Willkommen, Gast
Benutzername: Passwort: Angemeldet bleiben:
  • Seite:
  • 1
  • 2
  • 3

THEMA: Der Sinn des Lebens?

Der Sinn des Lebens? 02 Jul 2018 14:32 #36554

Puh, also ich finde es irgendwie schade, dass hier einige meinen, dass das alles keinen Sinn macht.

Der "Auslesemechanismus" ist tatsächlich interessant immerhin bringt dieser eine unglaubliche Dynamik ins Spiel, sodass die DNA auf jeden Planeten mit entsprechenden Bedingungen Leben hervorbringen kann. Dennoch bleibt die DNA irgendwo ein Speicher, der in der Lage ist um sich herum einen Schild zu entwickeln und danach Informationen von außen sammelt und aus diesen wiederum komplexeres Leben entwickelt. An dieser Stelle ist es für mich aber auch schwierig zu akzeptieren, dass die DNA keine vorher bekannten relevanten Informationen "kennt" - ich glaube ein funktionsfähiges Auge zu bauen ist via Trial und Error doch etwas merkwürdig für mich.

Ich denke schon, dass es einen Sinn oder mehrere gibt. Dass wir so hochentwickelt sind und in der Lage sind Bakterien und Krankheitserreger zu bezwingen - verschafft uns schon einmal im Sinne des Überlebens einen guten Vorsprung - also den evolutionären Kampf haben wir damit schon mal auf eine Ebene gebracht bei der Bakterien ein ziemliches nachsehen haben. Ich gehe davon aus, dass der begrenzte Platz in der frühen Erde und die unterschiedlichen Überlebensmuster der Einzeller zu einem Konkurrenzkampf führte, der ja letztendlich dazu führte, dass überhaupt komplexe Zellen entstanden sind.

Damit würde ich schon sagen, dass das ein Sinn wäre, dass wir da sind, um als Organismus hier zu leben und wahrscheinlich sogar darüber hinaus im Weltall. Ich will jetzt nicht anfangen von Gott oder sowas aber das alles einfach nur Zufall ist, geht auch schwer in ein Gehirn ^^

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Der Sinn des Lebens? 02 Jul 2018 15:05 #36555

Das widerspricht ja nicht meine These:
Die menschliche DNA wird beispielsweise von einem Bakterium angegriffen. Gegen dieses muss sie sich wehren. Schafft der Mensch das nicht, stirbt er und wird "ausgemendelt". Hat er zufällig die Konstitution, dass er sich gegen den Angriff verteidigen kann, überlebt er.
Dann scheinen sich noch LernMechanismen verbreitet zu haben: der Überlebende lernt automatisch, mit genau diesem Angriff umzugehen. Variiert dann aber der Erreger, hat der Körper keine Chance. Oder die Spanier: als sie nach Amerika kamen,starb ein Großteil der Indianer, da sie mit dem Erreger grundsätzlich nicht umgehen konnten. Ich glaube, das war die Grippe.
Und so haben wir Evolution. Wie beim menschlichen Lebenszyklus einer Generation von etwa 30 Jahren relativ zäh ist, während irgendwo auf Inseln schmetterlinge sich viel schneller an die Bedingungen anpassen können. Die Schmetterlinge haben keine so ausgeklügelten Schutzmechanismen des Lernens; sie werden es wohl eher über die Geschwindigkeit der Evolution machen. Und wo keine Evolution notwendig ist-macht man keine.
Irgendwo hat man Bakterien gefunden, die 4 Milliarden Jahre alt waren. Irgendwie so; bitte nicht auf die Zahl festnageln. Am Meeresgrund. Diese haben den Lebensraum besetzt und konnten nicht verdrängt werden. Wären sie durch andere Bakterien angegriffen worden, wären sie dezimiert worden und dann durch andere Bakterien ersetzt. wo ein Lebensraum frei wird, setzt man sich hin. Machen Menschen nicht anders. In der Sahara wird es immer wärmer und dann flüchten die Menschen in nördlichere Regionen. Der dreißigjährige Krieg; dasselbe. Um 1600 gab es eine kleine Eiszeit. Die Ernten fielen aus und die Menschen fingen an, zu wandern. Der Prager Fenstersturz ist er nur eine Randepisode; der Auslöser. Die Ursache war die Kälte.
Der Sinn ist also, sich einen Freiraum zu suchen, wo man sich bequem hinsetzen kann. und dann gibt es noch ein paar Hormone, die dafür sorgen, dass man sich fortpflanzt. Gäbe es diese nicht, würde man ja auch nicht weiterleben. Soweit ich mich erinnere machen das aber obige Bakterien auch nicht. Sie haben keine Feinde, also müssen sie sich auch nicht wild fortpflanzen. Es besteht einfach keine Notwendigkeit.

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Der Sinn des Lebens? 02 Jul 2018 15:47 #36556

IntoTheRainbow schrieb: Damit würde ich schon sagen, dass das ein Sinn wäre, dass wir da sind, um als Organismus hier zu leben und wahrscheinlich sogar darüber hinaus im Weltall.

Der Sinn des Lebens ist: "zu leben", nicht mehr und nicht weniger. Jeder darf seinem Leben natürlich einen eigenen "höheren" Sinn geben.

Dennoch bleibt die DNA irgendwo ein Speicher, der in der Lage ist um sich herum einen Schild zu entwickeln und danach Informationen von außen sammelt und aus diesen wiederum komplexeres Leben entwickelt.

Dawkins hat für mich überzeugend in seinem Buch "Das egoistische Gen" dargelegt, dass es tatsächlich die Gene sind, die der Evolution unterliegen. (Aber wie ich gehört habe, hat er auch andere Dinge geschrieben, die weniger wissenschaftlich sind). Er hat im letzten Kapitel darauf hingewiesen, dass wir inzwischen von "Memen" geleitet werden, die in der Lage sind, größeren Einfluss auf unser Verhalten und Überleben auszuüben als die Gene, worunter dann auch die Gentechnologie fallen würde. Diese Meme sind quasi unsere Ethik, Ziele, Mode, Politik, Policy, Sitten und Gebräuche. Und natürlich entwickelt auch jede Art von Urinstinkt letztlich eine Art von Eigenleben und vor allem ist sicherlich ein Großteil des Verhaltens von Tieren auch erlernt und nicht vererbt. In meinen Augen sind diese "Meme" nichts so arg Neues.

arminius schrieb: Man könnte auch böse mit "Ockhams Rasiermesser" argumentieren.

Wieso böse, Ockham ist der Religionen Tod, das ist doch nicht böse. ... dazu gibt es aber sicher längst eine Diskussion in einem anderen Thread

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Der Sinn des Lebens? 02 Jul 2018 16:24 #36558

Er hat im letzten Kapitel darauf hingewiesen, dass wir inzwischen von "Memen" geleitet werden, die in der Lage sind, größeren Einfluss auf unser Verhalten und Überleben auszuüben als die Gene


Der große Culture War wird zum Beispiel mit memetischer Kriegsführung ausgefochten.

,

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Der Sinn des Lebens? 02 Jul 2018 19:43 #36567

ra-raisch schrieb: .... Er hat im letzten Kapitel darauf hingewiesen, dass wir inzwischen von "Memen" geleitet werden, die in der Lage sind, größeren Einfluss auf unser Verhalten und Überleben auszuüben als die Gene, worunter dann auch die Gentechnologie fallen würde. Diese Meme sind quasi unsere Ethik, Ziele, Mode, Politik, Policy, Sitten und Gebräuche. Und natürlich entwickelt auch jede Art von Urinstinkt letztlich eine Art von Eigenleben und vor allem ist sicherlich ein Großteil des Verhaltens von Tieren auch erlernt und nicht vererbt. In meinen Augen sind diese "Meme" nichts so arg Neues.


Diese Dopelquotes machen mich feddisch... Zur Sache: Diese Meme sind nichts anderes als Evolution: Im Orient gab's spw. Vielehe, da genau das das Überleben der Gesellschaft sicherte. Der Fürst hatte eben Kamele und einen DNA-test gab's noch nicht.
2 Frauen sind im Abendland unethisch.
Die DNA gestattet also, dass sich höhere Instanzen einschalten. Ein Bakterium kennt sehr wahrscheinlich keine Meme.

ra-raisch schrieb: Wieso böse, Ockham ist der Religionen Tod, das ist doch nicht böse. ... dazu gibt es aber sicher längst eine Diskussion in einem anderen Thread


Ich hab' schlichtweg keine Suchfunktion gefunden, wo ich im Parallelthread "Sekundäre Gottesbeweise" nach "Ockham" suchen konnte. Die Anzahl der Beiträge sind ziemlich viele.

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Der Sinn des Lebens? 02 Jul 2018 20:12 #36569

arminius schrieb: Diese Meme sind nichts anderes als Evolution

Natürlich sind die Religion und die Sitten etc überwiegend historisch durch Notwendigkeiten entstanden. Aber nicht nur, Du vergisst die Verkopfung, irgendwelche Ideen verselbständigen sich, zum Umweltschutz wird der Abfall vorher gewaschen.....
In unserer Zeit tritt die archaische Überlebensfähigkeit des Einzelnen als Auslesefaktor in den Hintergrund, wichtiger werden soziale Kompetenzen.

arminius schrieb: Ich hab' schlichtweg keine Suchfunktion gefunden, wo ich im Parallelthread "Sekundäre Gottesbeweise" nach "Ockham" suchen konnte. Die Anzahl der Beiträge sind ziemlich viele.

achso, einfach suchen ... die Suche ist (ganz nach) oben (scrollen) im dunkelgrauen Menü, das ist aber nicht immer da.....
www.uwudl.de/urknall-weltall-leben-forum...tml?start=1340#32966
www.uwudl.de/urknall-weltall-leben-forum...tml?start=1280#31962
...Ockham kommt also nicht gerade häufig vor in dem Thread.

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Der Sinn des Lebens? 03 Jul 2018 18:14 #36609

Da fragt man sich, wieso nicht 1OO% des Gencodes des Mammuts entschlüsselt wurden.

www.spektrum.de/video/die-wiedergeburt-des-mammuts/1567650
Im Mai 2013 sorgten russische Wissenschaftler für internationale Schlagzeilen: Im Dauerfrostboden einer abgelegenen Insel vor der sibirischen Küste fanden sie einen hervorragend erhaltenen Mammutkadaver. Das Fleisch war so frisch, dass die Forscher sogar davon kosten konnten. Zudem wurden kleine Mengen einer blutähnlichen Flüssigkeit sichergestellt.

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Der Sinn des Lebens? 13 Aug 2018 18:50 #39881

IntoTheRainbow schrieb:
Ich denke schon, dass es einen Sinn oder mehrere gibt. Dass wir so hochentwickelt sind und in der Lage sind Bakterien und Krankheitserreger zu bezwingen - verschafft uns schon einmal im Sinne des Überlebens einen guten Vorsprung - also den evolutionären Kampf haben wir damit schon mal auf eine Ebene gebracht bei der Bakterien ein ziemliches nachsehen haben.


Ja nun, wo ist da der evolutionäre Vorteil? Diese angebliche Überlegenheit führt doch nur dazu, dass wir Menschen uns über Gebühr vermehren und somit schon jetzt unseren Planeten überstrapazieren, so viel Ressourcen gibt es gar nicht, als dass diese Erde ohne weiteres bald 8, 9, 10 und mehr Milliarden Menschen ernähren könnte, wobei ich noch gar nicht mal an die Nahrungsmittel denke, sondern an all das zivilisatorische Drumherum, das heute anscheinend für das Überleben notwendig ist, wie Smartphones, das dafür erforderliche Netz, der Strom dafür, Mobilität, Kleidung, Behausung klimagerecht mitsamt Kühlung und/oder Heizung, dazu will jeder einen Job haben und ärztliche Versorgung auf allerhöchstem Niveau ......................

all diese Dinge verbrauchen Ressourcen, die leider endlich sind.

Vielleicht wäre es besser für die Arterhaltung gewesen, man hätte den einen oder anderen medizinischen Fortschritt nicht gemacht, dann wären jetzt nicht so viele Menschen anwesend, die Ressourcen würden viel länger reichen und eventuell kommt man ja noch drauf, wie man leben kann mit allem Luxus ohne Ressourcen zu verbrauchen, erst wenn das erreicht ist, könnte man die Anzahl der Menschen ohne Gefahr für den Planeten erhöhen.

Wenn das alles so weitergeht mit der Zunahme der Weltbevölkerung, wird das kein gutes Ende nehmen, weder für die Menschheit allgemein noch für den Planeten.

Evolution in die Sackgasse? Endresultat: Sterile, unfruchtbare Erde? Ohne jedes höher entwickeltes Leben? Lange bevor die Sonne stirbt?


Grüße
Udo

Das Verzichtbare ist nutzlos. J.F. Hingeklammert

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Das Verzichtbare ist nutzlos. J.F. Hingeklammert

Der Sinn des Lebens? 13 Aug 2018 19:22 #39883

udogigahertz schrieb: Vielleicht wäre es besser für die Arterhaltung gewesen, man hätte den einen oder anderen medizinischen Fortschritt nicht gemacht, dann wären jetzt nicht so viele Menschen anwesend, die Ressourcen würden viel länger reichen und eventuell kommt man ja noch drauf, wie man leben kann mit allem Luxus ohne Ressourcen zu verbrauchen, erst wenn das erreicht ist, könnte man die Anzahl der Menschen ohne Gefahr für den Planeten erhöhen.

Wenn das alles so weitergeht mit der Zunahme der Weltbevölkerung, wird das kein gutes Ende nehmen, weder für die Menschheit allgemein noch für den Planeten.


So funktioniert Evolution nicht. Evolution schaut auf kurzfristigen Vorteil, nicht auf langfristige Perspektive.

Wenn beispielsweise irgendwo die Raubtiere aussterben, dann vermehren sich die Pflanzenfresser so stark, bis sie (im schlimmsten Fall) alle Pflanzen kahl fressen und dadurch aussterben.

Nicht extra gekennzeichnete Beiträge sind normale private Beiträge. Sie sollten genauso diskutiert und kritisiert werden wie alle anderen Beiträge auch.

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Nicht extra gekennzeichnete Beiträge sind normale private Beiträge. Sie sollten genauso diskutiert und kritisiert werden wie alle anderen Beiträge auch.

Der Sinn des Lebens? 13 Aug 2018 21:16 #39894

  • Z.
  • Z.s Avatar
  • Offline
  • Platinum Boarder
  • Platinum Boarder
  • Beiträge: 1185
  • Dank erhalten: 197
Hallo ClausS,

Die Aussage:

Ausgestorbene Tiere bleiben ausgestorben - mit allen Errungenschaften, die diese entwickelt haben.

...vlt doch noch etwas einschränkend??

Forscher beleben eingefrorene Würmer wieder - nach 42.000 Jahren
www.msn.com/de-de/nachrichten/wissenundt...00-jahren/ar-BBL8quk
link.springer.com/article/10.1134/S0012496618030079


Na dann..
Nette Grüße Z.

Je suis Julián Assange et je porte un gilet jaune.


Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Je suis Julián Assange et je porte un gilet jaune.


Der Sinn des Lebens? 13 Aug 2018 22:10 #39900

Ist das der Sinn des Lebens?, eingefrorene Würmer wieder zu beleben?
Folgende Benutzer bedankten sich: stm

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Der Sinn des Lebens? 13 Aug 2018 22:12 #39901

ClausS schrieb: So funktioniert Evolution nicht. Evolution schaut auf kurzfristigen Vorteil, nicht auf langfristige Perspektive.


Das ist zwar richtig, wobei die Evolution nicht "schaut", sie macht einfach und was sich besser vermehrt, gewinnt. Du hast den Satz so formuliert, dass man meinen könnte, als dass die Evolution ein Ziel hätte, dem ist jedoch nicht so. Wir, der Homo Sapiens, sind nur zufällig entstanden und haben alle Vorgängermenschenrassen überlebt bzw. absorbiert, verdrängt. Offenbar verfügten wir über Vorteile gegenüber allen anderen Rassen.

Die Evolution musste da aber nicht "schauen", wo der kurzfristige Vorteil lag, eventuell war der Neandertaler sogar dem Homo Sapiens in manchen Dingen weit überlegen, er hatte, z. B. das größere Gehirn, einen viel robusteren Knochenbau und trotzdem gibt es ihn nicht mehr.

Ich denke schon, dass die Evolution zwar kurzfristige Vorteile hervorbringt, die sich allerdings auch langzeitmäßig erst mal bewähren müssen, sonst verschwinden diese Vorteile wieder.


Im übrigen ist "Evolution" für das, was der Mensch so mit der Natur (einschließlich mit sich selbst) anstellt, meiner Meinung nach nicht der passende Ausdruck, denn hier greift der Mensch künstlich ein und pfuscht der Evolution ins Handwerk.

Die diversen Fortschritte in der Medizin führen ja dazu, dass heute Menschen mit Handicaps, die früher gestorben wären, nicht nur ein langes, lebenswertes Leben genießen können, sondern sogar ihre defekten Gene weiter vererben können. Wir haben immer mehr Menschen, die unbedingt eine Sehhilfe brauchen, sonst sehen sie nichts, wir haben immer mehr Menschen, die keine Milch mehr vertragen, obwohl sie als Kinder von hier lange lebenden Menschen eigentlich auch als Erwachsene Milch und Milchprodukte genießen können sollten, früher sind diese Menschen vielleicht früh verstorben noch bevor sie Nachkommen zeugen konnten, weil sie die Winter ohne Milch nicht überleben konnten, heute hat man das Problem erkannt und kann entsprechende Ausweich-Nahrungsmittel anbieten, was aber auch bedeutet, dass diese Mutation der Milchverträglichkeit bei Mittel- und Nordeuropäern langsam wieder verschwinden wird, weil der Mensch hier eingreift.

Als Paradebeispiel, wie die Technik in Verbindung mit der Medizin der Natur ein Schnippchen schlägt, führe ich Dr. Stephen Hawking an.

Also "Evolution" würde ich das nicht nennen, was der Mensch heutzutage da veranstaltet, für das Individuum ein Segen, für die Menschheit allgemein ein Fluch, weil der Genpool verkümmert, weil die Evolution nicht mehr auf natürliche Weise arbeiten kann.


Grüße
Udo

Das Verzichtbare ist nutzlos. J.F. Hingeklammert
Folgende Benutzer bedankten sich: derwestermann

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Das Verzichtbare ist nutzlos. J.F. Hingeklammert

Der Sinn des Lebens? 13 Aug 2018 22:43 #39907

udogigahertz schrieb: Also "Evolution" würde ich das nicht nennen, was der Mensch heutzutage da veranstaltet, für das Individuum ein Segen, für die Menschheit allgemein ein Fluch, weil der Genpool verkümmert, weil die Evolution nicht mehr auf natürliche Weise arbeiten kann.

Evolution war es, die Technik zu lernen. Unsere Ethik hat nun das Ruder übernommen, diese Technik auf Gedeih und Verderb auszuüben.

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Der Sinn des Lebens? 13 Aug 2018 22:46 #39909

Hallo Udo,
in vielem stimme ich dir zu, nur in einem Punkt liegst du nicht richtig.
Das Evolutionsprinzip schließt auch die künstlich vom Menschen entwickelten Überlebensvorteile mit ein. Durch diese meist technischen Überlebenshilfen kann man zwar den Individuen helfen, und damit auch der Art. Wir helfen auf diese Weise auch uns näherstehenden Tierarten.
Diese Erungenschaften helfen also vornehmlich uns Menschen und ein paar Haustierarten.
Gleichzeitig führt diese Technik aber dazu, dass der natürliche Ausleseprozess verwässert wird. So scheint es auf den ersten Blick.
Da stimm ich dir zu.
Andereseits wird die Auslese nur verlagert oder verschoben.
Denn diese der Natur abgetrotzen Verbesserungen führen zu einer Erhöhung der lebenden Individuenzahl. Und die wiederum zu einer Erhöhung des Energiebedarfs.
Da wir den aber immer noch vorwiegend aus fossilen Quellen bedienen, und damit unsere Atmosphäre negativ beeinflussen, wird der Hammer zurückkommen.
Der technische Fortschritt dient uns erst mal, aber auf den zweiten Blick bekommen wir dafür eine ganz andere Rechnung präsentiert. Und die heißt Klimaveränderung!
Die Mutation , gleichbedeutend mit Veränderung der Lebensbedingungen, ist die Konsequenz.
Folge: erhöhter Anpassungsdruck! Durch Wassermangel, Dürren, Waldbrände, immer höhere Temperaturen, steigender Meetesspiegel...Der Selektionsdruck kommt also durch die Hintertür verstärkt wieder!!!
Die Evolutionsprinzipien werden also nicht außer Kraft gesetzt. Das geht gar nicht. Sie sind naturgesetzlich verankert und genauso stark wie das Gravitationsgesetz.
Wir haben somit keinen Einfluss auf diese Gesetzmäßigkeit!
Es sieht vordergründig nur so aus, als hätten wir einen.
Thomas
Folgende Benutzer bedankten sich: ra-raisch, DeltaTee

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Der Sinn des Lebens? 14 Aug 2018 12:33 #39949

Völlig richtig Thomas.
Wir "vergessen" immer wieder gerne, dass Evolution ein Prozess mit sehr komplexen Wechselwirkungen ist und auch, dass wir Teil dieses Prozesses sind.
Ich habe zwar grundsätzlich etwas gegen Fatalismus, aber ich denke, der Mensch kann gar nichts falsch machen.
Ich meine damit, dass wir, egal was wir der Welt antun, die Evolution vorantreiben.
Das Ergebnis mag nicht unseren Interessen entsprechen, aber wenn wir das Ende vieler Evolutionsstränge (und vielleicht sogar unseres eigenen) herbeiführen, haben wir letztendlich nur dem Evolutionsprinzip gehorcht und nichts anderes getan, als eine Spezies, die ihr Habitat zerstört, wie z.B. Algen in einem Tümpel, die sich unkontrolliert vermehren, sich und anderen Lebewesen das Licht nehmen und mit ihren "Leichen" das Wasser vergiften.
Solche Vorgänge hat es zuhauf gegeben. Man denke nur an die oxygene Photosynthese die nahezu alles Leben auslöschte, das diese nicht beherrschte.
Wenn wir also ohne Nachdenken weitermachen, wie bisher, sind wir bald ein "beendetes Experiment".
Der Unterschied liegt darin, dass wir das erkennen können und grundsätzlich in der Lage sein sollten, dies zu verhindern. Hier kommt uns aber die Komplexität des menschlichen (Zusammen-)Lebens in die Quere, die auch ein Ergebnis der Evolution ist. Einer, wenn auch hoffentlich nicht der letzte Test, den wir als Experimet der Evolution zu bestehen haben liegt darin, diese komplexen Zusammenhänge in den Griff zu bekommen. Bisher ist das in Einzelfällen gerade noch mal gelungen, aber der Test ist noch längst nicht bestanden.

Mit anderen Worten: Das Leben braucht unseren Schutz nicht, wir sind es, die wir letztendlich schützen wollen und sollen.

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Der Sinn des Lebens? 14 Aug 2018 12:56 #39951

.

Delta Tee schrieb:
Wenn wir also ohne Nachdenken weitermachen, wie bisher, sind wir bald ein "beendetes Experiment".

Auch die Fähigkeit, nachzudenken ist ein Produkt der Evolution. Denken wir nicht nach, greifen wir sehr wohl in die Evolution ein in einer Art und Weise, die von der Evolution nicht vorgesehen war. Die Evolution hat jedoch die Talente unterschiedlich verteilt. Nur wenigen ist es vorbehalten, wirklich nachzudenken. Diese sollten es jedoch tun. Der Rest denkt weiterhin das, was andere vor Jahren, Jahrzehnten, Jahrhunderten und Jahrtausenden sich ausgedacht habe. Ihre Gedanken sind jedoch per heute nicht mehr zeitgerecht. Die Menschen damals haben von der Herausforderungen der heutigen Zeit noch nichts gewusst.

Also, alle, welche die Fähigkeit haben, nachzudenken, los gehts. Heute noch :)
.

Ohne etwas wäre nicht einmal nichts

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Ohne etwas wäre nicht einmal nichts

Der Sinn des Lebens? 14 Aug 2018 14:45 #39960

Thomas schrieb: Hallo Udo,
in vielem stimme ich dir zu, nur in einem Punkt liegst du nicht richtig.
Das Evolutionsprinzip schließt auch die künstlich vom Menschen entwickelten Überlebensvorteile mit ein. Durch diese meist technischen Überlebenshilfen kann man zwar den Individuen helfen, und damit auch der Art. Wir helfen auf diese Weise auch uns näherstehenden Tierarten.
Diese Erungenschaften helfen also vornehmlich uns Menschen und ein paar Haustierarten.
Gleichzeitig führt diese Technik aber dazu, dass der natürliche Ausleseprozess verwässert wird. So scheint es auf den ersten Blick.
Da stimm ich dir zu.
Andereseits wird die Auslese nur verlagert oder verschoben.
Denn diese der Natur abgetrotzen Verbesserungen führen zu einer Erhöhung der lebenden Individuenzahl. Und die wiederum zu einer Erhöhung des Energiebedarfs.
Da wir den aber immer noch vorwiegend aus fossilen Quellen bedienen, und damit unsere Atmosphäre negativ beeinflussen, wird der Hammer zurückkommen.
Der technische Fortschritt dient uns erst mal, aber auf den zweiten Blick bekommen wir dafür eine ganz andere Rechnung präsentiert. Und die heißt Klimaveränderung!
Die Mutation , gleichbedeutend mit Veränderung der Lebensbedingungen, ist die Konsequenz.
Folge: erhöhter Anpassungsdruck! Durch Wassermangel, Dürren, Waldbrände, immer höhere Temperaturen, steigender Meetesspiegel...Der Selektionsdruck kommt also durch die Hintertür verstärkt wieder!!!
Die Evolutionsprinzipien werden also nicht außer Kraft gesetzt. Das geht gar nicht. Sie sind naturgesetzlich verankert und genauso stark wie das Gravitationsgesetz.
Wir haben somit keinen Einfluss auf diese Gesetzmäßigkeit!
Es sieht vordergründig nur so aus, als hätten wir einen.
Thomas


Und wo siehst du jetzt den Widerspruch?

Ich sehe da keinen, denn das, was wir künstlich erzeugt haben, wo wir in die Natur durch Selektion, DNA-Veränderungen und die Anwendung von Giften und Kunstdünger verändert haben, ist doch keine Evolution in dem Sinne wie die Natur arbeitet, das ist nur ein Hineinpfuschen, mehr oder weniger gut gemacht mit Auswirkungen auf die Natur.

Sollte der Mensch eines Tages mal nicht mehr eingreifen, warum auch immer, werden all diese künstlich geschaffenen Lebensformen bzw. Veränderungen von der Natur wieder rückgängig gemacht werden, sofern das dann noch geht, bei vielen Nutzpflanzen dürfte das schon nicht mehr möglich sein, weil die Urformen verschwunden sind, also wird wohl so manche Kulturpflanze mit dem Menschen auch verschwinden, von all seinen Haustierrassen mal ganz abgesehen.

Ich bleibe dabei: Das, was der Mensch da macht mit der Natur ist keine Evolution.


Grüße
Udo

Das Verzichtbare ist nutzlos. J.F. Hingeklammert
Folgende Benutzer bedankten sich: Marvin

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Das Verzichtbare ist nutzlos. J.F. Hingeklammert

Der Sinn des Lebens? 14 Aug 2018 15:11 #39963

  • Rupert
  • Ruperts Avatar
  • Offline
  • Benutzer ist gesperrt
  • Benutzer ist gesperrt
  • Beiträge: 816
  • Dank erhalten: 145
Es ist halt keine natürliche Selektion,die Selektion, die Du mit "wo wir in die Natur durch Selektion, DNA-Veränderungen und die Anwendung von Giften und Kunstdünger verändert haben" umschreibst. Als klassischer Evolutionsfaktor gilt diese gewissermaßen gesteuerte Selektion nicht.

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Der Sinn des Lebens? 14 Aug 2018 17:16 #39975

  • Marvin
  • Marvins Avatar
  • Offline
  • Senior Boarder
  • Senior Boarder
  • Per Analter durch die Galaxis
  • Beiträge: 220
  • Dank erhalten: 41
Hallo Badhofer

Nur wenigen ist es gegeben nachzudenken?
Das verstehe ich nicht ganz.

Ich habe ein Gehirn von der Größe eines Planeten, aber ich muss Türen öffnen!

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Ich habe ein Gehirn von der Größe eines Planeten, aber ich muss Türen öffnen!

Der Sinn des Lebens? 16 Aug 2018 18:17 #40168

badhofer schrieb: .

Delta Tee schrieb:
Wenn wir also ohne Nachdenken weitermachen, wie bisher, sind wir bald ein "beendetes Experiment".

Auch die Fähigkeit, nachzudenken ist ein Produkt der Evolution. Denken wir nicht nach, greifen wir sehr wohl in die Evolution ein in einer Art und Weise, die von der Evolution nicht vorgesehen war. .

Sehe ich nicht ganz so.
Erstens sieht die Evolution nichts vor, sie ist nicht die Vorsehung, das Schicksal, sondern ein Prinzip, das die Nutzung von Vorteilen belohnt. Wenn so ein Vorteil darin besteht, nicht nachzudenken und der zum Nachdenken fähige diesen nutzt, wird er belohnt. Das gilt auch wenn dieser Vorteil langfristig einen oder mehrere Nachteile mit sich bringt.
Das ziemlich gemeine am Experiment der Evolution ist, dass sie keinerlei Hinweise gibt, welche Vorteile man nutzen und auf welche man besser verzichten sollte. Das eigentliche Experiment ist jedoch ob wir diese Entscheidung richtig treffen, uns also für die richtigen Vorteile entscheiden können. Wie das Experiment weiter oder aus geht, ist der Evolution egal, sie hat noch viele Töpfe auf dem Feuer und jede Menge Zeit.

Und @Udo:
Wenn wir ein Produkt der Natur, also der Evolution sind, dann ist auch alles was wir tun eine Folge der "Arbeit" der Evolution. Man kann sie nicht einerseits als zielgerichtet und andererseits durch das Ergebnis der Zielgerichtetheit gestört betrachten.
Entweder arbeitet sie auf etwas hin, dann sind wir Teil des Plans, oder sie wirkt planlos, dann können wir ihre Pläne auch nicht stören.
Es sei denn du unterstellst der Evolution einen Fehler mit der Entwicklung des Menschen. Aber wenn sie solche gravierenden Fehler macht, warum sollten wir dann nicht versuchen es besser zu machen? Wer sonst sollte das tun?

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Der Sinn des Lebens? 19 Aug 2018 21:57 #40480

mal ohne eigene Worte,

Ohne das reflektierende Bewußtsein des Menschen ist die Welt von gigantischer Sinnlosigkeit, denn der Mensch ist nach unserer Erfahrung das einzige Wesen, das «Sinn» überhaupt feststellen kann.
Es ist wichtig, daß wir ein Geheimnis haben und die Ahnung von etwas nicht Wißbarem. Es erfüllt das Leben mit etwas Unpersönlichem, einem Numinosum.
Carl Gustav Jung


In den Grenzsituationen des Lebens erhält man den Anstoß sich mit dem Sinn des Lebens auseinanderzusetzen.
unbekannt

Die Sinnfrage wird gelebt.
Manfred Hinrich (1926 - 2015)

Gene brauchen Vielfalt und der Grips auch

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Gene brauchen Vielfalt und der Grips auch

Der Sinn des Lebens? 20 Aug 2018 00:11 #40493

Brooder,
Können wir Sinn tatsächlich feststellen?
Definiere den Begriff Sinn!
Thomas

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Der Sinn des Lebens? 20 Aug 2018 16:08 #40519

Sinn ist der Zusammenhang, in dem man sich sieht, in den man sich existentiell stellt. Es gibt deshalb nicht "den" Sinn, sondern den kann man nur für sich feststellen.

Wer meint, er habe etwas erkannt, der weiß noch nicht, wie man erkennen soll.
1. Brief des Paulus an die Korinther 8, 2
Folgende Benutzer bedankten sich: Brooder, Marvin

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Wer meint, er habe etwas erkannt, der weiß noch nicht, wie man erkennen soll.
1. Brief des Paulus an die Korinther 8, 2

Der Sinn des Lebens? 20 Aug 2018 17:29 #40529

Thomas schrieb:

Können wir Sinn tatsächlich feststellen?



ich stimme da Martin-O zu.

Ich für mich bin dankbar, ein Teil des verstehenden Bewusstseins dieses Universums sein zu zu können.
Und..... " Gott sei Dank" nicht Alles wissen zu müssen.


Ein hohes Militär, wird die Sinnfrage wahrscheinlich anders beantworten.

Gene brauchen Vielfalt und der Grips auch

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Gene brauchen Vielfalt und der Grips auch

Der Sinn des Lebens? 08 Sep 2018 12:17 #41785

DeltaTee schrieb: Und @Udo:
Wenn wir ein Produkt der Natur, also der Evolution sind, dann ist auch alles was wir tun eine Folge der "Arbeit" der Evolution.


Das sehe ich nicht so, wir sind das Ergebnis der Evolution, aber was wir mit der Natur dieses Planeten tun, ist etwas anderes als evolutionär zu wirken, wir verändern aktiv die Umwelt, schaffen durch Züchtung und Genmanipulation neue Arten an Pflanzen und Tieren, das hat meiner Meinung nach aber so rein gar nichts mit dem Wirkprinzip der Evolution zu tun, Beweis: Die meisten gezüchteten Arten sind allein auf sich gestellt nicht überlebensfähig, weil sie entweder gar nicht aus sich heraus fruchtbar sind oder in einer nicht vom Menschen kontrollierten "wilden" Natur nicht überleben können.

Auch an uns selbst wirken wir keineswegs im Sinne der Evolution, wenn wir durch allerlei medizinische Hilfen und Tricks das Überleben und sich vermehren von an und für sich nicht überlebensfähigen Individuen sicherstellen.

Anstatt den Menschen Sehhilfen zu verpassen, wäre es evolutionär besser, durch gezielte Eingriffe in das Erbgut die natürliche biologische Sehfähigkeit zu verbessern, damit diese Menschen in Zukunft keine Sehhilfen benötigen und deren Nachkommen auch nicht.

Anstatt Sportlern durch bestimmte Medikamente und sehr zeitintensives Training bestimmte Fähigkeiten künstlich anzueignen, die sie nicht ihren Nachkommen vererben können, weil diese Fähigkeiten eben nicht Bestandteil des ursprünglichen Genpools waren, wäre es im Sinne einer Evolution besser, durch gezielte "Züchtung" in Kombination mit Genmanipulation solche Fähigkeiten evolutionär zu verpassen, das wären dann Eigenschaften, die diese Menschen vererben könnten.

Ich will jetzt nicht zum Ausdruck bringen, dass ich ein solches Vorgehen gut heißen würde, das sollte nur den Unterschied zwischen dem, was wir mit uns zur Zeit anstellen und dem Wirken einer Evolution verdeutlichen.

Evolution sind Erbgutveränderungen eines großen Teils einer ganzen Rasse, die entweder Vorteile oder Nachteile bringen.
Bringen sie Vorteile, werden sich diese Veränderungen durchsetzen, bringen sie Nachteile, werden diese Veränderungen wieder verschwinden.


Entweder arbeitet sie auf etwas hin, dann sind wir Teil des Plans, oder sie wirkt planlos, dann können wir ihre Pläne auch nicht stören.

Da Evolution keinen Plan hat, kein Ziel kennt, kann man die Pläne, die es gar nicht gibt, auch nicht stören.

Es sei denn du unterstellst der Evolution einen Fehler mit der Entwicklung des Menschen. Aber wenn sie solche gravierenden Fehler macht, warum sollten wir dann nicht versuchen es besser zu machen? Wer sonst sollte das tun?

Da die Evolution nicht zielgerichtet arbeitet, kann man ihr auch keine Fehler unterstellen, sie passiert einfach. Waren die Dinos ein Fehler? Warum gibt es sie nicht mehr? So kann man nicht argumentieren.

Nochmal: Das, was wir zur Zeit tun, ist nichts Evolutionäres, das ist nur Flickwerk, temporäres Ausbessern von einzelnen Fehlern an Einzelindividuen zum Vorteil eben dieser und zum Nachteil des Genpools. Wenn ich bestimmte Sehfehler durch das Verpassen von Brillen oder Kontaktlinsen ausgleiche, wird es immer mehr Individuen geben, die ebenfalls diesen Sehfehler aufweisen, der dann korrigiert werden muss.

Im Mittelalter gab es mit Sicherheit keine kurzsichtigen Ritter oder Handwerker mit Brillen oder Kontaktlinsen, diese negativen Eigenschaften wurden nicht so vermehrt weitervererbt wie das heute der Fall ist.

Evolutionär wäre, wenn es gelänge, die allgemeine Sehfähigkeit so zu verbessern, dass niemand mehr Sehhilfen braucht, eventuell wäre evolutionär, wenn wir auch Röntgenstrahlung sehen könnten oder Ultraviolett oder beides.

Evolutionär wäre, wenn wir 2 zusätzliche Arme und Hände bekämen, so manche Handwerksarbeit ginge vierhändig viel leichter und schneller vonstatten, auch Bandarbeit in einer Fabrik wäre effektiver, dazu benötigten wir wahrscheinlich ein größeres Gehirn, das auch anders strukturiert sein müsste.

Grüße
Udo

Das Verzichtbare ist nutzlos. J.F. Hingeklammert

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Das Verzichtbare ist nutzlos. J.F. Hingeklammert

Der Sinn des Lebens? 08 Sep 2018 21:33 #41811

Weil der Thread gerade wieder aufblitzt, fällt mir zur sog. Sinnfrage auf, dass man den Begriff offensichtlich in zweierlei Hinsicht begreift.

Zum einen der Sinn des individuellen Lebens, also welchen Sinn messe ich meinem eigenen Leben zu. Was sollte ich tun, damit mein Leben für mich selbst und auch für meine Mitmenschen als sinnvoll erscheint.

Zum anderen der Sinn des Lebens und seiner Existenz generell. Um das zu verdeutlichen, was ich da meine, sei die Frage erlaubt, was das Leben denn für einen Sinn hat, wenn man annehmen muss, dass dieses Lebensexperiment, das die Natur da anstellt, auf längere Sicht nur von endlicher Dauer sein wird. Leben gibt es schon lange auf der Erde, so ca. 3 Mrd Jahre. Selbstbewusstsein gibt es erst seit etwa 4 Mio. Jahren und den modernen Menschen vielleicht so seit 200.000 Jahren, also ein Wimpernschlag, im Vergleich zum Alter des Universums.
Wenn die Erde wieder von einem größeren Brocken getroffen würde, ist schon längst überfällig, dann wäre es schnell wieder vorbei mit uns.
Wenn man in einem solchen Zusammenhang die Sinnfrage stellt, kommen einem Zweifel, ob diese ganze Mühe, die mit unserer Existenz verbunden ist, wirklich Sinn macht.
Ein Begriff wie Sinn, hat also mehrere Bedeutungen.

Erstaunlich ist, dass die Evolution mit ihren Wirkmechanismen ein Wesen hervorgebracht hat, das überhaupt in der Lage ist, solche Fragen zu stellen.

ehrfurchtsvoll und staunend davor stehend
Thomas

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Der Sinn des Lebens? 08 Sep 2018 23:43 #41817

@ Thomas
Das sind nicht zwei Bedeutungen von Sinn, sondern das eine ist die Auffassung, dass man Sinn dadurch bekommt, dass man etwas Bestimmtes tut und das andere ist die Bestreitung dieser Auffassung mit dem Argument, dass alles Tun vergänglich und deshalb vergeblich ist.
Da bist Du ganz nahe an Psalm 90, der diese zweite Sicht vertritt, der die Vergänglichkeit und Sinnlosigkeit des Lebens und des Handelns fokussiert, fast mit Deinen Worten: Vergebliche Mühe, denn es fliegt schnell davon.
(Die Hoffnung, dass unser Mühen nicht umsonst ist, hat in Psalm 90 mit dem Glauben an Gott zu tun, er bildet sich nicht ein, mit dem eigenen Tun gegen die Vergänglichkeit anstinken zu können.)
Die Fragestellung setzt aber voraus, dass nur etwas Sinn hat, wenn es ewig dauert, also etwas was wir in der im Entropie-bestimmten Universum nicht gibt.
Wie wäre es aber, wenn das kurzfristige und partikuläre Sinn hat?
Sinn hat damit zu tun, das man etwas in einen Zusammenhang stellt. Im Zusammenhang mit dem entropischen Universum hat nichts, was wir tun, einen Sinn. Ich vertraue eben auf einen ganz anderen Zusammenhang. `

Ich kann mich dem „ehrfurchtsvoll und staunend davor stehend“ nur anschließen. Das halte ich für die angemessene Haltung unserer Existenz gegenüber. Denn dass es Leben und dass es uns gibt, kann man nur als Emergenz bezeichnen, und das ist nur ein Platzhalter für ehrfurchtsvolles Staunen.

Wer meint, er habe etwas erkannt, der weiß noch nicht, wie man erkennen soll.
1. Brief des Paulus an die Korinther 8, 2

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Wer meint, er habe etwas erkannt, der weiß noch nicht, wie man erkennen soll.
1. Brief des Paulus an die Korinther 8, 2

Der Sinn des Lebens? 09 Sep 2018 02:02 #41821

Habe den Faden nur überflogen, aber mal wieder festgestellt, wie sehr man aneinander vorbeiredet, weil man bestimmt Worte der deutschen Sprache ein bißchen anders versteht als der Gesprächspartner :)

Zudem zeigt sich eine einseitige Tendenz weg vom Thema und hinein in die Evolution und was jeder Einzelne darunter versteht.


Ich hingegen wollte das Informationsparadoxon aufgreifen und dazu noch etwas anmerken, nämlich meinen Senf:

Hier haben wir einen interessanten Aspekt, der physikalisch und mathematisch offen ist. Die Nahtstelle zwischen ART und QM. Was passiert mit den Informationen beim Überqueren eines Ereignishorizonts?

Ich hatte zu einem anderen Thema einmal angemerkt, daß ich mir nicht sicher bin, ob es Schwarze Löcher überhaupt gibt. Ich meine damit keinen Zweifel an der ART oder den mathematisch-physikalischen Aussagen, sondern mehr eine Frage der Perspektive des Beobachters.

Gemeint ist die asymptotische Annäherung bzw. die Frage, ob man ein SL überhaupt noch zu diesem Universum rechnen darf. Der EH ist doch quasi ein Randfläche, welche die Raumzeit unseres Universums von der Raumzeit im SL trennt. Man kann hinein, aber nicht mehr hinaus.

Umgekehrt gilt dies auch: Solange ich mich relativ zum SL nicht bewege, überschreitet aus meiner Perspektive nichts aus meinem Universum jeweils den EH.

Und auch der Beobachter, der sich auf das SL zubewegt, überschreitet erst in dem Moment den EH, in dem für ihn der Rest des Universums in der Unendlichkeit der Zeit verschwindet.

Von der daher sehe ich kein Informationsparadoxon, da die Information aus unserer Sicht niemals den EH überquert.

Glaube nichts, weil ein Weiser es gesagt hat. Glaube nichts, weil alle es glauben. Glaube nichts, weil es geschrieben steht. Glaube nichts, weil es als heilig gilt. Glaube nichts, weil ein anderer es glaubt. Glaube nur das, was Du selbst als wahr erkannt hast.

Buddha

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Glaube nichts, weil ein Weiser es gesagt hat. Glaube nichts, weil alle es glauben. Glaube nichts, weil es geschrieben steht. Glaube nichts, weil es als heilig gilt. Glaube nichts, weil ein anderer es glaubt. Glaube nur das, was Du selbst als wahr erkannt hast.

Buddha

Der Sinn des Lebens? 09 Sep 2018 10:40 #41836

Moderatoren Hinweis

Was hat das Informationsparadoxon bei Schwarzen Löchern mit dem Sinn des Lebens zu tun? Bitte zumindest halbwegs beim Thema bleiben.

Nicht extra gekennzeichnete Beiträge sind normale private Beiträge. Sie sollten genauso diskutiert und kritisiert werden wie alle anderen Beiträge auch.

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Nicht extra gekennzeichnete Beiträge sind normale private Beiträge. Sie sollten genauso diskutiert und kritisiert werden wie alle anderen Beiträge auch.

Der Sinn des Lebens? 09 Sep 2018 19:40 #41868

ClausS schrieb: Moderatoren Hinweis

Was hat das Informationsparadoxon bei Schwarzen Löchern mit dem Sinn des Lebens zu tun? Bitte zumindest halbwegs beim Thema bleiben.


Das steht doch im Eröffnungstext, es geht um die ewige Weitergabe bzw. einen Kreislauf von Informationen, ähnlich wie die Evolution, zu der könnte man ja auch fragen, was hat Evolution mit dem Sinn des Lebens zu tun. Das eine ist eine naturwissenschaftliche Tatsache, das andere eine philosophische Frage.

Glaube nichts, weil ein Weiser es gesagt hat. Glaube nichts, weil alle es glauben. Glaube nichts, weil es geschrieben steht. Glaube nichts, weil es als heilig gilt. Glaube nichts, weil ein anderer es glaubt. Glaube nur das, was Du selbst als wahr erkannt hast.

Buddha

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Glaube nichts, weil ein Weiser es gesagt hat. Glaube nichts, weil alle es glauben. Glaube nichts, weil es geschrieben steht. Glaube nichts, weil es als heilig gilt. Glaube nichts, weil ein anderer es glaubt. Glaube nur das, was Du selbst als wahr erkannt hast.

Buddha
  • Seite:
  • 1
  • 2
  • 3
AUF Zug
Powered by Kunena Forum