität nach der anderen entwickelt, Module, die immer mehr Denk-Bereiche umfassen Logik, Sprache, jetzt kommen Gefühle und soziales Interagieren dran. Und erst am Ende soll dann – plopp – die Einheit des Wesens aus dem Hut gezaubert werden?

Diese Beschreibung halte ich für zutreffend. Die Frage ist nur: ist dieser unterschiedliche Werdegang für die hier diskutierte Frage relevant? Wenn ein emergentes System (Atom - Molekül - lebende Zelle - vielzelliger Organismus) erstmals entsteht, sehen wir dann nicht immer genau dieses "Plopp"? Mit einem Mal tritt die Einheit eines Wesens ans Licht, eine Einheit, die vorher so nicht da war. Auch die Einheit des Lebendigen ist, wenigstens nach meinem Verständnis, nicht vom Himmel gefallen sondern geworden.
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Cyborg 05 Nov 2017 22:29 #21803

Ich wechsle Mal in diesen Thread und kopiere meinen Beitrag und füge noch was dazu...

Die Einzigartigkeit des biologischen Lebens führt aber auch zu seltsamen Ausprägungen. Wir haben Hunger, Durst, brauchen Schlaf, streben nach Glück sowie körperlicher und geistiger Befriedigung.
Wir vermehren uns wie Bakterien in einem Reagenzglas und tendieren aktuell dazu an unserer eigenen Lebensweise zu ersticken. Die KI ist also m.E. ein Mittel zum Zweck weiter bestehen zu können und bevor wir tatsächlich "ersticken" werden wir alle Register ziehen um uns selbst und all das oben genannte zu erhalten.

Dann stellt sich für mich die Frage ob es nicht einfach eine logische Konsequenz ist dass das biologischen Lebens zu einer KI übergeht. Vielleicht ist es einfach nur die nächste Stufe der Evolution. Wir entwickeln uns.

Ich würde stm's Frage bestätigen. Wir brauchen biologische Intelligenz als essentielles Kriterium für KI. Die Einheit des lebendigen hat sich entwickelt. Warum sollte sich KI nicht auch zu was lebendigen entwickeln?
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Cyborg 05 Nov 2017 22:58 #21806

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MTL18 schrieb:

Dann stellt sich für mich die Frage ob es nicht einfach eine logische Konsequenz ist dass das biologischen Lebens zu einer KI übergeht. Vielleicht ist es einfach nur die nächste Stufe der Evolution. Wir entwickeln uns.
Ich würde stm's Frage bestätigen. Wir brauchen biologische Intelligenz als essentielles Kriterium für KI. Die Einheit des lebendigen hat sich entwickelt. Warum sollte sich KI nicht auch zu was lebendigen entwickeln?

Ganz genau. Das ist es, auf was ich schon hier lange im Thread hinzuweisen versuche. Nach 1-2 Milliarden Jahren der Evolution wird die Entwicklung nicht beim heutigen Menschen stehen bleiben. Nun ist eben eine Stufe erreicht, von der aus eine intelligente biologische Lebensform die Geschichte der Evolution gezielt und steuernd in die Hand nimmt - natürlich mit offenem Ausgang. Dass sich auch damit als ein möglicher Weg das Tor hin zu einer postbiologischen Entität auftut, liegt in der Natur der Sache. Diesen im Grunde schon logischen möglichen Fortgang der Entwicklung zu leugnen oder für unmöglich zu erachten, ist meines Erachtens eine Form des Anthropozentrismus, der seine Wurzeln in dogmatischen ideologischen und religiösen Verhaftungen hat.

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Cyborg 06 Nov 2017 00:14 #21813

Ich habe noch nicht den ganzen Thread durch und auch auf die Gefahr hin Dinge zu wiederholen:

Es gibt ja eigentlich nur 2 Möglichkeiten ( ganz streng genommen nur eine, und die sprich für Cyborg, denn in ein paar Mrd Jahren geht ohnehin das Licht aus) aber:

a) unser kollektives Bewusstsein für die Zerstörung unserer Lebensgrundlage springt langsam an und wir kommen wieder zu einem Gleichgewicht welches das Leben für alle lebenswert macht.

b) wir schaffen eine KI bzw. entwickeln uns zu einer transhumanen Spezies und "fliehen" in den Weltraum - ähnlich wie das auch Stephen Hawking schon angemahnt hat.

Auch wenn es vielen bei dem Gedanken gruselt, gruselt mir es was wir auf diesem Planeten veranstalten.
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Cyborg 10 Nov 2017 18:47 #22097

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Im Link unten eine faszinierende Aufnahme der ESA: Sonne - ISS - Vogel.
Für mich eine wunderbare Allegorie der Symbiose von Natur incl. Mensch, Technik und Kosmos.
Unwillkürlich viel mir das Zitat von K. Zielkowski, Raumfahrtpionier und Kosmist, ein:

„Es stimmt, die Erde ist die Wiege der Menschheit, aber der Mensch kann nicht ewig in der Wiege bleiben. Das Sonnensystem wird unser Kindergarten.“

Es stellt sich die Frage, wer "wir" sein werden, wenn wir dann auch aus dem Kindergarten ausziehen. Betrachtet man alles im Hinblick auf eine langfristige Entwicklung, dann sind die Probleme der Menschheit vielleicht auch nur temporäre Kinderkrankheiten. Freilich, auch an Kinderkrankheiten kann man, sprich die Menschheit aussterben. Aber das glaube ich nicht, denn dazu ist sie zu zahlreich, außerdem über den ganzen Globus verbreitet und auch genetisch zu diversifiziert. Im schlimmsten Falle kommt es zu einer dramatischen Reduzierung der Population durch Katastrophen. Das wird dann aber die transhumanistischen Weiterentwicklungen nur verzögern, nicht aufhalten.
www.deutschlandfunk.de/perfekter-schnapp...am:article_id=399978
Dort heißt es:

Es ließ sich schnell berechnen, dass der Vogel 86 Meter von der Linse entfernt war. In diesem Abstand erschien er genauso groß wie die Raumstation, die Hunderte Kilometer dahinter ihre Bahn zog.

[/i]

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Cyborg 11 Nov 2017 12:16 #22137

In Marburg gibt es eine KI als "Professor" - naja, nur als Assistent, aber er heißt schon mal Professor.

www.rp-online.de/panorama/wissen/bildung...pepper-aid-1.7176983

www.uni-marburg.de/aktuelles/news/2017b/bmbffoerderunghandke

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Cyborg 17 Nov 2017 01:33 #22513

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Wie es scheint ist in der kommenden zeit, Atlas bei Leichtathletik Meisterschaften dabei: :D


Ja ich kann alles, sogar definieren was ich nicht kann.

Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können.
**Der Friedrich**
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Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können.
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Cyborg 17 Nov 2017 11:13 #22523

Mir ist nicht ganz klar wie man einem Atemzug behaupten kann wir wissen nicht wie Leben genau entstanden ist und dieser Nachweis läge in unerreichbarer Ferne, und dann so als wäre es so selbstverständlich wie der Sonnenaufgang im Osten ganz felsenfest davon ausgeht, dass zuerst eine Seele da war, einem Ding, für das es nicht mal ansatzweise auch nur den Hauch eines Indizes gibt. (Martin-O: "Beim Leben war erst die Seele da")

Die Sache ist doch recht simpel: Geist und Seele sind Dinge, die es nicht gibt. Folglich wird auch eine KI ganz ohne sie funktionieren können. Folglich wird es in naher Zukunft echte KI-"Wesen" geben.

S = k log W
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Cyborg 17 Nov 2017 11:32 #22525

Ein einziges Mal (ohne Reproduzierbarkeit) künstlich Amöben in die Welt setzen, und ich wäre überzeugt. Nur ein einziges Mal reicht aus.

Ohne etwas wäre nicht einmal nichts

Ohne etwas wäre nicht einmal nichts

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Cyborg 17 Nov 2017 12:09 #22527

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Cyborg 17 Nov 2017 16:17 #22539

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@Madouc #22523 Geist und Seele sind Dinge, die es nicht gibt.

hmmmm - meinetwegen. Reden wir vom Bewusstsein. Dieser Begriff ist theologisch nicht so aufgeladen, nicht so problematisch. Gibt es ein Bewusstsein? Irgendwie würde ich schon meinen, dass ich mir meiner selbst bewusst bin. Ich verfüge über ein (Selbst-)Bewusstsein, das ich meinem Taschenrechner abspreche. Auch meinem Laptop. Auch meiner Zimmerpflanze. Wird die KI Bewusstsein haben? Von außen sehr schwer zu sagen. Wahrscheinlich werden wir ihr erst dann Bewusstsein zugestehen, wenn Sie uns übertrumpft hat. Die Frage ist, ob wir dann nicht auch unseren Begriff vom Leben revidieren müssen. Oder kann man von einem leblosen Bewusstsein sinnvoll sprechen?
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Cyborg 17 Nov 2017 16:47 #22544

.

Madouc99 schrieb: Im Prinzip geht es darum ein Molekül zu finden, welches anwächst und dann in zwei Kopien seiner selbst zerfallen kann.

Und so ein Molekül entsteht plötzlich als Bit und Byte, wenn man die Software nur lang genug weiter treibt? Sehr optimistisch :(

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