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THEMA: Anfang der Welt | Naturphilosophie / Harald Lesch (Vorlesung 5)

Anfang der Welt | Naturphilosophie / Harald Lesch (Vorlesung 5) 03 Feb 2016 21:53 #2424

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Beim Film ist ein ganz interessantes Wort gefallen, nämlich das Wort „Selbst-organisierender Charakter“ Dazu möchte ich etwas sagen:
Die Zeit hat eine Richtung. Es gibt nur eine einzige Zeit und die hat einen Zeitpfeil. Das ist die Regel. So wird es auch im Film angesprochen. Es gibt jedoch eine Ausnahme von dieser Regel, nämlich die Struktur selbst verhält sich nicht nach dem Zeitpfeil.

Das folgende Beispiel bezieht sich nicht auf einen Inhalt einer Struktur, sondern auf die Struktur selbst. Nehmen wir als Struktur ein Schneefeld mit einem Schneemann an. Die Struktur ist „ETWAS mit einer Ausnahme“ Der Inhalt dieser Struktur ist „Ein Schneefeld mit einem Schneemann. Der Inhalt ist jedoch bedeutungslos, es geht nur rein um die Struktur. Es geht nur um die Struktur „ETWAS mit einer Ausnahme“. So, jetzt baue ich einen zweiten Schneemann auf dem Schneefeld. Die Struktur ist nun gestört. Wie kann ich die Struktur wiederherstellen? Den Schneemann wieder abbauen geht aufgrund des Zeitpfeiles nicht mehr. Es bleibt mir nichts anderes übrig als dass ich solange immer neue Schneemänner baue, bis die Struktur wiederhergestellt ist, nämlich als ein Schneemann-Feld mit einem Schneefeld als Ausnahme. Die Struktur ist wieder vorhanden.

Die Struktur (ETWAS mit einer Ausnahme) hat angefangen als ein Schneefeld mit einem Schneemann als Ausnahme und wird wiederhergestellt als ein Schneemann-Feld mit einem Schneefeld als Ausnahme. Die Struktur (ETWAS mit einer Ausnahme) ist wiederhergestellt. Der Inhalt der Struktur ist bedeutungslos. Schneefeld und Schneemann kann man durch alles ersetzen, es verhält sich bei allem gleich, ganz egal, was man einsetzt. Ab der Hälfte bleiben die sich vermehrenden Schneemänner weiterhin im Zeitpfeil, während die Struktur den Zeitpfeil wechselt und wieder in Richtung Ursprung zurückkehrt. Wir haben jetzt wieder die gleiche Struktur (ETWAS mit einer Ausnahme)

Was würde weiter geschehen? Nehmen wir an, auf die eine Ausnahme (dem Schneefeld im Schneemann-Feld) baue ich auch einen Schneemann? Was geschieht dann? Die Antwort ist rein theoretisch, denn so wie man unendlich viel Energie benötigen würde, um ein Teilchen auf Lichtgeschwindigkeit zu beschleunigen, genauso wenig lässt sich ein Schneemann auf das letzte freie Schneefeld bauen, denn mit jedem bauen wird es exponentiell schwerer. Um auf eine Antwort zu kommen, auch wenn sie nur theoretisch ist, bedarf es dem Relativitätsprinzip von Galileo Galilei und dem „Mexican Hat“, so wie im Buch „Urknall, Weltall und das Leben“ dargestellt ist. Die theoretische Antwort, was sich ereignen würde, wenn man auf das letzte verbleibende Schneefeld einen Schneemann bauen könnte, trägt das Geheimnis des „selbst-organisierenden Charakter“ in sich. Der unbewegte Beweger ist nämlich nur eine Struktur und ist somit nicht dem Zeitpfeil unterworfen. Ab der Hälfte nimmt er einen „selbst-organisierten Charakter“ an und kehrt zu seinem Ursprung zurück (wohlgemerkt, nur die Struktur, nicht der Inhalt der Struktur).

Also, wer kann diese Frage beantworten: Was würde geschehen, wenn man auf das letzte freie Schneefeld auch noch einen Schneemann bauen würde, auch wenn man es in der Praxis nicht kann?
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Anfang der Welt | Naturphilosophie / Harald Lesch (Vorlesung 5) 03 Feb 2016 23:27 #2427

  • ck.Pinhead
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Ich bin zwar nicht ganz im Thema, finde. die Ausführung aber sehr interessant. Ich versuche es einfach einmal, auch auf die Gefahr hin mich zu blamieren :huh:

...In diesem Fall hätte man wohl wieder ETWAS, jedoch ohne Ausnahme. Allerdings bestünde rein logisch kein Unterschied zum Schneefeld ohne Schneemann. Aber wäre es noch eine "Struktur"?

Konkret müsste man jedoch Energie aufwenden, Arbeit verrichten, also Schneemänner bauen, so dass theoretisch ein Unterschied zwischen Schneefeld und Schneemannfeld besteht. Das Schneemannfeld hat eine höhere potenzielle Energie :P

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Letzte Änderung: von ck.Pinhead. (Notfallmeldung) an den Administrator

Anfang der Welt | Naturphilosophie / Harald Lesch (Vorlesung 5) 04 Feb 2016 17:37 #2446

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ck.Pinhead schrieb:

Ich versuche es einfach einmal, auch auf die Gefahr hin mich zu blamieren

Die Blamage ist ein künstliches Produkt, sie kommt in der Natur nicht vor. Die Blamage ist ein Hemmschuh auf dem Weg zur Wirklichkeit.
„Des Kaisers neue Kleider:“ Dem kleinen Jungen wurde noch nicht eingeredet, dass er sich blamieren könnte. Er hatte deshalb kein Problem, zu sagen, was er sich denkt. Die Erwachsenen befürchten, sich zu blamieren, wenn sie die Wahrheit sagen.

Könnte ein Fußballer jemals ein Tor schießen, wenn er befürchtet, dass er sich blamieren würde, wenn er daneben schießt? Nein, könnte er nicht. Er würde von vorneherein gar nicht schießen. Also, vergiss diesen Blödsinn mit dem blamieren, das ist nur ein künstlich erzeugter Hemmschuh. Dieser behindert nur die Diskussion.


ck.Pinhead schrieb:

...In diesem Fall hätte man wohl wieder ETWAS, jedoch ohne Ausnahme. Allerdings bestünde rein logisch kein Unterschied zum Schneefeld ohne Schneemann. Aber wäre es noch eine "Struktur"?

Richtig. Die Struktur würde perfekt sein. Sie kann es jedoch nicht, deshalb sind PERFEKT und FEHLER überlagert. Das letzte freie Schneefeld war der Bezugspunkt für das System. Wäre dieser Platz nun auch von einem Schneemann besetzt, dann gibt es keinen Bezugspunkt mehr. Ohne Bezugspunkt ist alles sowohl – als auch (Relativitätsprinzip). Die Struktur fängt an zu „blinken!“ Sie ist da (PERFEKT), dann ist sie wieder nicht da (FEHLER als Ausnahme von der PERFEKTION). Aber welcher Schneemann blinkt? Die Struktur kann sich auf keinen speziellen Schneemann einigen, der blinken soll, es sind ja alle gleichberechtigt. Einmal blinkt der eine auf, dann wieder ein anderer, kreuz und quer, wahllos, zufällig.

Teilchen und Antiteilchen:
Mit dem Schneemann blinkt aber immer auch ein Anti-Schneemann mit (ein Loch im Schneefeld, das man bei jedem Schneemann erzeugt hat, um ihn zu bauen. Das bedeutet, Schneemann und Schneeloch fluktuieren im Schneefeld. Alles ist von der Struktur her (nicht vom Inhalt, sondern nur von der Struktur her) wieder gleich wie vor dem Urknall. Vor dem Urknall war das Schneefeld (die unendlich vielen theoretischen Möglichkeiten) gleichberechtigt. Es gab keinen Bezugspunkt für die fluktuierende Ausnahme und seiner Anti-Ausnahme). Ohne Bezugspunkt haben beide zufällig fluktuiert und irgendwann ist die Ausnahme auf ihre Anti-Ausnahme gestoßen (sie haben zufällig am selben Ort fluktuiert), den Urknall als Folge. Nach der Besetzung der letzten freien Schneefläche gäbe es viele Bezugspunkte (alle Schneemänner), diese sind jedoch alle gleichberechtigt. Man kann sich wieder auf nichts beziehen.

Jetzt fragt sich, was das mit einem selbst-organisierender Charakter zu tun hat? Die Banalität dieses Vorganges kann man leider nicht mit einfachen Worten beschreiben. In unserer Sprache sind so einfache Worte, die erforderlich wären, um das einfachste zu beschreiben, nicht vorhanden. Alles ist ganz banal. Da steck nichts Kompliziertes dahinter, nur die Art und Weise, wie man das aufzuschreiben versucht, ist kompliziert.

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